Gilgamesh (2003)

ギルガメッシュ

Rezensionen – Gilgamesh

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „Gilgamesh“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: DeBaerKeksheld#1
Wie oft bekommt man den Spruch zu hören “Äußerlichkeiten sind nicht wichtig, es sind die inneren Werte die zählen“? Im Nachhinein beschränkt sich dann aber doch jeder darauf etwas nach dem Aussehen zu beurteilen und wenn es nicht gefällt wird es aufs Abstellgleis geschoben ohne ihm nie mehr auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu schenken. Im Fall von “Gilgamesh“ scheint das wohl bei vielen Zuschauern eingetroffen zu sein aber ich kann es ihnen kaum verübeln, denn die visuelle Aufmachung der Serie ist nicht gerade dass was man ästhetisch nennen kann. Doch nicht nur die Animationsqualität dürfte für die Vernachlässigung der Serie verantwortlich gewesen sein, auch von Seiten der Struktur her macht es sich Gilgamesh von Anfang an schwer auf Anklang seitens des Publikums zu stoßen. Ich war nicht unbedingt beigeistert vom regelrecht erzwungenen düsteren Ambiente das einem von Beginn an förmlich mit aller Macht sagen will “Hier schaut, das hier ist ein ganz, ganz finsterer Anime!!!“. Von Gänsehaut war bei mir zumindest nichts zu sehen und selbst in Verbindung mit der Tristesse des postapokalyptischen Szenarios kam nichts in mir Hoch was mich gefühlsmäßig mitnahm. Ein weiterer schwerwiegender Punkt, den man wohl als Hauptgrund für die, dem Anime entgegengebrachte, Ablehnung anführen kann, ist die statische Art und Weise des Storyverlaufs in den ersten 10 Episoden in denen viel zu wenig bis Nichts passiert. Die Serie wird in dieser Phase extrem in die Länge gezogen und legt eine Zähigkeit sondergleichen an den Tag die ohne weiteres das Zeug dazu hat ganze Heerscharen von Zuschauern zu vergraulen und dazu zu bringen Gilgamesh genervt und gelangweilt auf ewig zu den Akten zu legen. Sollte man jedoch zu den geduldigen Menschen gehören wird man ab Episode 11+ Zeuge werden wie sich sowohl Story als auch Charaktere langsam aber beständig vertiefen. Zwar ist das Tempo mit dem das geschieht nach wie vor eher schleppend aber zumindest ist zu erkennen das hinter Gilgamesh mehr steckt als das was die verkorkste erste Hälfte zu bieten hatte. Besonders die Charaktere wandeln sich immer mehr zu äußerst interessanten Individuen und verhelfen dem Anime zu einer gewissen, spannenden Undurchschaubarkeit die den Zuschauer dazu motiviert dem Geschehen mit wachsender Interesse weiter zu verfolgen. Auch die finstere Aura der Serie fängt an überzeugender zu wirken und fesselt Stück für Stück. Wie auf einer Wendeltreppe steigt Gilgamesh immer höher in Richtung Höhepunkt, zwar nie bis zu dem Punkt an dem man sagen könnte das man es hier mit einem über allen Maßen großartigen Werk zu tun hat aber im Vergleich zur trägen Hälfte 1 macht die Serie einen gewaltigen Sprung in eine bessere Richtung. Es ging sogar soweit das ich es ab Episode 18 kaum noch abwarten konnte die nächste Episode zu sehen und verschlang den Anime bis zum Ende hin regelrecht. Wirklich schade dass man so lange warten muss denn hätte die Serie von Anfang an auch nur einen Bruchteil von dem abrufen können was sie im letzten Viertel darbietet dann wäre Gilgamesh etwas ganz großes geworden. 10 Episoden ermüdende Trägheit kann man selbst mit einer zufrieden stellenden Mitte und einem tollem Endspurt leider nicht völlig auslöschen und deshalb bleibt mit Gilgamesh zu guter Letzt “nur“ ein durchschnittlich bis guter Anime zurück, dem man jedoch fast schon zuviel Zeit geben muss bis er sich diese Bezeichnung verdienen kann.

Animation

Ein Fest für das Auge ist Gilgamesh mit Sicherheit nicht und nicht nur aufgrund des eigenwilligen Charakterdesigns verdient sich der Anime in dieser Kategorie nicht gerade den Schönheitspreis. Hakelige Bewegungsabläufe der Figuren, undetaillierte, karge Backgrounds, sehr billige CG-Effekte und daraus resultierend schwache Action-Szenen lassen nur den Schluss zu das man hier ein unheimlich winziges Budget zur Verfügung hatte. Bezüglich der Farbpalette wird die gesamte Serie über nur von tristen Farbtönen gebrauch gemacht, zwar ohne Zweifel ein Stilmittel um die schummrig, schaurige Atmosphäre zu bekräftigen aber auf Dauer zu aufdringlich und trocken. Die Gestaltung der Charaktere ist, wie bereits angesprochen, ziemlich kontrovers und hebt sich deutlich von der Masse ab. Ich habe mich irgendwann daran gewöhnt aber auf Leute die auf Äußerlichkeiten großen Wert legen dürfte es auf den ersten Blick ziemlich abschreckend wirken.

Sound

Das Opening hat Ohrwurmqualität und gibt sich als tanzbarer Tune zum mitwippen. Mir gefällt es zwar ziemlich gut doch meiner Meinung nach hätte man aufgrund der düsteren Atmosphäre einen stimmungsvolleren Song wählen sollen. Das Ending ist nichts Besonderes und stellt den typischen Song dar den man nach kurzer Zeit schon vergessen hat. Im Gegensatz zum OP liefert die BGM das was nötig ist um das Ambiente der Serie zu unterstützen und kommt leicht klassisch daher, inklusive Trommeln und Streichinstrumenten. Nicht schlecht aber auch weitestgehend unvielseitig da man so manches Stück immer wieder zu hören kriegt. Sie erfüllt ihren Zweck aber so richtige Gänsehautstimmung vermag sie auch nicht zu vermitteln.

Story

In dieser Kategorie besitzt Gilgamesh zwei Gesichter: Eins stellt fast die gesamte 1. Hälfte der Serie dar in der von einer Handlung so gut wie nie etwas zu spüren ist. In dieser Phase verlaufen die Episoden viel zu eintönig, ohne großartige Höhepunkte und monoton. Man bekommt etliche Male nur das immer wieder dargelegt was man schon lange weiß, die Handlung wird förmlich völlig unnötig in die Länge gezogen und die aufgeworfenen Fragen die Lust auf mehr machen halten sich arg in Grenzen. Für mich komplett nachvollziehbar wenn viele Leute an diesem Punkt den Anime hingeschmissen haben denn ich stand auch kurz davor. Doch hat man diese große, schwere Hürde genommen ändert sich die Sachlage zusehends und die Story offenbart urplötzlich eine Vielfalt an Mysterien und überraschenden Wendungen. Sie wird verzwickt und verzweigt sich in so viele Richtungen das man kaum mehr voraussagen kann was wohl als nächstes passiert und man muss höllisch aufpassen das man den Anschluss nicht verliert um all die neu einfließenden Puzzleteile richtig zusammen fügen zu können. Viele Fragen stellen sich auf einmal und die Antworten kommen auf unerwartete Weise zu Tage und sorgen so manches Mal für Verblüffung. Das gesamte Skript ist unheimlich gut durchdacht und hat nichts mehr mit dem Flickwerk der ersten 10 Episoden gemein. Spannend, dramatisch und fesselnd bannt es den Zuschauer vor den Schirm und lässt nur noch schwer los. Was das Ende angeht scheinen viele Leute unzufrieden zu sein doch ich bin da geteilter Meinung: Auf der einen Seite erscheint das Resultat schwachsinnig aber auf der Anderen hat es etwas Faszinierendes an sich das schwer zu erklären ist. Es bewegt sich irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn.

Charaktere

Auch diese Kategorie leidet unter dem statischen Verlauf der ersten 10 Episoden, denn bezüglich der Charaktere wird kaum bis gar nichts preisgegeben das sie in irgend einer Weise interessant macht und auch Entwicklung macht sich extrem rar. Nur Kiyoko bietet kleine Ansätze, die aber bei weitem nicht ausreichen um einen Bezug aufzubauen. Die einzig interessante Figur in dieser Phase ist Gräfin Werdenburg. Man merkt früh das sie etwas zu verbergen hat und sie ist schwer bis kaum zu durchschauen. Zum Glück bessern sich die Figuren mit dem Anbruch von Hälfte 2 und von Episode zu Episode vertiefen sie sich da nach und nach immer mehr Informationen über sie einfließen bezüglich ihrer Vergangenheit, ihrer wahren Ziele und Beweggründe. War es am Anfang eigentlich noch sonnenklar wer hier der Bösewicht ist, ist man plötzlich an einem Punkt angelangt an dem man auf einmal stark daran zweifelt welche der Parteien im Unrecht ist und welche nicht. Ab da ist es ungemein spannend zu verfolgen wie die Schicksale der Charaktere wohl aussehen werden und wie wohl alles enden wird. Hätte man in den ersten 10 Episoden schon darauf hingearbeitet wäre hier weit mehr drin gewesen…

Wert

Der Wert der ersten 10 Episoden ist fast gleich 0 aber der Rest verdient es meiner Meinung nach angeschaut zu werden. Gilgamesh entfaltet sein Potential leider sehr spät und 10 Episoden sind einfach viel zu viel um auch diejenigen zu halten die nur wenig Geduld aufweisen. Trotzdem lege ich jedem ans Herz standhaft zu bleiben denn dieser Anime ist gut, wenn man ihm die Zeit gibt sich zu entfalten. Trotz allem würde ich mir Gilgamesh wohl kaum ein zweites Mal anschauen. Die 2. Hälfte ist zwar gelungen aber dennoch nichts was man IMO mehr als einmal gesehen haben müsste.
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Avatar: GendoKeksnovize#2
Die grundlegende Geschichte von Gilgamesh ist nicht wirklich originell und man hat das Gefühl man hätte es so oder so ähnlich schon mal irgendwo gesehen. Aber ich verlange auch gar nicht unbedingt Originalität (bei den Unmengen von Anime Serien die heutzutage produziert werden ist das auch gar nicht mehr möglich). Manche Ideen und Ansätze in der Geschichte sind gar nicht mal schlecht, aber die Ausführung gefällt mir nicht besonders. Am interessantesten sind meiner Meinung nach die Episoden 20-22, in denen man in mehreren Rückblenden erfährt was damals wirklich passiert ist. Die Kämpfe in der Serie sind eher lahm und können die Geschichte auch nicht retten. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Ende der Serie, denn es gefiel mir leider nicht besonders gut.


Auch die Animationen und Zeichnungen haben mich nicht überzeugt: Vor allem in Kämpfen wird oft einfach über ein stehendes Bild ein Computereffekt gelegt. Das trägt aber leider nicht gerade zur Spannung und Dynamik der Kämpfe bei. Die Hintergrundzeichnungen sind zwar teilweise ganz schön (z.B. das Hotel), aber sie sind meist sehr verwaschen/verschwommen und wirken deshalb nicht so ansprechend wie in manchen anderen Serien. An einigen Stellen werden 3D Effekte eingesetzt, die aber nicht sehr überzeugend sind und die Optik der Serie auch nicht mehr verbessern können.

Bei der Musik haben mir die eingesetzten klassischen Stücke sehr gut gefallen. Unter anderem wird relativ häufig in der Serie der langsame, zweite Satz des 5. Klavierkonzerts von Beethoven gespielt. Zum Beispiel in Episode 1 oder auch in einer wunderschönen Szene in Episode 4 in der Kyoko Klavier spielt. Das Opening fand ich persönlich etwas komisch und das Ending ist ganz nett, aber nichts besonderes.

Die Handlung, das nicht gelungene Ende, die schlechten/ungewöhnlichen Zeichnungen und auch die Charaktere engen den Kreis der Personen die diese Serie interessant finden werden, immer weiter ein. Ich persönlich habe eigentlich nichts dagegen, wenn die Handlung etwas seltsam und mysteriös ist (wie z.B. in Texhnolyze), aber mit dieser Serie konnte ich nicht besonders viel anfangen. Wäre da nicht das 5. Klavierkonzert von Beethoven gewesen, hätte ich sie mir wahrscheinlich niemals zu Ende angesehen. Ich möchte dieses Review mit einem Zitat aus Episode 26 beenden, was ich persönlich gerade an dieser Stelle sehr passend fand:

"Es scheint, dieses schlecht geschriebene Stück neigt sich dem Ende zu."
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Avatar: Kentaro#3
Gilgamesh ist eine Art moderne Erzählung, der Arche Noah. Dieser Anime ist sehr stark religiös angehaucht und zeigt in einer sehr mystischen Atmosphäre eine Endzeitgeschichte. Die Serie baut über alle 26 Folgen eine sehr düstere Stimmung auf und kritisiert auch ein wenig die Wissenschaft.

Die Animationen sind gewöhnungsbedürftig, aber mir machte der einzigartige Zeichenstil nicht aus, ganz im Gegenteil er gefiel mir sogar. Die Hintergründe sind bombastisch. Die Actionszenen sind optimal in Szene gesetzt.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass Gilgamesh ein bisschen schwergängig ist. Trotz der ersten Episoden wird der Anime nie langweilig, da man immer was über die verschiedenen Charaktere erfährt und diese sich auch in ihrer Persönlichkeit verändern.

Die Sounduntermalung der Serie ist sehr gut, Opening und Ending sind mal was anderes. Man sollte noch erwähnen, dass die Syn. von ADV sehr gut ist und die verschiedenen Stimmen zu den Charakteren passen. Zum Ende hin ist der Anime auch sehr dramatisch und das Finale ist genial in inszeniert und schließt einen sehr guten Anime ab.

Fazit: Wer sich an einen von der Norm abweichenden Zeichenstil nicht stört, sollte den Gothicanime mal gesehen haben
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Avatar: PilopKeksheld
V.I.P.
#4
Großteils gelungene Endzeitgeschichte, die sich hinsichtlich Präsentation abseits des Mainstreams bewegt aber nicht ohne Schwächen bleibt.


Eine postapokalyptische Welt mit gut vermittelter Stimmung. Dort wo sich früher der blaue Himmel befand, erstreckt sich nun eine gräuliche Atmosphärenschicht, die die Bilder der Oberfläche reflektiert. Während sich die Älteren nach den alten Zuständen sehnen, kennen die nach dem TwinX-Zwischenfall geborenen nichts anderes und verbringen ihr Leben im immergleichen Trott einer Welt, in der die Informationstechnologie der Vergangenheit angehört. Die große Stärke des Animes liegt für mich jetzt in der Darstellung dieser Welt. Alles scheint von einem Grauton überlegt, die Farben sind matt und das Charakterdesign daran angepasst, indem es auf jegliche Lieblichkeit verzichtet. Endzeitstimmung, die auch vom Erzählstil und dem orchestralen Soundtrack getragen wird. Die Geschichte verläuft zunächst eher schleppend und wer sich auch nur annähernd ein Actionfeuerwerk erwartet, der sollte den Anime wohl gar nicht erst beginnen, denn obwohl das Tempo später zunimmt, behält die Serie ihren eher gemächlichen Stil bei. Doch gerade das fügt sich perfekt in die Stimmung des Animes ein: Tristesse und das Warten auf den Untergang oder die Rettung. Doch bevor man einen Einblick in die Geschehnisse bekommt muss erst einige Zeit vergehen. Zunächst verfolgt man das Schicksal des Geschwisterpaars Tatsuya und Kiyoko die nach ihrem Zusammentreffen mit Wesen mit übernatürlichen Kräften von der mysteriösen Gräfin Werdenberg aufgenommen werden. Was folgt sind Episoden, die sich vor allem mit den Einwöhnungs- und Anpassungsschwierigkeiten der Beiden an diese neue Situation befassen. Anstatt Informationen über die Hintergründe zu liefern, werden hier nur immer mehr Fragen aufgeworfen und wie die Protagonisten selbst scheint der Zuschauer keine rechte Orientierung in dieser Endzeitgeschichte zu finden. Nach ca. einem Dutzend Episoden beginnen sich die Hinweise aber langsam zu mehren und auch die Charaktere geben jetzt mehr von sich preis. Zwar wird einem hier nur äußerst wenig geboten, was man nicht schon irgendwann mal wo gesehen hat, dafür ist die Geschichte gelungen aufgebaut und steigert durch den nun durchaus stetigen Informationsfluss sowie einige Charakterentwicklungen die Spannung immer weiter. Nach einigen zum Teil gravierenden Storywendungen kommt man schließlich zum Ende, das, sei es auch vielleicht eher ungewöhnlich, für mich einen äußerst gelungenen Abschluss darstellt.

Fazit:
Gilgamesh besticht weder durch eine besonders originelle Geschichte, noch durch großartig ausgefallene Charaktere, sondern durch seine gelungen dargestellte postapokalyptische Welt voller Geheimnisse, in die der Zuschauer langsam eingeführt wird. Was man auf jeden Fall mitbringen muss ist eine gewisse Toleranz für einen ruhigen Erzählstil und eine langsam verlaufende Handlung.
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Avatar: sorcerer01#5
Anspruch:9
Action:7
Humor:1
Spannung:7
Erotik:4
>Gilgamesh< ist eine Serie aus dem Jahre 2003 und basiert lose auf der Sage des sumerischen Königs Gilgamesch.

Durch einen Terroranschlag, ausgeführt durch den Wissenschaftler Enkidu, hat sich das uns bekannte Weltbild völlig verändert. Der Himmel ist verschwunden und wurde durch einen psychedelischen Spiegel ersetzt, welcher den Menschen Tag und Nacht ihr Elend wiederspiegelt. Außerdem ist durch den Ausfall von Computern eine Informations- und Kommunikationsgesellschaft kaum noch vorhanden.
Der vierzehnjährige Tatsuya und seine siebzehnjährige Schwester Kiyoko schlagen sich allein durch den grausamen Alltag und werden aufgrund der Schulden ihrer verstorbenen Mutter verfolgt.
Auf der Flucht werden sie von den Gilgamesh gerettet. Plötzlich kommt eine Gruppe Jugendlicher und greift sie an. Die Gilgamesh warnen die Geschwister, dass die Neuankömmlinge grausame Dämonen sind.
Tatsuya uns Kiyoko laufen davon und werden von einem Mitglied der Gilgamesh aufgehalten, der sich in ein grausiges Geschöpf verwandelt.
Daraufhin werden sie von den Jugendlichen mitgenommen. Es handelt sich um die Orga, geführt von der undurchschaubaren und düsteren Gräfin Werdenberg.
Dort erfahren die Geschwister, dass die Gilgamesh dem Terroristen Enkidu folgen und haben erstmal keine andere Möglichkeit, als bei den Orga zu bleiben.
Doch welche Ziele verfolgt die Gräfin und weshalb gibt es ein solches Interesse an Tatsuya und Kiyoko?

Der Einstieg in die Serie fällt beim besten Willen nicht einfach aus.
Zunächst werden nur Fragen ohne Antworten aufgeworfen, Stimmung und Zeichenstil sind dunkel und haben einen Hang zum Depressiven, kaum Action, viele Dialoge und irgendwie scheint im ersten Drittel nicht sonderlich viel zu passieren.
Es lohnt sich dranzubleiben! Nach dem ruhigen und verwirrenden Einstieg beginnt eine intelligente und einzigartige Geschichte sich zu entwirren und den Zuschauer vor die Mattscheibe zu bannen.

Im Laufe der Serie bekommt man noch derart viele Handlungsstränge und Eindrücke vermittelt, die man hier gar nicht darstellen kann.
Die Geschichte überzeugt in jeder Hinsicht und weiß mit glaubwürdigen Charakteren und spannenden Wendungen zu überzeugen.
>Gilgamesh< ist anspruchsvoll und wer alles verstehen will, muss mitdenken und sich alles vermutlich noch ein zweites mal anschauen. Viele eigens für die Serie erfundenen Wörter und Eigennamen erleichtern das Verständnis nicht gerade, ich rate euch mal im Internet nach Begriffserklärungen zu suchen (Die deutschen DVDs bieten außerdem ein Glossar in dem alles erklärt wird).

>Gilgamesh< besitzt eine ganz individuelle düstere Atmosphäre, die nicht zuletzt durch die wunderschöne Art der Zeichnungen im Gothic-Stil erreicht wird. Außerdem ist die deutsche Synchronisation ebenso wie die englische sehr gelungen.
Musikalisch bietet gerade das Opening Ohrwurmqualitäten (die Frau hat eine Hammerstimme!) und des weiteren wird man von orchestralen Klangen durch die Handlung begleitet.

Des Weiteren ist diese Serie auch intelligent und intellektuell. Schließlich basiert sie lose auf der Sage des sumerischen Königs Gilgamesch und Musik, z.B. von Bach, ist ein Teil der Serie.
Eine geschickte Handlung und Dialoge mit Tiefe geben ihren Teil dazu.

Was soll man da noch Negatives sagen? Zumindest stimmt es nicht ganz, wie oft behauptet wird, dass es kein "Gut" und "Böse" in dieser Serie gibt.
Die Orga haben von Anfang an positivere und sympathischere Eigenschaften als die Gilgamesh, welche eher zu Gewalt neigen und Kazamatsuri ist ein klassischer Bösewicht.
Allerdings sind all diese Figuren facettenreich.

Ich kann diese Serie allen empfehlen, die eine Geschichte mit Tiefe zu schätzen wissen und sich nicht durch fehlenden Humor und eine bedrückende Atmosphäre abschrecken lassen.
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Avatar: SlaughtertripKeksgott#6
Anspruch:7
Action:5
Humor:1
Spannung:8
Erotik:1
Ich habe mich entschieden, Gilgamesh anzusehen, weil ich dachte, dass mir ein guter, actionreicher Horrorstreifen geboten werden könnte. Meine Erwartungen würden überfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Aber nicht weil Gilgamesh actionreicher Horror ist, sondern ein sehr spannender, post-apokalyptischer Anime.


Die ersten paar Minuten verlaufen ziemlich schnell. Man bekommt die Apokalypse zu sehen und wird danach direkt mehrere Jahre nach diesem Ereignis in eine rasante Szene mit den Hauptcharakteren befördert. Es werden auch sehr früh die beiden zentralen, sich bekämpfenden Parteien bekannt gegeben: Orga und die Gilgamesh. Später erfährt man auch noch mehr über die Mitleid-Corporation.
So schnell der Anfang ist, so langsam sind die ersten zehn Folgen. Man fragt sich von Beginn an, was genau die Apocalypse verursacht hat, wird aber erst bei Episode 11 ein kleines Stückchen näher darüber informiert. Der Anime schafft es aber trotzdem, nicht langweilig zu werden und man kann sich sehr gut den einzelnen Charakteren und den verschiedenen Organisationen widmen. Neben den Fragen rund um die Apocalypse ist ein weiterer Punkt, der Gilgamesh so gut macht, die Frage, wer gut und wer böse ist bzw. ob es in dieser Geschichte überhaupt wahrhaftig böse Menschen gibt. Mit der Zeit entwickelt man Sympathien für Charaktere, für die man anfangs noch abstoßende Gefühle hatte - und umgekehrt. Man kann sich erst ganz am Schluss sicher sein, zu wem man hält, außer man ist der Wahrheit schon viel früher auf die Schliche gekommen.
Die Geschichte dreht sich um so viele Charaktere, dass einige von ihnen kaum zu Wort kommen und man nichts Näheres über sie in Erfahrung bringen kann. Das ist aber nicht schlimm, da meistens nicht der Einzelne im Mittelpunkt steht, sondern das Ziel, das die verschiedenen Gruppen verfolgen. In einer dieser Gruppen befinden sich die zwei Hauptcharaktere - Tatsuya und Kiyoko. Von Stillstand ist bei ihnen keine Rede. Es passieren immer unvorhersehbare Dinge, bis man sich am Ende denkt, dass so ziemlich alles passieren kann. Als weiteren Hauptcharakter kann man Gräfin Werdenberg bezeichnen. Hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Antipathie ist sie jemand, der eine erstaunliche Entwicklung vollzieht. Neben diesen herausstechenden Charakteren und den verschiedenen Gruppen gibt es noch den typischen Bösewicht - Hayato Kazmatsuri von der Mitleid-Corporation. Seine Präsenz schafft eine Atmosphäre von Hass und Gewalt. Während man für Personen Sympathien empfindet, die einerseits bei Orga und andererseits bei den Gilgamesh sind, und man noch immer im Unklaren darüber ist, auf welcher Seite man steht, vertritt er das wirklich böse zu scheinende Feindbild.

Das Ende kann man mögen, aber auch hassen. Ich finde es sehr einfallsreich. Es lässt einen auch über alles noch einmal nachdenken.

Das ganze Aussehen des Animes ist sehr düster, was aber gut zu der Umgebung, den Charakteren und der Story passt. Der Zeichenstil hebt sich deutlich vom Mainstream ab. Die Qualität schwankt jedoch manchmal. Die Animationen und besonders die Mimik kamen in meinen Augen teilweise leider ziemlich steif rüber. Die Kämpfe waren nichts Besonderes, wobei man aber sagen muss, dass Kämpfe in diesem Anime sowieso nicht im Mittelpunkt stehen.
Schade ist auch, dass das Opening überhaupt gar nicht zum Anime passt. Anhören lohnt sich aber trotzdem für Leute, die stimmungsvollen J-Pop lieben. Das Ending passt schon viel besser und verleiht die richtige Stimmung, wenn eine Folge zu Ende geht und man sich Gedanken über die außergewöhnlichen Vorfälle macht.

Resümee:
Nach den ersten zehn Folgen entwickelt sich der Anime in Sachen Charaktere und Story sehr gut. Besonders empfehlenswert für Fans von post-apokalyptischen Geschichten.
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