Anime-Rezensionen

Diese Seite listet alle Anime-Rezensionen unserer Mitglieder in der Reihenfolge auf, in der sie veröffentlicht wurden.

Anime Rezensionen

Fate/Grand Order: First Order

Avatar: Ich&Anime#1
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Unterhaltung
Fate Grand Order ist kein Spin Off von Fate, es ist eigentlich ganz viele Spin Offs in einem vereint. Das klappt mal mehr, mal weniger gut....

Aussehen/Sound
Wer andere Fate Spin Offs bzw. Serien bzw. Filme kennt, der erwartet viel von dem Aussehen bzw. der Animation. Alleine der Name "Fate" ruft in mir den Gedanken an wirklich geile Animationen und einen epischen Soundtrack hervor... was hier aber nur mittelmäßig gelungen ist. Die Animationen sehen nicht schlecht aus, in Vergleich zu anderen Serien sogar recht gut, aber im Vergleich zu anderen Fate Versionen bemerkt man schon ein paar Macken. Da wären z.B. einige Tippfehler, also wirklich einige, in den Untertiteln. Aber auch die Animation an sich wirkt teilweise recht Ideenlos, so haut Saber z.B. die ganze Zeit einfach mit dem gleichen Schlag zu... um das zu verstehen muss man wohl andere Fate Serien kennen. Möglichst einfach erklärt: Der Saber ist in den Fate Versionen immer ein ganz besonderer Charakter, er hat z.B. oft einen besonders krassen Schlag, welcher immer krass angeteasert und echt heftig animiert wird. Und hier führt er diesen Schlag einfach die ganze Zeit aus... ohne die starke Animation Versteht sich.
Auch der Soundtrack hat mich nicht umgehauen, aber er war ok.

Handlung
Einen Durchblick in Fate zu bewahren ist nicht die einfachste Disziplin. Wenn man einfach nur entspannt eine Anime Folge und eine Staffel nach der anderen schauen möchte, ist Fate der letzte Anime, den ich empfehlen würde. Doch dieses Spin Off toppt alle.
Der Anime hat nämlich mehrere Storys in seiner Story, ist dazu noch ein Spin off von anderen Fate Serien und kann daher ein bisschen Spoilern, erklärt aber mal mehr mal weniger. Ein ähnliches Durcheinander gibt es auch bei den "Staffeln" von Fate/Grand Order. Ich habe erst fälschlicherweise die Serie angefangen, die wohl Kapitel 7 der Story darstellt und war dementsprechend verwundert. Als ich dann nach recherchierte fand ich heraus, dass die Serie sich wohl mit dem 7. Kapitel befasst und dieses Jahr ein Film über das 6. erscheinen soll. (Was an sich schon merkwürdig ist, wieso kommt Kap. 7 vor dem 6. heraus?) Nach über einer Stunde Recherche stieß ich darauf, dass wohl auch das erste Kapitel und der Prolog, quasi eine Folge 0 der Serie, existieren... ziemlich verwirrend das Ganze.
Ähnliche Probleme hatte auch der Film. Die Story schien ziemlich zufällig und undurchdacht, was sich vor allem darin wiederspiegelte, dass Charaktere plötzlich andere Charaktereigenschaften hatten oder Dinge (nicht) wussten, die sie hätten wissen müssen bzw. nicht hätten wissen können.
Dazu kommt noch, dass der Film mehr Fragen aufwirft als er Beantwortet. Eigentlich beantwortet er gar nichts, er leitet nur die Charaktere ein und deutet dann Dinge an, die vielleicht zukünftig geschehen können. Im Zusammenhang und als Einleitung für alle Kapitel bzw. Grand Order "Staffeln" gesehen mag der Film gut funktionieren, aber nicht wirklich als eigener Film.

Charaktere
Ich durchblicke die Charaktere nicht. Der Hauptcharakter z.B. sah und wirkte erst so wie ein typischer Emiya verschnitt, lässt dann aber eine "Freundin" Qualvoll sterben bzw. ließ sich ganz leicht aufhalten. Um die Charaktere wirklich beurteilen zu können müsste ich wohl die anderen "Staffeln" noch sehen....

Fazit
Fate grand/order allgemein ist wohl das verwirrendste Fate Spin Off, was schon echt eine Leistung ist. Gibt es überhaupt eine Anime Adaption der Kapitel 3 bis 5?
Der Film selber funktioniert gut als eine Einleitung, aber nicht wirklich als eigenständiger Film.

P.S: Wobei ich gehört habe, dass die Serie echt gut sein soll... also ist der Film, in meinen Augen, nur dazu da, dass ich die Serie verstehe.
Beitrag wurde zuletzt am 19.09.2020 um 02:01 geändert.
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Hajimete no Gal

Avatar: Xivender#2
Also erst einmal: ganz so schlecht wie manche Kommentare das hier verlautbaren, ist dieser Anime meiner Meinung nach nicht.
Natürlich kommt es darauf an, was für Erwartungen Ihr an diesen habt!
Ich hatte keine große Erwartungen, wollte mich nur ein bisschen berieseln lassen.
Und das hat auch ganz gut funktioniert.

Ihr begleitet den typischen Szene-Waschlapen-Nullchecker, wie er langsam aber sicher einen Harem an Mädels aufbaut. Dabei ist Körpchengröße C die kleinste die im Anime vorkommt, enden tut es mit Größe I.

Typisches Setting ala Ausflug ans Meer mit Badeszenen und etwas Onsen darf natürlich auch nicht fehlen.
Ansonsten gibt es noch Titten, Titten und nochmals Titten.

Die Dialoge sind einfach, eine große Story ist nicht erkennbar, typisches Slice-Of-Life eben.

Ich muss jetzt dazu sagen, dass ich die japanische unzensierte Fassung gesehen habe, keine Ahnung wie das bei der deutschen Fassung umgesetzt wurde oder es der Zensur zum Opfer gefallen ist.

Ich mag diese nervige Onee-San-Charaktere überhaupt nicht.
Hier haben wir zwar eine Schein-Onne-San bzw. eine Nene, aber diese ist auf einen erträglichen Level.

Was zum Teufel haben sich die Autoren bei dem Charakter Minoru KOBAYAKAWA gedacht oder was wollten Sie dem Zuschauer vermitteln.
Was der da ablässt bzw. was der für einen Fetisch hat, dass geht ja mal überhaupt nicht.
Mir verschlägt es da echt die Sprache!

Er steht auf kleine Kinder, je kleiner desto besser! Und das wird gefühlt auch in jeder zweiten Episode erwähnt oder eingebaut.

Diesen perversen hätten sie sich auch gänzlich sparen können, wie gesagt, was geht in diesen kranken Köpfen ab?

Fazit:
Bis auf den Perversen eine seichte Berieselung mit viel Titten und leichten Dialogen mit dem typischen Wachlappen als Protagonisten.
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Darling in the Franxx

Avatar: Ohmegar#3
Ich vergebe grundsätzlich nie 5 Sterne.

Kein Anime ist perfekt, kein Regisseur kann in seinem vorgegebenen Format- hier leider nur 24 Folgen- Verlag und Fangemeinde 100% glücklich machen. Kein Anime, wohlgemerkt als Originalwerk, ist nach dem ersten Versuch ein "Meisterstück".
Liebe Anisearchcommunity,
dennoch habe ich mich dazu entschlossen, mehr oder weniger im Affekt, meine ersten Gedanken überhaupt zu verfassen. Ich versuche meine Gefühle nur kurz zu verbalisieren.

Mit der Wertung des Inhalts, kann ich mich von vorne bis hinten, Kusanagi_ anschließen. ( Eine fantastische Rezension, würde mich mal gerne mit dir unterhalten ^^). Darum kann ich diesen Teil getrost überspringen ;).

Oh Darling
Angefangen als simple Empfehlung einer Bekannten- ich konnte mit Code Geass: Lelouch, entgegen allen Hypes nicht wirklich viel anfangen. Gurren Lagaan war seiner Zeit auch ganz ok. Den Mechawarn entgegen, hat mich Darling in the Franxx bereits nach wenigen Folgen total fasziniert. "Welch' interessante Mätopie". " Echt jetzt ?! Diese Position von Weibchen und Männlein in einem Roboter :D". "WOW Iota ( Zero Two ) ist ja gar keine Tsundere wie 95% der restlichen weiblichen Hauptcharacktere in Animes ". "Wie sich die japanische Kultur mit der unseren, der westlichen mischt- Ja der erste Kuss ist etwas besonderes aber mann muss nicht komplett ausflippen in Ohnmacht fallen, oder gar bis zum Ende des Anime auf die oft nicht vorhandene Kussszene warten! - und letzten Endes vollkommen harmoniert"." Auch ein: Ich liebe dich. War in jedem wohl erlesen Moment eine Wahre Wonne für Seele und Herz. Diese empirischen Eindrücke galten vor allem den Folgen: 12, 13, 17, 18 und auch 24 ...

Resultat
Liebe Community, ich fühle und verstehe euren Schmerz zum Ende des Animes vollkommen. Da schließt eine Prise "Your Name" im letzten "Monolog" auch keine Wunden.
Nichtsdestotrotz ist dieser Anime- Darling in the Franxx- in Sachen: Handlung ( auch mit dem Plottwist), Charakter- verhalten und entwicklung, Liebe ( Paarvogel, Vertrauen, Loyalität, etc.),den Appelle auf uns und unsere Umwelt zu achten, einzigartig und verdient, entgegen aller Negativen Punkte, durch seine Singularität 5 Sterne.
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Gokukoku no Brynhildr

Avatar: Yakiera#4
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Wie Einige Vorschreiber schon richtig erkannt haben ist der Anime leider etwas schlechter als man zuerst am Anfang erwartet. Den er fängt mega stark und Liebe voll an zur mitte hin wirkt er gehastet und zum ende Nur noch fix zum Abschluss bringen. Dennoch isser sehens wert. Auch der Storyausbau hätte etwas mehr liebe gebrauchen können den die Grundlage fand ich schon echt gut. auch das ne Kleine Liebes geschichte verwogen wurde war doch recht gut.

Doch Leider hat es nicht zu 100% gereicht. Aber wieso habe ich dennoch 5 volle Sterne geben ? Tja weil ich ein Mensch bin der Anime aus verschiedenen Gründen schaut aber vorallem um Spass zu haben und mich fesseln zu Lassen und das tat der Anime für mich jedenfall weil ich wollte dennoch wissen wie es weiter geht und ob alles gut wird ob sie sich doch Liebesgeständnisse machen oder ob Sie doch soweit alle Überleben werden. Bekommen sie alle es doch Hin das sie Länger wie ne Monat / woche Leben.

Und finden Murakami und Kuroneko zusammen ? bekommt sie Ihre Erinnerung wieder und das alles war mich Persönlich der grund warum 5 Sterne. Auch wenn viele das net verstehen würde ich schon gerne ne 2te Staffel sehen den ehrlich die Geschichte ist ja Eigendlich garnicht zu Ende ,denn es wäre ja gerade mal der Anfang von Allem.

Was mich auch zu den 5 ternen bewogen hat war Der aufbau der Charakter sie sind net einfach nur Plumpe Magier gewesen sondern Menschen die einfach Nur Leben und Lieben wollten und dafür aber nicht alles Machen würde um das Ziel zu erreichen sondern eher sich zu Opfern das wenigtens Eine von ihnen überlebt aber am wichtigten war allen Ryouta . Man hat von Folge 1 -13 die Charakter Entwicklung mit erlebt und es war authentisch.

Also schaut euch den Anime ruhig an und Urteilt einfach selber ob er euch gefällt oder nicht denn Jeder hat seine eigende Meinung und was andere für Bullshit halten könnte euch dennoch gefallen.
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Yuragi-sou no Yuuna-san

Avatar: Yakiera#5
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Zu aller erst es ist und bleibt ein ecci da gibs abzulut nix zu sagen.
Da ich kein freund bin ,als Rezension ausführlich und Detailreich zu beschreiben was story, musik, charakter und so weiter angeht, schreibe ich immer frei herraus meine eindrücke zum Anime die aber ausschließlich meine sind.

Zum Anime.
Es ist wie in vielen Ecci so das man viel Nackte Haut und Oberweite sieht. Um Bei den Details zu bleiben wurde da auch sehr viel dran gearbeitet das es " Natürlich " ausschaut. Es ist auch ein Harem Anime da sich viele Frauen sich um einen Mann versammeln und irgentwie alle was von ihn wollen. Nur in diesen Anime ist das so das sich Kogarashis ( der Hauptcharakter ) sich bei keiner richtig einlässt sondern eher totall überfordert alle abweißt.
Zudem teilt sich Kogarashis sich ein zimmer mit den von der Pension Namengebenden Poltergeist Yuna.
Dadurch kommt es oft zu sehr Ecci Typischen problemen zb das sich Yuna im schlaf immer zu Kogarashis wusselt und sie immer halb nackt neben ihn aufwacht was ihr immer extrem Peinlich ist und ihn mit ihren Polter Kräfte in den fluss wirft. Doch merkt man auch das sie mehr für Kogarashis Empfindet aber sie es nicht zulässt und Unterdrückt da Kogarashis sie friedlich erlösen möchte.
Zudem Kommen noch weitere Charakter hinzu die Kogarashis umgarnen wollen und sich mehr oder minder sich alle in Kogarashis verkucken ( verlieben ) also wieder Typisch Ecci Harem Anime.

Warum schreibe ich dennoch eine Rezension obwohl der Anime ja ne Stinknormaler Ecci Harem Anime ist.
Nun ich fand ihn Dennoch Intressant auch wenn er nix neues ist hat er das gewisse etwas was einen verleitet einfach weiter zu schauen . Und nein meine nicht die Nackte haut sondern das Wachsen der Charakter der in der Pension lebenden Mädchen und Kogarashis . Den auch durch die OVA merkt man sie untereinander wachsen und sich den Täglichen alltag stellen . Es ist schwer zu beschreiben. Man merkt vorallem den Konflikt zwischen Yuna und Kogarashis da sie anscheint ( nur ne Mutmaßung ) beide mehr von einander wollen dennoch der Zustand Yunas Geist form und deren Erlösung Heftig im Vordergrund steht.

Im großen und Ganzen legt man im Anime mehr auf das Ecci Harem system und hat leider weniger Story Elemente die Kogarashis Geisterbann Kräfte zeigen die ich mir Persönlich mehr gewünscht hätte. Dennoch ist und bleibt der Anime sehenswert sofern man alles net so ernst nimmt. Macht euch selbst ne Bild vom Anime und Entscheidet selbst ob er euch gefällt oder nicht also mir Persönlich hat er gefallen und die gründe stehen ja im Text drin.
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Chihayafuru 3

Avatar: Kenji-SR#6
Diese Rezension bezieht sich auf alle 3 Staffeln

Wer zufällig irgendwann mal über mein Haikyuu-Review gestoßen ist und sich gefragt hat was dort mein Problem gewesen ist dem Anime eine höhere Bewertung zu geben, der braucht sich nur Chihayafuru anzuschauen.

Dieser Anime ist ein perfekte Blaupause, wie man dem etwas angestaubtem Sport-Ganbatte-Genre Leben einhaucht und selbst eine extreme Randsportart wie Karuta spannend und mit voller Energie gestaltet. Um ehrlich zu sein würde ich Haikyuu rückblickend noch einmal einen Stern abziehen, weil er im Vergleich zu Chihayafuru wirklich abstinkt. So gut ist dieser Anime.

Aber ich muss zugeben, dass es für mich zunächst schwer war rein zu kommen. Die ersten Episoden mit Chihaya, Taichi und Arata als Kinder haben sich gezogen und irgendwie war mir keines der Kinder so wirklich sympathisch. Chihaya war total überzeichnet und egoistisch, Taichi ein Ar... (und trotzdem immer noch am interessantesten) und Arata... Ich mochte diesen Brillenträger-Emotionsarm-Arrogant-Aussenseiter-Charakter überhaupt nicht. Das hatte zur Folge, dass ich die erste Hälfte der Staffel nur halbherzig verfolgt habe und glaubte, dass der Anime schlecht bis mittelmäßig enden wird. Aber wer durchhält bis zur Hälfte der ersten Staffel oder vielleicht bis zum letzten drittel hinein, der wird mit einem großartigen Ganbatte-Anime belohnt der es weiß zu unterhalten. Und das beste: Die zunächst anfänglichen vielleicht etwas langweiligeren Episoden beginnen mit fortlaufender Folgenanzahl immer wichtiger zu werden. Denn diese Ereignisse sind es, die zunächst die Charaktere antreiben, Sie aber auch vor ungeahnte menschliche Schwierigkeiten stellt und sie nachvollziehbar verändert. Ja, ihr habt richtig gelesen!!! Charakterentwicklung in einem Ganbatte mal richtig gemacht. Nicht dieser "besieg-mich-und-ich-ändere-meinen-Charakter-um-180-grad-Quatsch". Gegen Ende der 3ten Staffel sind unsere Hauptcharaktere deutlich anders als zu Beginn der ersten Staffel.

Allerdings hinkt für meinen Geschmack unsere namensgebende Heldin Chihaya ein wenig hinterher. Dies ist leider aber von den Machern bewusst so gehalten, da Chihaya diesen Airhead-Wesenszug besitzt. Ein Werkzeug das gerne benutzt wird, um Beziehungen etwas unrealistisch zu verzerren und Charakterentwicklung zu entschleunigen. Hier ist es aber nie bis zu dem Punkt, dass es nervig wurde. Dennoch fällt Sie ein wenig ab, da sie zu allem Überfluss im späteren Verlauf auch noch aus den Spielen genommen wurde um alte und neue Charaktere scheinen zu lassen und ich ab der dritten Staffel dann auch tatsächlich eher Interesse an den Spielen der anderen hatte als an ihren. Da haben die Macher einfach zu gute Arbeit bei den Nebencharakteren, Taichi und Arata gemacht und Chihaya bewusst oder unbewusst fast Überflüssig erscheinen lassen, was den Ganbatte-Teil anbelangt.

Trotzdem, ob Sie spielt oder nicht. Sie ist immer Zentrum des Geschehens und wirkt direkt oder indirekt auf so manches Spiel ein. Ob es bei Ihren Freunden ist, oder bei Ihren Gegnern. Und wenn wir schon bei Chihaya sind, so sollte ich auch Arata nennen, der mir anfänglich am wenigsten gefallen hat, aber gegen Ende immer Sympathischer wurde. Er kommt von seinem realitätsfernen verhalten ein wenig weg und erscheint irgendwann tatsächlich etwas menschlicher. Außerdem ist er mutiger als so manch anderer Anime-Charakter. Der beste Charakter allerdings ist für mich immer noch Taichi. Er sieht wie jemand aus, der in jeden Shoujo-Kitschroman hervorragend Platz finden würde und dennoch weist sein Charakter so viel mehr Facetten auf. Er ist derjenige der auf mich den Eindruck machte, als könnte er jederzeit der Antagonist der Serie werden. Jemand der einen ganz feinen Grat zwischen gut und böse wandert und jederzeit überschnappen könnte. Das aber (noch?) nicht tut weil er an seinen alten Freundschaften festhält, diese aber mit der Zeit immer fragiler werden durch das Thema Rivalität. Sowohl im Spiel als auch in der Liebe.

Sehr gut gemachter Anime. Für fünf Sterne hat es dennoch für mich nicht ganz gereicht. Denn egal wie gut Chihayafuru ist, so hat er leider trotzdem einige Anime-Eigenheiten die einen mit den Augen rollen lassen. Komische Zufälle von aufeinandertreffen von Charakteren, Verletzungen oder Krankheit die zu den ungünstigsten Zeitpunkten geschehen und andere Kleinigkeiten, die zwar ein Makel sind, aber im großen und ganzen nicht viel nehmen von der großartigen Unterhaltung die Chihayafuru bietet.
Beitrag wurde zuletzt am 15.09.2020 um 19:19 geändert.
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White Album 2

Avatar: KnSNaru#7
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Klang
  • Romantik/Drama
Vor etwa einer halben Dekade hatte ich den Anime begonnen anzuschauen, jedoch habe ich den Anime nach Abschluss der Episode 8 abgebrochen, womöglich weil die Episoden noch nicht komplett gewesen sind. Jedoch sieht das derweil anders aus.

Ich habe den Anime mit Vergnügen von Episode 1 an erneut angeschaut und bin über das Resultat erstaunt: Der Anime beginnt auf einem Level zwischen 8 und 9 Halbsternen und zieht sich bis zur Hälfte der Staffel etwas schwächelnd dahin, sodass meine jahrelange unvollendete Bewertung bei 8 Halbsternen stehen geblieben ist, trotz der romantischen Dramaturgie von Episode 8.
Mit der Episode 8 nimmt der Anime sukzessive an Fahrt auf und zieht ab Episode 10 seinen Zuschauer in eine melodramatische Romanze hinein, die ich bis dato in kaum gesehen habe und die ich durchaus mit hoher Spannungskurve mitverfolgt habe.

Im Vergleich zum Anime "Fuuka" begeht "White Album 2" nicht den Fehler, sich in seiner Handlung von der Musik und der Band blenden zu lassen. Die Story insistiert geradlinig auf den wesentlichen Aspekt - den der Romanze. Das mag zwar auf Musik-Fans konsternierend wirken, die Anhängerschaft von Anime wie "K-Oo!", jedoch ist es genau das, was ich herzlich begrüße.
Das Genre des Anime ist Romance, anstatt Slice of life - Mit nichts anderem als dem zugedachten Genre hat sich ein Anime zu präsentieren. Den Fehler begehen zu viele Anime, die sich als Romanze ausgeben und das tatsächliche Geschehen auf ihre Nebenhandlungen ausweiten, worunter die Haupthandlung und der geneigte Zuschauer zu leiden beginnen.

Die Charaktere wirken auf mich sympatisch, vom stets gern gesehenen Charmeur, der eigenartig seriös auftritt, bis hin zur lieblichen Kuudere-Yandere-Mischung, ergo sehr abwechslungsreich. Die ungeliebten und stets lästig in Erscheinung tretenden Gender-Tussis aka Tsundee und Himedere sind glücklicherweise nicht mit von der Partie.
- Haruki Kitahara ist so ein Kritikpunkt: Sehr Intelligent, viel zu empathisch und ein verantwortungsbewusster Iinchou, jedoch auffallend an einen Minderwertigkeitskomplex zu leiden scheint, der sich sogar derbe Beleidigungen von einer Kuudere zum Kompliment nimmt. (Es soll Derangierte geben, jene sich daran ergötzen.) So richtig angewidert worden bin ich von ihm durch sein penetrantes und anmaßendes Auftreten. Anstatt die Leute zu ignorieren und sich um seine eigenen Sachen zu kümmern, muss er sie ständig belästigen. Solch ein Typus, dem die Privatsphäre anderer egal ist, ist wie eine lästige Klette - abstoßend. Wer sich solche Charaktere in seiner Story vorstellt...
- Takeya Iizuka überrascht mich positiv: Seine Erscheinung belebt den Anime mit Charme und Reife.
- Io Mizusawa ist ungewöhnlich liebreizend. Zu schade, dass ihre Auftritte in zu wenige sind, dass sie in dem Geturtel reine Geige spielt, nicht einmal wenigstens als die enttäuschte Kinderheitsfreundin.
- Setsuna Ogiso habe ich in allen Maßen ins Herz geschlossen, denn das Mächen ist äußerst liebevoll zu all ihren Mitmenschen und obendrein reizend.
- Chikashi Hayasaka hat zu wenige Auftritte erhalten, um ihn ernsthaft zu beurteilen, dennoch scheint er ein sehr ehrlicher und kordialer Typus zu sein.
- Kazusa Touma ist so ziemlich einer derjenigen Charaktertypen, die mir gänzlich missfallen. Die Tatsache, wie es mit Haruki Kitahara umspringt, ihn demütigt, diffamiert und ihn trotzdem respektiert und behilflich ist, das ist... Ich gebe zu... Anfangs hatte ich für Kazusa Touma das Gefühl von Antipathie gehegt, doch in Laufe der Zeit ist mir immer deutlicher geworden, dass es seine Gefühle für Haruki Kitahara durch eine Form des Autismus unterdrückt. Gemäß dem obligatorischen Mädchen: Das Gegenteil sagen, von dem, was man meine. Tatsächlich... Mit der Zeit habe ich das Mädchen begonnen mehr und mehr zu tolerieren. Das Mädchen hinterfragt sich des Öfteren, was es an Haruki Kitahara zu lieben gelernt hat: Ich hinterfrage mich, wie man einen Menschen akzeptiere, geschweige denn wertschätze, der einen so dermaßen traktiert.

Was mich daran irritiert und echauffiert:
Selten, dass die Position des Klassensprechers von einem Jungen ausgefüllt wird. Aber er zum in die Fresse hauend begriffsstutzig. Letzteres ist auf so ziemlich alle Jungs in den Anime übertragbar: Eine japanische Volkskrankheit des männlichen Geschlechts oder eine indoktrinierte Form der Intoleranz durch das weibliche Geschlecht?
Wenn Jungs mit einer derartigen Insuffizienz romantischer wirken sollen, dann empfehle ich dem Japaner einmal, sich von seiner Insel herunter zu begeben, damit er die Welt mit offenen Augen zu erblicken versteht.
Die Romantik wird nicht dadurch gesteigert, indem das Mädchen über seine Fähigkeiten hinauszuwachsen imstande ist, ungleich ob in der Athletik oder in dem Intellekt und der Junge wie ein dämlicher und dilettanter Trottel dasteht. Animes mit demjenigen irrationalen Klischee gibt es schon zu viele.

Die audiovisuelle Technik gibt kaum einen Anlass zur Kritik: Die Animation gefällt, die Farben und der Detailreichtum sind prägnant, die Charakter-Zeichnung ist anmutend, obgleich die Schulter-Partien der Charaktere etwas zu sehr an einer 8-Bit-Grafik erinnert.
Der Ton gibt sich keine große Blöße: Der Klang ist ist sehr dynamisch, die Differenz von leisen, normalen und lauten Tönen ist sehr groß, sie reicht von sehr leise bis sehr laut, er ist ausreichend transparent, sehr nuanciert, insbesondere die Instrumente ertönen getreu, vielleicht sogar noch plastischer als in "Shigatsu wa Kimi no Uso", dennoch etwas zu wenig substantiiert und in der Spatialität viel zu sehr auf rechtsseitig bestimmend.

Im Raum steht die Frage: "Happy End?" Durchaus.
Kazusa Touma hat den für sie besseren Weg gewählt, zugunsten der Verwirklichung ihres für sie vorbestimmten Schicksals und damit für Setsuna Ogiso den Weg freigeräumt, den für sie vorbestimmten Platz im Herzen Haruki Kitahara'.
Es mag von meinerseits pietätlos daherklingen, doch ich habe von Anbeginn auf keine andere gehofft als Setsuna Ogiso, die mit dem Ausgang des Anime nun auf ewig an Haruki Kitahara' Seite verweilen darf.

Persönliches Resümee: Ein Liebesdrama, das zum Schluss hin mit einer kaum gekannten Dramaturgie aufwartet und letztendlich wie ein Happy End zu erachten ist.
Aufgrund seiner melodramatischen Liebesgeschichte verdient sich der Anime "White Album 2" einen Platz an der Sonne: 10/10 Halbsterne
Beitrag wurde zuletzt am 14.09.2020 um 10:32 geändert.
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Kimi no Koe o Todoketai

Avatar: ChimoAri#8
"Wörter besitzen eine Kraft."

Ein Satz, welcher in diesem Film öfters vorkommt. Auch wenn der Wortlaut etwas anders ist.
Doch was ist mit diesem Satz gemeint?

Dieser Frage wird im Anime nachgegangen. Es ist ein Satz, der weit aus mehr Bedeutung hat, als es Anschein hat.
Doch dazu später mehr.

Kommen wir erst mal zur Handlung.
Die Oberschülerin Nagisa, welche in einer Küstenstadt wohnt, findet eines Tages eine verlassene Radio-Sendestation und versucht sich dort als DJ. Wobei ich eher Moderatorin sagen würde.
Jedenfalls erreicht sie mit ihrer Stimme eine bestimmte Person: Ein Mädchen.
Dieses Mädchen wird im Laufe der Handlung sehr wichtig.
Soweit erst mal genug von der Handlung.

Die Charaktere, vor allem diese für die Handlung wichtig sind, besitzen glaubhafte Persönlichkeiten und Hintergrund Geschichten. Auch wenn manche besser hervor stechen als andere kommen sie als Gruppe gut rüber.
Natürlich haben sie Schwächen und Stärken. Aber die Schwächen fördern die Stärken. So kam es mir jedenfalls so rüber.

Die Animation hat mich anfangs etwas irritiert. Ich dachte nämlich, dass die Charaktere keine Nasen besitzen.
Nach einiger Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt.
Abgesehen davon ist die Animation gut gelungen und hat mich manchmal überrascht.
Der Animationsstil kam mir relativ unbekannt vor und da wusste ich nicht wie alles so aussieht.
Allerdings kann ich mit Zuversicht sagen, dass mich die Animation keineswegs enttäuscht hat.

Die Musik ist neben der Handlung das Highlight wie ich finde. Die Hintergrundmusik ist angenehm und hat sich an die gegebene Situation angepasst. Doch das Sahnehäubchen ist die, sagen wir mal besondere Musik dazu.
Aber auch die Musikstücke an sich. Vom Text her. Alle haben exakt zu der gezeigten Situation gepasst und vermittelten ein Gefühl zum nachdenken. Denn sie hatten meist mit dem Thema der Handlung zu tun.

Und wenn die Musik bzw. Musiktexte zur Handlung passen oder umgekehrt ist das, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen. Da wurde mir bewusst, dass man bei den Musiktexte darauf geachtet hat, dass sie zur Handlung passen. Und das ist schon ein großer Pluspunkt für mich.

Doch der eigentliche Pluspunkt des Filmes ist die Bedeutung der Handlung.

"Wörter besitzen eine Kraft." Ein Satz, der weit aus mehr Bedeutung hat als es den Anschein hat.
Und diese Bedeutung hat mich zum nachdenken gebracht.

Doch zunächst mal etwas zum Verständnis:
Wörter besitzen durchaus Kräfte. Damit sind aber nicht die Bedeutung der Wörter oder die Tonlage gemeint.
Sondern was die Wörter in einem auslösen. Oder anders ausgedrückt: Was für Gefühle sie auslösen und wie sie gemeint sind.

Im Anime existieren so genannte Kotodama(Wortgeister oder Wortseele). Quasi ein Geist, der immer dann entsteht, wenn etwas bestimmtes laut gesagt wird.
Das bestimmte muss man sich entweder wünschen oder daran glauben. Also mit einem Gefühl verbunden.
Diese Geister schweben oder fliegen dann wo anders hin, je nachdem was man gesagt hat.
Wichtig zu wissen ist, dass es positive und negative Geister gibt. Die positiven könnte man als Wünsche oder auch Wunder bezeichnen. Wünsche, welche erfüllt werden, wenn man nur fest daran glaubt.
Die negativen sind eher so etwas wie Karma.
Wünscht man sich etwas schlechtes für eine andere Person kommt der entstandene Kotodama zurück und der Erschaffer erhält die Strafe. So kann man es jedenfalls beschreiben.

Diese Thematik wird im Anime gelungen rüber gebracht und hat mir die Augen geöffnet.
Wenn man nur stark genug an etwas glaubt kann es Realität werden. Und Negatives kommt meistens zurück.

Definitiv ein Anime, welcher leicht unterschätzt werden kann, denke ich.
Selbst ich dachte, dass sich um einen seichten Anime handelt, den man so nebenbei schauen kann.
Doch ich wurde getäuscht. Und dann sogar noch belehrt.
Man muss sich nur damit auseinander setzen und über den Tellerrand schauen.
Dann erlebt man besondere Dinge.
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Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online

Avatar: Anh#9
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  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Gesamt
Gun Gale online. Als ich davon zum ersten Mal hörte, dachte ich, dass dies eine schlechte Serie sei, weil die Produzenten nur Geld aus dem Titel SAO machen wollten. Die relativ guten Bewertungen haben mich aber dazu bewegt es doch zumindest zu versuchen. Und ich möchte im Vorfeld sagen, ich habe es nicht bereut.

Diese Serie hat mich positiv überrascht. Die Protagonistin im Spiel ist süß dargestellt und man sieht viele verschiedene Waffen. Als Action-Spieler und lieberhaber von süßen Sachen ein klares "YES!".

Spoiler Anfang: Gerade am Anfang als man im vollen pinken Anzug mitten im Wald steht, hat es mich überrascht, dass die Figuren darauf eingingen und zumindest versucht haben, weniger auffallend zu sein. Das erlebt man nicht oft. Spoiler Ende.

Die besondere Stärke dieses Animes ist eindeutig die Action. Animationen sind smooth und die Gegner werden auf vielfätige Art besiegt. Die Kämpfe sind stets spannend. Oder sollte ich sagen, "wie man es von SAO erwartet"? Die größte Schwäche wären wohl die Charaktere, diese sind für mich relativ schwach dargestellt.

In Bezug auf Handlung bin ich zwiegespalten, ob ein Deathgame gut oder schlecht für GGO ist. Einerseits macht das SAO aus, es geht immer um Tod - ein Markenzeichen sozusagen. Auf der anderen Seite habe ich es genossen, das es einfach nur um Spaß geht. Das müsste jeder für sich entscheiden. Aber eine Prise Romance ist immer ganz nett. Animes void of romance fehlt immer das gewisse etwas.

Auch gefällt mir die Referenzen zu SAO. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass der Anime auch ohne SAO also als Standalone gut unterhalten kann. Aber es ist gerade der Link zu SAO das GGO so gut macht. Mein Wohlwollen gegenüber SAO färbt auf GGO ab und das will ich auch nicht abstreiten. So ist der Mensch.

Ich gebe dem Anime eine klare Empfehlung. Es unterhält und das ist das Ziel eines Animes.
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Go-Toubun no Hanayome

Avatar: KnSNaru#10
  • Handlung
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  • Gefühl
Vorwort zur Story:
Ich will die Ereignisse dieser 1. Staffel nicht zu vertieft aufgreifen, weil sie vor Langatmigkeit keinen Halt machen und die abschließende Handlung noch bevorstehe - in der zukünftigen Staffel #2, die ich kaum erwarten kann.

Gewiss ist, dass der Weg in Fuutarou Uesugis Herzen noch weit ist. So stagnierend erscheint es jedenfalls, über viele Episoden hinweg. Ab der Mitte des Anime wird eine schicksalhafte Begegnung gelüftet und die letzten beiden Episoden dieser 1. Staffel geben der Handlung jedoch einen entscheidenden Anstoß, der sie auf Anfang des Anime zurückführt.

Genau darin sehe ich ein Kriterium, das man allgemein als ein Spoiler auslegen muss, der keinesfalls erwünscht ist. Bereits zu Beginn der Episode #1 erfährt der Zuschauer, welche der fünf Mädchen die Zukünftige des Fuutarou Uesugi sein wird und inwieweit die Beziehung führe - bis zum Traualtar.

Der Zuschauer erfährt also schon von Anbeginn, dass es Itsuki Nakano sein wird. Und offen gestanden - sie ist meine persönliche Wunschkandidatin. Doch sind wir mal ehrlich: Das erste Mädchen, welches dem männlichen Protagonisten begegnet, ist die Auserwählte. Das ist keine Floskel, sondern eine Tatsache, die einen jeden mir erdenklichen Romance-Anime in seiner Handlungsweise verbindet.

Wie eingangs schon angedeutet, so begegnet der männliche Protagonist Fuutarou Uesugi seiner ersten Liebe wieder - über jenes Schicksalstreffen in lediglich der Zuschauer eingeweiht wird. Bis es auch die besagten Akteure in dem Anime realisieren werden, müssen wir Zuschauer uns auf die 2. Staffel gedulden.


Spezifische Charaktermerkmale:
Was gibt es grundlegend zu den Charakteren zu sagen? Ich muss zugeben, dass in währenddessen ich diesen Anime angeschaut habe, sich meine Gefühlswelt sich wie ein Zauberwürfel gedreht hat.

- Mit der Tsundere Nino Nakano kann ich keinesfalls partizipieren. Sie ist durchweg ein abscheulicher Charakter, bei dem ich mich des Öfteren gefragt habe, wann endlich Fuutarou Uesugi ausflippe, im all die Gemeinheiten, welche von ihr an ihn ausgehen, er an sie in gleichermaßen zurückzahle.

- Itsuki Nakano, ihr wisst schon wer, verhält sich von Anbeginn bis zum Ende hin am untypischsten. Einerseits verhält sie sich wie eine ignorante Zicke und andererseits offenbart sie eine liebliche Seite, mit der sie Fuutarou Uesugi gelegentlich aus der Patsche verhilft, die insbesondere zum Schluss hin dieser Staffel sich als eine ernsthafte Zuneigung zu ihm erweist.

- Ichika Nakano fällt besonders aus der Reihe, weil sie an Lieblichkeit, Charme und Reifestatus keineswegs dem obligatorischen Stereotypen entspricht. Einen solchen raren Charaktertypen habe ich in zuletzt aus Love Hina in Erinnerung behalten (Mitsune Konno). Sie entwickelt für Fuutarou Uesugi eine starke Form der Geborgenheit, hält sich jedoch gegenüber ihrer Schwester Miku Nakano zurück.
Miku Nakano empfindet für Fuutarou Uesugi schon Beginn des Anime an eine so starke Zuneigung, dass man meine, die Uhr ticke zu ihrem Gunsten. (Wenn denn der Anime nicht jenes Kriterium besäße, womit er geradezu spoilere.)

- Yotsuba Nakano entspricht dem typischen Stereotyp, den man in derart in einem jeden Anime antreffe: Klein, athletisch, hyperaktiv, der Handlung nur ein Nebencharakter und so weiter.

- Fuutarou Uesugi ist ein untypischer Charakter: Stets besonnen und offenbar ein Genie, dass sich scheinbar für keines der fünf Mädchen über seinen Auftrag als Privatlehrer hinaus in kaum mehr zu interessieren scheint, als die Kohle, welche er durch sie scheffelt, um den Schuldenberg seiner Familie zu begleichen. Im Grunde genommen verehre ich diesen standhaften Typus, wenn er denn wenigstens nur ein einziges Mal der Nino Nakano über sein Maul aufreiße. Eine Romanze geht von ihm keinesfalls aus: Vielmehr macht er sich zur Devise, sich von ihr nicht blenden lassen zu wollen. Tatsächlich ist die letzte Episode dieser Staffel ein ausschlaggebender Faktor, der verdeutlicht, dass er zu Itsuki Nakano intendiere. Explizit verrate ich kein Detail.


Technik:
Die Animation ist gehobener Standard, zwar starr und nicht besonders belebt im Umfeld der Beteiligten, dennoch ausreichend detailliert und kontrastreich, wenngleich die Farbnuance ein wenig weniger hätte sein können und dafür mehr Tiefenschärfe geboten würde. Der Klang (Urteil an Lossless-Audio bemessen) ist durchweg prägnant mit so mancher Effekthascherei, bei der ein Tweeter hin und wieder seine Fähigkeit auszuspielen imstande ist. Insgesamt ist der Ton transparent und nuanciert. Besonders die Stimmlage des Fuutarou Uesugi erfreut hin und wieder mit einer hohen Substanz, die sich kräftig und dynamisch bis tief in die Mitte des Raumes hervorhebt. So viel Substanz in einer Sprachausgabe ist außergewöhnlich für einen Filmton und bedarf daher von mir einer gesonderten Beachtung.


Fazit:
Hinter sehr viel Gehässigkeit und Intoleranz seitens einiger der Mädchen verbirgt sich auch so einiges an Empathie und Liebe derer zu ihren Mitmenschen. Der Anime baut darauf aus, die Emotionen zwischen den Beteiligten allmählich zu steigern. Feinfühligkeit erfährt der Zuschauer erst gen Ende hin, dennoch bleibt das Gefühlschaos aufrechterhalten. Der Romantik-Fan wird daher nicht zu kurz kommen: Er darf sich vielmehr daran ergötzen, dass die Charaktere sich langsam entwickeln und annähern, den Spannungsbogen hochhalten, sodass eine durchweg ernsthafte Beziehung der fünf Mädchen zu dem männlichen Protagonisten aufgebaut wird. Diese langatmige Entwicklung kommt der Story zugute, sodass ich bisher nicht den Eindruck vermittelt bekommen habe, in den 12 Episoden seien Filler notwendig, jene den Handlungsverlauf abdecken müssen. Großartig und eigentlich habe ich mir so etwas schon lange gewünscht.

Ich sage es aus freien Stücken heraus: Dieser RomCom, der im Wesentlichen nicht mit Comedy strotzt oder meine, dass er mit übermäßig vielen Etchi-Elementen und anderen belanglosen Nonsens für den Fun-Factor sorgen müsse, weil die Story stets im Blick behalten bleibt, gefällt mir bisher am besten von allen seines Genre überhaupt.
Beitrag wurde zuletzt am 11.09.2020 um 06:36 geändert.
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Little Nemo

Avatar: Slaughtertrip
Redakteur
#11
Die Geschichte des kleinen Nemo basiert auf einer Comicreihe von Winsor McCay. Zu Beginn der Produktionsphase hatte der Film ein paar Startschwierigkeiten. Viele Leute waren involviert – unter anderem Hayao Miyazaki, George Lucas und mehrere Angestellte, welche an weiteren Projekten beteiligt waren –, doch alle stiegen früher oder später aus. Ein wahrer Albtraum für Nemo, noch bevor dieser seine Reise ins Land der Träume antreten konnte. Letztendlich merkt man als Zuseher nichts von den Komplikationen hinter den Kulissen. – Ein abenteuerreicher Kinderfilm konnte somit über die Bühne gehen.

Von Start weg hält sich der Film nicht mit einer für Kinder vielleicht etwas langatmigen Einleitung auf, und der Hauptcharakter düst mit seinem Bett durch die Straßen von New York. Nachdem sich das alles als ein Traum herausgestellt hatte, tritt der Film vom Gaspedal des fliegenden Bettes und gibt einen kleinen, oberflächlichen Einblick in Nemos Familienverhältnisse. Sein ständiger Begleiter in Form eines Gleithörnchens wird vorgestellt, und man erkennt, dass Trickfilme bereits vor über 30 Jahren mit süßen oder ulkigen Maskottchen aufgewartet haben, noch bevor es Olaf aus »Die Eiskönigin – Völlig unverfroren«, Scrat aus »Ice Age« oder die Minions aus »Ich – Einfach unverbesserlich« gab.
So schnell der Film gestartet ist, so schnell wird die übrige Haupthandlung vorangetrieben. Wie aus dem Nichts wird Nemo von König Morpheus – dem Herrscher des Schlummerlandes – ausgewählt, sein Thronfolger zu werden (und zudem der Spielkamerad seiner Tochter Camille – keine Ahnung, welche der beiden Aufgaben eine höhere Priorität für den König besitzt). Eine wunderschöne, aufregende Reise und eine verantwortungsvolle Führungsrolle steht dem Knirps bevor. – Doch was verbirgt sich hinter jener verschlossenen Tür, deren Öffnung strengstens verboten ist?
Das Albtraumland inklusive hässlicher Kobolde und dem mysteriösen Albtraumkönig. In gewisser Weise werde ich hier an »Der Traumstein« erinnert. Vielleicht sorgt der Albtraumkönig bei den Kindern für genauso schlimme Albträume wie Zordrak bei mir damals.

Der Film besitzt zwar einige Logiklücken, jedoch werden diese dem jungen Publikum keineswegs stören. Schon alleine die Prämisse ist an den Haaren herbeigezogen. Und statt das drohende Chaos langsam und sinnvoll entwickeln zu lassen, nimmt man hier den Holzhammer in die Hand und lässt die Charaktere törichte Entscheidungen treffen, welche ebenjenes Chaos schnell und ohne Umwege herbeiführen. Ebenfalls nicht logisch (zumindest wenn man wie ich die Hintergründe nicht kennt), aber durchaus eine interessante Besonderheit: In der deutschen Fassung wurde König Morpheus von zwei Synchronsprechern vertont. Verlieh ihm Alexander Herzog in der ersten Szene seine Stimme, übernahm Edgar Ott danach das Mikrofon.

Während Nemo eigentlich nur ein ganz normaler Junge ohne besonderen Wiedererkennungswert ist, sind es eher die Nebencharaktere, die den Film zu einem rasanten Abenteuer machen. Allen voran ist der Unruhestifter Flip wohl derjenige, der Nemo sein Recht auf den Thron – nicht den des Königs des Schlummerlandes, sondern den des Hauptcharakters – streitig machen möchte. Der König selbst ist ebenfalls ein ziemlicher Kindskopf und scheint ausgelassener zu sein als seine Tochter. Diese wirkte bei ihrem Erstauftritt weitaus ernster als ihr Vater, hatte jedoch ihren Spaß daran, ihre Neckereien mit Nemo zu treiben. Ein Highlight wären noch die Kobolde Oompa, Oompe, Oompo und Oompy, welche eine sonderliche Fähigkeit besitzen.
Ihre Körper sind wie Knetmasse, und so verschmelzen sie zu einem Baum. Wunderschön.

Reisen in Fantasieländer eignen sich immer hervorragend dafür, dem Zuseher kreative, Naturgesetze aushebelnde Welten zu präsentieren. In dieser Hinsicht lässt der Film nicht viel zu wünschen übrig. Ginge es nach mir, hätte der Film sogar noch etwas länger sein und mehr Facetten des Schlummerlandes zeigen dürfen.
Was den visuellen Aspekt betrifft, ist der wahre Star die Animation selbst. Hier herrscht immer Bewegung. Es vergeht kaum eine Zehntelsekunde, in welcher die Charaktere nicht ihre Mimik ändern oder im Begriff sind, eine neue Körperhaltung einzunehmen. In Kombination mit den fantasievoll gestalteten Traumländern bekommt man hier einen feinen Augenschmaus serviert.

Die Ohren werden ebenfalls in Entzücken versetzt. Ein Orchester untermalt die Szenen, welche – möchte man sich der wunderschönen Kulisse hingeben – schwelgerisch schöne Momente erschaffen oder an anderen Stellen der Dramaturgie den nötigen Bombast verleihen. Es wird gesungen und getanzt – der Film ist an manchen Stellen eine einzige Feier. Lieder, welche man als Kind in so manchen Klassikern gehört und noch heute so fest in den Gehirnwindungen sitzen wie Ohrwürmer, welche sich partout gegen einen Auszug wehren, findet man hier leider eher weniger.

Auch wenn der Film keinen Klassikerstatus besitzt und weit davon entfernt ist, perfekt zu sein (aus kommerzieller Sicht war dieser an den Kinokassen sogar ein Flop), würde er zwischen einer Sammlung alter Disney-Filme nicht fehl am Platz wirken.
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Shingeki no Kyojin Season 3 (2019)

Avatar: Acuros
V.I.P.
#12
Rezensionen zu Staffel 1, Staffel 2 und Staffel 3.1
Diese Staffel bezeichne ich mit "3.2" und verzichte so gut wie möglich auf Spoiler zu vorherigen, doch ein paar vage Andeutungen lassen sich mittlerweile nicht mehr vermeiden. Kenntnis der verlinkten Rezensionen oder der Staffeln sind nicht zwingend, aber von Vorteil.

Staffel 3.1 klang regelrecht harmonisch aus und zeigte in einer schön gemachten Szene den Aufbruch zahlreicher Kundschafter, inklusive Levi-Trupp, den Aufbruch zur Mauer Maria. Nach einen halben Jahr Wartezeit erlebt man nun endlich, wie die Menschheit versucht, sich das wiederzuholen, was ihnen vor über 5 Jahren genommen wurde.
Der erste Abschnitt von Staffel 3.2 vermittelt einem zunehmend das Gefühl, als ginge es um alles. Die Niederlage der Menschen hätte viele effektiv bedeutungslose Tote und den potientiellen Verlust von Eren zur Folge, weswegen mittel- bzw. langfristig die ganze Menschheit hinter den Mauern erledigt wäre. Die titanischen Gegner haben auch einiges zu verlieren, denn durch den Kundschafteransturm bietet sich ihnen eine Gelegenheit zum Erreichen ihres Ziels, die so schnell nicht wiederkommt. Es ist also kein Wunder, dass die Emotionen auch immer weiter hochkochen – selbst beim verhältnismäßig ruhigen Beginn merkt man bereits deutlich die Anspannung.

Schon in der ersten Folge fängt die aus den ersten zwei Staffeln bekannte Mixtur aus Kämpfen, Blut und Spannung an, der Abschnitt fühlt sich aber mehr wie ein Bosskampf an, genauer gesagt wie drei. Da diese parallel ablaufen, abwechselnd gezeigt werden und es auch etliche innere Monologe und Strategie offenbarende Dialoge gibt, fühlt man sich hier fast wie bei einem Fighting-Shounen. Na ja, jedenfalls teilweise, denn mit fortschreitender Dauer greift immer mehr das Entsetzen um sich – zugegebenermaßen auch bei mir.
Attack on Titan war auf visueller Ebene ja nie subtil inszeniert, aber hier hat man es bei zwei Szenen leider übertrieben. Der entscheidende Kampf von Levi kann hinsichtlich der inneren physikalischen Logik nicht funktionieren, ebenso wenig wie die Angriffe seines Gegners zuvor, die viel mehr Schaden anrichten, als massemäßig möglich ist – der Unterschied ist leider allzu offensichtlich. Bei humorvollen oder magiedurchdrungenen Animes mag das akzeptabel sein, hier aber nicht. Schade eigentlich – ein wenig Zurückhaltung hätte die Dramatik kaum reduziert. Allgemein ist das Animationsniveau so solide wie zuvor, nur leider wurden die teils wahnwitzigen "Kamerafahrten" aus den vorherigen Staffeln ziemlich reduziert.

Die Staffel verlangt dem Zuschauer emotional schon während der Kämpfe mehr ab als je zuvor, aber der eigentliche Höhepunkt sind deren Konsequenzen. Denen wird eine gesamte Episode gewidmet, die für mich nicht nur bislang beste der ganze Serie ist, sondern überhaupt einer der besten, die ich je im Animebereich gesehen habe. Im Laufe der Episode entwickelt sich ein Dilemma, das ein Großteil der Beteiligten emotional schon fast aus der Bahn wirft – höchstwahrscheinlich auch die Zuschauer, die einigermaßen was für die Figuren übrig haben. Besonders beeindruckend sind zwei Facetten der Inszenierung: Einerseits liefern die Synchronsprecher eine außergewöhnliche Arbeit ab, insbesondere der ohnehin passende Sprecher von Eren, andererseits gibt es bis auf die letzten zwei Minuten praktisch keine Hintergrundmusik (die paar Sekunden Ambientgedudel hätte es gar nicht gebraucht). Aus meiner Sicht ist das die beste Entscheidung, die man für diese Episode treffen konnte. Ich habe mittlerweile viele Szenen erlebt, die für Augen- und teilweise auch Brustdruck sorgen, doch hier erstreckt sich das über fast zehn Minuten. Zuschauer, die nah am Wasser gebaut sind, sollten also vorsichtshalber mit Taschentuch anrücken.

Der zweite Handlungsabschnitt schlägt stimmungsmäßig in eine andere Kerbe: Relativ ruhig, teils schwermütig, Kämpfe rücken fast vollständig in den Hintergrund. Es wird nicht nur die Hintergrundgeschichte von Grisha Yeager behandelt, man erfährt auch viele Details zur Welt an sich, wodurch etliche Ereignisse und vermeintliche Fakten in einem teilweise ganz anderen Licht erscheinen. Daher empfehle ich, sofern es einem bei der im Absatz darüber genannten Folge ähnlich erging, danach ein wenig zu pausieren – vielleicht für ein paar Stündchen oder bis zum Folgetag. Denn zumindest ich konnte die anschließenden Folgen gar nicht richtig würdigen. Bei einem weiteren Anschauen stellte ich fest, dass mir ein paar Details wirklich entgangen waren.

Für Beleuchtung der Figuren bleibt daher nicht viel Zeit – es sind vor allen Armin und Erwin Smith sowie zwei der drei Antagonisten, die hier in Szene gesetzt werden. Das heißt nicht, dass die restlichen Charakter bedeutungslos wären. Aber wenn man bedenkt, dass Mikasa eine der drei Hauptfiguren ist, doch mittlerweile neben Eren und Armin auch so manche andere Figur mehr Hintergrund und Entwicklung spendiert bekommen hat, fragt man sich, warum sie noch als solche geführt wird. Wer weiß, vielleicht ändert sich in den verbleibenden Episoden ja noch etwas daran.

Fazit:
Heftiger und emotionaler als je zuvor, aber auch sehr aufschlussreich – wer dank der Drastik der ersten Folgen nicht vor den Kopf gestoßen wird und die zwei genannten Patzer verzeihen kann, hat hier womöglich die bisher beste Staffel vor sich.
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Shingeki no Kyojin Season 3

Avatar: Acuros
V.I.P.
#13
Rezensionen zu Staffel 1 und Staffel 2
Ereignisse der vorherigen Staffeln werden nicht gespoilert.

Im Gegensatz zur ersten und zweiten Staffel richtet sich der Fokus dieses Mal verstärkt auf interne Machtkämpfe und Charakterkonflikte, weswegen der klassische Kampf gegen die Titanen bis auf eine Ausnahme keine Rolle spielt.
Stattdessen gibt es aber Mensch-gegen-Mensch-Kämpfe, die auch nicht zimperlich daherkommen und vor allem in der Frühphase nicht nur gut animiert sind, sondern vor allem mit ihrer Inszenierung überzeugen. Ich sprach in meiner Staffel-1-Rezension ja schon von dynamischen "Kamerafahrten". Die kommen auch hier wieder zum Einsatz, aber teilweise noch beeindruckender.

Nicht nur, dass die Heldengruppe am Anfang von der inneren Polizei verfolgt wird, so muss sie sich nach kurzer Zeit auch mit der Entführung und einer damit einhergehenden Rettungsmission herumschlagen. Parallel dazu wird auch Erwin Smith in den Vordergrund gerückt. Im Gegensatz zu vorherigen Staffeln wird er ein gutes Stück interessanter, nicht zuletzt dank seiner Hintergrundgeschichte.
Die zuvor genannten Kämpfe bringen mit Kenny auch ein relevante Figur und gleichzeitig Gegner neu ins Spiel. Er ist ein zwiespältiger Charakter und sicher kein Sympathieträger, aber sein verschrobenes Charisma und seine Motivation in diesem Szenario machen ihn in dieser Staffel zum vielleicht interessantesten Nebencharakter. Es wird nicht übrigens nur seine Hintergrundgeschichte gezeigt, sondern auch endlich in die von Levi.

Der erste Abschnitt springt gern von einem Handlungsplatz zum nächsten und verlangt eine gewisse Grundaufmerksamkeit, belohnt den Zuschauer aber schon hier mit etlichen Hintergrundinformationen. Das Ganze mündet in einem vorübergehenden Höhepunkt, der nicht nur sehr unterhaltsam ist, sondern für die gesamte Menschheit hinter den Mauern auch einschneidende Veränderungen mit sich bringen wird.
Dafür bleibt aber keine Zeit, weil man als Zuschauer nun einen Konflikt in kleinerem, aber keineswegs weniger bedeutendem Rahmen verfolgt. Der zweite Abschnitt schließt sich nahezu nahtlos an und beantwortet weitere der etlichen Fragen, die sich dem Publikum schon eine Weile gestellt haben, z. B. der Ursprung von Erens Kräften oder das mysteriöse Auftauchen des Kellerschlüssel zu Beginn der ersten Staffel. Das ist längst nicht alles, aber ich will es dabei belassen, dass der Abschnitt insgesamt recht fesselnd ist und so einiges auf den Kopf stellt.

Da in dieser Staffel viel passiert, ist die Präsenzzeit von vielen Figuren mitunter spürbar reduziert. Das macht sich besonders bei Armin und Mikasa bemerkbar, die man diesmal schon als Nebenfiguren bezeichnen muss, während Levi und Kenny eher wie Hauptcharakter wirken. Mit Abstrichen auch Erwin und Krista, die in beiden Abschnitten so einiges an Hintergrund und auch Entwicklung spendiert bekommt, aber trotzdem seltsam putzig bleibt – ich schwanke immer noch ein bisschen zwischen leichter Irritation und Sympathie.
Der einzige Titanenkampf dieser Staffel ist zwar keineswegs undramatisch oder langweilig, aber nicht so intensiv wie Kämpfe der vorherigen Teile. Das ist gut so, weil er sich damit passend in den dezenteren Erzählstil einfügt und gewissermaßen Symbolwirkung hat. Episch ist er natürlich trotzdem. Die Handlung selbst klingt ziemlich ruhig aus, was allerdings daran liegt, dass die dritte Staffel geteilt wurde. Die letzten Szenen dienen als Vorbereitung auf die hochdramatischen Ereignisse (so viel sei verraten) der zweiten Staffelhälfte, bieten aber einen zunächst versöhnlichen Abschluss.
Und natürlich konnte man sich die sozusagen obligatorische Cliffhanger-Szene erneut nicht verkneifen, die man obskurerweise mitten ins Abspannlied eingefügt hat. Das gefällt mir nebenbei relativ gut und zwingt mir die Frage auf, ob es nicht das bessere Titellied gewesen wäre. Das eigentliche ist mit seinem leicht kitschigen J-Pop-Geklimper selbst für diese Staffel zu unaufgeregt.

Fazit:
Dank dem Fokuswechsel weg vom direkten Titanenkonflikt hin zu Politik und Charakterbetrachtung ist die Staffel eine erfrischende Abwechslung und beweist, dass Attack on Titan mehr kann als blutiges Gemetzel. Für mich bislang der beste Teil der Serie, wenn auch knapp.
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Shingeki no Kyojin Season 2

Avatar: Acuros
V.I.P.
#14
Rezension zu Staffel 1
Ereignisse der vorherigen Staffel werden nicht gespoilert.

Die erste Staffel endete mit einem durchaus fiesen Cliffhanger, der in den dreieinhalb Jahren Pause bestimmt für so manche Diskussion gesorgt hat. Staffel 2 setzt da nahtlos an und zeigt dem Zuschauer gegen Ende der erste Folge auch gleich, dass hinsichtlich Grausamkeit und Drastik die Schrauben nochmals angezogen werden.

Bei den technischen Seiten kann ich meine Ausführungen eigentlich wiederholen oder würde es zumindest gern, muss aber eingestehen, dass sich entweder schon die Vorlage oder aber die Umsetzung es nicht verkneifen konnte, so manches Ableben noch grausamer zu inszenieren. Phasenweise ist die Menge an Blut im Allgemeinen und Blutfontänen im Besonderen höher als in den ersten 25 Folgen. Man wird auch in der Summe mehr dramatische Musik hören, allerdings ist das für manche Szenen durchaus ein Pluspunkt.
Ein paar Mal wirkt so manche Mimik ein wenig extremer als zuvor, aber trotzdem: Das z. B. skurrile Level eines Higurashi no naku koro ni erreicht man hier nicht, stattdessen passt es eigentlich immer zum Geschehen. Bei den Animation sind mir diesmal jedoch mehr Standbilder und Speedlines aufgefallen als zuvor. Alles kein Beinbruch, aber die erste Staffel war da etwas besser.

Hofft man nach den ersten Minuten auf weitere Antworten, so täuscht man sich, weil gar keine Zeit dafür bleibt. Während unsere drei Protagonisten gerade im Inneren verweilen, befinden sich ein guter Teil der bekannten Nebenfiguren, u. a. Conny, Sasha, Krista und Ymir, außerhalb der Mauerstädte, als sich aus dem Süden mehrere Titanen nähern. Die Lage spitzt sich natürlich zu, weil die Annahme naheliegt, eine Mauer sei durchbrochen und der Verlust von so viel Gebiet eine Katastrophe wäre. Der erste Abschnitt widmet sich diesem mysteriösem Auftauchen, aber Attack on Titan wäre eben nicht Attack on Titan, wenn die Kacke nach nur kürzester Zeit nicht schon wieder mächtig am Dampfen wäre und dem Zuschauer auch noch so manche Enthüllung vor den Latz knallt. Einige Nebenfiguren, die in der ersten Staffel noch unauffällig blieben, bekommen in diesem Abschnitt endlich ein bisschen Raum zur Entfaltung.
Wenn man nach dem überstandenem Konflikt glaubt, dass mal ein wenig Ruhe (und daher Erholung für den Zuschauer) einkehrt, so irrt man sich gewaltig. Eine urplötzliche Enthüllung, die ohne jegliche Ankündigung kommt, resultiert in einer grandiosen und emotionalen Szene – bis dahin das Highlight des gesamten Animes, auch deswegen, weil die Musikuntermalung kaum passender sein könnte. Deren Konsequenzen bilden den zweiten Teil dieser Staffel. Das Finale ist zwar einerseits wirklich fulminant und mitreißend, aber leider sieht man hier so manche Brutalität, wo ich mir nicht mehr sicher war, ob das schon Verherrlichung ist. Dafür gibt's aber auch eine schöne und (dank der Inszenierung) fast schon bizarre Szene zwischen Eren und Mikasa, wozu auch beide Synchronsprecher erheblich beitragen.

Die drei Hauptcharakter ändern sich nicht grundsätzlich, aber man merkt schon, dass die Ereignisse auf ihnen lasten: Eren's innerer Konflikt wird intensiver und Mikasa kommt hier besser zu Geltung, weil sie an manchen Stellen mehr Emotionen zeigt als zuvor. Selbst Armin lässt sich später zu einer Handlung hinreißen, die ich so nicht erwartet hatte.
Wie oben erwähnt, bekommt so manche Nebenfigur Hintergrund und damit Tiefe spendiert, was vor allem Conny und Sasha gut tut. Ymir's Hintergrund ist zwar schon interessant, aber charakterlich ist sie nur bedingt überzeugend. Unter anderem deswegen sind auch ein paar Abschnitte später sowie der Rückblick mit Krista ein bisschen langatmig.

Fazit:
Die zweite Staffel war für mich insgesamt ein wenig schwächer, auch weil sie die Extreme nochmal ein bisschen ausloten wollte. Zuschauer der ersten Staffel werden wohl auch diese überstehen und dürfen sich neben diversen Enthüllungen vor allem auf ein paar wirklich mitreißende Szenen freuen.
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Shingeki no Kyojin

Avatar: Acuros
V.I.P.
#15
Hypes – sobald es nur ansatzweise danach riecht, mache ich auf der Stelle einen Bogen ums Thema.
Aufgrund von Abstinenz kam ich eh drei Jahre zu spät, aber dann hat's nochmal fast vier gedauert, bevor ich mich überhaupt rantraute. Eigentlich zum Glück, denn bei einer zunehmend abgegrasten Toplist ist es natürlich günstig, wenn man sich versehentlich eine Serie aufhebt, die einem dann sehr gefällt.

Attack on Titan ist ein erbarmungsloser Anime. Es geht nicht die ganze Zeit heiß her, aber wenn, dann wird mit Brutalität, Grauen, Toten und insbesondere Blut nicht gerade gegeizt. Schon auf visueller und akustischer Seite sorgt man dafür, dass sowohl Action als auch Drama großgeschrieben werden. Der Soundtrack hat mir gut gefallen, insbesondere, weil er gut zur jeweiligen Situation passt. Spitzt sich die Lage zu, zieht die Musikuntermalung oft mit dramatischen Stücken nach, aber interessanterweise eben nicht immer – in so mancher Szene wurde sogar ganz auf Musik verzichtet. Auch die Synchronsprecher machen einen vorzüglichen Job, in Situationen voller Angst und Verzweiflung schießt zum Glück keiner übers Ziel hinaus.
Die Animationen sind recht gut, aber leider nicht durchgehend. Man wird in Actionszenen immer mal Speedlines und gelegentliche Standbilder sehen, aber das wird durch deren Inszenierung locker ausglichen, u. a. durch teils sehr dynamische "Kamerafahrten", durch die eine Szene ungeheuer intensiv werden kann.
Zusammengefasst wird man als Zuschauer zuweilen sehr heftig beschossen. Und das ist gewissermaßen das Problem bzw. die Hürde, denn die Toleranzschwelle ist hier je nach Betrachter schnell und deutlich überschritten, aus Unterhaltung wird dann einfach Unwohlsein. Daher empfehle ich als Messlatte das Ende der ersten sowie die gesamte zweite Folge. Rollt man hier schon mit den Augen (egal ob im Kreis oder nach hinten) oder hat das Gefühl, eine magenschonende Diät wäre angebracht, sollte man lieber übers Abbrechen nachdenken – das Ende der Heftigkeitsskala markiert der initiale Überfall jedenfalls nicht.

Doch schon aufgrund des Gesamtszenarios möchte man als Zuschauer auch gar kein Teil dieser Welt sein:
Nachdem vor 100 Jahren die Titanen, turmhohe menschenähnliche Wesen mit unverschämter Regeneration, große Teile der Menschheit hinfortdiniert hatten, zog sich ein Teil der Überlebenden hinter drei gestaffelte und gewaltige Mauerringe zurück – die Ausdehnung des äußersten beträgt dabei fast tausend Kilometer. Und bereits zu Beginn sieht man, dass die Menschheit gern verdrängt. Nicht nur, dass viele Menschen nie einen Titanen gesehen haben, auch die grundsätzliche Einstellung grenzt (zunächst) an Ignoranz. Das reicht vom simpelsten Bauern über den Adel, der bequem im Inneren lebt, bis hin zu Patrouille-Soldaten, die sich lieber besaufen. Eine wirkliche Ausnahme sind die Kundschaftersoldaten, die sich bei Missionen außerhalb der Mauern tapfer den Titanen stellen. Dank dem 3D-Manöver-Apparat sowie Kenntnis des Schwachpunkts können sie zwar bestehen, aber trotzdem lichten sich die Reihen der Soldaten jedes Mal erheblich, den Überlebenden wird's allzu oft mit Unverständnis und Verachtung gedankt.
Auch abseits vom Gemetzel ist die Serie nicht unbedingt harmlos. So zwingen die Folgen des erwähnten Überfalls die Obrigkeit zur einer Entscheidung, zwar ungemein grausam, aber gefühlsfrei betrachtet eben auch zwingend notwendig. Erfreulicherweise werden solche Szenen eben nicht mit dem Drama-Holzhammer, sondern mitunter regelrecht nüchtern erzählt.
Nach dem Anfang, der auch Teile der Grundausbildung sowie ihren Abschluss zeigt, verläuft die Staffel grob unter den Gesichtspunkten Überlebenskampf im Allgemeinen und Gebietskampf im Speziellen. Attack on Titan punktet im Verlauf seiner Handlung damit, dass sich so mancher Plan bzw. Strategie in Wohlgefallen auflöst und zu Improvisation und Chaos führt. Ein paar der Wendungen und Enthüllung sind zwar durchaus vorhersehbar, aber die teils weitreichenden Folgen gleichen das locker aus.

Die ernste, teils bittere Grundstimmung färbt auf effektiv alle Charakter ab – so auch auf die drei Hauptcharakter Eren, Mikasa und Armin.
Eren wird zwar auch von Rache getrieben, ist aber zum Glück nicht so eindimensional wie z. B. Thorfinn aus Vinland Saga, sondern besitzt dann schon noch ein paar Facetten mehr. Er ist gern mal impulsiv, zuweilen auch hitzköpfig, aber eben nicht dämlich und kann sich im Verlauf der Serie zunehmend besser zusammenreißen.
Mikasa, seine Adoptivschwester, hat eine interessante Hintergrundgeschichte, die u. a. zeigt, wie ihre Adoption durch Erens Familie zustande kam. In der Gegenwart hinterlässt sie aber bis auf ihre exzellenten Kampffähigkeiten und der Eren-Beschützerei auf Dauer zu wenig Eindruck.
Armin ist optimistischer als Eren und Mikasa, hat aber unter so mancher Unsicherheit zu leiden, auch weil er keine klassische Kämpfernatur ist. Dank seines Intellekts kommt er aber auf Ideen und Schlussfolgerungen, mit denen er nicht nur seinen Kameraden mehrfach den Hintern rettet, sondern auch in größerem Umfang hilft. Dadurch findet auch er letztlich seinen Platz in der Truppe.

Viele Nebenfiguren erhalten aufgrund des "straffen Zeitplans" keine wirkliche Tiefe, aber zumindest Levi sollte man erwähnen: Dessen Kampffertigkeiten grenzen zwar regelrecht an Absurdität und er hat auch ein ziemlich mürrisches Gemüt, aber entgegen meiner anfänglichen Befürchtung war er bislang der interessanteste Nebencharakter. Wobei mir Hanji mit dem Kontrast aus Ernst und leicht skurrilen, aber nicht deplatzierten Humoreinlagen ja auch gut gefallen hat.
Generell stört eigentlich keiner, wenn man davon absieht, dass Sasha in manchen Szenen doch sehr überzeichnet war.
Es gibt konsequenterweise keinen typischen Sympathieträger, aber dafür auch keine abgedroschene Klischeefigur.

Fazit:
Ein ziemlich extremer Anime, der es in meinen Augen schafft, seine Zutaten hervorragend zu vermischen. Ob einem das fertige Gericht dann schmeckt, ist eine andere Frage, denn bei der Würzung spart Attack on Titan jedenfalls nicht.
Wer sich sorgt, dass ihn nachfolgende Staffeln enttäuschen könnten, den kann ich beruhigen: Der Anime hält die Qualität weitestgehend.
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