Reisebericht Nordkorea

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Reisebericht Nordkorea


Es war im Februar 2017, als ein Kollege und ich uns zusammengesetzt haben, nachdem wir nach Jahren endlich mal wieder im selben Zeitraum Urlaub bekommen hatten. Also überlegten wir uns, wo wir denn hingehen könnten. Als Ideen standen Australien/Neuseeland, Chile/Peru, Japan und Südafrika/Botswana im Raum. Irgendwann kam der blöde Spruch: „Schau doch mal nach, wie viel eine Reise nach Nordkorea kostet!“ und na ja … eine Stunde später war die Reise gebucht. Und das ging erstaunlich problemlos. Ein paar Fragen per Mail gestellt, keine 30 Minuten später die Antwort bekommen, nochmal alles durchgelesen und zack, alles fix. Selbst die Sache mit dem Visa war absolut kein Problem: Antrag ausgefüllt, an den Visa-Service geschickt und zwei Wochen später waren die Pässe mit Visum wieder da.
Unsere Reise ging am 2. Oktober los. Ab Nürnberg ging’s zuerst nach Peking, wo wir erst mal für ein paar Tage die Stadt besichtigten. Ich meine, wenn wir schon über Peking nach Korea einreisen müssen, dann will ich auch wenigstens dort was sehen. Aber das soll jetzt nicht Teil dieses Reiseberichts sein, denn eigentlich geht’s ja um die Demokratische Volksrepublik Korea, wie das Land offiziell genannt wird. Am 7. Oktober also ging mittags unser Flug von Peking nach Pjöngjang. Die Strecke wird aktuell ausschließlich von der staatlichen nordkoreanischen Fluglinie „Air Koryo“ bedient, welche oftmals als „schlechteste Airline der Welt“ bezeichnet wird. Die Meinung kann ich aber definitiv nicht teilen (Ryanair, I’m lookin at you!): Die Maschine war eine von den Sowjets entwickelte Tupolev 204-100, die zwar selbst in Russland nur noch selten anzutreffen, aber technisch ein einwandfreies Flugzeug ist (wirtschaftlich jedoch keine Chance gegen die direkte Konkurrenz von Airbus und Boeing hat). Die Economy-Sitze waren auch nicht besser oder schlechter als bei den meisten anderen Airlines, die ich sonst kenne und sauber war die Maschine zumindest auch. Der Flug verlief auch erwartungsgemäß ruhig. Der Service an Bord war zwar nicht der Rede wert, aber der Burger-Bausatz war zumindest essbar.
Nach knapp zwei Stunden erreichten wir „Sunan International Airport“, den einzigen internationalen Flughafen des Landes. Das Terminal war erst vor zwei Jahren neu gebaut worden und sieht damit aus, wie jedes westliche moderne Terminal, da aber im Schnitt nur ein bis zwei Flüge am Tag abgefertigt werden, war nicht wirklich viel los dort. Die Einreise selbst verlief problemlos, einzig alle elektronischen Geräte mussten katalogisiert und vorgezeigt werden, durchsucht wurde bei mir jedoch nichts. Anschließend wurden wir von unseren Tourguides empfangen und ins Hotel gebracht.





©2017 FlightRadar24.com


Der erste volle Tag stand ganz im Zeichen von Kim Il-Sung und Kim Jong-Il (zugegeben: Die ganze Reise war eine große Propaganda-Show und lässt sich mit den Worten „Großer Kim hier, großer Kim da, großer Kim dort“ zusammenfassen, aber dazu später mehr). Wir wurden von den Tourveranstaltern im Vorfeld angewiesen, ein anständiges Hemd und eine gute Hose dabei zu haben, denn ohne anständiges Auftreten darf man das Mausoleum nicht betreten. Nun, viel gibt’s dazu tatsächlich nicht zu erzählen: Nach unzähligen Sicherheitsschleusen und langen Gängen mit Fahrsteigen durfte man in die beiden Räume, in denen die einbalsamierten Leichname der großen Führer aufgebahrt waren. Kurz rein, drei Mal verbeugen und wieder raus. Nicht spektakulär aber nun ja, man will ja zeigen, dass die großen Führer über allem stehen. Leider waren keine Fotos vom Innenraum erlaubt, aber mehr als die beiden Leichen sowie Ausstellungen über die großen Errungenschaften war da auch nicht zu sehen.
Anschließend ging es außerhalb der Stadt zu einer Tempelanlage. Der Buddhismus in Nordkorea scheint nicht viel anders aufgestellt zu sein, als beispielsweise in China oder Japan, jedoch gibt es nur noch sehr wenige Kultstätten, da die allermeisten im Koreakrieg zerstört wurden und nur wenige originalgetreu wieder aufgebaut worden sind.
Als nächstes standen weitere Monumente auf dem Programm. Zuerst das Siegesmonument, welches die Sowjets den Koreanern schenkten, um den Sieg über die „imperialistischen Japaner“ zu feiern, anschließend ein Spaziergang durch einen Stadtpark. Dies war bizarr. Sehr sogar. Denn als wir an einem Pavillon vorbeiliefen, kamen gaaaanz zufällig einige Frauen hin, stellten einen Lautsprecher auf und begannen zur Musik von Moranbong (koreanische Girlgroup) zu tanzen. Das Ganze ist drei Mal passiert. Ich glaube ihr könnt euch denken, was ich damit sagen will. Und die Hochzeitsgesellschaft, die plötzlich an uns vorbeigelaufen ist, sah irgendwie auch nicht wirklich fröhlich aus, aber nun ja.
Abgeschlossen wurde der Tag durch ein großes Feuerwerk. Und das war tatsächlich GIGANTISCH. Das ging über eine halbe Stunde und da waren Effekte dabei, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Also Show können die!

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Am zweiten Tag ging es nach Norden zur Paeksong Revolutionary Site (Versteck der Kim-Il-Sung-Universität im Korea-Krieg). Wirklich spektakulär war das nicht, im Endeffekt haben wir auch nur die alten Baracken gesehen, in denen der große Kim seine Idee einer verstecken Universität dem Volk präsentiert hat. Aber wir durften dort mal eine frisch gepflückte Chilischote probieren, die dort auf dem Feld gewachsen ist. Leider hatten wir unser Wasser im Bus gelassen und diese verfluchten Dinger waren verdammt scharf.  Eigentlich traurig, dass das ein größeres Highlight war, als die Uni, aber nun ja. Sonst gab es eben nicht wirklich viel zu sehen (außer einer Statue des großen Kim), aber zumindest eine schöne Landschaft in den Bergen und Wäldern war zu bestaunen.
Anschließend ging es zurück nach Pjöngjang in die Große Studienhalle des Volkes. Dies ist eine Mischung aus Zentralbibliothek und Technikmuseum. Offiziell steht diese jedem koreanischen Bürger offen, um sich dort weiterzubilden. Effektiv aber war’s dort allerdings relativ leer und die Leute, die an den PCs saßen, haben eher TV geguckt. So kann man seine Zeit natürlich auch rum bringen.  Es gab aber zumindest ein paar interessante Ausstellungen zu diversen technischen oder physikalischen Experimenten, Verfahren und Anwendungen.
Als letzter Punkt des Tages gab’s den Besuch des Pionierpalasts. Dies ist eine Einrichtung für Schüler vom Grundschul- bis zum Hochschulalter, in welcher alle Schüler freiwillig (if you know what I mean) nach dem normalen Schultag noch zusätzlich spezielle Fächer belegen konnten. Wir wurden beispielsweise durch Klassen für Stickereien, Akkordeon, Kalligraphie, Gesang, akrobatische Gymnastik und Ballett geführt, einige von denen haben uns sogar eine kurze Vorführung gegeben. Zugegebenermaßen waren einige dieser Kurzdemonstrationen richtig gut, jedoch hat man es vielen der Schüler angesehen, wie sehr erzwungen ihr Lächeln und wie sehr gestellt die ganze Veranstaltung war. Aber zumindest die Volleyballer am Ende hatten Spaß an dem, was sie tun.

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Der dritte Tag begann mit dem Besuch der großen Statuen der ehemaligen Großen Führer Kim Il-Sung und Kim Jong-Il. Natürlich musste man vorher für fünf Euro Blumen kaufen, die man den Führern dann vor die Füße legt. Eine Propaganda-Show ohne Gleichen. Und trotz schlechten Wetters war der Platz voll, sowohl mit Locals als auch mit vielen Touristen, die alle nur den großen Führern den Respekt erweisen wollten (mussten). Beeindruckend sind die Statuen zwar auf Grund ihrer schieren Größe, aber ab dem Punkt setzte bei unserer Gruppe so langsam die Sättigung der Propaganda ein. Irgendwann wird man einfach nur noch blöd, wenn man permanent eingeredet bekommt, wie toll und herrlich die großen Führer sind. Nun ja, wir haben uns ja freiwillig darauf eingelassen, also weiter ging’s. Das Nächste, was uns gezeigt wurde, war die U-Bahn in Pjöngjang. An sich nichts Besonderes, aber interessant sind zweierlei Dinge: Zum einem die U-Bahn-Stationen, welche typisch für den kommunistischen Baustil alle einzigartig dekoriert und verziert waren (was z. B. auch typisch für Moskau und Sankt Petersburg ist), zum anderen die Züge. Diese nämlich sind ehemalige „Dora“ genannte Züge der Berliner U-Bahn, welche in den späten 90ern nach Nordkorea verkauft worden sind. Vermute der ein oder andere kennt die Dinger noch, diese sind z. T. noch bis 2004 in Berlin eingesetzt worden. Die Inneneinrichtung hat sich nicht grundlegend verändert, aber in jedem Wagen hängt je ein Bild von Kim Il-Sung und Kim Jong-Il. Man muss ja wissen, wem man das zu verdanken hat. Dass gleich danach Kim Il-Sungs Geburtshaus (angeblich original erhalten!) besucht wurde, verwundert dann keinen mehr. Spannend ist was anderes, aber hey, wir wussten ja, worauf wir uns einlassen. Immerhin ging es anschließend kulturell ordentlich weiter, nämlich mit dem Staatszirkus, welcher eine klasse Akrobatik-Show mit schönem Live-Orchester darbot. Das war definitiv einer der Höhepunkte der Tour, denn was da gezeigt wurde, hab ich bisher noch nie live gesehen. Viele der Stunts an Schaukeln und Trapezen fanden in mehreren Metern Höhe statt (und auch Nordkoreaner sind nicht so dumm, ohne Sicherheitsnetz zu arbeiten). Die Akrobaten sind durch die Luft geflogen, sind von einer Schaukel zur anderen gesprungen oder haben sich von Kollegen quer durch die Halle werfen lassen. Absolut spektakulär (ganz ohne Sarkasmus!). Beim Höhepunkt, einem wohl ganz neuen Show-Element am Ende gab es gar vorher eine Ansage, dass dieser Stunt äußert schwierig sei und möglicherweise nicht gelingen würde. Und tatsächlich ist dieser Stunt drei Mal schiefgegangen und die Artistin ins Sicherheitsnetz gefallen, weil sie von ihren Kollegen in der Luft nach einem Wurf mit doppeltem Salto nicht gefangen werden konnte. Das Publikum hat trotzdem applaudiert (und der Stunt war wirklich extrem krass und verdammt spannend umgesetzt). Alles in allem einer der Höhepunkte des Tages, unsere Gruppe war richtig begeistert von der Show.

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Am vierten Tag stand erstmals eine über zweistündige Busreise an, denn es ging wieder in den Norden, diesmal zur Internationalen Freundschaftsausstellung. Dies ist eine weitere große propagandistische Selbstbeweihräucherungseinrichtung, die Geschenke aus aller Welt an die koreanische Führung (sprich die großen Kims) präsentiert. Fotos waren leider innen nicht erlaubt, jedoch gab’s weitgehend nur irgendwelchen Krimskrams zu sehen, den kein Mensch braucht. Das ging von Orden, Auszeichnungen und Wimpeln über Vasen, Skulpturen und weiteren Kunstobjekten sowie Waffen bis hin zu ein paar Autos, Eisenbahnwagen und Flugzeugen (das einzige wirklich interessante dort). Sehr lustig war dabei die Reaktion unseres Tourguides, der voller Stolz erzählt hat, dass die ausgestellte Maschine (eine Ilyushin Il-14) ein Geschenk der Sowjets an Nordkorea war, ich ihm jedoch erzählt habe, dass die Il-14 eine Weiterentwicklung einer Lisunov Li-2 war, welche wiederum ein Lizenzbau einer amerikanischen Douglas DC-3 war, ergo der große Kim lange Zeit mit einem (mehr oder weniger) amerikanischen Flugzeug unterwegs war. Er hat ziemlich blöd geschaut danach. Glaube trotzdem nicht, dass er das auf seinen zukünftigen Touren erwähnen wird.  Zur Ausstellung selbst heißt es, dass wenn man jedes einzelne Objekt in der Ausstellung nur eine Minute angucken wollte, man ein ganzes Jahr für die komplette Ausstellung brauche (was wiederum den übertriebenen Gigantismus dort drüben perfekt beschreibt). Immerhin war die Gegend dort wirklich schön. Ein herbstlicher Wald in den Bergen, ein Fluss der sich durchschiebt und alles in allem eine wirklich ruhige Gegend dort. Das war gute Abwechslung im Vergleich zur Stadt. Zusätzlich gab’s mal wieder einen Tempel zu sehen, aber die hingen uns auch so langsam zum Hals raus. ^^ Zurück in der Stadt gab’s am Nachmittag noch eine knapp zweistündige Aufführung des Staatsorchesters. Musikalisch recht gut, ein Stück hatte gar einen Stil, der mich an Hans Zimmers Kompositionen erinnerte, jedoch am Ende nicht allzu spektakulär.

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An Tag fünf stand das Kriegsmuseum auf dem Programm. Holy Shit, war das krank. Zuerst wurden wir durch den Außenbereich geführt, in dem feindliches Militärmaterial ausgestellt wurde, welches irgendwie in die Hände der Koreaner fiel. Da waren abgeschossene Flugzeuge, Kanonen, Autos, Panzer, Hubschrauber … Der Zugang zu diesem Bereich war einem Schützengraben nachempfunden. Alles in allem ein weiteres Zeichen, wir krank diese Militärmacht eigentlich ist. Im Museum selbst wurde dann zum einem der Krieg gegen die Japaner, aber viel mehr der große Koreakrieg thematisiert. Diese Geschichte wurde natürlich völlig anders erzählt, als es der Westen tut: Nordkorea war immer friedlich und wollte verhandeln, jedoch zogen Truppen des von Amerikanern besetzen Südkoreas über die Grenze und so begann der Krieg auf der Halbinsel. Nordkorea hatte zwischenzeitlich zwar die ganze Halbinsel erobert, wurde jedoch durch (angebliche) Menschenrecht verletzende Taktiken seitens der Amerikaner zurückgedrängt, da man lieber das eigene Volk schützen wollte, als um jeden Preis den Sieg zu erringen. Nun ja … auf Wikipedia steht das definitiv etwas anders, aber welche Version man glauben will, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls war das schon wirklich extrem, wie verzerrt die Geschichte dort gelehrt wird. Da das Volk natürlich kaum bis keine Möglichkeit hat, sich alternative Quellen zu besorgen, verwundert es kaum, wenn das dort die allgemeine Meinung ist. Man bekommt das halt permanent und überall eingetrichtert, ob man will oder nicht.
Der Höhepunkt (oder eher Tiefpunkt) der Ausstellung, war dann die USS Pueblo, ein von den Koreanern beschlagnahmtes Aufklärungs- (US-Version) bzw. Spionageschiff (koreanische Version) der US Navy, welches laut koreanischer Berichterstattung in den 50ern in nordkoreanische Gewässer eindrang (die USA bestreiten das jedoch und behaupten, man sei in internationalen Gewässern gewesen) und anschließend von der nordkoreanischen Marine gekapert wurde. Einer der US-Matrosen wurde getötet, der Rest der Besatzung gefangen genommen. Nach einer (laut US-Angaben erzwungenen) Entschuldigung der Amerikaner wurde die Crew wieder freigelassen, das Schiff jedoch als Trophäe behalten. Skurril und makaber zugleich.
Am Nachmittag ging es erneut in den Pionierpalast zu einer Aufführung der Kinder- und Jugendgruppen dort. Es war vor allem eine Tanz- und Gesangsveranstaltung und die Kinder haben hier zumindest selbst ein wenig Spaß gehabt. Trotzdem eigentlich nicht der Rede wert gewesen, man wollte mit solchen Aufführungen wohl einfach nur zeigen, wie toll die kulturelle Zukunft des Landes ist. Interessant übrigens: Bei allen Aufführungen, die wir besucht haben, saßen sehr viele Personen in Militäruniform im Publikum. Wobei, wenn man bedenkt, wie viele man sonst auf offener Straße sieht, eigentlich nicht verwunderlich. 1,7 Millionen Soldaten (+ über 4 Millionen Reservisten) bei 24 Millionen Einwohnern ist schon eine Ansage. Nun ja …

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Der letzte vollständige Tag führte uns in die Grenzstadt Kaesŏng und die Demilitarisierte Zone (DMZ) an der Grenze zu Südkorea. Die DMZ war insofern interessant, als dass sie alles andere als demilitarisiert ist. Überall gibt es Soldaten beider Seiten, taktische Barrieren, Zäune, Mauern und Kameras. Auf der Grenze (bzw. Demarkationslinie, da Nordkorea weiterhin überzeugt ist, dass Südkorea kein eigener Staat, sondern nur besetztes Gebiet sei) stehen mehrere Baracken, mit jeweils einer Tür auf jeder Seite. An dieser Stelle kann man die Grenze tatsächlich überqueren, jedoch immer bewacht von den Soldaten der Armee derjenigen Seite, von der aus man die Baracken betreten hat. Damit kann ich aber nun auch behaupten, in Südkorea gewesen zu sein, zumindest mit einem Fuß!  Auf dem Gebiet steht auch noch eine Art Grenzmuseum, das die Geschichte (mal wieder) aus nordkoreanischer Sicht und einige originale Ausstellungsstücke und Berichte zeigt. Ich spar mir mal große Details dazu, es war im Endeffekt wieder nur „Nordkorea ist gut und die Amerikaner wollen nur destabilisieren“.
Nach dem DMZ-Besuch ging es zum Abschluss noch nach Kaesŏng. Dies ist eine der wenigen Städte, die nicht dem Krieg zum Opfer gefallen sind und somit den traditionellen koreanischen Baustil weitgehend eingehalten haben. Zwar hier und da mit Propaganda ausgeschmückt, aber grundsätzlich eine sehr schöne Stadt mit altem Stadtkern.

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Das war dann auch unser Abschluss der Reise. Am nächsten Tag ging er morgens zum Flughafen und zurück nach Peking. Ich selbst hab anschließend noch eine Woche in Japan (hauptsächlich Kyoto und Osaka) angehängt, aber das war dann nur noch Bonus für mich und soll hier nicht zu noch mehr Text führen. 
Was bleibt also nach acht Tagen bei den Kims nun für mich? Ein maßgeschneiderter, nordkoreanischer Anzug und eine interessante Erfahrung, die ich allerdings definitiv nicht wiederholen werde. Nordkorea ist das perfekte Beispiel dafür, dass Sozialismus, gepaart mit einem Führerkult NICHT funktioniert. Ich würde zwar nicht unbedingt von einer Reise nach Nordkorea abraten, aber empfehlen kann ich es auch nicht. Wir waren wirklich froh, als wir wieder raus waren. Die permanente Propaganda ist echt zermürbend und irgendwann knickt da vermutlich jeder ein. Acht Tage waren daher mehr als genug …


Disclaimer: Dieser Reisebericht ist recht persönlich geschrieben und teilweise recht oberflächlich gestaltet. Ich schildere hier meine eigenen Eindrücke und Meinungen. Hätte ich alle Aspekte beschrieben, hätte ich einen Roman zu schreiben und ihr einen dicken Brocken zu lesen gehabt.  Da Nordkorea nicht unbedingt ein Land ist, was es allzu genau mit dem Weltfrieden und Menschenrechten nimmt, kann ich verstehen, wenn manche Leute nicht einverstanden sind, wenn man dem Land noch Geld in den Hintern schiebt, um sich auf einer Urlaubsreise über die großen Errungenschaften der lieben Kims berieseln zu lassen. Ich hab’s trotzdem getan und bereue auch nichts. Wenn ab und zu mal eine flapsige Bemerkung von mir über das Regime dabei war, dann merkt ihr hoffentlich auch, dass ich kein Fan des Regimes bin, aber mir wenigstens ein (am Ende zugegebenermaßen ziemlich gestelltes und geschöntes) Bild von der Situation machen wollte. Ich hoffe, mein Reisebericht hat euch trotzdem gefallen und danke euch fürs lesen!

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Kommentare (16)

Avatar: archie#16

Passend zum Thema kam heute ein Video online auf einem Youtube Channel dem ich follow. Sehr unterhaltsam und manche Sachen erinnern an den Unsinn der in der DDR und UDSSR getrieben wurde. Nur treibt es Nordkorea auf die Spitze.


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