Filme-Rezensionen

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Anime Rezensionen

Inu to Watashi no 10 no Yakusoku

Avatar: Asane
Redakteur
#1
»Ich hätte nie gedacht, daß 10 Jahre so kurz sind«


Als die 14jährige Akira einen Hund bekommen soll als Entschädigung dafür, daß ihr Vater als Chirurg beruflich stark eingespannt ist und sogar zu ihrem Geburtstag es nicht mehr rechtzeitig nach Hause schafft, formuliert ihre Mutter die titelgebenden »10 Versprechen für meinen Hund«, die Akira ihrem kleinen Golden-Retriever-Welpen geben muss. Und da außerdem die Rede davon ist, daß so ein Hund nur etwa 10 Jahre zu leben hat, dürfte einigermaßen klar sein, wohin die Reise gehen wird, besonders emotional. Denn der Film schafft es am Ende spielend, das Herz des Zuschauers zu packen und ihn mit Akira zusammen um die Wette heulen zu lassen, ohne da in plumpen Kitsch zu verfallen.

Aber von vorne.

Grundsätzlich ist es ja so, daß man schon ein gewisses Faible für die Eigenarten des japanischen Actings haben muss, denn oftmals gibt sich das doch recht hölzern und wie von fremder Hand geleitet, anstatt spontan und authentisch zu wirken. Das ist hier nicht groß anders, verläuft aber für mein persönliches Empfinden in erträglichen Bahnen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wie beispielsweise bei der jungen Akira, wo man ständig so ein bemüht aufgesetztes Moment bemerkt, eine Art inneres Schielen nach den Anweisungen des Regisseurs.

Ort der Handlung ist im wesentlichen Hakodate auf Hokkaidou, daher spielt auch die berühmte Seilbahn dort eine prominente Rolle. Zuerst noch erleben wir die Leichtigkeit des Seins im Garten der Familie, aber sehr schnell wird der Welpe sehr groß und erste Brüche und Schicksalsschläge stellen sich ein.
Indem wir über die Jahre die Verwandlung von Akira in eine junge Frau erleben, tritt ihr Hund immer mehr in den Hintergrund und das gegebene Versprechen beginnt zu bröckeln.

Am Ende ist es ironischerweise Akira, die nach ihrer Ausbildung zur Veterinärin im Zoo einen Job bekommt und dadurch sich nicht in dem Maße um Socks kümmern kann, wie sie sich das vorstellt. (Kleiner Exkurs: das ist irgendwie mal wieder typisch japanisch, wie die Namensgebung abläuft. Als die Frage danach aufkommt, wie der Kleine denn heißen soll, fällt der Blick der Mutter auf die farblich abgehobenen Pfötchen und schlägt also vor, daß das arme Tier auf den Namen Socks hören soll. Anstatt in blankem Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, zeigt sich die Tochter hellauf begeistert: "Kawaii! Das passt ja perfekt!" Jedoch als Zuschauer sitzt man nur da und begreift es nicht, was manche Japaner dabei finden, ausgerechnet solche Begriffe, die möglichst schräg und zudem möglichst sperrig sind, jenen unschuldigen Wesen zu verpassen, an denen ihr Herz am meisten hängt. Ende des Exkurses.)

Etwa zwei Stunden dauert der Film, aber die vergehen wie im Flug. Gerade in den Phasen zeitweiser Entfremdung zeigt der Film die unmerkliche Entwicklung von Mensch und Hund über die Jahre hinweg, legt das Augenmerk auf gesellschaftliche Dinge und thematisiert beispielsweise die Opfer, die man eingehen muss, um beruflich vorwärts zu kommen, und auch welche Auswirkungen dies auf das Familienleben hat. Allerdings nie plakativ oder didaktisch den Finger die Wunde legend.
Hierin gibt sich der Film angenehm entpannt, hat überhaupt die Ruhe weg und erzählt sehr sorgfältig, aber auch sehr unaufgeregt. Alles in allem ein typischer Film für die ganze Familie.

Und weil's so schön war, hier noch die Versprechen im einzelnen, wie sie den Zeichnungen aus dem Skizzenblock von Akiras Mutter entnommen sind:

Titel: socks no 10 no Yakusoku

Nr. 1



"Hör genau hin, was ich zu sagen habe"

Nr. 2



Vertraue mir. Ich werde immer zu dir halten.

Nr. 3



Spiel mit mir. Oft!

Nr. 4



Auch ich habe Gefühle, vergiss das nicht!

Nr. 5



Wir sollten keinen Streit anfangen.

Nr. 6



Wenn ich einmal nicht auf dich höre, hat das seinen Grund.

Nr. 7 (Blatt 1)



Für dich gibt es die Schule und deine Freunde;

Nr. 7 (Blatt 2)



aber ich habe außer dir niemanden.

Nr. 8



Bitte bleib mein bester Freund, auch wenn ich alt geworden bin.

Nr. 9 (Blatt 1)



Ich werde ungefähr 10 Jahre alt;

Nr. 9 (Blatt 2)



daher sollte dir die Zeit wichtig sein, die wir zusammen haben.

Nr. 10 (Blatt 1)



Die Zeit mit dir werde ich nie vergessen;

Nr. 10 (Blatt2)



und ich bitte dich: bleib bei mir, wenn meine Zeit gekommen ist.

Danach begleitet uns der Film noch ein wenig auf dem weiteren Lebensweg von Akira, bevor er ein angemessen warmherziges, hoffnungsfrohes Ende nimmt und uns in einen Alltag entlässt, der nun vielleicht etwas leichter und nachdenklicher ausfällt als noch 2 Stunden zuvor. Oder um es mit Akiras Worten zu sagen:

»Danke, daß du immer bei mir warst«
Beitrag wurde zuletzt am 10.01.2021 um 02:48 geändert.
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Sheng Tang Huan Ye

Avatar: SabriSonne
Redakteur
#2
Wer sich Oriental Odyssey zum ersten Mal anschaut, wird sich im 1. Moment schnell an das typisch chinesische Wuxia erinnert fühlen, von denen es gefühlt 5.000 gibt. Das ganze dann auch noch mit einer Story zu verpacken, die auf einer Person mit Gedächtnisverlust beruht, die natürlich ihre Erinnerungen irgendwann auch zurück bekommen wird, macht die Geschichte auch im 2. Moment nicht innovativer - doch es lohnt sich! Am Ende wird man nämlich mit einem wahnsinnig innovativen Storytelling belohnt werden, das eine wahnsinnige Liebe zum Detail benötigt!


zur Handlung
Was ist nun am Storytelling so besonders?

Bis zur Hälfte erst mal gar nichts.

Am Anfang begleiten wir unsere 2 bzw. 3 Helden, wie sie immer wieder in mysteriöse Fälle hineingezogen werden. Das entweder beabsichtigt durch die Arbeit von Zhao Lan Zhi in der "Polizeidirektion", der dann die Hilfe von Yuan An in Anspruch nimmt, und wer Yuan An auf den Plan ruft, bekommt Mu Le gleich mit, oder unsere Helden landen per Zufall in der Geschichte.
Die einzelnen Kriminalfälle sind dabei typisch Wuxia von übernatürlichem Charakter. Oft hat man dabei jedoch das Problem, dass man als Zuschauer bei der Auflösung nicht wirklich mitmachen kann, weil Informationen über das Übernatürliche fehlen und man sich somit keinen Reim auf gewisse Gegebenheiten bilden kann, aber hier werden die Auflösungen mit einer solchen Logik präsentiert, dass man dennoch zufriedengestellt ist. Bei Oriental Odyssey reicht es, wenn man die Helden beobachten darf, um die Handlung zu genießen - und das reicht vollkommen aus, um befriedigt zu sein. Sicherlich schwanken die Ideen nach persönlichem Geschmack und ebenso ziehen sich manche Geschichten in die Länge (50 Folgen!), aber im Endeffekt ist das Pacing mit seinen Auflösungen und charakterrelevanten Aspekten wirklich gut. Die Handlung präsentiert sich dabei zu Beginn als eine Mischung aus Mystery und RomCom, wechselt dann aber schnell in Richtung Fantasy-Adventure mit Mystery, verliert aber v.a. gegen Ende auch den Romance-Aspekt nicht aus den Augen. Die Menge an Genres ist dabei nie erschlagend, sondern geht gekonnt ineinander über und macht das Zuschauen angenehm, weil man schnell das Gefühl bekommt, die Handlung entwickle sich. Nichts desto trotz ist das CGI typisch Wuxia an einigen Stellen wirklich erbärmlich...

Dennoch merkt man schnell, dass im Hintergrund eine deutlich größere Haupthandlung läuft, die logischerweise auch irgendwie mit Mu Le, unserem Amnesie-Patienten, zusammenhängt. Typisch "Odyssey" verfolgt man meist Mu Le, der seinen Platz in der Geschichte zu finden versucht, verschiedene Richtungen ausprobiert, den richtigen Weg aber erst einschlagen kann, als er seine Erinnerungen zurück bekommt. Bis dahin fühlt man sich tatsächlich wie auf einer Irrfahrt, die unsere Helden auch in manchen Passagen nicht unbedingt zusammen durchmachen. Interessanter Weise hat man jedoch dabei bis zur Hälfte im Grunde überhaupt keine Ahnung, was da eigentlich abgeht. Ich begründe das so, dass unsere 3 Helden natürlich auch keinen blassen Schimmer haben, was es mit dem großen Ganzen auf sich hat, und man als Zuschauer natürlich mit den 3 Helden zusammen dieses Rätsel lösen soll, aber weil man eben auch als Zuschauer im Unterschied zu den Helden immer wieder mit dieser Story konfrontiert wird, verstehe ich, dass man genervt wird. Es nervt, dass man nicht versteht, was eigentlich ab geht. Aber gleichzeitig versteht man, dass die Auflösung mit der Auflösung von Mu Le selbst als Charakter zusammenhängt, weshalb man der Serie im Endeffekt verzeiht. Dennoch ist die Gesamthandlung typisch Wuxia ein absoluter Fantasy-Adventure-Standard.

Wenn man der Handlung jedoch verzeiht, dann wird es in der 2. Hälfte tatsächlich interessant - und das vom Storytelling.
Oriental Odyssey betreibt eine Art von Storytelling, die erst richtig zum Tragen kommt, wenn man die Serie beendet hat: das in sich geschlossene Paradoxon.
Ein Paradoxon beschreibt ja eine Geschichte, die in sich zwar eine Logik besitzt, realistisch betrachtet macht diese Logik aber überhaupt keinen Sinn. Und um eine solche Art von Geschichte zu schreiben, benötigt es Technik und eine absolute Liebe zum Detail, die sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen MÜSSEN.
Bei Oriental Odyssey entsteht dieses Paradoxon in Form eines sich unendlich oft wiederholenden Geschichtskreislauf. Bis weit über die Hälfte verfolgen wir die Geschichte hauptsächlich von den Standpunkten von Mu Le und Yuan An aus, die dann dramatischerweise, nachdem Mu Le seine Erinnerungen zurückbekommen hat, den Bach hinuntergeht. Dies führt dazu, dass Yuan An in der Zeit zurückreist, um zu verhindern, dass Mu Le überhaupt seine Odyssey beginnt, doch dies triggert in der Vergangenheit alle Schlüsselmomente, die dazu führen, dass Mu Le auf seine Odyssey geht. Im Grunde ist es genau so, als würdet ihr eine Zeitmaschine bauen, um euer altes Ich in der Vergangenheit davon abzuhalten, eben so eine zu bauen, aber euer Auftauchen in der Vergangenheit motiviert euer altes Ich genau dazu. Und Oriental Odyssey trifft mit dieser Art des Storytelling perfekt ins Schwarze!
In sich geschlossene Paradoxen sind die Creme-de-la-Creme an Storytelling, da sie vom Autor ein ungeheures Maß an Gesamtüberblick und Vernetzung verlangt. Bei Oriental Odyssey funktioniert das Ganze hervorragend! Es wird eben auf diese Kleinigkeiten geachtet, die die Handlung in sich logisch machen, damit das Paradoxon auch wirklich funktionieren kann. Denn auch wenn es zwar realistisch betrachtet sinnfreie Logik ist, muss die Logik innerhalb des Paradoxon funktionieren. Und hier spielt Oriental Odyssey seine mit Abstand größte Stärke aus.


zu den Charakteren
Yuan An taucht in den ersten Folgen gerne als Mann verkleidet auf. "Nicht schon wieder...!", war da mein erster Gedanke, weil ich Cross-Dressing einfach absolut nicht abhaben kann, v.a. wenn jeder Blinde mit Krückstock sieht, dass es sich um eine Frau handelt, nur unsere Drama-Welt scheint zu dumm dazu zu sein. Lustigerweise nervt das Ganze hier jedoch wenig, da sich Yuan An nach einiger Zeit als wirklich sympathische Figur erweist, auch wenn sie in vielen Teilen Klischees bedient. Dennoch ist sie nicht die typische Damsel in Distress, sondern probiert auch eigene Denkansätze und Pläne in der Realität aus, die dann auch wunderbar funktionieren.

Dennoch ist natürlich unser zuckersüßer Held Mu Le jedes Mal da, um die Dame in den brenzligen Situationen zu retten. Seine Odyssey oder Irrfahrt ist das, was die Handlung am Ball hält und entsprechenden Zug verleiht. Amnesie ist zwar Standard und auch die finale Auflösung war wenig überraschend (v.a. wenn man sich das OP ansieht, das vor Spoilern nur so trieft!!), aber dennoch ist man zufrieden - und das weniger um der Story Willen, sondern um Mu Le als Figur.
In der Handlung bekommen wir 3 Arten von Mu Le präsentiert: nach dem Verlust seiner Erinnerungen, nach der Rückgewinnung seiner Erinnerungen und interessanter Weise aufgrund des Paradoxon auch vor dem Verlust seiner Erinnerungen. Da Yuan An tatsächlich in der Vergangenheit reist, erleben wir gerade die letzte Art von Mu Le tatsächlich auch live mit und nicht als Nacherzählung von einem Drittcharakter nach dem Motto "so war er früher... weißt du noch?". Das gibt dem Charakter eine unglaubliche Tiefe, da alle 3 Arten des Mu Le stellenweise unterschiedlicher nicht sein könnten, was mir v.a. durch den Dynamikwechsel zwischen ihm und Yuan An sehr gut gefallen hat. Hier kommt auch die schauspielerische Leistung von Zheng Ye Cheng (damals 23/24) zu tragen, der die Rolle wahnsinnig komplex auslegt. Er ist in der Lage, das wilde ungezähmte Biest genauso überzeugend zu spielen wie den arroganten Schnösel, und das benötigt die Rolle von Mu Le auch, um seine volle Stärke auszuspielen. Ye Cheng gelingt das wirklich sehr gut, obwohl er nicht aus dem typischen Schauspiel kommt, sondern einen Abschluss in chinesischer Oper hat - tolle Leistung!

Die Second-Leads und die Gegenspieler sind typischer Standard, auch wenn die Kriminalfälle in einigen Punkten sehr spannend und innovativ wirken. Auch die Hauptstory ist Standard, weshalb gerade die Bösewichte sehr eindimensional wirken. Da die Handlung aber eher auf Mu Le als Hauptfigur baut, der für mich hervorragend funktioniert, stört das im Gesamteindruck jedoch wenig.


Kostüm und Bühnenbild - man kann eintauchen!
Eine Kategorie, die ich normalerweise nicht extra erwähne, da asiatische Serien meist ein sehr ausladendes Bühnenbild und wunderschöne Kostüme haben, aber hier fällt es einfach zu positiv auf, um es unerwähnt zu lassen: die Kostüme sind Bombe!
Bei Oriental Odyssey scheint in der Garderobe tatsächlich jemand mitgedacht zu haben, weil die Kostüme nicht nur hervorragend den Charaktertyp der jeweiligen Figur unterstreichen, sondern auch hervorragend zum Farbtypen der Schauspieler passen. Jeder Mensch hat bekanntlich Farben, die einem besser oder weniger gut stehen, und oft macht nur die Tatsache, ob es ein warmer oder ein kalter Braunton ist, einen gehörigen Unterschied. Hier scheint tatsächlich jemand sein Handwerk so gut zu verstehen, dass die Kostüme sowohl zum fiktionalen Charakter passen, als auch dem tatsächlichen Schauspieler stehen. Ebenso die Frisuren, die gut zur Kopfform passen und die Figuren sowie Schauspieler wirklich von ihrer besten Seite zeigen.

Man könnte meinen, dass das Bühnenbild kitschig werden würde, sobald das Orientalische der "Oriental" Odyssey zum Tragen kommt, aber auch ist das Bühnenbild perfekt. Extrem aufwendige Kostüme, extremer Haarschmuck - "zu viel" denkt man da im ersten Moment, aber da auch das Bühnenbild "viel" ist, passt der Gesamteindruck. Lustigerweise wird man hier nicht von der bloßen Menge erschlagen, sondern ist eher von der Pracht fasziniert. Sicherlich merkt man an einigen Punkten, dass man mit Materialauswahl Geld sparen musste, aber der Gesamteindruck v.a. der orientalischen Welt ist dermaßen atemberaubend, dass das wenig stört. Also allein aus optischer Sicht wirklich eine Komposition!


Fazit
Oriental Odyssey merkt man seine Länge mit 50 Folgen zwar an und man hätte sicher auf 40 Folgen kürzen können, dennoch ist man am Ende mehr als zufrieden mit dieser Serie.
Das in sich geschlossene Paradoxon funktioniert mit der Liebe zum Detail hervorragend und hebt die Handlung rund um die Amnesie von der bloßen Nacherzählung durch Drittfiguren oder als Erinnerungsfetzen (die typische Rückblickfolge) von vergleichbaren Serien ab, indem sie dem Zuschauer die Möglichkeit gibt, mit Yuan An zusammen tatsächlich die Geschichte mitzuerleben.

Mit Mu Le als hervorragender Lead und einem grandiosen optischen Gesamtwerk macht es das Eintauchen in eine orientalische Odyssey zu einem Gesamterlebnis, wo auch immer sie hingehen mag, das zwar erst nach der Beendigung der Serie sein volles Potential erreicht, aber das die Zeit, die man auf die Serie verwendet hat auf alle Mal wert macht.

TIPP: ich würde persönlich davon abraten, OP und ED der Serie zu schauen! Nicht, weil die Musik schlecht wäre, die ist sogar recht gut und v.a das OP stimmt gut auf die Geschichte ein, nur leider benutzen chinesische Produzenten Szenen aus der Serie, um das Bildmaterial für OPs und EDs zu stellen. Und ich bin ehrlich, bei Oriental Odyssey hat man leider nicht bedacht, dass es den Begriff "Spoiler" gibt. Wer dennoch das OP braucht, um in Stimmung zu kommen, vielleicht einfach im Hintergrund ohne Bild laufen lassen oder mal auf YouTube das Lied anhören, aber bitte passt auf vor den Spoilern^^
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Chen Qing Ling

Avatar: SabriSonne
Redakteur
#3
Vor einigen Jahren ist ein Anime aufgetaucht, den alle plötzlich unheimlich toll fanden. Ein gutes Jahr später taucht eine chinesische Webserie dazu auf, die nach ihrer Ausstrahlung zum erfolgreichsten chinesischen Drama aller Zeiten wird.
Ich habe sie lange vor mir hergeschoben, weil ich solchen Hypes immer sehr verhalten gegenüber stehe, und ich muss sagen, am Anfang hätte ich fast abgebrochen...


zur Handlung
Ein sehr zweischneidiges Schwert, kann man hierzu nur sagen.

Die Geschichte beginnt mit 2 Folgen, in denen man in eine Welt ohne Erklärungen im wahrsten Sinne des Wortes einfach hineingeworfen wird. Tausende Figuren, die man nicht vorgestellt bekommt, dazu tonnenweise an Wuxia-Fantasy und Martial Arts - ich bin ehrlich: man hat keine Ahnung, was da eigentlich abgeht.
Danach verabschiedet sich die Serie bis weit über die Hälfte in eine Geschichte vor 16 Jahren, die zu den ersten beiden Folgen hinführen soll. Endlich lernt man Figuren und Welt kennen, was zwar am Anfang durch die Schulthematik etwas schleppend von Statten geht, aber im Grunde alle wichtigen Figuren inklusive Charaktereigenschaften gut einführt.
Danach nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf, gerade dadurch, dass endlich Ziele und Motivationen sichtbar werden. Man hält sich nicht mehr zufällig mit irgendwem an irgendeinem Ort auf, sondern man macht dies nun mit Plan, sodass die Geschichte schnell voranschreitet. Dennoch hat die Handlung einige Längen, was bei 50 Folgen jedoch zu erwarten war. Viele Ideen sind Standard, bei manchen Stories fragt man sich überhaupt, welchen Sinn diese hatten, ebenso bei den beteiligten Figuren, und dadurch das man in den ersten beiden Folgen gewisse Charakterentwicklungen bereits vorgesetzt bekommen hat, ziehen sich manche Character-Arcs unnötig in die Länge. Allein die finale Auflösung hat geschlagene 4 Folgen gebraucht, und selbst dann sind noch nicht alle Fragen restlos beantwortet! Dies liegt sicherlich auch daran, dass viele chinesische Namen sehr ähnlich klingen und man nicht immer ein Bild vor Augen hat, aber v.a. liegt es an der verschachtelten Handlung. Versteht mich nicht falsch, vom methodischen Standpunkt aus ist die Handlung hervorragend aufgearbeitet, jeder Handlungsstrang führt zum nächsten und bildet im Endeffekt ein riesengroßes Netz, das erforscht werden will, aber selbst mit bestem Willen kann man sich nicht jede Kleinigkeit genau merken. Zwar werden wichtige Momente immer wieder mit Rückblenden gezeigt, aber was wer genau vor 30 Folgen mit irgendwem irgendwo ausgemacht hat, bekommt man einfach nicht mehr zusammen. Ich muss zugeben, ich habe nach der Serie erst einmal eine halbe Stunde gegoogelt, um meine Gedanken zu ordnen, so erschlagen war ich. Und das lag leider nicht nur an der Gesamtlänge der Serie: viele Storyelemente werden nicht hinreichend erklärt, besonders die Thematik rund um das magische Metall, sodass man sich viele Gedankengänge selbst zusammenreimen muss. Außerdem sind es zum Ende hin eindeutig zu viele Figuren, die in den Finalfolgen dermaßen viele Kettenreaktionen auslösen, dass man einfach den Überblick verliert. Hier ist dann wirklich ein Rewatch angebracht, weil man im Finale den Drang verspürt, die Kleinigkeiten zusammensetzen zu wollen, an die man sich jedoch nicht erinnert oder bei denen man im Vornherein nicht aufgepasst hat. Die Gesamtstoryline ist jedoch interessant genug, um zum Rewatch auf jeden Fall zu motivieren.

Dennoch ist "The Untamed" nicht unfehlbar. Das CGI ist stellenweise, v.a. bei den Monstern, so kitschig eingesetzt, die Zombies sehen teilweise aus wie aus einer mittelprächtigen Geisterbahn und auch die Kampfszenen habe ich schon besser choreographiert gesehen. Und gerade bei den Kampfszenen war ich in gewisser Weise enttäuscht, da schon allein die beiden Hauptdarsteller professionelle Tänzer sind. Ich habe das Gefühl, hier wurde einiges an Potential liegen gelassen.
Ebenso verschenkt "The Untamed" seine Ernsthaftigkeit mit seiner Kontinuität. Im einen Moment scheint der Gegner unbesiegbar, selbst wenn alle zusammenarbeiten, im nächsten Moment ist der Gegner so fasziniert von Feuer, dass alle vorbeischleichen können. Wenn man bedenkt, dass eben dieser Gegner keine 20min vorher von den Feuerangriffen unserer Helden vollkommen unbeeindruckt war, kann man hier nur die Augen verdrehen. An anderer Stelle wird während der Kampfaktion niemand wirklich getroffen, nach dem Kampf ist aber die Hälfte verletzt...?


zu den Charakteren
Die Grundlage von "The Untamed" ist eine BL-Geschichte, und ich muss sagen, ich bin der strengen chinesischen Zensur wirklich sehr dankbar, dass die Webserie keine BL-Elemente beinhaltet. Ich habe nichts gegen BL, aber hier in diesem Rahmen wären solche Elemente eindeutig störend gewesen, weshalb ich mit dieser Umsetzung der Thematik sehr zufrieden bin. Nichts desto trotz merkt man einen leichten BL-Vibe.
Ein Großteil der Tragfähigkeit der Handlung beruht auf der extrem guten Freundschaft zwischen den beiden Hauptfiguren. Diese funktioniert im Vergleich zu anderen Serien übertrieben gut, weil nicht nur die beiden Figuren durch ihre zwar im ersten Moment gegensätzliche, aber im Grunde gleiche Mentalität perfekt zusammen passen. Wuxian ist dabei zwar der typische Hauptcharakter, doch besitzt er eine dermaßen sympathische und bodenständige Ausstrahlung, dass man sich in der 1. Sekunde in ihn verliebt. Er wechselt während er Handlung zwischen niedlich verspielt, verantwortungsbewusst bis hin zum Bösen. Darsteller Xiao Zhan fängt dabei alle Emtionen hervorragend mit Mimik und Gestik ein, sodass Wuxian ein Charakter zum Nachvollziehen und v.a. Entdecken wird.
Lan Zhan als sein Gegenpart ist auch das genaue Gegenteil, extrem kühl, extrem still (es gibt Folgen, in denen er zwar in fast allen Szenen dabei ist, aber nur 3 Zeilen sagt! Kein Scherz! Von Mimik und Gestik mal ganz zu schweigen...!), doch auch er hat diese sympathische und v.a. vom Grunde seines Herzen auch warme Ausstrahlung - Respekt an Wang Yibo, der mit seinen 20 Jahren die Rolle so tiefgründig und vielschichtig nur über seine Aura ausführt!
Überhaupt machen die beiden Hauptdarsteller Xiao Zhan (Wuxian) und Wang Yibo (Lan Zhan) trotz über 6 Jahre Altersunterschied (27 - 20/21) nebeneinander eine hervorragende Figur (und das, obwohl beide Hauptberuflich aus dem Musikbereich kommen!), ihre Geschichte ist nachvollziehbar und v.a. wird sie durch die Musik auch aus einer anderen Ebene für den Zuschauer zugänglich gemacht. Dadurch entwickelt man schnell Sympathie und v.a. Empathie für die beiden und kann ihre Freundschaft auf eine ganz besondere Art und Weise genießen.

Insgesamt ist die schauspielerische Leistung extrem stark. Der Cast ist insgesamt sehr jung, Yibo mit 20 als Lead einer der jüngsten, auch der Rest sortiert sich in den 20ern. Dass ein so junger Cast eine Serie tragen kann, ist nicht selbstverständlich, aber hier gelingt es wirklich hervorragend. Klar gibt es auch Figuren, die man nicht leiden mag, aber die Bösewichte sehen tatsächlich böse aus und die vielschichtigen Figuren sind auch optisch allein in ihrer Mimik eine Augenweide. Im ersten Moment wirken viele Figuren eindimensional, doch hinter den meisten versteckt sich tatsächlich mehr als man vermuten mag. Kombiniert mit der komplexen Handlung macht es richtig Spaß herauszufinden, wer sich wirklich hinter dem Lächeln verbirgt. Einigen Figuren traut man so ziemlich alles zu, die sich jedoch im Vergleich zu manch anderen als harmlose Schäfchen herausstellen. Und hier spielt "The Untamed" eindeutig seine Stärke gnadenlos aus.

Mein persönlicher Favorit im Nebencast war Zhu Zanjin als Jin Guangyao - der Junge hat mehr Mimik in einer Augenbraue als manche im ganzen Gesicht! Und das kombiniert mit diesem Charakter war für mich eindeutig eine Augenweide!


Warum die Serie ein Meisterwerk ist? Sie ist rund - und das "nur" durch Musik!
Handlung und Charaktere allein zu kombinieren und daraus eine epische, grandiose Geschichte zu machen, ist zwar wichtig, aber noch lange kein Grund, warum eine Geschichte zu einem Meisterwerk wird.

Was für mich diese Serie erst perfekt macht, ist die Musik dazu. Die Musik verbindet in der Geschichte einfach alles, sie ist Träger von Emotionen und sogar unwesentlicher Bestandteil der Auflösung vieler Geheimnisse. Selbst die Tatsache, dass das Ending als Instrumentalversion in Verlauf der Geschichte eine dermaßen wichtige Rolle spielt, hinterlässt einen bleibenden Eindruck, da Emotionen angesprochen werden. Das Lied ist das Thema der Freundschaft zwischen Wuxian und Lan Zhan, das entsprechend ihrer Höhen und Tiefen mal gesungen, mal episch, mal traurig als Piano oder als Flöten- bzw. Guqin-/Zither-Version als persönliche Darstellung der Instrumente der beiden passend eingesetzt wird. Bedenkt man dann außerdem noch die Tatsache, dass das Ending von den beiden Hauptdarstellern gesungen wird, ergibt seine emotionale Gesamtkomposition, der man sich fast nicht mehr entziehen kann. Dadurch werden die Szenen zwischen Wuxian und Lan Zhan in der ohnehin schon fesselnden Handlung noch mitreisender und anziehender, man gibt sich emotional hin - und das nenne ich jetzt Kunst!

Und was im Endeffekt das ganze perfekt macht: wir durchbrechen nicht nur "the 4th Wall", wir reißen sie ein!
In der Serie schreibt Lan Zhan dieses Lied, als beide Charaktere am schwersten Punkt in ihrer Geschichte stehen. Wuxian übernimmt das Thema bald mit der Flöte. Das Ending stammt überraschenderweise aus der Feder von Wang Yibo, also dem Darsteller von Lan Zhan höchstpersönlich, der damals auch auf Xiao Zhan (Wuxian) zugekommen ist, um mit ihm gemeinsam dieses Lied aufzunehmen. Es mag Zufall sein, aber hier schließt sich für mich ein Kreis in der Geschichte, den es sonst nirgendswo gibt. Ebenso auch aufgrund der Tatsache, dass Lan Zhan das Lied in der Serie nie benennt, was Wuxian des Öfteren bemängelt, aber der Originaltitel, den sich Yibo ausgedacht hat, kann einfach nicht besser sein: "Unrestrained"

Und hiermit entsteht eine emotionale Multiplikation.
Als Zuschauer hat man bereits die ganze Serie lang eine Verknüpfung zwischen der Melodie und der Freundschaft zwischen Wuxian und Lan Zhan, doch in dem Moment, in dem Lan Zhan das Lied auf seiner Zither spielt, verwandelt er eine Hintergrundmusik in ein für alle realexistierendes Stück! Ab diesem Moment beginnen auch die beiden, dieses Lied mit ihrer Freundschaft zu verbinden, was im Endeffekt dazu führt, dass der Zuschauer als Person, Wuxian als Person und Lan Zhan als Person die tatsächlich gleiche Emotion in eben diesem Moment fühlen. Und wer sich dem noch entziehen kann...


Fazit
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, da ich eigentlich der Typ bin, der die gehyptesten Serien immer am schlechtesten findet, aber hier war es anders!
"The Untamed" ist für mich eine der rundesten Geschichten, die zwar erst am Ende richtig zieht, aber einen nach einigen Folgen nicht mehr loslassen will! Großen Einfluss haben darauf nicht nur Handlung und Figuren, sondern für mich v.a. der beispiellose Einsatz von Musik, der Emotionen transportiert, Geschichten vernetzt und sogar als Charakterentwicklung als solche funktioniert! Und diese Emotionen, getragen von Musik, haben dann tatsächlich dazu geführt, dass ich in den finalen Szenen einige Tränchen vergossen habe! Und das Ende war perfekt!

Wer sich noch nie in chinesischen Serien versucht hat, kann "The Untamed" gerne als seine Einstiegsdroge verwenden. 50 Folgen können wie im Flug vergehen, auch wenn ich mir die Serie sicherlich irgendwann noch einmal geben werde, damit ich wirklich alle kleinen Fäden der Geschichte auch verstanden habe, aber da wird es sicher auch die Super-Cut-Version mit 20 Folgen tun^^
Beitrag wurde zuletzt am 13.01.2021 um 16:34 geändert.
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Gumihodyeon

Avatar: SabriSonne
Redakteur
#4
Wie die Pilze schießen sie zur Zeit aus dem Boden - Zeitgenössische Fantasy. Goblin und The King haben es vorgemacht - was macht Tale of Gumiho daraus?

Zur Handlung
Tale of Gumiho setzt auf Bewährtes und bleibt damit dem klassischen Fantasy treu. Übernatürliche Wesen und ein Hauch an Magie, kombiniert in einem modernen Setting. Um die Geschichte in ihrer Fülle zu erweitern, wird die Romanze über mehrere Jahrhunderte eingeführt, die sogar überraschend niedlich war, und packt sie mit einer spannenden Mischung aus Geistergeschichten und Krimi zusammen.
Wer wie ich auf Mythen und Märchen steht, der wird mit Tale of Gumiho in dieser Hinsicht sehr gut bedient. Man sucht sich interessante Geschichten rund um koreanische Folklore und macht sie Teil von Kriminalfällen, die Reporterin Ji-Ah zu lösen versucht. Dabei kommt sie immer öfter mit den beiden Brüdern Lee Yeon und Lee Rang in Kontakt, die auf die Geschichte in sehr unterschiedliche Art Einfluss nehmen. Damit werden die Ideen schnell vielschichtiger und unterhalten stellenweise sehr gut. Auch die kreative Umsetzung im Hier und Jetzt gelingt in der Regel sehr gut und sorgt dafür, dass man an manchen Punkten wirklich am Bildschirm klebt. Im Endeffekt hat man es aber von der Hauptstory her mit einem typischen Fantasy "Gut gegen Böse" zutun, der auf bekannte Storyelemente setzt, die aber als KDrama so erst selten umgesetzt wurden und eine willkommene Abwechslung im Genre bieten.

Doch leider scheint auch hier irgendwer den sprichwörtlichen Kaugummi entdeckt zu haben, der auch hier wieder irgendwann am Schuh zu kleben scheint. Die Handlung verrennt sich zwischendrin wie schon The King in eine unglückliche Mischung aus Komödie und Alltagsgeschichte, die jedoch leider auf sehr übertriebene Weise im Kontrast mit der doch sehr düsteren Fantasy steht, was schnell zu optischen und stimmungstechnischen Brüchen führt. Das fällt sogar dem Zuschauer negativ auf, der dadurch immer wieder mit widersprüchlichen Emotionen konfroniert wird und stellenweise von einem Extrem ins andere geschoben wird. Des Öfteren sitzt man mit einem "Hä? Wartet mal! Stopp!" vor dem Bildschirm, weil man seine Gedanken erst ordnen möchte, bevor man sich wieder auf vollkommen andere Emotionen einlassen kann.

Außerdem merkt man gerade zum Ende, dass gewisse Auflösungen zu früh kamen. Wichtige Schlüsselereignisse tauchen teilweise schon 4 Folgen vor Schluss auf, sodass es bei manchen Szenen fast so wirkt, als hätte man die extra lang gemacht, damit man mehr Sendezeit verschwenden kann. Auch die finale Auflösung im Kampf Gut gegen Böse erschient im Endeffekt fast unspektakulär, wenn man sie mit der stellenweise wirklich sehr gut ausarbeiteten, mehrschichtigen Handlung vergleicht, in der sich die Charaktere oft in einer Sackgasse wiederfinden oder der Bösewicht doch noch den Kopf aus der Schlinge zieht. So wirkt die finale Auflösung fast als zu einfach.
Ebenso gezwungen wirkt auch das Ende als solches.
Im Verlauf der Handlung bemerkt man als Zuschauer schnell, dass man nicht unbedingt ein Happy End braucht, um mit der Serie zufrieden zu sein, doch die Macher entscheiden sich für einen anderen Weg und versuchen, auf Teufel komm raus, ein Happy End durchzuboxen. Und so verdreht man am Ende eher die Augen anstatt sich mit den Figuren zu freuen.



Mein absoluter Minuspunkt geht aber an die Geschichte zwischen den beiden Brüdern Lee Yeon und Lee Rang. Die beiden sollen in der Handlung als Gegensatz "Gut und Böse" fungieren und man erfährt auch früh, warum es zu diesen Rollen kommt, doch je länger man sich die Sache zwischen den beiden anschaut, desto genervter wird man. Das Problem zwischen den beiden, was auch zu Lee Rangs Charakterentwicklung führte, ist im Grunde nur fehlende Kommunikation. Und es ist interessanter Weise "der Böse" Lee Rang selbst, der mehrfach versucht, das Problem in einem Gespräch zu beseitigen, doch es ist "der Gute" Lee Yeon, unser Held, der seinen kleinen Bruder immer weiter ins Verderben schickt, weil er zu arrogant und "ich bin's" ist, um das Problem aus der Welt zu schaffen.
Wie "Naruto und Sasuke" par excellence! Im Endeffekt hängt man dann nämlich bis zur Hälfte der Serie in einem geschwisterlichen Konflikt, bei dem der kleine Bruder mit dem psychischen Schaden mehrfach versucht das Problem zu beseitigen, was der große Bruder aber nicht möchte, den kleinen Bruder immer mehr in die Verdammnis drängt und sich dann beschwert, warum sein kleiner Bruder so psychisch labil ist - was soll das?!
So schaut man zwar aufgrund guter Schauspieler-Chemie die Szenen der Brüder gerne an und genießt auch stellenweise die gute Bromance, doch es dauert nicht lange, bis man wirklich genervt ist.


zu den Charakteren
An diesem Punkt rettet sich die Handlung - die 3 Hauptcharaktere und der Bösewicht!

Imoogi als Hauptgegenspieler war dermaßen gut gelungen, dass es weh tut! Nicht unbedingt den besten Beweggrund, aber die Art und Weise wie er seine Ziele erreichen will, ist grandios! Absolut gnadenlos, ohne Rücksicht auf Verluste - die Art von Bösewicht, der tatsächlich abgrundtief böse ist ohne kitschig zu wirken. Ihm die Fähigkeit zu geben, Menschen mit seinen Worten seinen Willen aufzuzwingen, sorgt für dermaßen dramatische und gruselige Momente, in denen man echt panisch die Luft einsaugt. Genauso muss ein Bösewicht sein!

Ji-Ah als weibliche Hauptfigur überzeugt tatsächlich vor allem zu Beginn der Serie durch Eigeninitiative und muss nicht ununterbrochen gerettet werden. Sie wird nicht stark dargestellt, sondern ist es tatsächlich, was eine nette Abwechslung zu den sonstigen weiblichen Hauptfiguren in vergleichbaren Serien ist. Am Ende rutscht sie dann zwar leicht in eben dieses Fahrwasser des heulenden Frauenzimmers, aber insgesamt stört das wenig.

Bei Lee Yeon war es genau umgekehrt. Zu Beginn hat man das Gefühl, der Charakter wird absichtlich als "wow, der ist ja so cool" dargestellt, dass er leider zu plakativ und realistisch wird. Man kann sich nicht in ihn hineinversetzen, ihn nachvollziehen, sodass er schnell unsympathisch und fremdartig wird. Zur Hälfte hin bessert sich das jedoch, gerade weil er endlich das Problem mit seinem Bruder regelt, aber in den ersten Folgen ist er wirklich anstregend. Und ich gebe zu, ich habe die Serie nach Folge 4 damals abgebrochen und bin erst später wieder eingestiegen, weil ich Lee Yeon am Anfang überhaupt nicht abhaben konnte. Kombiniert mit der meiner Meinung nach immer öfter aufkommenden Tatsache, dass die Figuren wie Topmodels mit den neusten und teuersten Klamotten gestylt werden, die für jeden Normalsterblichen viel zu "fancy" wären, macht es die Sympathie nicht einfacher. Gott sei Dank bessert sich das jedoch, was aber mehr an der Leistung von Schauspieler Lee Dong-Wook (Goblin, Strangers from Hell) liegt, der als erster Mann überhaupt einen koreanischen Gumiho spielt und deswegen keine wirkliche Vorlage für den Charaktertyp hatte. Im Endeffekt kann man aber bis zum Schluss keine wirklichen Charaktereigenschaften benennen, um die Figur zu beschreiben. Und das geht bei einer Hauptfigur eigentlich überhaupt nicht, da man so auch keine Charakterentwicklung beobachten kann. Nicht nur, dass man nicht in Worte fassen was am Ende beim Charakter rauskommt, man hat ja noch nicht mal eine Ahnung, wo es eigentlich losging!

Ganz anders Lee Rang, den einzigen realistischen Charakter. Man merkt sehr schnell, dass er nicht der klassische Bösewicht ist, sondern in die Rolle mehr gedrängt wurde. Klar, er hat diese hinterhältige Art an sich, aber als abgrundtief böse würde ich ihn nicht bezeichnen. Und das merkt man auch in vielen kleinen Szenen schnell, steckt doch hinter dem kleinen Bruder eine total zerbrochene Persönlichkeit. Und die Art und Weise wie sie seine Geschichte vor allem mit seinem Bruder aufgelöst haben, hätte man nicht besser schreiben können. Die Folgen 8 und 9 sind mit Abstand 2 der besten Folgen, die ich überhaupt in Serien jemals gesehen habe und verdienen besonderes Lob (und waren außerdem der Grund, weshalb ich die Serie wieder angefangen habe)! Super! Leider bekommt man aber schnell ein Gefühl, wohin die Handlung mit seinem Charakter führen kann, was dann zu einem kleinen negativen Beigeschmack führen kann, aber im Endeffekt neben Imoogi mein absolutes Highlight.

Die Nebencharaktere und weiteren Gegenspieler waren zwar in der Regel sehr eindimensional, haben aber wie kleine Zahnrädchen zusammengepasst. Bei dieser Vielzahl an Figuren wirklich erstaunlich, da sich im Enfeffekt alle auf sehr kompakte Art und Weise beeinflussen und somit die Welt im Grunde sehr klein und perfekt verzahnt wurde. Manche Charaktere nerven zwar, besonders die Dame im Büro der Toten, die beiden Freunde von Ji-Ah und der kleine Junge, der so dermaßen übertrieben als "das süße Kind" potraitiert wurde, dass es schon dümmlich wirkte, aber im Großen und Ganzen wirklich gut geschriebene Figuren, die sich alle auf irgendeine Art beeinflussen.

Schauspielerisch ist die Serie ebenfalls auf dem gewohnt hohen Niveau. Starke Performances von den beiden Hauptfiguren, auch Lee Tae-Ri als Imoogi war mehr als gruselig und auch Kim Yong-Ji als Lee Rangs Freundin Yu-Ri kann ich mittlerweile immer mehr leiden. Besonders gefreut habe ich aber auf Kim Beom (Boys over Flowers, Psychometry), der als Lee Rang nach 4 Jahren Pause wieder sein Comeback feiert und der für diese Art der Rolle einfach wie geschaffen ist. Er ist in der Lage zu grinsen, aber gleichzeitig den absolut kalten Blick in den Augen zu haben, was ihn für "böse" Rollen einfach prädestiniert macht. Ebenso Lee Dong-Wook als Lee Yeon, den man im Grunde nur hinstellen braucht, weil der Mann einfach diese Aura hat, die einen sofort in seinen Bann zieht. Vom Cast her wirklich perfekt und sicherlich auch ein wichtiger Punkt, weshalb die Serie so gut funktioniert. Die Chemie zwischen den Schauspielern ist perfekt, Lee Yeon und Lee Rang wirken tatsächlich wie Brüder und die Romanze zwischen Lee Yeon und Ji-Ah wirkt trotz 10 Jahre Altersunterschied sehr niedlich.

Fazit
Wer auf zeitgenössische Fantasy steht, ist mit Tale of Gumiho wirklich gut bedient. Die Handlung richtet sich dabei eindeutig an Frauen, ist aber stellenweise wirklich gruselig und spannend. Charakterlich braucht man gerade mit Lee Yeon einiges an Zeit, um mit ihm warm zu werden, da jedoch Ji-Ah und Lee Rang im Ausgleich dafür sehr gut und nachvollziehbar wirken, fällt das gar nicht schwer ins Gewicht.
Nichts desto trotz kommt auch hier der Fluch des klebenden Kaugummis, der vor allem spätestens am Ende auffallen wird, wenn man sich nicht von den vielen in die Länge gezogenen RomCom-Elementen gestört fühlt.
Für mich rettet sich die Serie jedoch mit guten Ideen, interessanten Settings, neuen Möglichkeiten und einem wirklich hervorragend gecasteten Hauptcast!
Beitrag wurde zuletzt am 06.12.2020 um 09:14 geändert.
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Naisu no Mori: The First Contact

Avatar: Asane
Redakteur
#5
Wer also bei Symbol - einem ähnlich derben, schrägen Streifen - glücklich mit dem Leben davon gekommen ist, kann hier gleich weitermachen, um die Belastbarkeitsgrenzen seines Verstandes auszuloten.

Anstelle eines Verrisses folgt nun ein Erklärungsversuch. Ein zugegeben schwacher.

Vom Aufbau her gesehen, technisch wie konzeptionell, dürfte Monty Pythons "and now for something completely different" Pate gestanden haben, erinnert teilweise aber auch an Helge Schneiders cineastische Versuche (Doc Snyder), speziell in seiner Art der Pointenverweigerung und hartnäckigen Realitätsvorspiegelung, wenn er bspw. an einem Forstweg im Sauerland steht und das allen Ernstes einem als 'Wildwest' verkaufen will. (Und in einem höheren Sinne stimmt das ja auch.)

Die Art und Weise, wie nun in Funky Forest unterschiedlichste Szenen und Sketche miteinander verbunden und verwoben sind, schreien förmlich nach Evidenz und Bedeutsamkeit, aber ob das wirklich immer so der Fall ist, darf aufs herzlichste bezweifelt werden. Da gäbe es also:

das Manzai-Duo
die Guitar Brothers
das aufgedrehte Freundinnen-Trio (Name vergessen)
das Klassenzimmer (homeroom)
Aliens in verschiedenen Variationen

Und noch einiges mehr, was mittlerweile dem gnädigen Vergessen meinerseits anheim gefallen ist.

Jetzt verhält es sich allerdings meist so, daß hier nicht eine Pointe die andere jagt, sondern mehr (und hierin liegt die Parallele zu Helge Schneider) eine Verweigerung zelebriert wird, bei der man das Gefühl hat, man lasse den Witz und die Pointe am ausgestreckten Arm verhungern. Als handele es sich um eine eher stille Reihung von Belanglosem mit seltsam schrägen Zügen, die Zurschaustellung des Banalen um der Banalität willen.

Aufgewogen wird dieses Manko durch die fast schon triebhafte Lust am Bizarr-Ekelhaften. Und dem Spiel mit Tabugrenzen. Denn in dieser (angeblichen) Bauchnabel-Szene werden aus einem Körperbereich, dessen Identität sich auch ohne explizite Nennung leicht dem Zuschauer erschließt, eigenartige Dinge herausgezogen. Inklusive menschgesichtiger Gilbberaliens in Gummi-Optik, die zudem recht eigenartige Eigenschaften aufweisen, wie in späteren Sketchen ausführlich exemplifiziert wird. Beispielsweise ihrer Eignung als Musikinstrument.
In alledem zeigt sich die Regie in der Art der Visualisierung auf derart dilettantischem Niveau, daß man fast schon satirische Absicht vermuten könnte. Die Szenenschnitte und "Tricks" sind oft so haarsträubend und durchsichtig, wie man das von so manchen eher fragwürdigen Horrorstreifen kennt, beispielsweise von "Hausu" oder "Exte".

Dazu das typisch japanische Acting. Wobei man als westlich sozialisierter Zuschauer oft das Gefühl hat, es ginge nicht so sehr darum, lebensecht zu agieren und eine Rolle authentisch auszufüllen, sondern diese Rolle echt genug zu simulieren und das Schauspiel zu leben - mit einem Ergebnis, das man beispielsweise von Schultheateraufführungen kennt.

Oftmals gilt auch der Schein als das Sein. Gerade wenn man sich an Effekten versucht, bei denen einem das Gemachte direkt ins Auge springt. Und bei denen im Verlauf leider offensichtlich wird, daß all das durchaus ernst gemeint war. Wenn also der Effekt nicht zündet - und das geschieht so einige Male - dann verpufft auch die Pointe. Falls denn eine hätte vorhanden sein sollen.

Mag sein, daß all das ganz anders wirkt, wenn man anders sozialisiert ist und wenn man das mit den Augen eines gelernten Japaners sieht. Als Außenstehender ist das recht schwierig einzuordnen, und man bleibt teils ratlos, teils verärgert oder schlicht gelangweilt vor der Mattscheibe zurück.

Dennoch sollte man die Aufmerksamkeitsspanne auf hohem Level halten, denn es werden ständig Rückbezüge gemacht und kleine Szenen als bekannt vorausgesetzt, die zwei Stunden früher stattgefunden haben. Ein gutes Gedächtnis ist auch hier Voraussetzung für gutes Verständnis. Denn auch hier gilt: geschenkt wird einem nichts!
Beitrag wurde zuletzt am 28.11.2020 um 16:12 geändert.
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Goemon

Avatar: Nova Lunaris#6
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  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
Dieser Film und ich haben eine besondere Geschichte. Das erste Mal sah ich »The Legend of Goemon« vor ungefähr zehn Jahren (man bin ich schon alt). Zu dieser Zeit hatte ich noch herzlich wenig mit Anime und dergleichen zu tun und wusste fast nichts über die japanische Kultur. Natürlich schaute ich bereits einige Serien auf RTL 2, ohne mir bewusst zu sein, dass es sich um Animes handelte. Obwohl ich keine Ahnung von den geschichtlichen Hintergründen hatte, schaffte es, der Film mich tief zu beeindrucken. Eins war mir damals schon klar, dieses Werk musste ich irgendwann erneut sehen. Leider dachte ich nicht daran, nach den Namen zu schauen, und dementsprechend war es mir nicht möglich, ihn zu finden. Ich verbrachte einige Jahre mit der Hoffnung, dass der Film erneut im Fernsehen laufen würde, aber das passierte nicht. Schließlich vergaß ich dieses Werk. Bis ich auf aniSearch zufällig das Cover von »The Legend of Goemon« entdeckte. Bei der Beschreibung wurde mir sofort klar, das ist, wonach ich so lange gesucht hatte. Dann verging wieder einige Zeit bis ich mit entschloss den Film zu kaufen. Natürlich musste es die Limited special Edition sein. Denn wenn schon denn schon, dachte ich mir. Vor allem eine Frage war für mich besonders von Bedeutung.
»Würde der Film mir zehn Jahre später immer noch gefallen?«
Dazu am Ende mehr, zuerst möchte ich euch meine Eindrücke zu diesem Werk schildern.

Die zentrale Rolle der Geschichte ist Ishikawa Goemon selbsternannter Meisterdieb und so eine Art japanischer Robin Hood. So ist es wenig verwunderlich, das er zu Beginn einen reichen Herren um sein Hab und Gut erleichtert. Dabei gelangt er zufällig in den Besitz der Büchse der Pandora. Dies löst eine Reihe von Ereignissen aus, die dazu führen, dass die Vergangenheit unseren Helden schließlich einholt. Bevor er zum Meisterdieb wurde, war er ein Ninja in der Gefolgschaft von Oda Nobunaga. Deswegen bleibt ihm nur eins, als er herausfindet, dass sein ehemaliger Herr vom jetzigen Herrscher Hideyoshi Toyotomi hintergangen wurde. Der Verräter muss sterben. Damit sollte klar sein, das dieser Film zur Sengoku-Zeit spielt, etwa fünfzehn Jahre nach der Ermordung von Oda Nobunaga.
Die tragische Erzählung überzeugt, bis auf eine Stelle, in meinen Augen durchgehend. Diese Stelle wurde durch die unnötig eingefügte Büchse der Pandora hervorgerufen. Die, obwohl sie aus der europäischen Kultur stammt, merkwürdigerweise chinesische Gravierungen aufweist. Grundsätzlich passt die Legende der Büchse zur Geschichte. Allerdings wurde sie hier so stümperhaft umgesetzt, dass man mit böser Zunge behaupten könnte, diese sei nur zum Publikumsfang unter den Europäern dar. Ein weiterer kleinerer Fauxpas betrifft ebenfalls diese Büchse. So weiß unser Held am Anfang nicht, worum es sich dabei handelt, kann aber am Ende unerklärlicherweise die Geschichte zu Pandora rezitieren. Also liebe Japaner, wenn ihr euch schon anderer Kulturen bedient, dann macht es bitte richtig oder lasst es bleiben. Obwohl ich zugeben muss, dass mir die Botschaft gefallen hat, die man versucht damit zu vermitteln.
Kommen wir nun zu den Charakteren. Der titelgebende Held ist ein sympathischer Kerl, der zu Beginn eher ausgelassen durch die Welt zieht und sich daraus einen Spaß macht Reiche zu bestehlen, um sich selbst als Volksheld zu zelebrieren. Sein einziger Wunsch ist es, frei zu sein. Jedoch hat er auch eine ernste Seite, die mit der Zeit immer mehr zu Tage tritt. Dann haben wir noch seinen Freund aus Kindertagen Saizo Kirigakure, der ebenfalls ein Ninja in Nobunagas Diensten war und jetzt bei einem neuen Herren dient, der den jetzigen Herrscher zu stürzen versucht. Er stellt mit seiner pflichtbewussten Art den Gegenpol zu Goemon dar. Die Dynamik zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Männern hat mir ausgesprochen gut gefallen. Obwohl sie des Öftereren aneinandergeraten und selten auf derselben Seite stehen, spürt man doch immer, dass sie gute Freunde sind. Zu den beiden gesellen sich weitere historische Persönlichkeiten wie Hattori Hanzo, Tokugawa Ieyasu oder eben Oda Nobunaga selbst.
Schauspielerisch weiß der Film durchaus zu überzeugen, wenn auch manchmal das so typisch japanische Overacting nicht vollständig vermieden wird. Besonders möchte ich den Schauspieler von Oda Nobunaga (Hashinosuke Nakamura) hervorheben. Er schafft es, Nobunaga in wenigen Rückblenden so charismatisch darzustellen, dass ich selbst an der Seite dieses Mannes gekämpft hätte. Auch der Darsteller von Goemon (Yosuke Eguchi) setzt den Zwiespalt des Charakters, zwischen dem Wunsch nach Freiheit und seinem Pflichtgefühl, gekonnt in Szene.
Die Actionszenen sind außerordentlich gut dargestellt und man merkt deutlich, dass das Werk ein großes Budget zu Verfügung hatte. Die Kampfchoreographien wirken ausgereift und sehr dynamisch. Oder wie es auf der Rückseite der Blu-Ray heißt hyperkinetisch, bei diesem Begriff musste ich kurz schmunzeln. Auch die übermenschlich weiten Sprünge einiger Charaktere wirken realistisch und nicht so als würde man durch die Luft gleiten, wie es in vielen japanischen Filmen üblich ist. Ebenso wussten die so angepriesenen Massenschlachten im Stil von „300“ zu überzeugen und stehen Werken wie «Herr der Ringe» in nichts nach.
Die Hintergründe sind vor allem eines opulent, von gigantischen Prachtbauten bis hin zu auffällig ausstaffierten Kriegsschiffen ist alles dabei. Im Übrigen gilt dies auch für die Charaktere. Einige von ihnen tragen Gewänder, bei denen ich mich fragte wie sie damit überhaupt noch laufen können. In manchen Szenen hat man es mit der Opulenz ein wenig übertrieben. Beispielsweise findet passend zum finalen Kampf zufällig eine Sonnenfinsternis statt. Auch wenn es übergezogen wirkte, muss ich zugeben, cool war es schon. Es bisschen hatte ich das Gefühl, man hat sich das olympische Motto «Schneller, höher, stärker» zum Vorbild genommen.
Farblich hat man vor allem auf eine bunte Umgebung mit vielen Rottönen gesetzt, die in traurigen oder ernsten Momenten durch Grautöne ersetzt werden. Grundsätzlich wurde darauf wert gelegt, dass die farbliche Palette zur jeweiligen Situation passt.
Bei der Musik hat man sich mehr an westliche Töne orientiert. Die epischen Stücke könnten glatt aus «Herr der Ringe» entnommen sein. Traditionell japanische Instrumente hört man hingegen gar nicht. Persönlich finde ich das, als Fan japanischer Musikinstrumente, etwas schade. Dagegen gefallen hat mir, dass man bei einem der Gefechte auf Heavy Metall gesetzt hat, was meiner Meinung viel zu selten in Filmen benutzt wird. Ach ja das Lied im Abspann fand ich super. Richtig schön melancholisch und passend zum Ende.

Fazit
Eine klare Empfehlung gibt es von mir für Fans des epischen Filmes. Denn in diesem Punkt hält der Klappentext, was er verspricht. «The Legend of Goemon» ist die japanische Antwort auf «300». Tatsächlich geht man in meinen Augen sogar darüber hinaus, denn wie sich Goemon teilweise dämonengleich durch Horden von Gegnern metzelt, ist schon echt legendär.
Um meine eingangs erwähnte Frage zu beantworten, ich finde den Film zehn Jahre später noch besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Wahrscheinlich liegt das es daran, dass ich inzwischen die historischen Hintergründe kenne und so mehr verstehe als damals. Oder vielleicht findet sich der Grund darin, dass ich einfach älter geworden bin. Wer weiß das schon. Jedenfalls hat sich dieses Werk den ersten Platz in meiner Toplist redlich verdient.
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The King: Yeongwonui Gunju

Avatar: SabriSonne
Redakteur
#7

Als ich die Info zu dieser Serie zum ersten Mal gesehen habe, war ich Feuer und Flamme, weil einer meiner Lieblingsschauspieler Woo Do-Hwan als Second Lead spielen und damit auf jeden Fall wieder der Scene-Stealer werden wird, und ich einfach auf die Reaktion darauf im Netz gespannt war, wie ein kleiner Rookie den altbekannten Lee Min-Ho untermauern wird... aber als es losging, hatte ich schon nach 10 Minuten keine Lust mehr - warum?


zur Handlung
Die Idee zwei Parallelwelten aufeinandertreffen zu lassen, ist nichts neues, aber immer wieder interessant. Die Figuren müssen sich mit anderen Versionen von sich abfinden und erst einmal die Regeln der Dimensionen erforschen und herausfinden, wie sich Ereignisse gegenseitig beeinflussen. In dieser Hinsicht enttäuscht "The King" auch überhaupt nicht und schafft gerade am Ende der Episoden oft interessante und spannende Cliffhanger, die Lust auf die nächste Folge machen.
Nur leider wird man dann in der nächsten meist dermaßen enttäuscht, da sich die Handlung aufgrund von unnötigen Szenen so dermaßen in die Länge zieht, dass man meint man hätte einen Kaugummi am Schuh! Denn zwischen den wirklich guten Ideen aus dem Mystery-Bereich finden sich leider viel zu häufig extrem kitschige Romance-Szenen à là "Komm, wir kochen gemeinsam!" und "Komm, wir wollen das Eis miteinander teilen!", die in gefühlt jedem anderen K-Drama genau auf die gleiche Art und Weise vorkommen und vor Kitsch und Close-Ups aus 10 Blickwinkeln nur so tropfen. Die andere Zeit wird sich mit nerviger und stellenweise unsympatischer Comedy verrannt, die von zynischen Charakteren bis hin zum typischen Fettnäpfchen reicht und schnell nervt. Hier jedoch besonderes nervig, weil man als Zuschauer irgendwie das Gefühl hat, die Produktion hockt mit Klemmbrett hinter der Kamera, auf dem Buckett-List-mäßig alle unnötigen Romace-Szenen draufstehen und der Reihe nach abgehakt werden sollen - ob sie nun in den Handlungsverlauf passen oder nicht!

Das ist mehr als schade, da der "Mystery-Crime"-Aspekt der Serie eigentlich sehr gut ist. Kriminalfälle, die sich über beide Welten erstrecken oder Personen, die eigentlich aus der anderen Dimension kommen, es aber stellenweise nicht einmal wissen. Andere Personen haben kein Gegenstück, was zusätzlich interessant wird, bei wieder anderen ist das Gegenstück so gegenteilig zur Originalperson, dass man sich auf Interkationen zwischen ihnen tatsächlich freut. Die Regeln dieser Welten werden erst nach und nach ersichtlich, was den Spannungsbogen konstant hält, doch die ständigen Unterbrechungen mit handlungsunrelevanten und damit unnötigen Storymomenten machen eine gleichbleibende Motivation schwer. So fängt man schnell das Spulen an.

Überhaupt hat man schnell das Gefühl, dass sich die Serie nicht entscheiden kann, welches Genre sie eigentlich sein will. So entsteht ein unausgeglichener Mix, weil die Handlung gleichzeitig alles sein, um einem möglichst breiten Publikum zu gefallen, dass man zwischendrin manchmal wirklich den Faden verliert. Die Handlung verweilt dabei selten bei einer Story, sondern verrennt sich ins Bodenlose, sodass sich motiviertes Schauen und genervtes Augenverdrehen leider zur regelmäßig mehrfach in einer Folge abwechseln. Oft stand ich vor der dem Gedanken, die Serie endgültig abzubrechen, wäre nicht im letzten Moment doch noch eine kleine Idee aufgetaucht, deren Auflösung man irgendwie doch noch sehen wollte - und tut mir Leid, so funktioniert kein Storytelling!!
Genauso nimmt die Serie am Ende ihre eigenen Regeln der Dimensionsreise nicht mehr ernst, wo man sich dann unweigerlich fragt, warum die in den ersten Folgen überhaupt so ein Theater daraus gemacht haben, wenn es im Endeffekt eh keine negativen Auswirkungen hat! Also wenn man sich Regeln ausdenkt, dann sollte man die doch wenigstens in seiner eigenen Serie bis zum Schluss einhalten können - Herr Gott!!

Insgesamt fällt in diesem Zusammenhang auch das deutlich überhandgewinnende Product Placement auf. K-Drama finanzieren sich über Werbung, aber dann sollte die Werbung bitte auch sinnvoll eingebaut werden! Und meiner Meinung nach ist das Product Placement einer der Hauptgründe, weshalb sich die Handlung des Öfteren so dermaßen in unpassenden Storyelemten verrennt, weil man muss ja irgendwie noch das Fertigessen, das Handy, das Auto oder das Beauty-Produkt in Szene rücken. Im Endeffekt hätte sich die Serie wahrscheinlich locker 4 oder 5 Folgen sparen können, was sich sicher auf Fokussierung und Tempo sehr positiv ausgewirkt hätte.

zu den Charakteren
"The King" kann im Hauptcast mit wirklich guten Schauspielern auffahren und auch die Nebenrollen sind im Großen und Ganzen wirklich gut besetzt. Die Charaktere sind meist jedoch nur besserer Standard, den man aus anderen Serien kennt, dennoch sind sie sympatisch genug, um ihnen zuschauen zu können.
Kim Go-Eun kennen sicher viele aus ihren Hauptrollen in den Serien "Goblin" oder "Cheese in the Trap". Ich kannte sie vorher nicht, war insgesamt von der starken Performance sehr beeindruckt. Polizistin Jeong Tae-Eul macht einen selbstbewussten Eindruck und überzeugt auf sympatische Art mit Eigeninitiative und ist nicht das dümmliche Frauenzimmer, dass sich in ihren Traumprinzen verliebt und fertig. Ihr Gegenpart war dabei noch interessanter und packender und macht somit die Serie aus Sicht der weiblichen Figur wirklich sehenswert.

Lee Min-Ho ("Boys over Flowers", "Legend of the Sea") als König Lee Gon brauche ich dem gelegentlichen K-Drama-Schauer vermutlich nicht vorstellen, ist er doch eine große Hausnummer in der Branche. Doch über die Jahre hinweg, in denen ich ihm mittlerweile zuschaue, bestätigt sich für mich immer mehr der Eindruck, dass Lee Min-Ho gar kein so grandioser Schauspieler ist, der aus ihm immer gemacht wird. Er spielt immer eine ähnliche Art von Rollen, denen es dann von seiner Seite aus eindeutig an Personalität und Erkennungswert fehlt. Stattdessen greift Min-Ho meiner Meinung nach viel zu sehr auf sein gutes Aussehen zurück, was durch Kameraeinstellungen und Regieanweisungen noch deutlich verstärkt wird. Da wird dann in Zeitlupe beispielsweise auf einem weißen Pferd geritten und in einer anderen Szene kommt der übertriebene Back-Hug von hinten. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass hier gerade eine CM läuft, in der Min-Ho einen neuen, bodenlangen Oversize-Mantel oder das neuste Paar Lackschuhe präsentiert als eine ernsthafte Schauspielperformance abzuliefern. Somit überzeugt der männliche Charakter der Serie auf die Länge hinweg überhaupt nicht.

Für mich retten im Endeffekt jedoch 2 Charaktere erheblich die Serie - und diese waren der Grund, weshalb ich mir die Serie überhaupt bis zum Ende angetan habe, weil ich deren Geschichten bis zum Ende mit all ihren Plottwists und Auflösungen sehen wollte.
Nummer 1 war für mich Polizei-Kollege Kang Shin-Jae, gespielt von Kim Kyung-Nam. Er hat für mich die einzig wirklich sehenswerte und interessante Geschichte, die bis zum Ende fesselt und eine gute Mischung aus Mystery und Drama ist. Schauspieler Kyung-Nam kannte ich davor überhaupt nicht, aber seine Leistung war mehr als nur gut und hinterließ einen positiven Eindruck.
Nummer 2, und nicht wirklich überraschend, war Woo Do-Hwan ("Save me", "My Country") in seiner Doppelrolle als Jo Yong und Eun-Sup. Erst einmal größten Respekt für die Fähigkeit, zwei so dermaßen gegensätzliche Charaktere so überzeugend und mit einer eigenen Aura spielen zu können. Ich habe im Netz einen schönen Satz gefunden, und den kann ich in diesem Sinne nur bestätigen: "Die beste Bromance in "The King" hat Woo Do-Hwan mit sich selbst!". Die Szenen, in denen beide Charaktere aufeinander treffen, sind teilweise zum Schreien komisch und strotzen nur so von Bromance zwischen den beiden Figuren. Woo Do-Hwan zeigt hier außerdem, dass er auch mit happy-go-lucky-Charakteren gut zurecht kommt und erweitert damit sein Repertoire mit einem weiteren hervorragend gespielten Charakter. Sehr größer Pluspunkt hier! Leider gingen für mich beide Storylines mehr als unzufriedenstellend zu Ende...

Die Gegner der Geschichte sind mittelprächtiger Standard, die Motivationen meist langweilig und vorhersehbar und bleiben damit nicht lange im Gedächtnis. Andere Nebencharaktere, v.a. die weibliche Gegenspielerin Koo Seo-Ryeong, sind zwar interessant durch die vielen Intrigen, die sie anzetteln, haben jedoch leider insgesamt zu wenig Screentime, um das volle Potential zu schöpfen, während andere Nebenfiguren einfach zu häufig gezeigt werden, obwohl sie kaum Auswirkung auf die Story haben. Auch hier wieder Fehler in der Fokussierung!


Fazit
Für mich verennt sich "The King: Eternal Monarch" zu häufig - und das nicht in der Länge der ganzen Serie, sondern in der Länge einer einzelnen Folge! Anstatt sich auf die im Grunde nicht uninteressante und spannende Hauptstory mit den Paralleluniversen zu konzentrieren, haben wir es hier mehr einer Art riesigen Werbekampagne mit dem Slogan "Lee Min-Ho ist der beste Schauspieler in ganz Korea - seht ihn euch an!" zu tun, was hier umso mehr aggressiver macht, da Min-Ho selbst eine der schwächsten schauspielerischen Leistungen bringt, wenn man sie denn stellenweise überhaupt noch so nennen kann!

Für mich eindeutig fast das ganze Potential mit kitschigen Szenen und dem "Lee Min-Ho - Aufkleber" verschenkt! Wer die knuffigen Szenen mit Woo Do-Hwan in Bromance-Action ansehen will, der kann sich auch auf YouTube die "Best of"-Videos geben!

Beitrag wurde zuletzt am 01.11.2020 um 18:22 geändert.
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Bei Ling Shaonian Zhi Zhi Da Zhuzai

Avatar: MiniNaito#8
Handlung
Nach 5 000 Jahren will der dunkle Herrscher zurückkehren. Dazu nutzt er seine 9 Augen, welche spirituelle Macht entziehen und katastrophale auf die Umgebung, sowie die Tiere und Menschen haben.

Mu Chen der mit versiegelten spirituellen Adern geboren wurde und die zukünftige "Göttin" des göttlichen Luo Clans - Luo Li, treffen sich. Sie müssen zusammenarbeiten, um zusammen zu wachsen und dem dunklen Herrscher entgegen zutreten.

Probleme mit der Handlung (kleine Spoiler außerhalb der Spoiler)
Es ist offensichtlich das sich die spirituellen Adern von Mu Chen nach nur wenigen Episoden öffnen.
Spoiler
Immerhin muss er das Fu Tu Mantra seiner Mutter erlernen. Denn nur dieses Mantra ist in der Lage den dunklen Herrscher wieder zu bannen.
Seine Mutter ist rein zufällig auch die Göttin eines göttlichen Clans

Das eigentliche Problem ist, dass Mu Chen in den ersten Folgen als guter Stratege dargestellt wird, der komplexe Situationen durchschaut. Trotzdem läuft er regelmäßig (gefühlt jede 2 Folge) in eine Falle die sehr offensichtlich ist. Immer wenn Mu Chen NICHT in eine Falle reinläuft, passiert es mit Luo Li. Zumal die beiden sich immer gegenseitig sagen: "Tue X nicht / Sprich nicht mit X, wenn ich nicht dabei bin!" - "Ja ich verspreche es dir" (Gefühlte) 5 Minuten später machen sie genau das, was sie versprochen haben nicht zu tun. Dieses Verhalten wird sehr schnell langweilig.

Dann ist da noch die Nebenstory von Tang Qian'er und Liu Mu Bai. Anfangs eine Liebesgeschichte nach Schema F. In der Qian'er so tut als würde sie Mu Bai nicht heiraten wollen, aber in Wirklichkeit liebt sie ihn natürlich doch.
Spoiler
Dann wird Mu Bai's Vater von den Agenten des dunklen Herrschers unter Druck gesetzt. Dieser schließt sich dem Bösen an um seinen Sohn zu retten.
Es kommt wie es kommen muss: Mu Chen muss seinen böse gewordenen Onkel töten und das komplette Reich der Weiden wird ausgelöscht. Nur Mu Bai überlebt und wird böse. Und wieder gut und wieder böse. Er wechselt alle paar Folgen seine Meinung und bricht schließlich in Folge 35 mit Qian'er. Nachdem sie ihm einige Folgen zuvor das Leben gerettet hat, nimmt er das Angebot des dunklen Herrschers an und wird dessen Kommandant.


Schauspieler
Aufgrund des Skripts und der mangelnden Charakterentwicklung werden alle Schauspieler auf eine Handvoll von Gesichtsausdrücken reduziert, obwohl man ihnen ansehen kann, dass sie zu mehr durchaus in der Lage wären. Hier nur ein paar Beispiele:

Besonders schlimm ist es bei Ouyang Nana (sie spielt Luo Li). Besonders in der ersten Hälfte der Serie macht sie nur 2 (zwei) Gesichter: völlig Ausdruckslos oder etwas das wütend darstellen soll. Ihr Charakter bietet Entwicklungspotenzial
Spoiler
von die Auswählte, welche fern ab von den anderen unterrichet wurde und daher kaum soziale Skills besitzt - über sie lernt Mu Chen kennen und taut auf

aber man hat sich dagegen entschieden dies auch von der Schauspielerin darstellen zu lassen.

Jack Lok (er spielt Liu Mu Bai) ist ein weiteres Beispiel für ungenutztes Potenzial. Seine Gesichtsausdrücke beschränken sich auf: traurig, nachdenklich und böse. Wobei sich die ersten beiden sehr ähnlich sehen. Der Charakter hat mehr tiefgang verdient. Seine tragische Geschichte verlangt nach mehr tiefgang.

Das verschwendete Potential zieht sich leider durch alle Charaktere.

Animationen
Die Animationen in der Serie sind gut. Selten wirken sie deplaziert wie z.B. bei der Stadt der weißen Pferde oder den einsatz der Murmelnden Energie - ein lausig animierter grüner Rauch
Wenn die Charaktere ihre spirituelle Energie nutzen oder Jiu Jou der legendäre Spatz in Erscheinung treten sind die Animationen auf einem hohen Niveau. Natürlich sind die Energien Farbcodiert: die Bösen nutzen eher die Farben schwarz, grün und rot, wohin gegen die Guten weitesgehenst auf weiß, goldgelb und rosa setzen. Allerdings sind hier die Grenzen nicht so starr und es kommen auch weitere Farben vor. So nutzt z.B. Mu Chen an einer Stelle ein dunkelblaues, fast schwarzes Mantra.
Die Augen des dunklen Herrschers sind meistens gut in die Umgebung intregiert.

Fazit
Es ist nicht fair eine Serie zu beurteilen, die man abgebrochen hat. Vielleicht raffe ich mich dazu auf sie zu beenden. Aber der Hauptgrund für den Abbruch sind:
- mangelnde Charakterentwicklung
- die damit einhergehende Limitierung der Schauspieler
- die sich ständig wiederholenden Ereignisse (Bösewichte stellen Falle, die Guten laufen rein - das Drama zwischen Qian'er und Mu Bai)
An sich ist die Serie nicht schlecht, die Idee der Haupthandlung ist gut. Die Serie ist insgesamt nicht schlecht. Aber die ständigen Wiederholungen nach Schema F und die schauspielerische Leistung haben mich irgendwann denken lassen "Warum guckst du das eigentlich noch?"

Wenn du darüber hinwegsehen kannst: dann sieh dir die Serie an. Sie ist gut und du wirst deinen Spaß damit haben. Wenn nicht: lass die Finger davon.
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Agui Kkot

Avatar: SabriSonne
Redakteur
#9
Das sprichwörtlich "böse Blut" kennt ja wohl jeder, hier in diesem Werk sind es die "bösen Blumen" - und lustigerweise taucht nicht ein einziges Mal ein Blumenmotiv auf! Nichts desto trotz ist Flower of Evil eine der koreanischen Serien 2020, die man sich unbedingt ansehen sollte!


zur Handlung
Ich habe ehrlich gesagt lange überlegt, ob ich eine Rezension schreiben soll - die Wahrscheinlichkeit, die Story zu spoilern, ist einfach immens. Deswegen werde ich mich inhaltlich sehr zurückhalten, und im Verlauf eher Technik und Schauspiel bewerten.

Nach reichlich Verspätung aufgrund von Corona ging die Serie dann schließlich doch los und man merkt sofort in der 1. Folge, dass Flower of Evil das Potential hat, richtig gut zu werden.
Das Skript ist onPoint, perfekt geschrieben, spannend, interessant, genau im richtigen Moment der Cliffhanger. Es ist lange her, dass ich mich so nach den neuen Folgen gesehnt habe. Die Handlung ist packend und mitreißend, mehr als einmal werden Charaktere in die Enge getrieben und man klebt vor dem Bildschirm, weil man unbedingt wissen will, wie sie sich aus dieser Situation wieder retten wollen. Oft sieht man als Zuschauer gar keinen Ausweg und bekommt förmlich Angst um die Figuren, doch aufgrund des grandiosen Writings rettet sich die Handlung immer wieder so herausragend aus vermeintlichen Sackgassen, dass man innerlich jubiliert.

Genretechnisch wird der Thriller somit perfekt bedient, was der Handlung einen tollen Zug gibt. Das Tempo ist dabei gut gewählt, die Handlung hat nur wenige Durststrecken, obwohl in der Regel 80% der Folgen aus Unterhaltungen besteht. Der eine oder andere sagt jetzt sicher, dass ist ihm/ihr zu trocken, und ja, man muss viel an Untertitel lesen, aber die Unterhaltungen sind so intelligent geschrieben, dass es einfach nur Spaß macht. Keine Unterhaltung ist sinnlos, stecken sie nur voller wichtiger Informationen, die man irgendwann sicher brauchen kann, an anderen Stellen wird sich minutenlang über ein Thema unterhalten, aber im Endeffekt gekonnt daran vorbei geredet. Vom Thriller-Aspekt wirklich grandios! Vor allem, da man bis zu Letzt nicht weiß, ob die Handlung auf ein Happy-End abzielt oder eben nicht.
Einziger kleiner Minuspunkt hier, war die Einleitung der 1. Folge. Natürlich ist die spannend, und natürlich will man wissen, wie es dazu kam, aber in der Folge, die tatsächlich zu den Szenen der Einleitung führt, fehlt dann irgendwie der Pepp. Man weiß als Zuschauer schlicht und einfach, wohin die Handlung unweigerlich führt, und so zieht sich die ganze Folge einfach nur extrem in die Länge. Genauso empfand ich die Idee für den Abschluss der Serie im Verhältnis zum Verlauf beinahe als "zu billig", fast so, als hätte man sich für den einfachsten Weg entschieden, die Handlung zu beenden. Nichts desto trotz passt das Ende zur Gesamtstimmung der Serie und rundet sie gut ab.

Kommen wir zum anderen Hauptgenre der Serie, das nicht wie zu erwarten Crime oder Action ist, sondern stinknormales Melodrama. Es wird geheult, dass man Eimer füllen könnte. Mir war das stellenweise sogar fast zu viel, wenn in jeder Folge Ehefrau und Polizistin Cha Ji-Won, gerade gegen Ende der Serie, einen Heulanfall bekommt. Auch Do Hae-Soo weint als 2. weibliche Hauptfigur deutlich zu viel, was irgendwann einfach zu viel wurde. Zu manchen Zeitpunkten hatte man wirklich das Gefühl, die Figuren sind selbstmordgefährdet, so auswegslos und heulwürdig waren die Szenen und Ideen. Und nach dem gefühlten 10. Heulkrampf denkt man sich nur noch so: "dann red halt mal mit jemandem drüber, und friss nicht alles in dich hinein! Herr Gott!". Drama ist ja gut und schön, und gerade hier haben KDramas ihr Steckenpferd, doch bei Flower of Evil war es eindeutig zu übertrieben.

Und wo wir gerade bei "übertrieben" sind, kommen wir zu dem Aspekt der Serie, die für mich die perfekte Bewertung verhindert hat - Familie Beak höchstpersönlich!
Nicht, dass die Charaktere als solche unsympathisch gewesen wären, aber die Kombination als Familie wirkte irgendwann nur noch "cringe-worthy".
Zu Beginn dachte ich, es liegt an Hauptcharakter Beak Hee-Sung und einiger seiner Charaktereigenschaften, dann dachte ich irgendwann es liegt daran, dass wir in eine Beziehung hineingeworfen werden, die schon vor 14 Jahren begonnen hat und die wir als Zuschauer einfach nicht mitbekommen und jetzt die Ehe als Endergebnis vor uns haben. Aber da immer wieder ausreichend Vergangenheitsszenen kamen, fiel das irgendwann auch raus. Dann war ich der Meinung, es liegt an Ji-Wons Schauspielerin Moon Chae-Won, die ich aufgrund ihres holzigen Stils überhaupt nicht abhaben kann, und im Nachhinein bin ich sicher, hier liegt einer der Gründe.
Das Hauptproblem wurde mir aber wirklich erst gegen Ende der Serie richtig ersichtlich: Kitsch! Es klingt lächerlich, aber die Ehe und das Familienleben zwischen Hee-Sung und Ji-Won (und deren Tochter) sind so dermaßen kitschig dargestellt, dass es schon unrealistisch wirkt. Ständige Nahaufnahmen von Eheringen, kleinen Berührungen (die dann jedoch total holzig gespielt sind), dazu superkitschige Aussagen, die vor Kitsch nur so tropfen, als würde man dir jedes Mal Schilder mit den Aufschriften "die sind das Traumehepaar!" oder "Hier ist die perfekte Familie!" ins Gesicht knallen.
Und damit kann man die Beziehung dieser Figuren einfach nicht mehr ernst nehmen, was für mich der Handlung einen gehörigen Dämpfer verpasst, da es neben dem Thriller das zweite Standbein der Handlung ist. Denn wo man vor Kurzem noch am Bildschirm geklebt ist, verdreht man nun mehr als genervt die Augen.

Und eine Sache muss ich noch losworden, weil sie mich wirklich sehr gestört hat: Product Placement.
Mir ist durchaus bewusst, dass sich KDramas über Werbung finanzieren, aber ich habe wirklich das Gefühl, dass es in den letzten Jahren mit dieser Werbung wirklich extrem zugenommen hat. Unangefochtener König (im wahrsten Sinne des Wortes^^) bleibt mit Abstand The King: Eternal Monarch, und man kann die Menge natürlich nicht ansatzweise vergleichen, aber während The King auf Masse setzt, macht Flower of Evil seine einzige Werbung einfach penetrant. Die Rede ist von Ji-Wons klappbaren Smartphone. Ständig im Bild, ständig im Einsatz. Es geht ständig um irgendwelche tollen Apps, die man mit diesem scheinbar so perfekten Gerät nutzen kann. Und das nervt, weil viele Aspekte mit anderen Geräten schellere oder bessere Ergebnisse bringen würden, bzw. ein normal denkender Mensch niemals ein Handy für die eine oder andere Funktion verwendet hätte.


zu den Charakteren
Aufgrund der Mischung von Thriller und Drama ist der 3. wichtige Faktor für eine erfolgreiche Handlung der Cast.

Die Charakterkonstellation empfand ich als sehr gelungen, auch wenn man sich über die Gewichtung streiten kann. Von Hee-Sungs Eltern, dem "finalen Gegner" bis hin zur niedlichen Tochter waren alle Figuren sehr stimmig und grandios geschrieben. Von einem Antihelden wie Hee-Sung, der verzweifelt sein Geheimnis zu bewahren versucht und im wahrsten Sinne des Wortes sein Leben retten will, Hae-Soo als traumatisierte, depressive Person bis zu einer absolut skrupellosen Großmutter. Alle Rollen sind hervorragend geschrieben, in sich logisch und haben nachvollziehbare Beweggründe, die man Thriller-typisch erst einmal entdecken und verstehen muss. Dadurch werden die Figuren spannend und interessant und man fiebert bei vielen der Auflösung ihrer Motivation entgegen. Alle Charaktere überzeugen mit großartiger Eigeninnitiative, obwohl viele mehr als nur einmal in der Handlung verloren wirken. Dennoch lässt sich niemand passiv mitschleifen und nutzt geschickt andere Charaktere und deren Innitiative aus, um sich aus Sackgassen oder brenzligen Situationen zu retten.

Besonders gut hat mir außerdem die Dynamik zwischen Hee-Sung und Reporter Kim Moo-Jin gefallen, die zu Beginn der Handlung einen sehr schweren Start haben. Gerade bei Moo-Jin selbst war ich sehr positiv überrascht, da er im ersten Moment als der nervige Charakter mit Fettnäpfchen-Potential daher kommt, sich aber in den wirklich harten Situationen mehr als bewährt. Und gerade da die beiden mehr als einmal zueinander bekunden, dass sie sich nicht leiden können, ist es immer wieder schön zu sehen, wie selbstverständlich Hee-Sung in Krisenzeiten Moo-Jins Wohnung stürmt, wenn er Hilfe braucht, bzw. wie sich Moo-Jin vollkommen selbstverständlich ein weiteres Mal zu Hee-Sung ins Auto setzt, um sein Backup zu sein. Die sich so entwickelnde Freundschaft zwischen den beiden ist sehr süß und v.a. angenehm zu beobachten und man schmunzelt mehr als nur einmal, wenn man die beiden in Aktion erlebt. Besonders möchte ich hier gleich Moo-Jins Schauspieler Seo Hyun-Woo hervorheben, den ich bis dato nicht kannte, der mir aber hervorragend in der Rolle gefallen hat. Für mich hatte er mehr Chemie mit dem Hauptdarsteller als dessen Film-Ehefrau!

Wie ich oben bereits geschrieben habe, gefällt mir die Chemie zwischen Hee-Sung und Ji-Won als Ehepaar überhaupt nicht. Ich vermute, es liegt an dem vielen Kitsch bzw. der Interaktion zwischen den Schauspielern, die für mich einfach zu holzig, gekünstelt und v.a. übertrieben war. Und das ist hier leider der große Schwachpunkt, weil die Handlung einfach auf 2 Storys setzt: Hee-Sung Entwicklung als Antiheld und Ji-Wons Position zwischen Ehefrau und Cop. Und da beide Geschichten im Endeffekt auf das Retten ihrer Familie abzielen, funktioniert bei mir Ehepaar als tragende Komponente nicht wirklich. Ich will den Schauspielern keine Sympathie zueinander absprechen, die war durchaus da, nur leider nicht als das handlungstragende Ehepaar.

Kommen wir nun final noch zu den Schauspielern.
Ich, als bekennender Fan von Lee Joon-Gi (Hauptrolle Hee-Sung), habe mir damals nicht mal den Trailer angeschaut, sondern habe mich ohne viel Nachdenken sofort auf die Serie gestürzt. Und natürlich enttäuscht der Mann überhaupt nicht in seiner Performance, sondern liefert auf seinem gewohnten hohen Niveau ab. Es ist fantastisch, mit welcher Genauigkeit er Emotionen ausspielt, jede winzige Nuance. Hee-Sung ist kein leichter Charakter, und ich finde Lee Joon-Gi wird der Rolle mehr als gerecht. Kleiner Minuspunkt jedoch für seine Interaktion mit seiner Filmtochter, bei der ich auch schon in anderen Titeln gemerkt habe, dass er mit Kindern etwas "überfordert" ist, aber diesmal passt es aufgrund der Charaktereigenschaften seiner Figur wunderbar ins Gesamtbild und rundet damit die Szenen sogar eher noch ab. Überhaupt ist Hee-Sung ein Charakter, der noch seine gleichen sucht, und der v.a. in seiner Rolle als Hauptfigur sehr erfrischend und interessant daher kommt.
Moon Chae-Won als Ehefrau Ji-Won fand ich in ihrer Zerrissenheit des Charakters besser als erwartet, aber in Sachen emotionale Beziehung war sie mir zu holzig. Sie kann zwar auf Kommando heulen, was sie auch gut macht, aber die fröhlichen und verliebten Szenen waren eindeutig zu steif und gekünstelt. Auch die Interaktion mit der Filmtochter waren zu plakativ, weshalb ich ihre Rolle als Ehefrau und Mutter nie wirklich ernst nehmen konnte.

Wo ich im ersten Moment auch etwas mit mir haderte, war die Tatsache, dass Lee Joon-Gi mit beiden weiblichen Hauptrollen schon zusammengearbeitet hatte (Moon Chae-Won in Criminal Minds, Jang Hee-Jin in Scholar who walks the Night). Ich bin immer Fan von neuen Schauspielerkonstellationen, aber das muss jeder selbst für sich entscheiden. Im Endeffekt störte es mich weniger als erwartet.

Auch alle anderen Schauspieler verdienen großes Lob. Insgesamt auch in den Nebenrollen sehr starke Performances, es gibt wirklich keinen, der hier negativ auffällt. Schade fand ich hier nur stellenweise, dass manche Figuren nicht die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie verdient hätten. Besonders hätte ich es mir bei dem jungen Polizei-Kollegen Im Ho-Joon gewünscht, der gerade am Ende eine für den Charakter sehr entscheidende Szene bekommt. Da bin ich im Endeffekt fast traurig, dass man hier auf eine Fokussierung verzichtet hat, obwohl es für den Charakter einen Wendepunkt bedeutet hat. Doch leider fokussiert man im Polizeiteam auf den älteren Kollegen, der jedoch im Endeffekt nur ein Standardcharakter wie aus jeder anderen Crime-Serie ist. Da geht leider mit dem jungen Kollegen viel Potential verloren.
Auch verschwinden manchmal Charaktere aus der Handlung, die man als Zuschauer eigentlich noch für wichtig gehalten hätte, was manchmal etwas verwundert. Da aber im Gegenzug auch Charaktere auftauchen, die man nie erwartet hätte, wird man mehr als entschädigt.

Eine, etwas negative Sache, muss ich dennoch noch loswerden: mir waren die beiden Hauptdarsteller deutlich zu dünn. Lee Joon-Gi hat zwar nach seinem Schock-Auftritt in Lawless Lawyer 2018 locker wieder 10kg zugelegt, was wirklich dringend notwendig war, dennoch könnten einige Kilos mehr immer noch nicht schaden. Und Moon Chae-Won hat seit Criminal Minds deutlich an Gewicht verloren und scheint sogar im Verlauf von Flower of Evil noch einmal mehr zu verlieren. Ich kenne natürlich das koreanische Schönheitsideal und da ist "je dünner, desto besser" natürlich das Non-Plus-Ultra, mir persönlich hat es aber in beiden Fällen überhaupt nicht gefallen!


Fazit
Wer auf Handlungen steht, die man auch in wenigen Tagen durchsuchten kann, der ist mit Flower of Evil sehr gut bedient. Die Handlung ist spannend und hervorragend geschrieben, auch wenn das Ende wie der einfache Weg wirkt. Nichts desto trotz wird die Geschichte gut abgerundet und man ist zufrieden nach dem Schauen.

Lee Joon-Gi als Hee-Sung zu casten war eine absolute Glanzleistung, da er einen Charakter erschafft, der interessant wirkt und als Antiheld eine logische und v.a. emotionale Entwicklung durchmacht. Und einen solchen Charakter als Hauptfigur sieht man auch nicht alle Tage, was diese Serie charakterlich von den meisten anderen Serien abhebt.

Für mich bleiben somit nur als Minuspunkte das mehr als kitschige Drama und Moon Chae-Won als weibliche Hauptfigur, die zwar besser war als erwartet, die für mich aber in Kombination mit Hee-Sungs Charaktereigenschaften die Ehe und damit die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren praktisch nicht aufkommen lassen wollte.

Im Endeffekt jedoch absolut sehenswert!
Beitrag wurde zuletzt am 14.10.2020 um 20:27 geändert.
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Xiang Mi Chen Chen Jin Ru Shuang

Avatar: MiniNaito#11
Story
Die Blumen Unsterbliche Zifen bringt ihre Tochter Jinmi zur Welt. Da sie großes Liebesunglück vorausgesehen hat, gibt sie ihrer Tochter das Yun-Elexier welches verhindert, dass Jinmi Liebe empfinden kann. Kurz darauf stirbt Zifen. Jinmi wird von der großen Blumenfee und weiteren Bewohnern des Blumenlandes großgezogen. Bis ein verletzter Phönix den Wasserspiegel, der das Land beschützt durchbricht und anschließend Jinmi in das Himmlische Reich mitnimmt. Mit diesem Moment beginnt das Liebesunglück für Jinmi und zahlreiche Intrigen entfalten sich.

Die Story umspannt das Himmlische Reich, das Blumenreich, das Dämonenreich und die Welt der Menschen. Die Schwerpunkte der Story werden auf diesen Regionen immer wieder neuverteilt.

Schauspieler/Charaktere
Die Schauspieler sind sehr talentiert und können die Emotionen gut transportieren.
Obwohl es keine klare schwarz/weiß Trennung gibt, die meisten wichtigen Charaktere sind zum Glück nicht eindimensonial, sind einige Charaktere ganz klar die Guten. Dabei spielt z.B. Xia Zhiyuan als Dan Zhu/Ehe Vermittler/Mond Unsterblich seinen Charakter völlig übertrieben. Auch Liao Jingfeng als Yanyou/Schlangenfee/Herr Puchi hat starkes overacting als der Playboy und Retter in der Not. An das Overacting gewöhnt man sich sehr schnell.
Leider sind die ersten Folgen, in denen Jinmi unter dem Einfluss des Yun-Elexiers steht meiner Meinung nach sehr anstrengend. Sie lässt kein Fettnäpfchen aus und hat den IQ einer halben Scheibe Toastbrots.

Meiner Meinung nach die beste Leistung erbrachten Luo Yunxi (Leo Luo) als Runyu/Nacht Unsterblich/Fisch-Fee und Kathy Chow als Tuyao/Himmlische Kaiserin. Die Himmlische Kaiserin ist für die erste Hälfte der Serie die große Gegespielerin, die als grausam und intrigant dargestellt wird, im Verlauf der Geschichte gewinnt aber ihr Charakter an Tiefe. Runyu der Anfangs nur in das Liebesdreieck mit Jinmi und seinem Bruder Xufeng verwickelt ist, gewinnt auch immer mehr an Tiefe bis er schließlich Tuyao als großer "Bösewicht" ablöst.

Manche Charaktere sind besser ausgearbeitet als andere. Aber gerade die Gegenspieler sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Man kann sich gut mit ihnen identifizieren und leidet auch mit ihnen.
Suihe/Pfauenprinzessin hat bei mir kein Mitleid bekommen. Ihr Ende empfand ich auch als unbefriedigend.

Muzi hingegen, der mich die ganze Serie mit seinem "Nein Prinzessin von Bian wir können nicht zusammen sein. Ihr müsst mich vergessen!" genervt hat und ständig versucht hat Jinmi zu töten - aber den Auftrag nie ausführen konnte. Hat es geschafft mich in seiner letzten Szene zum weinen zu bringen. Immerhin hatte Liuying es endlich geschaft ihren Muzi zu heiraten und dann stirbt er bei dem Hochzeitskuss.

Kostüme
Die Charaktere sind immer an ihrer Kleidung zu erkennen, tragen aber auch mal andere Farben. Allgemein ist auch die Zugehörigkeit der Charaktere an den Farben zu erkennen. Schwarz/Lila = Dämonenreich, überwiegend Weiß = Himmlisches Reich, Rosa/Grün/Gelb = Blumenreich
Besonders in die drei Hochzeitskleider von Jinmi ist sehr viel arbeit geflossen. Großflächige Stickereien und Perlen dominieren die Kleider, sowie die aufwendig gearbeiteten Kronen.

Das weiße himmlische Hochzeitkleid mit der Drachenkrone zieht aber im Vergleich mit dem schwarzen Kleid der Dämenhochzeit und dem roten aus dem Menschenreich eindeutig den Kürzeren. Es ist zwar orpulent, passt aber nicht so gut zu der Schauspielerin wie die anderen beiden Modelle.

Animation
Die Orte wie Himmlisches Reich, Dämonen Reich und Blumenreich sind mit guten (Stand)Bildern dargestellt. In den jeweiligen Kulissen werden auch kleine Effekte eingesetzt z.B. leuchtende und glitzernde Blumen. Wenn die Charaktere ihre Kräfte einsetzen oder sich in ihre wahre/ursprüngliche Gestalt (z.B. Phönix, Drache) verwandeln wird auf CGI gesetzt, das aber gut gemacht ist. Auch das Traumbiest das als CGI Hirschlein durch das Himmlische Reich hüpft wirkt nicht deplaziert.

Fazit
Alles in allem ist die Serie sehenswert. Wer ganz großem (Liebes)Drama nicht abgeneigt ist, wird hier belohnt. Lediglich die Folgen im Menschenreich
Jinmi stellt fest das sie in Xufeng/Phönix/... verliebt ist. Alle möglichen Leute prügeln sich um Muci's Seelenzerstörenden Pfeil um Wahlweise Jinmi oder Xufeng zu töten. Mehrere Folgen lang entwickelt sich die Story einfach nicht weiter.
und Folge 63 haben mich gestört.
Folge 63 ging gar nicht. Während in Folge 60 große Spannung aufgebaut wurde, Folge 61 die große Eskalation zwischen Xufeng und Runyu, Folge 62 die Deskalation der Geschehnisse.

Und dann "*plopp* Ende-gut-alles-gut. Jinmi hat Xufeng geheiratet, sie haben einen Sohn alle sind glücklich. Außer Suihe die stirbt nochmal schnell und das extra mies" die Folge ist übertrieben bunt und versucht die Comedy-Elemente der allerersten Folgen nochmal einzufangen, was deplaziert wirkt. Und mittendrin wird einfach der Tod von Suihe (sie wird von einem Kanibalen gefressen, den sie dort selbst plaziert hatte) gezeigt. Die ganze Folge war einfach unstimmig.
Insgesamt waren die Wendungen der Handlung aber ganz gut, wenn auch teilweise vorhersehbar. Die Hauptcharaktere haben sich nachvollziehbar weiterentwickelt, die Nebencharaktere bleiben aber weitersgehenst die Gleichen.
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3-nen A-gumi: Ima Kara Minasan wa, Hitojichi Desu

Avatar: Vox#12
Diese Rezension soll auch ein bisschen meine Gedanken, die ich beim Schauen der Serie hatte bzw. welche die Serie in mir hervorgerufen hat, übermitteln, also bitte nicht wundern, wenn ich an der ein oder anderen Stelle etwas abschweife.

3-nen A-gumi eine Serie sondergleichen.
Im Laufe der Serie fiel ein Zitat welches meiner Meinung nach die Serie und deren Thematik nicht besser beschreiben könnte.
„A single word from you can easily take someone's life!“
Wie Kleinigkeiten, über die man sich normalerweise kaum weiter Gedanken macht, zu etwas werden können was andere nicht nur verletzen kann, sondern diese sogar in den Selbstmord treibt.

Hiiragi-sensei, der Kunstlehrer der Oberschulklasse 3A, welcher von seinen Schülern aufgrund seiner zu freundlichen Art und seinem geringen Durchsetzungsvermögen schikaniert, herumgeschubst, aufgezogen und nicht wirklich ernst genommen wird, sich aber trotzdem nichts anmerken lässt, geschweige denn etwas dagegen tut, konfrontiert seine Schüler, zehn tage vor deren Abschluss, während sich alle im Klassenraum versammelt haben, mit einer erschreckenden Drohung: „Von nun an seid ihr Alle meine Geisel“. Kurz darauf sprengt er alle Treppenaufgänge, Flure und Zugänge die zum Raum führen. Während die Schüler anfangs denken er würde bloß scherzen, merken sie schnell, dass er ernst macht, nicht nur hat er alles mit Bomben, Überwachungskameras und Sicherheitsglas verschanzt, sodass niemand unbeschadet rein oder raus kann, sondern macht er auch seine Drohung wahr und ersticht einen der rebellierenden Schüler, welcher sich seiner Gefangenschaft entziehen wollte. Es dauert auch nicht lange bis Hiiragi mit dem Grund für all dies rausrückt, es ist der Selbstmord der Schülerin Reina Kageyama von vor einem Jahr, welcher zu einem Tabu-Thema in der Klasse geworden ist. Er stellt den Schülern nun die Aufgabe bis 8 Uhr abends herauszufinden warum diese sich umgebracht hat und wer von ihnen dafür verantwortlich ist, da es eben kein einfacher Selbstmord war, ansonsten wird er das Gebäude, mit samt der Klasse und sich selber, hochjagen.
Damit ist meiner Meinung nach alles beisammen was für eine spannende und psycho-dramatische Ausgangssituation benötigt wird und der Weg, für ein packendes Drama, ist geebnet.

Was bekommt man hier aber nun geboten?
Man bekommt ein fesselndes psycho-Drama präsentiert, in dem sich die Schüler unter dem Druck und der Angst, jederzeit sterben zu können, gegenseitig verdächtigen und mit allerlei Anschuldigungen versuchen auszuspielen um den Täter und die Ursache zu finden, bzw. jemanden zum „Täter“ machen zu wollen.
Wie sich allerdings bei den ganzen Anschuldigungen und den von Hiiragi gegebenen Tipps schnell herausstellt, ist die Wahrheit gut versteckt, denn es gibt mehr wie ein Grund und mehr als eine Person, die in dem Fall verwickelt ist. Gerade wenn man denkt jetzt ist alles raus, bzw. jetzt haben sie das letzte Puzzleteil, baut sich ein neuer größerer Plot auf, in dem alles bisherige über Bord geworfen wird. Fakten, Zufälle, Lügen und Absichten, alles verspinnte sich zu einem einzigen, riesigen Netz, was nun langsam entwirrt wird. Der Fall sorgt natürlich auch schnell außerhalb für Aufsehen, nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, Eltern, die Polizei und alle anderen Menschen werden mit einbezogen. Man wird Stück für Stück der Wahrheit nähergebracht und erfährt wie sich die Kleinigkeiten jedes einzelnen zu etwas verwoben haben, was Andere in den Selbstmord treibt.
Moral, Ehre und Wert sind Sachen die hier auf außergewöhnliche und zum nachdenken-anregende Weise dem Zuschauer mitgeteilt werden, genau wie dessen fehlen in unserer Gesellschaft, in der man meist nur noch an sich denkt oder einfach zu beschäftigt ist, um sich auch noch um andere Gedanken zu machen. Vor allem in sozialen Medien oder Foren ist der Respekt, seinen Mitmenschen gegenüber, sehr weit nach hinten gestellt, so auch in dem, in der Serie populären und bekannten, Forum „Mind Voice“. Ein Forum in dem rücksichtslos alles, ob wahr oder falsch, gepostet wird und in dem sich niemand Gedanken macht, ob durch diese Posts oder Aussagen jemand zu Schaden kommt oder sein Leben gänzlich zerstört wird. „Words can become a weapon sometimes“.
In unserer Gesellschaft kann man schnell vergessen wie sehr doch eine „einfache“ Beleidigung, Ignoranz oder Verachtung Andere verletzen kann, wenn man nicht selber das Opfer ist. Ein Bild, Video oder eine Lüge rausposaunt im Internet, geteilt mit sein Freunden und deren freunden und schon kann man das Leben Anderer völlig zerstören. Viel zu selten macht man sich im Leben über solche Sachen Gedanken, weil man viel zu selten mit dem Folgen konfrontiert wird oder schlicht denkt „Ich war ja nicht der einzige“, wenn allerdings jeder so denkt, werden die ganzen Kleinigkeiten irgendwann zu etwas großen. Was diese Serie an moralischen Werten liefert und näherbringt, ist etwas wovon sich jeder einzelne eine Scheibe abschneiden könnte. Es zeigt wie grausam und ignorant doch unsere Gesellschaft ist und wie wichtig es ist nachzudenken bevor man etwas, ungeachtet der Konzequenzen und ohne zu wissen, ob es der Wahrheit entspricht, äußert. „I want to tell you the importance of thinking“
Hiiragi will nicht nur die Wahrheit ans Licht bringen, viel mehr versucht er den Schülern eben diese moralischen Werte und Ideale näherbringen, dass sie sich in andere hineinversetzen, nachdenken und sich fragen „Was wären, wenn man mir sowas angetan hätte?“, bevor sie leichtsinnig etwas äußern was anderen irreparablen Schaden zufügt. Und das ist es auch, was die Serie für mich so einmalig und besonders macht.

Ich hatte anfangs natürlich Angst, dass sich die Spannung, trotz bzw. gerade wegen des dramatischen Anfangsszenarios nicht über 10 Folgen à 45 min. halten kann, doch ich wurde jede Folge aufs neue überrascht mit neuen/unerwarteten Plots und Twists welche bis zur letzten Sekunde unterhalten. Man bekommt hier ein packendes Drama geboten, welches sich locker mit jeder Netflix-Serie messen kann. Die schauspielerische Leistung ist sehr gelungen und überzeugt auf ganzer Linie, genau wie der Soundtrack welcher bestens zu den Szenen und Handlungen passt.
Wer neben Animes auch gerne mal die ein oder andere Real-Serie schaut (also nicht nur auf Animes fixiert ist) der sollte hier unbedingt mal reinschauen und der Serie eine Chance geben, denn für mich ist sie, gerade auf moralischer Ebene, zu einer meiner Lieblingsserien geworden. Ob die Serie bei euch allerdings, genauso wie bei mir, einen bleibenden und tiefen Eindruck hinterlässt, kann ich natürlich nicht versprechen, man muss sich voll und ganz auf die Serie und deren Thematik einlassen und wirklich auch mal in sich gehen und über das nachdenken, was genannt wird.
„Let's think“
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Suits

Avatar: Shinochi#13
  • Handlung
  • Charaktere
  • Musik

Vorneweg muss ich erstmal sagen, dass ich die amerikanische vorgänger Serie nicht kenne und dementsprechend keine Vergleiche ziehen kann. Trotz allem finde ich diese Serie absolut genial.

Die Handlung gefällt mir sehr. Es zeigt einfach perfekt auf, wie es Menschen ergeht, die großes Potenzial haben, aber sich zwecks Geldmangel nichts erlauben dürfen. In diesem Falle kein Studium zur Weiterbildung.
Auch wird hier nochmal ziemlich deutlich aufgezeigt, wie das System mit der Krankenpflege funktioniert: Bescheiden. Hierfür braucht man nämlcih auch Geld. Ohne Geld funktioniert die Welt nicht und das wird hier, genau wie in vielen anderen Dramen sehr deutlich.

Die Charaktere sind mir wirklich sehr sympatisch. Eigentlich sogar schon ein bisschen mitleiderregend. Der junge Protagonist ist in einer sehr verzwickten Lage, aus der man ohne Hilfe einfach nicht mehr herauskommt. Natürlich wird er dann noch hintergangen und muss unwissend mit einem Koffer voller Drogen vor der Polizei flüchten. Und wie es der Zufall so will, landet er auf seiner Flucht in einer Anwaltskanzlei bei einem Bewerbungsgespräch. Man bemerkt, dass er durch sein fotographisches Gedächtnis direkt die Aufmerksamkeit von Anwalt Choi auf sich lenkt. Sein Interesse an ihm ist geweckt. Auch wie die beiden dann die Polizei verscheuchen ist überaus interessant und obwohl Go auch erstmal für seinen Lichtblick kämpfen muss, wird er von Choi als Associate eingestellt. Wissentlich, dass sich beide damit strafbar machen, da Go keine Papier hat, die ihn als Anwalt qualifizieren. Da er schon immer gerne Anwalt werden wollte und durch gewisse Umstände das komplette Gesetzbuch auswendig kann, sollte das also vorerst kein Problem darstellen.

Was mich an dieser ganzen Serie sehr gereizt hat war die Beziehung zwischen Choi und Go. Obwohl sich Choi sehr kalt benahm und sich stets versuchte aus unnötigen Dingen herauszuhalten, so merkte man doch, dass ihm Go am Herzen lag. Auch wenn er es nie zugegeben hätte und stattdessen immer irgendwelche Ausreden erfand.
Natürlich gab es auch kleine Romanzen mit Frauen aus der Kanzlei, die wirklich super dramatisch waren. Und das noch nicht genug, gab es ein Beziehungsverbot zwischen Angestellten der Kanzlei. Es war wirklich herrlich anzusehen, wie die Beziehungen der Charaktere voranschritten.

Was mich allerdings nervt ist wie das Ganze endete. Ich weiß gerade nicht, ob eine koreanische Fortsetzung geplant ist, aber wenn nicht, wäre das ziemlich bescheuert und für meinen Geschmak zu unfertig. Deswegen hoffe ich einfach, dass es fortgesetzt wird.


Wie gesagt: Das Ende war einfach viel zu offen.
Go landet schlussendlich für 2 Jahre im Knast, weil er ohne Lizens als Anwalt tätig war und die Kanzlei schützen wollte. Obwohl das ganze vor Gericht ging und Choi sein verteidigender Anwalt war, so passierte nichts. Zuvor rettete Go Choi den Arsch und riss sich sonst was aus, um die Kanzlei zu schützen. Ganze 2x hat er die Kanzlei vor dem Untergang bewahrt. Trotzdem passiert nichts, weil er das nicht will, und landet dann einfach im Knast. Hier habe ich wirklich etwas mehr erwartet. Klar, ging es hin und her und wurde ausreichend behandelt in der Story. Aber der Ausgang war einfach nur bescheuert.
Die Serie endet damit, dass Go 2 Jahre später von Choi abgeholt wird, als er endlich wieder aus dem Gefängnis rausdurfte. Es war definitiv ein Gänsehautfeeling und suuuper gemacht. Aber allein die Tatsache, dass Go im Knast gelandet ist, macht mich wahnsinnig. Klar, ich hätte dafür selbst keine andere Lösung gefunden, aber in dieser Serie hat man generell nie andere Lösungen für Probleme gesehen, bis die Charaktere sie dann doch gefunden haben. Es war wirklich ein auf und ab der Gefühle als Zuschauer.
Noch eine Sache, die mich wirklich stört sind sie Liebesbeziehungen.
Es wurde nie klar, ob Choi seine Sekretärin(?) liebt oder nicht. Dass sie ihn liebte, dass war ziemlich sicher. Er mochte sie auch sehr. Das war mehr als deutlich. Aber wie stark die Gefühle der beiden zueinander waren, wurde nie genauer unter die Lupe genommen. Man merkte nur, dass Choi am Boden zerstört war, als er sie feuern musste, dennoch wusste man nicht, ob er sie tatsächlich liebt. Man kann es nur aus dem Kontent vermuten. Logischerweise kamen sie auch nie zusammen oder was auch immer.

Go's Beziehung hingegen schritt voran udn man wusste, dass er die Anwaltsgehilfin liebte und sie ihn auch. Immerhin kamen sie zusammen. Aber waren sie nach den zwei Jahren Knast noch immer zusammen? Was ist in der Zeit passiert?
Ich hoffe wirklich auf eine Fortsetzung!

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Xich Lo

Avatar: Aminobenzol#14
Der Film macht praktisch vieles falsch, was man falsch machen kann. Es gibt kaum eine durchgängige Handlung, so dass praktisch nur Anfänge, Mittelteile und Enden verschiedener Kurzgeschichten nur lose übereinander gelegt werden. Die ganze Handlung ergibt nur Sinn, wenn sie im Südvietnam vor dem Vietnamkrieg spielt, jedoch wurde sie durch wenige kurze Szenen ins Vietnam Ende der 1980er bzw. Anfang der 1990er Jahre verlegt, was auch das letzte bisschen Logik aus der Handlung verschwinden lässt. Einzig die Drehorte in Ho Chi Minh-Stadt (vormals Saigon) und die vietnamesischen Laienschauspieler verweisen auf Vietnam als Handlungsort. Man kann nie sicher sein, ob hier gerade jemand träumt oder das echte Leben gezeigt wird und ob alle Szenen chronologische ablaufen, bleibt auch nicht ganz klar. Keine der handelnden Personen hat einen Namen und selbst im Abspann kann man sie nur über ihre Tätigkeit identifizieren. Die Musik ist, sobald sie einsetzt einfach nur nervig und unpassend. Es gibt zwar einige kurze Gewaltszenen, die aber nichts besonderes sind und die Erotik bleibt hier ohnehin nahezu vollständig auf der Strecke. Die Schauspieler machen Ihre Sache gut und auch die deutschen Synchronsprecher liefern eine gute Arbeit ab, jedoch kommen sie gegen eine unsinnige Handlung nicht an. Man mag den Film durchaus als die Rache, eines als Kind aus dem Land geflüchteten Vietnamesen begreifen.
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Chotto Kawaii Iron Maiden

Avatar: Bodo786
V.I.P.
#15
Ein Mädchen kommt auf eine Privatschule und wird prompt nach der Aufnahmeprüfung in den Folterclub aufgenommen. Im einem Keller der Schule werden die Folter-, Leid-, und Qualmethoden praktiziert. Man bekommt BDSM-Seilkunst, Honigaufstrich-Maden-Behandlung und die Eiserne Jungfrau zusehen. Das alles serviert mit lustigem und satirischem Beitrag, wie man es aus Animes kennt. Die Darstellerinnen sind meistens mit Lack- und Lederkostümen oder Nackt zusehen im Liebesfolterrausch mit Seilen aneinander gefesselt. Dazu gibt es noch eine kleines Techtelmechtel zwischen zwei Mädchen des Clubs.
Der erster Eindruck zu diesem Werk war die Frage: Warum man den Manga nicht als Anime verfilmt hat? Es wär ein guter Ecchi geworden. Man wollte sich wohl an ähnlichen Filme halten die auch als Komödie ausgeschrieben werden. Es ist nur eigenartig das hier Erwachsenenkontent gezeigt wird und für die Produktion eine echt Domina beauftragt wurde. Der Regisseur sagt, dass dieses der erste Film wäre, nach dem die Crew nicht im Streit auseinander ging. Wohl alles richtig gemacht!
Ich hab mir die Limited Auflage mit DVD und Bluray besorgt weil man wohl schlecht an das Standard Werk kommt. Die Besonderheit ist das eine komplettes Comic-Booklet mit Bildern aus dem Film enthalten ist. Zum Schluss bleibt ein Film der anderen Art mit einem Geschmack von Humor und Erotik dem man vielleicht auch homosexuellen Frauen zeigen könnte. Wer zum Henker hat eigentlich diese Maulbirne erfunden?
Beitrag wurde zuletzt am 18.12.2019 um 14:54 geändert.
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