• TypAllgemein
  • ZugangÖffentlich
  • Mitglieder118/∞
  • Beiträge983
  • Clubgründung19.11.2013
  • ClubleiterPilop

Yuri Kuma Arashi

  •  
  • Ablehnend
  • Traurig
  • Überrascht
  • Lustig
  • Liebhaben
  • Zustimmen
Avatar: aniSearchler-42637Themenstarter#1
Yuri Kuma Arashi

Yuri Kuma Arashi
BeschreibungEs begann mit der Explosion des Asteroiden Kumaria irgendwo in den Untiefen des Weltraums.

In der Folge wurden seine Fragmente zu einem Meteoritenschauer, der auf die Erde herabregnete und dazu führte, dass sich Bären auf der ganzen Welt erhoben und begannen die Menschheit zu attackieren. Im Kampf Mensch vs. Bär aßen die Bären die Menschen, während diese die Bären niederschossen, was zu einem nie endenden Kampf und einer Spirale des Hasses führte. Letztendlich errichtete man eine Barriere zwischen den Menschen und den Bären und beide Seiten verzichteten auf weitere Angriffe.

In der Welt der Menschen:

Eines Morgens treffen sich die beiden Schülerinnen der Arashigaoka Akademie, Kureha Tsubaki und Sumika Izumino, gerade wieder beim Beet voller weißer Lilien hinter ihrer Schule. Dieses hat für die beiden Liebhaber eine ganz spezielle Bedeutung, doch wird ihre Zweisamkeit an diesem Tag je durch den Bärenalarm gestört, der die Invasion der Bären in die Welt der Menschen bedeutet. Wie Kureha später herausfindet, sind die eben in ihre Klasse gewechselten Schülerinnen Ginko und Lulu in Wirklichkeit Bären, die gekommen sind, um sich ihre Bäuche mit Menschenfleisch vollzuschlagen, wobei Ginko es speziell auf Kureha abgesehen hat, was auch Sumika in besondere Gefahr bringt.

Ikuhara ist ein außergewöhnlicher Regisseur, wenn es darum geht surreale Szenerien, zeitgenössische Fantasy mit ausdrucksstarken Allegorien und eine Spur von Absurden zu vermischen - und Yuri Kuma Arashi ist ein weiterer Beweis dafür. Eine geometrische Form, ein dreieckiger Grundriss, bunte Fenster und Innenräume die an ein gotisches Kirchenschiff mit jugendstil-artigem Interieur erinnern, bilden die Lokalität für dieses Schauspiel, eine Mädchenschule. Es erscheint fast wie eine Parodie des klassischen Shoujo-Settings. In den Einstellungen dieses fantastischen Schauplatzes sieht man eine normal aussehende Landschaft die sich durch ständige Bautätigkeit in Bewegung befindet. Mit dem Zoom Out der Kamera erkennt man, dass es sich dabei um die Konstruktion der großen Barrikade handelt die die Menschen errichtet haben um sich vor der Bedrohung durch die Bären zu schützen. Obwohl man die Schule einfach als künstlerischen Ausdruck und die Mauer als rein physische Barriere wahrnehmen kann, geht es hier offentsichtlich um die symbolische und emotionale Bedeutung für die Protagonisten. Die Barriere hat eine größere Bedeutung, die Abschottung der Figuren in ihrem geschlossenen Universum.

Ep1 5:03Ep1 6:07Ep1 6:09

Eine Szene, die als Menschen getarnten Bären, Lulu und Ginko, steigen die Spindeltreppe herab. Die Beiden beobachten Kureha und ihre Freundin, Sumika, was ihren "Hunger" intensiviert. Ein schneller Schnitt zu einem Close Up von Ginko in Bärengestalt, sie knirscht so schnell mit ihren Zähnen, dass es wie ein Maschinengeräusch zu klingen beginnt. Zoom Out aus der Szene und Wechsel zu einer Einstellung auf die Schule mit dem Bau der Barriere im Hintergrund, während das knirschende Geräusch von Ginkos malmenden Zähnen sich mit dem eines Presslufthammers vermischt. Ein Beispiel dafür, wie eine bewusste Synthese der physischen Einstellung der Kulisse als Zeichen für den mentalen Zustand der Protagonisten genommen wird.

Ep1 13:11Ep1 13:21Ep1 13:22

Der achtsame Einsatz von Hintergrundgeräuschen und dramatischer Musik sind herausragend und sehr effektiv für den Aufbau von Dynamik bei Yuri Kuma Arashi. Ikuhara ist einer der wenigen Regisseure die dazu fähig sind eine Balance zwischen Komödie und Melodram zu schaffen, die Szenen sind sorgfältig akzentuiert. Zwar gibt es zahlreiche theatralische Szenen mit grotesk niedlichen Bärchen, aber diese sind nur kurz am Rand gehalten und stören nicht die Dramaturgie. Die bestimmende Ästhetik von Yuri Kuma Arashi ist ihr Zusammenspiel von audiovisuellem und Hintergründen und sie erzielen genau den beabsichtigten Effekt. Die Animationen von Silver Link sind berauschend. Ikuharas symbolhaftes Geschichtenerzählen mit seinem absurden Humor und Yukari Hashimotos traumhafte musikalische Arrangements bilden eine gute Mischung die Yuri Kuma Arashi eine eigene künstlerische Identität geben mit der die schwache Grundlage überdeckt wird.

Die charakteristischen Motive (auch auf inhaltlicher Ebene) von Yuri Kuma Arashi sind: Das grundsätzliche Vorhandensein einer Heldin (Kureha Tsubaki), eine imaginäre Welt (die in diesem Fall zwar der realen Welt entspringt, aber dennoch nicht der Realität entspricht) und das selbstverständliche Faktum das Magie (Bären verwandeln sich in Menschen) existiert.
Yuri Kuma Arashi hat eine ambivalente Beziehung zur Realität. Darin, manifestieren sich Wunsch- und Angstprojektionen ("Invisible Storm"), die sich auf eine gesellschaftliche und psychologische Realität (Situation von Homosexuellen) beziehen. Indem der Anime ein Eintauchen in eine fremde übernatürliche Welt ermöglicht, die dem Zuschauer aber dennoch vertraut ist, kann sich sein Publikum gleichzeitig mit seinen Ängsten, Problemen oder Wünschen auseinandersetzen, womit er die gefühlsmäßige Interaktion mit seinem Publikum fördert. Er kombiniert deutlich spürbare subversive Tendenzen mit emotional geladenen Themenkomplexen, wie Freundschaft und Liebe.

Der zentrale Konflikt, der freien Bezug auf die Bärenangriffe nimmt, zeigt sich in der verängstigten Gesellschaft die sich dem "Terror" von außerhalb der Barriere ausgesetzt sieht, welche die Bedrohung durch Homosexualität darstellt. Die bären haben "Hunger" oder vielmehr sexuelle Lust, sie wollen die Menschen "essen", ein weiterer Euphemismus für lesbischen Sex, was die Doppeldeutigkeit dieses Dialog, "Kureha, I Ginko are going to eat you", und die abstrakten Sex-Sequenzen ausdrücken - doppeldeutig, insofern da die Bären tatsächlich auch dabei gezeigt werden wie sie Menschen fressen.

Ep1 20:33Ep1 20:43Ep1 20:55

Yuri Kuma Arashi beschäftigt sich weniger mit dem Sein. Zwar ist dies kein immanenter Makel an sich, aber er hat zu der Geschichte und den Charakteren geführt, wie sie sich in diesem Anime zeigen. Obwohl er thematisch fesselnd und künstlerisch gewagt ist, präsentiert seine Kürze einige eklatante strukturelle Nachteile.
Zum einen, Ereignisse in der Geschichte werden nicht ausreichend beleuchtet, der sparsame Aufbau führt dazu das, das Ergebnis nicht immer die emotionale Wirkung erzielt die beabsichtigt war. Dies lässt einige der dramatischen Szenen mitunter eher überzogen wirken. Die Motivation der Caraktere wird nicht ausreichend geklärt. Während es so wirkt als ob ein großer Teil des Verhaltens der Charaktere auf rein sexuelle Lust zurückzuführen ist, sieht es so aus als ob Ikuhara versuchte die psychologische Seite seiner Figuren zu zeigen.
Zum anderen, wird die Protagonistin nur mit wenig emotionellem Tiefgang ausgestattet. Kureha hat weder Ambitionen, noch andere erkennbare Charaktereigenschaften, sie ist einfach nur ein Mädchen das ein anderes Mädchen mag und Angst vor Bären hat - wobei sich die Frage stellt, ob ihre Angst vor Bären wörtlich genommen werden kann?
Alle Hauptfiguren scheinen mehr zu symbolisieren, als das sie tatsächlich emotionale Tiefe haben. Es ist anzunehmen, dass dieser Umstand der Kürze des Anime geschuldet ist. Yuri Kuma Arashi ist bis heute die kürzeste Arbeit die Ikuhara jemals geleitet hat. Ohnehin führte er nur in einer Handvoll Serien Regie während seiner zwei Jahrzehnte andauernden Karriere - ein großer Teil davon mit Magical Girl Anleihen, die es erlauben mit dem Aufbau der Handlung und Themen nachsichtiger umzugehen.
Obgleich strukturell unvollkommen, muss man in Anbetracht der kurzen Spielzeit der Serie und ihrer daraus folgenden begrenzten Möglichkeiten zur Umsetzung der Animation und Charakterisierung, den großen Ehrgeiz sehen den Ikuhara bei diesem Projekt hatte.

Subtilität ist nicht das was Yuri Kuma Arashi ausmacht. Ikuharas künsterliche Extravaganz dahingestellt, durch die provokative Übertreibung hat er einen Weg gefunden die TV-Zensur zu umgehen und einige explizite sexuelle Bilder zu zeigen. Ikuhara hat wirklich Sinn für Humor!

Ein Beispiel für die Direktheit, Episode 1+2:

Sumika wurde von Bären "getötet". Aber das ist nur eine mögliche Wirklichkeit, als Regisseur ist Ikuhara sehr talentiert beim irreführen unserer Wahrnehmung von Wirklichkeit. Diese Szene ist zweideutig, Sumika wurde "gegessen".
Die Lehrerin beerdigt Sumika indem sie ein Porträtfoto von ihr in einen Aktschrank schließt.

Die Szene ist ziemlich abstrakt, aber die Idee dahinter sehr einfach, Sumika die ihre "Reinheit" verloren hat wird nun aus der Gesellschaft ausgeschlossen, sie war nicht in der Lage ihre eigene Homosexualität zu akzeptieren sie war "unsichtbar". Sie wurde ein Opfer der Bären.

Ep2 4:59Ep2 4:35Ep2 5:17

Es ist sehr deutlich wofür die Bären in dieser Geschichte stehen, Homosexuelle. Die Barriere wird zum Sinnbild für Homophobie, die Bärenangriffe sind stark mit der Handlung verworben, sie verkörpern das Angstgefühl der Gesellschaft gegenüber homosexuellen Beziehungen.

In der Regel reichen die üblichen Werbemittel, wie Previews oder Konzeptzeichnungen, die zur Verfügung gestellt werden um sich ein Bild von einer Serie zu machen, nur im Fall von Yuri Kuma Arashi nicht! Man braucht sehr viel Fantasie um daraus auf die Serie zu schließen.

Bärchen, Lesben, Blumen-Symbole, psychedelische Sex-Sequenzen, fantastische Perspektiven und massenweise Fanservice.


Veröffentlichungen
Japan 2015                                          TV-Serie 12 Episoden von Silver Link
USA 2015
Deutschland 2015
    • ×3
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
Avatar: Ixs
Club-Senior
#2
Das könnte ein Schock sein das ich Yuri Kuma Arashi als einen meiner Lieblingsanime bezeichne, wenn man bedenkt, dass ich versuche, mich von Fanservice oder sexuellen Themen fernzuhalten … aber ich liebe diesen Anime so sehr. Yuri Kuma Arashi ist so verrückt wie sein Name: „Lesbian Bear Storm“. Zu der abstrakten Geschichte zählen lesbische Bären, „der unsichtbare Sturm“, queer Fan-Service und jede Menge anderer Wahnsinn. All diesem Chaos sind jedoch wichtige soziale Themen beigemengt. In Japan werden homosexuelle Beziehungen nicht wirklich als legitim angesehen, insbesondere lesbische Beziehungen. Die Hauptfigur Kureha, die „Bären“ und einige andere Charaktere müssen sich dieser Diskriminierung stellen, um andere Mädchen frei lieben zu können.
Zugegeben, es wird manchmal sehr verwirrend und der Fan-Service kann ein bisschen viel sein; Zumindest ein Teil des Fan-Services hat jedoch eine tiefere Bedeutung. Wenn man die ersten drei Episoden (und das Ecchi-Opening) hinter sich lassen kann, kann ich diesen Anime nur empfehlen. Bei Bedarf kann man auch die ersten drei Episoden noch einmal anschauen, sobald man weiter in der Serie ist. Es wird helfen, die Dinge sinnvoller zu machen.
Insgesamt ist die Serie wirklich eine bizarre, aber großartige, mit Yuri gefüllte Achterbahnfahrt. Wenn überhaupt, sind die Bärenfiguren, insbesondere Lulu, bezaubernd und man wird in der gesamten Serie einiges an Yuri sehen. Und ich persönlich liebe den schrägen Surrealismus von Yuri Kuma Arashi.
    • ×1
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
    • ×0
  •  

Cover

Club: Yuri Fanclub

Forum

Neueste Clubmitglieder

Durch Deinen Aufenthalt auf aniSearch stimmst Du der Nutzung von Cookies für personalisierte Inhalte, Werbung und Analysen, gemäß unserer Datenschutzrichtlinien zu.