Ghost in the Shell (Manga)Koukaku Kidoutai / 攻殻機動隊

  • TypManga
  • Bände / Kapitel1 / 11
  • Veröffentlicht05.1989
  • HauptgenresActiondrama
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonOriginalwerk
  • ZielgruppeMännlich

Manga Informationen

  • Manga: Ghost in the Shell
    • Japanisch Koukaku Kidoutai
      攻殻機動隊
      Status: Abgeschlossen
      Veröffentlicht: 05.1989 ‑ 11.1991
      Bände / Kapitel: 1 / 11
      Publisher: Kodansha Ltd.
      Mangaka: Autor & Illustrator
    • Englisch Ghost in the Shell
      Status: Abgeschlossen
      Veröffentlicht: 12.1995
      Bände / Kapitel: 1 / 11
    • Deutsch Ghost in the Shell
      Status: Abgeschlossen
      Veröffentlicht: 11.1995 ‑ 11.1996
      Bände / Kapitel: 3 / 11
      Publisher: Egmont Manga
    • Synonyme: The Ghost in the Shell

Manga Beschreibung

Klappentext:
Wir schreiben das Jahr 2029. Weitere Weltkriege und der enorme technologische Fortschritt haben das Angesicht der Welt verändert. Nach dem vierten Weltkrieg wird die Erde von einem asiatischen Block unter japanischer Führung beherrscht. Ein Schlüsselelement ist die Spezialeinheit SHELL, die unerbittlich die Auswüchse des Terrorismus bekämpft.
Sprachauswahl: Deutsch, Englisch
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Avatar: Luziferian#1
Bewertungsgrundlage: Hardcoverneuauflage mit einigen Farbseiten von Egmont Manga 2016

Handlung
 
Japan im Jahre 2029: Ein Großteil der Bevölkerung ist Teils oder gar – bis auf einen Teil des ursprünglichen Gehirns, in dem der „Ghost“ sitzt – komplett cyborgisiert. Roboter, Androiden und künstliche Intelligenzen sind fester Bestandteil des Alltags und die Menschen sind jederzeit vernetzt.
Unter Leitung von Chief Aramaki sagt Sektion 9, ein geheimes Sondereinsatzkommando der japanischen Regierung, Cyberterrorismus und gefährlichen Hackern den Kampf an. Die größte Bedrohung geht derzeit vom sogenannten Puppet Master aus, der Cyborgs hackt um sie gegen ihren Willen Aufträge für ihn erledigen zu lassen. Der fähige Hacker schafft es sogar in geschützte Cyberbrains einzudringen. Und dies ist nur einer von vielen Fallen mit denen es die Sektion 9 um Major Motoko Kusanagi und Batou zu tun bekommt…
 
Kurzreview
 
Der Science-Fiction Klassiker von Masamune Shirow erzählt nicht direkt eine Zusammenhängende Geschichte, sondern beleuchtet auf episodische Art und Weise einzelne Fälle der Sektion 9. Die oben angedeutete Handlung um den Puppet Master findet sich dabei nur in einigen Kapiteln des Manga wieder und die einzelnen Episoden bauen sehr locker aufeinander auf. Der berühmte Animeklassiker beschränkt sich übrigens auf die Adaption eben jener Kapitel um den Puppet Master. Für Kenner des Anime lohnt sich der Manga also trotzdem, da er noch einige andere Fälle behandelt. Diese Fälle drehen sich dabei häufig um Intrige, wirtschaftliche und politische Ränkespiele zwischen verschiedenen Ministerien oder Streitereien um Zuständigkeiten konkurrierender Eingreiftruppen wie etwa Sektion 9 und Sektion 6. Hierbei muss man vor allem die Umstände und die Zeit berücksichtigen, in der der Manga entstand: Im Japan der 80er. Dementsprechend reflektiert der Manga viele Ängste oder gesellschaftliche und politische Probleme dieser Zeit. Solche geschichtlichen, wissenschaftlichen oder philosophischen Hintergrundinformationen werden übrigens auf vielen Seiten in Autorenkommentaren ergänzt. Darüber hinaus beinhalten die Kommentare Erklärungen oder Ergänzungen zu einzelnen Panels oder Sachverhalten. Das ist eine schöne Sache und in vielen Fällen tatsächlich Hilfreich oder eine nette Information am Rande. Für das verstehen der Geschichte sind diese Kommentare allerdings meistens nicht notwendig. Bei der oben angegebenen Lesezeit habe ich die Kommentare übrigens mitgelesen. Im Großen und Ganzen ist der Manga so gut verständlich und nachvollziehbar. Lediglich wenn der Puppet Master anfängt zu philosophieren und auf Vorgänge der Quantenphysik und Teils auf Metaphysische Phänomene eingeht war mir das ganze zugegebenermaßen etwas zu hoch oder ich war beim Lesen zu müde. Ich habe allerdings den Verdacht, dass es Absicht ist. Denn Major Kusanagi würgt den Puppetmaster in seinem letzten Monolog irgendwann ab, da sie auch kein Wort versteht. Vielleicht soll genau dies auch den Leser reflektieren. Zuzutrauen wäre es Shirow wohl. Erzählerisch stehen wirklich die Fälle und die Welt der Geschichte im Vordergrund. Die Charaktere bleiben dabei auf den ersten Blick recht blass, da sie meist nur im direkten Zusammenhang mit den Ermittlungen oder den Einsätzen agieren und reagieren. Die Charakterisierung der Figuren findet nämlich eher zwischen den Zeilen statt. Wie wahrscheinlich die Meisten kannte ich zuerst den Anime Spielfilm und die Serienableger bevor ich jetzt erstmals den Manga gelesen habe. Bedenkt man das, dürfte einem der Charakter des Major sehr auffallen. Ist sie in den Animeadaptionen sehr besonnen, konzentriert und immer cool, so ist sie im Manga an manchen Stellen regelrecht aufbrausend auf der einen und aufmüpfig auf der anderen Seite. Batou und selbst Aramaki werden dann schon Mal mit einer kecken und frechen Antwort abgewatscht. Badass und Herrin der Lage ist sie dennoch meistens. Allerdings philosophiert sie nicht so viel wie in den Anime. Das mag an dem Fokus auf die Fälle an sich liegen, die im Manga eher politischer Natur sind oder sich mit der Unterwelt befassen. Das komplexe Verhältnis von Mensch und Maschine ist lange nicht so präsent wie man es etwa aus dem Film kennt und wird für mein Empfinden weniger philosophisch angegangen. Lediglich Kusanagis Kontakt mit dem Puppet Master geht dann aber sehr stark in eine solche Richtung.
Optisch kommt der Manga aus heutiger Sicht einer kleinen Zeitreise gleich. Denn stilistisch geht mehr 80er gar nicht. Die Charakterdesigns, allen voran natürlich Kusanagis, sind dabei durchaus ansprechend. Besonders in Formatfüllenden Porträts sehen die Figuren wirklich gut aus. Sogar der etwas affenähnliche Aramaki. Sind die Personen jedoch von etwas weiter weg zu sehen werden die Zeichnungen manchmal etwas gröber. Actionszenen hingegen sind meistens sehr sauber und detailliert gezeichnet, sind manchmal allerdings trotzdem ein klein wenig unübersichtlich geraten. Häufig werden in den Panels auch Bewegungen angedeutet, was den statischen zweidimensionalen Bildern zusätzliche Dynamik verleiht. Zusätzlich wird die Zweidimensionalität des Mediums durch geschickte Linienführung etwas aufgebrochen um Tiefenwirkung zu erzeugen und um räumliche Verhältnisse zu betonen. Das gefiel mir sehr gut und fiel mir besonders auf. In dieser in einem Band gesammelten Neuauflage des Manga verfügt zudem fast jedes Kapitel über einige Farbseiten. Meistens sieht das auch ganz schick aus und unterstreicht durch die Farbgebung den 80er-Charme. Die Seiten sehen aus wie aus einem alten Comicbuch.
Trotz der Hacker- und Terrorismusthematik ist der Manga nicht nur ernst. Das spiegelt sich vor allem in den Zeichnungen der Gesichter wieder: Diese sind manchmal slapstickmäßig verzerrt oder sehr überzeichnet. Für meine Wahrnehmung des Franchises wirkt das etwas unpassend und ist meistens vor allem eher weniger lustig.
Ich gebe es zu, ich habe schon etwas gestöhnt, als ich den Manga gekauft habe. 25 Euro für einen Manga sind verdammt viel. Ich kann jedoch Entwarnung geben! Denn das wirklich schicke und äußert hochwerte Hardcover im etwas größerem Mangaformat fasst die komplette Serie. Insgesamt sind das je nach Lesetempo und ob man die Kommentare mitließt fünf bis sechs Stunde Lesezeit. Die Übersetzung ist außerdem sehr gut und mir fiel kein einziger Fehler auf.
 
Fazit
 
Nicht zuletzt auch wegen der bekannten Animeadaption ist Ghost in the Shell zweifellos ein Klassiker der Science-Fiction und des Manga gleichermaßen. In meinen Augen bleibt der Manga jedoch erstaunlicherweise ein klein wenig hinter seiner Adaption zurück. Das liegt für mich persönlich zum einen an der episodischen Erzählweise und der gefühlt weitaus weniger präsenten philosophischen Tiefe. Und zum anderen an den Fällen, die nicht den Puppet Master thematisieren. Die sind immer relativ ähnlich und (ich muss es wirklich betonen: für MICH) zu politisch. Ränkespiele und Streits um Zuständigkeiten etc. pp sind nicht so sehr mein Ding. Trotzdem sollte jeder, der den Film mochte und sich für die Thematik begeistern kann einmal reinlesen.
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Avatar: Orlock#2
Kennt noch jemand das Lied "King of my Castle" vom Wamdue Project? Es gab ein wirklich schönes Musikvideo dazu, dass aus Schnipseln aus dem Ghost in the Shell Anime zusammengeschnitten wurde. Heraus kam eine Handlung, die mit dem Anime wenig zu tun hatte.
Warum ich das schreibe?
Nun, dieses Musikvideo verhält sich zum Ghost in the Shell Anime etwa so, wie der Anime zum Manga.

Tatsächlich besteht der Manga aus diversen Geschichten die jeweils einzelne Einsätze darstellen. Das Ganze wird nur grob durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten, die aber mit dem Puppetmaster aus dem Anime wenig bis gar nichts zu tun hat. Dieser spielt nur in wenigen Einsätzen eine Rolle. Damit erinnert der Manga eher an den ersten Stand Alone Complex. Das ist an sich ist ja nichts Schlechtes, wären die einzelnen Geschichten wenigstens gut. Das sind sie aber nur teilweise. Tatsächlich gibt es heftige Qualitätsunterschiede. Die Macher des Anime haben sich ganz klar die besten Ideen des Manga herausgesucht um daraus einen Film zu machen.

Kommen wir zum Zeichenstil.
Der ist ebenfalls durchwachsen. Die Charaktere sehen aus, wie Karikaturen ihrer Animevorbilder. Das heißt, eigentlich ist es ja andersrum...
Dazu sind die Bilder sehr winzig. Obwohl der Manga im größeren Format veröffentlicht wurde, sind die einzelnen Bilder echt klein. Teilweise sind Details nur sehr schwer zu erkennen.

Abschließend kann ich nur die Macher des Anime loben. Die haben in dem Manga ein verborgenes Potential entdeckt und daraus einen schlicht großartigen Film gemacht. Wer den kennt und liebt muss sich den Manga nicht mehr antun.
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