Mujin Wakusei Survive (2003)

無人惑星サヴァイヴ

Rezensionen – Mujin Wakusei Survive

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „Mujin Wakusei Survive“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: DeBaer#1
Ich glaube es ist offensichtlich das es sich bei Mujin Wakusei Survive in erster Linie um eine Serie handelt die primär auf Kinder zugeschnitten ist. Dennoch muss ich zugeben dass ich mit meinen 22 Lenzen durchaus meine Freude an diesem Anime hatte. Das eine Gruppe Kinder an einem Ort landet, der sich fern jeglicher Zivilisation befindet und sie vor die Herausforderung stellt unter primitiven Umständen zu überleben ist nichts Neues aber trotzdem immer wieder ein interessantes Szenario. Mujin Wakusei Survive verläuft im Großen und Ganzen nach dem typischen Schema welches Serien mit solchem Inhalt inne haben: Die Figuren werden kurz vorgestellt ohne das man gleich zu Beginn zuviel über sie erfährt damit noch genug Stoff für Charakterentwicklung im späteren Verlauf der Serie vorhanden ist. Danach kommt es zu einem Vorfall durch den sie in einer wildfremden Umgebung auf sich gestellt sind und sich von nun organisieren müssen um zu überleben. Die Art und Weise wie die Serie uns diese kritische Situation nahe bringt ist nicht unbedingt kompliziert und auch die vielen Botschaften die sich im Lauf der Serie offenbaren sind sehr offensichtlich und altbacken aber da dieser Anime, wie schon gesagt, in erster Linie auf Kinder zielt ist das nur zu verständlich. Das heißt jedoch nicht das MWS für ältere Zuschauer gänzlich unattraktiv ist: Die Serie bereitet Freude durch einen fast unwiderstehlich, herzerwärmenden Charme der nicht zuletzt aufgrund der sehr liebenswerten Charaktere zur vollsten Geltung kommt und man wird unweigerlich mitgerissen ehe man sich versieht. Ohne die tollen Figuren hätte es der Anime erheblich schwer für Dauermotivation zu sorgen den von Seiten der Story ist MWS insgesamt gesehen nicht gerade übermäßig spannend und bis es zum ersten Mal zu einem nennenswerten Twist des Plots kommt vergeht die gesamte erste Hälfte der Serie. Danach bessert sich die Handlung etwas, auch wenn großartige Überraschungsmomente weiterhin ausbleiben. Zusammenfassend kann man sagen das Mujin Wakusei Survive trotz des kindlichen Flairs durchaus für eine Menge Unterhaltung sorgen kann. Dabei zuzuschauen wie sich Menschen (und vor allem Kinder) in Extremsituationen verhalten und wie sie ihre Probleme gemeinsam lösen ist immer spannend und trotz kleiner Schwächen stellt Mujin Wakusei Survive in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar!

Animation

Die Animationen sind minimalistisch, das heißt sowohl Charaktere wie auch Hintergründe sind nur spärlich mit Details versehen und nur das nötigste wurde gezeichnet. Ich würde zwar nicht soweit gehen und sagen das MWS hässlich ist aber ebenso wenig ist die Optik spektakulär. Erfreulicherweise gibt es in den gesamten 52 Episoden weit weniger recycelte Szenen als ich erwartet hatte, angesichts des offensichtlichen kleinen Budgets der Serie ist das immerhin etwas. Ein wenig CG kommt ebenfalls zum Einsatz und auch hier gilt dasselbe wie für die Zeichnungen: Nicht hässlich aber auch nicht sonderlich hervorzuheben.

Sound

Ich mag das Opening und das Ending, sind 2 tolle Songs nur leider sind es die einzigen OPs/Eds die es in den ganzen 52 Eps zu hören gibt und so kann es passieren das man sich irgendwann satt gehört hat. Die BGM ist auch wirklich gut und es gibt keine Szene die nicht fast perfekt untermalt ist. Egal ob es spannend, traurig oder fröhlich wird, die Musik begleitet die jeweilige Situation tadellos. Was mich zu Beginn jedoch ein wenig störte war die Stimme von Sharla und das Menori ein wenig zu alt für ihr Alter klingt. Nach ein paar Episoden gewöhnte ich mich aber daran.

Story

Der Storyverlauf ist nicht schwer vorauszuahnen, besonders am Anfang wo unsere Gruppe anfängt sich auf dem fremden Planeten zurecht zu finden ist es ziemlich offensichtlich was geschehen wird. Die erste Hälfte der Serie konzentriert sich komplett darauf wie die Kinder lernen zu überleben was allem voran natürlich Sachen wie Nahrungsmittel zu beschaffen und für eine Unterkunft zu sorgen mit einschließt. Die Handlung ist eher simpel gestrickt und somit nie wirklich kompliziert oder schwer zu verfolgen (zumindest für ältere Zuschauer). Bis es zum ersten Mal spannend wird vergehen somit fast 26 Episoden. Die Storyarc die dann beginnt ist ein ganzes Stück interessanter und es wird auch etwas schwerer vorherzusagen was wohl als nächstes passieren wird. Der alte Trott stellt sich aber nach Episode 34 wieder ein und erst als es auf das Ende der Serie zugeht wird es wieder spannend, diesmal aber RICHTIG! Ich hab mich sogar beim Nägelkauen erwischt ;)

Charaktere

Da die Story leider weit mehr Tiefen als Höhen aufweist sind die Charaktere die große Stütze von MWS. Zu Beginn der Serie mögen sie noch leicht uninteressant und sehr standardmäßig daher kommen (besonders was ihre Persönlichkeiten angeht) doch je weiter die Serie fortschreitet desto mehr wachsen sie ans Herz und entwickeln sich zu großen Sympathieträgern. Sie gehen einem dermaßen nahe das man sich um sie sorgt, sich mit ihnen freut und mit ihnen trauert. Sogar Sharla und Howard, 2 Charaktere die ich anfänglich noch am liebsten zum Mond geschossen hätte, sind später unverzichtbar und nicht mehr weg zu denken, was ein mehr als starkes Indiz dafür ist wie gut die Entwicklung der Charaktere im Lauf der Serie präsentiert wird. Durch ihre sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten (ob Standard oder nicht) ist es sehr interessant dabei zuzuschauen wie sie miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen, sowohl auf positive wie auf negative Art. Charaktere die später zum Cast stoßen fügen sich ebenfalls perfekt ein und sind nach kürzester Zeit ebenso liebenswert wie der Rest. Wie gesagt, die Charaktere haben einen Bärenanteil am Spaß den ich an MWS hatte und lassen so über fast alle anderen Schwächen der Serie locker hinwegsehen. Es gibt nur wenige Animes die mich in dieser Kategorie so stark überzeugt haben und MWS reiht sich hiermit feierlich in diese Riege ein!

Wert

Einmal anschauen empfehle ich hier auf jeden Fall, man sollte sich nicht von der kindlichen Ausstrahlung der Serie abschrecken lassen und dem Anime ein Chance geben. Die Charaktere allein sind hier schon Grund genug. Ich persönlich würde mir die Serie in absehbarer Zeit wohl nicht noch einmal anschauen aber wer weiß ob ich MWS in ein paar Jahren nicht noch einmal herauskrame um mich ein weiteres Mal vom tollen Cast der Serie gefangen nehmen zu lassen. Die DVDs würde ich mir wohl nur für meine Kinder kaufen (vorausgesetzt ich bekomme irgendwann welche ;) )!
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Avatar: The Gon#2
Story:6
Charakter:7
Sound:6
Animation:5
Gesamt:7
Vorweg: Mujin Wakusei Survive ist ein Kinder- und Familienanime und wird deshalb auch dementsprechend von mir bewertet.


Der Anime präsentiert sich zunächst als eine Mischung aus Adventure und SoL und kann dabei mit seinen zwar vorerst recht stereotypischen aber dennoch sympathischen Charaktern überzeugen. Die ersten Folgen thematisieren insbesondere das Zusammenleben und das Zusammenüberleben der sehr unterschiedlichen Charaktere und spendieren ihnen dabei auch eine sehr langsame aber stetige und schön anzusehende Entwicklung. Doch ziemlich genau ab dem Hinzustoßen des achten Hauptcharakters will der Anime auch ein wenig Action und Drama sein, was ihm schlicht nicht gelingt. Das Resultat ist leider, dass gerade verglichen mit dem ersten Teil die Story stark abhebt und viel von der zunächst vorhandenen Bodenständigkeit (und zum Teil auch Glaubwürdigkeit der Charaktere) einbüßt.
Häufige Recaps und Wiederholungen, sowie ein zwar passender, aber viel zu kleiner und auch nicht wirklich beeindruckender Soundtrack verlagern den Anime technisch nur ins hintere Mittelmaß.

Fazit:
Technisch eher schwacher Anime der Story- und Charaktertechnisch sehr stark startet, aber ab ca. der Hälfte zu viel will, aber auch dort problemlos von seinen Charaktern getragen werden kann. Die vielen verschiedenen Charakter sorgen für eine große Bandbreite an möglichen Identifikationsfiguren und auch die Story ist durchgängig kinderfreundlich.
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Avatar: DerGelbeMeister#3
Was passiert mit einer Gruppe Kinder aus einer hochtechnisierten Gesellschaft, die ohne jegliche Technologie auf einem fremden Planeten stranden?

Nun, dieser Anime könnte nicht weiter weg von einem solchen Geschehen sein.

Auch wenn der Anime für Kinder gedacht ist, fragt man sich doch wo die Altersgrenze sein soll? Selbst Grundschulkinder sagen permanent, dass dies und jenes unmöglich ist.
Ganz besonders würde ein Charakter wie Howard keine Woche in einer Gruppe bestehen die um´s Überleben kämpft, ohne dass böse Worte oder Handgreiflichkeiten drohen.

Man darf sicher die Botschaft hinterfragen die vermittelt werden soll, wenn jemand fröhlich Essen stiehlt, und den zuschauenden Kindern 10 Folgen lang eine hungernde Gemeinschaft gezeigt wurde.

Ich weiß nicht welche Geschichte erzählt werden soll, es ist weder Robinson Crusoe oder Herr der Fliegen, aber der Gedanke drängt sich auf, dass es keine richtige Geschichte gibt.

Spätestens ab dem Zeitpunkt an dem Verbrecher auf der Insel landen, taugt der Kram nicht mal mehr als Kindergeschichte. Das Verhalten der Charaktere und die Story sind nur noch absurd und albern.
Nicht mal die Zielgruppe würde sich so benehmen.

Schade, eine spannende Idee ist wieder mal völlig verhunzt worden.
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Avatar: SabriSonne
Redakteur
#4
Es gibt immer diese Anime, die man jahrelang, manchmal Jahrzehnte lang, mit sich mit schleift, weil man genau weiß, irgendwann kommt dieser Moment, in dem man den anschauen wird.

Genauso ging es mir mit „Mujin Wakusei Survive“, ein Anime, auf den man wirklich zu 100% Lust haben muss, es dann aber nicht bereut.


Zur Handlung
Wer nun Angst vor 52 Folgen aus dem Jahr 2003 hat, den kann ich mehrerer Hinsicht beruhigen. Erstens sieht der Anime von der Animation her wirklich super aus, was sicherlich viel daran liegt, dass er komplett gezeichnet ist und nicht 2D mit 3D-CGI mischt, wie es heutzutage leider oft der Fall ist. Und zweitens: klingt jetzt blöd, aber die Serie verzeiht sehr das Skipping und Spulen, d.h. wenn euch eine Folge nicht taugt oder euch die Geschichte gerade nicht interessiert, stirbt man nicht, wenn man sie nicht anschaut.

Jetzt wundert ihr euch sicher, wie eine Handlung funktionieren kann, wenn man sie doch augenscheinlich auch gar nicht anschauen muss, um den roten Faden nicht zu verlieren…?!

„Mujin Wakusei Survive“ startet jede seiner Folgen mit einer kleinen Kurzzusammenfassung der vorherigen Folge, sodass man den roten Faden gar nicht verlieren kann.
Und zum anderen ist die Handlung des Anime eher situationsbezogen und spielt nicht unbedingt in einen größeren Zusammenhang hinein. Man mag jetzt meinen, das klingt jetzt schlecht, aber ganz das Gegenteil ist der Fall!
Wer sich mit Storytelling ein bisschen auskennt, der weiß, dass nicht jeder Handlungsstrang für das Große Ganze wichtig sein muss. Sicherlich hat auch „Mujin Wakusei Survive“ eine Haupthandlung, die überraschend anders verläuft als man jemals gedacht hätte, doch nicht jeder Handlungsstrang ist dafür entscheidend. Viele könnte man sogar inhaltlich weglassen, aber dennoch machen sie Spaß zu gucken – warum? Sie machen Sinn und folgen der inhaltlichen Logik. Sie bringen zwar die Handlung nicht perse voran, aber das sie passieren, macht inhaltlich einfach Sinn. Ein gutes Beispiel wäre eine Episode, in der unsere Charaktere mit einem Aufzug durch die Gegend düsen, um Proben des Planeten zu nehmen. Natürlich wird das Ganze das Oberchaos, weil der Aufzug nicht das macht, was er soll. Wenn man darüber nachdenkt, dann brauchen wir die komplette Folge über den Aufzug im Grunde gar nicht, sie bringt die Handlung kaum weiter, doch sie macht dennoch Spaß – warum? Weil es einfach in diesem Moment Sinn macht, dass der Aufzug das Chaos auslöst. Die Idee ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern einfach eine mögliche, logische Schlussfolgerung, die passieren könnte, oder eben auch nicht.

Und so könnte man die Handlung gut zusammenfassen: es sind lauter Schlussfolgerungen aus vorherigen Situationen, die einfach nur ausgeschrieben werden. Braucht sie die Geschichte – nicht unbedingt. Machen sie Spaß – ja!

Sieben Kinder und eine Roboter-Katze, die praktischerweise viele nützliche Eigenschaften hat und damit die Situationen oft extrem erleichtert – na ja, wir haben hier eine Kinderserie, die in der Zukunft spielt und nicht alles muss immer düster und lebensgefährlich sein.

Die Situationen sind meist etwas untertrieben und wirken damit erst auf den zweiten Blick wirklich lebensgefährlich, aber das stört hier kaum. „Mujin Wakusei Survive“ will uns nicht die Bedrohung erklären, sondern vielmehr die Teamleistung und die Belohnung, wenn man sich der Bedrohung gestellt hat.
Die Handlung verläuft dabei in der 1. Hälfte genauso wie man es von der Thematik erwartet, beleuchtet die Charaktere und macht viel Teambuilding. Für einen Anime mit character-driven Plot nicht unerwartet, aber sehr gut umgesetzt. Wie gesagt sind die Situationen nicht perse spannend oder überraschend, aber logisch und im Sinnzusammenhang gut. So müssen unsere Charaktere zu Beginn erstmal ihre Insel erreichen und sich währenddessen noch einem Seemonster stellen. Das ganze dauert schon mehrere Folgen. Hätte man es so lange schreiben müssen – nein, eindeutig nicht. Macht es trotzdem Sinn, dies so lange auszulegen – eindeutig ja, da unsere Charaktere erstmal mit der neuen Situation klarkommen müssen, sich organisieren müssen und schon mit dem ersten Gegner auf die Probe gestellt werden.

Und so verläuft beinahe die komplette erste Hälfte: unsere Gruppe organisiert sich und wird danach sofort auf die Probe gestellt. Alle Entscheidungen werden in Frage gestellt und lassen damit schnell viel Raum für Charakterentwicklung. Sehr positiv war hier insgesamt die Entscheidung gegen die Romantik, obwohl das sicherlich an einigen Punkten möglich gewesen wäre.

In der 2. Hälfte findet dann plötzlich eine Space-Opera-Sci-Fi Story Einzug, die ich in dieser Ausführung so nicht erwartet hatte. Sicherlich bleibt die Geschichte auf ihrem kindlicheren Niveau, dennoch ist die Handlung gut durchdacht und macht Sinn. Sie ist spannend genug, aber nicht zu kompliziert, sodass Auflösungen in der Regel befriedigen und man gerne neue Sachen entdeckt. Ebenso wird die Handlung um einiges gnadenloser und weniger „heile Welt“ wie am Anfang, was zu überraschend ernsten und dramatischen Tönen führt. Das hätte ich in einem Anime für Kinder nicht unbedingt so erwartet.

Die Handlung endet dann zwar typisch Kinderserie, ist aber trotzdem zufrieden stellend. Besonders gut hat mir hier die Doppelbedeutung des Titels „Mujin Wakusei Survive“ gefallen, der im Prinzip nicht nur das offensichtliche Problem unserer Gruppe an Hauptcharakteren meint, nämlich das Überleben auf einem unbewohnten Planeten, sondern auch im übertragenen Sinne weitergesponnen werden kann. Dies sieht man selten in Anime und hat mich gerade in einer Kinderserie sehr angesprochen.
Die übergreifenden Themen sind gut ausgelegt und werden am Ende sogar noch ernster. Man stellt sich oft die Frage des Lebens, des Überlebens und überlegt, welche Art hier die beste ist. Die Thematik geht dabei ebenfalls überraschend tief.

Im Endeffekt überzeugen für mich die Geschichte und deren Auslegung. Eine Geschichte, die hauptsächlich World- und Teambuilding betreibt, aber dennoch mit logisch sehr guten Ideen eine spannende Geschichte erzählen kann.

Aber für eine character-driven Storyline ist ja auch nicht unbedingt die Handlung das tragende Element, sondern …


Zu den Charakteren
Wie bereits gesagt legt „Mujin Wakusei Survive“ sein Hauptaugenmerk auf Teambuilding und die Positionierung seiner Charaktere in der Handlung.

Die Figuren sind charakterlich sehr konträr, was man sicherlich in einem solchen Format erwartet. Dementsprechend schnell kommt es zu Konflikten und Gruppenbildung. Die komplette 1. Hälfte ist nur dafür da, diese Konflikte zu erörtern, Charaktereigenschaften zu etablieren, zu testen und zu ändern. Wer sich für ganz klassische Charakterentwicklung in 4 Schritten interessiert, der ist in dieser Serie somit absolut richtig.

Der Anime nimmt sich Zeit, jeden Charakter mit Jedem der Gruppe zu kombinieren und somit Verhaltensweisen in verschiedenen Situationen und Interaktionen zu testen. Was mit dem einen Charakter noch funktioniert, funktioniert mit dem nächsten schon nicht mehr so gut und es ist sehr schön zu beobachten, dass der Anime wirklich Zeit dafür verwendet.
Ebenso zeigt sich auch, dass gewisse Charakterkombinationen für gewisse Aufgaben besser geeignet sind als andere und nimmt somit nicht nur das „Team als Ganzes“ in den Fokus.

Jeder Charakter erhält ausreichend Screentime, um seine Motivationen und Charaktereigenschaften zu etablieren. Man bleibt zwar nicht von den typischen Charakterfolgen verschont, dennoch sind sie in der Regel gut geschrieben und zielen gut auf den aktuellen Gefühlszustand der jeweiligen Figur.

Luna ist eine sehr typische Hauptfigur, die jedoch auch Selbstzweifel hat und die Gruppe als Bestätigung benötigt. Insgesamt hatte sie mir zwar etwas zu viel Einfluss auf alles, gerade weil man schnell das Gefühl bekommt, die anderen sind ganz froh, dass sie nichts entscheiden brauchen sondern überlassen einfach zu viel ihr, aber dennoch trägt sie die Serie sehr gut.

Howard und Sharla sind wahrscheinlich die Figuren, die aufgrund ihrer Eigenschaften nicht die sympathischen sein dürften, die jedoch auch die deutlichste Charakterentwicklung durchmachen. Bell überzeugt mit einer sehr nachdenklichen, beinahe moralischen Seite, und Shingo ist von allen der Zerbrechlichste.
Für mich charakterliches Schlusslicht ist eindeutig Menori, deren Charakterfolge ich zu nichts sagend fand und deren Eigenschaften ich bis zuletzt nicht wirklich greifen konnte. Da auch die Handlung nur wenig mit ihr anfangen kann und sie meist in den Situationen nur dabei ist anstatt wirklich zentral zu sein, unterstreicht das meinen Eindruck nur.

Und dann gibt es da noch Kaoru, das meiner Meinung nach verworfene Highlight der Serie. Keine unbekannte, aber dennoch dramatische Charakterstory, und von seinen Fähigkeiten ist er beinahe jedem der Kinder haushoch überlegen. Seinen Schwachpunkt in die soziale Komponente zu verschieben, macht da natürlich Sinn, sorgt aber meistens dafür, dass er in der 1. Hälfte so gut wie keine Screentime und Lines hat, weil er nun mal Einzelgänger ist. Wer also ihn als Lieblingscharakter aussucht, wird am Anfang sicherlich mit wenigen Auftritten gestraft werden. Als dann endlich seine Charakterfolge kam, dachte ich mir nur, dass er jetzt allein in dieser Folge mehr geredet hat als die 20 Folgen davor, und das sagt schon einiges! Die 2. Hälfte rettet ihn zwar und gibt ihm endlich mehr Handlungen on-screen, aber ich hätte ihn gerne mehr und ausführlicher gesehen.

Die anderen Figuren, welche Lebensform es auch immer sein mag, passen gut in die jeweiligen Handlungsabschnitte und arbeiten gut mit der Gruppe. Sie unterstreichen entweder Charaktereigenschaften oder liefern das Gegenteil und sind somit allesamt sinnvoll in der Handlung platziert.


Fazit
Ich war sehr positiv überrascht, aber gleichzeitig hatte ich nichts anderes erwartet. Für mich ist „Mujin Wakusei Survive“ eine Abenteuerserie auf kindlichem, aber dennoch auch düsterem Niveau, das gut mit seinem Setting spielt und starken Fokus auf World- und Teambuilding legt.
Die Figuren sind sehr gut gewählt, haben ihre Licht- und Schattenseiten und werden mit den passenden Situationen immer wieder an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht.

Für mich ein überraschend guter Titel, der im Vergleich zu vielen heutigen Serien nicht überdramatisch wird, sondern einfach mal auf dem ruhigen Boden der Tatsachen bleibt.

Beitrag wurde zuletzt am 16.10.2022 17:42 geändert.
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