• TypManga
  • Bände / Kapitel20 / 165
  • Veröffentlicht16. Okt 2008
  • HauptgenresThriller
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonOriginalwerk
  • ZielgruppeMännlich

Manga Beschreibung

Manga: Billy Bat
© Kodansha Ltd.
Amerika - 1949. Kevin Yamagata, ein japanisch-amerikanischer Comiczeichner, ist Zeichner und Erfinder der erfolgreichen Detekivserie „Billy Bat“. Jedoch erfährt er, dass er den Hauptcharakter seiner Serie unbewusst von einem Bild, das er während seiner Dienstzeit im besetzten Japan sah, kopiert haben soll. Daraufhin macht er sich auf den Weg nach Japan, um den Schöpfer der „Billy Bat“-Figur um die Erlaubnis zu bitten, diese weiterhin benutzten zu dürfen. Doch als er in Japan ankommt, gerät er in ein Netz von Vertuschungen, Prophezeiungen und Morden, die scheinbar alle in Zusammenhang mit Billy Bat stehen …
Sprachauswahl: Deutsch, Englisch
Hauptgenres / Nebengenres / Tags

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Manga Rezensionen

Avatar: Kuro-Okami
V.I.P.
#1
Dass Naoki Urasawa Plots schreibt, deren Story sich über einen längeren Zeitraum spannen, ist nichts neues, doch mit Billy Bat liefert er ein Werk ab, dessen Plot mehrere Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte enthält...


Genau wie Kevin, der Protagonist des Werkes, der auch der Schöpfer von Billy Bat, einem amerikanischen Comic, ist, fühlt man sich als Leser erst einmal in eine laufende Geschichte hineingeworfen; denn als er sich auf die Suche nach dem Ursprung seines Billy Bats macht, welcher scheinbar schon von jemand anderem erfunden wurde, sieht er sich inmitten eines weitaus größeren Plots. Was für Intrigen sich im Hintergrund abspielen und wer alles wie seine Finger im Spiel hat, ist weder für Kevin noch für den Leser ersichtlich. Kenner von Naoki Urasawas Werken wird diese Variante der Erzählung jedoch vertraut vorkommen; langsam wird man in die Geschichte geführt, wo Handlungsstränge erst einmal lose behandelt werden, die dann im späteren Verlauf immer mehr zusammenlaufen, woraus eine Geschichte resultiert, die immer spannender wird. Der Unterschied zu seinen anderen Werken liegt aber darin, dass in Billy Bat die Geschichte keinen konkreten Anfang hat. Mag das anfangs erschreckend klingen, so sei gesagt, dass dies hervorragend zum Werk passt, denn der eigentlich behandelte Konflikt findet seinen Ursprung eben schon weitaus früher, weswegen man Kevin nicht als zentrale Figur hinstellen kann. Naoki Urasawa versteht es aber unglaublich gut, den Zuschauer stets aufzufangen. Man mag sich zunächst verloren fühlen, sucht nach einem Ziel im Werk, nach einem roten Faden, doch vergisst er nie, eben genau darauf Rücksicht zu nehmen. Das Werk mag insgesamt sehr komplex sein, da sehr viele kleine Handlungsstränge begonnen werden, die erst später in sich zusammenlaufen. Das stellt jedoch kein Problem dar, weil Naoki Urasawa ein sehr stimmiges Erzähltempo gewählt hat, wo er nach und nach auf die Charaktere und einzelnen Handlungsstränge eingeht, wodurch es für den Leser stets verständlich vermittelt wird.

Dass hier historische Elemente eingebaut wurden, mag für den ein oder anderen befremdlich wirken, denn man hat tatsächliche Vorkommnisse und reale Personen eingebaut, wie Albert Einstein, Lee Harvey Oswald... . Durch Billy Bat als Bindeglied wird die Integration dieser Persönlichkeiten jedoch vertretbar herübergebracht; viel mehr noch, es ist sehr geschickt, wie man einzelne historische Ereignisse in die Geschichte einbettet, denn man bindet Geschichten ein, deren eigentlicher Hintergrund nie gänzlich aufgedeckt wurde, weswegen Spielraum zur Spekulation frei steht. Die Geschichte der Menschheit selbst wird hier demnach nicht umgeschrieben, viel eher nutzt man die Möglichkeit aus, gewisse ungeklärte Fälle in Billy Bat zu integrieren und stellt mit Billy Bat einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten her. Wer diese historischen Hintergründe nicht kennt, dem sei gesagt, dass dies nicht wirklich schlimm ist, denn man versteht es, die Geschichte lückenfrei zu erzählen, ohne die Leute zu vergessen, die nicht in die Biografien der bekannten Persönlichkeiten gesehen haben. Durch die Integration dieser historischen Charaktere muss man sich jedoch damit anfreunden können, dass man längere Zeit eben in dieser Epoche verweilt. Kevin, der Protagonist des Werkes, rückt daher nicht selten sehr lange Zeit in den Hintergrund und lediglich das gottgleiche Wesen, Billy Bat, ist stets präsent.

Das Einbinden des Billy Bat Comics mag auch etwas eigensinnig erscheinen, ist aber sehr originell. Neben der eigentlichen Handlung werden immer wieder Seiten des Comics integriert, die aber keineswegs zusammenhanglos zur eigentlichen Handlung sind. Viel eher vermischt sich die Realität mit der Comicwelt, was einem sehr viel Spielraum in der Darstellung von Billy Bat, der gottgleich aber auch dämonisch erscheint und den Comics gibt. Nicht einfach Comics, sondern viel eher Reflektionen der Realität lassen sich in den Werken wiederfinden, was vor allem sehr viel Spielraum für Interpretation gibt, aber dem Autor auch sehr viel Spielraum in der Erzählung seiner Geschichte gibt, was dem Werk Billy Bat eine sehr authentische Note verleiht.

Bei den Zeichnungen lässt sich vor allem der Detailgrad hervorheben; man merkt, dass Naoki Urasawa seinem eigenen Stil in den Jahren treu geblieben ist und seine kantigen Gesichtszüge nach wie vor zeichnet, aber vor allem bei den Hintergründen das Auge des Lesers zu verwöhnen weiß. Besonders hervorstechend ist jedoch der Mix des amerikanisch und des japanischen Stils. Eben weil Billy Bat ein amerikanischer Comic sein soll und die eigentliche Geschichte ein japanisches Werk ist, mischte man die verschiedenen Stile, was sehr viel Abwechslung in das Werk bringt. Während die eigentliche Handlung in dem gewohnten Stil Urasawas gezeichnet ist, ist der Comic zu Billy Bat eher rundlich, detailarmer und stark überzeichnet dargestellt.

Fazit:
Auch mit Billy Bat liefert Naoki Urasawa einen sehr spannenden Thriller ab. Gekonnt führt er auch hier den Leser in eine sehr umfangreiche Geschichte ein, die zunächst undurchsichtig und komplex ist, aber mit der Zeit in eine schlüssige Gesamtgeschichte verläuft, die mit der Zeit immer spannender wird. Die Integration historischer Persönlichkeiten und die Verschmelzung des Mangas mit dem Comic „Billy Bat“ können für den ein oder anderen störend sein, passen aber hervorragend in dieses Werk. Wer Thriller mag, kommt auch um dieses Werk von Naoki Urasawa nicht herum.
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Avatar: PhryneMandelbrot#2
"It was here before people were born... Sneering at humanity's foolishness"

Was haben Albert Einstein, Sadanori Shimoyama, Francisco de Xavier und Lee Harvey Oswald gemeinsam? Nichts, nicht das geringste, zumindest auf den ersten Blick. Denn wenn man die Biographien der Personen näher betrachtet, wird man feststellen, dass alle diese Personen zu Lebzeiten Japan besuchten oder dort lebten. Ein Zufall? Nicht in Naoki Urasawas neuestem Werk "Billy Bat". Denn, so lächerlich das auch klingen mag, die Comic-Fledermaus "Billy Bat" wird zum Mittelpunkt der wohl größten Verschwörung, die jemals von einem Autor erdacht wurde.


Beginn der Handlung: Amerika im Jahre 1949. Der Comiczeichner Kevin Yamagata, dessen Name es bereits erahnen lässt, ist Amerikaner japanischer Abstammung. Sein neuester Comic "Billy Bat", der von einem Fledermaus-Detektiv handelt, erfreut sich hoher Popularität, doch als der Autor erfährt, dass im japanischen Jump-Magazin ein Manga mit demselben Charakter veröffentlicht wird, fühlt er sich verpflichtet diesem auf den Grund zu gehen und stößt auf ein Geheimnis, so alt wie die Menschheit selbst.

Doch von einem "Beginn der Handlung" zu sprechen ist, was diesen Manga betrifft, äußerst problematisch. Wer "Monster" oder "20th Century Boys" gelesen hat, der wird sofort Urasawas unverkennbaren Erzählstil bemerken. Die Geschichten von "Tezuaks Nachfolger" leben von ihren Geheimnissen und so wird auch in "Billy Bat" die Geschichte fragmentarisch dargeboten, d.h. es werden verschiedene Ereignisse aus dem Leben von zahlreichen Charakteren erzählt und ähnlich wie ein Puzzle lassen sich die einzelnen Fragmente im Idealfall zu einem stimmigen Bild zusammensetzen. Der Leser wird hierbei zum Detektiv, dessen Aufgabe das Zusammenfügen der einzelnen Puzzleteile ist.
Und dies scheint wesentlich schwieriger als Anfangs erwartet, denn Urasawa ist noch nie in so einem rasanten Tempo durch die Zeit und Länder, Geschichte und Fiktion gereist als in "Billy Bat". Gerade noch wurde Jesus von Judas verraten und bereits im nächsten Kapitel befinden wir uns im New York der 50er Jahre, wo eine Braut aufgrund ihrer Hautfarbe von der eigenen Hochzeit ausgeschlossen wurde. Sorgfältig recherchiert und authentisch in Szene gesetzt werden hierbei die unterschiedlichsten Ereignisse der Geschichte thematisiert, was dem Leser einiges an Vorwissen abverlangt, aber keinesfalls abschrecken sollte, schließlich bietet der Manga die Gelegenheit einiges, auch über die uns eher unbekannte japanische Geschichte (z.B. den Shimoyama-Vorfall), zu lernen.

Was für Manga-Leser anfangs befremdlich erscheinen mag, sind die immer wieder genutzten Comicszenen, die einen erheblichen Stellenwert in der Handlung haben. Was für "Monster" die Kinderbücher Franz Bonapartas waren, das ist für "Billy Bat" der amerikanische Comic. Die darin gezeichnete Comic-Fledermaus stellt einen jeglicher Logik entbehrenden Anachronismus dar und genau dieser Unwille des Lesers "Billy Bat" als das zu akzeptieren, was er vorgibt zu sein, nämlich ein Wegweiser der Menschheit und Verwalter der Geschichte, macht den besonderen Reiz diese Mangas aus.

Ganz ohne Kritik will ich den preisgekrönten Mangaka aber nicht davonkommen lassen. Nachdem ich selbst einige Werke Urasawas gelesen habe, fallen die parallelen im Erzählstil und den Charakteren auf, was ja auch keineswegs etwas schlechtes sein muss. Aber erneut präsentiert er uns diesen "Doktor Tenma mit Haartolle", Kevin Yamagata, der in eine Verschwörung gerät, von allen verlassen, heimgesucht von der unheilvollen Fledermaus, und trotzdem in jedem zweiten Charakter auf den er trifft einen begeisterten Fan seines Comics findet. So korrekt und humanistisch veranlagt wie sein Vorgänger ist er dann aber auch wieder nicht, was vor allem der anfangs nicht aufgeklärte Mordverdacht sowie Kevins hang zum Alkohol verdeutlichen.

Ein zweiter Kritikpunkt liegt in der Entwicklung der Charaktere. Urasawa gelingt es wie immer auf geniale Weise, manchmal nur durch Gesichtsausdrücke seine Charaktere "lebendig" zu machen. Doch die große Ansammlung an agierenden Personen sowie die ebenfalls vertretenen historischen Charaktere lassen wenig Platz frei, um einzelne Hauptfiguren detailliert auszuarbeiten. So verschwindet der Protagonist einige Bände komplett von der Bildfläche, während "Billy Bat" selbst wie eine omnipräsente Gestalt als einziger Charakter in keinem Band zu vermissen ist.


Fazit:

"Billy Bat" besticht durch die gewohnte Urasawa Qualität sowie eine außergewöhnlich authentische Darstellung historischer Epochen und Ereignisse. Auch wenn leichte Mängel festzustellen sind, so stehen diese doch in keinem Verhältnis zu dieser atemberaubend fesselnden Geschichte, wie nur Urasawa sie zu zeichnen versteht. Dies ist mein Urteil nachdem ich sieben Bände der Serie gelesen habe. Es werden wohl noch mindestens 10 Bände erscheinen, d.h. das beste dürfte also noch bevorstehen. Es bleibt jedem selbst überlassen ob er bis zum Ende warten und dann die Serie in einem Durchgang lesen will oder doch eher gespannt das neue Kapitel erwartet. Eines ist jedenfalls sicher: Wer einmal in den Bann von "Billy Bat" geraten ist, wird nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollen.
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Avatar: Noa
V.I.P.
#3
Einige großartige Mangaka dürfen sich damit rühmen mit dem Osamu-Tezuka-Kulturpreis ausgezeichnet worden zu sein. Doch wie viele haben diese seit 1997 verliehene Auszeichnung zweimal gewonnen? Nur einer. Naoki Urasawa. Seit seinem internationalen Durchbruch mit Monster, für den er seine erste Auszeichnung bekam, wird der renommierte Mangaka als Nachfolger von Osamu Tezuka selbst gefeiert und immer wieder schafft Urasawa etwas neues in seinem eigenen Universum. So auch in Billy Bat.

Kenner von Urasawas früheren Werken werden die große Handlungsdichte und ihren lang dauernden Zeitraum gewohnt sein. In Billy Bat blüht der Autor voll auf und legt ein Tempo von mehreren Jahrhunderten der Menschheitsgeschichte zu..

Die Handlung setzt Ende der 40er Jahre in Amerika an und beginnt mit dem japanisch-amerikanischen Comiczeichner Kevin Yamagata, der als Zeichner und Erfinder der erfolgreichen Comicserie Billy Bat bekannt ist. Bei der Arbeit zu einem neuen Kapitel wird er beschuldigt, den Protagonisten, die namensgebende Fledermaus Billy Bat, unbewusst von einem Bild kopiert zu haben, welches er während seiner Dienstzeit im besetzten Japan gesehen haben soll. Kevin eilt nach Japan, um die Erlaubnis, die Figur weiter für seinen Comic zu verwenden, zu erbitten und gerät hierbei in eine Reihe von Verschwörungen, Vertuschungen, Prophezeiungen und Morden, deren Zusammenhang Billy Bat ist und stößt auf ein Geheimnis das älter als die Menschheit selbst ist..

Noch bevor die eigentliche Handlung beginnt, befindet sich der Leser bereits in einer laufenden Geschichte, die bereits zu Anfang von Geheimnissen umhüllt ist und nach und nach ihre Fäden zu erkennen gibt. Kenner von Urasawa werden diesen Erzählstil gewohnt sein. Auch wenn der Autor diesen Stil weiterhin mit Bravour meistert, legt er hier manchmal einen zu hohen Zahn zu und der Leser wird mit einer Informationenflut überschwemmt. Die gegebenen Informationen sind vom Autor sorgfältig recherchiert und authentisch in die Geschichte eingewoben, so dass der Leser mal zurück blättern muss, um die vorherige Szene erst mit der neu gewonnen Information zu verstehen weiß. Gegen Ende übernimmt er sich jedoch leider und es entstehen merkbare Schwächen.
Auch die eingebauten Comic-Szenen von Billy Bat erscheinen auf den ersten Blick befremdlich zu wirken, fügen sich aber nach und nach in den Fluss der Geschichte ein und geben ein eigenen Flair, mit dessen man es schaffte, die Fledermaus dem Leser näher zu bringen.

Fazit:
Mit Billy Bat erwartet dem Leser eine gewohnte Naoki Urasawa Geschichte, die sicherlich zu den spannendsten seiner Werke zählen dürfte. Der Thriller ist an Spannung fast nicht zu überbieten und sowie Leser, als auch Kevin, jagen nach dem Geheimnis was Billy Bat umgibt. Durch den comicartigen Stil glänzt der Autor auch außerhalb seines gewohnten Design und schafft eine packende und dichte Atmosphäre. Einmal angefangen, gerät man in den Bann der Flügelmaus und wird sicherlich mit dem Lesen nicht mehr aufhören wollen. Zweifellos wäre es sein bestes Werk geworden, wenn die letzten Arcs nicht gewesen wären.
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Avatar: Slaughtertrip#4
Wer die Geschichten von Urasawa Naoki - insbesondere seinen Magnus Opus „Monster“ - kennt, der kann auch hier nichts anderes als ein kleines Meisterwerk erwarten. Eine zentrale Frage des Mangas, wer Billy Bat überhaupt ist und was es mit ihm aufsich hat, wird bis zum Schluss geheimgehalten, auch wenn man Häppchenweise immer wieder mit neuen Erkenntnissen gefüttert wird. Eines ist aber schon von Anfang an sicher: Das Schicksal der Welt hängt von ihm ab.

Doch wie kann das sein? Ist Billy doch nur der Titelheld eines weltweit gefeierten Comics, gezeichnet von Kevin Yamagata, dem Hauptcharakter dieses Mangas. Er findet heraus, dass er sich die Idee zu Billy wohl unbewusst während seines Aufenthaltes in Japan geholt hat. Er begibt sich in eben jenes Land, um den wahren Schöpfer zu bitten, Billy weiterverwenden zu dürfen. Doch ihm erwartet mehr, als ihm lieb ist: Geheimorganisationen, die CIA, Megakonzerne… alle verwickelt in den Fall Billy Bat, nicht einmal vor Mord zurückschreckend. Und Kevin ist nun auch mittendrin. Seine Reise endet aber nicht in Japan. Man begleitet ihn auf mehrere Kontinente, um das Geheimnis der Fledermaus aufzuklären. Aber nicht nur die Orte, sondern auch die Zeit ist sehr weit gesponnen. Die Geschichte von Billy ist so verworren, dass sie mehrere Jahrhunderte umfasst, wodurch der Fokus bei manchen Kapiteln auf anderen Charakteren und Geschehnissen liegt, weshalb es durchaus vorkommen kann, dass man einen Ninja in der Edo-Periode bei seinen Abenteuern begleitet.

Nach und nach stellen sich die Bekanntschaften von Kevin Yamagata immer mehr als weitere Hauptcharaktere heraus. Wenn er für einige Zeit von der Bildfläche verschwindet, übernimmt die Rolle des zentralen Helden einer seiner Freunde. Manchmal ist das auch notwendig, da gewisse Geschichten entweder vor oder nach seiner Zeit spielen. Oft werden diese Charaktere ungewollt von Billy selbst in die Geschehnisse mithineingerissen. Andere stellen sich mutig den Hindernissen entgegen, während Kevin Yamagata woanders gebraucht wird. Dabei weiß man oft nicht, wer Freund und wer Feind ist. Da der Manga eine so lange Zeitspanne umfasst und man manche Charaktere von Kindesbeinen bis zum Totenbett begleitet, ist deren Entwicklung gut nachvollziehbar. Dabei verblassen die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß, wodurch man die Taten der Antagonisten besser versteht. Am Ende empfindet man sogar Sympathie für manche einst so bösen Widersacher.

Eine der größten Stärken des Mangas ist, dass oft reale Charaktere und Ereignisse im Mittelpunkt stehen, die von Billy beeinflusst worden sind. Seien es Lee Harvey Oswald, John F. Kennedy, Albert Einstein, Adolf Hitler, Francis Xavier, die erste Mondlandung oder 9-11; es ist immer interessant, mitanzusehen, welche Rolle Billy in Bezug auf historische Figuren und Geschehnisse gespielt hat. Besonders umfangreich wurde die Geschichte um Lee Harvey Oswald erzählt. Im weiteren Verlauf der Geschichte nimmt diese Fokusierung dieser Charaktere ab, um die Story rund um Kevin Yamagata weiterentwicklen zu können, was ich leider ein bisschen schade finde. Ich persönlich hätte mir z.B. mehr von Albert Einstein gewünscht.

Was noch unbedingt erwähnt werden muss, ist der Zeichenstil. Die historischen Figuren erkennt man sofort. Bei Albert Einstein mag das vielleicht nicht schwierig sein, aber auch John F. Kennedy und Lee Harvey Oswald erkennt man auf dem ersten Blick. Eine Besonderheit ist, dass man ab und zu ein paar kurze, colorierte Kapitel aus den Billy-Bat-Comics zu lesen bekommt, was diesem Werk zusätzlich noch eine eigene Note verleiht. Die Geschichten selbst sind ziemlich einfach gestrickt und mit Mickey Mouse oder Duck Tales zu vergleichen. Das gibt dieser sonst so ernsten und verschachtelten Geschichte eine kleine Auflockerung.

Der Manga ist so ziemlich jedem zu empfehlen, der auf Mystery und Thriller mit Fantasy-Elementen steht, wenn nicht schon der Name des Mangaka Grund genug ist, sich diesem Manga zu widmen. Puh, jetzt hätte tierisch Lust darauf, den Billy-Bat-Comic zu lesen.
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Gewinnspiel: Doppelgewinnspiel Teil 2 – „Edens Zero“
Doppelgewinnspiel Teil 2 – „Edens Zero“

Titel

  • Japanisch Billy Bat
    ビリーバット
    Status: Abgeschlossen
    Veröffentlicht: 16.10.2008 ‑ 18.08.2016
    Bände / Kapitel: 20 / 165
    Publisher: Kodansha Ltd.
    Mangaka: Autor & Illustrator Autor
  • Deutsch Billy Bat
    Status: Abgeschlossen
    Veröffentlicht: 30.10.2012 ‑ 30.05.2018
    Bände / Kapitel: 20 / 165
    Publisher: Carlsen Manga

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