- Handlung
- Animation
- Figuren
- Musik
- Pioniergeist
Ich habe von gestern auf heute die 4-teilige Science Fiction OVA „Blue Submarine No.6“ von 1998 geschaut. Es handelt sich um eine frühe Produktion der Animationsstudios GONZO und obendrein um die erste volldigitiale Anime-Produktion überhaupt. Regie dieser Pionierarbeit führte Mahiro Maeda. Interessanterweise basiert die Serie auf einer Manga-Reihe von Satoru Ozawa aus dem Jahr 1967, mit der sie allerdings zumindest visuell nur noch wenig gemeinsam hat.
Handlung:
(Achtung Spoiler!)
Meine Meinung:
Als mir diese Serie Ende der 1990er als Fansub in die Hände fiel, habe ich maximal durchgezapped und sie dann bis gestern regelrecht boykottiert. Zu sehr störte mich der Einsatz von CGI, die sich trotz aller Bemühungen von GONZO mit den klassisch animierten Figuren biss. Heute würde ich sagen, dass ich von dem Stil total überfordert war, aber auch schon die aus Amerika anrollende Entwicklung von reinen CGI-Filmen unsympathisch fand und von denen ich bis heute ebenfalls keinen einzigen habe sehen wollen.
Und interessanterweise beschreibt Regisseur Maeda in einem Interview im Booklet, aber auch in einem Extra auf der deutschen Bluray, dass die Resonanz in Japan und sogar beim Produktionsteam selber ähnlich skeptisch ausfiel, U-Boot-Modelle, übergroße Wasserwesen, Actionszenen und Meeresumgebung mit Polygonen darzustellen. Trotzdem faszinierte ihn die Vermischung dieser beiden Handwerke und auch bei den gezeichneten Elementen gibt es einen sichtbaren Bruch zwischen dem Design der menschlichen Figuren und dem der Hybridwesen. Sie wirken fast, als kämen sie aus unterschiedlichen Produktionen.
Im Zuge einer aktuellen Anime-Phase hatte ich jedenfalls Interesse bekommen, mir diese Serie mal zu Gemüte zu führen und muss sagen, dass sie mir gar nicht so schlecht gefiel, wie ich jahrelang vermutet hatte. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass sie mir verhältnismäßig gut gefiel und ich das Gesamtergebnis vom Look wesentlich moderner empfand, als ich es in Erinnerung hatte. Lediglich bei den CGI-Szenen, die maximal aussehen wie gerenderte Playstation 1 Cutscenes wird das Alter der Produktion mehr als deutlich, aber nur auf die Figuren wie Kino und Hayami geblickt, könnte die Serie glatt 10 Jahre jünger sein als sie ist. Alles ist flüssig animiert. Das Produktionsteam ging hier wohl mit einer ähnlichen Ambition heran, wie bei einem Kinofilm.
Zur Manga-Vorlage kann ich wenig sagen, weil ich sie nicht kenne, aber Bilder bei Google verraten mir, dass sich hier sehr weit davon entfernt wurde. Maximal die Designs der Vehikel weisen noch eine Ähnlichkeit zum Original auf.
Übrigens fand ichs bisschen unangenehm, dass das Cover-Artwork meiner Fassung Kino in einem extrem knappen Taucheranzug zeigt, offensichtlich darauf abzielend, eine Zielgruppe zu ködern, zu der ich nicht gehöre. Und tatsächlich ist sie übrigens an keiner Stelle irgendwie aufreizend in Szene gesetzt.
Die deutsche Bluray von Nipponart holt jedenfalls meiner Meinung nach optisch das Maximum aus der Serie heraus. Lediglich den Ton empfand ich etwas zu verspielt und offensichtlich für eine opulente Heimanlage oder Kinosaal abgemischt. Am Fernseher musste ich ständig nachregulieren, fand die Musik stellenweise zu laut. Auf Kopfhörern dann klang die letzte Episode ein wenig besser, aber setzte mir zuviel auf auditive 3D-Effekte. Ich brauche sowas nicht. Die deutsche Synchronisation empfand ich für ihre Zeit ok, hört sich aber mittlerweile qualitativ durchwachsen an. Einige Sprecher sind sehr stimmig, andere empfand ich eher unmotiviert.
Fazit:
Alles in allem empfand ich „Blue Submarine No.6“ heute weit mehr als nur ein technisches Kuriosum der späten 90er, sondern ein bemerkenswert ambitioniertes Stück Anime-Geschichte. Trotz seiner optischen Brüche und gealterten CGI-Passagen fand ichs total atmosphärisch und erzählerisch überzeugend.
Inhaltlich wirkt seine Mischung aus Kriegsdrama, ökologischer Dystopie und moralischer Ambivalenz auch nach bald 30 Jahren erstaunlich zeitlos. Wer über den Pioniercharakter und die damit verbundenen stilistischen Experimente hinwegsehen kann, entdeckt eine kurze, aber dichte Serie, die vor allem im Finale zeigt, dass es manchmal mutiger ist, einen Konflikt mit einer Diskussion statt mit Explosionen zu beenden.
Handlung:
(Achtung Spoiler!)
„Blue Submarine No.6“ spielt in einer Zukunft, in der der Meeresspiegel durch Umweltkatastrophen gestiegen ist. Große Teile der Erde sind überschwemmt, viele Städte liegen unter Wasser. Verantwortlich dafür ist ein genialer, aber komplett abgedrehter Wissenschaftler namens Zorndyke. Der hat nämlich nicht nur die Flutkatastrophe ausgelöst, sondern auch eine neue Spezies erschaffen; so eine Mischung aus Mensch und Meereskreatur. Und die schickt er jetzt gegen die letzten verbliebenen Menschen ins Rennen. Ja, die Serie spielt quasi während der letzten alles entscheidenden Konfrontation. Die beschriebenen Hintergründe erfahren wir Zuschauer so nebenbei.
Jedenfalls kommt dann die „Blue Fleet“ ins Spiel, eine internationale Flotte moderner U-Boote, die versucht, den Untergang der Menschheit aufzuhalten. Im Mittelpunkt steht die „Blue Submarine No.6“ mit Kapitän Iga und seiner Crew. Kadettin Mayumi Kino holt den ehemaligen U-Boot-Piloten Hayami aus dem Ruhestand, weil er ein Top-Mann ist, auch wenn dieser an seiner Kompetenz zweifelt und lieber seine Ruhe hätte.
Während der Kämpfe trifft Hayami auf Mutio, ein Fischmädchen aus Zorndykes Chimären-Volk. Statt sie einfach als Feind zu sehen, fängt er direkt an, ihre Seite zu verstehen. Im Lauf der Serie wird klar, dass der Krieg nicht nur ein Kampf von Menschen gegen Monster, sondern eine Folge von verletztem Stolz, Racheplänen und Missverständnissen ist.
Im Finale kommt es dann zur Konfrontation mit Zorndyke und anstatt alles in einer riesigen atomaren End-Schlacht enden zu lassen, die die ganze Zeit droht, läuft es darauf hinaus, dass Hayami und die anderen verstehen müssen, dass Frieden nur möglich ist, wenn beide Seiten aufhören, sich gegenseitig auszulöschen.
Jedenfalls kommt dann die „Blue Fleet“ ins Spiel, eine internationale Flotte moderner U-Boote, die versucht, den Untergang der Menschheit aufzuhalten. Im Mittelpunkt steht die „Blue Submarine No.6“ mit Kapitän Iga und seiner Crew. Kadettin Mayumi Kino holt den ehemaligen U-Boot-Piloten Hayami aus dem Ruhestand, weil er ein Top-Mann ist, auch wenn dieser an seiner Kompetenz zweifelt und lieber seine Ruhe hätte.
Während der Kämpfe trifft Hayami auf Mutio, ein Fischmädchen aus Zorndykes Chimären-Volk. Statt sie einfach als Feind zu sehen, fängt er direkt an, ihre Seite zu verstehen. Im Lauf der Serie wird klar, dass der Krieg nicht nur ein Kampf von Menschen gegen Monster, sondern eine Folge von verletztem Stolz, Racheplänen und Missverständnissen ist.
Im Finale kommt es dann zur Konfrontation mit Zorndyke und anstatt alles in einer riesigen atomaren End-Schlacht enden zu lassen, die die ganze Zeit droht, läuft es darauf hinaus, dass Hayami und die anderen verstehen müssen, dass Frieden nur möglich ist, wenn beide Seiten aufhören, sich gegenseitig auszulöschen.
Meine Meinung:
Als mir diese Serie Ende der 1990er als Fansub in die Hände fiel, habe ich maximal durchgezapped und sie dann bis gestern regelrecht boykottiert. Zu sehr störte mich der Einsatz von CGI, die sich trotz aller Bemühungen von GONZO mit den klassisch animierten Figuren biss. Heute würde ich sagen, dass ich von dem Stil total überfordert war, aber auch schon die aus Amerika anrollende Entwicklung von reinen CGI-Filmen unsympathisch fand und von denen ich bis heute ebenfalls keinen einzigen habe sehen wollen.
Und interessanterweise beschreibt Regisseur Maeda in einem Interview im Booklet, aber auch in einem Extra auf der deutschen Bluray, dass die Resonanz in Japan und sogar beim Produktionsteam selber ähnlich skeptisch ausfiel, U-Boot-Modelle, übergroße Wasserwesen, Actionszenen und Meeresumgebung mit Polygonen darzustellen. Trotzdem faszinierte ihn die Vermischung dieser beiden Handwerke und auch bei den gezeichneten Elementen gibt es einen sichtbaren Bruch zwischen dem Design der menschlichen Figuren und dem der Hybridwesen. Sie wirken fast, als kämen sie aus unterschiedlichen Produktionen.
Im Zuge einer aktuellen Anime-Phase hatte ich jedenfalls Interesse bekommen, mir diese Serie mal zu Gemüte zu führen und muss sagen, dass sie mir gar nicht so schlecht gefiel, wie ich jahrelang vermutet hatte. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass sie mir verhältnismäßig gut gefiel und ich das Gesamtergebnis vom Look wesentlich moderner empfand, als ich es in Erinnerung hatte. Lediglich bei den CGI-Szenen, die maximal aussehen wie gerenderte Playstation 1 Cutscenes wird das Alter der Produktion mehr als deutlich, aber nur auf die Figuren wie Kino und Hayami geblickt, könnte die Serie glatt 10 Jahre jünger sein als sie ist. Alles ist flüssig animiert. Das Produktionsteam ging hier wohl mit einer ähnlichen Ambition heran, wie bei einem Kinofilm.
Zur Manga-Vorlage kann ich wenig sagen, weil ich sie nicht kenne, aber Bilder bei Google verraten mir, dass sich hier sehr weit davon entfernt wurde. Maximal die Designs der Vehikel weisen noch eine Ähnlichkeit zum Original auf.
Übrigens fand ichs bisschen unangenehm, dass das Cover-Artwork meiner Fassung Kino in einem extrem knappen Taucheranzug zeigt, offensichtlich darauf abzielend, eine Zielgruppe zu ködern, zu der ich nicht gehöre. Und tatsächlich ist sie übrigens an keiner Stelle irgendwie aufreizend in Szene gesetzt.
Die deutsche Bluray von Nipponart holt jedenfalls meiner Meinung nach optisch das Maximum aus der Serie heraus. Lediglich den Ton empfand ich etwas zu verspielt und offensichtlich für eine opulente Heimanlage oder Kinosaal abgemischt. Am Fernseher musste ich ständig nachregulieren, fand die Musik stellenweise zu laut. Auf Kopfhörern dann klang die letzte Episode ein wenig besser, aber setzte mir zuviel auf auditive 3D-Effekte. Ich brauche sowas nicht. Die deutsche Synchronisation empfand ich für ihre Zeit ok, hört sich aber mittlerweile qualitativ durchwachsen an. Einige Sprecher sind sehr stimmig, andere empfand ich eher unmotiviert.
Fazit:
Alles in allem empfand ich „Blue Submarine No.6“ heute weit mehr als nur ein technisches Kuriosum der späten 90er, sondern ein bemerkenswert ambitioniertes Stück Anime-Geschichte. Trotz seiner optischen Brüche und gealterten CGI-Passagen fand ichs total atmosphärisch und erzählerisch überzeugend.
Inhaltlich wirkt seine Mischung aus Kriegsdrama, ökologischer Dystopie und moralischer Ambivalenz auch nach bald 30 Jahren erstaunlich zeitlos. Wer über den Pioniercharakter und die damit verbundenen stilistischen Experimente hinwegsehen kann, entdeckt eine kurze, aber dichte Serie, die vor allem im Finale zeigt, dass es manchmal mutiger ist, einen Konflikt mit einer Diskussion statt mit Explosionen zu beenden.
Beitrag wurde zuletzt am 14.08.2025 18:59 geändert.

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Blue Submarine No. 6
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Kommentare
Man hätte mehr daraus machen können.
Fazit:Gut für Leute die Ü-Boote,also Krieg mit ner kurzen und raschen Story,aber guten Story sehen möchte,Anime ist ausgeglichen mit Kriegsszenen und ruhigen Szenen(Umgebung),super Zeichenstiel.
Der Anime macht nachdencklich(zumindest. die Story).