Allgemein ist man sich schnell einig darin, um was es sich bei dieser kleinen OVA hier handelt: um einen Standard-Harem mit allen klischeehaften Zutaten, die überhaupt greifbar waren; der sich auch keine Mühe gibt, irgendwas Originelles auf die Beine zu stellen. Mit Charaktertypen aus der Schublade, einem Oberschulsetting aus der gleichen Schublade, mitsamt den bekannten Romance-Stationen. Onsen, Strand, Tanabata, Feuerwerk. Achja, und Kindheitserinnerungen mit der Sandkastenfreundin.
Das ist so etwa der Grundkonsens. Aber macht man es sich damit nicht doch etwas zu einfach? Dieser Gedanke hat sich in Laufe der zweiten Folge immer mehr verstärkt. Das Problem ist natürlich, daß gleich mit der ersten Szene des Animes die Sache entschieden scheint. Takumi und Osamu bespannen die Mädchen im Onsen und fliegen natürlich auf. Takumi verkörpert diesen Typ unauffälliger, freundlicher Junge, der so gern als "
Lauch" klassifiziert wird. Ihm zur Seite zeigt sich Osamu, der unvermeidliche Sidekick, der sich für lustig, originell und überhaupt unentbehrlich hält und völlig zurecht die Kicks kassiert. In der Regel von dessen sportlicher und gelenkiger Kindheitsfreundin
Shino, deren Aktionen die volle Zustimmung des Rezensenten findet.
Überhaupt die Pärchen: den ganzen Anime über hat man nie den Eindruck, als würden die Paarungen der Sandkastenfreunde am Ende
nicht zusammenfinden. Sowohl bei
Takumi und Konami als auch bei
Osamu und Shino (man achte bei beiden auf die Augenfarbe!) – und, wer weiß, vielleicht auch
diese beiden hier. Sowohl die Onsen-Szene (in der die
Blößen der Mädchen durch Heilige Dampfschwaden züchtig verdeckt werden) als auch die Masse an klischeehaften Ereignissen, inklusive dem Mädchen, das stolpern muss, weil ausnahmsweise nichts da ist, über das man hätte stolpern können, lassen nur einen Schluss zu: ein archetypischer Harem wie er generischer nicht sein kann.
Schaut man aber genauer hin, werden die Hinweise schon wieder schwächer und Indizien dünner. Die Pärchen scheinen nicht gefestigt, aber es finden auch keine Sondierungen zu anderen Kandidatinnen statt. Osamu, der sich als Weiberheld aufführt, bekommt nur eine kurze, bestenfalls zehnsekündige Szene im zweiten Teil, wo er eine Abfuhr von einem Mädchen erhält. Höflich und stilvoll, für den Zuschauer nur aus der Ferne zu sehen. Oft und gern wird der einleitende Satz dieser OVA zitiert: "Gibt es jemanden, den du magst?" Damit wird die Richtung eingeleitet, in die dieser Anime geht, und das ist meiner Meinung nach nicht Harem.
Man erlebt in »_Summer« eine Schar von Kindern an der Schwelle zum Erwachsenenalter in einem kleinen Städtchen am Seto-Binnenmeer. Wo jeder jeden kennt und wo der japanische Sommer vielleicht am sommerlichsten ist. Nach der Schule treffen sie sich gelegentlich in kleinen Restaurants, dessen
Betreiber hier mit seinen Ansichten und Ratschlägen als Katalysator fungiert, um die Jungs und Mädchen auf die richtigen Fragen an das Leben zu bringen.
"Was wird in 10, 20 Jahren sein mit uns?" - das ist die Frage, die im Mittelpunkt steht und die Takumi beschäftigt – und nicht etwa, wer wen ficken darf. "Welcher Mensch werde ich sein, und wer ist dann an meiner Seite?" Diese Fragen, die den Rückblick auf eine unbeschwerte Kindheit und den Vorgriff auf eine unbestimmte Zukunft beleuchten, sind es, die die Schüler umtreiben, unausgesprochen oder deutlich greifbar, je nach Charakter.
Und darin liegt der Grund, daß ich in »_Summer« formal betrachtet zwar schon auch die Ansätze eines Harems sehe, ganz so wie es z.B. DeBaer in seiner Philippika anprangert, aber darüber hinausgehend weit mehr, als auf den ersten Blick auffallen mag. Es stimmt, der Anime deckt so ziemlich alles ab, was man sich an Klischee nur vorstellen kann, von der Tsundere bis zum retardierten Schusselchen ist alles vorhanden, was der Otaku zur Auswahl seiner Waifu braucht; und gleichzeitig veranstaltet diese OVA eine sentimentale Reise hin zum absehbaren Ende einer unbeschwerten Jugend – eine Reise, die in sich erstaunlich stimmig ist. Der Anime schafft es, eine Einheit zu bilden, anstatt nur eine nach Liste von abgearbeiteten Punkten zu sein.
Was die OVA in meinen Augen außerdem rettet, sind solche altmodischen Sachen wie Pacing und Atmosphäre. Die richtigen Worte zu den richtigen Bildern bei passender Musik. Das bildet ein schönes, romantisches Ensemble, das vielleicht besser in Erinnerung bleibt als all diese mühsam herbeiinszenierte Lustigkeit und alle klischeehaften Aspekte, die sich hier ebenfalls breitmachen. Zur "passenden Musik" wäre noch zu sagen, daß sie gut zur Leichtigkeit und Unbeschwertheit eines letzten Sommers der Kindheit passt, mit Einlagen, wie man sie aus einem Eroge kennt, aber auch romantischen Klängen, wie sie typisch sind für einen Anime aus der Mitte des ersten Jahrzehnts. Das gilt besonders für Opening und Ending, die in ihrer sprühenden Lebensfreude und dem mitreißenden Optimismus etwas an die entsprechenden Stücke aus »Kamichu« erinnern.
Außerdem bekommt man bei »_Summer« Ansichten über Freundschaft serviert, die man gelegentlich leicht aus dem Blick verliert. Natürlich kann man den Anime als ein in zwei Folgen gegossenes Konzentrat des Harem-Genres begreifen und sich das als solches reinziehen – bloß: damit wird man dieser kleinen OVA wahrscheinlich nicht gerecht.
Beitrag wurde zuletzt am 18.12.2023 03:16 geändert.
Kommentare
Die Story beginnt eigentlich sehr interessant, aber bis zum Ende hin kommt kein Romance oder Harem zum Vorschein. Dieser Anime ist einfach nichts halbes und nichts ganzes. Wenn man diesen Anime fortsetzen würde könnte er es locker auf 80-90 Prozent schaffen, aber das hier war reine Zeitverschwendung. Für die Story allgemein 2/10 Punkten (Wobei diese zwei Punkte hart erkämpft wurden durch die Beschreibung des Animes hier)
Der Zeichenstil ist meiner Meinung nach durchaus gut gelungen, es ist kein Meisterwerk es ist aber auch nicht schlecht. Also für die Optik 6/10 Punkten.
Die musikalische Untermalung ist mir jetzt nicht besonders ins Auge bzw ins Ohr gestochen, wobei ich das Intro schön finde und das Outro ist auch mittelmäßig, deshalb 5/10 Punkten im Sound.
FAZIT: Hört sich für den ein oder anderen vielleicht interessant an ist es aber nicht. Ein guter Ansatz, aber wirklich garnichts dahinter... Der erste Anime den ich nichtmal Fans ans Herz legen möchte. Die "gute" Bewertung resultiert nur aus dem Zeichenstil und der Beschreibung von hier.
Als ich den titel gelesen hab, dachte ich mir jetzt wird irgw mit liebesgeschicht ekommen, aber da war nicht sehr viel zu sehen. Der hauptcharakter bemerkt jedeglich nur dass er sowie seine freunde sich verändert haben
meiner meinung nach ganz vernünftiges potenzial, kein meisterwerk , aber gut!!Hoffe es kommt noch irgwas zu dieses thema raus^^Bist jezz sag ich nur:SCHADE
Die Animation ist wirklich gut gelungen aber leider lässt die Story sehr zu wünschen übrig.
Die 2-teilige OVA zeigt das normal alltags Leben eines Schuljungen der mit mehreren Mädchen zu tun hat.
Leider gibt es aber keine Highlights wie zb eine wirklich große Liebesgeschichte oder ein kleines Drama.
Wer eine Stunde nicht weis was er zu tun hat und nur ma einen Anime ansehen will um die hübschen Mädchen willens und nicht wegen der Story kann ihn sich ruhig ma ansehen.
Jedenfalls verpasst man nichts wenn man ihn nicht gesehen hat.