„WorldEnd: What do you do at the end of the world? Are you busy? Will you save us?“-Review: Blu-ray Volume 1 von Kazé

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„WorldEnd: What do you do at the end of the world? Are you busy? Will you save us?“-Review: Blu-ray Volume 1 von Kazé

Animes mit überlangen Titeln gibt es inzwischen so einige; manche sind gut, manche eher weniger und manche hinterlassen einen recht eigenen Eindruck. Zu letzterer Kategorie zählt für mich „WorldEnd: What do you do at the end of the world? Are you busy? Will you save us?“, der seit Anfang Oktober auf BD und DVD verfügbar ist.Vorwort und Aufmachung:
Shuumatsu Nani Shitemasu ka? Isogashii desu ka? Sukutte Moratte Ii desu ka?“, wie der Originaltitel lautet und verkürzt einfach nur „SukaSuka“ genannt wird, lief 2017 in Japan an und war zeitgleich auch bei Crunchyroll im Simulcast zu sehen, daher kenne ich den Inhalt bereits. Am 1. Oktober veröffentlichte Kazé Volume 1 auf Blu-ray und DVD.

Für diese Review wurde mir das erste Volume der Serie auf Blu-ray zur Verfügung gestellt. Die Blu-ray wird in einer regulären Amaray-Hülle ausgeliefert, steckt aber selbst in einem hübschen Pappschuber. Neben einem Wendecover mit schönem aufklappbaren Artwork ist ebenso ein 20-seitiges Booklet, genannt „Militärbericht 1“, dabei, welches Hintergrundinfos zur Welt aus „SukaSuka“ sowie zu den Waffen und vor allem den Charakteren liefert.



Inhalt der Serie:
Der Anime ist eine Adaption der gleichnamigen Light Novel von Autor Akira Kareno. Vor 500 Jahren fielen furchterregende und mysteriöse „Bestien“ über die verschiedenen Rassen auf der Welt her. Während die Menschheit ausgerottet wurde, konnten die übrigen Rassen sich auf schwebende Inseln im Himmel retten und sich außerhalb der Reichweite der „Bestien“ bringen. Um sich dieser Wesen zu erwehren, sind besondere Waffen vonnöten ‒ heilige Schwerter, die „Kariyon“ genannt werden ‒ und die einzigen, die diese Waffen benutzen können, sind ein paar junge Mädchen, sogenannte „Kobolde“.
Ein junger Krieger, Willem, wacht plötzlich aus seinem eisigen Schlaf auf und nachdem er feststellen muss, dass er der letzte lebende Mensch ist, schlägt er sich als Tagelöhner in dieser neuen Weltordnung durch. Einer seiner grundverschiedenen Jobs umfasst die „Wartung und Instandhaltung verzauberter Waffen“. Was sich in der Job-Beschreibung jedoch nicht wiederfand ist, dass es sich bei diesen „verzauberten Waffen“ um junge Mädchen handelt, die sich in den Kampf gegen die „Bestien“ stürzen müssen. Schnell wird Willem für die Mädchen zu der Vaterfigur, die sie nie hatten und seine Zuneigung für sie steigt über die eines Betreuers weit hinaus. Zum ersten Mal in seinem Leben findet der erfahrene Krieger sich in einer Rolle, die er so noch nicht kannte, als er zu Hause bangt und darauf wartet, dass seine geliebten Mädchen unbeschadet aus der Schlacht zurückkehren …

Wir führen die Serie als Actiondrama mit Comedy- und Romance-Elementen, wobei zumindest in Volume 1 noch die Comedy überwiegt, aber die dramatische Ausrichtung zunehmend stärker wird. Recht schnell wird klar, dass das Schicksal es nicht wirklich gut mit den Kobolden meint und es nun an Willem liegt, das so weit wie möglich zu verhindern. Anfangs noch recht distanziert, entwickelt er eine große Sympathie zu seinen Schützlingen, allen voran zu Chtolly, die sich ihm trotz anfänglicher Nervosität ebenfalls emotional schnell öffnet. Das sind im Endeffekt auch die einzigen beiden relevanten Charaktere. Der kleine Harem drum herum besteht aus stereotypen Charakteren, die zwar ebenfalls ganz reizvoll sein können, aber abgesehen von Chtolly eher für die Erklärung von Story und Hintergrundinfos wichtig sind und sonst höchstens als Comic Relief dienen. Dazu kommt noch eine große Menge an Kindern, die alle zu Willems Schützlingen werden, von denen aber auch nur wenige überhaupt eine Rolle im Kontext der Story spielen. Chtolly und Willem sind daher auch der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sowie der Romanze und bieten dem Zuschauer auch die beste Unterhaltung – vor allem in Szenen, in denen beide zu sehen sind. Besonders Chtolly, die nach außen hin gerne erwachsener wirkt, als sie eigentlich ist und speziell in Willems Anwesenheit nicht wirklich weiß, wie sie reagieren soll, ist ein liebenswerter Charakter, der dem Zuschauer sicher ans Herz wachsen sind. Die meisten Nebencharaktere sind am Ende nur Beiwerk, auch wenn mir einzelne von ihnen, etwa die rothaarige, menschenfressende Maid Nygglatho, die Willem zum Anbeißen gern hat, persönlich recht gut gefallen haben und ich gerne mehr von ihnen gesehen hätte. Auf Fanservice wird weitgehend verzichtet, es gibt glücklicherweise keine unnötigen Pantyshots oder sonstiges Ecchi – in wenigen Szenen sieht man höchstens mal vereinzelte Personen in Unterwäsche. Alles in allem ein schöner, aber kein überaus innovativer Anime, bei dem die Story von den Charakteren getragen wird, die aber, ganz gleich ob großartig relevant oder nicht, eine gewisse Sympathie ausstrahlen.

Eröffnet werden fast alle Episoden von einem unerwartet tollen Openingsong, der mir persönlich sehr gut gefallen hat und zur Stimmung des Animes passt. Das ruhige Ending ist ebenfalls ein schöner Song, im Vergleich zum Opening aber insgesamt weit weniger eindrucksvoll und blieb mir daher auch weit weniger im Gedächtnis.


© 2017 Akira Kareno · ue / KADOKAWA / #68island · Fairy warehouse © 2020 Crunchyroll SA

Technische Umsetzung:
Animiert wurde der Anime bei Studio Satelight unter Regie von Jun’ichi Wada, wobei „SukaSuka“ (nach „Das Verschwinden der Yuki Nagato“ beim selben Studio) erst seine zweite vollwertige Anime-Serie als Regisseur war. Negative Auswirkungen auf die technische Umsetzung hatte das keine: Die Animationen sind hübsch und das Charakterdesign ist sehr ansprechend, auch wenn die Darstellung insgesamt nicht übermäßig detailreich ist. Die bunte Welt sieht trotz der drohenden Vernichtung wirklich ansehnlich aus und auch Szenen mit vielen Spezialeffekten wie Kampfhandlungen oder Magie wirken eindrücklich. Generell also ein gehobenes optisches Niveau ohne wirkliche Ausreißer nach oben oder unten. Das wurde auch genauso auf die Blu-ray gepresst: Eine Videobitrate nahe dem zulässigen Maximum für eine BD50 gibt das Bild in 1080p ohne Mängel wieder. Der 2.0-Stereoton (kodiert in Dolby-Digital) ist den Zahlen nach zu urteilen dagegen nur Durchschnitt, auf meiner Anlage wirkte dieser trotzdem absolut klar. Technisch also alles in bester Ordnung.


Technische Daten (Blu-ray, Volume 1)

Episoden:6 (von 12)
Länge:ca. 150 Min. (25 min pro Folge)
Verpackung:
Standard-Amaray mit Wendecover im Pappschuber
Tonformat:Deutsch: Dolby-Digital 2.0 (48 kHz, 320 kbps)
Japanisch: Dolby-Digital 2.0 (48 kHz, 320 kbps)
Bildformat:
1920 × 1080 (16:9), 23,976 fps
Videobitrate
Ø ~37 Mb/s
Extras:20-seitiges Booklet
Trailer anderer Titel
FSK:Ab 12 Jahren

Die Serie erschien auch – inhaltlich identisch – auf DVD.



Qualität der deutschen Fassung:
Vor kurzem hatte ich noch die deutsche Synchronfassung von „Izetta, die letzte Hexe“, der ebenfalls über Kazé erschienen ist, gelobt und hatte dadurch gehofft, dass die deutsche Anime-Industrie vielleicht die Kurve gekriegt hat und die – oft völlig zu unrecht – gescholtenen deutschen Anime-Vertonungen endlich auf ein dauerhaft hohes Niveau gebracht hat. Leider ist das nicht der Fall gewesen. Die Synchro von „SukaSuka“ wirkt auf mich wie ein Rückfall in die früheren Zeiten, in der sich Anime-Synchros, die nicht für FreeTV gedacht waren, eher nach Hobbyprojekten, als nach einer professionellen Umsetzung angehört haben.

Im Detail: Zum einem wirken einzelne Sprecher einfach fehlbesetzt, da manche Stimmen komplett lust- und emotionslos klingen. Selbst wenn es Charaktere sind, die eher stoisch wirken, kommt bei mir als Zuschauer einfach nicht die gleiche Botschaft an, die die japansiche Synchro an der Stelle bietet. Zum anderen gab es gewisse Stellen in der Synchro, bei denen ich mich wirklich gefragt habe, ob das Synchronstudio das Projekt nicht einfach nur irgendwie durchdrücken wollte, damit man es endlich weg hat. Ich werde hier an der Stelle keine Rolle im speziellen herauspicken und gezielt schlechtreden. Es ist die Synchronfassung in ihrer Gesamtheit, die für meine Ohren einfach nicht taugt. Beispielsweise existiert eine Szene, in der ein Charakter im O-Ton einen lauten, fast schon erotischen Schrei der Erleichterung von sich gibt. Dieser Schrei wurde in der deutschen Synchronfassung direkt aus der japanischen Synchro übernommen, während das vorherige Stöhnen (nein, es war keine Sex-Szene) noch von der deutschen Sprecherin selbst vertont werden durfte. Ich frage mich: Warum? Traut man den eigenen Sprechern nicht oder hat man es sich nur leicht machen wollen? Vor allem ist ja nicht alles schlecht: Es gibt vereinzelt ganz gute Sprecher, die ihren jeweiligen Charakteren doch eine annehmbare Stimme leihen konnten, aber dann hat man für andere Charaktere die deutsche Stimme durch einen Verzerrungsfilter gejagt, während diese Charaktere für die japanische Fassung völlig normal vertont wurden. Im Großen und Ganzen also ist die Synchronfassung einfach nicht auf einem Niveau, auf dem diese sein könnte.

Um doch mal ein paar positive Worte zu finden: Die Dialoge an sich wirken auf mich überwiegend stimmig und sind trotz vereinzelter Unterschiede zum Inhalt der Untertitel soweit nachvollziehbar, dass der jeweilige Kontext der Szene erhalten bleibt. Ich will hier auch weder dem Synchronstudio noch den Sprechern ihre Leistung und die sicherlich harte Arbeit absprechen und entschuldige mich, falls ich jemandem wirklich auf den Schlips trete, aber ich kann dieser Synchronfassung kein gutes Zeugnis ausstellen. Gerade bei einem Drama wie diesem ist es wichtig, den Charakteren Tiefe und Gefühl zu verpassen und das klappt hier leider nur bedingt. Es ist keine Vollkatastrophe und auch auf Deutsch lässt sich die Serie bestimmt genießen. Ich konnte es jedoch nicht und empfehle daher, die deutsche Synchronfassung zu meiden und die Serie im Originalton mit deutschen Untertiteln anzusehen. Die Untertitel entsprechen denen der Crunchyroll-Fassung; Opening und Ending wurden leider nicht untertitelt.


© 2017 Akira Kareno · ue / KADOKAWA / #68island · Fairy warehouse © 2020 Crunchyroll SA


Fazit:
SukaSuka“ ist eine schöne, dramatische Geschichte, die es sich nicht nehmen lässt das Drama auch auszuleben. Die Charaktere sind äußerst liebenswert und das ständig drohende Unheil ist ein wichtiger Faktor für den Unterhaltungswert des Animes. Trotz der leider weniger gut gelungenen deutschen Vertonung macht der Anime Spaß und bietet gute Unterhaltung für alle, die auf Drama und etwas Action stehen. Mit etwa 45 € pro Volume ist auch „SukaSuka“ nicht wirklich günstig, aber etwa im Preisrahmen vergleichbarer Volumes. An Bonusfeatures ist nicht großartig viel vorhanden, aber das kleine Booklet bietet trotzdem genug Zusatzinfos und ist eine schöne Ergänzung zur Serie und auch die technische Umsetzung gibt keinen Grund zur Klage. Mit einem Kauf macht man daher sicher nichts falsch, wobei ich trotzdem anraten würde, die Serie in diesem Fall lieber mit der japanischen Synchronfassung zu gucken.

Das erste Volume von „WorldEnd: What do you do at the end of the world? Are you busy? Will you save us?“ erschien am 1. Oktober im Versand- und Einzelhandel, Volume 2 ist für den 3. Dezember angekündigt. Wir danken Kazé für das kostenlose Rezensionsexemplar.


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