Wie sieht die Zukunft der Menschheit aus? Diese Frage ist allgegenwärtig und auch „Pale Cocoon“ stellt sich jener Thematik. Dabei schafft es Studio Rikka, eine packende Stimmung zu erzeugen, die den Zuschauer mit allerlei Fragen konfrontiert und ihn am Ende nachdenklich zurücklässt.
Die Welt ist nicht mehr die, die sie einst war und befindet sich im Stillstand. Flora und Fauna, so wie wir sie heutzutage kennen, gibt es aus vielerlei Gründen schon lange nicht mehr und die Oberfläche scheint unbewohnbar. Die Menschen leben unterirdisch und versuchen die Vergangenheit zu archivieren. „Wenn wir wissen wollen, wohin wir gehen, müssen wir zuerst herausfinden, woher wir kommen“ lautet die Devise und so macht sich auch der Hauptprotagonist auf die Suche nach der Vergangenheit einer ihm unbekannten Welt, wobei er auf eine Datei stößt, die sein bisheriges Dasein komplett verändern wird.
Die Handlung wird lediglich von 2 Personen getragen — nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf der einen Seite ein junger Mann namens Ura, Mitarbeiter des „Archive Excavation Department“, der für die Archivierung von Relikten aus längst vergangenen Zeiten zuständig ist, um so die Fehler der damaligen Menschheit besser nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite steht seine Kollegin Riko, die bereits jegliche Hoffnung in die Zukunft aufgegeben hat, wie bereits so viele Menschen vor ihr. Dialoge zwischen den beiden sind rar gesät. Hier der enthusiastische Forscherdrang der eigenen, tristen Realität zu entfliehen und dort die Resignation in Anbetracht der ausweglosen Situation und der Unrühmlichkeit der menschlichen Taten sorgen für zusätzliche Spannung und tragen maßgeblich zur Unterhaltung bei.
Ansprechende CG–Effekte und die meist sehr dunkle und futuristisch anmutende Optik verleihen dem ganzen einen sehr ungewöhnlichen, aber durchaus melancholischen Touch. Auch die musikalische Untermalung passt sehr gut zum Ambiente und endet mit einem Song, der sehr geschickt in die Story eingebunden wird und hier eine entscheidende Rolle spielt. Ruhig erzählt und mit eindrucksvoller Optik präsentiert sich der Anime und erzeugt dabei eine sehr nachdenkliche Stimmung.
Der Titel selbst stellt ein großes Rätsel dar. Es ist unklar, wen oder was genau „Pale Cocoon“ wirklich darstellen soll. Der rostfarbene Kokon, der die Erde symbolisiert, den Mond oder die Menschen, die nur noch als eine Art Hülle in einsamer Monotonie ihrem tristen Alltag nachgehen? Konträr dazu steht der Song „Aoi Tamago“ am Ende des Animes, dessen Titel übersetzt soviel bedeutet wie „blaue Kugel“, was wiederum auf unsere Erde schließen lässt und dabei ein Gefühl der Hoffnung, zumindest beim Hauptcharakter, aufkommen lässt. Fragen über Fragen — einige davon werden beantwortet und mit manchen wird der Zuschauer alleingelassen, um für sich selbst die Antworten finden, wobei der Anime am Ende jedoch eine Überraschung zu bieten hat.
FazitMüsste man Pale Cocoon beschreiben, so kann man das auf verschiedenste Weise tun: Von einer kurzweiligen, atmosphärisch dichten Science-Fiction-Geschichte, einer postapokalyptschen Zukunftsvision, einer Gesellschaftskritik bis hin zu einer modernen Interpretation von Platons Höhlengleichnis. Doch die Frage ist vielmehr, wie sehr man sich auf die Thematik einlassen möchte und wie viel man in das Werk hineininterpretiert. Vielen mag die ruhige Erzählweise und die doch komplexe Story weniger zusagen, zu langatmig und verwirrend vorkommen. Mir selbst gefiel die Präsentation der Story jedoch außerordentlich gut und ich bin sogar der Meinung, dass das Werk Pale Cocoon eben genau diese Zeit von 23 Minuten braucht, um sein Potenzial vollends entfalten zu können. Wer Gefallen daran gefunden hat, über Probleme unserer Menschheit und deren Zukunft zu philosophieren, dem sei
Eve no Jikan, das vom selben Animationsstudio stammt, sowie
Hoshi no Koe empfohlen.
Kommentare
Der Zeichenstil ist sehr schön,tolle Effekte und Blickwinkel.Der Song passt wirklich gut,tolle Stimme,gut Melodie und er spricht eine Provezeiung aus und die reine Wahrheit.
Macht einen nachdenckelich,machen wir alles richtig... und dank der krüze passiert alles wie in der Realität:"Schlag au Schlag".
Fazit:Eine sehr interessante Kurzgeschichte,die einfach nur Sehenswert ist.Regt zum Nachdenken an.