Missis Jo und ihre fröhliche Familie (1993)

Wakakusa Monogatari: Nan to Jou Sensei / 若草物語ナンとジョー先生

Rezensionen – Missis Jo und ihre fröhliche Familie

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „Missis Jo und ihre fröhliche Familie“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: The Gon#1
Anspruch:8
Story:9
Charaktere:8
Sound:6
Animationen:8
Vorweg: Genau wie die Vorgängerserie Eine Fröhliche Familie basiert auch "Missis Jo und ihre fröhliche Familie" auf einem amerikanischen Kinderbuch aus dem 19. Jahrhundert und hat daher auch Kinder als klare Zielgruppe, weswegen ich ihn auch als solchen bewerte. Doch auch für Liebhaber ruhiger und spannender Alltagsdramen hat die Serie einiges zu bieten.


Story
Die Story basiert auf der Handlung von Little Men, dem 2. Buch der „Little Women-Trilogie“. Die aus der Vorgängerserie vielen bekannte Jo March hat inzwischen geheiratet und betreut eine Jungenschule und die dort erlebten Abenteuer sind die eigentliche Geschichte des Animes. Allerdings gibt es einige nennenswerte Unterschiede im Vergleich zur Buchvorlage, die man dem Anime auch anmerkt. Die Alltagsdramen der Folgen sind von sehr schwankender Qualität und Spannung und sind mal ernster und mal fröhlicher.
So ist im Buch „Little Men“ - anders als im Anime - nicht das jungenhafte Mädchen Nan, sondern der junge Waise Nat, der hier erst in Folge 5 hinzukommt, die Hauptperson (Nan kommt im Buch erst später dazu, ist dann aber schon eine zentrale Person) und in nahezu allen Folgen, die die Handlung vorantreiben, spielt er eine wichtigere Rolle. Gleiches gilt später für Dan, einen Freund von Nat.
Diese Folgen, also jene die die Hauptstory und die Beziehungen der Charaktere untereinander antreiben gehören auch zu den besten des Animes, sind aber gleichzeitig auch die ernsteren. Die einzelnen oftmals zusammenhangslosen Filler sind zwar nicht schlecht, können aber mit den anderen nicht mithalten und wirken oftmals lose und beliebig eingebaut. Insgesamt kann man, wenn man bedenkt, dass man einen Kinderanime vor sich hat, Storytechnisch von einem Toptitel sprechen.


Charaktere

Wie eben schon erwähnt, ist die Hauptperson der Serie Nan ein sehr jungenhaftes Mädchen, das oft Probleme mit Regeln hat, aber insgesamt ein sehr offenherziges und ehrliches Kind ist. Miss Jo hat sich seit ihrer Jugendzeit stark verändert und versucht die Kinder auf eine für damalige Verhältnisse sehr unkonventionelle Weise zu erziehen. Nat, der Hauptcharakter des Buches und Dan stellen für mich aber ebenfalls sehr starke Charaktere da, aber ich will auch noch nicht zu viel über sie verraten.
Auch alle anderen Kinder und Erwachsenen die vorkommen, entfernen sich weit von jedem Klischee und wirken dadurch sehr real und man baut sofort Sympathie zu allen auf.
Die Charaktere sind so unterschiedlich aber passen trotzdem perfekt zusammen und die Beziehungen zwischen ihnen bilden den Kern der Serie. Die Charaktere und deren Beziehungen entwickeln sich in vielen Folgen weiter, etwas, das man so in Anime für diese Zielgruppe nur selten zu Gesicht bekommt.


Sound+Animationen
Bedenkt man das Alter des Animes, so wundert es einen umso mehr, wie liebevoll und detailliert die Zeichnungen geworden sind. Auch das Charakterdesign und das Opening sind recht hübsch anzusehen.
Wenn wir schon beim Opening sind, die Melodie eben jenes, dürfte vielen noch aus dem Vorgänger bekannt sein. Die BGM hingegen ist der größte Schwachpunkt der Serie. Die Melodien kommen nicht nur zu oft vor, sondern sie sind auch nur Mittelmaß, schaden dem Anime aber auch nicht. Eine Ausnahme bilden aber die dann doch sehr gefälligen Geigenstücke Nats, die wiederum ein Genuss sind und oft vor allem die dramatischen Stellen stützen. Ebenfalls loben muss man den deutschen Dub. Die Stimmen passen nicht nur zu den Charakteren, sondern schaffen es auch stets Synchronität zu den Zeichnungen zu bewahren, etwas was vielen Dubs zur damaligen Zeit misslang.
Aber natürlich kann nichts davon noch mit einem guten aktuellem Anime mithalten.


Fazit
Obwohl die Serie alt ist, ist sie Story- und Charaktertechnisch wohl eine der besten Kinderanime, die je ins Deutsche übersetzt wurden. Es macht einfach Spaß bei den Abenteuern von Nan, Misses Jo und all den anderen Kindern und anderen Personen dabei zu sein, mit ihnen mitzufiebern, mitzuleiden und mit ihnen zu lernen. Ja der Anime hat pädagogisch wirklich einiges zu bieten und ist vor allem wegen dem Setting für Kinder auch unterhaltsamer als sein Vorgänger „Eine fröhliche Familie“.
Die Charaktere, die sich stets entwickeln und gegenseitig beeinflussen, werden dabei ausnahmslos alle zu den Sympathieträgern des Animes. Insgesamt ist Missis Jo und ihre fröhliche Familie ein wirklich gelungener, eher ruhiger, aber dennoch spannender Anime, der wohl in erster Linie für 6-10 jährige Kinder gedacht ist. Aber auch Liebhaber ruhiger und rührender Geschichten, die genau den richtigen Hauch von verschieden starker Dramatik haben, dürften trotz der älteren Optik, auf ihre Kosten kommen.

Ergänzung (für den Anime selbst eher Unwichtig)
Nun hab ich den Anime so sehr gelobt, aber die Bewertung ist doch verhältnismäßig schlecht.
Das liegt an den Unterschieden zur Romanvorlage, die einige unglückliche Entscheidungen im Anime klar machen.
- die Wahl Nan zum Hauptcharakter zu machen ist sehr unglücklich, weil sie einfach in ca. 30% der Vorlage noch nicht vorkommt---> im Anime übernimmt sie dort dann aber auch wichtige Rollen/Handlungen, die ursprünglich andere Chars übernommen haben (da ersetzt sie mal Tommy, da Demi, da Missis Jo)
- Nan vereint also zu viele Verhaltensweisen in sich und fällt daher verglichen mit dem Buch Charaktertechnisch ab und anderen Chars klaut man Screentime (insbesondere Demi)
- Die im Buch zentralen "Little Men" Nat und Dan sind sehr gut umgesetzt, aber bei Demi hat man ganz klar versagt. Demi war im Buch der interressanteste der Little Men und ein viel wichtigerer Charakter als im Anime, im Anime hingegen erkennt man ihn nur in Ansätzen wieder und raubt dem Zuschauer somit den eigentlich lebendigsten Charakter der Vorlage
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