Mushi-Shi (Anime) ➜ Forum ➜ RezensionenMushishi / 蟲師

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  • TypTV-Serie
  • Episoden26 (~)
  • Veröffentlicht23. Okt 2005
  • HauptgenresDrama
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonManga
  • ZielgruppeMännlich

Anime Rezensionen

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „Mushi-Shi“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: FullMetalMartin#1
Mushishi ist wohl eine der wenigen Serien, die selbst eingefleischte Action-Fans vor den Bildschirm fesselt, ohne dass dabei groß die Emotionen überkochen. Viel schlimmer noch, die Serie besticht geradezu mit ihrer Ruhe sowie einer gewissen Moralität und ist dennoch ungemein fesselnd.

Im Gegensatz zu vielen anderen Animes überzeugt Mushishi mit Innovation und einem gewissen Charme, der sich nicht auf SD-Einlagen versteift, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Hier geht es weniger um den eigentlichen Plot, sondern mehr um das unglaublich beeindruckende Universum der Mushi, welches mit einer Vielzahl an Geschöpfen aufwartet.

Was Mushishi nun wirklich auszeichnet, kann keiner so genau sagen. Es handelt sich hierbei um diese gewisse Art von Zauber, mit welcher normalerweise nur Studios wie Ghibli vertraut sind.


Wer eine enge Beziehung zu dem Hauptcharakter aufbauen möchte, der wird von Mushishi sicherlich enttäuscht sein. Ginko spielt hier nur die Nebenrolle, die Mushi sind das, worauf man sein Augenmerk legen sollte.

Auch steht jede Folge für sich und hat keinerlei Bezug zu den anderen. Wem es nach einer guten Story dürstet, wird bei Mushishi vergeblich suchen.

Sehr gut gefallen hat mir, neben dem etwas verwunschenen Setting, auch der etwas traurige OST, der mit seinen vielen Tiefen und Höhen mit der Serie harmoniert und auch ein wenig den etwas zurückgezogenen Ginko und dessen Vergangenheit widerspiegelt.

FX und SFX wirkten ebenfalls gut und brachten eine gewisse Spannung in das eigentlich eher ruhige Szenario. Der Zeichenstil ist ein Gemisch aus jung und alt und auch dieser weiß in meinen Augen zu überzeugen.

Fazit:
Ich kann einfach nur jedem Anime-Fan ans Herz legen, sich einmal mit Mushishi zu beschäftigen. Die Serie ist nicht nur in sich stimmig, sondern wartet auch mit informativem Hintergrundwissen zu den mythenhaften Mushi auf. Wobei auch ein gewisses Reise- und Entdeckungs-Flair aufkommt.
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Avatar: maxinator#2
Beschreiben kann man diesen Anime wohl am besten als Fantasy-Setting in einer Art Mittelalter oder einfach in der Vergangenheit. Dieser erste Satz könnte zwar irreführen, lässt sich aber nicht besser ausdrücken, wenn hier jetzt jemand an Drachen ud Ritter denkt, ist er KOMPLETT falsch xD, Mushishi handelt von Mushis, Wesen weder Pflanze noch Tier, die in einer Art Parallel-Universum wohnen und nur von bestimmten Menschen gesehen werden können. Ginko der Protagonist und roter Faden in dieser Serie ist auch einer von denen, die diese fremdartigen Wesen sehen können, doch verdient er sein Lebensunterhalt mit deren Erforschung und indem er Leuten hilft, die negativ von diesen Mushis beeinflusst werden. Durch diese Story spielt sich der ganze Anime in der freien Natur ab, die unberührt ist, da es wie gesagt in der Vergangenheit platz nimmt, wo die Leute noch miteinander Felder pflügen und relativ gut miteinander leben, wo die Kinder noch auf den weiten Wiesen spielen und Schmetterlinge jagen und es nur kleine Anzeichen von der Zerstörung der natur gibt. Der ganze Anime handelt sozusagen von Ginkos Nomaden-Leben, da er nicht an einem Ort verweilen kann, da sonst Mushis den Ort überfüllen würden, und Ginkos Vergangenheit. Diese einzelnen irgendwie abgeschnittenen Episoden bringen aber dieses Nomaden-Leben wirklich gut rüber, besser als würde man großartig einen roten Faden einweben, den der Anime einfach nicht nötig hat.
Was diesen Anime mir jedoch gleich gefallen lassen hat, war dieser Zeichenstil, der sich besonders in der Umgebung bemerkbar macht. Zwar sind auch die einzelnen Charaktere in einem eigenen Zeichenstil gemalt worden, aber die Natur ist das beste, denn jedes einzelne Blatt scheint mit viel Mühe und Aufwand erstellt wurden zu sein, sodass der Detailgrad ungewöhnlich hoch ist und es somit schafft den Watcher in seinen Bann zu ziehen. Irgendwie hat mich der Zeichenstil an Ghibli-Produkte wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland erinnert, besonders die Aufmachung der Mushis und überhaupt der Fantasy-Teil scheinen dafür verantwortlich zu sein. Was mich dennoch ein wenig störte, war, dass irgendwie diese ganzen Nebencharaktere, die im Anime auftraten, sich einer dem anderen glich. Aber auch nicht nur die Pflanzen war überaus Detailgetreu dargestellt, auch Tätigkeiten, wie das Weben mit einem Webstuhl oder, was mich besonders fasziniert hat, die Darstellung vom Spinnen von Seide aus den Kokons der SeidespinnRaupe. Das wurde perfekt nachgestellt und so habe ich nun auch gelernt, dass diese Kokons eingekocht werden, sodass sie sich auflösen und dann der bis zu 900m lange Seidenfaden gewonnen werden kann. xD
Auch vom Soundtrack wird diese ruhige Atmosphäre gut unterlegt, so dominieren im OST die langsamen Tracks und sind meistens mit Glockenspiel oder anderen hellen Instrumenten unterlegt. Sogar wenn dann die Gefahr kommt, schafft es der Soundtrack irgendwie diese Gefahr zwar zu vermitteln, aber auch irgendwie bei dieser angenehmen Atmossphäre zu bleiben. :-/ Aber auch so die einzelnen Geräusche, wie das Rattern der Gegenstände in Ginkos Schrank-Rucksack beim Laufen. *.* So hat mir dann eben auch am besten am Anime diese erzeugte Atmossphäre gefallen, die mich einfach in diesen Anime reinsaugen konnte, die das Verlangen erwecken konnte in diese Scheinwelt eintauchen zu wollen. Und genau das ist es was Filme und Animes auch schaffen sollten. Zwar gibt es noch die andere Art von Filmen, die es schaffen sollen durch Probleme oder eben Action von den eigenen Problemen abzulenken, aber irgendwie wird die Anazahl dieser viel zu groß, während sich die von Animes wie Mushishi, die den Zuschauer dadurch bezirzen, dass sie ihm eine doch recht heile Welt vorspielen, immer mehr verringert. So war ich dann auch mal überaus dankbar, als mir klar wurde, dass in diesem Anime jegliche überdosierte Tragik vermiden wurde wodurch aber auch irgendwie kein Serien-Höhepunkt zustande kam. Dennoch hat so eben jede Episode ihren eigenen Höhepunkt, sodass der Anime trotz seiner Idylle auch nicht langweilig wirkt und man mehr von Ginkos Reisen erfahren möchte. Dieser Anime strahlt einfach etwas so einzigartig positives aus, das selbst Comedy-Serien wie Azumanga Daioh auf mich deprimierend wirken :-/.
Besonders aufgefallen ist mir das in der Episode mit den Rost-Mushis, die von der Stimme eines kleinen Mädchens angelockt wurden sind und das ganze Dorf bevölkerten und die Bewohner partiell lähmten. In dieser Episode als das Mädchen dann mit Tetsu flieht und den Hang hinunterstürzt, dachte ich "Oh gott, bitte stirb nicht" was zum Glück auch nciht passierte, sondern sogar in einem gänzlichen Happy-End der beiden in einem Fischerdorf endete *.* ... einfach nur lobenswert xD.

Um nochmal zu dem Höhepunkt zu kommen, so war von der Action her der Episoden-Höhepunkt von Folge zwei mit den zweiten Lidern der beste, wobei man wieder sieht, dass der Anime einfach nicht durch Action, sondern durch Iylle zu überzeugen weiß. xD

Allen in allem ist dieser Anime besonders Fantasy-Freunden oder Tragik-ermüdeten ans Herz zu legen :). ... Und da ich Animes besonders nach deren Idylle und wie sie mir ans Herz gewachsen sind beurteile bekommt dieser von mir 9.9 Punkte xD
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Avatar: Nemesis#3
Ich hätte nie gedacht, dass mich ein so ruhiger Anime so sehr begeistern würde. Mushishi mag für einige vielleicht nach einem langweiligen Anime aussehen, doch dem ist keineswegs so.


Präsentation/Inszenierung:
Mushishi ist der ruhigste Anime, den ich bisher kenne. Hier fetzen keine Mechas über den Bildschirm, es wird kein Krieg ausgefochten, es gibt kein Gut gegen Böse. Aber Mushishi bietet eine andere Art von Unterhaltung. Auch wenn es durchaus wahr ist zu sagen, dass dieser Anime einfach zum... ich nenn als mal Genießen ist, so kommen durchaus einige sehr dramatische Stellen vor, die für Spannung sorgen. Die Geschichte von Mushishi wird Episodenhaft erzählt und nicht jede Episode hat ein Happy End. Mushishi bietet eine ganz eigene Atmosphäre, die unbeschreiblich einnehmend ist und mich sehr fasziniert hat.

Charaktere:
Es gibt lediglich einen Charakter, der in jeder Episode vorkommt und das ist die Hauptfigur Ginko. Ansonsten wird in jeder Episode eine oder mehrere Personen neu eingeführt/hinzugefügt. Ginko ist ein total sympathischer Kerl und dank seinem umfangreichen Wissen über Mushis, hilft er vielen Leuten mit Mushi-Problemen. Er ist ein total lockerer und ruhiger Typ und lässt nicht so schnell aus der Ruhe bringen und passt deswegen auch sehr gut zum Anime selbst.
Über die restlichen verschiedenen Charaktere, die, wie bereits erwähnt, immer andere sind, gibt es nicht viel zu sagen. Einige sind etwas interessanter als andere, aber im Grunde sticht keiner wirklich hervor.

Animationen und Musik:
Der Zeichenstil bei Mushishi hat seine Stärken, aber auch seine Schwächen. So sind die Charaktere oftmals etwas langweilig ausgefallen und die Qualität ist auch nicht immer gut. Andererseits bietet Mushishi aber verdammt schöne Hintergründe, die ein Augenschmaus sind. Die Animationen sind größtenteils flüssig und schön anzusehen.
Die Musikuntermalung wurde hier wirklich sehr gut gewählt. Immer passend zum Geschehen. Das Opening ist ziemlich ruhig und passt sehr gut zum Gesamtbild von Mushishi, obwohl es für meinen Geschmack sogar etwas zu ruhig ist. Außerdem wird es in Englisch gesungen, was bei einem Anime ja nicht oft der Fall ist. Ein wirkliches Ending gibt es nicht, es werden lediglich immer sehr schöne instrumentale Songs während der Credits eingespielt.

Fazit:
Mushishi ist ein sehr zauberhafter Anime mit viel Fantasie. Ein Anime zum Träumen.
Die dramatischen Elemente sorgen für Spannung und Abwechslung. Wer sich mal einen ruhigeren Anime anschauen möchte, der mit anderen Dingen auftrumpft als der ganze Rest, ist bei Mushishi genau richtig!
Unbedingt anschauen!
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Avatar: bale#4
Was zum Entspannen.
Bisher hat noch kein Anime bei mir einen derartig harmonischen und ausgeglichenen Eindruck hinterlassen wie dieser. Es fällt mir unglaublich schwer diese Serie zu kategorisieren. Natürlich ist mit den so genannten "Mushi" ein fantastisches Element enthalten, doch es ist nicht das wesentliche. Einfacher ist es zu sagen, was dieser Anime nicht ist: Es ist keine Action-, Drama-, Horror-, Thriller-, Comedy- oder Love-Story.


Ich hatte zu keinem Zeitpunkt des Betrachtens das Gefühl einer inneren Spannung. Für mich war ein Spannungsbogen nicht erkennbar. Ihr mögt dies als nachteilhaft sehen (würde ich unter anderen Umständen auch), doch irgendwie vermochte die Serie, mich in ihren Bann zu ziehen. Die ruhige Erzählweise, malerische Musikuntermalung (welch bildhaft Wort) sowie die Verwendung von dezenten Farben und Linien (Schaut euch mal die Gesichter an: Nase, Mund, Augen sind häufig nur durch feine Striche und etwas Schatten angedeutet.) sorgen für eine gewisse Leichtigkeit und schaffen eine unbeschreibliche Atmosphäre.

Ginko ist eine sehr merkwürdige (sprichwörtlich "des Merkens würdige") und damit interessante Person. Nicht nur seine Geburt (die Geburt des "GINKO") wirft Fragen auf, sondern auch der Zweck seiner Reise und wie er sich selbst als Mushishi sieht.

Es ist interessant, mit welchen Informationshäppchen der Zuschauer versorgt wird: Nicht alle Geheimnisse werden gelüftet, nicht alle Beweggründe erklärt und nicht jeder Charakter in seiner Ausführlichkeit dargestellt. Ich denke, das macht unter anderem den Reiz der Serie aus. Es ist, als ob der Zuschauer selbst auf der Reise ist und sich die Geschichten der Menschen anhört. Man taucht mehr und mehr in die Welt der Mushi ein (lol), kann sie aber nicht in ihrer Vollständigkeit erfassen.

Inwiefern die Serie eine Philosophie rüberbringen will, sei dahingestellt. (Wird in dem Anime die Beziehung zwischen Mensch und Natur, die Menschliche Natur an sich oder weiß-der-Geier-was thematisiert?) Das muss jeder für sich sehen - oder auch nicht. Ich, in erster Linie, mag Geschichten und Mushishi bietet mir genug Stoff.
Wem jetzt dieser Kommentar nicht wie ein Ausschnitt aus einem billigen Esoterik-Heftchen vorkommt, sollte sich diesen Anime anschauen.
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Avatar: Enklave#5
Mushishi ist ein Anime der etwas anderen Sorte, der mit einer Kombination eindrucksvoller Animationen, japanischer Musik und kleinen mystischen Erzählungen zu überzeugen weiß. Wer in Animes eine Abwechslung von der westlichen Art Filme zu machen sucht, ist hier genau richtig.


In den an traditionelle Sagen und Legenden erinnernden episodenhaften Erzählungen der Serie folgt der Zuschauer Ginko, einem Mushishi, durch ein imaginäres Japan des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts. Mushishis sind Gelehrte, die Wissen über Mushis – geisterhafte Wesen zwischen Tier und Pflanze – sammeln. Das geschieht dabei nicht nur aus ihrem Interesse an diesen seltsamen Lebensformen heraus, die die meisten Menschen nicht sehen können. Vielmehr ziehen sie mit diesem Wissen durch die Gegenden um Menschen zu helfen, die unter Mushis leiden. Im Laufe der Erzählungen erfährt man auch etwas über Ginko selbst und seine Vergangenheit, wobei im Vordergrund aber dennoch immer die Beziehung zwischen Menschen und Mushi im Allgemeinen steht.

Stärken:
Das erste was an Mushishi auffällt sind die eindrucksvollen Hintergrundanimationen: Inmitten der nebelverhangenen Berglandschaften, leuchtend grünen Täler und herbstlichen Bambuswäldern mit ihrem goldenen Blätterregen kann man schonmal beinahe den Faden der Erzählung verlieren. Dazu trägt sicherlich auch die Musik bei, die bewusst dem Setting angepasst wurde und mit ihrer minimalistischen Art perfekt den mystischen Charakter der Story untermalt. Ich nenne hier bewusst Animation und Sound vor dem Inhalt, da beide Dinge in Mushishi nicht nur eine weitaus größere Bedeutung haben als in gewöhnlichen Animes oder sonstigen cineastischen Werken, sondern auch weil die Story ohne die atemberaubende visuelle und akustische Unterstützung sicherlich weit weniger Eindruck hinterlassen würde.

Dabei sind die Erzählungen, die an traditionelle Legenden und Volkssagen erinnern, keineswegs langweilig oder banal. Sie erzählen vielmehr in verschiedenen Variationen von den Begegnungen zwischen Menschen und Mushis, die den ersteren in der Regel unerklärlich bleiben, bis der Mushishi Ginko vorbeikommt. Die Folgen dieser Begegnungen können gut oder schlecht sein, wobei die Veränderung die die Mushis mit sich bringen meist derart ungewöhnlich sind, dass sie in der Regel einen starken Lebenswandel mit sich bringen und nicht selten auch zum Ausschluss aus der sozialen Gemeinschaft führen. Interessanterweise – und das ist für mich eine große Stärke von Mushishi – hat Ginko trotz der vielen negativen und teilweise schrecklichen Auswirkungen der Mushis ein sehr differenziertes Bild von ihnen. Anstatt sie als Spukerscheinungen oder Monster abzutun, versteht er sie als Lebensform ohne Willen, die schlichtweg da ist und ohne diabolische Intention Schaden verursacht. Anders als viele seiner Kollegen vernichtet er sie daher nicht wo immer er kann, sondern versucht sie nur am Befall von Menschen zu hindern.

Bis hierhin ist Mushishi ein unterhaltsamer Anime, aber kein außergewöhnlich guter. Dazu wird er erst durch eine zusätzliche, neben den eigentlichen Geschichten existierende Ebene, auf der man etwas über die Eindrücke und Empfindungen der Menschen erfährt, die mit Mushis konfrontiert sind. Für den westlichen Zuschauer ungewohnt und daher umso eindrucksvoller ist dabei die Art und Weise der Betroffenen, die Geschehnisse häufig als Naturphänomen oder als Folge eigener Verfehlungen anzusehen. Diese Schicksalsergebenheit ist ursprünglich auch der europäischen Kultur eigen gewesen, wurde aber im Zuge der Säkularisierung abgestreift. Das bedeutet nicht, dass die Personen nicht unter den Auswirkungen der Mushis leiden oder sogar daran verzweifeln, dennoch gehen sie anders damit um, als man es erwarten würde. Am Ende von Mushishi versteht man deshalb vielleicht etwas besser was Konfuzius meinte als er sagte, es sei kein Unglück blind zu sein, sondern vielmehr, die Blindheit nicht ertragen zu können.

Schwächen:
An Mushishi gibt es im Grunde wenig auszusetzen; eine Sache wäre eventuell das stets ähnlich verlaufende Muster der einzelnen Episoden, was aber durch die fesselnden Ideen der Erzählungen ausgeglichen wird. Eine andere Sache ist die fehlende Charakterentwicklung von Ginko, der von der ersten bis zur letzten Episode stets der gleiche bleibt und auch durch kleinere Rückblenden in seine Vergangenheit kaum an zusätzlicher Tiefe gewinnt. Da es in Mushishi aber schlicht nicht um Ginko geht, sondern dieser vielmehr nur ein Katalysator für die einzelnen Geschichten ist, büßt der Anime dadurch nicht wirklich etwas von seiner Ausstrahlungskraft ein.

Insgesamt ist Mushishi eine gelungene Mischung aus düsterer Unterhaltung und melancholischer Reflexion des menschlichen Daseins. Wer einen atmosphärischen und nachdenklichen Anime sucht, der aber nicht ganz so sperrig wie Serial Experiments Lain oder Texhnolyze ist, ist bei Mushishi an der richtigen Adresse.

(rewatch-Faktor: hoch)
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Avatar: resdayn
Freischalter
#7
“Neither good nor evil. They are life in its purest form.“

„Mushi“ sind eine einzigartige Form des Lebens, weder Pflanze noch Tier, aber ebenso in den Kreislauf der Natur eingebunden – von den meisten Menschen können sie nicht wahrgenommen, aber sehr wohl von ihnen beeinflusst werden.
Jede Episode von Mushishi erzählt eine neue Geschichte um Mushi-bezogene Phänomene, welche sich die Menschen nicht erklären können…und der Zusammenprall mit deren fremdartiger Welt führt nicht selten dazu, dass die Betroffenen einiges an Leid erfahren müssen.


Bindeglied zwischen den weitgehend voneinander unabhängigen Geschichten ist der durchs Land ziehende Mushi-shi Ginko – seine pragmatische und geradezu stoisch-souveräne Persönlichkeit gibt der Serie einen ruhigen, bodenständigen Anstrich. Mit seiner Fähigkeit Mushi zu sehen, mit ihnen zu interagieren und seinem Erfahrungsschatz über die verschiedenen Arten von Mushi ist er bestrebt den Menschen bei ihren Schwierigkeiten beizustehen, wobei er in dem Bewusstsein agiert, dass zumeist eine Koexistenz die beste Lösung darstellt. Manchmal nimmt er daher nur die Rolle des Beobachters ein, gelegentlich steht er der Situation aber auch einfach machtlos gegenüber.

Trotz ruhigen Erzähltempos sind die Stories durchweg spannend konstruiert und stimmen wegen der tragischen Auswirkungen, welche der Kontakt zwschen Mushi und Menschen oft nach sich zieht, nachdenklich. Stilistisch drängt sich der Vergleich zu Ghibli-Produktionen wie Kaze no Tani no Nausicaa oder Mononoke Hime auf – nicht nur inhaltlich wegen der mystifizierten Darstellung der Natur, sondern auch optisch wegen den wunderschön gezeichneten, plastischen Landschaftsbildern, die an die Werke von Hayao Miyazaki erinnern.
Gegenüber den aufwändigen Hintergründen fällt der eher simpel gehaltene Zeichenstil der Figuren auf - tatsächlich harmonieren beide Stile aber sehr gut und verleihen Mushishi einen ganz eigenen, faszinierenden Look. Die fast meditative Grundstimmung wird durch einen angenehmen Ambient-lastigen Soundtrack passend unterstützt.

Fazit: Mushishi gestattet in beeindruckenden Bildern und mit atmosphärisch dichter Erzählstruktur einen Einblick in eine fremde und geheimnisvolle Welt. Ein Fantasy-Titel der etwas anderen Art, der ungeachtet fehlender Action oder durchgängigem Plot fesselt.
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Avatar: ToraComplex#8
Anspruch:viel
Mystery:sehr viel
Humor:nichts
Spannung:viel
Erotik:nichts
"Auf Ihre Art sind sie auch Lebewesen"

Müsste ich Mushishi mit einem Wort beschreiben wäre dies "Genial". Doch was macht diesen Anime so Genial? Es ist seine Einzigartigkeit, seine von einzelnen Episoden geprägten erzählerischen Art und seine Art den Zuschauer sofort in seinen Bann zu ziehen und an den Bildschirm zu fesseln.

Story

Die Story hebt sich angenehm von anderen Anime ab, da hier nicht eine durchgehende Geschichte erzählt wird sondern jede Episode an sich ist eine abgeschlossene Geschichte. In jeder Geschichte geht es um Ginko, einem Mushi-Shi der ein Gelehrter im Fach der Mushi ist. Mushi sind Wesen welche weder Tier noch Pflanzen sind und in einer Welt zwischen Leben und Tod existieren. Nur wenige Menschen können sie sehen. Die Mushi gehen manchmal bewusst oder unbewusst eine Verbindung mit den Menschen ein und können diese im schlimmsten Fall in eine sehr Gefährliche Situation bringen auch wenn es zuerst nicht danach aussieht. Dabei haben die Mushi eigentlich keine bösen Absichten und leben einfach ihr Leben. Ginko hilft dann denn Menschen welche durch die Mushi Schaden erlitten haben. In diesem wundervollen Anime wird einem sehr gut aufgezeigt wie weit Menschen gehen um sich und Ihre Besitztümer zu erhalten und zu vermehren.

Animation

Die Animationen wissen zu gefallen. Die wunderschön gezeichneten Hintergründe des Japans um das 20. Jahrhundert um, die flüssigen Animation der Natur, und natürlich auch die Charaktere. Es sind keine Charaktere mit riesigen Augen, Farbenpracht oder dergleichen. Nein, es ist vielmehr so dass die Charaktere ein Menschliches aussehen haben und deshalb diesen Anime auch näher an die Realität rücken. Man wird förmlich in die Natur hineingezogen, wenn der Wind rauscht, die Vögel pfeifen, der Regen plätschert etc. So etwas sieht man selten in einem Anime.

Charaktere

Ginko als Hauptprotagonist ist ein sehr angenehmer Charakter welcher dadurch zu gefallen weiss, da auch er nicht von Fehlern verschont bleibt und seine Handlungen auch hinterfragt. Er hat keine übermenschlichen Fähigkeiten(bis auf die Tatsache das er Mushi sehen kann) weshalb er nicht in jeder Episode alles zu einem guten Ende bringt sondern dabei auch mal mit dem Geschehenen leben muss.

Musik

Die Melodien in Mushishi sind sehr angenehm und wissen durch ihre beruhigende Atmosphäre zu gefallen. Allgemein ist die Musikuntermalung sehr spärlich, fügt sich allerdings nahtlos in die Episode ein. Das Opening ist ebenfalls nicht so wie man es von anderen Anime gewohnt ist. Es beginnt damit weil es auf Englisch gesungen ist. Ein sehr schönes Lied, welches wunderbar mit Mushishi Harmoniert . Auch das Ending ist aussergewöhnlich, da es nicht wirklich ein Ending im gewohnten Sinne ist sondern sich dabei auch vom gewohnten Mainstream entfernt.

Fazit

Mushishi ist ein Anime der besonderen Art und hat mir beim ansehen wunderbare Gefühle der Zufriedenheit und auch Traurigkeit vermittelt. Wer hier Action und dergleichen erwartet, wird von Mushshi enttäuscht sein. Fans von ruhigen Anime werden jedoch voll auf Ihre Kosten kommen und diesen Anime verschlingen. Prädikat; Empfehlenswert.
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Avatar: MCSens#9
Mushishi

Ein Meisterwerk das seines gleichen sucht. Meine persönliche Messlatte für alle anderen Animes...


Die Charaktere
Da Mushishi streng episodisch ist, begegnet man Folge für Folge neuen Charakteren. Diese sind immer sehr wichtig für die jeweilige Geschichte und müssen in äußerst kurzer Zeit (innerhalb einer Folge) dargestellt werden. Man könnte meinen das klappt nicht, Mushishi überzeugt vom Gegenteil. Jede Person passt perfekt zur jeweiligen Umgebung, zur dazugehörigen Geschichte, zum Aussehen, zur Redensart, zu allem. So unglaublich das auch klingt, ich hatte direkt zugang zu jeder einzelnen Person da es einfach so unfassbar glaubwürdig ist. Dies ist allerdings auch sehr wichtig für den Gesamteindruck, da man es ständig mit neuen Personen zu tun kriegt und diese ziemlich viel Screentime erhalten.

Die Stories
Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole... Oh man, jede einzelne Story ist so unglaublich mitreisend. Mushishi zeigt wie man innerhalb von 2-3 Minuten kompletten Zugang zu den Figuren und ihrer Geschichte herstellt. Bisher kannte ich ausgedehnte Vergangenheitsgeschichten nur als Filler in anderen Serien, hier sind sie sehr wichtig und auch sehr gut! Obwohl man weiß: "Hm, die Person seh ich nie wieder" will man jede Einzelheit aus der Vergangenheit wissen.

Zeichenstil
Ihr solltet mittlerweile mitbekommen haben das ich Mushishi mag, dies liegt vor allem an dem Zeichenstil. Jede einzelne Szene kriegt passend zur Stimme die angemessene Farbgebung, das merkt man! Das ist ein ziemlich wichtiger Teil der die leichte zugänglichkeit zu den Charakteren stark beeinflusst. Ein Absolutes Highlight!

Fazit
Was soll ich noch sagen? Ein Meisterwerk.. Übrigens soll es fortgesetzt werden! Man muss den Anime gesehen haben, ganz einfach :)
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Avatar: AnimeChris#10
Mushishi
- Folgt Ginko auf eine unglaubliche Reise in eine mystische Welt –

Ein unglaublich langsames Erzähltempo, nicht zusammenhängende Folgen, eine fast schon eintönige Farbpalette, all das ist Mushishi. Wer jetzt aber denkt, dass das eine Aufzählung der schlechten Dinge an diesem Titel war, der hat sich ganz schön getäuscht. Mushishi ist einzigartig und zieht jeden in die Welt der Mushi.

Review:

Führt man sich vor Augen, dass hier der gleiche Regisseur wie bei Detroit Metal City einem diesen titel gezaubert hat, so könnte man leicht ins Zweifeln kommen. Ist aber so und beweist eigentlich nur wie genial Hiroshi Nagahama ist. Auf eine ganz besondere Art und Weise, die ich ja schon oben in meinem ersten Satz angedeutet habe, erzählt er hier die Geschichte des Mushi Meisters Ginko. Es gibt dabei nie eine wirklich zusammenhängende Geschichte, sondern 26 Folgen, die allesamt einzeln geschaut werden sollen. Was Nagahama nämlich nicht will, ist dass man hier einfach durch diesen Anime durchsaust. Mushishi ist tief, sehr tief und schaut dabei noch tiefer in die Seele der Menschen. Jede Folge öffnet nicht nur den Blick in die Welt der Mushi, sondern auch in die Herzen der Menschen und schafft Gesprächsstoff für Stunden. Und wer gerade niemanden zum Mitschauen da hat, bekommt genug Futter für stundenlanges Kopfkino.

Artland hat hier, wie der Name schon vermuten lässt, ein Kunstwerk abgeliefert. Da wir uns in einer älteren Periode Japans, oder einem anderen ähnlichem Ort, befinden, und die Geschichten alle mit Naturgeistern zu tun haben ist auch die Farbpalette von Naturfarben geprägt. Kein Platz für grelle Farben. Alles sehr natürlich und schon fast verträumt schön. Der Natur kommt so viel Liebe zu teil, als wäre sie ein Charakter, und die Mushigeister sind neben Ginko die Stars der Serie.
Hier hat Artland auch CGI Grafik eingesetzt, um die Mushi zum Leben zu erwecken. Doch einfahc genial. Meistens muss man schon ganz genau suchen um es zu entdecken. Einfach grandiose Arbeit und auch die sonstigen Animationen sind dem Jahr 2005 gebürtig und sehr schön.
Die Charaktere selbst sind einfach und doch unheimlich echt und im Falle von Ginko sehr sympathisch. Man glaubt ihnen ihre Geschichten, da sie nicht overstyled daher kommen, sondern sehr gewöhnlich wirken.

Musikalisch ist Mushishi sehr ruhig, aber auch ganz besonders. Die Klänge versetzen einen schon fast in Trance, können aber auch in spannenden Momenten für Herzrasen sorgen. Für mich ist die Arbeit von Toshio Masuda hier viel besser als bei seinen Naruto Soundtracks, aber selbst das war ja sehr höhrenswert. Der Opening Song ist sehr schön und angenehm, genau wie das Ending der Serie.

Doch spricht man von Ende, so kommt man zum einzigen negativen Aspekt. Durch die episodische Erzählstruktur kommt das Ende einfach so daher. Völlig spannungslos oder besser als andere Folgen. Es ist einfach vorbei und man sitzt allein gelassen vor dem Fernseher. Doch muss man bedenken, dass Ginko ein Reisender ist. Wir haben ihn nur ein Stück auf seinem Weg begleitet und zum Glück geht ja endlich die Reise weiter in der geplanten Fortsetzung.

Auch Funimation ist einfach absolut klasse hier. Viel Energie und Arbeit wurde hier in die Synchronisation gesteckt, so dass die englische Version dem japanischen Original in nichts nach steht. Vor allem Travis Willingham verzaubert uns mit seiner Stimme für Ginko – fast noch besser als seine Leistung als Roy Mustang in FMA. Doch seien wir ehrlich. All seine Beiträhge klingen unglaublich gut.

Rewatch-Potential:

Durch die episodische Erzählweise kann man hier sehr schön immer mal wieder reinschauen. Es muss auch nicht die ganze Serie sein, sondern auch einzelne Folgen hier und da bieten sich an. Dabei ist die Auswahl aber schwer, denn von den 26 Folgen sind eigentlich alle auf ihre Art und Weise faszinierend schön.

Fazit:

Mushishi ist ein unglaublicher Titel. Nicht wegen den Mushigeistern, sondern wegen den Menschen und ihren Geschichten. Man wird hier in eine andere Welt geführt, die man ganz bewusst wahrnehmen und erleben muss. Ein ruhiger Titel, der einen hypnotisch in seinen Bann zieht und nie wieder los lässt. Definitiv ein Meisterwerk.
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Avatar: Thratron#11
>Mushishi<. Serien die strengepisodisch daher laufen, wo die Folgen teilweise nur den Hauptcharakter, das Setting und einige winzige Verknüpfungspunkte gemeinsam haben, haben immer das Problem mit der begrenzten Zeit, weswegen es bewundernswert ist, wenn man es dennoch schafft atmosphärische und auch gute Geschichten dabei zu erzählen. Dieser Anime gehört zu dieser Gruppe und mit seinen meistens besonders ruhigen und entspannenden Storys eine kleine Wohltat, wenn man sich für sowas begeistern kann.

1. Animation
Wunderbare Hintergründe von Landschaften, Wäldern, kleinen Dörfern und schönen Himmelszenarien. Die Welt wirkt so mystisch, wild und natürlich wie man es vermutlich auch geplant hat rüberzubringen. Die Figuren würde ich als normal bezeichnen, also weder schlecht, aber halt auch nicht besonders. Wirklich hervorstechend sind meistens die rätselhaften Mushi in ihren vielen Erscheinungsformen und da die Abläufe immer flüssig sind und nie auf Standbilder zurückgreifen kann man in der Hinsicht so einige fantasiereiche und edle Bilder genießen. Desweiteren hat jede Episode ihren eigenen bestimmten Farbton, wie mal mehr grün oder auch golden (was man aber nur merkt, wenn man drauf achtet).

2. Musik
Mit vielen Anleihen an klassischen alten japanischen Instrumenten und Stücken schafft der ruhige Soundtrack viele rätselhafte Tracks, die dem ganzen eine surreale aber dennoch natürliche Atmosphäre geben. Man könnte sagen, die Musik ist manchmal sogar astral, nicht mehr irdisch und geht tief in die vom Setting bestimmte Geisterwelt hinein.
Sehr schön und sehr passend.

3. Inhalt
Action, großartige Charakterentwicklung oder ähnliches darf man hier nicht erwarten. In einer Welt – die ich zeitlich ums verrecken nicht einordnen kann – wo es anscheinend keine großen Städte gibt existiert neben den Menschen, den Tieren und den Pflanzen noch eine Form von Lebewesen: Die Mushi. Fast wie Naturgeister leben sie meistens außerhalb der menschlichen Wahrnehmung und dank ihrer teilweise gefährlichen Fähigkeiten (zum Beispiel ihre Jagd- oder Fortpflanzungstechniken) können sie dem Menschen Probleme bereiten.
Deswegen gibt es die Mushishi. Männer und Frauen die dorthin gehen wo normale menschliches Wissen und Erfahrung an ihre Grenzen stößt und nur noch Mushi als mögliche Erklärungen in Erwägung zu ziehen sind.
Einer davon ist Ginko. Zweifelslos ein interessanter Hauptcharakter, der weise, ironisch und ehrlich daherkommt. Wie gesagt darf man bei ihm aber keine Entwicklung erwarten, da die Serie teilweise nicht einmal wirklich chronologisch dahin schreitet (in manchen Folgen vergehen viele Jahre).
Der Schwerpunkt von >Mushishi< sind auch wirklich die kleinen Geschichten in jeder Folge mit den Menschen und den Mushi die darin leben.
Der Serie muss man ihren tiefen Respekt vor der Natur und unserer Einordnung in dieser positiv zugestehen. Die Mushi werden nie wirklich als Antagonisten dargestellt, sondern einfach nur als Lebewesen die auch nur leben und dabei mit uns kollidieren wie eine Fliege die im Haus festsitzt und dabei dann unsere Lebensmittel befällt, weil nichts anderes da ist.
Um es nicht zu lang zu machen: Praktisch alle Folgen sind exzellent geschrieben und füllen ihre Zeit perfekt aus. Sie sind weise, emotional, manchmal apokalyptisch, düster, hell, freundlich, bedrohlich, lehrreich, grausam und oft schlichtweg tragisch.
>Mushishi< hat Tiefe und behandelt viele Themen. Aber wie gesagt muss man ein ruhiges Erzählen mögen, denn hier wird dies auf die Spitze getrieben. Man darf keine Kämpfe und minimal Action erwarten. Meistens wird geredet oder mit der Atmosphäre gespielt. Viele werden den Anime deswegen verständlicherweise langweilig nennen und auch ich habe ihn nicht mit dem größten Interesse verfolgt. Aber ich blieb dran und wenn eine Episode es wirklich schaffte mich zu packen, dann war es immer grandios.

4. Fazit
Nicht für jedermann und kaum mit etwas vergleichbar. Eine ähnliche Serie die man vielleicht auf gleicher Ebene ansiedeln kann ist >Kino’s Journey<, die ich auch besser fand, aber dies gehört nicht hierher.
Wer auf mysteriös märchenhaft anmutende und zum Nachdenken bewegende Geschichten aus ist wird mit Mushishi glücklich. Das hier ist hohe Kunst, wenn ich es mal so platt sagen darf.
Wem es aber zu langsam und ereignislos ist, dem empfehle ich das bereits erwähnte >Kino’s Journey< oder >Seirei No Moribito<, die beide ebenfalls poetische und ruhige Züge haben, aber dennoch etwas actionreicher sind – ohne es aber zu übertreiben.
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Avatar: Haudraufduffman#12
Mushishi hat eine Episodische Erzählung. Das heißt, dass es keine richtige Struktur gibt. Jede Folge ist eine komplett einzigartige Erzählung und steht in keiner Verbindung zu den anderen Folgen. Ab und zu gibt es Ausnahmen wie beispielsweise alte Freunde von Ginko welche in 2-3 Folgen auftauchen und nicht nur in einer einzigen.
 
Hier kommt der Anime auch ein wenig ins Stolpern. Der Anime vermittelt einem das Grundkonzept bereits nach einer einzigen Episode. Man weiß genau, dass der Anime keinen wirklichen Aufbau hat und das könnte für den ein oder anderen Zuschauer frustrierend sein. In Mushishi geht es aber weniger um eine strikte Handlung, es geht mehr um die Themen und Konflikte die dieser Anime anspricht.
 
Dieser Episodische Aufbau, beeinflusst die Präsentation natürlich sehr stark. Der Anime versucht mithilfe seiner Szenerie und dem ruhigen/melancholischem Soundtrack den Zuschauer manipulativ in die (richtige) Stimmung zu bringen. Der ein oder andere wird sicherlich von dieser Atmosphäre förmlich absorbiert, doch für einen anderen könnte Mushishi wie eine langweilige Tiersendung wirken.
 
Die Regie trug einen großen Teil dazu bei, diese Atmosphäre zu erzeugen. Regisseur Hiroshi Nagahama verwendete besonders oft zu Beginn von Episoden,  lange Aufnahmen von riesigen unberührten Landschaften und zeigte dadurch die Natur in voller Pracht. Die Ästhetik des Anime würde ich somit als Naturbezogen und sehr Harmonisch bezeichnen.
Auf Technischer Seite betrachtet, bietet der Anime wirklich sehr viel. Die Animationen sind die meiste Zeit flüssig und man ist zum Glück, sehr sparsam mit CGI umgegangen. Aber auch Soundtechnisch ist der Anime weit über dem Durschnitt. Während viele Anime heutzutage wenig Wert auf den Sound legen und das ein oder andere mal sogar komplett in diesem Aspekt versagen, denkt man bei Mushishi das die Soundeffekte von Live Aufnahmen stammen. Ein besonders gutes Beispiel dafür wären die Szenen in eingeschneiten Gebieten. Man kann ganz klar und deutlich hören wie Ginko einen Fußabdruck nach dem nächsten in den Schnee setzt.
 
Der Zeichenstil spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle, im punkto Atmosphäre erzeugen. Die allgemeinen Charaktermodelle sind sehr simpel gehalten. In Mushishi gibt es keine Charaktere mit knalligen und bunten Haarfarben, weder noch gibt es irgendwelche Charaktere die überhaupt nicht ins Geschehen passen.
 Das mag trocken und einfallslos klingen, ist aber im Endeffekt einfach nur eine realistische Darstellung und meiner Meinung nach, passen diese Charaktermodelle einfach gut in die Welt von Mushishi.
 
In den Zeichnungen liegt meistens sehr viel Detail. Die Hintergründe sehen schlicht und einfach gesagt Wunderschön aus. Es gibt kaum Anime die so viel Wert auf die Zeichnungen der Szenerie legen. Besonders die kleinen Details wie z.B Spiegelungen im Wasser, sind mit sehr viel Detail gezeichnet und tragen dazu bei das die Welt von Mushishi lebendig wirkt.
 
Aber nun etwas zu den Charakteren. Ginko unser Protagonist ist ein Mushishi der etwas anderen Sorte. Auf Grund besonderer Ereignisse (welche im späteren Verlauf des Anime erörtert werden) muss Ginko mit einem Mushi zusammen leben, weswegen er an keinem Ort sesshaft werden kann. Ginko scheint sich damit abgefunden zu haben weshalb er nun um die Welt Reist. Was Ginko ebenfalls von anderen Mushishi unterscheidet, ist seine Ansicht auf diese. Mushi befinden sich in der Rangordnung der Tierwelt, so ziemlich an unterster Stelle. Viele Mushishi sehen deshalb Mushi nur als Monster an, welche vertrieben bzw. getötet werden müssen. Ginko ist jedoch anderer Ansicht, er respektiert und behandelt Mushi als einen Teil der Natur. Ginko könnte man ganz einfach unter die Mentor Schublade schieben. Er hat sehr viel Erfahrungen mit anderen Menschen gesammelt und kennt sich bestens mit der Natur aus. Deswegen hilft er vielen Menschen nicht nur so zu sagen Physisch sondern auch Psychisch. Ich persönlich finde das Ginko ein sehr toller Charakter ist. Seine ruhige und Humorvolle Art, sagen mir sehr stark zu. Außerdem ist er Intelligent und kann in Notsituationen ein kühlen Kopf bewahren.
Ginko steht als Charakter oft in der Kritik weil er ja nichts weiteres als eine Plot-Device ist. Diese Aussage stimmt teils, und stimmt teils nicht. Auf der einen Seite haben wir Ginko als Protagonisten um den Plot voran zu treiben, indem er zu den besagten Nebencharakteren reist und diesen Hilft. Er ist sozusagen nur da, um die Probleme zu beseitigen. Weil Ginko schon ein sozusagen voll Entwickelter Charakter ist, bietet sich nicht viel Raum diesen in irgendeiner Form weiter auszuarbeiten.  Andererseits ist Ginko ein wichtiger Bestandteil des Anime. Er Symbolisiert die Ideologie des Anime.  Nämlich die Natur in ihrem ewigen Werdegang, zu respektieren und wertzuschätzen. Ohne Ginko würde das Konzept von Mushishi nur halb so gut funktionieren.
Doch nun etwas zu den Nebencharakteren. Ich werde jetzt sicherlich nicht auf JEDEN Charakter eingehen, sondern kurz etwas allgemeines zu diesen sagen.
Ja... Wenn ich nun auf die Nebencharaktere eingehe, kann ich auch gleichzeitig ein wenig die Konstruktion einer Folge beschreiben. In Mushishi ist es oft der Fall, dass uns am Anfang einer Episode beispielsweise ein Familie gezeigt wird und das dort ein Mushi deren Alltag auf den Kopf stellt.
Dann taucht Ginko auf und hilft dieser Familie. Ob Ginko nun erfolgreich war, oder nicht, kommt ganz auf die Folge an. Dies ist auch der Grund dafür, dass jede Folge von Mushishi einen gewiesen Spannungsbogen verfolgt.
Was natürlich blöd an dieser Konstruktion ist, dass diese dadurch prinzipiell keine wirkliche Abwechslung bietet. Es gibt zwar Ausnahmen im Anime, aber diese bleiben dann halt nur Ausnahmen.
Die Nebencharaktere in Mushishi bringen die Intensität und das Drama in diesen Anime. Der Natürliche ablauf im Leben eines Mushi, beeinflusst die Menschen so sehr, dass diese meistens in extreme Situationen kommen. In diesen müssen dann auch dementsprechend Entscheidungen treffen. Der Zuschauer wird nun aufgefordert sich eine eigene Meinung zu bilden und die Ereignisse zu hinterfragen. Die Erzählung und die Themen an sich können von alten Mythen und Sagen bis zum Drama in der Familie schwanken. Das sorgt für ständige Abwechslung und bildet somit einen schwierigen Punkt beim Kritisieren dieses Anime. Jeder hat eine andere Auffassungsweise auf die erzählten Geschichten und man müsste Theoretisch gesehen über 40 Verschiedene Anime bewerten. Aber um mir dies zu ersparen, werde ich einfach mal gekonnte behaupten, dass es keine riesigen Qualitätsunterschiede zwischen den Folgen in Mushishi gibt. Jede Folge hat etwas zu bieten und vermittelt am Ende so gut wie immer eine befriedigende Botschaft.
 
Die Musik in Mushishi ist wie vorhin schon erwähnt eher Melancholisch. Der OST besteht aus Klangvollen Piano stücken welche durch diverse andere Instrumente unterstützt werden. (Bin kein Musik Experte)  Die Musik verleitet dem Anime den richtigen Ton und ist ein sehr wichtiges Element im Atmosphärischen Aufbau.
Nun möchte ich kurz einen Punkt den ich nur kurz angesprochen habe, ein bisschen weiter ausführen und zwar die Manipulation. Mushishi bedient sich nämlich an dem Pathos. Für diejenigen die jetzt nicht Wissen was ich damit meine, hier eine kurze Erklärung: Das Pathos kommt aus der Griechischen  Rhetorik und ist ein Emotionaler Appel an den Zuschauer. Um die Sache jetzt klar zu stellen, jeder kennt diesen einen Film in dem sehr wenig Wert auf die eigentlichen Charaktere oder die Handlung gelegt wird und dann einen überrumpelt mit Trauriger Musik und noch Traurigeren Ereignissen. Deswegen habe ich vorhin von Manipulation gesprochen. Mushishi hat einfach nicht die Zeit um einen Nebencharakter wirklich näher zu bringen und deswegen verwendet Mushishi das Pathos. Das Pathos in Mushishi ist nicht einmal zwingend Schlecht. Natürlich kann man dies nun als faules writing abstempeln, allerdings bin ich der Meinung das Mushishi eines der wenigen Werke ist, welche es verstanden haben, wie man das Pathos richtig verwendet.
 
In Zusammenarbeit mit der Atmosphäre von Mushishi kann das Pathos sehr gut vermittelt werden und fühlt sich nicht so extrem aufgezwungen an, wie in den meisten Werken.
 
So aber nun zu meinem Fazit:
 
Mushishi's Herzstück ist die Atmosphäre. Ich persönlich finde diese einfach nur unglaublich entspannend und Schön. Zudem hatte Mushishi tolle Ideen und hat diese in den meisten Fällen sehr gut umgesetzt.
Und ja... Mushishi ist definitiv  kein Objektives Meisterwerk, es hat seine Schwächen aber diese kann man meiner Meinung nach leicht überschauen, wenn man sich die positiven Aspekte des Anime verdeutlicht. Ich persönlich denke auch, dass Mushishi einer der besten Anime aller Zeiten ist, weil dieser einfach nur das Konzept von einem Episodischen Anime komplett Verstanden hat und somit auch dieses Konzept meisterlich umsetzten konnte.

Nicht unbedingt ein Must-Watch Titel aber einer meiner absoluten Favoriten!
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