Anime-Rezensionen

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Rezensionen

de Journal with Witch

Avatar: LebboKeksjäger
V.I.P.
#16
„Die Zeit heilt alle Wunden“ heißt es und Ikoku Nikki gelingt genau das, woran viele andere Titel scheitern: Die Serie nimmt sich Zeit. Zeit für ihre Figuren, Zeit für die Aufarbeitung des Vergangenen und auch Zeit für Gespräche, um im Alltag weitermachen und positiv in die Zukunft blicken zu können.

Demnach beginnt das Ganze mit einem dramatischen Ereignis und zwei völlig unterschiedliche Frauen leben mehr oder weniger freiwillig unter einem Dach. Diese Konstellation habe ich so oder so ähnlich schon etliche Male gelesen und gesehen, aber was mir besonders daran gefallen hat, war diese natürliche Annäherung der beiden. Diese zunächst sehr zerbrechliche und schwierige Situation, aber diese immer größer werdende Vertrautheit, die aber dann auch so leicht und fast schon spielerisch erzählt wird, hat mir sehr gut gefallen. Und dass es dann eben auch bedeutet, sich unangenehmen Situationen zu stellen und an der Beziehung zu arbeiten. Es wird im Laufe der Serie immer wieder das schöne Bild einer Reise durch die Wüste aufgemacht, um zu zeigen, dass die der Suche nach sich selbst und nach Antworten, auch sehr mühsam sein kann.

Aber nicht nur das Zusammenspiel der beiden Hauptcharaktere, sondern auch die Zweifel und Ängste der Nebenfiguren werden gut in das Beziehungsgeflecht verwoben. Es passiert mit einem Selbstverständnis, also so im Vorbeigehen, das man auch die anderen Figuren interessant findet. Meine Lieblingsfolge ist – neben dem tollen Finale – eben jene Folge, in der es verstärkt um den „Partner“ einer der beiden Figuren geht. In einer dieser Alltagsszenen in einem Cafe erzählt er über die gescheiterte Beziehung und dass er nie gedacht hätte, jemals an so einen Tiefpunkt seines Lebens zu kommen. Dass er äußerlich eigentlich alles hat, aber dennoch Probleme in seiner mentalen Gesundheit bekommt. Wenn man selbst denkt und sich sowie anderen sagt, dass alles in Ordnung ist und dann eben doch durch auch äußere Einflüsse in seiner Gedankenwelt in eine negative Spirale gerät.
Das ist die größte Stärke der Serie: Die Autorin hat es sehr gut verstanden, realistische und „echte“ Interaktionen zu erschaffen. Dazu braucht es eben diese Figuren, die mal sehr in sich gekehrt sind, aber auch immer wieder versuchen, über ihren eigenen Schatten zu springen. Aber es benötigt bei der Trauerbewältigung auch das Gespür und das Fingerspitzengefühl für das zwischenmenschliche Miteinander. Es ist interessant zu beobachten, wie man diesen Verlust und den Alltag gemeinsam bewältigen kann. Dabei steht dann der anfängliche Schicksalsschlag gar nicht mehr so sehr im Fokus und auch niemand hat in dem Sinn „Schuld“ oder ist demnach „böse“, sondern es wird dann schon immer reflektierter auf die Vergangenheit geblickt.

Es ist nämlich an keiner Stelle zu überdramatisiert dargestellt. Es passiert eben dann auch viel im Stillen und in der eigenen kleinen Welt. Und ich verstehe, wenn das nicht jeden Zuschauer abholt. Auch ich bin nicht der allergrößte Fan des Genres und oft passiert mir dann eben doch zu wenig. Es ist eben doch ein sehr kleiner Ausschnitt, den die Autorin hier zeigt. Und es ist doch auch anspruchsvoller als zunächst vermutet. Es wird langsam erzählt und es wird auch nicht die großen Wendungen geben. Man muss geduldig bleiben und wird belohnt werden! Es ist auch deswegen so stimmig, weil es sich durch alle Bereiche durchzieht, wenn es immer so angenehm zurückhaltend präsentiert wird. Man muss sich nur mal das Opening anhören und weiß, welche Stimmung hier nun in 13 Episoden herrschen wird. Ein nachdenklicher, fast schon melancholischer Ton aber eben auch ein leichter und dann auch durchaus optimistischer Blick auf den Alltag. Die japanischen Synchronsprecherinnen machen ebenso einen tollen Job und vor allem Makio, als fürsorgliche und auch eher in sich gekehrter Autorin, war Balsam für die Seele. Und auch Asa sticht heraus, weil ich ihre Gedanken und vor allem ihre Verhalten einerseits kindlich, aber dann auch wieder durchaus erwachsen erlebt habe. Man sieht solche „reifen“ Figuren nicht allzu oft und sollte sie daher umso mehr wertschätzen. Und das Ganze wird nicht nur in Ton, sondern auch in Farbe schön zurückhaltend dargestellt. Es ist schon fast eine Art Schleier oder Weichzeichner über diese immer heiler werdende Welt der beiden Hauptcharaktere, die man zu sehen bekommt.

Ich glaube, für die ganz große Wertung hat es bei mir nicht gereicht, weil ich den Figuren noch mehr Zeit gegönnt hätte. Gerade Makio hätte noch mehr Potenzial gehabt, um hier noch etwas mehr Entwicklung zu zeigen. Und ich fand auch den Konflikt mit der Mutter nicht ganz so zu Ende gedacht wie ich es mir gewünscht hätte. Gerade weil sie die beiden Hauptcharaktere verbindet und ein ganz eigenen Verhältnis mit ihr hatten. Da hätte ich mir auch noch die ein oder andere Szene mehr als Conclusio gewünscht, um es vollkommen rund zu haben. Es werden auch Themen nur am Rande angeschnitten, denen man vereinzelt sicherlich noch ein wenig mehr Beachtung hätten schenken können, denn es geht hier sicherlich auch um mentale Gesundheit, um Familie, um Gleichberechtigung und um Partnerschaft. Aber für das, was es in seiner Kombination aus Genre, Zielgruppe und Handlung ist, hat es bei mir sicherlich einer der besten Bewertungen in den letzten Jahren bekommen.

Fazit
Während ich am Anfang geschrieben habe, dass sich die Serie die Zeit nimmt, gibt sie aber auch diese in unterschiedlichster Ausführung zurück und zwar an den Zuschauer. Sie gibt ihnen die Zeit, die Figuren und deren Zusammenleben in Ruhe und auf entspannte Weise kennenzulernen. Und auch die Zeit, um über die Figuren nachzudenken und was es bedeutet, so etwas auch mal stimmig präsentiert zu bekommen. Und letztlich dann eben die Erkenntnis zu haben, so wie ich sie hatte, wie erholsam es ist, auch mal so eine schöne Serie über das menschliche Miteinander mit guten und „echten“ Dialogen genießen zu können. Und somit auch das finale Urteil zu haben, dass sowas sehr selten vorkommt als Animeserie und es viel mehr solcher Titel geben sollte.
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en Arion

Avatar: Patient67#17
I've never seen a telling of the Old World Gods (the Olympians,) from a Japanese viewpoint before this film, and I see similarities to known tales. Our story begins with a foul deed being done upon our young main character Arion, and were not told why as of yet, but hopefully soon.

The animation is just as I remember 80s & 90s Anime to be eg. DragonBall w/Son Goku & A Wind Named Amnesia, it's just so raw and in your face, along with the fluidity of the character's motions and also the beast within our story. Hades is thr true master of Lies and Deception in our story, as far as the title synopsis stated.

We'll see just what kind of Wicked Foul Elder God he really is, as our young Arion is no longer the child he stole anymore, and how long will his Deception carry out Arion in the story before he confronts our Villain Hades. Arion appears to be quite strong and a swift fighter but possi has lacks actual combat with humans, I'm hoping this will change soon.

Our Arion is battling for his life now, and he's doing very well dealing with so many foe. A major battle is being set upon the original foes of young Arion, and they are a massive opponent to be sure by size of their army. It would seem that there is no love Lost on these Elder Gods, and man as usual are the Puppets used to get what it is that THEY want or need. I will say this though, I've never seen a Greek Tale such as this, and I'm loving it tremendously.

If anybody has read this far..

I've a question as a huge fan of Anime since the 80s, so you feel they muted the colors to add a more atmospheric presentation of the story? Or I am reading to much into the styling of the film?

**Any Anime fans should Watch**
**Greek Mythology fans might enjoy
this imaginative telling as well**
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de Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt: Staffel 3

Avatar: KobrabotKekssammler
Freischalter
#18
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
Ich habe jetzt zur Vorbereitung auf die 4. Staffel nochmal die 3. gesehen, und sie ist genauso schlecht, wie ich sie in Erinnerung hatte, was nach den recht guten ersten beiden Staffeln doch echt schade ist.

Das Hauptproblem der 3. Staffel ist, dass einfach nichts passiert, und damit meine ich nicht nur, dass sämtliche Spannung durch Action fehlt, sondern auch, dass die Handlung inhaltlich nicht wirklich vorankommt. Aber eins nach dem anderen.

Das Tisch-kun Problem

In einigen Kreisen des Internets wird spaßeshalber behauptet, Tisch-kun sei der eigentliche Protagonist der Staffel, und das hat einen Grund. Der Großteil der Staffel besteht einfach nur daraus, dass Charaktere an einem Tisch sitzen und reden. Das Ganze ist dabei visuell noch öder, als es klingt, und man würde es nicht bemerken, wenn man den Ton des Animes einfach als ein Hörbuch verkaufen würde. Denn die wenigen Kämpfe, die es gibt, sind entweder sehr kurz, oder es sind Schaukämpfe, die ausführlich kommentiert werden. Damit hat der Anime wirklich keinerlei Spannung durch Action. Denn irgendwelche Schaukämpfe unter neu eingeführten Charakteren, die eh keine Auswirkungen haben, könnten einem nicht egaler sein, und sämtliche übrigen Kämpfe sind eindeutiger als in One-Punch Man. Das hat zur Folge, dass das einzige, was einem von dem Anime im Gedächtnis bleibt, die verschiedenen Tische sind, die man während der ganzen „wichtigen“ Besprechungen ausführlich und aus allen Winkeln begutachten kann. Am Ende hat Tisch-kun damit vermutlich mehr Screentime als Rimuru, was schon irgendwie traurig ist. Gerade weil andere Animes, in denen viel geredet wird, es auch schaffen, optisch ansprechender als eine ewige Kamerafahrt um Tische zu sein.

Das Stagnieren der Handlung

In der erste Hälfte der Staffel führt man gleich zwei Handlungsstränge parallel aus der letzten Staffel fort, die man allerdings beide mit dem Ende der 2. Staffel als mehr oder weniger abgeschlossen wahrgenommen hatte. Das Ganze wäre vielleicht okay gewesen, wenn man sie weiter ausgebaut oder zu einem spannenden oder überraschenden Ende gebracht hätte. Allerdings hat man hier nur das Unvermeidliche durch eine „überraschende“ Wendung, die irgendwie nur zur Hälfte Sinn ergibt, hinausgezögert, um dann beide Handlungsstränge aus dem Nichts genau dann zu beenden, als sie das Potenzial gehabt hätten, spannend zu werden. Am Ende hat man also nur zwei eigentlich beendete Handlungsstränge künstlich verlängert, um sie dann kurz vor ihrem Höhepunkt einfach aus dem Nichts abzuschließen.

Kommen wir zum zweiten Teil der Staffel: Dieser ist eigentlich nur eine große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Veldora, Ramiris und die Dryaden, damit diese wenigstens irgendetwas Sinnvolles tun. Im Hintergrund führt man zwar schon langsam den nächsten Handlungsabschnitt ein, allerdings endet die Staffel genau dann, als dieser beginnt, spannend zu werden. Also, um es kurz zu machen: Es ist eigentlich nur ein ewig langer Prolog zur nächsten Staffel, während man gleichzeitig versucht, mit den viel zu vielen Charakteren noch irgendetwas Sinnvolles anzufangen, sodass am Ende eigentlich nichts Nennenswertes passiert ist.

Fazit:

Die Staffel ist eine große Zeitverschwendung; es passiert nichts, und das, was passiert, ist fürchterlich umgesetzt. Meiner Meinung nach hätte man sich die ersten 11 Folgen echt schenken können, und dann hätte man vielleicht auch noch genug Zeit gehabt, den nächsten großen, spannenden Handlungsabschnitt richtig unterzubringen und nicht nur einen Prolog davon. Und für alle, die es nicht hören wollen: Wenn die Vorlage einfach nicht als Anime funktioniert, dann kann man da auch mal Sachen kürzen oder abändern. Das gehört zu einer guten Adaption dazu. Ich hoffe mal, dass die 4. Staffel besser wird, wobei ich die Strategie, das Ganze gestückelt rauszubringen, für eine selten furchtbare Idee halte, aber nagut.
Beitrag wurde zuletzt am 03.04.2026 09:32 geändert.
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de Frieren: Nach dem Ende der Reise - Staffel 2

Avatar: El_LaJokerKeksheld
DB-Helfer
#19
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
Die 2. Staffel von Frieren fühlt sich beim Anschauen an wie eine warme Umarmung – wie ein Märchen, das man nicht nur erzählt bekommt, sondern direkt miterleben darf. Die Entwicklung der Reise, die immer neuen Begegnungen und Handlungsstränge tragen dazu bei, dass die Welt lebendig und zugleich vertraut wirkt. Besonders die wiederkehrenden Erinnerungen an die frühere Heldentruppe, allen voran an den Helden Himmel, verleihen der Geschichte eine tiefe emotionale Ebene, die mich komplett vor den Bildschirm gefesselt hat.

Auch die Kämpfe sind überragend animiert und setzen eindrucksvolle visuelle Highlights, ohne dabei den ruhigen, nachdenklichen Ton der Serie zu verlieren. Insgesamt ist es eine wunderbare Reise, diesen Anime zu verfolgen – voller Gefühl, Magie und bedeutungsvoller Momente.

Besonders hervorzuheben sind die Charaktere, die diese Staffel noch einmal deutlich an Tiefe gewinnen. Frieren behält ihren gewohnt kühlen und gelassenen Charakter bei, wird jedoch zunehmend durch kleine, aber spürbare Momente der „Menschlichkeit“ ergänzt. Gerade diese leisen Entwicklungen machen sie unglaublich charmant und faszinierend.

Auch Fern und Stark wachsen im Laufe der Staffel weiter über sich hinaus. Beide öffnen sich dem Zuschauer Stück für Stück mehr, zeigen neue Facetten ihrer Persönlichkeit und entwickeln sich auf eine sehr natürliche Weise weiter. Dadurch schließt man sie immer mehr ins Herz und begleitet ihre Reise mit wachsender emotionaler Bindung.

Ganz besonders hervorheben möchte ich jedoch Himmel. Die immer wieder eingestreuten Flashbacks lassen sein Leben und seine Persönlichkeit auf beeindruckende Weise lebendig werden. Mit jeder Erinnerung versteht man mehr, warum er eine so prägende Figur ist – er war und ist wahrlich ein Held, im besten Sinne des Wortes.

Auch die musikalische Untermalung trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei. Die Soundtracks sind wunderschön und unterstreichen die emotionalen sowie ruhigen Momente der Serie perfekt. Sowohl das Opening als auch das Ending gehören für mich zu den schönsten, die ich seit langem gehört habe.
Die 2. Staffel von Frieren ist ein ganz tolles Erlebnis, das ich absolut uneingeschränkt empfehlen kann und was mich von vorne bis hinten abgeholt hat.
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de Journal with Witch

Avatar: Mirrormantiz#20
Wer man ist, was man liebt oder auch nicht, und wie man sein Leben führt, findet man schon eines Tages heraus, oder?


Ich habe mal gelesen, mysteriös und unscheinbar zu sein, mache einen interessanter in dieser Zeit. Darauf verzichte ich in dieser Kritik gern: „Journal with Witch“ ist für mich jetzt schon Anime des Jahres und es ist verdammt lange her, dass mich ein Anime-Drama so tief berührt, so tief gepackt hat.

Die Geschichte handelt von der fünfzehnjährigen Asa, die ihre Eltern bei einem Autounfall verliert. Fortan wird sie bei ihrer Tante Makio leben, die sie bei sich aufnehmen wird.

Der Zuschauer begleitet Asa als Dreh- und Angelpunkt durch die Menschen in ihrem Umfeld, während sie selbst noch auf der Suche nach sich ist. Immer wieder richtet sie den Blick nach außen, nur um zu begreifen, dass der Weg zu ihr selbst keiner ist, den jemand für sie gehen kann. Es beginnt eine Geschichte über Zusammenleben, Andersartigkeit und Menschen, die letztlich alle ähnliche Fragen und Gefühle in sich tragen und doch ihren eigenen Weg gehen.

Eines dieser thematisierten Gefühle ist innere Leere. Sie ist still, omnipräsent, nicht immer brutal oder laut. Zu gerne schaut man im Außen, was andere haben, meint vermeintlich zu erkennen, woran sich andere klammern oder wie gut andere mit Umständen klarkommen, mit denen man selbst zu struggeln hat. Die Serie zeigt dabei nicht, wie das Leben sein sollte, sondern wie es sich tatsächlich anfühlt, wenn nichts eindeutig ist.

Die Akzeptanz von Unterschiedlichkeit zeigt, dass Nähe auch ohne klassische emotionale Spiegelung möglich und die Bereitschaft zu Beziehung immer eine eigene Entscheidungsfrage ist. Auch sehr erfrischend: Neurodiversität wird nicht erklärt oder gelabelt, sondern einfach gezeigt und dafür schätze ich dieses Werk brutalst.

Die Charaktere funktionieren weiterhin so toll, weil Wahrnehmung eben rein subjektiv ist und bleiben darf: Wenn man weit genug herauszoomt, wird sichtbar, dass in jeder Perspektive eine eigene Form von Wahrheit liegt und Konflikte nicht deshalb entstehen, weil jemand Recht haben muss. Soll auch heißen: Die Figuren handeln aus ihrem inneren Kern heraus und zeigen Verletzlichkeit. Während Asa durch die neue Beziehungserfahrung mit Makio aufgefordert wird, die Beziehung zu ihrer eigen Mutter zu hinterfragen, hockt man als Zuschauer da und fragt sich, an welchen inneren Vorstellungen man selbst noch festhält und nicht loslassen möchte.

Letztendlich ist „Journal with Witch“ ein Werk über menschliches Dasein und die Selbstverwirklichung von Charakteren, die gesellschaftlich nicht unbedingt beklatscht werden und unauffällig ihr Ding machen, die dafür aber die wenigen richtigen Menschen in ihrem Leben haben. Und diese sind alle absolut fantastisch geschrieben und systemisch in ein großes Ganzes verwoben, das ganzheitlich funktioniert. Viel weniger geht es um das, was passiert, sondern darum, wie Menschen Erlebtes in sich ordnen und sich im Spiegel von Beziehungen wiederentdecken, völlig ohne Kitsch oder irgendeiner vorgegebenen Deutungsmoral.


Fazit: Dieser Anime ist großartige Kunst; Es ist Jahre her, dass ein Anime-Drama mich so tief berührt und begeistert hat. Die Geschichte ist wunderschön geschrieben und eine Erfahrung, die richtig unter die Haut geht, wenn man sich ihr hingeben kann. Makio ist zudem eine der stärksten weiblichen Hauptcharaktere, die ich jemals in einem Anime gesehen habe. Kann ich nur uneingeschränkt weiterempfehlen.
Beitrag wurde zuletzt am 31.03.2026 17:51 geändert.
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de Saekano: How to Raise a Boring Girlfriend

Avatar: Fems_ErenKekssucher#21
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Fanservice/Ecchi
  • Romanze


Rezension – Saekano: How to Raise a Boring Girlfriend
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------------------------------------------------

‼️Wichtig zu meiner Art zu bewerten! Ich bewerte nach Genre!‼️

Das bedeutet: Die Bewertung richtet sich danach, ob der Anime
sein Genre erfüllt und ob die Geschichte gut damit harmoniert.

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Gute Punkte:

------------------------Genre------------------------

Es ist ein Harem-Anime. Das bedeutet für uns Zuschauer meistens:

• Der Protagonist hat nur sein Ziel vor Augen
• Romantische Interessen werden verdrängt oder nicht verstanden
• Gefühle werden erst spät wirklich ernst genommen

Und genau das erfüllt der Anime sehr konsequent. Der Protagonist erkennt die Gefühle der Mädchen aktuell nicht wirklich, alle Mädchen zeigen Interesse an ihm und typische Situationen mit Fanservice oder peinlichen Momenten stehen oft im Vordergrund, während direkte Liebesgeständnisse hinausgezögert werden.

In Sachen Genre-Tropes macht der Anime damit fast alles „richtig“.


------------------------Charakters------------------------

Die Charaktere folgen klaren Rollen, ohne dabei langweilig zu wirken.

Eriri Spencer Sawamura bringt die typische Tsundere-Dynamik mit, während Utaha Kasumigaoka eher ruhig, überlegen und teilweise provokant auftritt.
Megumi Katō wirkt zunächst unscheinbar, entwickelt aber genau dadurch eine besondere Rolle innerhalb der Gruppe.

Die Chemie zwischen den Charakteren funktioniert gut. Dialoge sind oft unterhaltsam, die Sticheleien wirken natürlich und jede Figur bringt ihre eigene Energie mit rein.

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Besonders positiv ist, dass die Charaktere eigene Ziele und Persönlichkeiten haben. Sie existieren nicht nur für den Protagonisten, sondern verfolgen auch ihre eigenen Ambitionen, was sie deutlich interessanter macht als viele typische Harem-Charaktere.

Megumi sticht dabei besonders heraus, da sie bewusst anders geschrieben ist als die üblichen „Main Girls“. Gerade ihre ruhige und zurückhaltende Art passt sehr gut zum Konzept des Animes.


------------------------Story------------------------

Die Story hebt sich etwas von klassischen Harem-Anime ab. Statt sich nur auf Romantik und Ecchi zu konzentrieren, steht die Entwicklung eines eigenen Spiels im Mittelpunkt.

Dadurch bekommt die Handlung ein klares Ziel. Man sieht, wie sich das Projekt Schritt für Schritt entwickelt und wie aus einer einfachen Idee langsam etwas Konkretes entsteht.

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Die Mischung aus Story, Romance und Fanservice ist dabei relativ ausgewogen. Die typischen Harem-Elemente sind vorhanden, überdecken aber nicht komplett die eigentliche Handlung.

Zusätzlich gibt der Anime interessante Einblicke in die Zusammenarbeit innerhalb eines kreativen Projekts.
Die verschiedenen Rollen wie Story, Zeichnung und Planung greifen ineinander, was der Geschichte mehr Tiefe gibt und sie abwechslungsreicher macht.


------------------------Ecchi / Fanservice------------------------

Auch wenn das alles vielleicht nach etwas „anderem“ klingt, bleibt der Anime am Ende
trotzdem das, was er ist: ein Ecchi- und Harem-Anime.

Das bedeutet vor allem eines: viel Fanservice. Der Anime nutzt diesen auch sehr aktiv und sichtbar. Kameraeinstellungen legen oft bewusst den Fokus auf die Körper der weiblichen Charaktere, besonders auf Beine & Hintern, und bewegen sich auch gezielt dorthin.

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Das gehört klar zum Genre und wird hier konsequent umgesetzt.
Für Fans solcher Elemente passt das gut ins Gesamtbild, für andere kann es
jedoch schnell auffallen oder auch etwas störend wirken.






Negative Punkte:

------------------------Protagonist & Ungleichgewicht im Team------------------------

Tomoya Aki wirkt über weite Strecken sehr passiv. Obwohl er die Idee und Motivation für das Projekt hat, übernimmt er selbst nur wenig praktische Arbeit.

Dadurch entsteht schnell das Gefühl, dass andere Charaktere den Großteil der Arbeit leisten, während er hauptsächlich organisiert oder zuschaut. Das kann ihn stellenweise unsympathisch oder unfair wirken lassen.

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Und Charaktere wie Eriri Spencer Sawamura und Utaha Kasumigaoka tragen einen großen Teil des Projekts wodurch im Vergleich dazu der Beitrag von Tomoya deutlich geringer wirkt, was das Gefühl erzeugen kann, dass das Team nicht wirklich ausgeglichen ist.


------------------------Umgang mit Gefühlen------------------------

Die romantischen Gefühle der Mädchen werden sehr lange ignoriert oder verdrängt. Auch wenn das typisch für das Genre ist, wirkt es hier teilweise übertrieben.

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Klare Hinweise werden nicht ernst genommen, was auf Dauer frustrierend sein kann und die Entwicklung unnötig hinauszögert.


------------------------Viele bekannte Klischees------------------------

Trotz interessanter Ansätze bleibt der Anime in vielen Bereichen sehr klassisch.

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Typische Rollen, bekannte Dynamiken und wiederkehrende Muster sorgen dafür, dass der Anime für erfahrene Zuschauer wenig überraschend sein kann.




------------------------Fazit------------------------

Saekano: How to Raise a Boring Girlfriend ist ein Harem-Anime, der sein Genre sehr gut versteht und konsequent umsetzt. Wer genau diese typischen Elemente erwartet, bekommt hier genau das geliefert – von den Charakterdynamiken bis hin zu den bekannten romantischen Mustern.

Gleichzeitig bringt der Anime mit dem Fokus auf die Entwicklung eines eigenen Spiels eine interessante Abwechslung rein, die ihm mehr Struktur und ein klares Ziel gibt. Dadurch wirkt die Story etwas tiefgehender als bei vielen anderen Vertretern des Genres.

Allerdings bleibt der Anime trotz dieser Ansätze stark in seinen Klischees verankert. Der Protagonist wirkt oft zu passiv, und der Umgang mit den Gefühlen der Charaktere kann auf Dauer frustrierend sein. Auch der starke Einsatz von Fanservice ist Geschmackssache und nicht für jeden geeignet.

Insgesamt ist der Anime besonders für Fans von Harem- und Ecchi-Serien empfehlenswert, die genau solche Elemente sehen wollen, aber gleichzeitig eine etwas strukturiertere Story zu schätzen wissen. Wer jedoch etwas komplett Neues oder weniger klischeehafte Charaktere erwartet, könnte hier an seine Grenzen stoßen.
Beitrag wurde zuletzt am 23.03.2026 11:37 geändert.
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de Farming Life in Another World

Avatar: Fems_ErenKekssucher#22
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Romanze
Rezension – Farming Life in Another World



‼️Wichtig zu meiner Art zu bewerten! Ich bewerte nach Genre!
Das bedeutet: Die Bewertung richtet sich danach, ob der Anime sein Genre erfüllt und ob die Geschichte gut damit harmoniert.‼️



Gute Punkte:

Mir hat der Anime insgesamt wirklich Spaß gemacht und er wurde für mich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die entspannte „Slice of Life“-Atmosphäre funktioniert sehr gut und sorgt dafür, dass man einfach abschalten kann. Die Charaktere sind sympathisch, teilweise auch ziemlich lustig und bringen Leben in das Dorf.

Auch technisch gibt es wenig zu meckern: Musik und Animation sind solide bis gut umgesetzt und passen perfekt zum ruhigen Stil der Serie. Das Pacing ist zwar recht schnell – darüber kann man sich definitiv streiten – aber ich persönlich fand es gelungen. Die wichtigen Entwicklungen rund um den Aufbau des Dorfes werden gezeigt, ohne dass sich die Story unnötig in die Länge zieht. Man hat größtenteils nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben… mit einer wichtigen Ausnahme, die direkt zu meinem Kritikpunkt führt.



Negative Punkte:

Kaum zu glauben, aber für mich gibt es im Grunde nur einen einzigen Punkt, der mich wirklich stark gestört hat: die Darstellung der Romanze.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von typischen Harem-Protagonisten, deshalb fand ich es anfangs sogar gut, dass der Anime diesen Aspekt stark zurückhält. ABER: Wenn eine Beziehung existiert und für die Story wichtig ist, dann muss sie auch zumindest ansatzweise gezeigt werden – und genau das passiert hier nicht.

Es geht konkret um die Beziehung zwischen Hiraku und Lu.

Spoiler-Bereich:

Spoiler

Zu Beginn wird einmal erwähnt, dass die beiden zusammen sind bzw. heiraten wollen – aber selbst das wird nicht wirklich ausgearbeitet. Danach passiert über viele Folgen hinweg gar nichts mehr in Richtung Beziehung oder Romantik.

- Keine Gespräche über ihre Beziehung
- Keine sichtbare Nähe
- Keine Entwicklung
- Keine romantischen Momente

Es wirkt fast so, als würde der Anime das Thema komplett ignorieren.

Und dann – plötzlich – wird Lu schwanger.

Ganz ehrlich: Meine erste Reaktion war nicht „Oh, schön!“, sondern:
„Moment… von wem ist das Kind eigentlich?“
Obwohl klar war das es eigendlich nur von Hiraku sein kann hab ich das nicht 1 Sekunde geglaubt.

So absurd wirkt die Darstellung. Der Anime gibt einem als Zuschauer keinen klaren Beweis, dass die beiden überhaupt wie ein Paar leben. Dadurch entstehen völlig unnötige Verwirrungen – ich habe sogar kurz gedacht, ob das vielleicht irgendeine Eigenheit der Welt ist (z. B. bei Vampiren), weil die Beziehung einfach so schlecht dargestellt wurde.

Das Hauptproblem ist hier ganz klar das Storytelling:
Der Anime zeigt den Anfang (sie sind zusammen) und das Ergebnis (Schwangerschaft), aber lässt die komplette Entwicklung dazwischen einfach weg.



Zusätzlicher Hintergrund (wichtig für das Verständnis):

Ein entscheidender Punkt, den der Anime stark verändert hat, betrifft die Darstellung von Hiraku selbst.

Im Anime wirkt Hiraku oft so, als hätte er:

- kaum romantisches Interesse
- wenig Verständnis für Beziehungen
- oder fast so, als wüsste er gar nicht, wie man mit Frauen umgeht

Das ist allerdings nicht korrekt im Vergleich zur Light Novel.

Dort wird deutlich gezeigt, dass Hiraku:

- ganz normales Interesse an Frauen hat
- Beziehungen bewusst eingeht
- und auch körperliche Nähe nicht meidet

Seine Persönlichkeit ist zwar ruhig und pragmatisch, aber nicht desinteressiert oder ahnungslos.



Seine Beziehungen in der Originalversion:


Lu Lulucy:

Sie ist seine erste und wichtigste Partnerin. Ihre Beziehung ist eindeutig romantisch und auch körperlich. Sie verbringen regelmäßig Zeit miteinander, und die Schwangerschaft ist eine direkte und nachvollziehbare Folge dieser Beziehung.

Tia (der Engel):

Auch mit ihr entwickelt sich eine enge Beziehung. Sie zeigt offen Interesse, und Hiraku erwidert dieses. In der Vorlage wird klar angedeutet, dass auch hier mehr als nur Freundschaft besteht.

Die High Elves (z. B. Ria):

Im weiteren Verlauf wird stark angedeutet – und teilweise bestätigt –, dass Hiraku auch mit mehreren der Elfen Beziehungen hat. Das Ganze wird als eine Art einvernehmliche, gemeinschaftliche Lebensweise dargestellt.

Weitere Bewohnerinnen des Dorfes:

Mit der Zeit wächst das Dorf, und mehrere Frauen entwickeln Interesse an Hiraku. In der Light Novel wird deutlich, dass er nicht nur passiv bleibt, sondern tatsächlich Teil eines größeren Beziehungsgefüges ist.



Der entscheidende Unterschied:

Während der Anime Hiraku wie jemanden darstellt, der:

- passiv ist
- kaum Interesse zeigt
- und eher zufällig in diese Situationen gerät

zeigt die Vorlage ihn als jemanden, der:

- aktiv Beziehungen führt
- Verantwortung übernimmt
- und bewusst Teil dieser Dynamik ist



Warum das wichtig ist:

Durch diese Änderungen entsteht im Anime ein völlig falsches Bild:

- Beziehungen wirken nicht existent
- Entwicklungen fehlen komplett
- wichtige Ereignisse (wie Lus Schwangerschaft) erscheinen unlogisch

In der Originalgeschichte hingegen ist alles:

- ruhig erzählt
- aber klar nachvollziehbar

Kurz gesagt:

Hiraku ist im Original kein ahnungsloser, emotionsloser Charakter,
sondern jemand, der bewusst Beziehungen führt – nur eben auf eine ruhige, undramatische Art.
Der Anime hat genau diesen Aspekt fast vollständig entfernt, was zu den großen Verständnisproblemen führt.



Fazit:

Der Anime ist unterhaltsam, gemütlich und macht vieles richtig – vor allem im Bereich Atmosphäre und Charaktere.

Aber die komplett fehlende Darstellung der Beziehung zwischen den Hauptfiguren ist ein großer Schwachpunkt, der besonders am Ende negativ auffällt. Ein paar kleine Szenen hätten schon gereicht, um das Ganze deutlich glaubwürdiger und runder zu machen.

Ich hoffe, dass eine mögliche zweite Staffel hier nachbessert – sei es durch Rückblenden oder eine offenere Darstellung der Beziehungen.

Bewertung:

Ein guter „Feel-Good“-Anime mit einem leider sehr schwach umgesetzten Romance-Aspekt.
Beitrag wurde zuletzt am 22.03.2026 15:54 geändert.
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de RahXephon

Avatar: Mettwurst#23
  • Handlung
  • Animation & Design
  • Figuren
  • Musik
  • Erzählweise
Ich hab gestern endlich „RahXephon“ zu Ende gebracht, eine Mystery-Serie im ScienceFiction-Setting aus dem Jahr 2002. Produziert wurde die Serie von Studio Bones unter der wahnwitzigen Regie eines Yutaka Izubuchi. Sie umfasst 26 Folgen und zog ein paar kleinere Ableger, wie eine OVA, einen Kinofilm und Videospiele nach sich. Ein 3-bändiger Manga erschien kurz vor der Ausstrahlung, war aber Teil des Gesamtkonzepts und keine Vorlage.

Handlung:
Im Jahr 2012 erschienen, wie im Maya-Kalender versprochen, Wesen (genannt Mulianer) mit riesigen Raumschiffe über der ganzen Welt auf, um sie für einen Neubeginn zu zerstören. Dazu nutzen sie riesige Mecha-Trümmer, die sogenannten Dolems, die laut singen und während des Gesangs Zerstörung anrichten. Zwar nahm die Menschheit den Kampf mit den seltsamen Wesen auf, doch bis auf Tokio existiert ausserhalb nichts mehr.

Im Jahr 2015 jedoch macht der Jugendliche Ayato Kamina eine bizarre Entdeckung. Nachdem ein Dolem Tokio angegriffen hat, gerät Ayato durch Hinweise aus einer Vision mit Hilfe des Mechas RahXepon in die Aussenwelt von Tokyo und stellt fest, dass diese gar nicht zerstört ist. Im Gegenteil ist hier bereits das Jahr 2029. Bereits seit 17 Jahren tobt hier der Kampf zwischen den Mulianern und der militärischen Kampftruppe TERRA, während Tokio unter einer großen braunen Sphäre verborgen ist und deswegen Tokio Jupiter genannt wird. Außerdem vergeht die Zeit dort anders, weshalb die Jahreszahlen andere sind.

Ayato wird von TERRA aufgenommen, um an ihrer Seite mit RahXephon den Krieg zu bestreiten, doch auch jenseits von Tokio Jupiter gibt es viele #Geheimnisse, wie die Bähbem-Foundation, die im Hintergrund ihre Strippen zieht….

Meine Meinung:
Also erstmal zum Positiven. 2002 war so ein Jahr, als in der Anime-Industrie viele Umschwünge passierten. Das Handwerk wurde von Cel-Animation auf kostengünstigere digitale Animation und Kolorierung umgestellt, was in den ersten Jahren merkliche Einbußen bei den Details bedeutete. Aber bei „RaXephon“ ist davon wenig zu spüren, obwohl hier auch keine Cels mehr verwendet wurden. Das Design Mechas fand ich detailliert, die Farben konstrastreich und auch die Hintergründe transportierten mich hervorragend in diese seltsame Welt. Das Design der Mechas wurde stark an das der „Reideen“-Serien angelehnt, von denen Izubuchi sich laut eigener Aussage inspirieren ließ. Auch die filigran gestalteten Figuren wirken zerbrechlich mit ihren entrückten Blicken und kunstvoll geschwungenen Frisuren. Sie würden sich auch hervorragend in einem klassischen Shojo-Anime machen.

Auch die Animation ist in ruhigen Momenten zweckmäßig und während der Mecha-Action verspielt und detailverliebt in Szene gesetzt. Was die optischen Reize angeht, wirkte es rund auf mich, obwohl die Serie noch im 4:3-Format für kleine Bildschirme produziert wurde. Das ist auch das einzige, was mich daran erinnerte, wie alt die Serie bereits tatsächlich ist. Die Musik von Ichiko Hachimoto ist über die ganze Serie hinweg eher ruhig und geheimnisvoll, und unterstreicht die Stimmung.

Denn tatsächlich handelt es sich in erster Linie, wie eingangs erwähnt um eine Mystery-Serie im Scifi-Setting. Wer nur Screenshots daraus sieht, könnte dem Irrtum aufsitzen, es handle sich um Mecha-Action am laufenden Band und würde möglicherweise enttäuscht werden. Denn die meiste Zeit handelt es sich um eine ruhig und kontemplativ erzählte Serie. Soweit so gut.

Denn der größten Schwachpunkt aus meiner Serie ist leider der Inhalt selbst. Die optischen und erzählerischen Einflüsse auf die Serie sind mehr als deutlich. Ende der 1990er gab es so einige Duftmarken im japanischen TV, die die Welt des Anime zu neuen Sphären führten, vor allem „Neon Genesis Evangelion“ und „Shojo Kakumei Utena“ seien hier zu nennen. In den ersten 10 Jahren danach sprießen unzählige Epigonen aus dem Boden, die im Kielwasser dieser Serien ihr Publikum finden wollten; ob „Argent Soma“, „Neo Ranga“, „Shingu“, „Princess Tutu“, etc…

…und leider empfand ich „RahXephon“ eben auch als eine dieser Trittbrettfahrer-Serien, bei der sich meiner Meinung nach zu sehr darauf verlassen wurde, die beiden großen Vorbilder erzählerisch nachzuahmen. Denn die Story bleibt erstaunlich blass und Ayato als Hauptfigur entfremdete sich zunehmend von mir als Zuschauer, als dass er mir nahbarer wurde. Es fehlte mir allgemein an echten Sympathieträgern, weshalb sich das Schauen der Serie irgendwann nach Arbeit anzufühlen begann und sich große Etappen zwischen den Folgen einschlichen, in denen ich mich nicht imstande fühlte, sie weitersehen zu wollen.

Zu oft lenkt die Story auf kryptische Szenen, in denen die Figuren bedeutungsschwangeres Gewäsch über das Stimmen einer neuen Welt schwafeln, in rot ausgeleuchteten Zwischenwelten Piano für ältere Herren im Rollstuhl spielen oder die Wahrheit über alles zu realisieren glauben, während diese sich mir niemals erschließt. Zuviel prätentiös aufgeladene Szenen werden also gezeigt und der große Aha-Moment stellte sich bei mir leider nicht ein.

Die Figuren haben über die ganze Serie hinweg Wissen über Dinge und Vorfälle, das ich nicht habe. So resultieren vor allen in Gesprächen zwischen den Terra-Leuten mit irgendwelchen Foundation-Fritzen immer wieder in Fragezeichen. Ein bis zwei Rückblickfolgen haben mir definitiv gefehlt, die vor allem den Beginn der Geschichte und die Hintergründe mal etwas aufgedröselt hätten. Bisschen interpretieren finde ich ja ok, aber wirklich alles über 26 Folgen hinweg? Die Serie erwartet mehr von mir als Zuschauer, als dass sie mir zurückgav. Das Mischverhältnis stimmte hier für mich einfach von vorn bis hinten nicht.

Vielleicht hatte es aber auch ein wenig mit der deutschen Synchronisation zu tun, bei der die Sprecher allesamt klangen, als würden sie entweder ablesen oder jeden Moment gleich einschlafen. Dazu war der Sound stellenweise so abgemischt, dass ihr Gemurmel von Melodien oder Maschinenlärm übertüncht wurde. Auch einige wichtige japanische Text-Passagen wurden nicht im richtigen Moment untertitelt. Schade.

Fazit:
Wie vielleicht herauszulesen ist, habe ichs mir mit „RahXephon“ nicht leicht machen wollen. Ich sehe die Qualitäten, aber andererseits sehe ich auch das Gefälle zu den erzählerischen Schwächen. Ich musste mich zu sehr in Interpretationen und Gedanken investieren und fühlte mich letztlich zu wenig dafür entlohnt. Wer sowas mag, wird hier richtig sein. Für mich wäre an vielen Stellen weniger mehr gewesen.
Beitrag wurde zuletzt am 20.03.2026 09:56 geändert.
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de Manga Ameya Tanuki

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#24
Ein Mädchen trifft auf der Straße einen merkwürdigen Mann (der "ältere Herr" der Kurzbeschreibung), der eine eigenartige Form von Süßigkeiten verkauft. Offenbar aufblasbare Süßigkeiten, die oben aus einem hohem Krug herauskommen, wenn man unten reinbläst. Essbare Seifenblasen? Begriffen hab ich das Ganze jedenfalls nicht. Und die zuständige Webseite auch nicht, die sich mit sachdienlichen Informationen sehr zurückhält und das Feld "Plot" einfach mal leer lässt.

Bei diesem wandlungsfähigen Mann handelt es sich wohl einerseits um den "ameya", den Süßigkeitenverkäufer des Titels; und anderseits zugleich um einen Tanuki (ebenfalls im Titel enthalten), der die Kleine mit seinen Tanuki-typischen Verwandlungstänzen unterhält.

Die Darbietungen dieser grotesken Verwandlungen, deren Pointen nach einem verbindenden Motiv verlangen, scheinen der einzige Grund für die Existenz dieses vier Minuten langen Epos zu sein. Genauso wie die Handlung, ist auch das Material dieses Trickfilms in einem recht erbarmungswürdigen Zustand. Enorm zittrig und holprig – so manches Daumenkino hat da mehr zu bieten.

Zudem gibt es weder Ton noch Text. Ich wüsste auch nicht, was das an dieser Katastrophe noch zum Besseren hätte wenden können. Insgesamt ein Werk, das die Welt nicht braucht.
Beitrag wurde zuletzt am 17.03.2026 23:20 geändert.
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de Tales of Wedding Rings

Avatar: El_LaJokerKeksheld
DB-Helfer
#25
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Erotik
Tales of Wedding Rings präsentiert sich als ein vollständig unzensierter Anime, der seinen Fokus deutlich auf häufigen und teils sehr freizügigen Fanservice legt – ein Aspekt, der zwar konsequent durchgezogen wird, aber gleichzeitig stark prägt, wie man die Serie insgesamt wahrnimmt.

Animation
Die Animationen sind insgesamt solide und erfüllen ihren Zweck, ohne jedoch wirklich herauszustechen. Technisch gibt es wenig zu bemängeln, aber ebenso wenig, was nachhaltig beeindruckt. Besonders die Charaktermodelle und der generelle Stil treffen nicht unbedingt meinen Geschmack – sie wirken teilweise generisch und schaffen es nicht, sich visuell von anderen Genrevertretern abzuheben.

Story
Der grundlegende Ansatz der Story ist durchaus vielversprechend: Fantasy-Elemente, eine Reise, mehrere Prinzessinnen und ein klassischer Heldenaufbau bieten eigentlich genug Stoff für eine spannende Erzählung. Leider wird dieses Potential meiner Meinung nach nahezu komplett verschenkt. Die Handlung wirkt plump, vorhersehbar und vor allem inspirationslos umgesetzt, sodass sich schnell Langeweile einstellt. Es fehlt an kreativen Ideen und erzählerischer Tiefe, um den Zuschauer wirklich zu fesseln.

Charaktere
Die Charaktere sind größtenteils erstaunlich vergessbar. Der Protagonist vereint zwar typische Eigenschaften – ein mutiger Möchtegern-Held gepaart mit einem schüchtern-verliebten Jungen – doch bleibt er über die gesamte Laufzeit hinweg blass und ohne echten Wiedererkennungswert. Auch die Begleiterinnen und Prinzessinnen bringen zwar einen Hauch von Charme mit, doch reicht dieser bei weitem nicht aus, um sie nachhaltig interessant zu machen. Weder Crystal noch die anderen Figuren schaffen es, sich durch besondere Eigenschaften oder Entwicklungen im Gedächtnis zu verankern.

Fazit
Tales of Wedding Rings hatte definitiv großes Potential, das jedoch weitgehend ungenutzt bleibt. Wer auf anspruchslose Unterhaltung mit viel Fanservice und expliziter Darstellung steht, kann hier durchaus auf seine Kosten kommen. Darüber hinaus bietet der Anime jedoch wenig Substanz und bleibt insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück.
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de Kaze no Shoujo Emily

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#26
An diesen Anime bin ich mit großen Hoffnungen gegangen, trotz der geringen und eher niedrigen Bewertungen, in der Erwartung eines verkannten Kleinods. Schließlich basiert die Serie auf einem Roman von Lucy Maud Montgomery, die durch das 15 Jahre zuvor entstandene „Anne of Green Gables“ [WP] recht schnell zu Weltruhm gelangt ist. Genauer gesagt: die Handlung umfasst im Groben alle drei „Emily“-Bände (oder wenigstens zweieinhalb), und auch das „basiert“ muss wörtlich genommen werden, denn man hat sich dazu verhoben, diese drei Bände in 26 Folgen zu quetschen, was nicht ohne Schaden für Leib und Leben der Handlung über die Bühne ging. Logikbrüche inklusive. Das Resultat gleicht dem, was man kürzlich erst bei der ähnlich rücksichtlos komprimierten Neuauflage des Anne-Stoffes in „Anne Shirley“ verbrochen hat.

Das wäre durchaus zu verschmerzen, wenn die Umsetzung selber das Niveau der literarischen Vorlage einigermaßen halten könnte. Tut sie aber vorne und hinten nicht. Die Tiefe und Komplexität der Geschichte wird geopfert zugunsten einer simplifizierten und leicht konsumierbaren Fassung, die publikumsgerecht eher jüngere Zuschauer anspricht (Furigana bei allen Kanji) und auch mit Charakterisierungen im Gartenlaube-Format nicht geizt.

Das Charakterdesign ist nicht direkt mit Glück gesegnet. Alles wirkt etwas ungeschickt und linkisch, wirkt bemüht und ohne echte Empathie. Dafür gleicht man das mit einem Übermaß an Computergrafik wieder aus, bei der die Regler für Farbkontrast und -sättigung bis zum Anschlag geschoben wurden. Dem entgegen steht ein Charakterdesign mit harten Zügen und einer unbeirrt gusseisernen Mimik. Auf ausgefeilte und stimmige Bewegungsabläufe braucht man da gar nicht zu hoffen. Alles in allem ein Triumph der Oberflächlichkeit hinter einer glänzenden Fassade.

Wie die meisten Bücher von Montgomery handelt auch dieses auf Prince Edward Island [WP] – wer „Anne“ kennt, wird sich also auch hier gleich heimisch fühlen. Bei allen Schwächen muss man der Serie doch zugute halten, daß die Leute gut recherchiert haben was die Topologie, die Kostüme und das Interieur angeht. Sogar einige japanische Zikaden hat man extra für diesen Anime nach Kanada exportiert.

Zwar geht es in dieser Serie hauptsächlich um Charakterentwicklung, um Themen wie Zukunftsträume, die sehr oft an der Realität abprallen, aber natürlich auch um hochdramatische Wendungen. Und die sind schlicht zum Haareraufen, bewegen sich auf dem Level von „Konnichiwa Anne“ und „Die kleine Prinzessin Sara“. Eine bissfeste Tischplatte könnte also von Nutzen sein.

Überhaupt sind die Parallelen bei der Persönlichkeit der Protagonisten und den Handlungsmotiven zu „Anne“ blind mit Händen zu greifen, denn auch hier sind viele Details aus Montgomerys Biographie mit eingeflossen – allein schon der Umstand, daß die Handlung Mitte der 1890ern spielt, als nicht nur Montgomerys Romanfigur Emily, sondern auch die Autorin selber erste Erfolge mit ihren Veröffentlichungen erfährt.

Ähnlich wie Anne zeichnet sich auch Emily durch literarisches Talent und eine überspannte Fantasie aus, bedenkt alle möglichen Wesen mit den absonderlichsten Namen, überrascht aber auch durch eine etwas handfeste Art, Freunde fürs Leben zu finden, die man ihr durchaus nicht zugetraut hat.

Hat man die enorm schicksalsträchtigen ersten zwei bis drei Folgen erstmal glücklich hinter sich, bessert sich die Lage allmählich. Es dauert eben ein wenig, bis die Serie Tritt fasst und etwas erträglicher wird. Dennoch sind alle Personen so dermaßen schnittfest charakterisiert, daß schon beim ersten Anblick jeder Irrtum ausgeschlossen ist, wie die alle ticken. Entsprechend standardisiert sind dann auch die Dialoge. Alles verharrt in Konvention und Konstruktion. Angesichts der herrischen und moralinsauren Tante alten Schlages, mit der Emily sich rumzuschlagen hat, muss einem Fräulein Rottenmaier fast als ein gütiger Engel erscheinen. Und das ist, dramaturgisch gesehen, natürlich Quatsch. Man übertreibt hier ins Maßlose, gemäß dem bewährten Motto „viel hilft viel“. Und ruiniert damit fast schon die literarische Vorlage.

Positiv fällt auf, daß die Charaktere altern dürfen. Man sieht ihnen das Älterwerden nicht nur an, man kann es auch hören.

Fazit:
Dennoch reißt das die Serie nicht raus. Man betreibt extreme cherry picking, was die Auswahl der Szenen betrifft, man zerreißt auch dann und wann den roten Faden, der das alles zusammenhalten soll. Der geringe Zuspruch und die bescheidenen Bewertungen auf Anisearch spiegeln die Qualitäten des Animes zutreffend wider: Nichts war's mit der vermuteten Perle. Wirklich schade.
Beitrag wurde zuletzt am 18.03.2026 16:10 geändert.
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de Gnosia

Avatar: Taicha#27
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Unterhaltsamkeit
Ein großartiger Anime für Mystery- und Sci-Fi-Fans

Wow, einfach nur wow! Dieser Anime hat mich ziemlich geflasht. Ich bin ein bisschen wehmütig bei dem Gedanken daran, dass er nun vorbei ist, da mir die Charaktere zum Großteil ans Herz gewachsen sind, insbesondere Yūri und Setsu. Schon als ich im Oktober die erste Folge gesehen hatte, war ich mir sicher gewesen, dass dies einer meiner Favoriten der Season sein würde – und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht! Woche um Woche blieb dieser Anime ein Highlight für mich. Besonders die letzten Folgen empfand ich als episch, sie boten der Geschichte in meinen Augen einen würdigen Abschluss. 🥹

Neben der nahezu kontinuierlich spannenden Story und dem Weltraum-Setting gefielen mir auch die Charaktere besonders gut – jeder Charakter hatte seine eigene Persönlichkeit und Wiedererkennungswert, nicht zuletzt dank des einzigartigen Designs. 🎨

Ein weiteres Highlight war für mich die Musik. Das Opening "Bake no Kawa" war einfach genial und hat es auch in der Vollversion in meine Playlist geschafft. Die Endings fingen die Atmosphäre ebenfalls sehr passend ein und auch die Backgroundmusik ist mir positiv aufgefallen, sie unterstrich die Stimmung der jeweiligen Szenen perfekt. 🎶

Ich kann »Gnosia« nur wärmstens weiterempfehlen! Besonders wer Mystery, Sci-Fi und Zeitschleifen mag, sollte dem Anime eine Chance geben. ❤️ Insbesondere auch Fans von »Astra Lost in Space« kann ich empfehlen, mal einen Blick zu riskieren – meiner Meinung nach sind beides super Werke, die in einem Raumschiff spielen und mit interessanten Plottwists aufwarten.
Beitrag wurde zuletzt am 15.03.2026 06:12 geändert.
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de Gnosia

Avatar: HeavenShallBurn#28
Gnosia – Ein logisches Wrack ohne Herz und Verstand

Gott sei Dank ist dieses Trauerspiel endlich vorbei. Wer nach 21 Folgen immer noch behauptet, dieser Anime sei ‚tiefgründig‘, hat wahrscheinlich während der Ausstrahlung geschlafen und hat offensichtlich jede Erwartung an Logik und Storytelling aufgegeben. Gnosia war von Folge 1 an ein erzählerischer Offenbarungseid, der mit jeder Folge tiefer in die Belanglosigkeit gerauscht ist.

Das größte Problem ist das hanebüchene Worldbuilding: Wie kann ein Schiff technisch so weit sein, die exakte Anzahl der Feinde an Bord zu scannen, aber komplett ‚blind‘ werden, sobald jemand die Hülle verlässt? Das ist kein cleverer Plot-Device, das ist schlichtweg faules, dämliches Writing. Gekrönt wird dieser Schwachsinn von einer Crew, die so viel Ausstrahlung hat wie ein feuchtes Stück Brot. Die Dialoge sind so hölzern und künstlich, dass man sich fragt, ob die Autoren jemals echte Menschen gesehen haben. Da werden Freunde exekutiert, und die Statisten nehmen das mit einer Gleichgültigkeit hin, als ginge es um die Reinigung des Lüftungsschachts.

Dazu kommt dieser krampfhafte Versuch, modern und ‚woke‘ zu wirken, was dem Ganzen den Rest gibt. Wir haben gleich zwei non-binäre Charaktere, bei denen man das Gefühl hat, sie wurden nur für die Quote reingeschrieben, statt ihnen eine echte Persönlichkeit zu geben. Und als ob das nicht genug wäre, haben wir jemanden, dessen ganzer Charakter daraus besteht, eine Katze werden zu wollen? Ernsthaft? In einer lebensgefährlichen Sci-Fi-Situation wirkt so ein Blödsinn einfach nur deplatziert und lächerlich. Es zieht die ohnehin schon schwache Immersion komplett in den Schmutz.

Wenn man sich im direkten Vergleich ein Juwel wie ‚Kanata no Astra‘ ansieht, wird das Desaster erst richtig deutlich. Während dort die menschliche Panik in der Isolation greifbar ist, liefert Gnosia nur leeres Geschwätz, Logiklöcher und Identitätspolitik statt Plot. Das heutige Finale war der letzte Sargnagel für eine Serie, die versucht hat, ‚smart‘ zu wirken, aber an einfachsten erzählerischen Grundregeln gescheitert ist. Ein absoluter Totalausfall ohne Herz und Verstand.

Bewertung: 1/10
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de Perfect Blue

Avatar: Mettwurst#29
  • Handlung
  • Animation & Design
  • Figuren
  • Musik
Ich hab gestern nach Jahren mal wieder "Perfect Blue" von Satoshi Kon gesehen. Der Film setzte 1997 eine echte Duftmarke und hat selbst nach fast 30 Jahren nichts an Faszination und Brillanz verloren. Genre-technisch betrat Kon mit der Literaturverfilmung eines gesellschaftskritischen Psychothrillers Neuland für das Handwerk des Animationsfilms. Etwas vergleichbares hat es zuvor in dieser Form nicht gegeben. Visuell wurden zudem auch hyperealististische Akzente gesetzt, was auch ein Novum darstellte. Hier wurde also die Wirklichkeit nicht verfremdet, wie in den meisten #Anime, sondern noch überhöht und auf ein neues Level gebracht!

Handlung:
Es geht um das japanische Popsternchen Mima, die auf Anraten ihrer Managerin Rumi aus der mäßig erfolgreichen Band Cham austritt, um eine Karriere als Schauspielerin anzustreben. Doch in der Schauspielszene wird sie schnell ausgebeutet, zu Aktfotografie und Vergewaltigungsszenarien genötigt. Als sie erfährt, dass ihre einstige Popgruppe ohne sie eine Erfolgssträhne zu verzeichnen hat, steht Mima am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sie beginnt von einer Doppelgängerin zu fantasieren und bekommt es mit einem verrückten Stalker zu tun. Als dann auch noch #Morde in Mimas Radius passieren, beginnt sie vollends an ihrer geistigen Gesundheit zu zweifeln….

Meine Meinung:
Der Film basiert auf einem #Roman von Yoshikazu Takeichi. Ernste Themen wie Medienkritik und japanische Schnelllebigkeit werden hier behandelt. Tatsächlich hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, dass der Film in seiner ersten Hälfte eigentlich ein reines Charakterdrama ist, in dem Mima so sehr an ihren Aufstieg glaubt, aber wir Zuschauer ihrem Absturz und dem Verlust ihrer Menschenwürde zusehen. Früher hatte ich das vor allem unter reisserischem Aspekt betrachtet; gestern jedoch hat es mich leicht angefasst.

Seine besonders große Qualität offenbart der Film dann ab der zweiten Hälfte in der Visualisierung von Verwirrung, Wahn und Angst. So werden mehrere Szenen gezeigt, in denen Mima in ihrem Bett erwacht, während die Wohnung von mal zu mal um sie herum eine Nuance mehr verwahrlost. So ist nie ganz klar, welche Szene zuvor möglicherweise nur geträumt war. Das Ganze ist dabei hochqualitativ von Hand auf Cels animiert und koloriert; Animationshandwerk auf höchstmöglichem Niveau mit einem Inhalt der sich an reife Zuschauer richtet.

Ebenso spannend finde ich, dass die Szenen der #Dorama-Serie, in der Mima mitspielt ihren verwirrten Geisteszustand widerspiegeln. Durch das Verwirrspiel mit den geschickten Szenenwechseln schleicht sich auch bei mir als Zuschauer dadurch Verwirring ein, weswegen ich selbst mit Kenntnis des Endes immer noch auf den Gedanken kam, was wäre, wenn der Serieninhalt die wirkliche Welt und die Handlung mit Mima lediglich die Meta-Ebene wäre. Der Film lässt auch diese Interpretation zu. So wird auch äußerst spannend an mehrere Szenen mit Spiegeln und spiegelnden Glas gearbeitet. Ich finde sowas ja bereits in Realfilmen immer äußerst interessant, aber hier eröffneten sich neue Möglichkeiten.

Dadurch entsteht auch die berechtigte Frage, ob es nicht einfacher gewesen wäre, aus „Perfect Blue“ einen Realfilm zu drehen. Ja, das wäre es mit Sicherheit, aber Satoshi Kon hat sich hier offensichtlich sehr bewusst der Herausforderung gestellt, diese Geschichte als Anime zu inszenieren. So vermeidet er es, mit Darstellern zu arbeiten, die den ganzen Film mit japanischem Overacting hätten vernichten können und steuert lieber selber, dass die animierten Figuren sich eher geerdet wie westliche Darsteller verhalten.

Somit weckt der Film eher Erinnerungen an #Thriller von Brian de Palma oder François Truffaut. Aber auch eine große Messerspitze von Roman Polańskis Sahnestück „Der Mieter“ lässt sich in der zweiten Hälfte deutlich herausschmecken. Und gerade das macht den Film so grandios. - Daher sei auch erwähnt, dass es natürlich ebenfalls eine Realfilm-Umsetzung aus dem Jahr 2002 gibt, die all die Schwächen aufweist, die Kon bewusst vermieden hat.

Einziger Schwachpunkt aus meiner Sicht ist das etwas zu konventionelle Ende, das nur wenige Fragen offen lässt. Hier fehlt Satoshi Kon noch ein wenig der Mut und die Radikalität, mit der er später in „Paranoia Agent“ dem Zuschauer weitaus mehr Interpretations-Perspektiven zutrauen sollte. Möglicherweise hätte es im Fall von „Perfect Blue“ auch ein zu großes Risiko bedeutet, das Ende kryptischer zu gestalten.

Fazit:
Alles in allem hat der Film nichts von seiner Faszination eingebüßt. Regisseur Satoshi Kon war mit seinem ersten Langfilm ein großer Wurf gelungen und wird bis heute oft als renommierter Titel benannt, der sich auf vielen Ebenen analysieren lässt. Ein Film der beim Zuschauen schmerzt und für den ich als Zuschauer aufgelegt sein muss. Wenn der Zuschauer bereit bist, erwartet ihn ein visueller wie erzählerischer Schmaus, den er so schnell nicht vergisst.
Beitrag wurde zuletzt am 14.03.2026 15:49 geändert.
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de Saiyuuki: Son Gokuu Monogatari

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#30
Nach „Der Dieb von Bagdad“ ist dies nun der 2. Papieranime von Noboru Oofuji. Ebenfalls ein Stummfilm, mit den ebenfalls gleichen Stärken und Schwächen.

Eine viel zu komplexe Geschichte mit viel zu vielen Twists wird in viel zu wenig Zeit über die Bühne gebracht. Die einzelnen Schlägereien bleiben, da Stummfilm, unkommentiert und erst nach der jeweiligen Szene wird man mit einem Schwall an Text erschlagen, der wohl Licht ins Dunkel bringen soll, was aber nur mäßig gelingt. Kann aber auch daran liegen, daß die grobe Handlung der Geschichte, auf die sich dieser Anime stützt, einfach vorausgesetzt wird.

Was positiv auffällt, sind die vielfältigen und gelungenen Texturen sowie die Arbeit und Mühe, die man in die Illusion von Bewegung gesteckt hat. Da man aber runter auf 18 fpm gegangen ist, bleibt die Angelegenheit im ganzen recht ruckelig und sprunghaft.

Somit hat man mit diesem „Son Gokuu“ leider nichts vorliegen, was länger im Gedächtnis haften bleiben wird.
Beitrag wurde zuletzt am 06.03.2026 19:51 geändert.
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