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Anime Kino-Events in der Schweiz

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Avatar: HyperionCHThemenstarter#16
@Aminobenzol
In der Schweiz wird nicht pro Sprachversion eine Statistik geführt, sondern pro Sprachregion. Denn die Kinostarts pro Sprachregion (Deutsch/Französisch/Italiensich) sind auch unterschiedlich bzw. wie bereits gesagt gibt es nicht selten Filme, die nur in einer Sprachregion ins Kino läuft. Die Westschweiz und das Tessin werden z.B. von Til Schweiger-Filmen grundsätzlich verschont. :D
Die Statistik ist auch einfach erstellt und läuft grösstenteils automatisch (da fast alle Kinos elektronische Bestell- und Kassensysteme nutzen). Somit ist klar: die Eintritte in Genf werden unter "französisch" gespeichert, jene aus Kinos in Zürich unter "deutsch".

In Deutschland gibt es auch eine Meldepflicht; und damit ist nicht das Finanzamt gemeint. Was denkst du, wie media control und VdF wöchentlich die Kinocharts erstellen können? ;)
ProCinema ist nichts anderes als in Deutschland die VdF.

Du hast zudem etwas falsch verstanden:
Auch "Your Name" kam grundsätzlich nicht in die Kino in der Schweiz; nichts da mit "durch den normalen Kinobetrieb geschleust".
Die Schweizer Kino-Premiere von "Your Name" war im September 2018 am Filmfestival Fantoche (total 3 Vorstellungen); ca. 9 Monate nach Deutschland/Österreich und ca. 4 Monate nach dem DVD-/BD-Release (und das Festival lief gleichzeitig wie die Connichi). Im Oktober wurde der Film dann noch einmal im Alternativkino in Zürich gezeigt.
Das war's! Mehr war nicht.

Was hälst du davon? Wäre da nicht mehr möglich gewesen in der Schweiz? Wie gesagt: es werden genug Filme in der Schweiz im Kino gezeigt, die weniger als 2'000 Personen ins Kino locken (im regulären Kinoprogramm).
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#17
@RocketsSnorlax
Den Punkt 3.3 gibt es auf der französischen Seite auch nicht. :D
Fazit: ich melde mich besser auf der französischen Seite an. Darf ich ja gem. Nutzungsbedingungen und es gibt keine Einschränkungen innerhalb der Schweiz. :D

Spass beiseite: Ich habe auf Twitter bei Wakanim gefragt, jedoch noch keine Antwort erhalten. Wie gesagt: gesetzlich müssen sie die Rechte für die gesamte Schweiz besitzen und Geoblocking wird untersagt (genau deswegen auch die Einverleiherklausel auch für VOD seit 2016).

Das Wakanim-Angebot habe ich bis jetzt noch nicht genutzt. Ich kann dies aber irgendwann einmal testen (sollte Wakanim nicht antworten). Wenn ich meinen älteren Bruder wieder einmal besuche (derzeit wegen Arbeit sehr schwer), fährt der Zug durch französisch-sprachiges Gebiet. Da kann ich ja einen Anime unterwegs schauen und testen, ob dieser auf jenem Gebiet unterbricht.

Es ist möglich, dass einzelne Filme, die auf einer VOD-Plattform in Deutschland verfügbar ist, in der Schweiz nicht verfügbar ist (sogar bei Netflix). Dies hat aber grundsätzllich damit zu tun, dass ein anderer Anbieter die Rechte in der Schweiz besitzt und dieser den Film nur auf seiner Plattform anbieten möchte. Sub-Lizenzierungen sind zwar möglich (und das Unternehmen mit den VOD-Rechten würde auch Geld dafür kriegen), aber man würde damit eine VOD-Plattform eines Mitbewerbers fördern, was allenfalls nicht erwünscht ist (passierte auch mit Food Wars).
Bei "Your Name" habe ich meinen jüngeren Bruder gefragt, ob der Film auf Netflix in der Schweiz verfügbar ist (er hat Netflix; ich nicht). Der Film ist verfügbar.

Dieser Fall bedeutet jedoch nicht, dass es rein rechtlich nicht möglich ist, dass man Anime-Filme als VOD in der Schweiz verwerten kann (so wie dies das KSM-Statement sagt). Es gibt genug Anime-Filme, die ich hier in der Schweiz als VOD schauen kann.

Zu den DVDs/BDs:
Dies kannst du natürlich nicht genau wissen. DVDs und BDs sind im Schweizer Fachhandel teurer als in Deutschland. Aber der Import ist für Schweizer billiger.
Das Doppelbesteuerungsabkommen EU-CH bedeutet: wenn ich in der EU in einem Onlinehändler (z.b. amazon.de) Ware kaufe (z.B. eine DVD/BD), bezahle ich keine Umsatzsteuer. Ich muss jedoch die Schweizer Umsatzsteuer (aka Mehrwertsteuer) von 7.7% bezahlen; dies jedoch aber auch nur, wenn die Steuer mindestens 5 CHF beträgt (was ich natürlich steuern kann anhand der Bestellmenge).

Beispiel DVD-Komplettbox NGNL:

Schweizer Onlinehänder (1advd): umgerechnet 76.80 Euro (Wechselkurs 1.13)
amazon.de für deutsche Käufer: 62.34 Euro
amazon.de für schweizer Käufer: 56.42 Euro

Ich bezahle in diesem Fall somit ca. 27% weniger als beim schweizer Händler. Ich benötige nur eine Kreditkarte und etwas mehr Geduld (da längere Lieferzeit).
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass man bei Filmen VOD oder BD vorzieht. Aber diese sind aber grundsätzlich erst nach einer Kinoverwertung verfügbar und das Kinoerlebnis ist ja doch etwas besonderes. Denn das gleiche kann man ja auch für Deutschland/Österreich sagen: die DVDs/BDs/VOD gibt es ja kurze Zeit später auch und man kann diese ja auch einem Kinobesuch vorziehen.

Auch in der Schweiz sind unter der Woche (gerade Montag/Dienstag) die Besucherzahlen recht gering. Da ist das Verhalten der Kino-Fans nicht wirklich anders. Gerade Beitreiber von Multiplex-Kinos haben da oft leere Kinosäle.
Gerade deshalb sollte es für diese Kinobetreiber attraktiv sein. Ein Anime-Event mit 50-100 Besuchern (sehr vorsichtig geschätzt) ist deshalb sicherlich lohnenswerter als wenn der gefühlt 10. Marvel-Film innerhalb eines Jahres in der 5. Kinowoche nur noch 10 Leute in den Saal bringen. Denn die Kinos verdienen mit Snacks und Getränken auch in der Schweiz viel Umsatz. Der Snack-Shop im Multiplex-Kino "Westside" in Bern ist grösser als der Tankstellen-Shop bei meinem Wohnort. :D
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Avatar: Aminobenzol#18
@HyperionCH
Mit der Kinoverwertung von 'Your Name' hast Du Recht und ich hatte da etwas falsch verstanden. Bezogen auf Deutschland enthält Dein Beitrag einige Fehler, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen möchte. Bezogen auf die Schweiz sehe ich jetzt auch Widersprüche zu Deinen bisherigen Beiträgen.
Ich würde jetzt eher auf den Beitrag von @Beleggrodion (aus der Schweiz) setzen wollen, der die Gesamtlage aus meiner Sicht gut nachvollziehbar dargestellt hat.

Es gibt kein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der EU und der Schweiz. Diese Abkommen werden zwischen den jeweiligen Staaten bilateral geschlossen und beziehen sich nur auf die Ertragsteuern. Da die Schweiz für die EU ein Drittland ist, sind Lieferungen dorthin natürlich Ausfuhrlieferungen und Umsatzsteuer fällt nicht an oder kann wieder erstattet werden. Dafür bedarf es keines zusätzlichen Abkommen, die EU Richtlinien bedürfen keiner schweizerischen Zustimmung.
Beitrag wurde zuletzt am 11.02.2019 um 23:16 geändert.
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#19
@Beleggrodion
(sorry, dass ich nicht zitiere; aber dann wird der Beitrag definitiv zu lang; einfach die Posts nebeneinander legen^^)

Also eigentlich geht es nicht um KSM, sondern allgemein um das Thema Anime in Schweizer Kinos.
Denn keiner der deutschen Publisher hat Anime-Kino-Events in der Schweiz eingeführt. Ausser dem Filmfestival Fantoche (welches letztes und dieses Jahr gleichzeitig zur Connichi läuft...) läuft grundsätzlich kein Anime in den Kinos. Alle paar Monate läuft vielleicht eine einzelne Vorstellung (z.B. im Alternativkino) oder ein "alter Schinken" wird wieder gezeigt (z.B. "Totoro", das im Mai im Kultkino Basel wieder gezeigt wird).

An was für einen Stand warst du bei der FaBa eigentlich? Nur so aus Interesse.
Also ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass der Anime-Bereich an der FaBa grösser wird. Es gibt vielleicht einzelne Händler, die z.B. Anime-Figuren anbieten. Aber z.B. gab es letztes Jahr wieder kein Rahmenprogramm für Anime-Fans. Da war eine japanische Illustratorin, 2 weitere japanische Künstlerinnen (eine wohnhaft in London, die andere in Deutschland) und eine Kaligraphie-Künstlerin. Die erstgenannte Illustratorin hatte zumindest etwas noch mit Anime zu tun; alle anderen mehr mit traditionellem Japan.
Sonst gab es nur Essenstände (wobei die Sushi-Show sicherlich sehenswert ist).

Bei der Connichi gibt es Künstler aus Japan, Showgruppen mit Anime als Thema, AMV-Wettbewerb, Cosplay-Wettbewerbe (gibt es auch an der FaBa, aber kaum mit Anime-Cosplay); weitere Ehrengäste aus Japan (diverse Künstler) und vieles mehr.
Wie gesagt: es gibt gute Gründe für einen Anime-Fan, an die Connichi zu gehen (Rahmenprogramm), aber eigentlich keinen, um an die FaBa zu gehen.

Ich denke, dass die Kino-Events mehr Chancen bei den grossen Kinoketten haben, die Multiplex-Kinos betreiben.
Denn bei Multiplex-Kinos ist immer ein Film im Programm, dessen Zenit schon lange überschritten ist und nur noch 10-20 Zuschauer kommen. Da ist es für die Kinokette interessant, dass an einem schwachen Tag/einer schwachen Zeit (wie Dienstag Abend oder am Sonntag Nachmittag/Vorabend) auf eine weitere Vorstellung mit nur 10 Besuchern verzichtet wird und stattdessen 50-100 Besucher bei einem Event kommen. Denn wie du es auch sagst: die Kinos machen mit den Getränken und Snacks viel Geld und da ist eine höhere Zahl von Besuchern lohnenswert.
Anfangs wird es sicherlich einige Zeit benötigen, bis sich das Ganze einlebt und die Anime-Fans wissen, dass es diese Events gibt (ich denke, einige Anime-Fans wissen gar nicht, dass an der Fantoche 1-2 Anime-Filme gezeigt werden bzw. wissen gar nicht, was die Fantoche ist). In Deutschland und Österreich musste dies jedoch zuerst auch wachsen bis zur heutigen Grösse.

Leider äussert sich KSM nicht über die Details zu den Kosten. Für mich klang es jedoch, dass der Filmverleiher selbst zu teuer sei. Ich habe ein paar Posts vorher (auch heute) bereits gepostet, wie hoch die Kosten mindestens sein müssten, damit die Aussage stimmt, dass es nicht rentabel ist (sofern Österreich bereits mit 2-3 Kinos damals rentabel war). Diese Höhe ist jedoch wie dargestellt unrealistisch hoch.
Genaue Informationen gibt es leider nicht, weder von Filmverleihern (ausser es meldet sich dann doch noch einer bei mir), noch von den Publishern. Es ist sehr gut möglich, dass bei den Schweizer Filmverleihern und dein Kinos das nötige Know-How fehlt zum Thema Anime. Zumindest habe ich dies bei den Kinos auch dieses Gefühl. Die Filmverleiher und die Kinos benötigen also Unterstützung/Know-How bei Anime-Filmen. Dieses Know-How hätten die Publisher und der Erfolg der Kino-Events beweist ja auch, dass die Publisher ihr Know-How auch gut einsetzen.
Denn schlussendlich ist für die Kinos und die Filmverleiher nur der finanzielle Erfolg in erster Linie wichtig. Die Verantwortlichen von deutschen Kinoketten wie UCI, Cinemaxx, etc. sind höchstwahrscheinlich auch keine Anime-Experten. Aber dies ist auch nicht nötig.

Ja, vielleicht ist Ponyo nicht das beste Beispiel, aber es gibt wie gesagt viele Beispiele.
Aber wie auch selbst sagst, gibt es sehr viele Filme (mit regulärem Kinostart), die nur so 1'000 Besucher verzeichnen und auch nur in der Deutschschweiz verwertet wurde. Kino-Events sind sicherlich kosten-günstiger als reguläre Kinostarts. Trotzdem kriegt es offensichtlich kein Publisher hin, dass Anime-Filme als Event in die Kinos kommt. Dies ist wirklich nicht plausibel.

Der Import (z.B. wenn ich von amazon bestelle) fällt sicherlich nicht unter das Filmgesetz.
Jedoch sieht dies anders aus, wenn die Filme im Schweizer Fachhandel verkauft werden. Denn da sind Meldepflichten vorhanden (FiG 23 bis "Unternehmen, die Filme für die Werknutzung ausserhalb der Kinos verwerten, melden jährlich die Verwertungsergebnisse der Filme nach Sprachversionen."). Dieser Artikel wurde ebenfalls am 2016 in Kraft gesetzt; der Grund dafür ist ja klar.
Dies gilt natürlich auch für VOD und wie VOD ist genauso verfügbar in der Schweiz.
Die Änderungen in 2016 wurde nicht für die Unternehmen in der Schweiz (Schweizer Publisher) aufgelegt, sondern dass ausländische Publisher nicht den Schweizer Markt in die Sprachregionen aufteilen (z.B. gerade bei VOD durch Geoblocking).

Natürlich hätte Your Name grösseres Potential als NGNL gehabt. Wie bereits anfangs erwähnt geht es keineswegs um KSM; es geht um die fehlende Kinoverwertung in der Schweiz allgemein.
Denn ich denke auch, dass in der Schweiz sowohl bei den Kinos (zumindest bei den grossen Ketten, die wie gesagt am ehesten solche Events in ihren Multiplexkinos durchführen könnten) wie auch bei den Filmverleihern scheint das nötige Know-How zu Anime zu fehlen. Und je länger in den Schweizer Kinos kein Anime läuft, umso mehr fehlt dieses Know-How.
Ja, wir wissen, dass ein Film wie Your Name wesentlich mehr Potential hat als NGNL und NGNL mehr Potential hat als "Love, Chunibyo & Other Delusions". Aber von den Filmverleihern und den Kinos in der Schweiz offensichtlich dieses Wissen. Denn sonst hätten sie das Potential von Your Name erkannt und der Film wäre in den Kinos gestartet. Ähnliches wird wohl auch mit Mirai no Mirai passieren.
Die deutschen Publisher müssen Überzeugungsarbeit leisten. Dies wird aber offensichtlich nicht getan, wenn ich von den Kinoketten die Antwort bekomme (im April/Mai 2018), dass sie von den Publishern nie eine Anfrage bekommen haben, ob sie auch Anime-Events durchführen möchten; sie wussten auch kaum bis gar nichts von diesen Events.

Im Filmgesetz steht auch nicht, dass eine Veröffentlichung in allen Sprachen gemacht werden muss.
Du weisst es ja auch: viele Filme kommen nur in einer Sprachregion in die Schweizer Kinos; und oft mit sehr wenig Zuschauern (weniger als so mancher Anime haben würde).

Ja, Schweizer sind nicht gerade reise-freudig.
Genau hier greift jedoch das Konzept dieser Events. Denn bei einem regulären Kinostart würden die Anime-Filme nur in kleineren Kinos laufen, die sich auf "Special Interests" spezialisiert haben. Diese sind jedoch meist nur in den grösseren Städten zu finden wie z.b. das Riffraff in Zürich oder Kultkino in Basel.
Die Events sehen aber vor, dass die Anime-Filme in vielen Kinos - dafür nur mit 1-2 Vorstellungen - gezeigt werden. Das Ziel ist also, dass auch Anime-Fans profitieren, die nicht in einer Grossstadt wohnen. Die Vorteile sind:

- Die Anime-Fans haben in seiner Nähe ein Kino, der den Film zeigt und müssen nicht lange hinreisen
- Die Filme sind in einer guten Zeit ("Prime Time") und nicht irgendwie werktags am Nachmittag
- Das Angebot an Anime-Filme ist wesentlich grösser (die meisten Anime-Filme würden auch in Deutschland keinen regulären Kinostart kriegen)

Ich glaube nicht, dass allzu viele Schweizer Anime-Fans in die grenznahen Kinos gehen, wenn sie nicht gerade in der Nähe wohnen. Ich kann dies ja einmal bei Lörrach testen. Bei meinem Kinobesuch in Freiburg (SAO -> war dort in OmU; Lörrach war auf Deutsch) hörte ich zwar einzelne Schweizer im Saal, aber eine Wanderschaft war es auch wieder nicht. Aber Freiburg ist jetzt auch nicht mehr allzu grenznah.
Dafür sehe ich immer öfters Leute in der S-Bahn, die über Smartphone Anime schauen (und letzten Monat auch jemanden, der DBZ-Mangas in einem Platsiksack hatte. Der war sicherlich auch enttäuscht, dass Broly nicht in der Schweiz gezeigt wurde^^).

Ja, vielleicht hat KSM schlechte Erfahrungen gemacht; aber nicht mit Anime (da ja noch nie einer ihrer Titel hier gezeigt wurde).
Aber im Realfilm-Bereich gibt es weiterhin KSM-Titel, die in der Schweiz im Kino gezeigt wurden. So zum Beispiel auch Mackie Messer mit 3'149 Zuschauern. Das ist jetzt auch nicht der Brüller für einen Film mit regulären Kinostart. Wenn sie also mit Realfilmen schlechte Erfahrungen gemacht haben, dann müssten sie konsequenterweise auch die Realfilme nicht mehr in die Schweizer Kinos bringen.
Klar, es kann sein, dass für die Filmverwertung jemand anderes zuständig war (auch für Deutschland/Österreich). Aber KSM weiss, dass der Film in den Schweizer Kinos lief. Wenn sie Probleme/schlechte Erfahrungen haben, dann können sie ja jenes Unternehmen fragen, welche in diesem Fall für die Kinoverwertung zuständig war. Natürlich sind schlechte Erfahrungen ärgerlich. Aber wichtig wäre es, davon zu lernen. Und noch besser ist es, wenn man von den Erfahrungen anderer lernt. :D

Die Frage ist deshalb, ist der Schweizer Markt wirklich für KSM unbekannt (bzw. auch für alle anderen Publisher)?
Dies ist sicherlich möglich (z.B. wenn Mackie Messer von einem anderen Unternehmen verwertet wurde). Aber was genau haben die Publisher getan, damit sie mehr für den Schweizer Markt wissen? Mir scheint, dass die Publisher nicht viel über den Schweizer Markt wissen (dies merkte ich auch anhand der einen oder anderen Antwort, die ich über e-mail kriegte).

Ja, das Angebot bei CR war in der Schweiz wirklich sehr, sehr besch...eiden. :D
Dies hat sich nun wesentlich verbessert. Mit dem FiG hat dies jedoch nichts zu tun, da CR nur Serien veröffentlicht und das FiG nur Filme ab 60 Minuten Spielzeit abgdeckt.
Ich denke, das verbesserte Angebot ist damit begründet, dass das Angebot (Premium) für einen Schweizer echt ein Schnäppchen ist. Zudem ist dies auch praktisch für unterwegs. Wie vorhin erwähnt, sehe ich immer mehr Leute, die auch Anime im Zug übers Smartphone schauen (dazu gehöre ich auch; die Strecke Basel-Bern hat super Platz für 2 Anime-Folgen^^). Dies funktioniert dank dem guten Mobilnetz in der Schweiz sehr gut; egal welchen Anbieter man hat.

Ich hoffe, ich habe jetzt alle angesprochenen Themen abgedeckt. :D
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#20
@RocketsSnorlax
Sorry, da ist der Fehler, dass ich noch am Sonntag die Fahrplan-App nutzte und da fährt die S-Bahn seltener.

Man wird jedoch wahrscheinlich nicht immer die S-Bahn um 22:02 Uhr erreichen.
Die angekündigten Filme "Sindbad" und "Detektiv Conan" sind mit 115 Minuten Spielzeit angegeben. Damit endet der Film frühestens um 21:55 Uhr (Conan hat ja immer einen Epilog; wenn man diese nicht verpassen möchte, muss man bei den Credits noch im Saal bleiben). Wenn man noch einrechnet, dass vor dem Film noch Werbung und einige Trailer laufen, wird der Film kaum vor 22:00 Uhr enden. Man ist wahrscheinlich erst nach 22:02 Uhr aus dem Kino und da ist die S-Bahn schon weg.

Somit verschiebt sich alles um eine halbe Stunde und ist oft mit mehrmaligen Umsteigen verbunden. Kaum jemand wohnt im Stadtzentrum von Zürich, Bern oder Luzern (ist viel zu teuer). Also ist dies nochmals eine S-Bahnreise oder zumindest Strassenbahn/Bus. Wer noch weiter weg wohnt (z.B. Thun oder Interlaken) wird dann sogar das Taxi nehmen müssen.
Wie bereits im Thread besprochen sind Schweizer nicht gerade reise-freudig (ausser bei Urlaub). Dies tun sich viele Fans nicht an; einfach so 3-4 Stunden unterwegs sein, nur um einen Film zu schauen (nach 8-9 Stunden Arbeit).
In Deutschland tut dies auch nicht jeder, aber bei oft 150-200 Kinos ist die Wahrscheinlichkeit doch recht hoch, dass man nicht über 3 Stunden Wegzeit hat, um sich einen Anime-Film im Kino zu schauen.
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#21
@Aminobenzol
Ja, ich war mit der Bezeichnung nicht korrekt und richtigerweise heisst dies Umsatzsteuerrückerstattung. In der Schweiz wird aber in diesem Punkt oft über "Doppelbesteuerung" gesprochen, da es in diesem Fall ja auch grundsätzlich darum geht, dass eine Doppelbesteuerung vermieden wird (also dass man nicht in beiden Ländern Umsatzsteuer zahlt).

Leider ist es schade, dass du auf die angesprochenen Fehler nicht näher eingehen möchtest.
Denn vielleicht hast du auch dort etwas falsch verstanden wie dies bezüglich Your Name ja auch der Fall war. Es ist ja auch schwer für mich, wenn jemand mir sagt, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber nicht genau sagt, was der Fehler ist.

So wie ich Beleggrodion verstanden habe, hat er auch keine Erklärung, warum selbst Filme wie Your Name (oder bald auch Mirai no Mirai) nicht in den Schweizer Kinos gezeigt werden.

Ebenfalls findet er es seltsam, dass in der Schweiz Filme ins Kino kommen, die kaum Zuschauer in die Säle bringen (teils nur 1'000 verkaufte Tickets), aber Anime mit viel mehr Potential (wie Your Name etc.) es nicht ins Kino schaffen. Denn die Kosten für den Filmverleiher haben ja alle Filme; nicht nur Anime.

Wie hoch die Kosten sind, wissen wir nicht.
KSM sagte in ihrem Statement jedoch, dass 1'350 verkaufte Tickets in der Schweiz nicht rentabel sind; Österreich hingegen sei rentabel; offenbar auch von Beginn an. Meine Berechnung des Netto-Umsatzes der 1'350 Tickets in der Schweiz habe ich aus meiner Sicht verständlich dargestellt; genauso wie der Netto-Umsatz im besten Fall bei One Piece Gold war; was vermeintlich rentabel gewesen sein soll. Falls du jedoch nicht irgendwo etwas nicht verstanden hast, kannst du dies hier gerne sagen und ich erkläre dies nochmals; hoffentlich dann etwas verständlicher.

Der einzige zusätzliche Kostenpunkt ist der Filmverleiher (wobei die Tätigkeit als Filmverleiher in DE+AT für KSM ja auch nicht kostenlost ist). Alle anderen bis jetzt genannten Kostenpunkte (z.B. Altersfreigabe; Anteil an den Rechteinhaber, etc.) fallen auch in Österreich an. Falls ich trotzdem einen Kostenpunkt übersehen habe, der nur in der Schweiz anfallen würde, dann kannst du diesen gerne benennen.

Mit dem Unterschied zwischen dem Netto-Umsatz in der Schweiz und jenem in Österreich (mit One Piece Gold) kann man recht gut einschätzen, wie hoch diese zusätzliche Kosten mindestens sein müssen, damit die Kinoverwertung (in der gleichen Form) in der Schweiz nicht rentabel ist.
Nach meinen Berechnungen sind diese unrealistisch hoch. Ich hoffe, diese Kalkulation ist für dich nachvollziehbar. Ansonsten bitte nochmals melden, wo du einen Fehler siehst oder wo du etwas nicht verstanden hast.

Weder Beleggrodion noch ich können uns erklären, warum viel kleinere Titel es ins Kino schaffen, aber Anime (nicht einmal Your Name) nicht; auch nicht als Kino-Event.
Ein recht gutes Beispiel ist wie gesagt "Ritter Rost". Der erste Film hatte nur 2'049 Besucher ins Kino gebracht. Dies war ein regulärer Kinostart (damit sicherlich mehr Kosten als durch einen Event). Zudem ist der Anteil vergünstigter Tickets (Kinder-Tickets) hier wesentlich höher als bei den meisten Anime-Filmen.
Klar, man kann natürlich sagen: "Der Film war in der Schweiz nicht rentabel. Hätte man nicht ins Kino in der Schweiz bringen sollen." Aber Der 2. Film kam dann auch ins Kino und da ist meist klar, dass es nochmals weniger Besucher geben wird. Dieses Mal waren es nur noch 1'277 Tickets (wie gesagt: höhere Kosten da regulärer Kinostart + viele vergünstigte Kindertickets). Es würde mich nicht überraschen, dass ein 3. Film - sollte es diesen einmal geben - dann auch wieder in die Schweizer Kinos schafft; mit nochmals weniger verkauften Tickets.

Und KSM schreibt in ihrem Statement, dass 1'350 Tickets - als Kino-Event - bei weitem nicht ausreichen, damit die Kinoverwertung in der Schweiz rentabel ist. Verstehst du dies? Ich persönlich kann dies nicht nachvollziehen und so wie ich Beleggrodion verstanden habe, kann er dies auch nicht.
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Kommentare (1)

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Avatar: Fragmaster
Datenbank-Helfer
#22

Ich beobachte in der Schweiz eins öfters, dass trotz des Gesetztes Filme nicht in allen Regionen der Schweiz gezeigt werden. Der Tessin (italienische Schweiz) wird hier öfters übergangen und der Film wird nur im deutschen und französischen Raum gezeigt, seltener auch sogar nur in einer einzigen Sprachregion.

Irgendwie muss es da dann doch Ausnahmeregelungen geben, oder?

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Avatar: HyperionCHThemenstarter#23
@Fragmaster
Achtung! Automatisch inbegriffen =/= kostenlos.

Wenn du ein Auto kaufst und ein Navi inbegriffen ist, dann kannst du davon ausgehen, dass dieses Navi nicht kostenlos ist, sondern der Autohersteller die Kosten bereits im Preis inbegriffen hat. Wenn der Autohersteller kurze Zeit später das Navi nicht mehr inbegriffen anbietet, den Preis aber auf gleicher Höhe belässt, ist dies eine Preiserhöhung.

Ich bezweifle zwar, dass KSM dies (aufgrund ihrer Grösse) tut, aber korrekterweise müsste sie eine Kostenstellenrechnung für die Kinoverwertung verwenden und Deutschland und Österreich getrennt als je eine Kostenstelle ansehen. Dabei müsste etwa 10% der Kosten wie z.B. Lizenzkosten, Kosten für Filmverleiher-Tätigkeit, auf die Kostenstelle "Österreich" erfassen.

Ich weiss, dies ist für viele nicht verständlich, die kein BWL-Studium absolvierten (und nicht in Betriebsbuchhaltung oder Controlling ihre Stärken haben), aber korrekterweise müsste man dies genauso einrechnen. Alles andere wäre eine Quersubventionierung, da sonst Deutschland die Kosten (Kinorechte, Filmverleih) für Österreich tragen würde und allenfalls nur deshalb Österreich rentabel ist.

Eine Klausel bei Ritter Rost hineinzuschreiben, ist etwas schwierig. Denn am Ende kann auch der Produzent die Kinos nicht zwingen, den Film zu zeigen.
Es wäre höchstens möglich, dass der Filmverleiher (bzw. die Kinos) den Film in einem Paket erwerben musste; also für einen Blockbuster-Film auch diesen Film erwerben musste (und wenn man schon zahlen muss und ihn hat; dann zeigt man ihn auch). Aber ich bezweifle, dass der Produzent einen solchen Titel hat, der dies ermöglicht. Denn die wirklich starken Blockbuster kommen ja grundsätzlich aus den USA und nicht aus Deutschland.

Ob es eine Ausnahmeregelung gibt, weiss ich nicht. Da schweigen sich auch die Filmverleiehr aus und geben kaum Auskunft über die Einverleiherklausel.
Dass nur eine einzige Sprachregion berücksichtigt wird, kommt sogar oft vor. Viele französische Filme werden nur im französischen Raum gezeigt; viele deutsche Filme nur in der Deutschschweiz (deshalb auch mein Beispiel, dass die anderen Sprachgebiete von Til Schweiger-Filmen verschont werden^^). Ich vermute sogar, dies kommt öfters vor als dass 2 Sprachregionen (FR+DE) der Film gezeigt wird.

Teilweise ist dies auch sehr kurios.
So wurde der französische Animationsfilm "Le magasin de suicides" in der Westschweiz (keine Überraschung, da er auf französisch ist) gezeigt und in der Deutschschweiz. In der Deutschschweiz wurden sogar mehr Tickets verkauft, was doch etwas überrascht, da Westschweizer eher Animationsfilme schauen (ähnlich wie Frankreich im Vergleich zu Deutschland) und es ja auch ein französischer Film ist (was dort auch eher geschaut wird als in der Deutschschweiz). Im Tessin wurde der Film nicht gezeigt.
Aber in Italien wurd der Film als DVD/BD veröffentlicht; in Deutschland hingegen nicht. Das Tessin konnte den Film somit nicht im Kino sehen, aber konnte eine DVD/BD kaufen; umgekehrt in der Deutschschweiz.

Es ist aber anzumerken, dass der Animationsfilm ein Musical ist. In Deutschland hat es ein solcher Film dann schwer, weil die Konsumenten die Songs dann auf Deutsch hören möchten, was vielleicht Disney mit ihrer Finanzkraft ohne Probleme machen kann, aber ein französisches Studio eher nicht.
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Avatar: RocketsSnorlax
Freischalter
#24
HyperionCHEine Klausel bei Ritter Rost hineinzuschreiben, ist etwas schwierig. Denn am Ende kann auch der Produzent die Kinos nicht zwingen, den Film zu zeigen.
Doch - kann er: Gerade in schwierigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass der Produzent oder der Filmverleih den kompletten Saal mietet und im Gegenzug die Ticketeinnahmen behält.
In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Digimon Tri am Anfang in Deutschland einen sehr schweren Start hatte - viele Kinos waren skeptisch, weil der vorher als OmU-Version im PayTV lief.

Was die Kostenrechnung angeht:
Wir reden hier nicht mehr über VHS-Kassetten ;)
Die Rechte für Deutschland, Österreich und ggf Deutschschweiz gibt es vom Lizenzgeber nur im Paket. Sofern eine Veräußerung von Teilrechten an eine andere Firma keine realistische Option ist, sind zu erwartende Einnahmen, Steuerbelastung und (bei Anime wohl seltener) Filmförderung wohl die entscheidenden Kriterien für die Kostenaufteilung.

Ähnlich sieht es übrigens aus, wenn die Lizenzen für verschiedene Titel nur im Paket vergeben werden ohne dass der Lizenzgeber die Kosten aufschlüsselt.
Ein solches Lizenzpaket kann übrigens auch der Grund dafür sein, dass Titel mit nur sehr geringen Erfolgsaussichten trotzdem ins Kino landen. Ein anderer Grund ist übrigens: Werbung! Selbst wenn ein kleiner Kinostart absehbare Verluste einbringt kann der Publicity-Effekt größer sein, als der durch gekaufte Werbekampagnen erreichbare.
Das ist allerdings auch vom Markt und der Zielgruppe abhängig - und natürlich auch davon, ob der Inhaber der Filmlizenz an den Einnahmen aus anderen Verwertungen (z.b. Merchandise) beteiligt ist.
Beitrag wurde zuletzt am 12.02.2019 um 09:12 geändert.
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Avatar: Beleggrodion
Freischalter
#25
RocketsSnorlax@Beleggrodion:
Der kurze Hinweis: Allgemein ist es zwar im Film-Bereich durchaus möglich und nicht unüblich, die Rechte für die Kino-Auswerung und den physischen Vertrieb in einem Land zu trennen - im Anime-Bereich werden diese aber traditionell gebündelt (was vermutlich auch an den geringeren Umsätzen und dem stärkeren Fokus auf DVD/BD liegt)

Zumindest beim Kino Weil ist die Parkplatzsituation vermutlich etwas besser - handelt es sich doch um ein Einkaufszentrum mit eigenem achtgeschossigem Parkhaus

Das ist mir klar, ich wollte damit eigentlich sagen das viele Schweizer Kinoverleiher von einer Lizenzierung absehen weil sie nur Kino wollen und auf den physischen Vertrieb verzichten wollen, weil der Markt dafür zu klein ist, und viele eh mit den physischen Medien aus Deutschland leben.

Genau die Kino Situation in Weil finde ich schlimm, ok ich war nie Abends da, aber durch den Tag durch ist da immer die Hölle, dank den ganzen Einkaufstouristen wenn ich da im Sommer unterwegs bin.

HyperionCH @Beleggrodion
(sorry, dass ich nicht zitiere; aber dann wird der Beitrag definitiv zu lang; einfach die Posts nebeneinander legen^^)

Wäre aber, vorallem bei soviel Text immer gut, weil bei deinen vielen Doppelposts und Dreifachposts verliert man sonst schon recht schnell den überblick und weiss irgendwann nicht mehr worauf du dich beziehst ;-)

HyperionCH Also eigentlich geht es nicht um KSM, sondern allgemein um das Thema Anime in Schweizer Kinos.
Denn keiner der deutschen Publisher hat Anime-Kino-Events in der Schweiz eingeführt. Ausser dem Filmfestival Fantoche (welches letztes und dieses Jahr gleichzeitig zur Connichi läuft...) läuft grundsätzlich kein Anime in den Kinos. Alle paar Monate läuft vielleicht eine einzelne Vorstellung (z.B. im Alternativkino) oder ein "alter Schinken" wird wieder gezeigt (z.B. "Totoro", das im Mai im Kultkino Basel wieder gezeigt wird).

Ich habe auch nur KSM als Beispiel verwendet, darum habe ich ja zu Beginn auch bereits Kazé erwähnt.

Unsere Kinolandschaft hat ja generell ein Problem, betrifft ja nicht nur Anime. In unseren Kinos kommen hauptsächlich Produktionen aus Amerika, Deutschland, Schweiz und ab und zu Frankreich, zumindest in der Deutschweiz. Auch japanische und chinesische Filme findet man nur in den erwähten Alternativkino's. Oder halt auf Festivals. Beides sind aber keine regulären Kinostarts für eine Veröffentlichung. Ich glaube sogar der letzte Reguläre Anime im Kino in der Schweiz war Marnie und der lief, auch nur in der französischen Schweiz und im Tessin. Davor war es Kaguya, das war beides 2015/2014. Daher schon über 4 Jahre her. Ach ne gerade gesehen The Boy and the Beast lief 2016 aber halt auch nur in der französischen Schweiz.

HyperionCH An was für einen Stand warst du bei der FaBa eigentlich? Nur so aus Interesse.
Also ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass der Anime-Bereich an der FaBa grösser wird. Es gibt vielleicht einzelne Händler, die z.B. Anime-Figuren anbieten. Aber z.B. gab es letztes Jahr wieder kein Rahmenprogramm für Anime-Fans. Da war eine japanische Illustratorin, 2 weitere japanische Künstlerinnen (eine wohnhaft in London, die andere in Deutschland) und eine Kaligraphie-Künstlerin. Die erstgenannte Illustratorin hatte zumindest etwas noch mit Anime zu tun; alle anderen mehr mit traditionellem Japan.
Sonst gab es nur Essenstände (wobei die Sushi-Show sicherlich sehenswert ist).

Am Stand meiner Freundin, die Künstlerin (Fantasy) ist.

Ich war letztes Jahr nicht mehr, da war ich an der RPC in Köln (Die es ja jetzt so nicht mehr gibt) , aber wenn es letztes Jahr ned anders war als die zwei Jahre davor, dann ist der Anime Manga Bereich eher weiterhin n Witz. Ausser das es wieder die typischen Chinaware Merch Händler hat, wo ich es schade finde das es da keine Kontrollen vom Zollamt gibt.

HyperionCH Ich denke, dass die Kino-Events mehr Chancen bei den grossen Kinoketten haben, die Multiplex-Kinos betreiben.
Sowas gibt es nur so gut wie nicht in der Schweiz, so gut wie alle Kinoketten die es in der Schweiz gibt, sind recht stark Örtlich begrenzt.

HyperionCH Anfangs wird es sicherlich einige Zeit benötigen, bis sich das Ganze einlebt und die Anime-Fans wissen, dass es diese Events gibt (ich denke, einige Anime-Fans wissen gar nicht, dass an der Fantoche 1-2 Anime-Filme gezeigt werden bzw. wissen gar nicht, was die Fantoche ist). In Deutschland und Österreich musste dies jedoch zuerst auch wachsen bis zur heutigen Grösse.
Auf solche Experimente lässt sich in der heutigen Zeit aber nur noch die wenigsten ein. Da Generell in der Schweiz die Kino's Probleme haben über die Runden zu kommen. Zumindest in gewissen Regionen. Bei Festivals wird sowas meistens durch Sponsoren gedeckt, aber bei wirklichen Veranstaltungen müsste oft der Publisher dem Kino sehr entgegen kommen. Sie kennen sich halt alle mit der Materie nicht aus und es gibt halt noch keine Fallbeispiele, mit denen man die Kino's überzeugen kann das es sich lohnen könnte.

HyperionCH Leider äussert sich KSM nicht über die Details zu den Kosten. Für mich klang es jedoch, dass der Filmverleiher selbst zu teuer sei.
Da ist gut möglich, hier sitzt halt der Schweizer Kinoverleiher am längeren Hebel, weil ein Sitz in der Schweiz notwendig ist für eine Kinoveröffentlichung. Wenn der Verleiher da zu wenig Interesse hat, macht er das nur wenn für ihn genug Gewinn rausspringt.

HyperionCH Im Filmgesetz steht auch nicht, dass eine Veröffentlichung in allen Sprachen gemacht werden muss.
Du weisst es ja auch: viele Filme kommen nur in einer Sprachregion in die Schweizer Kinos; und oft mit sehr wenig Zuschauern (weniger als so mancher Anime haben würde).
Eigentlich schon, aber das eine ist der Filmverleiher welcher alle Sprachen anbieten muss und das andere sind die Kino's, welche den Film auch zeigen wollen. Findet ein Filmverleiher kein Kino, welches den Film der Sprache zeigen will, so kommt der natürlich auch nicht in der jeweiligen Sprache ins Kino. Bisher gibt es kein Gesetz das ein Kino dazu zwingt einen Film zu zeigen, nur damit das der Teil vom Filmgesetz erfüllt werden kann.

HyperionCH Die Events sehen aber vor, dass die Anime-Filme in vielen Kinos - dafür nur mit 1-2 Vorstellungen - gezeigt werden. Das Ziel ist also, dass auch Anime-Fans profitieren, die nicht in einer Grossstadt wohnen. Die Vorteile sind:

- Die Anime-Fans haben in seiner Nähe ein Kino, der den Film zeigt und müssen nicht lange hinreisen
- Die Filme sind in einer guten Zeit ("Prime Time") und nicht irgendwie werktags am Nachmittag
- Das Angebot an Anime-Filme ist wesentlich grösser (die meisten Anime-Filme würden auch in Deutschland keinen regulären Kinostart kriegen)

Vor allem der mittlere Punkt ist etwas wo man viel Überzeugungsarbeit leisten müsste, weil meisten laufen hier in den Kinos in meiner Gegend dann immer Blockbuster und meistens in 3D. Das ist irgendwie fix für die amerikanischen Filme reserviert, egal ob die gut sind oder nicht.

HyperionCH Ich glaube nicht, dass allzu viele Schweizer Anime-Fans in die grenznahen Kinos gehen, wenn sie nicht gerade in der Nähe wohnen.

Das glaube ich auch nicht, das wollte ich Rocket mit mir als Beispiel sagen ^^
HyperionCH Dafür sehe ich immer öfters Leute in der S-Bahn, die über Smartphone Anime schauen (und letzten Monat auch jemanden, der DBZ-Mangas in einem Platsiksack hatte. Der war sicherlich auch enttäuscht, dass Broly nicht in der Schweiz gezeigt wurde^^).
Mache ich auch öfters, was will ich sonst die 1 1/2 Stunden Arbeitsweg machen :D

HyperionCH Aber im Realfilm-Bereich gibt es weiterhin KSM-Titel, die in der Schweiz im Kino gezeigt wurden. So zum Beispiel auch Mackie Messer mit 3'149 Zuschauern. Das ist jetzt auch nicht der Brüller für einen Film mit regulären Kinostart. Wenn sie also mit Realfilmen schlechte Erfahrungen gemacht haben, dann müssten sie konsequenterweise auch die Realfilme nicht mehr in die Schweizer Kinos bringen.
Nja der kam nur in der Schweiz nicht durch KSM Raus, sondern durch Filmcoopi Zürich AG, welche diesen wohl wiederum Sublizensiert haben von Wildbunch weil im Trailer von Filmcoopi komm kein KSM vor sondern nur Wildbunch.

HyperionCH Die Frage ist deshalb, ist der Schweizer Markt wirklich für KSM unbekannt (bzw. auch für alle anderen Publisher)?
Ich würde sagen nicht alle, aber viele ja. Viele schreckt halt das Thema Mehrsprachigkeit ab und in Deutschland herrscht ja oft bei den Publishern die device "Dub muss her", daher die haben wohl im Kopf, dass sie dann 3 Dub's mache müssen. Was meiner Meinung nicht wirklich stimmt, es laufen nämlich sehr viele Filme oft bei uns mit Untertiteln. Meistens mit doppelter Ausführung aus Englisch und Deutsch, oder Deutsch und Französisch.

HyperionCH Ebenfalls findet er es seltsam, dass in der Schweiz Filme ins Kino kommen, die kaum Zuschauer in die Säle bringen (teils nur 1'000 verkaufte Tickets), aber Anime mit viel mehr Potential (wie Your Name etc.) es nicht ins Kino schaffen. Denn die Kosten für den Filmverleiher haben ja alle Filme; nicht nur Anime.
ich kann es mir höchstens so erklären. Die Schweiz hat einfach zu viele "Bünzlischweizer", die halt Anime immer noch als Kinderprogramm sehen, da sie nur die ganzen Anime kennen die mal auf ARD und ZDF liefen als sie Kind waren. Und ich vermute bei vielen Schweizer Filmverleihern ist das auch noch in den Köpfen.

Fragmaster Ich beobachte in der Schweiz eins öfters, dass trotz des Gesetztes Filme nicht in allen Regionen der Schweiz gezeigt werden. Der Tessin (italienische Schweiz) wird hier öfters übergangen und der Film wird nur im deutschen und französischen Raum gezeigt, seltener auch sogar nur in einer einzigen Sprachregion.
Irgendwie muss es da dann doch Ausnahmeregelungen geben, oder?

Wie oben schon erwähnt, würde ich da einfach sagen, es hat sich kein Kino gefunden, welches den Film zeigen will. Das Filmgesetz gilt nur für die Filmverleiher aber nicht für die Kinos, man kann kein Kino zwingen einen Film zu zeigen. Zumindest kenne ich kein Gesetz dazu.
HyperionCH Es wäre höchstens möglich, dass der Filmverleiher (bzw. die Kinos) den Film in einem Paket erwerben musste; also für einen Blockbuster-Film auch diesen Film erwerben musste (und wenn man schon zahlen muss und ihn hat; dann zeigt man ihn auch). Aber ich bezweifle, dass der Produzent einen solchen Titel hat, der dies ermöglicht. Denn die wirklich starken Blockbuster kommen ja grundsätzlich aus den USA und nicht aus Deutschland.
Ich würde sagen, das ist leider meistens der Fall, anders kann ich mir gewisse Konstellationen nicht vorstellen.
Betreffend deinem Beispiel "Ritter Rost", offiziell ist da nicht mal ein Filmverleiher bekannt, welcher das in der Schweiz übernommen hat. Zumindest ProCinema kennt da keinen. Laut Movies.ch wiederum war das wohl ein Verleiher Namens "Rialto Film". Der Film kam am 18.07.2013 bei uns in die Kinos. Rialto wiederum meldete schliesslich dann im September Insolvenz an. Das sagt glaube ich schon alles.
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#26
RocketsSnorlax Doch - kann er: Gerade in schwierigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass der Produzent oder der Filmverleih den kompletten Saal mietet und im Gegenzug die Ticketeinnahmen behält.

Die Frage ist doch: Warum soll denn der Filmverleiher (der nur in der Schweiz tätig ist) die Filmrechte mit dieser Auflage erwerben?
Wenn er weiss, dass er damit Verluste macht, dann wird der Verleiher nicht die Kinorechte holen. Da kann es ihm ja egal sein, dass der Produzent den Film auch in der Schweiz vermarkten möchte.

Bei "Ritter Rost" spreche ich zudem ja von einem regulären Kinostart in mehreren Städten und über mehrere Wochen.
Selbst wenn es der Film nur gerade 2 Wochen mit nur einer täglichen Vorführung in 4 Schweizer Städten sind dann total 56 Vorführungen; und ich habe wirklich minimale Werte genommen (nur 2 Wochen, nur 1 Vorstellung, nur 4 Locations).
56x einen Kinosaal mieten ist für solch einen Titel nicht gerade lohnenswert.

Interessat wäre dieses Konzept jedoch für Kino-Events. Da wären wir wieder beim Thema "Anime-Filme in Schweizer Kinos".
Warum denn z.B. nicht an 5 Schweizer Städten (z.B. Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich -> damit räumlich gute Abdeckung) am 28. Mai für "Mirai no Mirai" je einen Kinosaal mieten und die Ticketeinnahmen behalten? Denn mir scheint, dass die Schweizer Kinoketten nicht gerade überzeugt sind vom Potential (zumindest schrieb mir dies ein deutscher Publisher) und auch einer der Kinokette meinte: "Sollten wir einen Saal voll kriegen, können wir sicher so eine Spezialvorstellung bzw. Spezialanlass planen".
Aber wie soll man beweisen, dass man einen Kinosaal füllen kann, wenn nie ein solcher Event stattfindet? Da beisst sich die Schlange selbst in den Schwanz. Aber wenn ein Publisher ein paar Kinosäle für einen guten Anime-Film selbst mietet und dies ein Erfolg ist, dann macht die Kinokette wahrscheinlich selbst mit bei Folge-Events.

RocketsSnorlax
Was die Kostenrechnung angeht:
Wir reden hier nicht mehr über VHS-Kassetten ;)
Die Rechte für Deutschland, Österreich und ggf Deutschschweiz gibt es vom Lizenzgeber nur im Paket. Sofern eine Veräußerung von Teilrechten an eine andere Firma keine realistische Option ist, sind zu erwartende Einnahmen, Steuerbelastung und (bei Anime wohl seltener) Filmförderung wohl die entscheidenden Kriterien für die Kostenaufteilung.

Zuerst einmal: Sorry, es war wieder spät letzte Nacht und ich habe wieder eine falsche Bezeichnung gepostet. Natürlich heisst das Ganze korrekt "Deckungsbeitragsrechnung" (und nicht Kostenstellenrechnung). Wer sich auskennt, wusste aber, was ich damit sagen wollte. :D

Leider muss ich dir sagen, dass eine DB-Rechnung genauso funktioniert, wie ich es dir sagte.
Ein Unternehmen muss ausrechnen, ob sich ein Produkt (in diesem Fall "Anime-Filme in Österreich" lohnt). Auch wenn die Recht als Paket inbegriffen war, musste man anteilig dafür bezahlen und man muss ausrechnen, ob sich dies lohnt. Sämtliche Kosten (z.B. anteilige Kinorechte, anteilige Kosten für den Vertrieb/Marketing/Filmverleih, etc.) müssen auf die einzelnen Produkte aufgeteilt werden. Auch die Umsetzung der Kino-Events ist für den Publisher nicht gratis.

Als Beispiel: wenn die Kinorechte für Anime A total 88'500 Euro kosten (Betrag nur zur Vereinfachung gewählt) und der Publisher bekommt damit das Recht für Deutschland (80 Mio. Einwohner) und Österreich (8.5 Mio. Einwohner), dann wird dies bei einer ordentlich geführten Betriebsbuchhaltung aufgeteilt und die Kosten von 80'000 Euro werden "Deutschland" zugeordnet und 8'500 Euro zu "Österreich". Man kann aber auch einen fixen Verteilschlüssel nehmen wie z.B. 10% der Kosten zu "Österreich".
Das gleiche gilt natürlich wie erwähnt für alle anderen Kosten, die beide Länder betreffen wie etwa den (eigenen) Filmverleih. Wenn dadurch mehrere Mitarbeiter für den Event tätig sind und dies ingesamt z.B. 20'000 Euro kostet; dann sind z.B. 18'000 Euro dieser Kosten an "Deutschland" zuzuteilen und 2'000 Euro an "Österreich".
Alle Kosten auf "Deutschland" zu schlüsseln wäre wie gesagt eine Quersubventionierung und wenn die Events in Österreich nur deswegen rentabel sind, wird das Argument von KSM bereits sehr schwammig, dass die Schweiz nicht rentabel sei. Denn wenn man die wichtigsten Kosten auch auf "Deutschland" schlüsseln würde, dann wäre die Schweiz auch rentabel.

Sorry, dass ich hier nicht entgegenkommen kann. Betriebsbuchhaltung funktioniert nun einmal so und alles andere würde bei einem Unternehmen bedeuten, dass man nicht rentable Produkte weiterführt, nur weil man sich selbst etwas vormacht.
Ich bin Konzern-Buchhalter in einem börsen-kotierten Unternehmen und war früher auch im Controlling und Betriebsbuchhaltung tätig. Mir zu sagen, dass ich bei diesem Thema keine Ahnung hätte, ist da doch etwas schwierig.

DB-Rechnungen machen Anime-Publisher zumindest bei ihren DVD-/BD-Veröffentlichungen (wurde vor langer Zeit bestätigt).
Denn sie kriegen auch Anime-Rechte von A-Titeln teils nur in einem Paket mit Titeln, die bei den Fans kaum bis kein Interesse wecken. Auch hier wird anteilig berechnet, wie sich ein allfälliger Release des "schlechten Titels" sich überhaupt auszahlt. Im Extremfall ist es sogar möglich, dass der Titel sich wahrscheinlich so schlecht verkaufen lässt, dass es besser ist, trotz (anteilig) bezahlter Lizenz-Mindestgebühr den Titel nicht zu veröffentlichen. Wenn der Titel doch etwas besser ist, dann schafft es dieser - wie du es auch sagst - dann vielleicht doch ins Kino.

RocketsSnorlax
Ein solches Lizenzpaket kann übrigens auch der Grund dafür sein, dass Titel mit nur sehr geringen Erfolgsaussichten trotzdem ins Kino landen. Ein anderer Grund ist übrigens: Werbung! Selbst wenn ein kleiner Kinostart absehbare Verluste einbringt kann der Publicity-Effekt größer sein, als der durch gekaufte Werbekampagnen erreichbare.

Ja, natürlich sind diese Events auch gute Werbung, damit z.B. nachher auch die DVD/BD gekauft wird; oder die Serie.
Ich hätte im Fall von NGNL die Serie im Vorfeld gekauft, wenn der Film in der Schweiz ins Kino gekommen wäre (insbesondere, wenn dies der erste Event in der Schweiz gewesen wäre, welche ich wohl kaum verpassen möchte).

Jetzt muss ich jedoch sagen, dass ich keine Motivation versprühe, überhaupt Produkte von KSM zu kaufen. Das Statement wirkt auf mich, als ob KSM nicht gerade Interesse an die Schweizer Kundschaft besitzt.
Das Statement von KSM lässt wie gesagt viele Fragen offen (z.B. Warum schaffen es andere Filme in Schweizer Kinos in nur einer Sprachregion? Wie hoch sind denn in etwa die zusätzlichen Kosten? Warum sind z.B. VOD-Angebote erhältlich trotz FiG 19.2? etc.) und einige Angaben war auch klar falsch (z.B. dass die Einverleiherklausel für die Kinoverwertung seit 2016 besteht). Dass KSM auf die noch offenen Fragen keine Reaktion zeigt, wirkt nicht gerade für Kundennähe. Vielleicht sollte sich KSM überlegen, wie man einen positiven Werbe-Effekt durch Kino-Events in der Schweiz erreicht statt mit dieser doch sehr starken Abwehrhaltung einen negativen Eindruck erweckt.
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Avatar: Nehis#27
HyperionCHJetzt muss ich jedoch sagen, dass ich keine Motivation versprühe, überhaupt Produkte von KSM zu kaufen. Das Statement wirkt auf mich, als ob KSM nicht gerade Interesse an die Schweizer Kundschaft besitzt.
Das Statement von KSM lässt wie gesagt viele Fragen offen (z.B. Warum schaffen es andere Filme in Schweizer Kinos in nur einer Sprachregion? Wie hoch sind denn in etwa die zusätzlichen Kosten? Warum sind z.B. VOD-Angebote erhältlich trotz FiG 19.2? etc.) und einige Angaben war auch klar falsch (z.B. dass die Einverleiherklausel für die Kinoverwertung seit 2016 besteht). Dass KSM auf die noch offenen Fragen keine Reaktion zeigt, wirkt nicht gerade für Kundennähe. Vielleicht sollte sich KSM überlegen, wie man einen positiven Werbe-Effekt durch Kino-Events in der Schweiz erreicht statt mit dieser doch sehr starken Abwehrhaltung einen negativen Eindruck erweckt.
Warum gibt es da denn so viel Unverständnis. Die Schweiz ist tricky. Das sollte diese endlos lange Debatte doch schon geklärt haben und das Ganze als Unternehmen alleine zu schultern, ist für die meisten eben ätzend. Obendrein werden hier die ganze Zeit nur die dt. Publisher, speziell KSM für sein Statement, zur Verantwortung gezogen...inwiefern ist das gerechtfertigt? Schließlich könnte man genauso argumentieren, dass der französische Animemarkt finanziell deutlich besser dasteht und sich meines Wissens kaum zur Schweiz äußert. Trotzdem hat bei Verbreitung von Anime in der EU eher Frankreich den größeren Markt und das Kapital. Es wäre daher aus Schweizerperspektive viel sinniger sich an französische Publisher zu wenden.

Das sich der Schweizer Kinomarkt für sie nicht lohnt, da sind sich doch bis dato Kaze (Anime Nights), Peppermint (Akiba Pass Fetival) und KSM einig. Aus meiner Sicht können sich die Publisher die Kinoauswertungen eigentlich ohnehin in 90% der Fälle nicht leisten. Ich denke nur wenige erwirtschaften Gewinn und es ist eher eine Marketingmaßnahme. Was kein Unternehmen offen zugibt. Wenn es anders wäre, würden die Filme regulär 2-3 Wochen täglich mehrfach laufen.
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#28
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Genau die Kino Situation in Weil finde ich schlimm, ok ich war nie Abends da, aber durch den Tag durch ist da immer die Hölle, dank den ganzen Einkaufstouristen wenn ich da im Sommer unterwegs bin.

Ich war einmal dort an einem Samstag mit meinem Bruder einkaufen Nie wieder!
Mit dem Auto muss man deswegen sehr früh hinfahren. denn abends staut sich das Ganze sehr oft und man muss ja vor 20 Uhr das Kino erreichen.
Der Zug ist für die Hinfahrt deshalb sicherlich angenehmer, da man auch (fahr)planmässig ankommt. Jedoch ist dann der Rückweg wie bereits erklärt unangenehmer mit mehrfachem Umsteigen, später Ankunft zu Hause, etc.

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Am Stand meiner Freundin, die Künstlerin (Fantasy) ist.

Bei der FaBa fällt mir auch auf, dass die Künstler-Bereiche nicht allzu stark besucht sind.
Bei der Connichi hingegen stehen sich die Leute im Künstlerbereich gegenseitig auf den Beinen. Da scheinen mir die Interessen unterschiedlich zu sein.
Wobei es auch unterschiedliche Zielgruppen sind; die Connichi ist eine Anime-Convention und da sind Anime-Fans vor Ort; bei der FaBa sind alles andere vor Ort, nur keine Anime-Fans.

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...dann ist der Anime Manga Bereich eher weiterhin n Witz. Ausser das es wieder die typischen Chinaware Merch Händler hat, wo ich es schade finde das es da keine Kontrollen vom Zollamt gibt.

Ich habe ja aufgezählt, was es gab. Das war mehr oder weniger alles; einzelne Künstler (wobei eher Thema "Japan" und nicht "Anime") und ein paar japanische Food-Stände. Das ist alles! Dafür kommt kein Anime-Fan nur in die Nähe des Messegelände.

Das mit den March-Händlern kann ich ja meinem Bruder weitergeben. Er arbeitet zwar nicht mehr in Basel, aber immer noch bei der EZV.


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Sowas gibt es nur so gut wie nicht in der Schweiz, so gut wie alle Kinoketten die es in der Schweiz gibt, sind recht stark Örtlich begrenzt.

Pathé und Kitag haben welche. Pathe hat dies in Basel, Bern, Luzern und Dietlikon. Ich glaube, westlich von Zürich wird gerade ein weiteres gebaut (weshalb ein kleiner Kinobetreiber leider bereits die Tätigkeit einstellte). Kitag hat welche in Bern (Muri b. Bern), Biel (OK, nur 5 aber immerhin), Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich.
OK, bei den "kleineren" mit 5 Sälen (wobei der Betreiber in der gleichen Stadt noch weitere Säle in der Nähe hat) ist es etwas schwieriger, aber bei mehr als 5 Sälen reicht dies meist aus. Denn dann ist wie gesagt meist ein kleinerer Saal dabei, der einen Film in der x-ten Woche zeigt und nur 10 Nasen dort reingehen. Da rentiert es dem Betreiber, wenn stattdessen 50 und mehr Anime-Fans kommen.

Die beiden Betreiber organisieren sogar immer wieder Events wie "Lady's Night" bzw. "Men's Night", bei dem vor der Vorführung noch aufwändig ein Freigetränk und Häppchen angeboten werden. Ich habe da schon einige Kritik gehört, dass die Besucher sich dort auf die Häppchen stürzen und man darf offenbar nicht zu spät hingehen; sonst gibt es nichts (gehen die Leute nur wegen den Häppchen hin? )
Aber an Anime-Events (wo man als Besucher auch selbst für Getränke und Snacks bezahlt) gibt es nicht. Das soll einmal einer verstehen...

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Auf solche Experimente lässt sich in der heutigen Zeit aber nur noch die wenigsten ein. Da Generell in der Schweiz die Kino's Probleme haben über die Runden zu kommen.

Ja, ich habe auch das Gefühl, dass sowohl Kinobetreiber wie auch Filmverleiher derzeit der Mut für Innovationen fehlt. Der seit Jahren anhaltende Rückgang der Ticketverkäufe ist sicherlich ein Grund dafür.
So wie es aussieht, hoffen die Filmverleiher und Kinobetreiber jeweils, dass man mit Kosteneinsparungen über die Runden kommt und sie so lange durchhalten können, bis mehrere Mitbewerber zuerst aufgeben müssen und der kleinere Markt dann auf weniger Mitbewerber aufgeteilt werden kann.
Dies zeigte sich letztens auch, dass Kitag in Bern bis auf 2 kleine Säle sämtliche Kinos in der Innenstadt schliessen liess und stattdessen ausserhalb der Stadt (in Muri) ein Multiplexkino eröffnete. Der Grund ist klar: Kosten sparen, indem man weniger Personal benötigt als mit mehreren Locations verteilt in der Innenstadt und tiefere Mietkosten.
Ich persönlich würde gerne wieder öfters ins Kino gehen (ich schaue ja auch andere Dinge und nicht nur Anime). Ich bevorzuge jedoch OmU und da muss man oft bereits in der ersten Woche ins Kino (und dafür habe ich wegen der Arbeit nicht immer Zeit), da ab der 2. Woche nicht selten nur noch der deutsche Dub läuft. Aber lieber in 2 Sälen den Film mit dt. Dub zeigen und beide Säle nicht einmal einen Viertel füllen statt je bei einem Saal 1x dt. Dub und 1x OmU.

Auf einer anderen Plattform meinte jemand, dass gerade die grossen Kinoketten sehr wohl wissen würden, dass die Anime-Events in Deutschland und Österreich gibt und diese erfolgreich seien. Zudem gibt es ja jede Menge Anlässe, bei dem die Kinobetreiber sich informieren können und Netzwerde schmieden.
Meine Erfahrung beim Kontakt mit den diesen Kinoketten bestätigt dies nicht. Das Wissen über die Anime-Events ist eher begrenzt. Ich vermute, selbst bei den Kinoketten wird derzeit so stark gespart (um über die Runden zu kommen), dass man grösstenteils nur noch die Blockbuster abspielt und auch bezüglich Mitarbeiter spart (d.h. dass sie gar nicht an solche Events teilnehmen dürfen und ihr Wissen über erfolgreiche Konzepte erweitern).

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Da ist gut möglich, hier sitzt halt der Schweizer Kinoverleiher am längeren Hebel, weil ein Sitz in der Schweiz notwendig ist für eine Kinoveröffentlichung. Wenn der Verleiher da zu wenig Interesse hat, macht er das nur wenn für ihn genug Gewinn rausspringt.

Ja, die Einverleiherklausel stärkt eigentlich die Schweizer Kionverleiher.
Wie du aber beim Beispiel von Rialto selbst zeigst: vielen Kinoverleiher geht es nicht gut. Und derzeit gibt es sicherlich eher zu viele als zu wenige; schliesslich gehen die Ticketverkäufe ständig zurück. Somit können sich viele Verleiher aus meiner Sicht nicht leisten, auf einen (kleinen) Gewinn zu verzichten, nur um mehr Geld zu fordern. Denn dann ist die Gefahr zu gross, dass ein Konkurrent die Rechte erwirbt. Also: lieber wenig Geld verdienen als gar keins.

Das Problem ist wohl eher, wie du es vorher beschrieben hast (und ich dir hier zustimme):
Die Verleiher haben eher Angst, dass etwas Innovatives floppt. Also: lieber kein Geld verdienen als Verluste einfahren.

Umso mehr glaube ich deshalb nicht an das KSM-Statement, dass der Filmverleiher in der Schweiz so teuer ist, dass es (für KSM) nicht rentabel ist.
Die Kostenhöhe, welche dafür nötig wäre, habe ich ja berechnet. Dies ist in der derzeitigen finanziellen Situation unrealistisch. Es ist eher so, dass die Filmverleiher jeden Preis annehmen muss, der halbwegs für schwarze Zahlen sorgen kann.

Wie gesagt ist wohl eher das Problem: die Filmverleiher (und die Kinobetreiber) glauben höchstwahrscheinlich nicht, dass Anime-Events schwarze Zahlen bringen (zumindest ein Anime-Publisher bestätigte mir dies).
Damit braucht es unheimlich viel Überzeugungsarbeit (und Nerven), damit die nötigen Parteien (Verleiher, Kinos) mitmachen. So wie es aussieht, haben Publisher wie KSM aufgegeben, die Events in der Schweiz einzuführen. Warum aber völlig andere Gründe genannt werden, warum dies in der Schweiz nicht durchgeführt werden, ist mir ein Rätsel. So macht sich der Publisher nur selbst zum Buhmann bzw. verliert Reputation, obwohl andere Unternehmen für die derzeitige Situation verantwortlich sind.

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Eigentlich schon, aber das eine ist der Filmverleiher welcher alle Sprachen anbieten muss und das andere sind die Kino's, welche den Film auch zeigen wollen. Findet ein Filmverleiher kein Kino, welches den Film der Sprache zeigen will, so kommt der natürlich auch nicht in der jeweiligen Sprache ins Kino. Bisher gibt es kein Gesetz das ein Kino dazu zwingt einen Film zu zeigen, nur damit das der Teil vom Filmgesetz erfüllt werden kann.

Selbst wenn sich kein Kino findet: in der Datenbank von fds bzw. ProCinema würde das Startdatum der jeweiligen Sprachregion ersichtlich sein. Dies tut es jedoch oft nicht, selbst wenn es eine entsprechende Sprachversion gibt.

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Vor allem der mittlere Punkt ist etwas wo man viel Überzeugungsarbeit leisten müsste, weil meisten laufen hier in den Kinos in meiner Gegend dann immer Blockbuster und meistens in 3D. Das ist irgendwie fix für die amerikanischen Filme reserviert, egal ob die gut sind oder nicht.

Ja, man muss Überzeugungsarbeit leisten; wahrscheinlich sogar sehr viel. Es ist jedoch möglich, dass sich etwas tut.
Pathé hat z.B. letztes Jahr für die EU LCS Summer Finals in League of Legends ("EM-Finale" in diesem Game -> esports) gezeigt, was sogar ein völlig neues Gebiet für den Kinobetreiber ist.
Hierfür hatte Pathé in 3 Städten je einen Kinosaal für den ganzen Sonntagabend (da best-of-five kann dies insgesamt über 5 Stunden dauern) bereit gestellt (fürs WM-Finale war es etwas einfacher für Pathé; dies war durch die Zeitverschiebung an einem Samstag Vormittag). Pathé war auch zufrieden mit den Events (fürs WM-Finale wurde eine 4. Location organisiert).
Man muss jedoch sagen, dass der Stream kostenlos ist. Somit sind die Kosten gering (Mietkosten, Strom und Personal), da keine Lizenzkosten wie bei Filmen anfallen.
Dafür hatte Pathé einige hundert Zuschauer über mehrere Stunden in ihren Kinos, die in den Pausen auch Nachschub an Getränken und Snacks holten. Dies zeigt, wie wichtig es für Kinobetreiber ist, Besucher in ihre Räumlichkeiten zu bringen (da der Getränke- und Snack-Shop eine sehr wichtige Einnahmequelle darstellt).

Deshalb ist es wichtig, dass die insbesondere die grossen Kinoketten überzeugt werden, dass die Leute kommen werden, wenn Anime-Events organisiert werden. Hier sind sie leider spürbar skeptischer (Risiko ist aber auch grösser als bei einem kostenlosen Stream).

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Mache ich auch öfters, was will ich sonst die 1 1/2 Stunden Arbeitsweg machen :D

Fazit: Filmverleiher und Kinobetreiber sollten öfters mit dem Zug fahren und einmal schauen, was die Leute im Zug so tun.

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Nja der kam nur in der Schweiz nicht durch KSM Raus, sondern durch Filmcoopi Zürich AG, welche diesen wohl wiederum Sublizensiert haben von Wildbunch weil im Trailer von Filmcoopi komm kein KSM vor sondern nur Wildbunch.

Der Filmverleiher in der Schweiz müsste ja auch im Falle von Anime sublizenzieren (zumindest bei jenem Publisher, der mir schrieb, dass sie die Kinorechte in der Schweiz hätten).
Die Frage ist deshalb, was kann eine Firma wie Wildbunch besser als KSM? Vielleicht sollte KSM bei Wildbunch einmal fragen, wie sie die Schweizer Filmverleiher überzeugen können.

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Ich würde sagen nicht alle, aber viele ja. Viele schreckt halt das Thema Mehrsprachigkeit ab und in Deutschland herrscht ja oft bei den Publishern die device "Dub muss her", daher die haben wohl im Kopf, dass sie dann 3 Dub's mache müssen. Was meiner Meinung nicht wirklich stimmt, es laufen nämlich sehr viele Filme oft bei uns mit Untertiteln. Meistens mit doppelter Ausführung aus Englisch und Deutsch, oder Deutsch und Französisch.

Wobei in den Kinos leider immer mehr Dub gezeigt wird, was ich sehr schade finde.
Ich denke jedoch, dass gerade bei Anime die Verwertung mit OmU only sehr gut möglich ist in der Schweiz. Gerade durch die Simulcast-Angebote sind sich viele Anime-Fans OmU auch gewohnt. In der Schweiz gab es früher sogar mehr OmU-Vorstellungen in Kinos als Dub.
Dass sogar zwei Untertitel gleichzeitig gezeigt wurden (das oft bekannte "E/d/f"), hatte früher auch seine Gründe. Denn vor der Digitalisierung mussten Untertitel auf den (8mm) Film eingebrannt werden. Damit die Filmrollen von einem Kino zu einem anderen Kino (einer anderen Sprachregion) hin und her gesendet werden konnte, waren gleich 2 Sprachen als Untertitel-Sprachen drauf.

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ich kann es mir höchstens so erklären. Die Schweiz hat einfach zu viele "Bünzlischweizer", die halt Anime immer noch als Kinderprogramm sehen, da sie nur die ganzen Anime kennen die mal auf ARD und ZDF liefen als sie Kind waren. Und ich vermute bei vielen Schweizer Filmverleihern ist das auch noch in den Köpfen.

Ja, die Schweiz ist sehr konservativ. Deshalb denke ich, dass man die Anime-Events auch auf die grösseren Städte beschränken sollte. Dies ist zwar ärgerlich für Anime-Fans in Chur oder Altdorf, aber gerade im ländlicheren Gebiet gibt es zu viele "Bünzlibürger" und zu wenig offene Leute, die keine Vorurteile gegenüber Animes haben.
Wobei auch in Deutschland und Österreich es sicherlich der Fall ist, dass in urbanen Gegenden sich eher Anime-Fans finden (auch in % der Bevölkerung) als in ländlichen.

Ich denke, viele Schweizer Filmverleiher (und auch Kinobetreiber) sind auch einfach überfordert mit Anime, weshalb ein Publisher besonders viel zu erklären hat. Es ist ja auch nicht einfach. Wie erklärt man "Anime", wenn darunter Filme wie "Broly", "Totoro", "Your Name" und "Love, Chunibyo & Other Delusions" fallen?
Vielleicht hatten die Publisher in Deutschland und Österreich Glück, dass dort auch Mitarbeiter bei den Kinos verantwortlich waren, die etwas Ahnung von Anime hatten. In der Schweiz müssen die Publisher den Kinobetreibern "Anime" von Null auf erkären. Sehr gut möglich, dass dies bei den Publishern auf Unverständnis stösst.

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Wie oben schon erwähnt, würde ich da einfach sagen, es hat sich kein Kino gefunden, welches den Film zeigen will. Das Filmgesetz gilt nur für die Filmverleiher aber nicht für die Kinos, man kann kein Kino zwingen einen Film zu zeigen. Zumindest kenne ich kein Gesetz dazu.

Zumindest hat ein Publisher bestätigt, dass sie die Kinobetreiber in der Schweiz nicht überzeugen können (kann aber nicht sagen, mit welchem Effort dies - oder ob überhaupt - getan wurde).
Ich denke aber, dass diese Begründung wesentlich näher an der Wahrheit liegt als jede Begründung, die KSM uns lieferte. Umso mehr ärgert es mich, was KSM an vermeintlichen Gründen nannte. Wenn die Kinos das Problem sind (wovon ich auch ausgehe), dann sollen sie dies sagen. Dies hilft allen Parteien mehr als fadenscheinige Ausreden.

Beleggrodion
Ich würde sagen, das ist leider meistens der Fall, anders kann ich mir gewisse Konstellationen nicht vorstellen.
Betreffend deinem Beispiel "Ritter Rost", offiziell ist da nicht mal ein Filmverleiher bekannt, welcher das in der Schweiz übernommen hat. Zumindest ProCinema kennt da keinen. Laut Movies.ch wiederum war das wohl ein Verleiher Namens "Rialto Film". Der Film kam am 18.07.2013 bei uns in die Kinos. Rialto wiederum meldete schliesslich dann im September Insolvenz an. Das sagt glaube ich schon alles.

Auf ProCinema steht wahrscheinlich kein Verleiher, weil die Filmrechte durch die Insolvenz wieder frei sind bzw. ProCinema "Rialto" aus der Datenbank gelöscht hat. Sonst würde der Anschein erweckt werden, dass ein Filmverleiher noch die Rechte in der Schweiz besitzen würde. Dies wäre für mich zumindest plausibel.

Der Artikel zeigt auch ein wenig, dass die Filmverleiher offenbar auch keine Ideen haben, wie sie sich weiterentwickeln können. Die Stellungnahme dort wirkte ja, als ob Rialto schon lange vor der Insolvenz aufgegeben hatte.

Bezüglich "Ritter Rost" muss ich aber sagen, dass dies ja der erste Film war und Rialto da hoffen konnte, dass der Film noch recht gut läuft.
Bedenklicher ist doch eher, dass der Filmverleiher Implus die Rechte am 2. Film erwarb. Der erste Film lief ja nicht gut (und dessen Verleiher war nicht vom Glück verfolgt) und man konnte bereits davon ausgehen, dass der zweite noch weniger Leute in die Kinos lockt. Trotzdem haben sie ihn in die Kinos gebracht.

Genau bei solchen Fällen glaube ich eher, dass Filmverleiher nach jedem Strohhalm greifen und sicherlich keine zu hohen Preisforderungen stellen.
Das Problem scheint eher zu sein, dass die Kinos nicht an Anime glauben. Denn wenn kein Kino einen Anime-Film zeigen möchte, werden von den Verleihern auch keine Rechte hierfür erworben.
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Avatar: HyperionCHThemenstarter#29
Nehis
Warum gibt es da denn so viel Unverständnis. Die Schweiz ist tricky. Das sollte diese endlos lange Debatte doch schon geklärt haben und das Ganze als Unternehmen alleine zu schultern, ist für die meisten eben ätzend.

So manche Arbeit ist ätzend; auch bei meinem Job. Aber trotzdem erwarten meine Kunden, dass ich meine Arbeit mit hoher Qualität erledige.

Nehis
Obendrein werden hier die ganze Zeit nur die dt. Publisher, speziell KSM für sein Statement, zur Verantwortung gezogen...inwiefern ist das gerechtfertigt?

Du schreibst ja selber etwas später, dass aus deiner Sicht ein grosser Teil der Kinovewertungen hauptsächlich Marketingmassnahmen sind.
Entsprechend muss du aber auch davon ausgehen, dass dies beim französischen Publisher nicht anders ist. Was denkst du, wie hoch ist deren Interesse, dass ein deutsch-sprechender Anime-Fan zufrieden ist?
Ich habe ja selbst gesagt, dass ich z.B. die komplette Serie von NGNL auf BD gekauft hätte (oder Love, Chunibyo & Other Delusions), damit ich die Serie durchschauen kann, bevor der Film im Kino läuft. Aber wenn ich die deutschen BDs kaufe, sieht der französische Publisher keinen Nutzen, dass er den Film dann im Kino in der Schweiz zeigt. Selbst wenn mir der Film dann auch gefällt; ich würde ja wieder die deutsche BD kaufen.

Ideal wäre natürlich, wenn die deutschen und französischen Publisher zusammenarbeiten würden und beide Sprachregionen eine Kinoverwertung kriegen. Aber es scheint so, dass dies noch kein Publisher ernsthaft in Betracht gezogen hat.

Nehis
Das sich der Schweizer Kinomarkt für sie nicht lohnt, da sind sich doch bis dato Kaze (Anime Nights), Peppermint (Akiba Pass Fetival) und KSM einig.

Da habe ich andere Informationen.
Ich werde in dieser Woche wohl noch alle Informationen veröffentlichen, die ich letztes Jahr sammeln konnte. Aber bereits vorweg: ich habe 4 Publisher gefragt und 3 davon sagten, es wäre aus rechtlichen Gründen (und sonst keinen anderen Grund genannt) und der vierte meinte, dass die Schweizer Kinos die Nachfrage als zu gering einschätzen (die Kinos; nicht der Publisher selbst).

Nehis
Aus meiner Sicht können sich die Publisher die Kinoauswertungen eigentlich ohnehin in 90% der Fälle nicht leisten. Ich denke nur wenige erwirtschaften Gewinn und es ist eher eine Marketingmaßnahme. Was kein Unternehmen offen zugibt. Wenn es anders wäre, würden die Filme regulär 2-3 Wochen täglich mehrfach laufen.

Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn KSM dies offen zugegeben hätte (wenn dies stimmt).
KSM behauptet jedoch, dass Österreich rentabel sei, die Schweiz jedoch nicht. Dies ist mit den vorhanden Zahlen nicht plausibel (habe ich hier - denke ich - gut und verständlich aufgezeigt).

Das Problem ist jedoch: wenn KSM zugibt, dass Österreich (und allenfalls auch Deutschland) nicht rentabel ist, dann wäre die Frage seitens der Schweizer Anime-Fans natürlich sofort gekommen, warum dann Österreich die Events kriegt, die Schweiz jedoch nicht.

Ob die Events (in DE+AT) nun rentabel sind oder nicht, wissen wir beide nicht.
Am Statement von KSM stimmt aber offensichtlich einiges nicht, was ich hier auch klar darlegte. Ehrlichkeit seitens der Publisher würde aber bei der derzeitigen Situation viel mehr weiterhelfen.

Ich finde es jedoch ehrlich gesagt etwas befremdlich, dass du es nicht korrekt findest, dass sich die Betroffenen beschweren, weil KSM offensichtlich nicht offen und ehrlich über die Gründe spricht (oder antwortet, damit die vielen Unklarheiten beseitigt werden).
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Avatar: Nehis#30
HyperionCHIdeal wäre natürlich, wenn die deutschen und französischen Publisher zusammenarbeiten würden und beide Sprachregionen eine Kinoverwertung kriegen. Aber es scheint so, dass dies noch kein Publisher ernsthaft in Betracht gezogen hat.

Das Problem ist jedoch: wenn KSM zugibt, dass Österreich (und allenfalls auch Deutschland) nicht rentabel ist, dann wäre die Frage seitens der Schweizer Anime-Fans natürlich sofort gekommen, warum dann Österreich die Events kriegt, die Schweiz jedoch nicht.
Und ich denke genau darauf muss man eben warten, dass Publisher international für die Schweiz kooperieren oder größere Publisher die französische, dt. und vielleicht sogar die italienische Sublizenz besitzen und diese Filme dann perfekt in der Schweiz veröffentlichen.
HyperionCH
Das Problem ist jedoch: wenn KSM zugibt, dass Österreich (und allenfalls auch Deutschland) nicht rentabel ist, dann wäre die Frage seitens der Schweizer Anime-Fans natürlich sofort gekommen, warum dann Österreich die Events kriegt, die Schweiz jedoch nicht.
Vielleicht beantwortest du deine Frage ja bereits selbst, wenn du sagst die Schweizer Kinos haben ein geringes Interesse und die Kinos in Östereich seien eben interessierter.
HyperionCH Ich finde es jedoch ehrlich gesagt etwas befremdlich, dass du es nicht korrekt findest, dass sich die Betroffenen beschweren, weil KSM offensichtlich nicht offen und ehrlich über die Gründe spricht (oder antwortet, damit die vielen Unklarheiten beseitigt werden).
Ich weiß, dass uns alle Unternehmen heute vorgaukeln in den sozialen Netzwerke die besten Freunde zu seien und sich sehr Communitynah geben. Das tut auch jede Bank & absolut jedes andere Unternehmen. Ehrlich sind die alle nicht, bzw. haben sie ihre eigenen Wahrheiten. Sicher sind einige der Gründe von KSM zutreffend, einige andere ausschlaggebende wichtige Gründe die einen Wettbewerbsnachteil bedeuten könnten, behält man aber für sich. Anime-Kino-Auswertungen in der Schweiz werden vielleicht einfach noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.

Mein Verständnis hält sich vielleicht auch einfach in Grenzen, weil mir das als dt. Animefan schon überhaupt nicht wichtig ist. Ich habs in jeder Stadt, in der ich bis jetzt wohne und gewohnt habe max. 15 Minuten zum nächsten Kino, welches alle Anime zeigt und habe in den letzten 10 Jahren 0 Vorstellungen gesehen. Ich gehe monatlich mehrfach ins Kino, aber bisher nie in einen Anime:

Die Zeiten sind sehr oft grausam (17:00 Uhr Digimon Tri 6). Jedes Event kostet mich trotz Kinoflatrate den vollen Eintritt, weil es nicht Teil des regulären Programms ist. Die Filme erscheinen teilweise bei vielen Anbietern wie Anime on Demand wenige Tage bis Wochen später, manchmal sogar im Vorfeld (Psycho-Pass Movie). Aber das sind nur meine persönlichen Ansichten, weil ich für sowas eig die perfekte Zielgruppe wär (Kinodauergänger, Manga + Anime Fan). Wenn selbst ich schon nie die Vorstellungen besuche, wie klein ist dann die tatsächliche Zielgruppe?

Edit: Rechtschreibfehler
Beitrag wurde zuletzt am 13.02.2019 um 09:29 geändert.
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