
SlaughtertripV.I.P.
#1Zur Hauptgeschichte hab ich auch schon eine Rezi geschrieben. Um Redundanz zu vermeiden, gehe ich hier auch wirklich nur auf die Elemente des Films ein. Meine andere Rezi könnt ihr aber auch lesen. Die hat bisher vier grüne Dangos erhalten und ist als sehr empfehlenswert zu klassifizieren (drei Empfehlungen).
Los geht‘s: Ich bin unzufrieden.
»Great Pretender: Razbliuto« ist mehr ein Spin-off als eine Fortsetzung der Hauptgeschichte. In die Hauptrolle schlüpft Dorothy, die beim »Wizard of Far East«-Arc (Folgen 15 bis 23) eine wichtige Nebenrolle spielt. Dort erfährt man ganz am Ende, dass die totgeglaubte Dorothy doch überlebt hat, jedoch an Gedächtnisverlust leidet und nun zusammen bei ihrem Pflegevater und ihrer Pflegemutter auf einer Insel in der Nähe von Taiwan lebt. In diesem Spin-off sieht man, wie es mit Dorothy weitergeht, denn ganz so friedlich, wie ihr Leben am Ende der Hauptgeschichte erscheint, ist es nun doch wieder nicht, denn sie wird von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht … (nicht dem hier). Die Protagonisten der Hauptgeschichte kommen hier zwar auch vor, jedoch haben diese nur Gastauftritte. Ganz kurz sieht man Laurent Thierry und Seiji Ozaki, die früher beide zu Dorothys Betrügerbande gehörten. Makoto Edamura hat mehr Screentime bekommen. Man sieht ihn in einer heiteren Szene, in welcher der Trickbetrüger Ai gezwungenermaßen eine Sightseeing-Tour mit ihm macht. Wer Ai dazu zwingt, ist Abigail Jones, die man leider nur am Telefon hört, aber nicht sieht.
Inhaltlich geht es weitaus weniger verrückt zu als in der Hauptgeschichte. »Bieder« ist der falsche Begriff, aber ähnliche Geschichten findet man in vielen anderen Filmen und Serien, in denen die Protagonisten sich einer Verbrecherorganisation stellen. Nur dieses Mal ist diese Verbrecherorganisation nicht die Mafia oder eine Yakuza-Vereinigung, sondern eine Triade – Schauplatz ist Taiwan. Bereits in der Hauptgeschichte ist man ganz schön rumgekommen; angefangen bei Los Angeles ging es später unter anderem nach Singapur und London. Vom Land selbst sieht man wenig, und wenn man mir gesagt hätte, das würde alles in Japan abspielen, hätt ich‘s auch geglaubt – wenn da nicht diese seltsamen Namen wären.
Neben Dorothy als Female Lead besteht der Cast aus sechs weiteren Figuren, die neu in die Geschichte eingeführt werden. P‘in Chüeh Chiang aka »Jei« (for the sake of Namen besser merken) ist der Male Lead. Zuerst bezirzt (und nagelt) er Dorothy, danach beschützt er sie vor der Triade, zu der er selbst angehört. Er vermutet nämlich, dass Dorothy an der Betrugsmasche von damals beteiligt ist, wodurch die Brücke zur Hauptgeschichte geschlagen wird. K‘un I Yang aka »Ai« ist der goofy Sidekick von Jei und ein ganz anständiger Trickbetrüger, der von Vifzacks wie Dorothy aber leicht durchschaut wird. Er hilft Dorothy bei der Flucht. Yiqi Wang aka »Wan« ist der Anführer der Triade und der große Antagonist. Unter ihm stehen Tsai, der immer auf Drogen ist, Xiao Lin aka »Lin«, der literally immer mit gespaltener Zunge spricht, und Bingyan aka »Bin«, die als Lins Badass-Sekretärin fungiert. Die neuen Charaktere wirken eigentlich ganz frisch und originell. Wan ist der niemals lächelnde alte Mann an höchster Position, den man nicht teuflischer hätte darstellen können. Drogen werden in diesem Anime zwar nicht verharmlost (was man vor allem gegen Ende erkennt), doch Tsai ist praktisch in jeder Szene high. Für Kinder ist dieser Anime definitiv nichts. Die Rolle von Bin ist zunächst etwas unklar. Soll sie die Frauenquote hochtreiben? Sollen durch sie Fans von weiblichen Badasses gezogen werden? Auch wenn sie wenig Screentime bekommt, sollte man sie nicht außer Acht lassen, denn sie bekommt noch eine wichtige Rolle. Lin passt – leider – genau in die heutige Welt. Wenn ich sein Geschlecht raten müsste, würde ich auf »divers« tippen. Er ist zwar relativ einfach als Mann zu identifizieren, trägt jedoch Schmuck und lackiert sich seine Fingernägel. Und irgendwie sieht es auch so aus, als würde er Lippenstift tragen, aber das kann täuschen, da man ihn durch rosa Lippen vielleicht noch weiblicher darstellen wollte. Die LGBTQ+-Community wird entzückt sein. Die zwei oder drei Fans, die aus dieser Ecke stammen, muss man ja auch bedienen, denn wo kommen wir da sonst hin?!
Schon damals haben mich das gesamte Design und die Musik des Original-Animes zutiefst beeindruckt. Äußerlich hat man keine neuen Experimente gewagt. Warum auch? Dieser Anime ist ohnehin sehr kreativ und besitzt seine eigene Note. Nur bei der Musik geht es nicht mehr so wild zu. Jazzig wird es auch hier, doch weil alles etwas bodenständiger ist und es keine inhaltliche und atmosphärische Achterbahnfahrt wie in der Originalgeschichte gibt, ist auch der OST um einiges schlichter ausgefallen.
Es ist wohl der Spaß, der mir hier am meisten fehlt, und auch die Offenlegung sowie die Durchführung des ganz großen Trickbetruges zum Schluss. Ja, eine Partei hat es zwar geschafft, eine andere hereinzulegen, doch das erfährt man erst in den letzten paar Minuten, und »ganz groß« ist hier wirklich nichts. Es gibt zwar immer wieder amüsante und auflockernde Szenen sowie jede Menge Grimassen um der Comedy willen, doch was beim Original am meisten Spaß gemacht hat, war immer, den Trickbetrügern dabei zuzusehen, wie sie ihre Pläne durchführen, sowie ihre Schadenfreude, wenn alles genau so klappt, wie sie es geplant haben. Die Geschichte einer Verbrecherorganisation auf der Jagd nach einer Frau ist vielleicht auch nicht kreativ genug, um daraus etwas zu machen, was dem Original gerecht wird.
Vier Jahre zwischen der Hauptgeschichte und diesem Spin-off sind vielleicht etwas zu lange. Mit der Zeit vergisst man, und das Interesse schwindet. Zum Vergleich: Stand 05.04.2025 haben 778 User das Original gesehen, aber nur 43 die Fortsetzung. Dabei wurde Letztere auch schon vor mehr als einem Jahr veröffentlicht.
»Great Pretender: Razbliuto« hat zwar noch einiges von »Catch Me If You Can«, aber nicht mehr viel von »Die Unfassbaren – Now You See Me«. Es ist wie die erwachsene Version der Originalgeschichte: weniger herumalbern, mehr Ernst. Dabei bedeutet erwachsen nicht gleich besser. Denn gerade bei Animes will man eigentlich nur kurz wieder Kind sein und sich von gezeichnetem Irrsinn berauschen lassen.
Los geht‘s: Ich bin unzufrieden.
»Great Pretender: Razbliuto« ist mehr ein Spin-off als eine Fortsetzung der Hauptgeschichte. In die Hauptrolle schlüpft Dorothy, die beim »Wizard of Far East«-Arc (Folgen 15 bis 23) eine wichtige Nebenrolle spielt. Dort erfährt man ganz am Ende, dass die totgeglaubte Dorothy doch überlebt hat, jedoch an Gedächtnisverlust leidet und nun zusammen bei ihrem Pflegevater und ihrer Pflegemutter auf einer Insel in der Nähe von Taiwan lebt. In diesem Spin-off sieht man, wie es mit Dorothy weitergeht, denn ganz so friedlich, wie ihr Leben am Ende der Hauptgeschichte erscheint, ist es nun doch wieder nicht, denn sie wird von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht … (nicht dem hier). Die Protagonisten der Hauptgeschichte kommen hier zwar auch vor, jedoch haben diese nur Gastauftritte. Ganz kurz sieht man Laurent Thierry und Seiji Ozaki, die früher beide zu Dorothys Betrügerbande gehörten. Makoto Edamura hat mehr Screentime bekommen. Man sieht ihn in einer heiteren Szene, in welcher der Trickbetrüger Ai gezwungenermaßen eine Sightseeing-Tour mit ihm macht. Wer Ai dazu zwingt, ist Abigail Jones, die man leider nur am Telefon hört, aber nicht sieht.
Inhaltlich geht es weitaus weniger verrückt zu als in der Hauptgeschichte. »Bieder« ist der falsche Begriff, aber ähnliche Geschichten findet man in vielen anderen Filmen und Serien, in denen die Protagonisten sich einer Verbrecherorganisation stellen. Nur dieses Mal ist diese Verbrecherorganisation nicht die Mafia oder eine Yakuza-Vereinigung, sondern eine Triade – Schauplatz ist Taiwan. Bereits in der Hauptgeschichte ist man ganz schön rumgekommen; angefangen bei Los Angeles ging es später unter anderem nach Singapur und London. Vom Land selbst sieht man wenig, und wenn man mir gesagt hätte, das würde alles in Japan abspielen, hätt ich‘s auch geglaubt – wenn da nicht diese seltsamen Namen wären.
Neben Dorothy als Female Lead besteht der Cast aus sechs weiteren Figuren, die neu in die Geschichte eingeführt werden. P‘in Chüeh Chiang aka »Jei« (for the sake of Namen besser merken) ist der Male Lead. Zuerst bezirzt (und nagelt) er Dorothy, danach beschützt er sie vor der Triade, zu der er selbst angehört. Er vermutet nämlich, dass Dorothy an der Betrugsmasche von damals beteiligt ist, wodurch die Brücke zur Hauptgeschichte geschlagen wird. K‘un I Yang aka »Ai« ist der goofy Sidekick von Jei und ein ganz anständiger Trickbetrüger, der von Vifzacks wie Dorothy aber leicht durchschaut wird. Er hilft Dorothy bei der Flucht. Yiqi Wang aka »Wan« ist der Anführer der Triade und der große Antagonist. Unter ihm stehen Tsai, der immer auf Drogen ist, Xiao Lin aka »Lin«, der literally immer mit gespaltener Zunge spricht, und Bingyan aka »Bin«, die als Lins Badass-Sekretärin fungiert. Die neuen Charaktere wirken eigentlich ganz frisch und originell. Wan ist der niemals lächelnde alte Mann an höchster Position, den man nicht teuflischer hätte darstellen können. Drogen werden in diesem Anime zwar nicht verharmlost (was man vor allem gegen Ende erkennt), doch Tsai ist praktisch in jeder Szene high. Für Kinder ist dieser Anime definitiv nichts. Die Rolle von Bin ist zunächst etwas unklar. Soll sie die Frauenquote hochtreiben? Sollen durch sie Fans von weiblichen Badasses gezogen werden? Auch wenn sie wenig Screentime bekommt, sollte man sie nicht außer Acht lassen, denn sie bekommt noch eine wichtige Rolle. Lin passt – leider – genau in die heutige Welt. Wenn ich sein Geschlecht raten müsste, würde ich auf »divers« tippen. Er ist zwar relativ einfach als Mann zu identifizieren, trägt jedoch Schmuck und lackiert sich seine Fingernägel. Und irgendwie sieht es auch so aus, als würde er Lippenstift tragen, aber das kann täuschen, da man ihn durch rosa Lippen vielleicht noch weiblicher darstellen wollte. Die LGBTQ+-Community wird entzückt sein. Die zwei oder drei Fans, die aus dieser Ecke stammen, muss man ja auch bedienen, denn wo kommen wir da sonst hin?!
Schon damals haben mich das gesamte Design und die Musik des Original-Animes zutiefst beeindruckt. Äußerlich hat man keine neuen Experimente gewagt. Warum auch? Dieser Anime ist ohnehin sehr kreativ und besitzt seine eigene Note. Nur bei der Musik geht es nicht mehr so wild zu. Jazzig wird es auch hier, doch weil alles etwas bodenständiger ist und es keine inhaltliche und atmosphärische Achterbahnfahrt wie in der Originalgeschichte gibt, ist auch der OST um einiges schlichter ausgefallen.
Es ist wohl der Spaß, der mir hier am meisten fehlt, und auch die Offenlegung sowie die Durchführung des ganz großen Trickbetruges zum Schluss. Ja, eine Partei hat es zwar geschafft, eine andere hereinzulegen, doch das erfährt man erst in den letzten paar Minuten, und »ganz groß« ist hier wirklich nichts. Es gibt zwar immer wieder amüsante und auflockernde Szenen sowie jede Menge Grimassen um der Comedy willen, doch was beim Original am meisten Spaß gemacht hat, war immer, den Trickbetrügern dabei zuzusehen, wie sie ihre Pläne durchführen, sowie ihre Schadenfreude, wenn alles genau so klappt, wie sie es geplant haben. Die Geschichte einer Verbrecherorganisation auf der Jagd nach einer Frau ist vielleicht auch nicht kreativ genug, um daraus etwas zu machen, was dem Original gerecht wird.
Vier Jahre zwischen der Hauptgeschichte und diesem Spin-off sind vielleicht etwas zu lange. Mit der Zeit vergisst man, und das Interesse schwindet. Zum Vergleich: Stand 05.04.2025 haben 778 User das Original gesehen, aber nur 43 die Fortsetzung. Dabei wurde Letztere auch schon vor mehr als einem Jahr veröffentlicht.
»Great Pretender: Razbliuto« hat zwar noch einiges von »Catch Me If You Can«, aber nicht mehr viel von »Die Unfassbaren – Now You See Me«. Es ist wie die erwachsene Version der Originalgeschichte: weniger herumalbern, mehr Ernst. Dabei bedeutet erwachsen nicht gleich besser. Denn gerade bei Animes will man eigentlich nur kurz wieder Kind sein und sich von gezeichnetem Irrsinn berauschen lassen.

Great Pretender: Razbliuto - Taipei Rendezvous
Great Pretender: Razbliuto
Great Pretender: Razbliuto
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