Die alte Serie "Lady Oscar" ist einer meiner Anime-Favoriten und somit war es für mich ein Muss, mir auch diesen Film anzugucken. Obwohl ich auch etwas skeptisch war, denn mit 40 Folgen ist die Serie aus dem Jahr 1979 zwar nicht extrem lang, aber eben auch nicht kurz. Würden da nicht viele Dinge, die den alten Anime so sehenswert machen, fehlen?
Leider muss ich sagen: Letztendlich ja...
Story
Frankreich im 18. Jahrhundert: Die Adelige Oscar ist zwar eine Frau, aber sie wurde als Kind von ihrem Vater so erzogen, als wäre sie ein Junge. Deshalb tritt sie nicht nur burschikos auf, sie kann auch hervorragend reiten und kämpfen.
Ihre Aufgabe ist es, die Kronprinzessin Marie Antoinette zu beschützen. Dies fällt Oscar auch leicht, da sie sich mit der charmanten Marie Antoinette ausgezeichnet versteht.
Schließlich wird Marie Antoinette eines Tages Königin von Frankreich. Zunächst ist sie beim Volk sehr beliebt, doch ihr extrem ausschweifender Lebensstil sorgt dafür, dass sich das schon bald ändert. Der Zorn der Menschen wird immer größer und die Französische Revolution rückt immer näher. Welche Rolle wird Oscar dabei spielen?
Der große Pluspunkt von "The Rose of Versailles" sind definitiv die visuellen Schauwerte. Die Schlösser, Kleider und Speisen sehen wahrlich opulent aus und es geht auch sehr farbenfroh zu in dieser Neuverfilmung. Hinzu kommt noch das Charakterdesign, das ebenso wie im alten Anime sehr hübsch ist. Die Optik ist also eine wahre Pracht, sodass ich manchmal am liebsten einfach nur pausieren wollte, um mich an diesen wunderschönen Bildern zu erfreuen.
Ich habe allerdings auch einige Kritikpunkte an dieser Neuverfilmung.
Die Story, allein schon, weil vieles auf realen Tatsachen beruht, ist nach wie vor ansprechend. Leider konzentriert sich "The Rose of Versailles" aber insgesamt eher auf die romantischen Beziehungen der Figuren als auf die Intrigen und die Dramatik wie in der alten Version. So gibt es hier viele Szenen mit Marie Antoinette und ihrem Liebhaber Graf von Fersen und auch Oscars Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund André nimmt viel Raum in dem Film ein.
Mir persönlich gefiel das nicht. Klar, bei einem Film kann man nun mal nicht so viel erzählen wie in einer Serie mit 40 Folgen. Aber man vergleicht halt automatisch mit der alten Version und diese war doch deutlich düsterer und spannender. So fehlt in dieser Verfilmung zum Beispiel gänzlich Marie Antoinettes Zickenkrieg mit Madame du Barry und sogar die historisch so wichtige Halskettenaffäre.
Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass die Handlung immer wieder laut durch irgendwelche Popsongs untermalt wurde. Das hätte ich echt nicht gebraucht, zumal die Songs auch ziemlich belanglos sind.
Was die Charaktere angeht: Diese sind zwar immer noch gut, aber natürlich bleiben sie im Vergleich zur Serie von 1979 doch oberflächlich. Gerade Marie Antoinette war im alten Anime doch vielschichtiger, während sie in dieser Version zum Ende hin immer mehr einfach nur wie eine versnobte Zicke wirkt. Immerhin ist zumindest Hauptfigur Oscar auch in dieser Version wieder sehr cool und sympathisch.
Positiv anzumerken ist noch die deutsche Synchro. Denn viele Sprecher aus der Serie sind für diesen Film erneut in ihre alten Rollen geschlüpft. Diana Borgwardt war auch hier wieder eine fantastische Oscar und auch Marie Bierstedt hat mir als Marie Antoinette wieder sehr gut gefallen. Sogar die Erzählerin ist wieder genau wie in dem alten Anime Karin David!
Fazit
"The Rose of Versailles" ist unbestreitbar ein absoluter Augenschmaus, inhaltlich für meinen Geschmack aber zu sehr Romanze und zu wenig Historiendrama. Auch die Musik konnte mich nicht überzeugen und hat meiner Meinung nach zu viel Raum in dem Film eingenommen.
Der Film ist eine ganz unterhaltsame Sache. Aber ich muss sagen: Der alte Anime hat eindeutig die Nase vorn! Er ist zwar visuell altbacken, aber einfach deutlich spannender, emotionaler und tiefgründiger.
Wer die alte Serie nicht kennt, hat mit "The Rose of Versailles" sicher eine nette Zeit. Fans von der Version aus den 70ern müssen sich darauf gefasst machen, vielleicht letztendlich doch etwas enttäuscht zu sein.
Leider muss ich sagen: Letztendlich ja...
Story
Frankreich im 18. Jahrhundert: Die Adelige Oscar ist zwar eine Frau, aber sie wurde als Kind von ihrem Vater so erzogen, als wäre sie ein Junge. Deshalb tritt sie nicht nur burschikos auf, sie kann auch hervorragend reiten und kämpfen.
Ihre Aufgabe ist es, die Kronprinzessin Marie Antoinette zu beschützen. Dies fällt Oscar auch leicht, da sie sich mit der charmanten Marie Antoinette ausgezeichnet versteht.
Schließlich wird Marie Antoinette eines Tages Königin von Frankreich. Zunächst ist sie beim Volk sehr beliebt, doch ihr extrem ausschweifender Lebensstil sorgt dafür, dass sich das schon bald ändert. Der Zorn der Menschen wird immer größer und die Französische Revolution rückt immer näher. Welche Rolle wird Oscar dabei spielen?
Der große Pluspunkt von "The Rose of Versailles" sind definitiv die visuellen Schauwerte. Die Schlösser, Kleider und Speisen sehen wahrlich opulent aus und es geht auch sehr farbenfroh zu in dieser Neuverfilmung. Hinzu kommt noch das Charakterdesign, das ebenso wie im alten Anime sehr hübsch ist. Die Optik ist also eine wahre Pracht, sodass ich manchmal am liebsten einfach nur pausieren wollte, um mich an diesen wunderschönen Bildern zu erfreuen.
Ich habe allerdings auch einige Kritikpunkte an dieser Neuverfilmung.
Die Story, allein schon, weil vieles auf realen Tatsachen beruht, ist nach wie vor ansprechend. Leider konzentriert sich "The Rose of Versailles" aber insgesamt eher auf die romantischen Beziehungen der Figuren als auf die Intrigen und die Dramatik wie in der alten Version. So gibt es hier viele Szenen mit Marie Antoinette und ihrem Liebhaber Graf von Fersen und auch Oscars Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund André nimmt viel Raum in dem Film ein.
Mir persönlich gefiel das nicht. Klar, bei einem Film kann man nun mal nicht so viel erzählen wie in einer Serie mit 40 Folgen. Aber man vergleicht halt automatisch mit der alten Version und diese war doch deutlich düsterer und spannender. So fehlt in dieser Verfilmung zum Beispiel gänzlich Marie Antoinettes Zickenkrieg mit Madame du Barry und sogar die historisch so wichtige Halskettenaffäre.
Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass die Handlung immer wieder laut durch irgendwelche Popsongs untermalt wurde. Das hätte ich echt nicht gebraucht, zumal die Songs auch ziemlich belanglos sind.
Was die Charaktere angeht: Diese sind zwar immer noch gut, aber natürlich bleiben sie im Vergleich zur Serie von 1979 doch oberflächlich. Gerade Marie Antoinette war im alten Anime doch vielschichtiger, während sie in dieser Version zum Ende hin immer mehr einfach nur wie eine versnobte Zicke wirkt. Immerhin ist zumindest Hauptfigur Oscar auch in dieser Version wieder sehr cool und sympathisch.
Auch wenn ich es extrem seltsam fand, wie gelassen sie darauf reagiert hat, dass ausgerechnet ihr bester Freund André in einer Szene versucht hat, sie zu töten!
Wer übrigens die Figur Rosalie aus dem alten Anime mochte, wird hier sicherlich sehr enttäuscht sein: Rosalie hat in dieser Verfilmung nur einen Mini-Auftritt.Positiv anzumerken ist noch die deutsche Synchro. Denn viele Sprecher aus der Serie sind für diesen Film erneut in ihre alten Rollen geschlüpft. Diana Borgwardt war auch hier wieder eine fantastische Oscar und auch Marie Bierstedt hat mir als Marie Antoinette wieder sehr gut gefallen. Sogar die Erzählerin ist wieder genau wie in dem alten Anime Karin David!
Fazit
"The Rose of Versailles" ist unbestreitbar ein absoluter Augenschmaus, inhaltlich für meinen Geschmack aber zu sehr Romanze und zu wenig Historiendrama. Auch die Musik konnte mich nicht überzeugen und hat meiner Meinung nach zu viel Raum in dem Film eingenommen.
Der Film ist eine ganz unterhaltsame Sache. Aber ich muss sagen: Der alte Anime hat eindeutig die Nase vorn! Er ist zwar visuell altbacken, aber einfach deutlich spannender, emotionaler und tiefgründiger.
Wer die alte Serie nicht kennt, hat mit "The Rose of Versailles" sicher eine nette Zeit. Fans von der Version aus den 70ern müssen sich darauf gefasst machen, vielleicht letztendlich doch etwas enttäuscht zu sein.
Beitrag wurde zuletzt am 02.05.2025 17:35 geändert.

Versailles no Bara (2025)
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Le rose di Versailles: Lady Oscar














Kommentare
mein Interesse für die damalige Zeit nachhaltig geweckt, was wiederum meinen Noten und auch dem Geschichtslehrer zu Gute kam, da ich den für mich (und alle anderen) langweiligen Teil des Unterrichts vorangetrieben habe, bis wir endlich in der "richtigen" Zeit angekommen sind. 😜
Ich hoffe wirklich, dass es der Film auch in unsere Kino's schafft.