Anime-Rezensionen

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Rezensionen

Urda

Avatar: AnimeChris#12931
Man sollte ja meinen, dass wenn Romanov Higa, verantwortlich für CGI bei Future Diary und die Storyboards bei Hellsing Ultimate, ein eigenes Projekt auf die Beine stellt, dass dann was brauchbares bei rum kommt. Leider weit gefehlt. Mehr als gute Story Board Animation kann „Urda“ leider wirklich nicht bieten und so ist nicht mehr als „Urda“ hier drin, was ja bekanntlich rumänischer Frischkäse ist ^^



Ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen mit nur einer kleinen Crew kann wie bei Time of Eve oder Voices of a distant Star gelingen und auch ein kleines Meisterwerk werden. So dachte sich auch Romanov Higa, der 2002 noch recht unbekannt war und mit seinen 6 Web Episoden aufmerksam machte. Auch wenn kein Meisterwerk herauskam, so war es doch schon eine kleine witzige Geschichte, die zwar nie langweilig war, aber auch nie Spannung und große Dramatik versprühte. Grund dafür war nicht nur das oberflächliche und lückenhafte Storytelling, sondern auch schlecht ausgearbeitete und stereotypische Charaktere.

Und so fällt es einem wirklich sehr schwer die Hauptperson Erna, eine Kreuzung aus Lara Croft, Madlax und Canaan, ins Herz zu schließen. Sie ist zwar optisch nicht gerade eine Augenweide – auch wenn sie mächtig Dekolleté zeigt, doch allgemein ist das Charakterdesign der CGI Figuren nur unterdurchschnittlich. Vor allem Bösewichtig Grimhild ist sehr schlecht umgesetzt. Am besten kommt noch die kleine Chris weg, die mit ihren großen Augen und ihrer jungen Art wenigstens ein wenig gelungen rüber kommt. Allgemein wirken die Gesichter einfach zu steril, plastisch und ohre Leben. Abschuss ist Herman, der so aussieht, als hätte er sich ne Tonne Antifaltencreme ins Gesicht gehauen und damit jegliche Mimik vernichtet. Echt schade. Doch noch schlimmer wird es wenn sich die Figuren bewegen.

Computeranimationen sind im Animebereich eh so eine Sache und können toll sein, wie bei Freedom, oder einfach nur ein Grauen. Leider gehört Urda so was von in die zweite Kategorie. Die zahlreichen Actionsequenzen tun schon wirklich in den Augen weh und machen eigentlich mehr kaputt, als dass sie den Zuschauer begeistern. Vor allem wenn die menschlichen Akteure springen, kämpfen oder rennen läuft es einem eiskalt den Rücken herunter.

Leider kommt da noch Ohrenbluten dazu wenn man sich die englische Synchro antut. Den Abschuss macht eindeutig Mami Maynard, die Janet Hunter sowas von bekloppt präsentiert, als wäre sie einfach nur die dümmste Person im zweiten Weltkrieg. Kein Wunder, dass nach dieser Rolle keine weitere Animefigur von ihr synchronisiert wurde. Etwas besser kommt der Rest der Crew weg, auch wenn der deutsche Akzent von Grimhild und Hermann eher schlecht als recht ist. Auch hier ist es nur Chris, gesprochen von der erfahrenen Rebecca Forstadt, die wirklich in ihrer Rolle überzeugt.

Der Soundtrack ist gar nicht mal schlecht und passt recht gut. Einen Ohrwurm hat Higa da nicht komponieren lassen, aber gereicht hat es auf jeden Fall. Vor allem die Action-Sequenzen werden hier musikalisch aufgewertet.

Ich bezweifle es, dass man diese 6 Episoden gesehen haben muss. Selbst das interessante Ending – nach dem Abspann! – macht Urda nicht gerade zum Geheimtipp. Auch wenn man nur eine halbe Stunde für die 6 Folgen opfern muss, ist es die schlechte Animation und das lückenhafte Storytelling und vieles mehr, dass einem wirklich den Spaß verdirbt. Dann doch lieber Urda, den Frischkäse essen. Hat man mehr von ^^
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Jigoku Shoujo Futakomori

Avatar: GuuneKekslegende#12932
Staffel 1. 29.01.2010
Staffel 2. 22.02.2018



Hell Girl: Two Mirrors
Komplett

Nun sind zwischenzeitlich acht Jahre vergangen, als ich die erste Staffel schaute und dementsprechend ist die Erinnerung daran ein wenig verblasst, aber ich werde dennoch versuchen Parallelen und Rückschlüsse zu ziehen.

Hell Girl: Two Mirrors startet gleich zu Beginn mit zwei herausragenden Episoden und der Zuschauer wird flugs mit der Frage konfrontiert, ob die Opfer nicht zu vorschnell handeln und gegebenenfalls die falsche Person in die Hölle schickten. Leider folgten hiernach eher mittelmäßige Folgen und erst ab der neunten Episode kam es zu einem Aufschwung, wenngleich ich gerade der neunten und zehnten Folge äußerst zwiespältig entgegentrete, denn gerade hier zeigte sich, wie oft das Handeln der Personen nicht nachvollziehbar ist und sie sich allem Anschein nach überhaupt keine Gedanken über etwaige Konsequenzen machen. Dahingegen war Folge 11 abermals eine der stärkeren Folgen, die mir besonders gefiel. Interessant war es auch zu sehen, wie die Rächer teilweise zu Gehilfen wurden und ihre Hintergrundgeschichten näher beleuchtet wurden. Meines Erachtens hätte es gern mehr Episoden geben können, in der nicht die Gegenwart, sondern Ereignisse aus vergangenen Tagen im Mittelpunkt stehen. Die 17te Folge versetzte mich in einem kurzen Schockzustand, der Überraschungsmoment ist hier wahrlich geglückt. Bedauerlicherweise konnte das Niveau erstmal nicht gehalten werden und erst mit den letzten Folgen kam wieder Spannung ins Spiel. Der Showdown zählt hier eindeutig zu den positiven Seiten.

Im Großen und Ganzen gab es viele emotionale Folgen und allerlei Thematiken (Inzest, Liebe, Missbrauch etc. pp.) die aufgegriffen wurden. Es gab auch nicht mehr diese ständigen Wiederholungen wie in der ersten Staffel. Die Animationen und der Soundtrack waren wie jeher hervorragend, auch der Charakter der Ai Enma konnte für die zweite Staffel Pluspunkte verbuchen. Zudem kam auch eine neue Charakterin dazu. Ich glaube ich kann alle Endings/Openings an der Hand abzählen, die ich jemals laufen ließ. Das Ending gehört dazu, ein klasse Song. Ein Dorn im Auge waren mir die größtenteils unschlüssigen Beweggründe und ich hätte es persönlich bevorzugt, wenn man mehr auf die Zurückgelassenen eingegangen wäre, immerhin mussten diese doch voller Schmerz sein, oder wie gestaltet sich fortan ihr Leben? Vielleicht sollte das Hell Girl mal darüber nachdenken einen Tag der offenen Tür einzuführen, damit es nicht zu solchem inflationären Gebrauch der Strohpuppen kommt und die Leute wissen, was es heißt in der Hölle zu schmoren.

 von Guune.
Beitrag wurde zuletzt am 22.02.2018 15:16 geändert.
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Iczer One

Avatar: aniSearchler
aniSearchler
#12933
Tatakae!! Iczer-1 (戦え!!イクサー1) ist ein Horror-Science-Fiction Yuri-Anime, der in einer dreiteiligen „Original Video Animation“ unter der Regie von Toshiki Hirano zwischen 1985 und 1987 produziert wurde. Das OVA basiert auf dem 1983 im Seinen-Magazin Lemon People veröffentlichten gleichnamigen Manga von Rei Aran. Der Anime stellt jedoch keine direkte Adaption des Mangas dar und unterscheidet sich, sowohl durch die Handlung, als auch die Charaktere, vom ursprünglichen Manga. Das OVA ist bekannt für seinen sehr starken physischen Horror – Splatter und Gore.

CovertextDie Cthulhu, ein Volk von ausschließlich weiblichen Weltraumnomaden, planen, die Erde zu erobern. Mit ihren der menschlichen Technologie weit überlegenen Superwaffen und dämonischen Verbündeteten, die die ahnungslose Bevölkerung unterwandern und in schleimtriefende Ungeheuer verwandeln, scheint die Menschheit ihnen schutzlos ausgeliefert. Bis sich den Aliens eine einsame Kämpferin entgegengestellt: ihre eigene abtrünnige Scout-Androidin ICZER-ONE...! Doch um Gegner wirkungsvoll bekämpfen zu können, braucht ICZER-ONE eine menschliche Verbündete. Und so wird die siebzehnjährige Nagisa von einem Moment zum nächsten in eine neue Realität gedrängt, in der ihre finsteren Alpträume Wirklichkeit werden.


  • Rei Aran: Iczer 1 und Nagisa

  • Toshiki Hirano: Iczer 1 und Nagisa

Der ursprüngliche Manga Fight!! Iczer-1 umfasste nur zwei Kapitel und handelt von den Charakteren Nyan und Nagisa. Es ist eine kurze und eigenständige Geschichte zur der keine weitere Fortsetzung geplant war, trotzdem veröffentliche Lemon People ihn als Cover. Die Geschichte des ursprünglichen Mangas handelte von einem seltsamen außerirdischen Katzenmädchen, das vom Himmel fällt und Nagisa zufällig rettet. Das Catgirl verliebt sich in Nagisa und als Außerirdische die Erde bedrohen und versuchen sie zu erobern, verteidigt sie Nagisa entschlossen vor der Bedrohung. Das Catgirl teleportiert sich selbst und Nagisa in einen riesigen Mecha namens Iczer Robo und kämpft mit ihr schließlich gegen einen außeridischen Mecha und dessen Pilotin Sepia.
Das OVA Fight!! Iczer-1 folgt zwar der Grundstruktur des Mangas, jedoch wurden alle Charakterdesigns, inklusive der Charakterisierung der Figuren komplett neugestaltet und ausgetauscht. Iczer 1, das außerirdische Katzenmädchen, wurde zu einem außerirdischen Androiden. Ihr Haarfarbe wechselte von grün zu blond und ihr „schmerzbefreites“ 1980er Jahre Outfit, wurde durch ein etwas „seriöseres“ rosa Trikot mit Rüstungsteilen ersetzt. Iczer 1 bekam eine neue Herkunft und handelte jetzt, wie eine harte Kriegerin, anstatt wie ein Katzenmädchen, das nur durch Telepathie kommuniziert konnte. Iczer Robo erlebte ebenfalls ein komplettes Makeover, nur Nagisa blieb weitestgehend dieselbe. Mehr oder weniger wurden die gesamte Geschichte und das gesamte Charakterdesign überarbeitet.
Da die erste Episode des OVA die kurz Originalgeschichte des Mangas völlig erschöpft hatte, schrieb Hirano selbst eine komplett neue Geschichte und erfand zudem den Charakter Iczer 2, um Iczer 1 eine ebenbürtige Gegnerin zu verschaffen, die auf dem gleichen Niveau kämpft, wie sie selbst. Iczer 2 ist mehr oder weniger direkt, ein böser Klon von Iczer 1 mit denselben Fähigkeiten und Kräften, die auch Iczer 1 hat. Die Animation änderte sich ein wenig, aber nicht genug, um bemerkt zu werden, außer in den Szenen mit Iczer Robo. Masami Oobari, der in den 1980er ein relativ bekannter Mecha-Designer war, wurde nach eigenen Angaben von Hirano angewiesen Iczer Robo, mehr wie ein „Helden-Mecha“ zu zeichnen, das Ergebnis: Iczer Robo sieht in Episode 2 völlig anders aus als in Episode 1 und für Episode 3 wurde sein Design erneut verändert.

Die Evolution von Iczer Robo: Von links nach rechts, Episode 1 bis 3.

Die zweite Episode handelt weiterhin von der gewaltsamen Invasion der Cthulhu und, wie sie die Menschen terrorisieren, indem sie Raum und Zeit verkrümmen, interdimensionale Barrieren errichten und Menschen in Monster verwandeln. Nagisa erlebt eine Charakterentwicklung, anstatt immer nur von Iczer 1 hinterher geschliffen zu werden und die Folge endet mit einem Cliffhanger.
Der dritte und letzte Teil wurde 1987 veröffentlicht und beginnt mit einem Recap der beiden vorherigen Teile, was dem heutigen Publikum vermutlich völlig unsinnig erscheint bei nur drei Episoden, aber 1987 war das richtig, denn einige der Mitwirkenden der Produktion erlangten zwischenzeitlich relative Berühmtheit und es interessiert sich plötzlich ein großes Publikum für das OVA, jedoch ohne die vorherigen beiden Teile gesehen zu haben, die damals aber nicht mehr im Verkauf erhältlich waren und so konnten das neue Publikum trotzdem in die Geschichte einsteigen. Die dritte Folge ist eher zusammenhanglos, es wird versucht zu viel in zu kurzer Zeit zu erklären, das Resultat ist entsprechend denkbar wirr: Was es mit den Cthulhu auf sich hat, jede Menge Action, warum Iczer 1 eine Partnerin zum Synchronisieren braucht, der Ursprung von Iczer 1 und des Antagonisten Big Gold, ein seltsames Ende, bei dem Big Gold und Iczer 1 irgendwie ... Und die letzten Szenen des OVAs endet wieder am Anfang.

Fight! Iczer One: Act 2

Hirano arbeitet danach noch weiter an Iczer One und veröffentlichte eine Einführung zum OVA, den Manga Golden Warrior Iczer-One, eine Light Novel-Adaption des OVA, eine Nebengeschichte, den Manga Iczer Legende. Zwei „Sound Novels“, wovon die zweite Drama-CD ein Crossover mit dem Anime Haja Taisei Dangaiou von 1987 war, bei dem Hirano das Charakterdesign entwarf und Regie führte, sowie Animationen von Masami Oobari und Musik von Michiaki Watanabe, die ebenfalls beide an der Produktion zu Iczer One beteidigt war, was schließlich zu den bekannten Ähnlichkeit zwischen Iczer One und Dangaioh: Hyper Combat Unit führte. Jedoch blieben alle diese Arbeiten, wie viele von Hiranos Produktionen, unvollendet.
1990 wurde die Fortsetzung des OVAs Iczer Reborn produziert, trotzdem der Anime beinahe die doppelte Spielzeit von Fight!! Iczer-1 und somit deutlich mehr Zeit für die Entwicklung der Figuren und Geschichte zur Verfügung hatte und sich weitestgehend aller Horror- und Gore-Elemente, für die sein Vorgänger bekannt war, entledigte, war der Anime nichts Besonderes und hinterließ praktisch keinen bleibenden Eindruck. Mit dem Manga Iczer Densetsu entstand noch alternative Version der Serie, die jedoch ebenfalls nicht zu Ende geführt wurde. 1994 wurde erneut eine Fortsetzung produziert, Iczer Girl Iczelion, auch dieses OVA war absolut bedeutungslos.
1994 nahm sich auch Rei Aran der Geschichte wieder an und veröffentlichte erneut in Lemon People seinen großen Iczer 1 Mythos THE ICZER-ONE. Dieser Remake-Manga war ähnlich, wie die Original-Serie und integriert viele Elemente des Fight!! Iczer-1 OVAs. Die Serie ist, die am schwierigsten fassbare des gesamten Franchise, da sie nie in einem Sammelband erschien und höchstwahrscheinlich ebenfalls unvollendet ist. Das Magazin Lemon People wurde 1998 nach beinahe 17 Jahren eingestellt und gab zum Abschluss noch eine Sammlung der bedeutendsten Illustration, die sie über die Jahre veröffentlicht hatten, heraus. Sowohl Arans, als auch Hiranos Versionen von Iczer 1 erschienen darauf.


Rei Aran hat die Arbeit an Iczer One nie wieder aufgenommen. Hirano unternahm, nachdem die geplante „Iczer 4“-Serie schon sehr früh in der Produktion gestoppt wurde, auch keine weitere Versuche mehr die Serie wiederzubeleben. Trotzdem wurde Iczer 4 zum Teil umgesetzt, im Anime Magic Knight Rayearth 2 von 1995 (CLAMP). Der TV-Anime, bei dem Hirano wieder Regie führte, enthielt viele Elemente der geplanten „Iczer 4“-Serie und zudem einen Charakter, der eine direkte Reininkaration eines Charakters aus Iczer One ist: Nova, basiert überdeutlich erkennbar auf dem Charakter Iczer 2, was allerdings nicht sehr freundlich aufgenommen wurde und dazu führte, das man den Anime als „Recycling“-Stätte bezeichnete und Magic Knight Rayearth 2 insgesamt sehr große Kritik einbrachte.
Sowohl Fight!! Iczer-1, als auch Iczer Reborn wurden schließlich zu einem Teil des Videospiels Super Robot Wars L für den Nintendo DS. Iczer 1, Nagisa Kanou und Iczer Robo wurden zu spielbaren Figuren. Iczer 2, Iczer Sigma und Big Gold zu Antagonisten, wobei Iczer 2 und Iczer Sigma später zu Verbündeten werden. Iczer 1, Iczer 2 und Iczer 3 haben im Spiel Kombinationsangriffe. Jeder Iczer allein ist in der Stärke vergleichbar mit zwei bis drei anderen Mecha. Iczer Robo und Iczer Sigma haben dieselbe Kampfkraft, wie beispielweise Mazinger Z und Getter Robo.

Super Robot Wars L
Vergleich: Fight!! Iczer-1 OVA zum Super Robot Wars L Videospiel.


Warum wurde Fight!! Iczer-1 zum Kult-Klassiker?


Das Fight!! Iczer-1 OVA hatte ein relatives hohes Produktionsbudget und war im Vergleich zu anderen Produktionen seiner Zeit eine Hochglanzprodukt. Es erschien neben der japanischen Originalfassung in englischer, französischer und spanischer Synchronfassung, zudem wurden zahlreiche weitere Sprachen in einer Untertitel-Version angeboten, was die Serie weltweit bekannt machte. Es ist kaum verwunderlich, warum das 1985er OVA Iczer One einer ganzen Generation von Anime-Fans in Erinnerung geblieben ist. Es war einer der größten Anime-Erfolge der 1980er Jahre und wurde zur ersten Lemon People Produktion die nicht als Hentai geplant und ausgeführt wurde und zu weiteren nicht-pornografischen Produktionen führte. Der Anime gehörte zu den Produktionen, die zwischen 1985 und 1991 dafür verantwortlich war, dass OVAs plötzlich in Free-TV ausgestrahlt wurden und ein nie dagewesenen OVA-Boom ausgelöst wurde, natürlich geschah dies nicht nur wegen Fight!! Iczer-1. Fight!! Iczer-1 war ein weltweiter Erfolg, wurde vor allem aber in den USA zu einem massiven Kult-Hit. Hiranos Manga Golden Warrior Iczer-One wurde daher direkt übersetzt und Iczer Reborn wurde ebenfalls direkt in den USA lizenziert.
Die Geschichte selbst ist ziemlich simple und wird eher „holprig“ erzählt, was aber auch an der Kürze des OVAs liegt, dennoch schaffte es der Anime sein Publikum mitzureißen. Was unter anderem an der detaillierten Animation und der Verwendung von stimmungsvollen, starken, dunklen Akzenten liegt. Wer sich eine mit Science-Fiction-Klassiker auskennt, kann zudem in den Details des Animes noch andere Dinge entdecken. Die meisten Waffen der „Earth Defense Force“ sind eine Hommage an alte japanische Spezialeffekte-Filme. Augenscheinlich natürlich Fuji Ichigou, Modellnummer „G – 0 TEN 86“, das Unterseekriegsschiff Gotengo aus dem Science-Fiction-Film Atragon von 1963 und Fuji Nigou, Modellnummer „M-IJACK 11“, eine Reminiszenz an die Science-Fiction-Serie Mighty Jack (マイティジャック) aus dem Jahr 1968 und ihre Nachfolgeserie Fight! Mighty Jack, die von Monstern und Aliens handelt – zugegeben, die 1980er Jahren waren zu subtil: Tatakae! Mighty Jack (戦え!マイティジャック, Fight! Mighty Jack) – Tatakae!! Iczer-1 (Fight!! Iczer-1), eine Verbindung ist kaum erkennbar.


  • Atragon 1963: Gotengo

  • Fight!! Iczer-1 1985: Fuji Ichigou

Die Musik ist in Ordnung, jedoch nichts Besonderes, trotzdem bleibt sie im Gedächtnis – vermutlich wurde sie deshalb auch für Dangaioh wiederverwertet. Die Charaktere selbst sind klare Persona, auch wenn die kurze Spielzeit die Darstellung großer und langatmig erzählter Charakterentwicklungen nicht zulässt, macht Nagisa eine komplette Charakterentwicklung durch, während Iczer 1 sich selbst erkennt und beginnt ihre eigene Existenz zu begreifen, anstatt weiterhin zielstrebig den Kampf fortzuführen, den sie die ganze Serie über kämpfte.
Fight!! Iczer-1 ist immer noch ein relativ einzigartiger Anime und einer der wenigen Serien, die es schaffen mit dem Erotik-Thema zu spielen und dabei immer noch sich selbst treu bleiben und den physischen Horror beibehält. Die erste Episode hält die Geschichte zusammen und erlaubt es den anderen Teilen auf sie aufbauen. Das OVA ist sehr atmosphärisch und, wenn man sich auf die Geschichte einlässt, wird man nur sehr wenig finden, was wirklich schlecht ist. Vermutlich wird das einige Neon Genesis Evangelion-Fans schockieren, aber als NGE neu erschien, machten einige Reviewer darauf aufmerksam, dass NGE sicherlich eine ganz nette Fernsehserie ist, aber letztlich einem Klassiker, wie Iczer One nicht das Wasser reichen kann.

Iczer 1 und Nagisa Kanou

Ein Wiederaufleben der Serie ist sicherlich ausgeschlossen. Iczer One ist ein Kind seiner Zeit. Es ist direkt, ungeschliffen und hält sich nicht zurück. Für einen zwei Kapitel kurzen Yuri-Manga ist Iczer One weit gekommen und hat viel in Bewegung gesetzt und die Anime-Welt nachhaltig verändert.
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Simoun

Avatar: aniSearchler
aniSearchler
#12934
Simoun macht es dem Zuschauer nicht leicht in die Geschichte hineinzufinden. Die ersten (drei) Episoden werfen mit einer Menge Charakteren, bei denen es nicht so einfach ist empathisch mit ihnen zu sein und massenhaft „technischer Fachbegriffe“, von denen ein großer Teil aus dem Lateinischen und Französischen stammt und die nur flüchtig oder gar nicht erklärt werden, um sich.
Bei Simoun sind die Beziehungen der Figuren zueinander maßgebend für das Verständnis der Handlung und sie werden komplex genug dargestellt, um manchmal nicht so einfach verstanden zu werden. Die Serie beginnt mit dem Tod eines Charakters, der großen Einfluss auf die anderen Charaktere hatte und es wird versucht die Auswirkungen dieses Verlustes zu zeigen, während man gleichzeitig in eine vielschichtige und nicht vollständig definiert Welt eingeführt wird.
Simoun provoziert viele Fragen und verlangt vom Publikum Aufmerksamkeit beim Zusehen und bringt damit zweifellos alle Vorrausetzungen mit, um ungeeignet für das durchschnittliche Anime-Publikum zu sein.  

Im Wesentlichen handelt es sich bei Simoun um eine kurze Geschichte, die sich in einer großen und fantastischen Welt, die immens stark an ein Steampunk-Setting erinnert, mit Helix-Motor betriebenen Flugmaschinen, riesigen Luftschiffen (Kathedralen), die durch den Himmel schweben und anachronistischen Technologien, abspielt. Zur Verdeutlichung, wie gewaltig diese erzählte Welt tatsächlich ist, ein Beispiel, es gibt einen Charakter der sagt, sie sei eine Einwanderin. Der Regisseur der Serie erklärt dazu in seinem Kommentar, dass es sich dabei in Wirklichkeit um eine Einwanderin von einem anderen Planeten handelt. Ihm zufolge hat die Simoun-Welt interplanetare Beziehungen, aber weil die Serie zu kurz war (26 Episoden), verzichtete er darauf dies weiter auszuführen, was ich persönlich sehr bedauere.
Die Handlung konzentriert sich vor allem auf die Erlebnisse des Chors Tempest aus dem Land Simulacrum, aber dem Zuschauer wird nicht grade viel über dieses Land erzählt. Während man vielleicht nicht den vollen Einblick in die Simoun-Welt bekommen, spürt man jedoch die enormen Unterschiede und völlige Andersartigkeit mit unserer eigenen Welt auf andere Weise. Auf Daikūriku werden alle Bewohner weiblich geboren, die Flugmaschinen werden mit einer Mischung aus Wissenschaft und Mystik angetrieben und sind in der Lage die Raum-Zeit zu manipulieren und es gibt sehr viel Religion. Simulacrum, die vorherrschende Nation auf dem Planeten, ist eine Theokratie in der alle gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen religiös beeinflusst werden.

Der gesamte Fokus der Serie ist auf die Charakterisierung der handelnden Figuren und ihrer Emotionen gerichtet. Alle Charaktere verfügen über sehr komplexe emotionale Tiefe und jeder von ihnen macht bedeutende Entwicklungen durch, wobei auch der religiöse (philosophische), psychologische, politische und gesellschaftliche Kontext in Betracht gezogen wird.
Das Thema „Erwachsenwerden“ nimmt bereits durch die Prämisse der Serie, der Wahl des endgültigen Geschlechts mit 17 Jahren, einen große Bedeutung ein. Aber natürlich beschränkt sich Simoun dabei nicht auf die physischen Veränderungen der Protagonisten, sondern beschäftigt sich vorrangig mit ihrer aufwühlenden Entscheidungsfindung, ihren ambivalenten Gefühlen und ihrem manchmal nicht so eindeutigen Weg dorthin.  
Die beiden Hauptakteure der Serie, Aeru und Neviril, sind Gegensätze mit Ähnlichkeiten. Aeru ist zu Beginn der Serie vollkommen selbstsicher und kämpft darum ihre Sicherheit zu verteildigen, während Neviril mit sich selbst kämpft und verssucht ihr emotionales Gleichgewicht wiederherzustellen. Diese entgegengesetzten Emotionen werden nebeneinander gestellt und ihre gemeinsamer Weg der Selbstfindung gezeigt. Aber nicht alle Gemütsbewegungen liegen sofort offen auf der Hand. Einige Figuren halten beharrlich an ihrem selbstzerstörerischen Verhalten fest, umso größer fällt ihre Entwicklung aus. Von Anfang bis Ende durchleben alle Charaktere ein unglaubliches Maß an bewegenden und verhängnisvollen Erfahrungen und dabei handelt es sich nicht um anime-typische Dramen, die Charaktere werden dabei teilweise extrem emotional, beinahe hysterisch, was zwar zusammengenommen große Spannung bringt, aber auch befremdend könnte.

Simoun wurde von Studio DEEN produziert, den Spezialisten für hochklassige und flüssige Animation … die Animation stocken und ruckeln teilweise so stark, dass man allein vom Zusehen ein Schleudertrauma bekommt … Aber das ist nur ein kleines Manko und völlig unerheblich.
Die meisten Hintergründe sind handgezeichnet und -koloriert. Sie haben eine sehr aquarellartige und mystische Optik und geben der Serie ihre spezielle Atmosphäre. Die Flugmaschinen, Luftschiffen, usw. sind natürlich CG, aber sie wirken vor den Hintergründen nicht deplatziert. Mit der CG wurde sehr sparsam Umgegangen und auf weiche, gleichmäßige und harmonische Übergänge mit dem Rest der Animation geachtet.
Nishimura spricht in seinem Kommentar über die umfangreiche Verwendung von stark detaillierten Standbildern: „Harmonien“. Diese Animationstechnik wurde bekannte und populär durch die Regiearbeit von Osamu Dezaki (Onii-sama e…, Versailles no Bara, Kanashimi no Belladonna, usw.), der sie in allen seinen Werken benutze, insbesondere in dramatischen Moment. Er führt dazu weiter aus, dass ihm bewusst war, dass die Verwendung dieser Technik riskant und zu Kritik führen würde, aber ihm der künstlerische Aspekt, die er durch diese Technik ausdrücken wollte wichtiger, war.
Weitestgehend ist der Anime, wie jeder andere gewöhnliche Anime gezeichnet, allerdings gibt es einige Szenen, in denen die Konturen extra dick sind und ihm dadurch ein leichten 70er Jahre Touch geben.

Der Soundtrack von Simoun ist sehr prägnant. Es gibt funkige bassbetonte Stücke, lateinamerikanisch-klingende Gitarrenrhythmen, Tango und massenweise überwältigende, bombastische Symphonie-Hymnen. Zudem sind die Lieder auch noch hervorragend platziert, genauso wie die Soundeffekte.
Beim Thema Sound kommt man bei Simoun nicht an den Synchronsprecherinnen vorbei, es tauchen sehr viele bekannte Stimmen auf, u. a. Mamiko Noto (Shimako Toudou aus Marimite), Nana Mizuki (Fate Testarossa aus Magical Girl Lyrical Nanoha), Ami Koshimizu (Horo aus Spice and Wolf) und Yukana (CC aus Code Geass). – Den Sprecherinnen-Cast sollte man sich bei Simoun genau ansehen.  
In der Simoun-Welt, wird jeder weiblich geboren und wählt sein Geschlecht erst mit 17 Jahren, was sehr gewöhnungsbedürftig verdeutlicht wird, alle männlichen Charaktere, werden von Frauen gesprochen, mit sehr hohen und sehr femininen Stimmen – zumindest für mich, wirkt das (ungewollte) komisch.
 

Es gibt vieles an Simoun was mir sehr gefällt – die Handlung, der Background der Charakter und ihre Entwicklung, die Sicht auf die Welt, religiöse Verstrickungen und politische Entscheidungen.

Es gibt aber auch eine Menge Fanservice …

Trotzdem überwiegt das Positive, über das es Wert ist nachzudenken.    

*Der Kommentar des Regisseurs auf den ich mich stellenweise beziehe, ist auf dem amerikanischen DVD Release von Media Blasters zu finden.
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Keijo!!!!!!!!

Avatar: RyomouKekssucher#12935
Die neue Attack on Titan-Staffel sieht gut aus! 〜(꒪꒳꒪)〜

Keijo!!!!!! oder auch der Kampf um den Titel mit Arsch und Titten und vielen Ausrufezeichen?

Mir wurde Keijo!!!!! mit dem aussagekräftigen Namen von einem fundierten männlichen User empfohlen: "wenn du Lust auf einen schrägen Anime hast, den man mal gucken kann, wenn du abends mit nem Bierchen vor dem Bildschirm liegst und keinen Bock hast, dich großartig geistig anzustrengen. Und er (der Anime) ist absurd lustig!". Also hab ich ihn mir mal soweit ohne große Erwartungen angeschaut und ich muss sagen: Er ist genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe! Und das ohne wen und aber. Keijo!!! ist ein absurder und meist dämlicher Ganbatte-Anime mit mehr Brust und Arsch als in jedem guten (?) Ecchi-Anime zusammen, dass sogar manch gut bestückte Anime-Dame vor Neid erblasst. Die jungen Mädchen in Keijo!! scheinen Backen aus Stahl zu haben, denn wie oft man da Attacken mit demselbigen sieht, die wahre Superkräfte entwickeln, haut selbst den stärksten One Punch-Saitama um.  Das ganze Spektakel ist dann noch wirklich ansehnlich animiert und stimmig in Szene gesetzt, dass ich mich frage, warum diese gute Animationsarbeit nicht in Action-Anime oder Fighting-Shounen gesteckt wurde, die das wirklich dringender nötig gehabt hätten? Aber was solls, man guckt Keijo!!! bestimmt nicht wegen der animierten Kampfphasen, sondern wegen den animierten Kampfhasen, die wirklich mit dem besten glänzen, was sie haben: Ihren Vorder-und Hinterteil. Ich hatte manchmal echt Brust-und Po-Schmerzen, nur vom Zusehen. Also Realismus kann man Keijo!!! bei den Body-Attacken jedenfalls nicht vorwerfen. Macht aber auch nichts, denn ich hab mich trotzdem ein wenig unterhalten gefühlt, Abschalten und ein bisschen über die Absurditäten lachen, dafür reicht der Anime allemal. Und für alle Ecchi-Freunde da draussen gab es ausreichend Fanservice, was will man mehr, wenn man auf einen netten Ecchi-Anime hofft? Ein bisschen Trash schadet ja nie, wa?

Fazit: Keijo kann Spaß machen, wenn man nicht allzu hohe Ansprüche hat, was man bei Ecchi-Anime sowieso nicht haben sollte. Der gezeigte Sport ist unglaublich absurd, die hohe Anzahl an weiblichen Charakteren zeugt nicht unbedingt an Charaktertiefe, aber besonders die diversen Anspielungen, gezeigten Arsch-und Tittenangriffe sind wieder so grotesk (Ich meine...was ist das xD ) , dass man wieder darüber schmunzeln kann.
Ich geb mal 2,5 - 3/5 dicken Stahlärschen (bis zur finalen Folge entscheide ich mich nochmal), also grober Durchschnitt und damit ist der Anime noch recht gut bedient. Und ich hab auch genug gesehen. Warum hab ich das nochmal geguckt? *seufz*
Beitrag wurde zuletzt am 20.12.2016 03:44 geändert.
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