Summer Pockets (2025)

サマーポケッツ

Informationen

Inhaltsangabe

Die abgelegene Insel Torishirojima hat zwar große Strände und eine bezaubernd natürliche Kulisse vorzuweisen, aber ebenso nur 2000 Einwohner und bietet dementsprechend nicht die Attraktionen einer Großstadt. Hairi Takahara, der selbst nicht von der Insel stammt und vor Kurzem erst unschöne Ereignisse in der Stadt erlebt hat, muss sich an dieses ländliche Leben erst einmal gewöhnen, nachdem er angereist ist, um den Nachlass seiner kürzlich verstorbenen Großmutter zu verwalten. Bereits an seinem ersten Tag hat er aber auch eine ungewöhnliche Begegnung mit einem einsamen Mädchen, das auf dem Pier steht und dann plötzlich verschwindet. Dabei wird sie nicht die letzte Begegnung während dieses ereignisreichen Sommers bleiben und während Hairi immer mehr Zeit auf der Insel verbringt, werden Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit wach, die er bereits völlig vergessen zu haben schien …

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Rezensionen

Avatar: Boompower000#1
Wenn ihr keine lange Review lesen wollt, dann nehmt zumindest diesen Satz hier mit:
Beachtet den Mystery-Tag da oben!
Macht es nicht so wie ich, ignoriert ihn einfach und denkt, es geht hier einfach nur um 4 süße Mädchen/Stories auf einer Insel. Der ist da nicht umsonst. Das ist ein essenzieller Teil des Animes.

Nun zum langen Teil. Ich wollte Summer Pockets wirklich lieben. Die Grundprämisse ist eigentlich echt interessant. Die Mädchen sehen süß aus. Was will man mehr? ... Nun, vielleicht eine gut funktionierende Story, denn hier versagt Summer Pockets leider komplett. Und dafür fange ich am besten mal bei der Struktur an.

Storystruktur

Wenn man sich nur die pure Struktur anguckt, dann macht Summer Pockets eigentlich verdammt viel richtig. Denn der Grundaufbau wirkt sehr vielversprechend:

  • Episode 1 & 2: Einleitung
    Hier bekommt ihr einen grundsätzlichen Überblick darüber, was hier eigentlich abgeht. Wer sind die Charaktere? Wo seid ihr hier? Weswegen seid ihr hier? Einfach eine klassische Einleitung.
  • Episoden 3–6, 7–10, 11–14 & 15–17: Die Mädchen-Arcs
    In Visual Novels ist es üblich, dass Geschichten für und mit den Charakteren geschrieben werden, anstatt eine Geschichte zu schreiben, in der diese Charaktere einfach miterexistieren. In vielen Visual-Novel-Adaptionen steht man daher vor der Problematik, welche von diesen vielen Routen man jetzt adaptiert, da es selten diese „eine Geschichte“ gibt. Feel hat sich für Summer Pockets dazu entschieden, einfach mal alle Routen zu adaptieren, also zumindest die vier des Hauptgames und eine der Reflection-Blue-Version. Und jede der vier Hauptrouten sehen wir hier in jeweils vier bzw. drei Episoden, was an sich eigentlich eine gut gemeinte und schöne Umsetzung ist.
  • Episoden 18–26: Alka und Pockets (zum True-Ending?)
    Und hier wird es jetzt schwierig. Denn für manche geht die Story erst jetzt so richtig los. Für andere könnte es ab hier ein absolut wilder Ritt werden. Ich kann nichts verraten, ohne massiv zu spoilern. Deswegen sage ich nur so viel: Nicht nur der Ton ändert sich, sondern es gibt auch einen gewissen „erzählerischen Wechsel“.

Ihr seht also, die Story-Struktur selbst stellt eigentlich gar nicht so das große Problem dar. Es wirkt wohl durchdacht und versucht, so viele Fans wie möglich zu begeistern. Nur leider funktioniert es in meinen Augen für die erzählte Geschichte einfach überhaupt nicht.

Der erzählerische Konflikt zwischen den „Mädchen-Arcs“ und „Alka/Pockets“

Hier entsteht für mich das Hauptproblem dieses Animes. Denn damit Alka und Pockets funktionieren, damit das sentimentale Drama hier funktioniert, brauchen wir eine Bindung zu den Charakteren, damit das Drama am Ende so richtig „kickt“. Die Mädchen-Arcs aber sorgen dafür, dass wir jedes Mal eine Bindung zu einem anderen Mädchen bzw. zu ihrer Story aufbauen. Und wie ihr an der Anzahl an Episoden sehen könnt, sind das wirklich nicht wenig Episoden. Und ab Episode 18, dort wo es dann eigentlich so langsam richtig tief wird und richtig dramatisch werden soll, sollen wir auf einmal nochmal Bindungen zu nochmal neuen Charakteren aufbauen. (Ich bleibe hier ganz bewusst aus Spoilergründen super vage und vielleicht sogar stellenweise „falsch“.) Und das hat am Ende bei mir einfach nicht funktioniert. Das Drama, welches dann in Folge 25 und 26 zum Höhepunkt kam und wirklich sehr lange ausgespielt und gezeigt wurde, hat einfach nichts ausgelöst. Und das ist für einen Anime, der ein Drama sein will, einfach nicht gut. Das wäre das Äquivalent zu einer Komödie, die dich nicht zum Lachen bringt. Dann hat sie, um es mal sehr hart zu sagen, einfach versagt. Und zum krönenden Abschluss, dann, wenn wir sozusagen das True Ending bekommen, wird das in der letzten Folge im regelrechten Speed-Mode gezeigt. Nach 25,5 Episoden fühlt sich so absolut unbefriedigend an.


Die vielen „kleinen“ Probleme on top …

Neben dem großen Hauptproblem, welches ich eben sehr ausführlich beschrieben habe, gibt es einfach auch noch viele kleine Probleme in den Stories beziehungsweise der Erzählweise selbst.
  • Da wäre zum einen mal das Pacing: Denn nicht nur das True Ending ist davon betroffen, nein, auch teilweise innerhalb der Stories fühlen sich manche Momente einfach sehr lang gestreckt an, während wieder andere im regelrechten Speed-Mode durchgelaufen sind. In einer der Mädchen-Arcs wird gefühlt der ganze Sommer übersprungen, um einfach nur vier bis fünf essenzielle Szenen zu zeigen.
  • Trotz der Länge von 26 Episoden schafft man es am Ende doch nicht, jedes Mysterium in irgendeiner Form zu klären. Es gibt zum Beispiel einen Charakter, der bis zum Schluss irgendwie immer dabei ist, aber nie beschrieben wird, warum der Charakter eigentlich da ist und warum er dieses Wissen hat. Diese erzählerische Lücke zeigt sich auch wieder im True Ending. So wird eine Veränderung im True Ending angedeutet, so nach dem Motto: „Hey, guck mal, das hat zu Veränderungen geführt“, nur damit man sich alle anderen denken muss, falls es überhaupt welche gibt. Das hat mich so hart getriggert, das glaubt ihr nicht. Oh, und lass mich nicht erst mit Hairi, dem Haupt-Boy, anfangen. Sein „Drama“ wird auch richtig stiefmütterlich behandelt …
  • Und das Sahnehäubchen: Die Story ist auch an manchen Stellen verwirrend und bricht mit eigenen „Logiken“. Von realistisch braucht man in dem Anime an manchen Stellen eh nicht zu reden, aber wenn man dann schon gewisse Logiken aufbaut, dann sollte man sich auch stringent daran halten. So wirkt das am Ende einfach so ein wenig nach: „Wir müssen Emotionen erzeugen, also ignorieren wir die Logik einfach.“

Fazit und Metapher

Wenn man sich die Reviews so durchliest, könnte man sich fragen, ob ich den Anime hasse. Nein, tue ich nicht. Ich habe ihm ja auch zweieinhalb Sterne gegeben, was, wenn man sich das so durchliest, wirklich noch sehr großzügig ist. Ich hatte zwischenzeitlich wirklich sehr viel Spaß mit dem Anime. Er ist ja auch nicht durch und durch schlecht, aber um den Anime in einer Metapher zusammenzufassen:

Ihr bereitet ein Essen zu, vergesst es dann auf dem Herd, wodurch es verkocht und/oder verbrannt ist. Dieses Essen esst ihr jetzt und ihr habt neben den echt nicht so gut gelungenen, verbrannten Stücken auch immer wieder richtig gut gelungene Bissen dabei. Aber am Ende kommt ihr dann unten an diesen verbrannten Boden, wo zusätzlich auch noch die nicht aufgelöste Fertiggewürzmischung hängt. Und von diesen letzten Bissen seid ihr dann so angewidert, dass ihr wisst, dieses Essen werdet ihr so nie wieder zubereiten.

So oder so ähnlich ist meine Sicht auf Summer Pockets, denn so viel Spaß ich zwischenzeitlich auch hatte, ich kann ihn einfach niemandem empfehlen, weil ich die Umsetzung einfach nicht gut fand. Vielleicht ist die Visual Novel besser, weil ihr bei dieser einfach sehr viel mehr Zeit habt.

Danke fürs Lesen meines kleinen, großen Rants. Und jetzt schaut einen guten Anime. Wenn ihr weinen wollt, empfehle ich Clannad und unbedingt auch Clannad After Stories. Denn das war eine verdammt gute Umsetzung.
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Kommentare

Avatar: OjisanKekslehrling
V.I.P.
#1
Ich habe den Anime ohne große Gedanken und Blick auf Produzent, Studio etc. angefangen, und sofort kam eine gewisse Vertrautheit mit den Figuren, Story, quasi dem gesamten „Feeling“ auf. Das ist doch quasi Kanon auf einer Sommerinsel … !?
Und bevor die Experten jetzt schmunzeln: ich bin inzwischen auch draufgekommen, dass beide Animes auf Visual Novels aus der Schmiede von Key basieren (wie auch z.B. Clannad). Also kein Plagiat, sondern „Signature Stil“ 😁.
Ich muss gestehen, dass mir dieser Stil extrem gut gefällt. Die Mischung aus etwas Geheimnis, eine Gruppe von Mädchen, die alle irgendwie „seltsam“, aber trotzdem kawaii sind, plus eine solide Animation finde ich wirklich ansprechend.
Natürlich gibt die VN Vorlage einige Randbedingungen die den Erzählfluss etwas einschränken, aber persönlich finde ich das gar nicht so schlimm. Auf jeden Fall ist das gute Unterhaltung, und ich bin schon auf das Ende gespannt.
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