Anime-Rezensionen

Diese Seite listet alle Anime-Rezensionen unserer Mitglieder in der Reihenfolge auf, in der sie veröffentlicht wurden.

Rezensionen

Kaeru San Yuushi

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#31
Dieser kleine Film strotzt nur so von wundertätigen Elementen, die eher auf Comedy als auf Märchenwelt zielen, und er erleichtert sich das Leben, indem er von vorne bis hinten auf das beliebte Stilmittel Loop setzt. Intentionell soll es also lustig hergehen, aber von Anfang an dominiert ein heiterer Militarismus, der Groß und Klein an das heranführt, was 10 Jahre später harte Wirklichkeit werden soll.

Der propagandistisch angehauchte Streifen lässt zwei sehr unterschiedliche Parteien in einem Tümpel gegeneinander antreten, die kleinen knuddeligen Frösche und den großen, aber ebenso knuddeligen Wels. Wer da jetzt wer ist, muss man aber wissen, denn allein an der Körperform ist das nicht zu erkennen, zumindest für Außenstehende wie mich.

Dann kommt es zu der schrecklichen Tat, denn die einzige erkennbar weibliche Person in diesem Kurzdrama wird entführt und von dem Wels unter Wasser eingesperrt. Das ist immerhin eine der wenigen Rollen, die Frauen im japanischen Trickfilm von jeher gerne zugestanden wird. Dieses ruchlose Vorgehen ruft sogar die Gestirne auf den Plan, denn nun greift auch die Sonne in das Geschehen ein, die ob dieses Anblicks bittere Tränen vergießt, dieweil ihr feuchtgeweintes Taschentuch auf die Erde herabfällt, woraufhin dieses sich flugs in eine Trauerweide verwandelt, welche die Fröschin aus den Tiefen des Tümpels zu erretten vermag.

Nun wird auch die Froscharmee gerufen und geschätzte 4 Sekunden später rückt diese dem welsigen Untier auf die Schuppen. Wie das so ist in diesen militaristischen Cartoons, wird munter eskaliert, die Luftwaffe schmeißt mit Bomben und bald ist alles wieder gut. Japan Die Froschwelt hat gewonnen.

Fazit:
Viel vordergründiger Klamauk, der eine hintergründige Botschaft schmackhaft machen soll. Deus ex machina ist eher die Regel als die Ausnahme und degradiert Skript und Story zur viel zu dünnen Verpackung.
Beitrag wurde zuletzt am 05.03.2026 19:02 geändert.
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Mashle: Magic and Muscles

Avatar: ChytharoKekssammler
V.I.P.
#32
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Muskeln
Ich bin durch das virale Staffel 2 Opening von Creepy Nuts auf den Titel aufmerksam geworden und da das Konzept a la "Harry Potter, aber der Hauptcharakter ist Saitama aus One Punch Man" sehr unterhaltsam klingt, bin ich mit einigen Erwartungen an den Titel herangegangen, die an einigen Punkten zwar erfüllt wurden aber in anderen Punkten leider enttäuscht haben.

Handlung & Charaktere:

Das Setting ist im Prinzip vor allem am Anfang zum großen Teil eine Harry Potter Parodie: Es gibt eine Schule für Magie, es gibt ein Dumbledore-Equivalent der sich für den Hauptcharakter einsetzt, es gibt einen Malfoy, es gibt Schulhäuser mit Tiersymbolen in die die neuen Schüler von einem magischen Gegenstand basierend auf ihren Eigenschaften eingeteilt werden, es gibt ein Haus welches sich wie Slytherin auf Geburtenrechte und reines Blut stützt, die Schüler können Punkte bzw. Münzen sammeln, es gibt Quidditch, es gibt ein Zauber-Ministerium, auf Menschen ohne Magie wird herabgesehen ect. und viele ikonische Szenen wie die erste Besenflug-Stunde, die schreienden Alraunen, das Labyrinth aus dem tri-magischen Turnier und mehr werden direkt aufgegriffen und parodiert.
Vor allem als Harry Potter Fan wird man eigentlich in fast jeder Folge irgendwelche Plot-Elemente oder Referenzen wiedererkennen.

Die Handlung an sich spielt sich die im groben immer nach dem selben Prinzip ab: Es werden dem Hauptcharakter Mash Aufgaben gestellt oder Steine in den Weg gelegt, für die man normalerweise Magie braucht, aber Mash ist so buff und OP, dass er für alles over-the-top Lösungen parat hat. Darauf baut auch der Großteil der Comedy.

Allerdings beginnt die Serie ab einem Punkt fighting-shonen-esque viele starke ernste Charaktere einzuführen und Kämpfe in den Vordergrund zu stellen. Und hier findet sich auch mein größter Kritik-Punkt: Die Serie nimmt sich für eine Parodie viel zu ernst aber für einen ernsten Fighting-Shonen ist sie viel zu goofy, hat viel zu eindimensionale Charaktere und einen viel zu vorhersehbaren Ablauf. Es ist zum Beispiel witzig wenn in einer Folge ein Gegner auftaucht der sich für den Größten hält und Mash ihm die Faust gibt, aber es fühlt sich mühsam an wenn wenn du einen ernsten Story Arc mit mehreren Episoden hast und du beim Schauen schon weist worauf es hinaus laufen wird.
Und diese Schwäche zeigt sich vor allem bei den Charakteren: Jeder Charakter hat eine Eigenschaft, die in immer wiederkehrenden Gags aufgegriffen wird (Mash's super simple Denkweise, ein Charakter hat einen Schwester-Komplex, ein Charakter ist übetrieben motiviert, ein Charakter himmelt Mash an ect.) aber nichts wirklich darüber hinaus. Es fühlt sich an als ob nicht nur Harry Potter sondern auch Anime und Manga Tropes allgemein parodiert werden. Die Kämpfe und viele der Plot-Elemente die nicht auf Harry Potter basieren sind super generisch und das scheint sich die Serie auch bewusst zu sein - wenn beispielsweise eine böse Gruppierung eingeführt wird, sagt Mash so Sachen wie "ah ja, so einen Plot hab ich mir als kleines Kind auch mal ausgedacht". Dann aber wirklich für mehrere Episoden einen kompletten typischen Shonen-Arc mit mehreren 1vs1 Kämpfen durchzukauen fühlt sich mühselig an.
Die Charaktere funktionieren für schnelle Gags in einem Comedy-Titel, aber wenn du auf einmal möchtest dass der Zuschauer die Story und Charaktere ernst nimmt und mit ihnen mitfiebert, dann müssen diese auch mehr bieten können. Selbst vergleichbare eher einfachere Fighting Shonen wie Fairy Tail bieten im Vergleich zu Mashle Charaktere mit mehr Facetten und Entwicklung. Das finde ich sehr schade.

Es liest sich bisher vielleicht so als würde ich generell Fighting Shonen nicht mögen, aber das ist keineswegs der Fall: Ich bin ein großer Fan. Aber für Mashle hätte ich mir gewünscht wenn es entweder beim Fokus auf den Parodie-Aspekt geblieben wäre oder wenn es Gintama-like für ernste Arcs auch wirklich die Gags runtergefahren und den Charakteren mehr Tiefe gegeben hätte. Aber so kann es halt weder als Parodie noch als Fighting Shonen wirklich glänzen.
Ich hatte beim Schauen das Gefühl, dass der Autor hier eine witzige Idee für ein Setting hatte, aber dann nicht so recht wusste in welche Richtung es gehen soll.

Animation:

Da ich wie bereits erwähnt durch das Staffel 2 Opening auf die Serie aufmerksam geworden bin und dieses in einem sehr kreativen Stil gehalten und auch ziemlich nice animiert war, hatte ich recht hohe Erwartungen an die Animation. Das hat sich leider nicht wirklich erfüllt. Jedoch würde ich auch nicht sagen dass die Animation schlecht ist. Die Key Szenen in den Kämpfen sind flüssig und detailliert und allgemein ist die Serie auf einem durchschnittlich gutem Niveau. Du hast hier keine Qualitätseinbrüche mit offmodel Charakteren, endlose Standbilder oder ähnliches aber es ist halt auch kein One Punch Man Staffel 1.

Musik:

Die Musik hat mir sehr gefallen und passt perfekt zum Konzept der Serie: Die Serie verbindet Muskeln & Power-Fantasy Momente mit klassischer Fantasy und dementsprechend verbindet die Musik in Mashle Sawano-esque Hype-Tracks mit Hip Hop Vocals und klassische orchestrale Filmmusik wie aus Harry Potter.
Den Soundtrack werde ich auf jeden Fall auch in Zukunft immer wieder mal durchhören.

Fazit:

Auch wenn ich gerade im Bereich Handlung und Charaktere viel Kritik geäußert habe, ist Mashle doch recht unterhaltsam. Ich denke man sollte nicht mit zu hohen Erwartungen an die Serie rangehen und keinen ernsten Fighting Shonen a la My Hero Academia oder einen reinen Parodie Comedy Titel erwarten.
Ich würde Mashle vor allem Leuten empfehlen, die Power Fantasy Comedy mögen und nicht allzugroßen Wert auf mehrschichtige Stories oder Charaktere legen.
Ich selbst werde die Serie weiterschauen und hoffe dass sie in weiteren Arcs eine bessere Balance zwischen Comedy und ernsten Parts findet. Und ich hoffe auch dass die Charaktere interessanter gestaltet werden, zB. dass Lemon in Zukunft auch mal was macht xD
Beitrag wurde zuletzt am 05.03.2026 11:27 geändert.
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Witch Watch

Avatar: AtsumichiKekstitan#33
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
Witch Watch ist eine magische Oberschul-Komödie mit Anflügen von Romantik, in der die tollpatschige Hexe Nico mit ihrem Kindheitsfreund, dem Oni Morihito, zusammenzieht. Im Laufe der Geschichte gesellt sich ein Fabelwesen nach dem anderen zur Wohngemeinschaft dazu, um Nico vor einer prophezeiten Bedrohung durch böse Hexen zu beschützen. Doch aufgrund Nicos schlechter Voraussicht erlebt die Gemeinschaft allerlei Missgeschicke der Zauberkunst.

Viele Probleme entstehen durch einen Zauber, lösen sich aber ebenso schnell wieder auf. Dadurch gibt es oft keine Konsequenzen. Denn meist kehrt am Ende einer episodischen Handlung alles auf Anfang zurück, sodass kaum ein bleibender Eindruck entsteht, da weder Figuren noch Handlung entscheidend vorangebracht werden. Aus diesem Grund lernen die Charaktere fast nie langfristig dazu. Auch Nicos emotionsgeladene Schwärmerei für Morihito bleibt dabei stets eindimensional. Zwar sorgt die Dynamik zwischen den beiden für lustige Momente, gewinnt jedoch selten an sinnvolle Substanz. So fehlt es selbst den Hauptfiguren spürbar an Charaktertiefe.

Trotz der charmanten Grundidee bleibt das Potenzial weitgehend ungenutzt. Die Episoden fühlen sich oft wie lose lustige Szenen an. Im Grunde setzt die Serie mehr auf schnelle Lacher und magische Spielereien als auf eine Geschichte, die sich wirklich entfaltet. Vieles wirkt wie ein lockerer Witz nach dem Nächsten, während größere Zusammenhänge oder tiefere Themen kaum eine Rolle spielen. Dabei greifen die Charaktere häufig auf bekannte Anime-Tropen zurück, ohne diese wirklich weiterzuentwickeln oder ihnen neue Facetten abzugewinnen. Manche davon basieren stark auf direkten Anime-Referenzen, etwa zu Demon Slayer. Diese funktionieren als Insiderwitz, wirken jedoch eher wie schnelle Wiedererkennungseffekte als wie eigenständige, aus der Handlung entwickelte Komik.

Es gibt sicher Momente in denen man die einfache, chaotische Komik genießen kann, insgesamt bleibt jedoch das Gefühl eines Parcours von Witzen ohne größere erzählerische Ambitionen zurück.
Beitrag wurde zuletzt am 03.03.2026 10:29 geändert.
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Summer Pockets

Avatar: Boompower000#34
Wenn ihr keine lange Review lesen wollt, dann nehmt zumindest diesen Satz hier mit:
Beachtet den Mystery-Tag da oben!
Macht es nicht so wie ich, ignoriert ihn einfach und denkt, es geht hier einfach nur um 4 süße Mädchen/Stories auf einer Insel. Der ist da nicht umsonst. Das ist ein essenzieller Teil des Animes.

Nun zum langen Teil. Ich wollte Summer Pockets wirklich lieben. Die Grundprämisse ist eigentlich echt interessant. Die Mädchen sehen süß aus. Was will man mehr? ... Nun, vielleicht eine gut funktionierende Story, denn hier versagt Summer Pockets leider komplett. Und dafür fange ich am besten mal bei der Struktur an.

Storystruktur

Wenn man sich nur die pure Struktur anguckt, dann macht Summer Pockets eigentlich verdammt viel richtig. Denn der Grundaufbau wirkt sehr vielversprechend:

  • Episode 1 & 2: Einleitung
    Hier bekommt ihr einen grundsätzlichen Überblick darüber, was hier eigentlich abgeht. Wer sind die Charaktere? Wo seid ihr hier? Weswegen seid ihr hier? Einfach eine klassische Einleitung.
  • Episoden 3–6, 7–10, 11–14 & 15–17: Die Mädchen-Arcs
    In Visual Novels ist es üblich, dass Geschichten für und mit den Charakteren geschrieben werden, anstatt eine Geschichte zu schreiben, in der diese Charaktere einfach miterexistieren. In vielen Visual-Novel-Adaptionen steht man daher vor der Problematik, welche von diesen vielen Routen man jetzt adaptiert, da es selten diese „eine Geschichte“ gibt. Feel hat sich für Summer Pockets dazu entschieden, einfach mal alle Routen zu adaptieren, also zumindest die vier des Hauptgames und eine der Reflection-Blue-Version. Und jede der vier Hauptrouten sehen wir hier in jeweils vier bzw. drei Episoden, was an sich eigentlich eine gut gemeinte und schöne Umsetzung ist.
  • Episoden 18–26: Alka und Pockets (zum True-Ending?)
    Und hier wird es jetzt schwierig. Denn für manche geht die Story erst jetzt so richtig los. Für andere könnte es ab hier ein absolut wilder Ritt werden. Ich kann nichts verraten, ohne massiv zu spoilern. Deswegen sage ich nur so viel: Nicht nur der Ton ändert sich, sondern es gibt auch einen gewissen „erzählerischen Wechsel“.

Ihr seht also, die Story-Struktur selbst stellt eigentlich gar nicht so das große Problem dar. Es wirkt wohl durchdacht und versucht, so viele Fans wie möglich zu begeistern. Nur leider funktioniert es in meinen Augen für die erzählte Geschichte einfach überhaupt nicht.

Der erzählerische Konflikt zwischen den „Mädchen-Arcs“ und „Alka/Pockets“

Hier entsteht für mich das Hauptproblem dieses Animes. Denn damit Alka und Pockets funktionieren, damit das sentimentale Drama hier funktioniert, brauchen wir eine Bindung zu den Charakteren, damit das Drama am Ende so richtig „kickt“. Die Mädchen-Arcs aber sorgen dafür, dass wir jedes Mal eine Bindung zu einem anderen Mädchen bzw. zu ihrer Story aufbauen. Und wie ihr an der Anzahl an Episoden sehen könnt, sind das wirklich nicht wenig Episoden. Und ab Episode 18, dort wo es dann eigentlich so langsam richtig tief wird und richtig dramatisch werden soll, sollen wir auf einmal nochmal Bindungen zu nochmal neuen Charakteren aufbauen. (Ich bleibe hier ganz bewusst aus Spoilergründen super vage und vielleicht sogar stellenweise „falsch“.) Und das hat am Ende bei mir einfach nicht funktioniert. Das Drama, welches dann in Folge 25 und 26 zum Höhepunkt kam und wirklich sehr lange ausgespielt und gezeigt wurde, hat einfach nichts ausgelöst. Und das ist für einen Anime, der ein Drama sein will, einfach nicht gut. Das wäre das Äquivalent zu einer Komödie, die dich nicht zum Lachen bringt. Dann hat sie, um es mal sehr hart zu sagen, einfach versagt. Und zum krönenden Abschluss, dann, wenn wir sozusagen das True Ending bekommen, wird das in der letzten Folge im regelrechten Speed-Mode gezeigt. Nach 25,5 Episoden fühlt sich so absolut unbefriedigend an.


Die vielen „kleinen“ Probleme on top …

Neben dem großen Hauptproblem, welches ich eben sehr ausführlich beschrieben habe, gibt es einfach auch noch viele kleine Probleme in den Stories beziehungsweise der Erzählweise selbst.
  • Da wäre zum einen mal das Pacing: Denn nicht nur das True Ending ist davon betroffen, nein, auch teilweise innerhalb der Stories fühlen sich manche Momente einfach sehr lang gestreckt an, während wieder andere im regelrechten Speed-Mode durchgelaufen sind. In einer der Mädchen-Arcs wird gefühlt der ganze Sommer übersprungen, um einfach nur vier bis fünf essenzielle Szenen zu zeigen.
  • Trotz der Länge von 26 Episoden schafft man es am Ende doch nicht, jedes Mysterium in irgendeiner Form zu klären. Es gibt zum Beispiel einen Charakter, der bis zum Schluss irgendwie immer dabei ist, aber nie beschrieben wird, warum der Charakter eigentlich da ist und warum er dieses Wissen hat. Diese erzählerische Lücke zeigt sich auch wieder im True Ending. So wird eine Veränderung im True Ending angedeutet, so nach dem Motto: „Hey, guck mal, das hat zu Veränderungen geführt“, nur damit man sich alle anderen denken muss, falls es überhaupt welche gibt. Das hat mich so hart getriggert, das glaubt ihr nicht. Oh, und lass mich nicht erst mit Hairi, dem Haupt-Boy, anfangen. Sein „Drama“ wird auch richtig stiefmütterlich behandelt …
  • Und das Sahnehäubchen: Die Story ist auch an manchen Stellen verwirrend und bricht mit eigenen „Logiken“. Von realistisch braucht man in dem Anime an manchen Stellen eh nicht zu reden, aber wenn man dann schon gewisse Logiken aufbaut, dann sollte man sich auch stringent daran halten. So wirkt das am Ende einfach so ein wenig nach: „Wir müssen Emotionen erzeugen, also ignorieren wir die Logik einfach.“

Fazit und Metapher

Wenn man sich die Reviews so durchliest, könnte man sich fragen, ob ich den Anime hasse. Nein, tue ich nicht. Ich habe ihm ja auch zweieinhalb Sterne gegeben, was, wenn man sich das so durchliest, wirklich noch sehr großzügig ist. Ich hatte zwischenzeitlich wirklich sehr viel Spaß mit dem Anime. Er ist ja auch nicht durch und durch schlecht, aber um den Anime in einer Metapher zusammenzufassen:

Ihr bereitet ein Essen zu, vergesst es dann auf dem Herd, wodurch es verkocht und/oder verbrannt ist. Dieses Essen esst ihr jetzt und ihr habt neben den echt nicht so gut gelungenen, verbrannten Stücken auch immer wieder richtig gut gelungene Bissen dabei. Aber am Ende kommt ihr dann unten an diesen verbrannten Boden, wo zusätzlich auch noch die nicht aufgelöste Fertiggewürzmischung hängt. Und von diesen letzten Bissen seid ihr dann so angewidert, dass ihr wisst, dieses Essen werdet ihr so nie wieder zubereiten.

So oder so ähnlich ist meine Sicht auf Summer Pockets, denn so viel Spaß ich zwischenzeitlich auch hatte, ich kann ihn einfach niemandem empfehlen, weil ich die Umsetzung einfach nicht gut fand. Vielleicht ist die Visual Novel besser, weil ihr bei dieser einfach sehr viel mehr Zeit habt.

Danke fürs Lesen meines kleinen, großen Rants. Und jetzt schaut einen guten Anime. Wenn ihr weinen wollt, empfehle ich Clannad und unbedingt auch Clannad After Stories. Denn das war eine verdammt gute Umsetzung.
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Kemurigusa Monogatari

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#35
So der große Knaller ist das ja nicht. Die Screenshots sind schon schlimm genug, aber das bewegte Werk unterbietet das locker. Man sollte es gnadenhalber als eine Art Machbarkeitsstudie verbuchen, als sonderbares Ergebnis eines experimentierfreudigen Pionierdrangs, um dem Ganzen wenigstens eine positive Seite abzugewinnen.

Technisch gesehen handelt es sich um einen Live-Action-Film, in den man eine Papieranimation eingefügt hat –Chiyogami also. Künstlerisch wirkt dieses tonlose Werk wie die bekannte Pumuckl-Serie, nur eben ein gutes halbes Jahrhundert früher. Hätte man es geschafft, die Geschwindigkeit der animierten Bewegungen an ein realistisches Maß anzupassen, wäre das alles etwas erträglicher geraten; aber so sieht das aus, als hätte man versehentlich auf dreifache Abspielgeschwindigkeit gedrückt.

Zum Inhalt ist nicht viel zu sagen, als daß einer Witzfigur von arriviertem Männchen von einer kultivierten Dame übel mitgespielt wird, da diese sich dem Rauchen ziemlich abhold zeigt. Daß die hier angedeuteten emanzipatorischen Tendenzen die Realität widerspiegeln, darf gerne in Zweifel gezogen werden angesichts des Umstands, daß zu jener Zeit (und noch lange danach) die Männer das Sagen hatten. Aber als Comedy-Motiv der verkehrten Welt taugt das natürlich immer.

An der Stelle, wo die Pointe kommen sollte, bricht das ganze ab, denn dem Vernehmen nach soll von den ursprünglichen sechs Minuten Laufzeit nur die Hälfte den Zahn der Zeit überlebt haben.
Beitrag wurde zuletzt am 23.02.2026 21:26 geändert.
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Popotan

Avatar: b-s-vKekssammler#36
  • Setting
  • Handlung & Figuren
  • Vortrag
  • Animation
  • Musik
Unerwartet, aber unzweideutig: Popotan läuft ef: a tale of memories. den Rang als aus meiner Sicht schlechteste SHAFT Serie ab. Auf den Punkt gebracht: Gehirntumor-Fernsehen.

Der Titel Popotan ist ein dummes Wortspiel mit dem japanischen Wort für Löwenzahn und das ist auch schon die perfekte Überleitung zu den dümmlichen Charakteren, deren über Moe-Speak nicht hinausgehender Intellekt gerade einmal dafür ausreicht, sich mit Pflanzen zu unterhalten... und nein, das ist kein Witz: die Mädels reden erschreckend oft mit dem Löwenzahn. Ähnlich geistreich wie der Serientitel sind dann auch ihre Namen: Ai, Mai, Mii, ihre Haushälterin Mea und ihr nerviges Hermelin-Maskottchen Unagi. Nobelpreisverdächtig... immerhin weiß man da aber direkt, wohin man sich seinen Wunsch nach ordentlicher Story oder wenigstens ordentlichem Humor stecken kann...

Dieser verhunzte Cast springt nun unfreiwillig mit seinem Weihnachtsschmuck-Geschäft durch Zeit und Raum und muss sich ein ums andere Mal in den neuen Umständen einrichten, dann aber auch schnell wieder tränenreich verabschieden, denn die Sprünge sind für sie nicht wirklich vorhersehbar. Hier liegt das größte Potenzial der Serie brach: die Auseinandersetzung mit Trennungsschmerz und Fremdbestimmtheit, und dem, was man daraus halt noch so alles entwickeln könnte: seine Bedürfnisse zu verstehen, eigene Entscheidunden zu treffen, mit deren Konsequenzen zu leben, usw.

Leider verstehen die Autoren aber ihre eigene Geschichte am Ende selbst nicht mehr (anders ist der Ausgang der Serie nicht zu erklären), vermutlich, weil es ohnehin von vornherein niemanden interessiert hat, weder im Produktionsteam, noch unter den Zuschauern... die sind nämlich alle viel zu sehr mit Pantsus und nackter Haut beschäftigt, und ebenso damit, wie man die möglichst häufig und möglichst unpassend unterbringen kann. Ich hab ja nichts gegen eine gesunde Portion Ecchi hier und da, aber dann doch bitte nicht so abartig plump. Ecchi braucht meiner Meinung nach irgendwo auch ein bisschen Erotik oder wenigstens Charme, und die hat Popotan weiß Gott nicht, und auch keine seiner Figuren.

Produktionstechnisch gibt es über Popotan nicht viel zu sagen: mittelmäßiger bis schlechter Früh-2000er Durchschnitt. Definitiv nicht, was man von SHAFT erwarten würde. Musikalisch nerven in der ersten Hälfte die Comedy-Mini-Themes, in der zweiten Hälfte bessert sich das aber etwas und an ihre Stelle treten konventionellere BGM-Stücke. Dafür gibt es dort dann aber stellenweise Stümpereien im Audio-Mix (insbesondere Kompression). OP und ED mag ich nicht.

In einem Satz zusammengefasst:
Minami-ke Ecchi-K*ck-Variante ohne Witz und/oder Message. Don't waste your time watching this.
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Aka-chan to Boku

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#37
Wie sieht das wohl aus, wenn entgegen dem traditionellen Rollenverständnis plötzlich die Männer sich der Kindererziehung widmen müssen und sich plötzlich mit einem quengelnden, rotzverschmierten Balg konfrontiert sehen? 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche?

Es gibt ja so einige Animes, die diese Konstellation aufgreifen, und diese Serie ist eine der frühen Vertreter dieser Richtung. Wie so oft ist eine familiäre Katastrophe Ausgangspunkt dieser Entwicklung. Denn nachdem Truck-kun sich des Lebens seiner Mutter bemächtigt hat, sieht der 10-jährige Takuya sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Und so versammelt die erste Episode die ganze Bandbreite emotionaler Brüche, die solch ein einschneidendes Erlebnis mit sich bringt. Teilweise sicherlich überzogen, aber im großen und ganzen durchaus realistisch und nachvollziehbar.

Objektiv betrachtet könnte man konstatieren, daß kleine Babys erst mal keinen Schönheitspreis gewinnen – und das zeigt auch dieser Anime recht deutlich, gerade im Kontrast zu anderen Kindern. Minoru macht, was alle kleinen Kinder am besten können: sie nerven, schreien ständig rum in extrem unangenehmen Stimmlagen, sabbern ständig, stinken ständig, und wenn sie mal ruhig sind (auffällig ruhig!), gehen sie daran, den Haushalt in seine Einzelteile zu zerlegen, weil der sich am wenigsten wehren kann. Was also hält einen davon ab, diese Teppichmonster im Affekt zu packen und an die Wand zu klatschen? Vor diese Frage sieht sich auch Takuya gestellt, und der Zuschauer erlebt mit ihm aus nächster Nähe, wie die Überlebenstaktiken der Kleinen aussehen, damit sie die ersten 2 Jahre überhaupt erst mal heil überstehen. Zum Beispiel, den armen Takuya mit dem ersten gesprochenen Wort zu bedenken: "niichan".

Aber natürlich gibt es auch warmherzige Momente, die die Zuschauer (wohl besonders die weiblichen) einfach nur dahinschmelzen lassen. Unterstützt wird diese heitere Grundstimmung durch einen flüchtigen Aquarellstil und die sanfte Patina der 90er Jahre. Ja, das ist alles sehr altbacken und oldschool, doch das Erscheinungsbild, das mehr an Produktionen der 80er Jahre denken lässt, sollte nicht dazu führen, gleich schreiend davonzulaufen und die Flinte ins Reisfeld zu werfen.

Vieles ist natürlich animegerecht idealisiert, immer wieder werden eher erwachsene Denkmuster untergeschoben, meist um der Comedy willen. Sollte man also nicht zu ernst nehmen. Genauso wenig wie die manchmal etwas ausgreifenden Überdramatisierungen, die sich aufs Ganze gesehen aber im Rahmen halten, wie der Slapstick auch.

Der Ablauf dieser 12 Monate, die diese Serie umfasst, ist streng episodisch und formuliert kleine dramatische Geschichtchen, die altersgerecht aufgelöst werden. Im Verlauf der Folgen geraten dann immer mehr Tomoya und sein Vater in den Mittelpunkt des Geschehens, was gelegentlich auch auf andere Bezugspersonen übergreift. Die Qualität dieser Stories ist recht schwankend, die der Animation eher bescheiden, was mich persönlich aber weniger gestört hat, da der Anime andere Schwerpunkte setzt und mehr von seinen Charakteren lebt als von seinem Artwork.

Mir jedenfalls hat es einen Heidenspaß gemacht, dem kleinen Minoru beim allmählichen Größerwerden zuzusehen. Angenehmerweise ist der Anime durchgehend kindgerecht und verzichtet daher auch auf pantyshots und anderen Fanservice. Naja, weitgehend.

Eine besondere Erwähnung verdient das erste Ending, das in seiner sanften, melodischen Sentimentalität derart eindringlich ist, daß ich's nur selten über mich gebracht habe, diesen Song zu skippen. Hören kann man es auf Youtube.
Beitrag wurde zuletzt am 06.03.2026 19:54 geändert.
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A New Dawn

Avatar: DevilcookerKekssammler#38
Mit A New Dawn hat es mal wieder ein Anime in den Wettbewerb der Berlinale geschafft. Berechtigterweise? Darüber lässt sich streiten.

A New Dawn beschreibt die Geschichte des ländlichen Niedergangs - eine Region soll für Solaranlagen erschlossen werden, dafür alte Gebäude und speziell ein Familienbetrieb abgerissen werden - aus der Perspektive zweier Brüder und ihrer besten Freundin. Die Handlung wird in einer vergleichsweise langen Einleitung und 3 Akten präsentiert, wobei die Wahl eben jener Einteilungen ein wenig willkürlich wirkt. Insgesamt ist die Story aber leider auch der große Schwachpunkt des Films - A New Dawn ist irgendwie gleichzeitig zu lang und zu kurz - da dem Zuschauer einerseits sehr wenig erzählt wird, was die Handlungen und Motivationen der Akteure beschreiben würde, gleichzeitig aber unglaublich viel angedeutet, aber eben nicht weiter ausgeführt wird. So macht es sich der Film sehr einfach, indem er - euphemistisch gesagt - Raum für Interpretationen schafft, oder an anderer Stelle Charaktere unerklärt verschwinden lässt, die sonst der sehr dünnen Logik der Geschichte im Wege stünden.

Akustisch ist A New Dawn leider auch nicht so gelungen. An manchen stellen passen die musikalischen Einspielungen, an anderen Stellen wirkt der gewählte Minimal (Electro) mitunter wie eine Tonstörung, vollkommen unpassend zur Handlung.

Die große Stärke von A New Dawn ist seine Optik. Hier haben wir durchgehend überzeugende Animationen mit sehr eigenem, aber ansprechenden Grafikstil - so verwischen die Grenzen zwischen typischem Anime und klassischem Kunstwerk manchmal, oder es wird teils auch anders sehr kreativ animiert. Insgesamt macht es so dem Auge Spaß zuzusehen, bis hin zu optisch wirklich beeindruckenden Szenen.


Letztendlich ist A New Dawn kurz genug, um nicht langweilig zu werden. Dennoch blicke ich skeptisch auf diese 76 Minuten zurück, weil hier offenbar versucht wurde (und zumindest beim Filmauswahl-Komitee der Berlinale erfolgreich) die unvollständig erzählte Handlung durch schöne Bilder zu überdecken. Mehr - oder weniger - hätte dem Film gut getan.
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Welcome to the N.H.K.

Avatar: Mirrormantiz#39
So, Leute, einmal anschnallen. Heute möchte ich über den NHK-Anime schreiben. Nicht, weil es dazu nicht bereits zig tolle Rezensionen anderer Schreiberlinge gäbe. Auch nicht, weil ich hier irgendwem etwas beweisen möchte. Sagen wir es so: Ich möchte einfach schreiben. Worum geht's?

Menschen tauchen auf, berühren etwas Echtes in dir und retten dich trotzdem nicht für dich.

Die NHK erzählt sich weniger wie eine klassische Handlung, sondern mehr wie ein innerer Zustand, der Form angenommen hat und mit der ersten Sekunde zu laufen beginnt: Isolation, Dissoziation, Sozialphobie, chronische Hoffnungslosigkeit, ständiger Erwartungsdruck und Systeminkompatibilität sind so der Fruchtboden, auf dem nichts wächst, während seine Akteure brutal ehrlich darauf herumtanzen.

Sicherheit fehlt dabei innerlich wie äußerlich. Jede Sekunde des Lebens bietet keine potenzielle Chance zur Veränderung, sondern eine ständige Gefahr für das, was einem noch geblieben ist. Richtig schmerzen tun dabei nicht immer die großen Ereignisse: Es ist das Gefühl, dass keine Veränderung geschieht, und wenn, dann nimmt sie keiner wahr.

Die Flucht in eigene Welten und das Erkennen der wahren Absichten hinter unserer schablonenhaften Fake-Gesellschaft (#Verschwörungstheorien) werden ebenfalls thematisiert. Nicht, weil unser Hauptcharakter uns etwas beweisen möchte (…), sondern einfach, weil es so ist. Empirisch belegbar, versteht ihr? Und gleichzeitig schaut man nur ungern in diesen Spiegel. Mehr Wissen führt nicht automatisch zu mehr Freiheit und noch weniger zur gewünschten Kontrolle. Es bedarf der Schritte aus der eigenen Komfortzone heraus, stünde da nicht eine Reihe innerer seelische Konflikte im Weg.

Das Drama geht den mutigen Weg und unterteilt seine Figuren nicht einfach in Opfer und Täter und lässt keine Gerechtigkeit wirken, die romantisiert daherkommt. NHK funktioniert ganzheitlich und gibt jenen Menschen Raum, die öffentlich kaum sichtbar sind: denen, die nicht funktionieren, sich entziehen, scheitern oder innerlich längst aufgegeben haben. Es schaut nicht von außen auf sie herab, sondern bleibt bei ihnen, hält ihre Widersprüche aus und verweigert die klassische Opferrolle gleichermaßen wie die Lösung ihrer Probleme. Auch die Otaku-Elemente werden nicht entschärft und entwertet, sondern als Teil dieser Realität mitgetragen, die ich immer noch feiere. Tja, welcome to my life würde ich sagen!

Ich habe den Anime als junger Erwachsener vor knapp fünfzehn Jahren das erste Mal gesehen (damals war der noch in den Top 50 hier auf anisearch) und über die Jahre immer mal wieder. Nach meinem letzten Rewatch kann ich nun sagen: Zeitlosigkeit und Nostalgie treffen für mich hier aufeinander. Er erinnert mich weniger an das, was einmal war, als an das, was immer wiederkehrt: nämlich die große Frage, wie sich Leben und Alltag anfühlen können. Braucht es immer einen tieferen Sinn? Oder warum darf es nicht einfach leicht sein?

Fazit: Die NHK trifft dich, weil sie nichts repariert. Leere wird hier nicht mit Sinn gefüllt, sondern stehen gelassen und ausgehalten. Dazu gesellen sich faustdicke Gesellschaftskritik und seelische Einblicke in Trauma und Andersartigkeit. Selten war Anime so mutig und ehrlich zugleich, ganz großer Wurf!
Beitrag wurde zuletzt am 07.03.2026 01:00 geändert.
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Ascendance of a Bookworm: Re-Ascendance of a Bookworm

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#40
Wie um alles in der Welt will man den Inhalt von 2 Staffeln in grade mal 2 Recap-Episoden quetschen? Einfach zusammenschnibbeln hilft da nicht, also muss man das Ganze anders angehen. Nämlich indem man die Höhe- und Wendepunkte in Mains neuem Leben zwar zusammenschnibbelt, aber eben auch schaut, daß was halbwegs Konsistentes dabei rauskommt, und man ansonsten die aneinandergeleimten Stücke aus dem Off nacherzählen lässt. Das wirkt dann teilweise wie diese meist unsäglichen Reaction-Videos auf Youtube, nur daß der Ersteller sich (oder seine Kumpels) bei seinen reactions nicht noch selber filmt.

Stattdessen nimmt man zwei Charaktere aus der zweiten Reihe, Lutz für die erste und Gil für die zweite Episode, und lässt diese beiden über die gezeigten Szenen frei plaudern. Um die Logikklippe, wer von ihnen was wissen kann und was nicht, zu umschiffen, reimen sich die beiden so allerhand zusammen, basierend auf dem, was sie per Hörensagen so erfahren haben.

Das ist immer noch nicht besonders spektakulär und rechtfertigt auch keineswegs die unverhältnismäßig hohe Bewertung. Die ergibt sich rein aus dem Umstand, daß man hier eine knappe halbe Stunde lang die unglaublich knuffige Main werkeln und wursteln sieht. Umsonst und gratis. So reserviert ich all diesem Recapzeug auch sonst gegenüberstehe – sobald ich irgendwo Main rumrennen sehe, schmelzen alle Bedenken und Vorbehalte einfach so dahin. Wie der sprichwörtliche Schnee in der Sonne. Man muss sie einfach mögen.
Beitrag wurde zuletzt am 06.03.2026 19:57 geändert.
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Night is Short, Walk on Girl

Avatar: Neet-XKekssammler#41
Ein alkoholischer Fiebertraum mit liebevoller Kreativität!

Nachdem ich zuvor den Roman von Tomihiko Morimi gelesen hatte, war ich besonders gespannt auf die Anime-Adaption – und wurde auf eine ganz eigene Weise überrascht. Der Film fühlt sich an wie ein rauschhafter Spaziergang durch eine einzige, viel zu lange Nacht: verspielt, überdreht, poetisch und manchmal wie ein echter Fiebertraum. Wer die Vorlage kennt, erkennt viele Motive wieder, doch der Film nutzt das Medium Animation, um Morimis Fantasie noch weiter zu treiben.

Besonders eindrücklich ist der Tanz der Sophisten, der sinnbildlich für den gesamten Ton des Films steht: absurd, philosophisch aufgeladen und zugleich herrlich komisch. Diese Szene zeigt perfekt, wie Ideen, Körper und Worte ineinander übergehen, ohne sich je ganz festlegen zu lassen. Überhaupt ist die Darstellung des Studentenlebens in Kyoto ein großes Highlight: voller nächtlicher Streifzüge, spontaner Trinkgelage, literarischer Exzesse und kreativer Eskalationen. Das Studentenleben wirkt hier aufregend, anarchisch und grenzenlos kreativ – als wäre jede Begegnung der Beginn eines neuen Abenteuers. Night Is Short, Walk On Girl ist damit weniger eine klassische Geschichte als ein Gefühl: das berauschende Chaos junger Jahre, eingefangen in einer einzigen magischen Nacht.

Das Schauen des Anime-Films hat bei mir eine ähnliche Leidenschaft und Sehnsucht ausgelöst wie das Lesen der Vorlage. Ich wollte wieder studieren und mich betrinken. Ich wollte betrunken den Campus der Uni Kiel abklappern und Kommilitonen von meinen originellen Ideen erzählen, die die Welt verändern könnten...(das waren Zeiten).

Nun ja, mein Fazit lautet: 4 Sterne für dieses kreative und unterhaltsame Werk. Der Anime hat nicht nur den Anspruch der Light Novel gewahrt, sondern auf der audiovisuellen Ebene nochmal eine spezielle Perspektive geschaffen, die einen künstlerischen Wert hatte.
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My Gift Lvl 9999 Unlimited Gacha: Backstabbed in a Backwater Dungeon, I’m Out for Revenge!

Avatar: KobrabotKekssammler
Freischalter
#42
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
In My Gift Lvl 9999 Unlimited Gacha geht es um einen Jungen, der von seiner Party in einem Dungeon verraten und dem Tod überlassen wird. Doch durch einen Zufall gelingt es ihm, in eine tiefere Ebene zu fliehen, wo er seine einzigartige „Unlimited Gacha“-Fähigkeit, die er bisher für nutzlos gehalten hat, nutzt, um eine Level 9999 Untergebene zu beschwören, wodurch er überlebt. Nun schwört er Rache an der Welt und seinen ehemaligen Kameraden.

Story:
Der Anime beginnt eigentlich ganz solide. Es passiert ungefähr das, was man von einem Power-Fantasy-Anime erwarten würde, und relativ schnell rächt sich unser Protagonist auch schon an seinem ersten ehemaligen Verbündeten. Danach verliert sich der Anime aber erst mal in einer etwas belanglosen Nebenhandlung, deren Zweck es ist, einem einen tieferen Eindruck der Welt zu vermitteln. An sich ist das auch nicht schlecht, aber nach der relativ zügigen ersten Rache bremst es den Anime einfach sehr aus und man stellt sich so ein bisschen die Frage, warum unser Protagonist nicht einfach genauso zügig weitermacht, denn stark genug ist er allemal. Naja, nachdem wir jetzt etwas die Welt kennengelernt haben und erkennen, dass der Anime eigentlich ziemlich brutal ist, beginnen wir nun mit der nächsten Racheaktion. Diesmal jedoch mit einem super umständlichen Plan, der in einer Schleife von „sadistische Angeber halten sich für stark, bekommen aufs Maul, halten sich trotzdem weiterhin für stark und bekommen noch heftiger aufs Maul“ endet, was doch sehr schnell sehr langweilig wird. Und schwuppdiwupp sind wir auch schon am Ende mit sehr vielen offenen Fragen, die sich so angesammelt haben, überhaupt keinen Antworten und dem Gefühl, in den letzten Folgen eigentlich nur in Dauerschleife dasselbe gesehen zu haben.

Charaktere:

Absolut niemand ist irgendwie interessant. Auf der einen Seite haben wir die Armee unseres Protagonisten, die irgendwie ein billiger Overlord-Abklatsch mit 100-mal langweiligeren Charakteren ist. Auf der anderen Seite haben wir die Antagonisten, deren einzige Charaktereigenschaft ist, dass sie unnötig sadistisch und halt einfach böse sind. Ich habe wirklich selten so flache Charaktere gesehen, dabei hätte es hier echt Potenzial gegeben.

Animationen:

Optisch gibt es eigentlich nichts zu meckern. Der Anime sieht ganz gut aus, sodass man fast vergessen könnte, dass der Anime von J.C. Staff kommt. Was wirklich Besonderes ist er jetzt aber auch nicht.

Fazit:

Der Anime versucht Overlord mit dem Arifureta-Setting zu sein. Und ist von beiden eine denkbar schlechte Version. Man kann sich den Anime zwar anschauen und die erste Hälfte ist auch noch ganz okay, aber die zweite Hälfte ist einfach nur noch monoton und öde, daher würde ich den Anime nicht wirklich empfehlen.
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Danmachi: Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon? Familia Myth

Avatar: El_LaJokerKeksheld
DB-Helfer
#43
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Erotik
DanMachi entführt den Zuschauer in die Stadt Orario, in deren Zentrum ein riesiger Dungeon liegt. Abenteurer schließen sich dort Göttern zu sogenannten Familias zusammen, um Monster zu bekämpfen, stärker zu werden und Ruhm zu erlangen. Die Serie mischt Fantasy, RPG-Elemente und klassische Abenteurer-Motive zu einem soliden Gesamtpaket – ohne dabei das Genre neu zu definieren.

Charaktere
Die Charaktere sind insgesamt in Ordnung, bleiben für mich aber eher im gesunden Mittelmaß. Viele Figuren wirken vertraut – fast so, als hätte man sie oder sehr ähnliche Versionen davon schon in anderen Anime gesehen. Mir fehlt hier etwas die besondere Dynamik, die die Charaktere wirklich einzigartig und sofort wiedererkennbar machen würde. Eine kleine Ausnahme ist Hestia. Sie sticht durch ihre leicht abgedrehte, überdrehte Art positiv hervor und sorgt regelmäßig für Unterhaltung. Gerade sie bleibt im Gedächtnis und bringt eine eigene Energie in die Serie, die den restlichen Charakteren ein Stück weit fehlt. Bell selbst ist ein solider, sympathischer Protagonist, ohne jedoch besonders hervorzustechen.

Story
Die Story von Staffel 1 folgt einem sehr bekannten Muster: Ein zunächst schwacher Junge startet als Abenteurer und wird mit der Zeit immer stärker. Dieses Konzept ist alles andere als neu, funktioniert hier aber trotzdem ordentlich.
Die Geschichte ist solide erzählt, verständlich aufgebaut und bietet genug Spannung, um dranzubleiben. Auch wenn das Rad hier definitiv nicht neu erfunden wird, fühlt sich die Handlung nie völlig langweilig an. Sie erfüllt genau das, was man erwartet – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fazit
Alles in allem war DanMachi für mich ganz okay. Man sollte hier keine bahnbrechenden WTF-Momente oder extrem innovativen Ideen erwarten, bekommt dafür aber einen Fantasy-Anime, der genau weiß, was er sein will, und das im Großen und Ganzen auch gut umsetzt.
Ein solider Anime im Mittelfeld, der zwar nichts Revolutionäres liefert, aber durchaus Spaß macht.
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+ 1

Grand Blue Dreaming: Staffel 2

Avatar: El_LaJokerKeksheld
DB-Helfer
#44
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Erotik
Grand Blue Dreaming – Season 2 setzt die Geschichte rund um Iori, Kohei und den chaotischen Tauchclub fort. Nach einer extrem starken ersten Staffel, die für mich in Sachen Comedy zu den besten Anime gehört, die ich bisher gesehen habe, knüpft die zweite Staffel direkt an den bekannten Humor an. Alkohol, Eskalation und absolut absurde Situationen stehen weiterhin im Mittelpunkt – allerdings fühlt sich diesmal nicht jeder Gag ganz so treffsicher an wie zuvor.

Charaktere
Die Charaktere bleiben größtenteils das, was Grand Blue so unterhaltsam macht. Iori und Kohei funktionieren weiterhin hervorragend als chaotisches Duo, das jede Situation zuverlässig gegen die Wand fährt. Auch die restlichen Mitglieder des Tauchclubs behalten ihren überzeichneten, völlig hemmungslosen Charme.
Allerdings überrascht die zweite Staffel in Sachen Charakterentwicklung weniger. Die Figuren bleiben bis auf wenige Ausnahmen sehr stark in ihren bekannten Rollen verhaftet, was zwar für vertraute Comedy sorgt, aber auch dazu beiträgt, dass sich manche Szenen etwas repetitiv anfühlen. Der Charme ist weiterhin da – die ganz großen Überraschungsmomente bleiben jedoch öfter aus.

Story
Storytechnisch bleibt Grand Blue Dreaming seiner Linie treu: Der Fokus liegt klar auf Comedy, absurden Alltagssituationen und völliger Eskalation. Die einzelnen Handlungsstränge sind locker aneinandergereiht und dienen vor allem als Bühne für Witze und Übertreibungen.
Im Vergleich zur ersten Staffel wirkt die zweite jedoch etwas schwächer. Die Gags zünden nicht immer so zuverlässig, und das Gefühl von „alles ist neu und völlig verrückt“ ist nicht mehr ganz so präsent. Auch die meines Erachtens nach in der 1. Staffel immer mal auftretenden ernsten Momente gibt es, die aber sehr häufig mal mehr mal weniger im Sande verlaufen und nichtig gemacht werden. Trotzdem gibt es immer wieder richtig starke Momente, die zeigen, warum Grand Blue einen so guten Ruf als Comedy-Anime hat.

Fazit
Grand Blue Dreaming – Season 2 ist nach wie vor sehr unterhaltsam, kann für mich aber nicht ganz an die überragende erste Staffel anknüpfen. Die Comedy ist immer noch gut, teilweise sogar richtig stark, erreicht aber nicht durchgehend das Niveau, das die Serie zuvor ausgezeichnet hat.
Trotzdem bleibt Grand Blue eine klare Empfehlung für Comedy-Fans. Auch wenn Staffel 2 etwas schwächer ausfällt, macht sie weiterhin Spaß und liefert genau das, was man von der Serie erwartet. Es bleibt spannend, wie der Kurs mit Staffel 3 fortgeführt wird.
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Magic Maker: How to Make Magic in Another World

Avatar: KobrabotKekssammler
Freischalter
#45
Magic Maker handelt von einem Mann der sich 30 Jahre lang seine Jungfräulichkeit bewahrt hat, um ein Magier zu werden do anstatt das er ein Magier wurde stirbt er und wird in einer Fantasy Welt Wiedergeboren. Dort muss er leider feststellen, dass es zwar Monster und Feen aber leider auch keine Magie zu geben scheint. Irgendwann beobachtet er aber gemeinsam mit seiner Schwester ein Naturphänomen, das darauf schließen lässt, dass es doch Magie gibt diese aber noch nicht entdeckt wurde. Gemeinsam mit seiner schwerster und deren Freundin begingt unser Protagonist nun dies unbekannte kraft zu erforsche und die erste Magie zu Kreieren.

Story:

Wenn man mal von der etwas bedenklichen Vorgeschichte unseres Protagonisten in seiner Welt absieht, klingt die Grund Idee ja eigentlich ziemlich spannend. Sie ist zwar nichts völlig Neues, da auch in anderen Isekai Animes die Protagonisten gerne mal die Magie neu erfinden aber so einen Start von Null an habe ich bisher noch nicht gesehen. Lieder ist die Idee aber zunächst auch erstmal das einzig gute, denn der Anime kann sich nicht so wirklich entscheiden, ob er nicht doch lieber eigentlich ein Geschwister Romanze Anime wäre, was wenn man das Alter der Akteure bedenkt, hier einfach nur seltsam ist.

Ein weiteres Problem ist, das die Erforschung der Magie einfach langweilig ist. Sie machen irgendwelche Experimente dann kommt irgendeine Hypothese, die dann doch später wieder widerlegt wird, sodass man am Ende den Überblick verliert und nicht mehr wirklich etwas versteht. So wirklich spaßig war das einfach nicht.

Aber es war auch nicht alles schlecht das Ende fand ich zwar nicht überragend, aber es war ok und zwischendurch gab es auch ein paar Lichtblicke. In der Theorie hätte das sogar eine ganz interessante Story werden können aber die Ausführung war einfach nicht so wirklich das wahre.

Charaktere:

Durch seine Charaktere kann der Anime leider auch nicht überzeugen was aber nicht wirklich überraschend ist, da kleine Kinder als Fantasy Protagonisten eigentlich nie besonders gut funktionieren. Naja Wenn man mal von der Schwester mit ihrem Bruderkomplex absieht, waren sie zumindest auch nicht schlimm aber irgendwie besonders herausgestochen ist niemand.

Fazit:

Was eigentlich wie eine interessante Idee klang, wurde nicht wirklich gut umgesetzt. Wen die Idee des Magie Erforschens interessiert der sollte lieber The World’s Finest Assassin oder Wise Man’s Grandchild schauen. Mit der Deutschen synchron kann man den Anime zwar schon anschauen und ich hatte auch zwischendurch meinen Spaß aber empfehlen würde ich ihn nicht es gibt viele deutlich bessere Alternativen und auch wenn er jetzt nicht ganz schrecklich war, besonders gut war er auch nicht sondern insgesamt eher durchwachsen.
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