„Shakugan no Shana“ – Exklusive Vorab-Review zu Vol. 1; Blu-ray von emania ANIME und Filmconfect

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„Shakugan no Shana“ – Exklusive Vorab-Review zu Vol. 1; Blu-ray von emania ANIME und Filmconfect

Über 15 Jahre hat es gedauert, bis die niedliche, rothaarige Tsundere hierzulande über die Bildschirme flimmern darf. 15 Jahre, die Anime-Fans in Deutschland bei diversen Publishern um eine Lizenz förmlich gebettelt haben. 15 Jahre die ich persönlich die Hoffnung aber nie aufgegeben habe. Und nun ist sie endlich erschienen: Vol. 1 von „Shakugan no Shana“!Vorwort:
Shakugan no Shana“ ist für mich so etwas, wie die erste Liebe. Nachdem ich natürlich auch in den 90ern und frühen 2000ern Animes geschaut habe (Grüße an RTL2, Tele5 und Viva) wars erst die Zeit ab 2008, in der ich auch gezielt nach Serien außerhalb des FreeTV-Dunstkreises gesucht und dank verschiedener Fansub-Gruppen auch gefunden habe. Zu meinen damaligen Einstiegsdrogen zählten neben „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya“, „Lucky Star“ und „Rozen Maiden“ eben auch „Shakugan no Shana“. Und auch wenn Haruhi einen starken Eindruck hinterlassen hat, wirklich gefesselt war ich erstmals bei Shana, wodurch auch das Interesse an noch mehr Animes stets gewachsen ist. Die Anmeldung auf aniSearch und anderen Anime-Portalen, der Besuch der Connichi und weiterer Messen, ja selbst die Begeisterung für und viele Reisen nach Japan mit erstmaligem Probieren von Shanas Lieblingssüßigkeit Melonpan wurden maßgeblich durch diese eine Serie aus dem Jahr 2005 mitbeeinflusst. Meine Freudensprünge Anfang November 2020, als eine deutsche Lizenz endlich offiziell angekündigt wurde, könnt Ihr Euch damit sicher gut vorstellen.

Shakugan no Shana Vol. 1 Blu-ray Sammelschuber

Mit dieser Liebe bin ich wahrlich nicht allein. Es gab wohl kaum einen so stark nachgefragten Lizenzwunsch, wie den für Shana. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass es bei diversen anderen Publishern wiederholt Anfragen gegeben hat, und einige davon haben sich wohl auch bereits beim Lizenzgeber in Japan über eine mögliche Lizenzierung erkundigt. Letztendlich hat sich die Gruppe emania ANIME, hinter der auch der Anime Kultur Verein und damit z.B. die Anime Messe Babelsberg und das Anime Radio steckt, zusammen mit FilmConfect Anime die Lizenzrechte gesichert und veröffentlichen die Serie gemeinsam ab dem 16. April auf Blu-ray und DVD im D-A-CH-Raum sowie in Italien und Frankreich.

Für diese Rezension liegt mir Vol. 1 der ersten Staffel als Blu-ray-Disk vor, welche die ersten fünf Episoden enthält. Es handelt sich dabei NICHT um ein kostenloses Rezensionsexemplar, sondern um den von mir privat gekauften Artikel, den ich dank persönlichen Kontakts zu emania ANIME bereits vorab erhalten konnte.

Aufmachung:
Vol. 1 erscheint in einer Steelbook-Hülle mit großem Sammelschuber aus fester Pappe und als Bonus liegt dem Schuber eine kleinen Stoffpuppe von Marianne bei. Besonders hübsch dabei finde ich das Cover des Steelbooks, auf dem ein hochwertiges Artwork von Shana und Yuuji abgebildet ist, bei dem das Logo, Shanas Augen und Yuujis Flamme je nach Lichteinfall glänzen. Schönes kleines Gimmick, das speziell für Shanas Augen (灼眼 Shakugan heißt so viel wie brennende Augen) absolut perfekt gewählt ist. Der Sammelschuber ist optisch ebenfalls ansprechend: Vorne und Hinten jeweils ein Artwork von Shana, an der Seite und oben das Logo der Serie und alles in einem passend roten Farbton gehalten. Qualität und Verarbeitung sehen so weit gut aus, an der Verpackung gibt es nichts auszusetzen. Dazu kommt die erwähnte, handgroße Marianne-Puppe, mit der ich aber nicht wirklich was anfangen kann. Dafür ist sie zu unscheinbar, auch im Anime, obwohl sie einer der ersten Gegner unserer Protagonistin ist. Sie ist ganz hübsch und die Verarbeitung auch ist ebenfalls in Ordnung, wobei dem orangenen Kleid bei meinem Exemplar ein paar Fäden rausstehen, was aber nicht schlimm ist, da diese sich ohne Probleme verstecken lassen. Auffällig ist nur, dass der Puppe aus irgendeinem Grund kein Höschen spendiert wurde, nun ja ... ;) Weitere Extras wie ein Booklet existieren leider nicht, was ich etwas schade finde, da diverse andere Publisher durchaus interessante Infos zu den jeweiligen Animes in die Booklets gepackt hatten. Einzig eine Papierbanderole um den Schuber verrät noch ein paar technische und inhaltliche Details und bietet Platz für das FSK-Logo, so dass dieses glücklicherweise weder auf dem Schuber noch auf dem Steelbook abgedruckt oder aufgeklebt werden musste. Insgesamt damit eine hochwertige und optisch sehr ansprechende Verpackung.

Shakugan no Shana Volume 1 Blu-ray mit Extras Shakugan no Shana Volume 1 Blu-ray Innencover und Rückcover



Inhalt der Serie:
Vorab die Warnung: Gewisse storyrelevante Erwähnungen sind bei einem derart langen Anime nicht zu vermeiden, wenn man den Inhalt beschreiben und bewerten will, aber ich versuch es so grundlegend wie möglich zu halten und mich weitgehend auf den Anfang der ersten Staffel zu beschränken, um möglichst wenig zu spoilern. Einige spätere Inhalte und auch der Ausblick auf Staffel 2 und 3 werden sich aber nicht vermeiden lassen. Wer sich der Spoiler-Gefahr also nicht aussetzen will, der überspringt diesen Abschnitt am besten komplett und liest sich stattdessen die kurze Beschreibung zu Staffel 1 in unserer Datenbank durch. Dadurch verpasst man aber auch viele meiner Eindrücke zum Inhalt, die bei einer Rezension eben wichtig sind.

Der Anime, der in drei Staffeln mit je 24 Episoden die gleichnamige Light Novel von Autor Yashichirou Takahashi adaptiert, ist eine bunte Mischung aus Action, Comedy und Slice-of-Life mit Romance-Elementen, zu dem sich zwischenzeitlich auch noch etwas Drama gesellt. Während die Action weitgehend über die komplette Serie hinweg mal mehr und mal weniger vorhanden ist, stellen die ersten beiden Staffeln vor allem den Alltag der Protagonisten mit in den Vordergrund. Dies kippt aber im Laufe der zweiten Staffel immer mehr und letztendlich findet sich ab Staffel 3 fast nur noch Action und Drama, wobei damit auch gleichzeitig viel mehr Wert auf ein Vorankommen in der Geschichte gelegt wird.

Das Setting im Detail: Ein Mädchen mit flammenden Haaren und feuerroten Augen, Trägeren des Schwertes Nietono no Shana, sorgt als sogenannte Flame Haze für ein Gleichgewicht in der Welt der Menschen. Dieses könnte nämlich aus den Fugen geraten, wenn Menschen, deren Lebensenergie von den Tomogara aus Guze gefressen wird, zu verschwinden drohen. Ein Flame Haze jagt und vernichtet die Tomogara und sorgt dafür, dass die eigentlich bereits toten Menschen noch eine Zeit lang als Fackel weiter existieren um über die Zeit hinweg langsam aus der Welt zu verschwinden, ohne für Chaos zu sorgen.
Eines Tages trifft dieses Mädchen auf eine Fackel, die anders ist, als alle bisherigen: Yuuji, ein Oberschüler aus Misaki City, erweckt ihr Interesse, denn dieser trägt ein magisches Objekt in sich, was ihn zu einer sogenannte Mistess und damit zu einer ganz besonderen Fackel macht. Auch wenn Shana ihn nur als Objekt und nicht mehr als lebenden Menschen sieht, will sie ihn erstmal im Auge zu behalten. Anfangs noch recht abweisend zu ihm, beginnt der gemeinsamen Kampf gegen die Tomogara und auch eine immer tiefer werdende Beziehung zwischen Yuuji und der Flame Haze, die von ihm den Namen Shana erhalten hat.


© YASHICHIRO TAKAHASHI / ASCII MEDIA WORKS / "Shakugan no Shana" COMMITTEE


Zuallererst sei zum Plot gesagt: Der Autor muss echt dran Spaß dran gehabt haben, viele möglichst sonderbar klingende Begriffe zu verwenden. Tomogara no Guze, Mistess, Flame Haze, Hauptsache es klingt anders. Wenn man die Serie das erste Mal ansieht, kann man sich sicher schonmal fragen, wovon da eigentlich gerade geredet wird, das Begriffsdropping ist zumindest anfangs ein wenig extrem. Allerdings hat man die meisten Begriffe auch schnell im Kopf und weiß dann meist sofort was gemeint ist. Trotzdem hat es „Shakugan no Shana“ über die Jahre hinweg geschafft, sich eine annehmbar große Fangemeinde zu erarbeiten. Einen derart großen Einschlag wie andere Animes aus der Zeit, beispielsweise „Elfen Lied“, „Code Geass“ oder„Death Note“, hat die die Serie zwar bei weitem nicht hinterlassen, aber Shana selbst ist nach wie vor einer der beliebtesten Anime-Charaktere, was sich auch an Platz 37 in unserer Charakter-Topliste bemerkbar macht. Bei mir selbst war sie übrigens über viele Jahre hinweg durchgehend auf Platz 3 meiner persönlichen Favoritenliste, erst kürzlich konnten sich zwei weitere Charaktere dazwischenschieben, womit Shana bei mir aktuell auf Rang 5 steht.

Shana ist es auch, die die Serie trägt (gut, nicht ungewöhnlich, als titelgebende Figur). Und ich gebe ja zu: Shana ist wohl der Auslöser für meine Redhead-Vorliebe, die ich bereits in meiner Review zu „Izetta, die letzte Hexe“ erwähnt hatte. Doch Shana ist noch so viel mehr: Shana ist niedlich. Shana ist süß. Shana ist stark. Shana ist aber auch eine kratzbürstige Tsundere aller erster Güte, bei der man sich manchmal nur an die Stirn klatschen möchte. Sie mag eine gute Kämpferin sein, das Leben als normaler Mensch kennt sie allerdings kaum. Und genau da liegt ihr Charme. Wenn sie kämpft, ist sie eine Flame Haze, mit den erwähnten feuerroten Augen und der langen flammenden roten Mähne. Wenn sie im Alltag unterwegs ist, ist sie Shana, die den Platz einer Schülerin einnimmt und mit braunen Augen und schwarzen Haaren eher unscheinbar wirkt. Speziell bei zwischenmenschlichen Beziehungen ist Shana öfter völlig verloren, besonders wenn es dabei um Yuuji geht, zu dem sie mit der Zeit aber immer mehr auftaut. Ihre Tsundere-Rolle lebt sie in genau solchen Momenten am stärksten aus, in denen Yuuji wissentlich oder unbeabsichtigt Shana in Verlegenheit zu bringen droht. Darauf folgt meistens ihre berühmt-berüchtigte Catchphrase „Urusai! Urusai! Urusai!“ („Sei still! Sei still! Sei still!“ in der deutschen Fassung), die über die ganze Serie hinweg noch öfter zu vernehmen sein wird. Eine glückliche, menschliche Seite zeigt sie nämlich doch hin und wieder, beispielsweise wenn sie ihre Lieblingssüßigkeit Melonpan naschen darf. Ich mag sie. Ich mag sie sehr!
Yuuji hingegen ist zu Beginn ein stinknormaler Oberschüler, der eigentlich keine besonderen Eigenschaften besitzt, nach der Begegnung mit Shana allerdings ihr Interesse weckt und auch er sich ihr anschließt. Das anfängliche Interesse und die gemeinsame Verwicklung in den Kampf gegen die fürchterlichen Gestalten aus einer fremden Welt entwickelt sich dabei immer mehr in eine freundschaftliche und später gar eine romantische Richtung, zu der allerdings mit Kazumi Yoshida noch ein weiteres Mädchen stößt. Sie ist es, die aus der Zwei- eine Dreisamkeit macht, denn sie ist bereits länger an Yuuji interessiert. Obwohl anfangs eher schüchtern und zurückhaltend, zeigt sie zwischenzeitlich doch ganz eindeutig, was ihr wichtig ist und sieht Shana ganz klar als Konkurrentin im Kampf um Yuuji.


© YASHICHIRO TAKAHASHI / ASCII MEDIA WORKS / "Shakugan no Shana" COMMITTEE

Neben den drei Protagonisten gesellen sich viele weitere Charaktere hinzu: Manche als Freunde, andere als Feinde, doch scheitert die Serie nicht daran, die meisten davon gut in das gesamte Konstrukt um Shana, Yuuji und Kazumi einzufügen. Erwähnenswert sind dabei vor allem Alastor, einer Art Seele, die in Shanas Amulett haust und neben einem wertvollen Partner auch als so etwas wie eine Vaterfigur für Shana wirkt. Das Einzige, was man von ihm vernimmt ist seine Stimme, die mit großem Wissen immer zur Seite steht. Mit Margery Daw tritt auch recht früh eine weitere Flame Haze in das Umfeld der Protagonisten ein, die auch von Anfang an großen Ärger bedeutet. Margery Daw ist eine ziemlich starke, aber rücksichtslose Flame Haze, die noch dazu in Shanas Gebiet wildert. Durch ihre überhebliche Art strahlt die blonde Dame ganz eigenen Reiz aus. Im Verlauf der Serie werden noch viele weitere Charaktere eingeführt, doch das wäre an dieser Stelle eindeutig ein großer Spoiler. Doch schon was bis hierher (Folge 5) zu sehen ist, sollte definitiv Lust auf mehr machen.

Während die Beziehungen der Charaktere untereinander zwar eine große Rolle spielen, ist es auch ein gewisser roter Faden, der sich langsam zu erkennen gibt und die Story vorantreibt. Dieser ist zwar in den ersten Episoden noch kaum auszumachen, wird aber im Verlauf der kompletten Serie immer offensichtlicher und spätestens mit Staffel 3 geht es nur noch knallhart um die Story. Dazu gesellt sich ordentlich Action. Magischen Kämpfe mit Zauberei, Schwertern und Monstern sind wohl das Highlight der Serie, die sich damit zu richtig gutem Popcornkino entwickelt. In Kämpfen, bei denen nicht unbedingt immer ersichtlich ist, was Gut und Böse ist, wird auch nicht vor Kollateralschäden Halt gemacht, was speziell direkt zu Beginn der Serie deutlich wird, als Shana Yuuji direkt bei ihrer ersten Begegnung aufschlitzt. Dabei fällt auch immer mal wieder der ein oder andere blöde Spruch und ab und an ist sogar etwas Fanservice dabei, aber ohne dass es dabei in den Ecchi-Bereich abdriftet oder gar penetrant wird (danke dafür!). Es macht insgesamt einfach Spaß sich davon berieseln zu lassen. Eben der erwähnte bunte Mix aus Action und SoL-Romance-Comedy und einem tollen Maincast, der die Serie trägt und nach vorne bringt. Der Eindruck, der sich mir bot, hat sich auch Jahre später nicht großartig verändert: „Shakugan no Shana“ ist ein absolut sehenswerter Anime und wurde völlig zurecht so oft gewünscht!


© YASHICHIRO TAKAHASHI / ASCII MEDIA WORKS / "Shakugan no Shana" COMMITTEE


Technische Umsetzung:
Wenn es ein derart alter Anime auf Blu-ray schafft, kann man natürlich davon ausgehen, dass er optisch keine Chance gegen aktuelle Genrevertreter hat. Denn eins ist klar: Produziert wurde der Anime ganz sicher nicht in HD. J.C.STAFF leisteten bei „Shakugan no Shana“ trotzdem gute Arbeit. An der technischen Umsetzung gibt es im Hinblick auf das Jahr der Produktion (2005) nicht wirklich was auszusetzen. Die Animationen sind weitgehend flüssig, auch wenn einzelnen Szenen ab und an mit Standbildern gestreckt werden, Special Effects wie Shanas flammende Haare, Explosionen und die Darstellung von Magie in Kampfszenen sind auch ganz gut gealtert. Klar sieht man dem Anime das Alter an, aber wer hier eine Optik wie beispielsweise bei Animes von ufotable erwartet, der kann nur enttäuscht werden. Deswegen immer im Hinterkopf behalten, dass Staffel 1 bereits über 15 Jahre alt ist und die Produktion genau aus der Zeit stammt, in der zwar schon überwiegend digital produziert wurde, das HD-Zeitalter aber noch nicht angebrochen war (gängig waren HD-Produktionen erst ab etwa 2007/08 rum, allerdings auch da noch nicht flächendeckend vorhanden waren). Ohne jetzt irgendwelche Aufzählungen anfangen zu wollen habe ich schon deutlich schlechteres gesehen – bei deutlichen neueren Animes wohlgemerkt. Was man vielleicht kritisieren könnte, wäre das Character-Design im Anime: Dieses ist im Anime etwas simpler gehalten als aus den Illustrationen der Light Novel, ich persönlich aber das Novel-Design tatsächlich deutlich hübscher finde. Besonders Shana wirkt darauf nochmal um ein Vielfaches sympathischer. Das merkt man besonders am Design der Augen, welches im Anime sichtbar kantiger aussieht als auf den offiziellen Artworks (und z.B. auch im Manga).

Bei der deutschen Veröffentlichung auf Blu-ray darf man dem Alter entsprechend auch die Erwartungen nicht ganz so hochlegen. Trotzdem hat man es geschafft ein optisch ansprechendes Master für das Bild zu erhalten. Hier wurde nämlich bereits in Japan das Quellmaterial überarbeitet und auf HD hochskaliert. Daraus ergibt sich ein durchaus hübsches Bild, dem man zwar ansieht, dass es kein natives Full-HD ist, aber dafür immer noch sehr ansehnlich aussieht. Für mich gabs an der Bildqualität daher nichts auszusetzen. Die 16Mbit-Datenrate ist für eine Blu-ray zwar eher am unteren Limit, für eine in 480p produzierte und vorab hochskalierte Serie allerdings durchaus angemessen. Kompressionsartefakte und Ähnliches waren für mich beim Durchschauen nämlich nicht auszumachen. Damit sieht die deutsche BD-Veröffentlichung auch besser aus, als die US-Blu-rays von Funimation, deren Bildmaterial ein deutlich sichtbares Farb-Banding aufweist. Die einzige Auffälligkeit – die aber auch nur im direkten Vergleich mit den US-Blu-rays und den japanischen Veröffentlichungen sichtbar wird – ist ein ganz leicht dunkleres Bild, wodurch der Kontrast jedoch zunimmt und die Farben kräftiger wirken, was für mich damit keinen Nachteil darstellt.

Zum Ton gibts grundsätzlich nicht viel zu sagen. Dieser liegt auf Japanisch, Deutsch (zwei Tonspuren, mehr dazu unten) und Französisch in DTS-HD als 2.0-Stereoton mit ca. 1700kb/s Datenrate vor und weist keine erwähnenswerten Auffälligkeiten auf. Alles in Ordnung damit.


Technische Daten (Blu-ray, Vol. 1)

Episoden:5 (von 24)
Länge:ca. 125 Min. (25 min pro Folge)
Verpackung:
Steelbook mit Sammelschuber
Tonformat:2 × Deutsch: DTS-HD MA 2.0 (16 bit, 48 kHz, ~1700 kbps)
Französich: DTS-HD MA 2.0 (16 bit, 48 kHz, ~1700kbps)
Japanisch: DTS-HD MA 2.0 (16 bit, 48 kHz, ~1700 kbps)
Bildformat:
1920 × 1080 (16:9), 23,976 fps
Videobitrate
Ø 16 Mb/s
Extras:Marianne Stoffpuppe
FSK:Ab 12 Jahren

Die Serie erschient auch – inhaltlich identisch – auf DVD.



Qualität der deutschen Fassung:
Nach fünf Episoden würde ich die deutsche Fassung von „Shakugan no Shana“ in die weit gehobene Mittelklasse einstufen. Es ist bei weitem keine perfekte deutsche Synchro, wie man es z.B. von früheren FreeTV-Animes kennt, aber meiner Meinung nach insgesamt auf einem hohen Niveau. Um mal die schärfste Kritik gleich vorab abzuhandeln: Bei einigen Nebenrollen gabs leider doch den einen oder anderen Ausfall. Diese Ausfälle treffen zum Glück nie einen wichtigen Charakter, sondern sind meist nur kurz vorkommende und unwichtige einzelne Figuren. Leider aber trotzdem so offensichtlich unpassend, dass diese negativ auffallen. Als Beispiel seien da die beiden Gegner (die Rinne und der falsche Körper von Marianne) aus Folge 1 genannt, wo schon beim Pre-Screening der Folge etwas Kritik folgte und ich mich dem insoweit anschließen kann, als dass die Stimmen hier tatsächlich sehr unschön wirken. Nichts gravierendes, aber wie gesagt doch auffällig.

Für die wichtigsten Charaktere hat man hingegen definitiv eine gute Besetzung gefunden. Im Vorfeld der Veröffentlichungn gab es gewisse Kritik an der Wahl der als Selphius bekannten Sängering Samina König für die Titelrolle. Ich finde allerding, dass König die junge Flame Haze, die zwischen ernst, unsicher und genervt immer wieder hin und her wechselt, äußerst passend in Szene setzt. Im direkten Vergleich mit der japanischen Fassung hat König zwar eine weniger quietschige Stimme, aber besonders in Momenten, bei denen Shana nicht abweisend, sondern eher besonders glücklich oder aufgeregt spricht, passt sich Königs Stimmlage auch gekonnt der Stimmung ihres Charakters an. Auch bringt sie typische Tsundere-Szenen als solche rüber. Ob es die bestmögliche Besetzung für Shana war? Weiß nicht. Es gäbe sicherlich verschiedene Sprecherinnen, die Shana eine passende Stimme hätten verleihen können. Allerdings wüsste ich auch nicht, was man da noch groß anders an der Vertonung hätte machen sollen. Shana ist eben Shana: Mal ignorant, mal wütend, mal glücklich und nur selten völlig normal. Mit Königs Stimme klingt das für mich in jeder Szene nach Shana. Eine schlechte Wahl war das damit auf gar keinen Fall und die an verschiedenen Stellen geäußerte Kritik an König teile ich damit nicht.
Auch Yuuji hat mit Tim Schwarzmaier einen passenden Sprecher erhalten. Yuuji selbst ist nämlich in der Regel eher zurückhaltend, wird aber wenn er nervös ist doch auch mal etwas lauter. Speziell wenn es zu einem Kampf kommt und es dabei Verletzte geben könnte, hört man dabei eine Panik in seine Stimme, die die Gefahr der Situation unterstreicht. Auch in Szenen, in der es ruhiger zugeht, sei es im Smalltalk mit Mitschülern oder als Reaktion auf Shanas launisches Auftreten macht Tim Schwarzmaier alles richtig. Hier gibt es für mich auch keine zwei Meinungen, die Stimme passt wie die Faust aufs Auge, eine ausgezeichnete Wahl!
Sehr gut anfreunden kann ich mich auch Alastors Besetzung: Ingo Albrecht, die deutsche Standardstimme für Dwayne The Rock Johnson, hat für sich wieder eine Paraderolle gefunden. Alastors altehrwüdige Weisheit bringt Albrecht äußerst episch rüber, dass man vor der Stimme fast in Ehrfurcht erstarren könnte. Gleiches gilt auch für die mit meiner absoluten Lieblingsstimme besetzen Nebenfigur des Rami: Hier hat man tatsächlich Klaus-Dieter Klebsch engagieren können, einen der wohl besten deutschen Synchronsprecher, der seit Jahren Hollywoodgrößen wie Hugh Laurie, Alec Baldwin und Josh Brolin seine Stimme leiht. Eine absolute Glanzleistung, die die beiden hier abliefern. Ebenso Katharina Schwarzmaier, die Margery Daw sprechen durfte. Sie hat der arroganten und überaus launischen Dame ebenfalls den richtigen Kick verpasst, ob Margery Daw genervt nach Alkohol schreit oder im Kampf die Sau raus lässt und ihrem Buch, in dem ihr Partner Marcosias steckt eine Faust verpasst. Es passt sehr gut! Marcosias wird von Hanns Jörg Krumpholz gesprochen, der die überdrehte Art von Marcosias ebenfalls perfekt zu vertonen vermag. Alles in allem hat man bei der Auswahl des Casts für die meisten Charaktere durchaus ein feines Händchen bewiesen. Bravo!

Nicht ganz zufrieden war ich allerdings mit Marie Hinze als Kazumi Yoshida. Schlecht klingt sie nicht, allerdings ist mir ganz grundsätzlich die Stimme deutlich zu tief und dunkel für ein schüchternes Oberschulmädchen. Hinze hat beispielsweise als Rem aus „Re:Zero“ großartige arbeitet geleistet, aber zu Kazumi passt ihre Stimme irgendwie so gar nicht. Der dargestellte Charakter hat auf mich eine völlig andere Wirkung bekommen: Während Kazumi auf japanisch wie ein unsicheres Mauerblümchen wirkt, erscheint sie mit Hinzes Stimme eher wie eine Stoikerin, viel zu monoton und irgendwie so gar nicht schüchtern. Ich will das aber nicht vorschnell beurteilen, besonders im Hinblick darauf, dass Kazumi in den ersten fünf Episoden nur sehr sehr wenig Redezeit und meist kaum echte Dialogszenen hat, sondern bisher fast ausschließlich nur einzelne, kurze Sätze von sich gibt. Für ein abschließendes Urteil müsste ich damit erst weitere Episoden abwarten, in denen auch Kazumi mit in die Action und das Drama hineingezogen wird und weitaus mehr Emotionen zeigen wird als bisher. Alle weiteren Stimmen wie die von Yuujis Freund Ike Hayato, die der beiden Rowdies Keisaku Satou und Eita Tanaka wirken wiederum passend gewählt, ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen.

Auch an den deutschen Dialogen und der Übersetzung gibt es nichts auszusetzen, man hat sich so weit wie möglich an die japanische Fassung gehalten und es glücklicherweise vermieden, die weiter oben bereits angesprochenen Spezialbegriffe einzudeutschen oder gar sich neue Worte dafür auszudenken, was ich dem Produktionsteam hoch anrechne. Gibt für mich kaum was schlimmeres an einer Lokalisierung, als wenn man bei einer Synchronfassung irgendwelche Eigennamen verändert oder erfindet.
Etwas verwirrt war ich hingegen bei Shanas erwähnter Catchprase mit dem dreifachen „Sei still!“. Hatte lange Zeit gedacht, dass das japanische „Urusai“ (うるさい) so viel wie „Halt die Klappe!“ bedeutet und in der Synchro etwas ähnliches erwartet. Dem ist, wie ich allerdings inzwischen weiß nicht ganz so! „Urusai“ heißt in diesem Kontext meines Wissens „(du bist zu) laut“ und wird auch als Ausdruck der Irritation und nicht indirekt als Anweisung zur Ruhe verwendet. Die Übersetzung mit „Sei still!“ ist damit nicht wortwörtlich, allerdings würde ein „Zu laut! Zu laut! Zu laut!“ auf Deutsch wohl eher unüblich und unnatürlich klingen. Ein passender Kompromiss, der hier also gewählt wurde.

Die Untertitel sind an die japanische Synchronfassung angepasst und unterscheiden sich damit stellenweise von der deutschen Synchronfassung, aber kontextbezogen den gleichen Inhalt wiedergeben. Große inhaltliche Abweichungen habe ich da nicht feststellen können. Damit kann man sich die Serie getrost sowohl als OmU-Fassung, als auch mit der deutschen Vertonung geben und erhält in beiden Fällen ein stimmiges Gesamtergebnis.

Eine Besonderheit dieser Veröffentlichung muss ich an dieser Stelle aber noch explizit erwähnen: Opening und Ending, welche mir bereits im Original ganz gut gefallen hatten, haben tatsächlich mal wieder eine deutsche Version erhalten! Sowas gab es lange nicht mehr und ist ein wirklich cooler Bonus! Während Samina König höchst selbst den deutschen Text zum Opening Hishoku no Sora (im Original von Mami Kawada) singt, darf Birte Baumgardt aka Synxtress an das Ending Yoake Umare Kuru Shoujo (Original von Youko Takahashi) ran. Beide machen dabei ihre Sache äußerst gut und bieten dem Zuschauer eine heutzutage äußerst seltene Möglichkeit eines deutschen Anime-Songs direkt in der Serie! Denn hier kommen auch die erwähnten zwei deutschen Tonspuren auf den Discs ins Spiel: Man hat von vornherein die Wahl, ob man die deutsche Synchro auch mit deutschen oder lieber mit japanischen Songs ansehen möchte. Ich hoffe sehr, dass man das auch bei den weiteren Openings und Endings für den Rest der Staffel und auch Staffel 2 so fortführen kann!

Auf der Disk befinden sich übrigens auch eine französische Synchronfassung sowie französische und italienische Untertitel. Da ich aber keine dieser Sprachen beherrsche, kann ich auch keine Aussage über die Qualität treffen.


© YASHICHIRO TAKAHASHI / ASCII MEDIA WORKS / "Shakugan no Shana" COMMITTEE


Fazit:
Mit der deutschen Veröffentlichung von „Shakugan no Shana“ bringen emania ANIME und FilmConfect Anime genau das, worauf viele lange gehofft hatten: Einen großartigen Anime, der in der deutschen Fassung auch den Erwartungen der meisten Fans gerecht werden sollte. Die technische Umsetzung ist dem Alter entsprechend angemessen und weist keine vermeidbaren Mängel auf. Auch mit der deutschen Vertonung kann ich mich sehr gut anfreunden und spreche hierfür ein Lob an das Team hinter der Synchro aus. Abgerundet wird das Paket durch eine äußerst hübsche Verpackung mit optisch ansprechendem Sammelschuber, einem Steelbook sowie der Stoffpuppe. Als kleines Manko könnte man das fehlende Booklet erwähnen, wenn man denn unbedingt eins bräuchte. Der Preis für Vol. 1 ist mit knapp 50€ für fünf Episoden zwar etwas hoch, ist mit dem gebotenen Inhalt aber noch akzeptabel. Dafür sind Vol. 2 bis 5 mit knapp unter 30€ für jeweils fünf Episoden absolut angemessen und in Voraussicht auf die gleichbleibende Qualität ergibt sich mit unter 7€ pro Episode ein durchschnittlicher Preis. Ich war gerne bereit diesen zu bezahlen und kann die Serie auch uneingeschränkt jedem Fan von Action-Serien und Rothaar-Fetischsten empfehlen! Die Serie macht großen Spaß und Shana hat damit endlich das bekommen, was sie seit langem verdient: Einen Platz in den Regalen der Fans hierzulande! Wenn es der Beliebtheit der Serie behilflich ist, dann kann ich das nur gutheißen! Mehr Shana-Fans braucht das Land!

Vol 1. von „Shakugan no Shana“ erscheint am 15. April im Versand- und Einzelhandel, Vol. 2 bis 5 sollen anschließend im jeweiligen Monatsabstand folgen. Bis zum 6. April läuft übrigens noch die exklusive Vorbestellaktion bei emania ANIME, mit der ihr die Serie sogar ein paar Tage vor dem offiziellen Release erhalten könnt!

Wir bedanken uns bei emania ANIME und dem Team von animeradio.de für die Möglichkeit, das Exemplar bereits vor dem Marktstart rezensieren zu können!


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Kommentare (4)

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Avatar: conanmichi#1
Vielen Dank für das Review 😎
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Avatar: decke#2
Dies kippt aber im Laufe der zweiten Staffel immer mehr und letztendlich findet sich ab Staffel 3 fast nur noch Action und Drama, wobei damit auch gleichzeitig viel mehr Wert auf ein Vorankommen in der Geschichte gelegt wird.

Leider wird es spätestes ab Staffel 3 hinzukommend verwirrend und teils unlogisch. Für mich ist Staffel 3 schlecht umgesetzt. 😞
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Avatar: Digger21#4
Danke für das tolle Review!!!
Die Vorfreude steigt und steigt je näher der Release kommt.

Staffel 1 + 2 + Film + OVA sind als BD seit Monaten vorbestellt.
Ich hoffe Staffel 3 gesellt sich da auch noch dazu.
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