#1Takopii no Genzais Anime-Adaption war ja letztes Jahr in aller Munde und wurde auf verschiedenen Social Medias als ein Kandidat zum Anime des Jahres hoch erhoben und dort von Vielen als Meisterwerk angesehen. Daher wollte ich mir ansehen, ob auch ich diese Geschichte auf diese positive Art und Weise empfinden würde. Ich habe mich jedoch für den Manga entschieden, da ich Anime des Genres (Melo-)Dramen oftmals als beklemmend und gleichzeitig anstrengend empfinde, da sie die Angewohnheit haben dramatische Szenen künstlich in die Länge ziehen, um die Tragödie zu unterstreichen.
Takopii handelt von der Geschichte des gleichnamigen naivem Alien (eigentlich Nnu-Anu-Kf), der mit der Mission Freude zu verbreiten von seinem Heimatplaneten Happy Planet losgeschickt wird und im Jahr 2016 auf der Erde (not)landet. Hier trifft Takopii auf das Schulmädchen Shizuka und später ihre Klassenkameraden Marina und Azuma. Mit den bei sich geführten Sci-fi Geräten, die futuristische Technologie mit sich bringen, versucht Takopii, den Kindern bei ihren Problemen zu helfen. Was ganz zu Beginn wie eine kindischer Abenteuermanga um Kinder und Aliens anmutet entpuppt sich schnell zu einer Tragödie um Missbrauch, Vernachlässigung, Mobbing, Gewalt und seelische Zusammenbrüche. Schlussendlich muss der Lesende beobachten, wie Takopii, angespornt durch seinen Trieb zu helfen, eine jede Situation mit der Kombination aus extremer Naivität und hochentwickelter Technologie auf die verheerendste Art und Weise verschlimmbessert und die sowieso schon tragische Realität der Kinder ins endgültige Chaos stürzt.
Die Skizzierung und Entwicklung der Charaktere in diesem doch sehr kurzen Manga ist hervorragend. Wir erhalten von allen möglichen Charakteren tieferen Einblick in ihre Psyche, ihre familiäre Situation und ihre Entscheidungsfindung. Die grausame, teils absolut hoffnungslose Realität der Kinder wird genau beleuchtet und es wird deutlich, dass es fast keine mentale Auszeit für sie gibt. Eine jede Familie hat unterschiedliche oder verknüpfte Probleme. Dadurch wird der Einfluss elterlicher Entscheidungen und Einflüsse auf die Kinder deutlich dokumentiert. Es werden tieferliegende Probleme des Umgangs der japanischen Gesellschaft mit Leistungsdruck, Untreue und Familienleben aufgezeigt und auf die Familien der Kinder exemplarisch runtergebrochen. Dadurch wird markant dargestellt, wie die "Wahrung des Gesichts" und eines traditionellen Familienlebens gerade dieses zugrunde richtet. Die Kinder müssen in diesen stürmischen Wassern navigieren und scheitern darin öfter als das sie Erfolg haben. Die Einmischung von Takopii macht dabei deutlich, dass blinde Naivität und das bloße Verlangen, zu helfen, beim Umgang mit dieser Situationen sie nur schlimmer machen.
Nach dem Lesen solcher Manga stelle ich mir immer die Frage, ob die dargestellte Tragödie und Gewalt (jeglicher Art) notwendig war, um die Botschaft des Manga vermitteln zu können. Die Botschaft, die dieser Manga mit sich trägt, soll m. E. sein, dass einer grausamen Situation nicht immer geholfen werden kann, und dass "Hilfe" sie zudem schlimmer machen kann und es manchmal einfach Zeit und bestimmte Handlungen der darin aktiv Beteiligten bedarf, diese zu lösen. Einmischungen von außen sind dem nicht nur nicht zuträglich, sondern können sich vernichtend auswirken.
Was mich an dieser Darstellung stört, ist die abverlangte Passivität von Beobachtenden und der gleichzeitigen brutalen Darstellung des Manga. Passivität zu verlangen/empfehlen und gleichzeitig zu zeigen, was in solchen Situationen vor sich geht, ist vielleicht der grausamste Aspekt des gesamten Manga und hinterlässt ein solch bitteren Nachgeschmack bei mir, der mit dem allgemeinen Umgang mit Vernachlässigung und Mobbing bei gleichzeitiger Wahrung eines traditionellen Familienbildes in Japan zusammenhängt.
Und schlussendlich bricht der Manga selbst mit dieser Prämisse, wenn bedacht wird, wie der Manga endet und was schlussendlich zu diesem Ende führte. Insofern kann ich mich mit ihm nicht anfreunden, da er auf eine besonders erbarmungslose Art inkonsistent ist und den Lesenden mit der unausweichlichen Frage zurücklässt: "Was würde ich machen, wenn mir Menschen in solchen Situationen begegnen würden?". Entweder ignoriere ich sie und verdamme sie zu einem entsetzlichen tagtäglichen Martyrium oder ich mische mich, auf Gefahr es umso schlimmer zu machen, ein. Diese Zerreisprobe ist aber vielleicht genau das, was der Manga hervorrufen möchte; und dafür hassliebe ich ihn.
Takopii handelt von der Geschichte des gleichnamigen naivem Alien (eigentlich Nnu-Anu-Kf), der mit der Mission Freude zu verbreiten von seinem Heimatplaneten Happy Planet losgeschickt wird und im Jahr 2016 auf der Erde (not)landet. Hier trifft Takopii auf das Schulmädchen Shizuka und später ihre Klassenkameraden Marina und Azuma. Mit den bei sich geführten Sci-fi Geräten, die futuristische Technologie mit sich bringen, versucht Takopii, den Kindern bei ihren Problemen zu helfen. Was ganz zu Beginn wie eine kindischer Abenteuermanga um Kinder und Aliens anmutet entpuppt sich schnell zu einer Tragödie um Missbrauch, Vernachlässigung, Mobbing, Gewalt und seelische Zusammenbrüche. Schlussendlich muss der Lesende beobachten, wie Takopii, angespornt durch seinen Trieb zu helfen, eine jede Situation mit der Kombination aus extremer Naivität und hochentwickelter Technologie auf die verheerendste Art und Weise verschlimmbessert und die sowieso schon tragische Realität der Kinder ins endgültige Chaos stürzt.
Die Skizzierung und Entwicklung der Charaktere in diesem doch sehr kurzen Manga ist hervorragend. Wir erhalten von allen möglichen Charakteren tieferen Einblick in ihre Psyche, ihre familiäre Situation und ihre Entscheidungsfindung. Die grausame, teils absolut hoffnungslose Realität der Kinder wird genau beleuchtet und es wird deutlich, dass es fast keine mentale Auszeit für sie gibt. Eine jede Familie hat unterschiedliche oder verknüpfte Probleme. Dadurch wird der Einfluss elterlicher Entscheidungen und Einflüsse auf die Kinder deutlich dokumentiert. Es werden tieferliegende Probleme des Umgangs der japanischen Gesellschaft mit Leistungsdruck, Untreue und Familienleben aufgezeigt und auf die Familien der Kinder exemplarisch runtergebrochen. Dadurch wird markant dargestellt, wie die "Wahrung des Gesichts" und eines traditionellen Familienlebens gerade dieses zugrunde richtet. Die Kinder müssen in diesen stürmischen Wassern navigieren und scheitern darin öfter als das sie Erfolg haben. Die Einmischung von Takopii macht dabei deutlich, dass blinde Naivität und das bloße Verlangen, zu helfen, beim Umgang mit dieser Situationen sie nur schlimmer machen.
Nach dem Lesen solcher Manga stelle ich mir immer die Frage, ob die dargestellte Tragödie und Gewalt (jeglicher Art) notwendig war, um die Botschaft des Manga vermitteln zu können. Die Botschaft, die dieser Manga mit sich trägt, soll m. E. sein, dass einer grausamen Situation nicht immer geholfen werden kann, und dass "Hilfe" sie zudem schlimmer machen kann und es manchmal einfach Zeit und bestimmte Handlungen der darin aktiv Beteiligten bedarf, diese zu lösen. Einmischungen von außen sind dem nicht nur nicht zuträglich, sondern können sich vernichtend auswirken.
Was mich an dieser Darstellung stört, ist die abverlangte Passivität von Beobachtenden und der gleichzeitigen brutalen Darstellung des Manga. Passivität zu verlangen/empfehlen und gleichzeitig zu zeigen, was in solchen Situationen vor sich geht, ist vielleicht der grausamste Aspekt des gesamten Manga und hinterlässt ein solch bitteren Nachgeschmack bei mir, der mit dem allgemeinen Umgang mit Vernachlässigung und Mobbing bei gleichzeitiger Wahrung eines traditionellen Familienbildes in Japan zusammenhängt.
Und schlussendlich bricht der Manga selbst mit dieser Prämisse, wenn bedacht wird, wie der Manga endet und was schlussendlich zu diesem Ende führte. Insofern kann ich mich mit ihm nicht anfreunden, da er auf eine besonders erbarmungslose Art inkonsistent ist und den Lesenden mit der unausweichlichen Frage zurücklässt: "Was würde ich machen, wenn mir Menschen in solchen Situationen begegnen würden?". Entweder ignoriere ich sie und verdamme sie zu einem entsetzlichen tagtäglichen Martyrium oder ich mische mich, auf Gefahr es umso schlimmer zu machen, ein. Diese Zerreisprobe ist aber vielleicht genau das, was der Manga hervorrufen möchte; und dafür hassliebe ich ihn.

Takopii no Genzai
MANGA Plus by Shueisha
Carlsen
El pecado original de Takopi
Le péché originel de Takopi
Takopi’s Original Sin
![Takopi und die Sache mit dem Glück - Bd. 02 [eBook]](https://cdn.anisearch.de/images/article/cover/141/141725_400.webp)

![Takopi und die Sache mit dem Glück - Bd. 01 [eBook]](https://cdn.anisearch.de/images/article/cover/141/141600_400.webp)

![Takopi’s Original Sin [eBook]](https://cdn.anisearch.de/images/article/cover/151/151204_400.webp)
























Kommentare
Die Story hat mir sehr gut gefallen, gerade da es ein sehr schwieriges Thema ist und doch so gut angegangen wird finde ich.
Die Hauptfiguren werden auch sehr gut präsentiert und wir bekommen die Möglichkeit alle kennen zu lernen, was für ein Werk dieser Größe eine Seltenheit ist meiner Meinung nach.
Ich kann verstehen, warum der Manga so gut angekommen ist und bin froh, dieses Werk auch jetzt gelesen zu haben.
Gegen Ende fiebert man wirklich nur noch mit und kann nicht aufhören weiter zu lesen.
Liebe Grüße
Bellgadong-Herr-der-Nodus