Gemini Prophecies (1982)

Andromeda Stories / アンドロメダ・ストーリーズ

Informationen

  • Anime: Gemini Prophecies

Inhaltsangabe

In der Andromeda-Galaxie gibt es einen Planeten namens Astria, der eine hoch entwickelte menschliche Zivilisation beherbergt. Doch als dort gerade eine Ehe zwischen Prinz Itaka und der schönen Prinzessin Lilia ihren Anfang nehmen sollte, greifen fremde Mächte an, die alles Leben auslöschen und durch Maschinen ersetzen wollen. Nachdem der König und seine Minister von den außerirdischen Maschinen assimiliert wurden, müssen Königin Lilia und ihr neugeborener Sohn, Prinz Jimsa, aus Astria fliehen. Doch was sie da noch nicht wissen, ist, dass der kleine Prinz mit starken Kräften geboren wurde und den Schlüssel zum Kampf gegen den Feind in Händen hält, der dessen neu gefundene Heimat im Exil bereits zum nächsten Ziel auserkoren hat.

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Rezensionen

Avatar: AsaneKekssammler
V.I.P.
#1
Wenn der geneigte Leser es tatsächlich geschafft haben sollte, die spärlichen Informationen, die die Kurzbeschreibung gibt, aus eigener Kraft dem Film zu entnehmen, dann: 💖 Herzlichen Glückwunsch!! 💖
Mir selber war dieses Glück nicht vergönnt. Und ich werd' den Teufel tun, mir diese Katastrophe ein zweites Mal anzuschauen …

Eingangs gibt sich der Anime ja dermaßen unbeholfen, daß es noch lustig ist. Noch. Vorsichtshalber fängt man ganz am Anfang an, mit dem Beginn des Universums nämlich, vermittelt dem ahnungslosen Zuschauer noch was über die Trennung von Energie und Materie (ja, das ereignet sich in Form von Q-Tips) und dem daraus folgenden Urknall – kein Witz!

Die eigentliche Story handelt etwa 2 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung und spielt auf einem Planeten in der Andromeda-Galaxie. Praktischerweise geht es dort ganz ähnlich zu wie auf der Erde, so daß man eine gute halbe Stunde nicht darüber im Bilde ist, ob das nicht doch in unserer Urgeschichte handelt oder was überhaupt da grade los ist. Irgendein Volk hat aus irgendeinem Grund mit Hilfe eines künstlichen Asteroiden den Heimatplaneten verlassen müssen und siedelt sehr erdähnlich* irgendwo anders, als das Unheil in Form von Maschinen-Aliens über sie kommt. Praktisch alle werden assimiliert. Unzählige Namen von Völkerschaften, Reichen, Planeten und verschiedenen Herrschern und Dynastien prasseln unentwegt auf den Zuschauer ein, der kaum hinterherkommt, das alles einzuordnen.

*Dort wohnen wollte ich übrigens nicht. Man mag sich gar nicht ausmalen, welche Gravitationseffekte solche Monde auf den Planeten ausüben müssen.

Aber auch bezüglich der technologischen Fertigkeiten herrscht das reinste Chaos. Mittelalterliche Kriegsführung, gladiatorenähnliche Helden, Mantel & Degen, Kurzschwert und Krummsäbel. Und wenn der Feind diese mit seinen Dinosaurier-Strahlen zersplittert hat, besinnt sich der Held auf seine "Psychokräfte" und feuert tödliche Strahlen aus seinem Arm ab. Soviel mal kurz zum Facepalm-Faktor.

Was das Artwork angeht, greift man in erster Linie bekannte Motive aus Tausendundeiner Nacht ab, garniert das mit indischer Mystik, bösen Mechas (in Form von Spinnen und Kakerlaken) und guten Mechas (à la C-3PO), vor allem zu dem Zweck, um Moral zu verpacken. Gleichzeitig aber wird in einer Art Kamikaze-Aktion der Feind, wenn nicht besiegt, dann doch wenigstens aufgehalten; die Prophezeiung der Wahrsagerin und Androidin tritt ein, und ein
Geschwisterpärchen macht sich daran, um nach dramatischer Flucht auf einen blauen Planeten zu zweit in einträchtigem Inzest(!) die Menschheit zu erschaffen, wie einst Adam und Eva. Nur daß diese die bescheuerten Namen Jimsa und Affle tragen. – Soviel also zur Moral. Und zur Menschheitsgeschichte à la Däniken.

Die Hintergründe selber sind manchmal gar nicht so schlecht, – aber der Rest und vor allem die Animationen: meine Fresse! Sowas lieblos Hingerotztes hab ich selten gesehen. Akustisch ist das alles ja noch halbwegs in Ordnung (Seiyuu und BGM), wobei die Filmmusik einerseits versucht sich episch zu geben (und es mit schwummernden Synthesizer-Klängen dann wieder verbockt), und andererseits auch dem orientalischen Flair gerecht werden will und beispielsweise was mit Bassflöte versucht, was dann sehr an Disneys "Dschungelbuch" erinnert.

Dramaturgisch ist das jedenfalls ein Reinfall auf voller Länge. Wenn man Beispiele bräuchte, wie man eine Story, die durchaus Potential hat, nicht erzählen sollte, bekommt man hier Studienmaterial bis zum Abwinken. Was die Entwicklung des Plot anbelangt, verfällt man auf die glorreiche Idee, einen deus ex machina nach dem anderen aus dem Hut zu zaubern. So etwa im 10-Minuten-Takt.

Daß man mit ausgefeilter Animation nicht zu rechnen braucht, ist eh klar, da stört es im Prinzip auch nicht, daß man sicherheitshalber auf Standbilder wechselt, wenn das Geschehen allzu lebhaft zu werden droht. Über längere Zeit verfällt man außerdem auf den Trick, den Zuschauer recht lange im unklaren darüber zu lassen, wer jetzt schon/noch/wieder zu den Androiden zählt und wer nicht – wie hier bei der einsamen Schwertkämpferin [Ü 16] und Retterin in höchster Not. In summa: Um dem Publikum etwas zu bieten, versucht man heroisch zu sein und schafft es doch nur bis zur Lächerlichkeit.

Vielleicht wäre noch einigermaßen was draus geworden, wenn man der Geschichte am Anfang 20 Minuten mehr Zeit gegeben hätte. Aber an dem verheerenden Gesamteindruck hätte sich sicherlich nicht viel geändert.

Fazit:
Wirr. Einfach nur wirr. Das ist der miserabelste Anime meiner bisherigen Laufbahn. Derart schlecht, daß es nicht mal mehr lustig ist. Ich wünschte, ich hätte diesen Film nie gesehen!
Beitrag wurde zuletzt am 14.01.2024 18:24 geändert.
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