
CipherDoodRedakteur
#1More Than a Doll
Ich muss es zugeben: Der Titel des deutschen Manga-Releases gefällt mir ausgesprochen gut – er trifft den Kern dieses Werks weit besser als das Original. Denn hier geht es nicht nur um hübsche Damen und charmantes, teils aufreizendes Cosplay, sondern um so viel mehr. Der Titel trägt eine wunderbare Botschaft in sich: Steht zu euch selbst und eurer Leidenschaft! Nicht jeder wird eure Begeisterung teilen, doch das ist kein Grund, euch zu verbiegen – irgendwo da draußen gibt es Menschen, die genauso empfinden wie ihr.
Wie schon in Staffel 1 verpackt auch die Fortsetzung diese Botschaft in zwölf liebevoll inszenierte Episoden. Doch werfen wir einen genaueren Blick auf das, was Staffel 2 besonders macht.

Viele Fans dürften sich vor allem Fortschritte in der Beziehung zwischen Marin und Wakana wünschen. Während Marin längst weiß, was sie für Wakana empfindet, sieht es bei ihm anders aus: Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen hindern ihn daran, offen zu seinen Gefühlen, seiner Leidenschaft und letztlich zu sich selbst zu stehen. Genau hier setzt die Staffel an. Durch seine stärkere Einbindung in die Klasse beim Kulturfest und neue Begegnungen in der Cosplay-Welt beginnt Wakana, Selbstbewusstsein zu entwickeln – und erkennt, dass er vielleicht gar nicht so anders ist, wie er immer dachte.

Wo sich CloverWorks diesmal selbst übertrifft, ist der schiere Einfallsreichtum in der Inszenierung. Schon in Staffel 1 hatten die „Anime im Anime“-Szenen eine beeindruckende Qualität, doch diesmal erreicht das Studio ein völlig neues Level. Die Liebe zum Detail ist atemberaubend: Ob klassisches Puppentheater oder eine aufwendig gestaltete Pixelart-Visual-Novel – jede kreative Idee wird mit Hingabe umgesetzt. Auch die Comedy-Elemente profitieren von dieser Kreativität. Der Einfluss einiger Crew-Mitglieder aus Bocchi the Rock! ist unverkennbar und fügt sich perfekt in den Ton der Serie ein.
Besonders hervorheben möchte ich das Opening „Ao to Kirameki (アオとキラメキ)“ – ein fröhlicher, überschäumender Wirbelwind, der Marin perfekt widerspiegelt und sofort gute Laune macht. Das Ending „Kawaii Kaiwai“ ist dagegen ein süßer, verspielter Wochenausklang, der den Zuschauer sanft verabschiedet.

Fazit:
Staffel 2 knüpft nahtlos an den Vorgänger an und führt die Geschichte konsequent weiter. Sie bringt Wakana emotional auf Augenhöhe mit Marin und bereitet damit den Boden für ein mögliches großes Finale. Die Mischung aus herzerwärmender Botschaft, charakterzentrierter Entwicklung und kreativer Inszenierung macht diese Fortsetzung zu einem echten Highlight. Sollte es eine dritte Staffel geben, wäre sie das ersehnte i-Tüpfelchen – der perfekte Abschluss einer Serie, die weit mehr ist als nur „hübsches Cosplay“.

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Kommentare
Hier sind alle so lieb und gut und nett und verständnisvoll und tolerant und brav.
Eigentlich passiert in den 12 Folgen gar nichts. Dazu noch die einschläfernde Stimme von Wakana.
Wer allerdings noch ein paar Schmink- und Fototipps braucht, kann sich dieses Werk ja antun.
PS: das Outro fand ich tatsächlich mal ganz gut – heute auch selten genug der Fall.
Dieser Ganbatte Part fällt in der zweiten Staffel nun komplett weg. Wie es mit Marins Modelkarriere vorangeht und ob Wakana sich als Schneider einen Namen machen kann, spielt in dieser Staffel keine Rolle.
Es ist dann eben nur noch eine normale Romcom samt des üblichen Geblödels und um den heißen Brei Redens. Das soll nicht zu negativ klingen. Es sind durchaus einige gute Momente zu finden, aber das gewisse etwas hat gefehlt.
Hoffentlich wird die nächste Staffel besser.