Kids on the Slope (Anime)Sakamichi no Apollon / 坂道のアポロン

  • TypTV-Serie
  • Episoden12 (~)
  • Veröffentlicht13. Apr 2012
  • HauptgenresLiebesdrama
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonManga
  • ZielgruppeMännlich, Weiblich

Anime Informationen

Anime Beschreibung

Kaoru Nishimis erster Schultag an der neuen Highschool in Yokosuka ist lediglich reine Routine für ihn, da er, gezwungen durch den Job seines Vaters, schon oft von Stadt zu Stadt ziehen und die Schule wechseln musste. Da er als intellektueller Schulwechsler stets die Rolle eines Außenseiters annehmen muss, versucht er seine Schulzeiten in den verschiedenen Schulen immer so wenig unangenehm wie möglich zu überbrücken. Doch dieses Mal scheint sich alles anders zu entwickeln.

Erst kommt er der Klassensprecherin Ritsuko Mukae näher, dann dem berüchtigten und gefürchteten Schulschläger Sentaro Kawabuchi, der es sich nicht nehmen lässt, an jeder Schlägerei aktiv beteiligt zu sein. Seltsamerweise scheinen die drei sich zu verstehen und das besonders, wenn es um ihren gemeinsamen Musikgeschmack geht: Jazz! Kaoru findet sich in einem neuen Lebensabschnitt wieder und fängt an die Schulzeit in Yokosuka zu genießen.
Sprachauswahl: Deutsch, Englisch
Hauptgenres / Nebengenres / Tags

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Avatar: Nayx#1
Der Hype war gewaltig: Für eine Josei-Adaption auf noitaminA, in der Musik eine große Rolle spielen sollte, hat man doch tatsächlich Shinichiro Watanabe als Regisseur und Yoko Kanno für die Musik an Bord holen können. Die beiden, welche u.a. zwei von drei Hauptgründen sind, warum Cowboy Bebop von vielen Animefans auf der ganzen Welt als einer der besten Anime aller Zeiten vergöttert wird. Viele haben hier den ganz großen Wurf erwartet. Doch leider wurden der potenziell besten Serie des Jahres viel zu große Hürden in den Weg gelegt. So groß, dass selbst ein Regisseur wie Watanabe nicht imstande war, damit fertig zu werden und leider etwas sehr ernüchterndes präsentierte.


Bereits vor der Ausstrahlung sorgte die Nachricht, dass die kompletten 9 Bände der Vorlage in 12 Episoden gesteckt werden, für große Sorgen. Zu Recht; das Endergebnis ist nämlich ein absurd hohes Tempo die gesamte Serie über, wo sich der Anime nur selten Zeit nimmt, um die entsprechenden Szenen richtig zur Geltung kommen zu lassen und stattdessen nur das wichtigste zeigt. Auffällig ist es z.B., wenn Charaktere zu Entscheidungen neigen, die urplötzlich erscheinen und keinen echten Sinn ergeben. Zudem wurde viel gekürzt: Dass zwischen zwei Folgen eine enorme Zeitspanne liegt, ist schon fast normal - bedeutend schlimmer ist es aber, wenn so ein Zeitsprung während einer laufenden Episode vollzogen wird. Das nächste große Problem ist die Vorlage: Geworben hat man mit einer reiferen Josei-Geschichte und Musik; bekommen hat man jedoch eine Teenie-Story um die erste Liebe, welche schon sehr früh in ein lästiges Love Polygon abdriftet. Die Musik spielt dabei nur eine stark untergeordnete Rolle. Und bei sämtlichen Charakteren fällt es etwas schwer, sie als "erwachsen" zu bezeichnen.

Kaoru, einer der beiden männlichen Protagonisten, fährt anfangs noch die Emo-Schiene: Für seine Klassenkameraden hat er nur Verachtung übrig und schon vom Kontakt mit ihnen wird ihm schlecht. Gemobbt wird er auch noch, was für ihn aber nichts neues ist. Doch diese Einstellung hält nicht lange an und man sieht ihn schon bald mit mehr Selbstvertrauen. Im Grunde ist er ein verständnisvoller und schüchterner Junge, der sich für seine Freunde einsetzt - aber auch gerne mal ausrastet (was zum Teil seiner verwöhnt-egoistischen Natur zu verdanken ist). Verantwortlich für sein neu gewonnenes Selbstvertrauen ist Hauptfigur Nr. 2, Sentarou. Man kann ihn in etwa als das exakte Gegenteil von Kaoru bezeichnen: Mutig und stark, arm und großherzig und was die schulischen Leistungen und den Geschmack angeht, sind die beiden ebenso verschieden. Die weiblichen Nebenfiguren wurden leider zu sehr auf gängige Klischees reduziert; so muss man sich auf Heulattacken wegen einem gestohlenen "ersten Kuss", dem erröten durch banale Sachen oder Kreischanfällen im Bad einstellen. Ausgearbeitet sind diese Figuren auch so gut wie gar nicht, so dass der Eindruck entsteht, sie seien Hüllen ohne jegliche Persönlichkeit.

So viel zum Inhalt. Bei der Produktionsqualität waren die Erwartungen nicht minder enorm. Zufriedenstellend ist es allerdings auch hier nur gelegentlich. Es gibt schöne Hintergründe, welche auch nicht zu selten zu sehen sind; Personen wurden zwar simpel gehalten, das Charakterdesign ist jedoch erfrischend anders und gefällt. Im Bereich der Animationen liegt dann die echte Enttäuschung: Die meiste Zeit über ist die Serie schwach animiert und es gibt kaum nennenswerte Bewegungen. Stattdessen wird man mit Standbildern nur so bombardiert. Was aber gelungen ist, sind die vereinzelten Musikeinlagen. Diese stellen objektiv gesehen dass mit Abstand Beste vom Anime dar. Sie passen immer perfekt mit der gespielten Musik überein, sind nicht zu kurz (sogar einige Minuten manchmal - Folge 7 als bestes Beispiel) und neben der Instrumentenbenutzung an sich, hat man nie vergessen, die Person dahinter ebenfalls zu animieren. Zwar ist es schade, dass die Szenen nicht handgezeichnet sind (es wurde hier Rotoskopie zur Hilfe genommen), nichtsdestotrotz kenne ich keinen einzigen Anime, der auch nur annähernd solche beeindruckenden Musikeinlagen bietet.


Fazit:

Für alle mit gewaltigen Erwartungen dürfte Sakamichi no Apollon also zu Recht eine Enttäuschung sein. Geniale Inszenierung von Watanabe bekommt man hier leider nur selten und auf Musik von Yoko Kanno kann man entweder lange warten oder bemerkt sie nicht, da diese überhaupt nicht auffällt (das rasche Tempo und die fehlenden Möglichkeiten infolgedessen dürften die Hauptgründe für "fehlende" Inszenierung / Musik sein). Die Geschichte ist am Ende das einzige, weswegen man noch bleiben könnte: Sie wird später unterhaltsam; nichtsdestotrotz kann man schnell sehen, wer hier in Wahrheit angesprochen werden sollte, nämlich Jugendliche. Wäre der Anime hingegen stärker Richtung Bromance gegangen (es wird hin und wieder angedeutet), wäre Apollon nicht nur nicht so peinlich-kitschig, sondern auch zugleich besser - denn die beiden männlichen Hauptfiguren sind mit Abstand die interessanteren. Allen ohne Vorkenntnisse und mit einem toleranten Kitsch-Level wird Apollon aber trotzdem gefallen; sofern man über das Pacing hinwegsehen kann.
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Avatar: Aodhan
V.I.P.
#2
Ich hab vom Anime schon alleine wegen Watanabe und Kanno viel mehr erwartet, als er dann tatsächlich geboten hat. Es ist gut, dass mal wieder ein ernster Manga für Frauen adaptiert wurde, doch Sakamichi no Apollon gehört leider zu den durchwachsenen. Das Melodram krankt vor allem an den erzählerischen Schwächen der Autorin.

Ich kann ja schon nicht ganz nachvollziehen, warum ein Manga mit neun Bänden in eine Serie mit zwölf Episoden gequetscht wurde. Zwangsläufig musste die Geschichte gekürzt werden, was am Anfang noch nicht weiter auffällt, aber spätestens beim Ende schon zu auffälligen Lücken führt. Allerdings wiegen die Schwächen der Originalhandlung schwerer. Viel zu oft gibt es aufgesetzte und gekünstelte Wendungen, manchmal auch unnötige dramaturgische Übertreibungen und die Persönlichkeiten der Figuren sind inkonsistent. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sich die Geschichte immer gerade so zurechtbiegt, wie es nötig ist - ohne auf Glaubwürdigkeit zu achten. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie sich auf ein Thema konzentriert hätte, ihr ist das alles wohl über den Kopf gewachsen. Romantik, coming of age, Freundschaft, Jazz ... manchmal ist weniger mehr. Gut finde ich allerdings, dass sich die Geschichten mit der Theatralik einigermaßen zurückhält. Es gibt zwar einige übertrieben melodramatische Momente, aber insgesamt gesehen ist der Anime noch weit von den ganz üblen Schnulzen entfernt.

Watanabe hat den Anime schon solide umgesetzt, aber eigentlich dachte ich, dass der Regisseur mehr daraus macht, als eine werktreue Adaption (die Kürzungen mal außer Acht gelassen). Mitunter kam es mir so vor, als wäre der Manga als Storyboard benutzt worden. Wo war die Kreativität? Die Musik von Kanno ist diesmal auch ziemlich blass. Richtig präsent waren eigentlich nur die Jazz-Stücke und die stammen nicht von ihr.

Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Mannes erzählt, was bei Shoujo/Josei eher ungewöhnlich ist. Eigentlich stört mich das nicht, aber diesmal scheint die Autorin ein Faible für Boys Love gehabt zu haben, wodurch die beiden männlichen Hauptfiguren eine weitaus größere Rolle spielen als die Frauen. Außerdem gab es öfter mal Szenen, die mir schon wie Boys-Love-Service vorkamen (schwul sind die beiden natürlich nicht). Ich fand Kaoru und Sentarou aber trotzdem ganz ok. Die beiden weiblichen Hauptfiguren haben mir dahingegen überhaupt nicht gefallen. Solche konservativen und unselbstbewussten Persönlichkeiten muss ich bei Shoujo bzw. Josei nicht haben (eigentlich muss ich die gar nicht haben).
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Avatar: Lpark
V.I.P.
#3
"Sometimes life is like jazz, and goes in an unexpected direction..." - Kaoru Hishimi

Nicht nur das Leben kann wie Jazz sein, sondern "Sakamichi no Apollon" ist es ebenso. Manchmal produziert der Anime kreischende Dissonanzen, doch schon im nächsten Moment saß ich wieder breit grinsend vor dem Bildschirm. Habe ich mich doch am Verlauf der Geschichte so einige Male gestoßen und war mir das Verhalten der Charaktere mitunter auch ein Rätsel, so bleibt eines ausschlaggebend für meine positive Bewertung: Der Spaß. Nun mag man sich fragen, wie Spaß und Liebesdrama zusammenpassen, aber das ist schnell erklärt: Der Anime ist ein einziges Durcheinander, ein ständiges Auf und Ab und manchmal hat man beinahe das Gefühl, alles laufe im Zeitraffer ab. Mal sind "Bon" und "Sen" die besten Kumpels und für beide scheint es mit den Frauen glatt zu laufen und mal sehen sie sich wochenlang aus mitunter dämlichen Gründen oder gar kindischem Getue nicht. Gefielen mir doch die positiven und angenehmen Phasen dieses Animes ganz hervorragend, brachten mich des Öfteren zum Lachen oder vermittelten warme Gefühle, trafen die Drama-Parts nur in etwa 50% der Fälle meinen Geschmack. So sehr, wie die Charaktere auch grenzenlos sympathisch sind, so handeln sie ab und an aber auch sehr gewöhnungsbedürftig, was nicht immer mithilfe Amors reger Beteiligung erklärbar ist. Es soll durchaus vorgekommen sein, dass ich gerne mal hier und da in den Bildschirm geklettert wäre und mit Kommentaren wie "Jetzt rauft euch halt mal wieder zusammen!" versucht hätte, das Geschehen in eine mir zusagende Bahn zu lenken.

In seinen stärksten Momenten ist "Sakamichi no Apollon" nämlich ganz wunderbar. Die Freundschaft zwischen den ungleichen Hauptcharakteren sorgt wieder und wieder für schöne Szenen und auch in den verschiedenen, verstrickten Romanzen gibt es durchaus gute Passagen. Allein schon die regelmäßigen, an Coolness kaum zu übertreffenden Jam-Sessions, machten diesen Anime schon zu einem Genuss, speziell für mich als großen Musik-Liebhaber und Praktizierenden, selbst wenn Jazz eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört. Der Soundtrack ist für meinen Geschmack schlicht phänomenal und Animes, in denen tatsächlich ordentlich musiziert wird, haben bei mir sowieso schon einen großen Bonus.

Ich habe um ehrlich zu sein wirklich mit mir gerungen, ob ich dieses Werk als hervorragend oder doch nur durchschnittlich einstufen will. Letztendlich hat mich tatsächlich die, in meinen Ohren immer noch nachklingende, letzte Session, die mich strahlend zurückließ, dazu bewegt, ein Auge zuzudrücken und die bessere Bewertung zu wählen. Darum geht meine Empfehlung zwar auch an reine Drama- und Romance-Freunde, aber es wäre schon günstig, wenn man in der besonderen Thematik des Jazz einen Reiz sieht, da der Anime in diesem Fall wahrscheinlich noch etwas besser gefallen wird.
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Avatar: AlainJohns#4
Ein Anime über Jazz, der im Jahr 1966 spielt? Diese Beschreibung schreit gerade zu nach einer Serie, die ihren Weg komplett abseits des Mainstreams sucht. Schnell wird einem jedoch klar, dass Sakamichi no Apollon nichts so besonderes ist wie man anfangs vielleicht erwarten würde.


Denn es ist letztlich nicht der Jazz, der hier im Vordergrund steht, sondern klassische Themen, wie Liebe und Freundschaft. Gleichwohl muss man der Serie aber zugestehen, dass diese Themen dank des für einen Anime ungewöhnlichen Settings vor allem zu Beginn auf interessante und gelungene Weise vermittelt werden.
Apollon beginnt relativ unspektakulär mit der Versetzung des Protagonisten Kaoru an eine neue Schule. Schnell freundet sich der sozial unerfahrene Außenseiter mit dem Schulschläger Sentaro und der Klassensprecherin Ritsuko an, deren scheinbar einzige Gemeinsamkeit ihre Liebe zum Jazz ist. Was dann folgt ist vor allem Charakterentwicklung im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den Figuren. Bis zu diesem Punkt kann der Anime vor allem durch meist glaubhafte Charaktere und optisch, wie akustisch schöne Inszenierungen punkten. Apollon wirkt zu diesem Zeitpunkt recht bodenständig und scheint sich mit für Personen im Alter seiner Charaktere übliche Themen zu beschäftigen. Besonders hervorzuheben sind hier die Szenen zwischen Sentaro und Kaoru, die für mich dank ihrer Natürlichkeit die besten des Animes sind. Bis hierhin muss der Anime sich eigentlich nur vorwerfen lassen nichts all zu besonderes zu präsentieren, aber das was er macht, macht er fast durchweg gut.
Mit der Zeit wandelt sich das Gesicht der Serie aber ganz allmählich immer mehr in Richtung eines Melodram und auch das schon von Beginn an recht hohe Handlungstempo macht sich immer deutlicher bemerkbar. Dies führt zum einen zu, für meinen Geschmack, deutlich zu dramatisierten und kitschigen Szenen und zum anderen zu, zum Teil völlig hahnebüchenen Sprüngen in der Handlung, die eine realistische Fortführung der Handlung schlicht unmöglich machen.
Was nun den Jazz angeht, so kann man sagen, dass dieser zwar nicht im Zentrum der Handlung steht, aber doch eine nicht unwichtige Rolle für die Entwicklung der Figuren einnimmt und man als Zuschauer immer mal wieder, das ein, oder andere nette Stück mit optisch stets hervorragender Inszenierung zu sehen bekommt.

Fazit:
Sakamichi no Apollon ist letztlich bei weitem nicht so unkonventionell wie man es erwarten mag, sondern stellt eher eine typische Jugendgeschichte über Liebe und Freundschaft dar, die im späteren Verlauf immer mehr Züge eines Melodrams annimmt. Das beste ist die Darstellung der Freundschaft zwischen Sentaro und Kaoru, sowie die durchweg gelungene Inszenierung, das schlechteste die absurden Handlungssprünge und die zu stark dramatisierten Szenen gegen Ende der Serie.
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Avatar: AnimeChris#5
Anspruch:viel
Action:wenig
Humor:wenig
Spannung:mittel
Erotik:wenig
Eine ganz normale Geschichte, über Freundschaft, Liebe und vor allem Musik. So was erwartet man nicht unbedingt von Herrn Watanabe. Das Ergebnis ist wie ein guter Jazz Song etwas neues, schnelles und fetziges – wer allerdings bei Jazz Ohrenbluten bekommt wird es genau so schwer haben, wie die, die Cowboy Bebop 2 oder Samurai Champloo 2 erwarten. Das hier ist eine ganz andere Nummer und ich bin froh, dass sie so ist wie sie ist. Mir zaubert sie immer noch ein Lächeln ins Gesicht ^^

Jazz ... viel Jazz!!! Das ist eine Ansage, die eingehalten wird und es gibt tatsächlich keine Folge, in der man nicht mit Jazz Musik verwöhnt oder gequält wird. Ich bin mir im Klaren, dass diese Musik eher ein reiferes Publikum anspricht und finde es deshalb um so toller, wenn auch Jazzneulinge dieser Serie eine Chance geben. Immerhin ging es auch Yoko Kanno so, die ja eigentlich gar kein Jazz Fan ist. Dafür hat sie echt einen sehr guten Soundtrack abgeliefert. Die Jazzstücke während der Serie haben mir alle „gefallen“ – das heißt ich würde sie mir nich auf CD anhören, aber sie haben eine tolle, glaubwürdige Atmosphäre geschaffen, die mich jedesmal mitgerissen hat.
Wo Kanno dann aber eine ganze Palette an Punkten abräumt ist der Opening Songs Sakamichi no Melody von YUKI. Hier stimmt einfach alles und man bekommt schon das erste Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und weil man ja auch jede Geschichte mit einem guten Gefühl verlassen soll gibt es auch noch den Gänsehaut Altair von Motohiro Hata am Ende.

Jetzt aber genug über die Musik geschwätzt! Sie ist zwar wichtig, aber nicht das wichtigste an dieser kurzen Animeserie. In 12 Folgen erschafft Watanabe eine Geschichte, die einen verzaubert, über die man viel nachdenkt und deren Erzählung einfach gelungen ist. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass die Serie 26 Folgen hätte, aber dem ist einfach nicht so und man hat den Vorteil absolut keine Filler oder Langeweile dadurch zu haben. Außerdem empfehle ich allen die Mangaserie, wenn sie mehr über unsere 4 Hauptfiguren erfahren wollen!
Im Prinzip gibt es nicht viel innovatives hier. Es ist einfach eine Geschichte des Erwachsen Werdens, in der Freundschaft eine so große Rolle wie Musik spielt und nicht immer gut ausgehen muss.

Es sind tatsächlich die Zwischenmenschlichen Beziehungen, die einen an den Fernseher fesseln und dazu zwingen eine Folge nach der anderen zu verschlingen, oder dazu bringen gleich nochmal zurück zum Anfang zu springen. Auch wenn es nur 12 Folgen sind, gibt es doch eine Menge Figuren. Watanabe macht jedoch klar, dass es vor allem um Kaoru und Ritsuko und Sentarou und Yurika geht. Diese vier Turteltäubchen erleben alle auf ihre Art die erste Große Liebe und alle Probleme die damit verbunden sind.
Am besten hat mir Sentarou gefallen. Denn wenn Watanabe etwas kann, dann ist es außergewöhnliche Figuren erschaffen – und dazu erzählt der Halt-Amerikaner allemal. Er ist herrlich dickköpfig, naiv, nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber ein toller Musiker und ein echter Freund.

Die anderen Figuren verdienen genau so Lob, da keine von ihnen flach und vorhersehbar ist. Wie echt Menschen tuen sie mal das Richtige, mal das Falsche und nehmen uns dadurch auf eine wilde Achterbahn auf der Tonleiter mit!
Ich möchte aber kurz noch bei den Figuren an dieser Stelle verweilen und die englische Synchro loben. Zwar ist das nicht der beste Job den Sentai an Sachen synchroner Vertonung hier zeigt, aber die Auswahl der Sprecher ist ganz große Klasse. Allen voran Rebekah Stevens, die Ritsuko ihre Stimme leiht und dadurch einfach jeden zum Dahinschmelzen bringt.

Auch beim Zeichenstil kann man hier und da dahinschmelzen. Es ist zwar nicht Produkction I.G. oder Sunrise, aber Mappa macht einen wirklich guten Job hier. Zwar ist das Charakterdesign auf den ersten Blick an manchen Stellen gewöhnungsbedürftig, aber dafür mit einer ganz klaren eigenen Note versehen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich würde es als realistische Animation und Zeichnung beschreiben. Hier ist nichts übertrieben oder ins endlose stilisiert. So kann ich mir die 60er Jahre vorstellen, denn nicht nur die Musik passt, sondern auch die Figuren, die sich hier bewegen und wahrlich leben. Sie wirken echt vom Kopf bis Fuss, was dann auch noch die Kleidung angeht.
Den größten Pluspunkt bekommt Mappa aber für die Musikszenen, in denen unsere Gruppe von Musikern in einem Keller Jazz spielen. Das ganze wurde so gut gezeichnet, dass man die Energie nicht nur hört sondern auch sieht. Wirklich glaubhaft wird jeder Musiker passend gezeichnet. Um das ganze so realistisch wirken zu lassen haben Watanabe und Kanno eine echt Gruppe von Musikern gefilmt und dann diese per Hand nachgezeichnet. Das Ergebnis ist gelungen.

Allerdings muss ich auch ein paar negative Worte loswerden. Nach der ersten Folge war ich sehr enttäuscht von der Serie. In den 24 Minuten bin ich alles andere als mit den Figuren warm geworden. Genau so wenig konnte mich die Geschichte packen. Dies ist sehr ungewöhnlich von Watanabes Animes. Normalerweise schafft er es immer eine große Begeisterung schnell bei mir zu wecken.
Im Nachhinein habe ich viel über die Folge nachgedacht, bevor ich mich an die zweite gewagt habe und innerlich schon fast den Blindkauf dieser Blu-Ray bereut. Denkt man aber über alles nach was schon in der ersten Folge passiert und was sich daraus ergeben könnte, bekommt man doch große Lust weiterzuschauen. Auch der Stil war wie bereits erwähnt gewöhnungsbedürftig, auch wenn er mich letztendlich voll gepackt hat. Und zu guter Letzt ist es kein Cowboy Bebop 2 oder Samurai Champloo 2. Man hat natürlich immer große Erwartungen an jemanden, der einem bereits ein wundervolles Werk beschert hat. Dass dieses aber niemals das Gleiche ist, muss man erst mal akzeptieren. Hat man sich dazu durchgerungen kann ich nur sagen, dass ich irre froh bin, dass Watanabe sich an eine „normale, kleine“ Geschichte gewagt hat in der nur das wesentliche zählt: den Zuschauer mit Gefühlen Musik zu berühren. Und das schafft er!

Nach 12 Folgen endet dieses kurze Intermezzo und es bleiben keine Fragen offen. Dank einem sehr cleveren Zeitsprung in der letzten Folge haben wir die Gelegenheit zu sehen, wie sich alles weiter entwickelt hat und was aus den 4 Freunden geworden ist. Dadurch wird die kurze Geschichte zu einer weit größeren und vollkommeneren, als sie es eigentlich ist.
Und so empfehle ich jedem die Serie der Beck oder Nana mochte und all denen, die Lust auf eine erfrischende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Musik haben. Hier seid ihr bei Watanabe in den richtigen Händen.
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