Person Beschreibung

Riyoko Ikeda ist eine japanische Mangaka, Schriftstellerin und Opernsängerin. Sie war in den 1970er Jahren eine der populärsten Mangaka Japans. Ikeda schrieb und illustrierte viele Shoujo-Mangas, die auf historischen Ereignissen basierten, wie der Französischen Revolution oder der Russischen Revolution. Sie benutzte bevorzugt Settings, die in der europäischen Geschichte angesiedelt waren und verwendete androgyne, homoerotische Themen und Motive, was ihr zu „enormen Erfolgen“ verhalf. Ihre beachtenswertesten Werke sind: das Yuri-Drama Oniisama e... und ihr weltweit erfolgreiches Shoujo-Historien-Drama Versailles no Bara, welches bislang in Deutschland, USA, Frankreich, Italien, Spanien, Arabischen Emiraten, Türkei, Korea, Indonesien und China lizenziert wurde. Ikeda gehört zu den Mitgliedern der Gruppe 24-Gumi.

Ikeda hatte ihr professionelles Debüt als Mangaka 1967, im Alter von 20 Jahren, mit der Kurzgeschichte Bara Yashiki no Shoujo. In den folgenden Jahren veröffentlichte sie eine Reihe von unbedeutenden Arbeiten, womit sie jedoch ihren speziellen Stil entwickeln konnte. Als sie Anfang der 1970er Jahre ihrem Redakteur ihre Idee zu Versailles no Bara vortrug, reagierte das Verlagshaus zunächst abweisend; da es keinen vergleichbaren Manga gab, befürchtete man, dass ein historischer Shoujo-Manga beim Publikum nur Teilnahmslosigkeit und Langeweile auslösen würde. Ikeda blieb jedoch hartnäckig und konnte nach einigen Konfrontationen und Kompromissen ihren Publisher Shuueisha schließlich von ihrem Projekt überzeugen. Der Rechercheaufwand zur Serie war gewaltig, zur selben Zeit studierte sie auch noch an der Universität Philosophie und Shuueisha setzte sie mit der ständigen Drohung, die Serie abzusetzen, sobald sich bei den Leserinnen auch nur das geringste Desinteresse zeige, unter Druck. Die Serialisierung des Mangas begann im Mai 1972 in Shuueishas Magazin Margaret und wurde auf Anhieb ein sensationeller Erfolg; er löste in den 1970ern einen wahren „Frankreich-Boom“ in Japan aus, viele entschieden sich, Französisch zu lernen oder Versailles zu besuchen. Die rund zweijährige vorbereitende Recherche, führte schließlich dazu, dass Versailles no Bara als Lehrbuch in die Klassenzimmer Einzug hielt. Derzeit steht der Manga auf Platz 14 der meistverkauften Shoujo-Mangas aller Zeiten. Versailles no Bara ging in die Manga-Geschichte ein, als der erste Manga der jemals eine „Bettszene“ beinhaltete.

Um sich ganz ihrer Arbeit als Mangaka widmen zu können, brach Ikeda ihr ungeliebtes Philosophiestudium, zu dem ihre Eltern sie genötigt hatten, ab. 1974 veröffentlichte sie ihr Werk Oniisama e..., ein düsteres Melodrama, welches von Krankheit, Tod, Drogenmissbrauch, Selbstmord, Scheidung, Inzest, Homosexualität und psychischer Gewalt handelt. Im darauffolgenden Jahr, 1975, begann die Serialisierung von Orpheus no Mado, einem ihrer ambitioniertesten Werke, welches zahllose Hauptcharaktere und eine Zeitspanne von mehr als zwei Jahrzehnten deutscher und russischer Geschichte umfasst. Im Jahre 1982 schuf Ikeda Jotei Ekaterina, basierend auf der Biografie von Henri Troyat, einen Manga über Katharina die Große, welcher ihre stilistisch ausgefeilteste Arbeit ist. 1986 setzte sie, nach 14-jähriger Pause, Versailles no Bara mit der Manga-Biografie Eikou no Napoleon - Eroika fort; der Manga ist auch gleichzeitig ein „Jotei Ekaterina“-Crossover. Der 1984 erschienene Sammelband Versailles no Bara Gaiden enthält zudem einige Nebengeschichten zu Versailles no Bara.

Um 1991 beschloss Ikeda, ausschließlich als Autorin weiterzuarbeiten, die Illustrationen übernahm von diesem Zeitpunkt an ihre ehemalige Assistentin Erika Miyamoto. Als ihr bedeutendstes gemeinsames Werk gilt der ab 2000 publizierte Manga Nibelungen no Yubiwa (Der Ring der Nibelungen). Mit der Zeit, die sie durch das Aufgeben der Illustration ihrer eigenen Werke gewann, erfüllte sie sich 1995 ihren Lebenstraum; sie schrieb sich nach über 20 Jahren wieder an einer Universität ein, doch diesmal an einem Konservatorium um Operngesang zu studieren. Um den „250. Geburtstag“ von „Lady Oscar“ zu feiern illustrierte sie 2006 erneut BeruBara Kids, eine Parodie auf Versailles no Bara, wodurch sie wieder begann zu zeichnen. Einige Jahre später gelang ihr wieder der Absprung von den Illustrationen und sie widmete sich nun verstärkt der Musik. Als Sopran veröffentlichte sie seit 2003 eine Reihe von klassischen CDs, u. a. bei Columbia Records und bei King Records ein Album mit französischer Barockmusik, anlässlich des 250. Geburtstags Marie Antoinettes. Gegenwärtig spielt sie mit dem Gedanken, eine italienische Oper über ihren Manga Versailles no Bara zu komponieren. Zwischenzeitlich hat sie auch das Schreiben für sich entdeckt und in Japan bereits einige Bücher publiziert, eines ihrer Bücher handelt von Jugendträumen, die man auch im Alter nicht aufgeben sollte. Beachtenswert ist auch ihr Sachbuch, „History of Comics and Culture“. Ikeda äußerte jedoch den Wunsch, in Zukunft wieder Mangas zu zeichnen.

Weiteres
  • Ikeda trat als junge Studentin einem kommunistischen Jugendverband bei und engagierte sich in der Antinuklearbewegung.
  • 1983 war sie Synchronsprecherin für den französischen Essayfilm Sans Soleil von Chris Marker.
  • 2008 verlieh ihr die französische Regierung den höchsten militärischen und zivilen Ritterorden, den Ordre national de la Légion d'honneur, für ihre Verdienste um die französische Kultur und Geschichte, insbesondere durch ihre Werke Versailles no Bara und Eikou no Napoleon - Eroika. Ikeda ist der 150. japanische Staatsbürger dem diese Ehre zuteilgeworden ist und die einzige Mangaka.

Person Mangaka

Person Mitwirkung

Künstlername

  • Riyoko IKEDA
    Originalsprache: 池田 理代子
    Lesung: いけだ りよこ

Tätigkeiten

Mangaka42
Mitwirkung3

Statistik

Favoriten:
1

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