- Handlung
- Handwerkliches
- Figuren
- Musik
Ich habe gestern „Der große Krieg der Planeten“ gesehen. Ein japanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1977. Produziert wurde der Film von der beliebten Toho Company, die für diverse Produktionen aus dem Sektor Kaiju Eiga und Tokusatsu, sowie auch diversen Anime und auch den Filmen von Akira Kurosawa bekannt geblieben ist. Regie führte hier Jun Fukuda mit Darstellern wie Kensaku Morita, Yuko Asano, Masaya Oki, Ryō Ikebe und diversen anderen.
Handlung:
Eine Armada kugelförmiger UFOs aus der Venus stürzt sich auf die Erde und reißt in wenigen Stunden ganze Großstädte in die Vernichtung. Die Welt steht am Abgrund, als der geniale japanische Wissenschaftler Prof. Masato Takigawa das längst aufgegebene Kriegsraumschiff Gothen wieder zum Leben erweckt. Im Wettlauf gegen die Auslöschung treibt er das Projekt mit eiserner Entschlossenheit voran und vollendet die Gothen in einer beispiellosen Kraftanstrengung. Kaum startbereit, entfesselt das Schiff einen vernichtenden Gegenschlag und löscht die außerirdische Angriffsflotte in einem Feuersturm aus.
Doch Takigawa kennt keine Ruhe und führt die Gothen entschlossen direkt in das Herz des Feindes auf Kurs zur #Venus. Dort entscheidet sich das Schicksal der Menschheit im finalen Duell…
Meine Meinung:
An vielen Stellen ist zu lesen, dass dieser Film auf dem Siegeszug von „Star Wars“ mitzureiten versucht. Im Vergleich zu einigen anderen weit offensichtlicheren RipOffs, offenbart dieser Film hier jedoch einige andere Fingerzeige. So fühlte ich mich durch die multiprofessionelle Crew von der Erde und ihrem Rumgepimmel auf der Brücke deutlich stärker an „Star Trek“ als die Lichtschwert-Saga von George Lucas erinnert.
Aber auch sowas wie „U2000 - Tauchfahrt des Grauens“ oder Leiji Matsumotos „Space Battleship Yamato“ fallen mir deutlich schneller ein, was auch an der Tatsache liegt, dass die Raumschiffe sich hier ziemlich analog zu Flugzeugträgern auf See verhalten. Die Raumanzüge übrigens erinnerten mich vom Design frappierend an „2001 - Odyssee im Weltraum“. Und dann taucht am Ende überraschend doch ein Chewbacca mit Hörnern auf… Es wurde sich also an mehreren Stellen großzügig bedient.
Handwerkliches:
Handwerklich wurde im Film eine charmante kleine Meisterleistung erzielt. So gibt es geschickte Überblendungen zwischen schön anzusehenden Miniatur Aussenaufnahmen der Venus, Weltraumflügen sowie den Interieurs der Raumschiffe und Hangare zu sehen. Die Japaner gaben sich Mühe, auch wenn stellenweise die Immersion dann kippt, wenn beispielsweise ein Fahrzeug durch eine Druckwelle über den Venus-Boden rollt, hier nix verlangsamt wurde und dadurch das Gefühl entsteht, dass jemand einfach ein Spielzeugauto rollt. - Sowas habe ich kürzlich deutlich geschickter in dem britischen „Unfall im Weltraum“ bewundern können.
Zur Erzählweise:
Der Film erstmal extrem talky auf der Erde. Signale von Terra 5 werden empfangen (ich dachte erst an nen weiteren erdähnlichen Planeten, war aber doch nur nen Raumschiff) und der spätere Commander der Gohten führt ein langes Gespräch mit einem Venusianer der das Gesicht des kurz zuvor für tot geglaubtem Dr.Schmidt trägt. Kommt natürlich raus.
Sobald dann die Action auf der Venus beginnt, dauert es also erstmal ein wenig; selbst bei nur 86 Minuten Laufzeit. Die Action selbst fand ich dann cool, allerdings gab es mehrere Momente, wo es unübersichtlich wurde, wer eigentlich wo oder hinein umgestiegen ist. Ach, ist schon bei ner Kamikaze-Aktion ums Leben gekommen. Na dann‘
Die Figuren:
Die große Schwachstelle aus meiner Sicht ist, dass der Film seine Geschichte mit einem recht großen, aber unetablierten Ensemble zu erzählen versucht. Der Held des Films soll das Kollektiv des Crew sein, aber jedes einzelne Mitglied bleibt blass und rauscht namenlos an mir vorbei. Da ist irgendnen Typ, dem sein einst bester Freund die Freundin in dessen Abwesenheit „weggeschnappt“ hat (so sagt es der Film gleich nach dem fast 4-minütigen Vorspann). Deren Vater hätte aber lieber den ersten Freund an der Seite seiner Tochter gesehen. Und wie es der Zufall so will, ist der Vater der Commander an Bord der Gohten und mangels Auswahl Tochter und die beiden Nebenbuhler und einstigen Homies Crew-Mitglieder. Aber glaub man nicht, dass die sich deswegen in die Haare kriegen. Nein, nein, das sind schließlich Japaner, die da souverän bleiben und professionelle Contenance wahren. Ansonsten gibts noch irgendsonen Deutschen namens Armin, der ganz dramatisch den Heldentod sterben darf.
Das alles bleibt aber so hintergründig und unnahbar erzählt, weil der Film den Hauptfokus dafür aufwendet seinen titelgebenden großen Krieg der Planeten inszenieren zu dürfen. Dabei fiel mir bei der Infiltration der Venus irgendwie auf, dass der böse Zampano offenbar alles ganz alleine steuert und koordiniert. Als einzigen Helferich sehen wir den Wookie mit Hörnern, aber keinesfalls, wer eigentlich dessen Space-Galeere und die kleinen runden Dinger steuert. Seltsam.
Fazit:
Ich für meinen Teil fühlte mich gut unterhalten, liebte die Spezialeffekte und das Erzeugen der Illusion von Größe, die allerdings nicht immer zündete. Wer also Bock auf einen handwerklich kreativen, aber erzählerisch etwas holprigen Science-Fiction-Film mit blass bleibenden Abziehbild-Figuren hat, dem sei „Der große Krieg der Planeten“ wärmstens ans Herz gelegt.
Handlung:
Eine Armada kugelförmiger UFOs aus der Venus stürzt sich auf die Erde und reißt in wenigen Stunden ganze Großstädte in die Vernichtung. Die Welt steht am Abgrund, als der geniale japanische Wissenschaftler Prof. Masato Takigawa das längst aufgegebene Kriegsraumschiff Gothen wieder zum Leben erweckt. Im Wettlauf gegen die Auslöschung treibt er das Projekt mit eiserner Entschlossenheit voran und vollendet die Gothen in einer beispiellosen Kraftanstrengung. Kaum startbereit, entfesselt das Schiff einen vernichtenden Gegenschlag und löscht die außerirdische Angriffsflotte in einem Feuersturm aus.
Doch Takigawa kennt keine Ruhe und führt die Gothen entschlossen direkt in das Herz des Feindes auf Kurs zur #Venus. Dort entscheidet sich das Schicksal der Menschheit im finalen Duell…
Meine Meinung:
An vielen Stellen ist zu lesen, dass dieser Film auf dem Siegeszug von „Star Wars“ mitzureiten versucht. Im Vergleich zu einigen anderen weit offensichtlicheren RipOffs, offenbart dieser Film hier jedoch einige andere Fingerzeige. So fühlte ich mich durch die multiprofessionelle Crew von der Erde und ihrem Rumgepimmel auf der Brücke deutlich stärker an „Star Trek“ als die Lichtschwert-Saga von George Lucas erinnert.
Aber auch sowas wie „U2000 - Tauchfahrt des Grauens“ oder Leiji Matsumotos „Space Battleship Yamato“ fallen mir deutlich schneller ein, was auch an der Tatsache liegt, dass die Raumschiffe sich hier ziemlich analog zu Flugzeugträgern auf See verhalten. Die Raumanzüge übrigens erinnerten mich vom Design frappierend an „2001 - Odyssee im Weltraum“. Und dann taucht am Ende überraschend doch ein Chewbacca mit Hörnern auf… Es wurde sich also an mehreren Stellen großzügig bedient.
Handwerkliches:
Handwerklich wurde im Film eine charmante kleine Meisterleistung erzielt. So gibt es geschickte Überblendungen zwischen schön anzusehenden Miniatur Aussenaufnahmen der Venus, Weltraumflügen sowie den Interieurs der Raumschiffe und Hangare zu sehen. Die Japaner gaben sich Mühe, auch wenn stellenweise die Immersion dann kippt, wenn beispielsweise ein Fahrzeug durch eine Druckwelle über den Venus-Boden rollt, hier nix verlangsamt wurde und dadurch das Gefühl entsteht, dass jemand einfach ein Spielzeugauto rollt. - Sowas habe ich kürzlich deutlich geschickter in dem britischen „Unfall im Weltraum“ bewundern können.
Zur Erzählweise:
Der Film erstmal extrem talky auf der Erde. Signale von Terra 5 werden empfangen (ich dachte erst an nen weiteren erdähnlichen Planeten, war aber doch nur nen Raumschiff) und der spätere Commander der Gohten führt ein langes Gespräch mit einem Venusianer der das Gesicht des kurz zuvor für tot geglaubtem Dr.Schmidt trägt. Kommt natürlich raus.
Sobald dann die Action auf der Venus beginnt, dauert es also erstmal ein wenig; selbst bei nur 86 Minuten Laufzeit. Die Action selbst fand ich dann cool, allerdings gab es mehrere Momente, wo es unübersichtlich wurde, wer eigentlich wo oder hinein umgestiegen ist. Ach, ist schon bei ner Kamikaze-Aktion ums Leben gekommen. Na dann‘
Die Figuren:
Die große Schwachstelle aus meiner Sicht ist, dass der Film seine Geschichte mit einem recht großen, aber unetablierten Ensemble zu erzählen versucht. Der Held des Films soll das Kollektiv des Crew sein, aber jedes einzelne Mitglied bleibt blass und rauscht namenlos an mir vorbei. Da ist irgendnen Typ, dem sein einst bester Freund die Freundin in dessen Abwesenheit „weggeschnappt“ hat (so sagt es der Film gleich nach dem fast 4-minütigen Vorspann). Deren Vater hätte aber lieber den ersten Freund an der Seite seiner Tochter gesehen. Und wie es der Zufall so will, ist der Vater der Commander an Bord der Gohten und mangels Auswahl Tochter und die beiden Nebenbuhler und einstigen Homies Crew-Mitglieder. Aber glaub man nicht, dass die sich deswegen in die Haare kriegen. Nein, nein, das sind schließlich Japaner, die da souverän bleiben und professionelle Contenance wahren. Ansonsten gibts noch irgendsonen Deutschen namens Armin, der ganz dramatisch den Heldentod sterben darf.
Das alles bleibt aber so hintergründig und unnahbar erzählt, weil der Film den Hauptfokus dafür aufwendet seinen titelgebenden großen Krieg der Planeten inszenieren zu dürfen. Dabei fiel mir bei der Infiltration der Venus irgendwie auf, dass der böse Zampano offenbar alles ganz alleine steuert und koordiniert. Als einzigen Helferich sehen wir den Wookie mit Hörnern, aber keinesfalls, wer eigentlich dessen Space-Galeere und die kleinen runden Dinger steuert. Seltsam.
Fazit:
Ich für meinen Teil fühlte mich gut unterhalten, liebte die Spezialeffekte und das Erzeugen der Illusion von Größe, die allerdings nicht immer zündete. Wer also Bock auf einen handwerklich kreativen, aber erzählerisch etwas holprigen Science-Fiction-Film mit blass bleibenden Abziehbild-Figuren hat, dem sei „Der große Krieg der Planeten“ wärmstens ans Herz gelegt.
