Goddess Bless You from Death (2025)

Goddess Bless You from Death / สิงสาลาตาย

Rezensionen – Sing Sa La Tai

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Film „Goddess Bless You from Death“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: SabriSonneKekslegende
Redakteur
#1
Angekündigt, abgesagt, neu gedreht – und ich habe nichts davon mitbekommen! Dementsprechend war meine Enttäuschung erst einmal groß, als mit dem Vorwissen über den alten Trailer die neue Variante von „The Goddess bless You from Death“ losgegangen ist. Und obwohl mir die Serie final dann doch gefallen hat – die originale Variante wäre wahrscheinlich deutlich besser gewesen!


Zur Handlung
Und das hat einen entscheidenden Grund: in der neuen Variante zerlegt sich das Rückgrat der Handlung, der Krimi.

Dennoch muss ich ihm erstmal zu Gute halten, dass ich die Idee sehr ansprechend finde. Serienmörder sind immer spannend und dieses Thema mit einem Ritualmord und Geistergeschichten zu kombinieren war eine sehr clevere Idee. Die Stimmung war durchgehend sehr gut, die Geister wirkten zu keinem Zeitpunkt kitschig und auch das Übernatürliche wurde realistisch als zeitgenössische Fantasy eingebaut. Die Serie verzichtet nämlich darauf, die Geister wissenschaftlich erklären zu wollen und nimmt die Tatsache einfach hin.

Dennoch kann das Setting nicht darüber hinweg täuschen, dass der Krimi von Vorne bis Hinten ein einziges Plothole ist.

Und das startet meiner Meinung nach schon am Set-up.
In der Originalvariante spielt die Handlung auf dem Land. Die Leichen hängen an einem Baum, mitten im Wald. Überall reagiert die Aberglaube und Geister und Naturmächte sind an der Tagesordnung.
Und dann kam die neue Variante: wir legen eben dieses Thema in die Moderne einer Stadt. Und damit hebt sich die Logik von Natur aus schon fast von selbst aus. Das Hauptproblem ist aber nun der Baum, an dem die Opfer aufgehängt werden: er steht mitten in einer verlassenen Baustelle! Mitten in der Stadt! Und da fragt man sich sofort unweigerlich – was ist das für ein Baum?!
  • Natürlich kann der in der Baustelle nicht gewachsen sein! Der Baum sieht nämlich aus, als wäre er hunderte Jahre alt, sprich, er kann weder nach Aufgabe der Baustelle dort gewachsen sein (im Sinne: die Natur erobert sich die Welt zurück), noch werden die Architekten gezielt darum geplant haben. Zumindest nicht in dieser Art und Weise und an dieser Stelle des Gebäudes
  • Wie ist der Baum also dann her gekommen? Der Baum ist definitiv zu groß, um ihn herzutransportieren, geschweige denn ihn alleine aufzustellen. Außerdem wäre ein solcher Baum viel zu instabil und würde kippen. Und transportier mal einen solchen Baum mitten durch die Stadt und stell den mal auf, ohne dass dich jemand sieht!

Und damit war ich gedanklich erst einmal raus!
Ich war nicht nur mega enttäuscht, dass ich eine komplett andere Serie präsentiert bekommen habe, wie ich sie noch von damals aus dem alten Trailer kannte, die Serie machte auch plötzlich keinen logischen Sinn mehr!

Und das Schlimme ist, dass der Krimi von einer praktischen Fügung oder Dummheit in die Nächste rennt:
  • Bereits in der ersten Folge wird klar, dass der Täter ein System bei der Opferwahl verfolgt, nämlich Wochentage – und das grenzt für unsere Polizei die Opfer wie ein?! Jeder Mensch ist an einem Wochentag geboren, dementsprechend kann JEDER Mensch zum Opfer werden! Und dass am Ende zum Großteil unsere Hauptcharaktere ausgewählt werden, gibt zwar Dramatik, macht aber inhaltlich einfach null Sinn!
  • Unsere beiden Gerichtsmediziner, das Second Couple, liefern Hinweise immer genau dann, wenn man in der Story weiter gehen will. Dass sie dadurch nur doof wirken und anscheinend ihren Job nicht ordentlich erledigen – egal! So kommt man erst 6 Folgen später auf die Idee, mal den Mageninhalt der Opfer zu untersuchen und man merkt erst in Folge 10, dass der Täter ja eine Möglichkeit zum Kühlen gebraucht hat (was nach den Rückschlüssen nach der 1. Folge schon klar war!).
  • Thup, Sing und King landen per Zufall in einem zufälligen Krankenhaus auf dem Land, wo sie plötzlich auf die Idee kommen, das Archiv zu durchsuchen. Nach gefühlt 5 Minuten ziehen sie in einem ganzen Zimmer voll mit unbeschrifteten Mappen zufällig genau die richtige heraus, die die Handlung massiv weiter bringt und natürlich etwas mit unserem Fall zu tun hat…?!

Jetzt fragt ihr wahrscheinlich schon die ganze Zeit: „Aber wenn das doch so unlogisch war, wieso dann trotzdem diese Bewertung?“

Erstens, weil ich Plotholes bis zu einem gewissen Punkt gut akzeptieren kann, aber das ist ein persönlicher Aspekt. Zweitens, weil die Handlung vom Aufbau her in sich absolut logisch ist. Der Krimi macht von der Reihenfolge seiner Ereignisse und Erkenntnisse absolut Sinn, wenn auch zu viel des Zufalls und zu viel der praktischen Dummheit zur Lösung führt. Die Schlüsselereignisse sind gut gesetzt, sprich, man erfährt in jeder Folge etwas Neues, aber nie zu viel, um die Handlung bereits nach 3 Folgen zu spoilern. Der Fall bleibt sehr lange sehr interessant, weil man genau die richtige Menge an Informationen präsentiert bekommt. Dennoch muss man zugeben, dass 13 Folgen insgesamt dann doch zu viel waren. Der Täter überrascht am Ende jedoch zu wenig, v.a. als die große Auflösung gegen Ende kam.

Und dann rettet die Romanze einfach viel.
Sicherlich war sie an einigen Stellen auch fehl am Platz, gerade als sich am Ende die Story doch sehr verdichtete und man einen gewissen zeitlichen Druck hatte, unsere Hauptcharaktere aber trotzdem noch für unnötige Niedlichkeiten anscheinend massig Zeit hatten.
Dennoch funktioniert die Romanze in ihrem Aufbau sehr gut. Die Abhängigkeit zwischen Thup und Sing und ihre vielen Interaktionen machen im Zusammenhang mit dem Setting absolut Sinn, denn beide starten ja als Verdächtiger und Polizist. Somit funktioniert der Übergang in eine Romanze sehr sicher. Gut geschrieben fand ich außerdem, dass sie nicht erst über eine aufkommende Freundschaft zum Paar werden, sondern ihre Interaktion eher aufgrund „äußerer Umstände“ zustande kommt. Dies bettet die Romanze sehr gut und sinnvoll in die Serie ein.
Auch den Einsatz von King als Love Rival fand ich trotz bekannter Konflikte überraschend weniger nervig und vorhersehbar als erwartet. Dies lag meiner Meinung hauptsächlich daran, dass Thup überhaupt nicht eifersüchtig reagiert und das Thema durch gute Kommunikation sehr realistisch aus der Welt geschaffen wird. Denn sind wir ehrlich: wie oft entsteht in anderen Serien Drama, nur weil sich die Figuren nicht miteinander unterhalten können oder wollen?!

Leider versagt die Serie etwas beim Second Couple, unseren Gerichtsmediziner. Nicht, weil die beiden Charaktere und Darsteller nicht zusammenpassen, sondern eher, weil man das Gefühl hat, die würden an der Startlinie stehen und keiner gibt das Startsignal. Als hätte man sie zum Beginn des Rennens gerufen und dann steht der Typ mit der Pistole 20 Minuten da, alle sind startbereit, aber er schießt nicht. Man weiß genau, dass das Couple noch wichtig wird, aber die Handlung gibt einem dermaßen das Gefühl, dass sie noch nicht bereit dafür ist. So dreht sich hier gerade zu Beginn doch einiges im Kreis. Auch hier bestätigt sich somit, dass 13 Folgen etwas zu viel waren. Hätte man auf 10 Folgen gekürzt, hätte man Sey und Darin schon deutlich früher in die Handlung einbinden können.


Zu den Charakteren
Mein erster Gedanke war: „Die kenne ich doch irgendwo her…?!“, aber ich konnte sie erst einmal nicht zuordnen. Aber das lag daran, dass ich die andere Serie bis dato nur vom Hören-Sagen kannte, denn beim Cast handelt es sich um Copy-Paste aus der Serie „Pit Babe“!

Kann man jetzt finden wie man will, brachte jedoch den Vorteil, dass sich alle schon untereinander kannten und dementsprechend das Miteinander sehr gut war. Alle Darsteller waren schon aufeinander eingestellt und das merkte man auch in der Performance. Insgesamt sehr solide bis wirklich stark.

Auch charakterlich überraschte mich der eine oder andere doch sehr, allen voran Thup, der trotz der typischen und in anderen Serien schon oft gesehenen „Damsel in Distress“-Optik überraschend wenig zu diesem Stereotyp gehörte. Sicherlich gehört es zu seinem Charakter, Sing als großen Beschützer doch zu pushen, aber er kann auch selbst denken und sich selbst verteidigen.
Sing überzeugt als Polizist und hat eine überraschend emotionale Hintergrundgeschichte, die zwar nicht neu, aber überzeugend war. Die Rivalität mit King, sowohl romantisch als auch beruflich, war ebenfalls nicht neu, aber in sich logisch aufgebaut und eine gute Grundlage für charakterliche Entwicklung für beide und funktionierte im Sinne des Teambuildings sehr gut.

Verschenkt wurden für mich Sey und Darin, und das aus bereits genannten Gründen. Außerdem ist mir Darin ein bisschen zu sehr „Damsel in Distress“. Und wer ist bitte auf die Idee gekommen, Michael (Sey) die Haare in dieser furchtbaren Farbe zu färben?! Erstens passt sie überhaupt nicht zu Seys Charakter, und zweitens steht sie Michael überhaupt nicht! Das war echt ein Knick in der Optik!

Der restliche Cast, auch die Geister, überzeugen durch gute bis sehr gute Performance. Als einzigen fand ich den Polizeichef sehr nervig und zu aufgesetzt, aber gerade die Geister fand ich sowohl optisch als auch darstellerisch ein tolles Highlight.


Fazit
„The Goddess bless You from Death“ rettet sich final über die besondere Idee und logische Abfolge der Ereignisse. Große Abzüge gibt es jedoch beim genaueren Hinschauen in der B-Note, besonders in der Logik aufgrund des getauschten Settings. Hätte die Handlung im hinterletzten Dorf an der hinterletzten Landstraße gespielt, wären sicherlich einige der hier gemachten Fehler gar nicht passiert.
Wen das aber nicht stört, bekommt einen durchaus guten, erwachsenen und spannenden BL mit insgesamt sehr solider Performance präsentiert.

Beitrag wurde zuletzt am 01.02.2026 10:00 geändert.
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