The Rose of Versailles (2025)

Versailles no Bara (2025) / ベルサイユのばら (2025)

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Rezensionen

Avatar: Mimi90#1
Die alte Serie "Lady Oscar" ist einer meiner Anime-Favoriten und somit war es für mich ein Muss, mir auch diesen Film anzugucken. Obwohl ich auch etwas skeptisch war, denn mit 40 Folgen ist die Serie aus dem Jahr 1979 zwar nicht extrem lang, aber eben auch nicht kurz. Würden da nicht viele Dinge, die den alten Anime so sehenswert machen, fehlen?
Leider muss ich sagen: Letztendlich ja...

Story
Frankreich im 18. Jahrhundert: Die Adelige Oscar ist zwar eine Frau, aber sie wurde als Kind von ihrem Vater so erzogen, als wäre sie ein Junge. Deshalb tritt sie nicht nur burschikos auf, sie kann auch hervorragend reiten und kämpfen.
Ihre Aufgabe ist es, die Kronprinzessin Marie Antoinette zu beschützen. Dies fällt Oscar auch leicht, da sie sich mit der charmanten Marie Antoinette ausgezeichnet versteht.
Schließlich wird Marie Antoinette eines Tages Königin von Frankreich. Zunächst ist sie beim Volk sehr beliebt, doch ihr extrem ausschweifender Lebensstil sorgt dafür, dass sich das schon bald ändert. Der Zorn der Menschen wird immer größer und die Französische Revolution rückt immer näher. Welche Rolle wird Oscar dabei spielen?

Der große Pluspunkt von "The Rose of Versailles" sind definitiv die visuellen Schauwerte. Die Schlösser, Kleider und Speisen sehen wahrlich opulent aus und es geht auch sehr farbenfroh zu in dieser Neuverfilmung. Hinzu kommt noch das Charakterdesign, das ebenso wie im alten Anime sehr hübsch ist. Die Optik ist also eine wahre Pracht, sodass ich manchmal am liebsten einfach nur pausieren wollte, um mich an diesen wunderschönen Bildern zu erfreuen.

Ich habe allerdings auch einige Kritikpunkte an dieser Neuverfilmung.
Die Story, allein schon, weil vieles auf realen Tatsachen beruht, ist nach wie vor ansprechend. Leider konzentriert sich "The Rose of Versailles" aber insgesamt eher auf die romantischen Beziehungen der Figuren als auf die Intrigen und die Dramatik wie in der alten Version. So gibt es hier viele Szenen mit Marie Antoinette und ihrem Liebhaber Graf von Fersen und auch Oscars Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund André nimmt viel Raum in dem Film ein.
Mir persönlich gefiel das nicht. Klar, bei einem Film kann man nun mal nicht so viel erzählen wie in einer Serie mit 40 Folgen. Aber man vergleicht halt automatisch mit der alten Version und diese war doch deutlich düsterer und spannender. So fehlt in dieser Verfilmung zum Beispiel gänzlich Marie Antoinettes Zickenkrieg mit Madame du Barry und sogar die historisch so wichtige Halskettenaffäre.

Gewöhnungsbedürftig fand ich auch, dass die Handlung immer wieder laut durch irgendwelche Popsongs untermalt wurde. Das hätte ich echt nicht gebraucht, zumal die Songs auch ziemlich belanglos sind.

Was die Charaktere angeht: Diese sind zwar immer noch gut, aber natürlich bleiben sie im Vergleich zur Serie von 1979 doch oberflächlich. Gerade Marie Antoinette war im alten Anime doch vielschichtiger, während sie in dieser Version zum Ende hin immer mehr einfach nur wie eine versnobte Zicke wirkt. Immerhin ist zumindest Hauptfigur Oscar auch in dieser Version wieder sehr cool und sympathisch.
Auch wenn ich es extrem seltsam fand, wie gelassen sie darauf reagiert hat, dass ausgerechnet ihr bester Freund André in einer Szene versucht hat, sie zu töten!
Wer übrigens die Figur Rosalie aus dem alten Anime mochte, wird hier sicherlich sehr enttäuscht sein: Rosalie hat in dieser Verfilmung nur einen Mini-Auftritt.

Positiv anzumerken ist noch die deutsche Synchro. Denn viele Sprecher aus der Serie sind für diesen Film erneut in ihre alten Rollen geschlüpft. Diana Borgwardt war auch hier wieder eine fantastische Oscar und auch Marie Bierstedt hat mir als Marie Antoinette wieder sehr gut gefallen. Sogar die Erzählerin ist wieder genau wie in dem alten Anime Karin David!

Fazit
"The Rose of Versailles" ist unbestreitbar ein absoluter Augenschmaus, inhaltlich für meinen Geschmack aber zu sehr Romanze und zu wenig Historiendrama. Auch die Musik konnte mich nicht überzeugen und hat meiner Meinung nach zu viel Raum in dem Film eingenommen.
Der Film ist eine ganz unterhaltsame Sache. Aber ich muss sagen: Der alte Anime hat eindeutig die Nase vorn! Er ist zwar visuell altbacken, aber einfach deutlich spannender, emotionaler und tiefgründiger.
Wer die alte Serie nicht kennt, hat mit "The Rose of Versailles" sicher eine nette Zeit. Fans von der Version aus den 70ern müssen sich darauf gefasst machen, vielleicht letztendlich doch etwas enttäuscht zu sein.
Beitrag wurde zuletzt am 02.05.2025 17:35 geändert.
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Kommentare

Avatar: LebboKeksjäger
V.I.P.
#1
Lady Oscar: Die Rose von Versailles war für mich, als Kind der 90er, einer der prägendsten und besten Animeserien im deutschen TV. Die Serie hatte einen historischen Bezug und als Kind habe ich gar nicht vollends verstanden, wie komplex die Figuren sind. Schon Oscar selbst ist so ein interessanter Charakter mit ihrer Pflichterfüllung, mit ihrer Rolle als Frau und ihrem Wandel in den 40 Episoden. Und hier liegt nun das Problem der Neuauflage aus 2025 als 2-stündiger Film: Die Zeit reicht bei weitem nicht, um eine solche Entwicklung halbwegs konsequent darzustellen. Man musste sehr viele Handlungsstränge und Figuren auslassen und somit ordentlich raffen. Auch der Fall von Marie Antoinette kam mir hier viel zu kurz. Was wirklich neu war, dass die Figuren ab und zu mal einen Song einstreuen...und das brauchte es für mich gar nicht. Die Songs waren zwar okay, aber so richtig vorangebracht haben sie die Handlung nicht. Zumal die sehr blumigen Bilder, vermutlich auch auf die dementsprechende Zielgruppe zugeschnitten, für mich die Serie ein wenig zu sehr verwässert, also so positiv dargestellt haben. Letztlich ist der Stoff eine sehr tragische und erwachsene Geschichte mit einem bekannten Ausgang. Das Ende hat aber auch hier seine Wirkung und Madhouse hat es dann gut verstanden, das Drama nochmal dementsprechend zu inszenieren. Man hätte es so machen sollen wir bei der Neuauflage von Anne Shirley, dessen Original aus dem selben Jahr (1979) stammt. Eine Serie mit 26 Episoden und Zeit für die Figuren. So ist das mehr ein Zusammenschnitt mit den wichtigsten Ereignissen, aber wird der Vorlage nur halbwegs gerecht.
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Avatar: TineSanKeksheld
Freischalter
#2
Jaaa, also tatsächlich freue ich mich schon seit der ersten Ankündigung auf den Film. Das Studio sorgt auch für optische Vorfreude 😊 Ich habe die Serie in meiner Jugend sehr gerne geschaut, auch wenn sie wirlich fast schon übertrieben idealistisch ist. Trotzdem hat Lady Oscar: Die Rose von Versailles (Anime)
mein Interesse für die damalige Zeit nachhaltig geweckt, was wiederum meinen Noten und auch dem Geschichtslehrer zu Gute kam, da ich den für mich (und alle anderen) langweiligen Teil des Unterrichts vorangetrieben habe, bis wir endlich in der "richtigen" Zeit angekommen sind. 😜
Ich hoffe wirklich, dass es der Film auch in unsere Kino's schafft.
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