• TypTV-Serie
  • Episoden74 (~)
  • Veröffentlicht07. Apr 2004
  • HauptgenresThriller
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonManga
  • ZielgruppeMännlich, Weiblich

Anime Beschreibung

Anime: Monster
Deutschland, 1986. Dr. Kenzo Tenma ist Neurochirurg in einer Düsseldorfer Klinik. Eigentlich ist es der perfekte Job für einen Arzt wie ihn, wenn es da nicht seine Vorgesetzen gäbe. Mehrfach muss er einflussreiche Patienten bei der medizinischen Versorgung vorziehen. Eines Tages werden zwei Geschwister in die Klinik eingeliefert, die am Schauplatz eines Verbrechens aufgefunden wurden. Der Junge, Johann, schwebt in Lebensgefahr, doch Tenma soll stattdessen einen bekannten Politiker operieren. Er widersetzt sich den Anweisungen seines Oberarztes und operiert das Kind. Ein verhängnisvoller Fehler, den er später bereuen wird, denn Johann ist kein normaler Junge. Kurze Zeit später werden Tenmas Vorgesetzte ermordet und die Kinder, Johann und Anna, sind spurlos verschwunden.

Neun Jahre später werden erneut Morde begangen, die den damaligen Ereignissen sehr ähneln. Durch Zufall gerät auch Tenma in die Ermittlungen und er erkennt schnell, dass in Wahrheit Johann für die Morde verantwortlich ist. Bald darauf begegnet er Johann und dieser offenbart sein monströses Wesen. Er begeht vor seinen Augen einen Mord und dankt ihm gleichzeitig, dass er ihn damals gerettet hat. Deswegen lässt er Tenma am Leben, doch der ist jetzt selbst ins Visier der Polizei geraten. Damit beginnt für ihn ein Leben auf der Flucht und eine Reise quer durch Deutschland, denn er will nicht nur Anna wiederfinden, sondern auch das Morden stoppen.
Sprachauswahl: Deutsch, Englisch
Hauptgenres / Nebengenres / Tags

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Anime Zitate

  • Johann LIEBERT
    There’s nothing special about being born. Not a thing. Most of the universe is just death, nothing more. In this universe of ours, the birth of a new life on some corner of our planet is nothing but a tiny, insignificant flash. Death is a normal thing. So why live?
  • Heinrich RUNGE
    If you don’t want to be betrayed anymore… then start doubting the person you want to doubt the least.

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Anime Rezensionen

Avatar: DeBaer#1
Manchmal kommt es vor dass man am Ende einer Serie so tief beeindruckt ist das es schwer fällt die richtigen Worte zu finden. In Fall von Monster geht es mir im Moment ganz genauso denn dieser Anime ist wahrhaftig schon fast unbeschreiblich gut. Wie viele Animes gibt es wohl bis dato die sich dem Horror-Genre unterordnen aber dabei außer expliziter Gewaltdarstellung im Großen und Ganzen den wichtigsten Faktor vermissen lassen? Die Rede ist von jenem Faktor der dafür sorgt dass der Zuschauer mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend gebannt auf den Bildschirm starrt und das er mit wild klopfendem Herzen unter größter Anspannung die Luft anhält, in schon fast quälender Ungewissheit dessen was wohl als nächstes passieren mag. Im Gegensatz zu so manchem Möchtegern-Horror verzichtet Monster völlig auf grafische Gewalt und nimmt sich allein der Aufgabe an die gerade beschriebenen Gefühlsregungen im Publikum wachzurufen. Ob das bei jedem einzelnen Zuschauer geklappt hat ist mir zwar nicht bekannt aber ich für meinen Teil weiß nur eins: Selten hat mich eine Story so mit Haut und Haaren verschlungen und fasziniert wie diese, selten war ich so ungeduldig zu erfahren wie die Geschichte weiter- und ausgeht, noch NIE hat mich eine derart schaurige Atmosphäre so gefangen genommen und in eine Geschichte abtauchen lassen. Eins ist klar: Monster ist ein waschechter Thriller und in dieser Form absolut einzigartig im Anime-Universum. Ein absolut faszinierender Plot geht Hand in Hand mit nicht minder faszinierenden Charakteren und beides verbindet sich zu einem düsteren Cocktail aus Thrill und Psychodrama der den Zuschauer auf eine Reise in die schwärzesten tiefen der menschlichen Seele schickt, gepaart mit authentischer Gesellschaftskritik und an die Moral appellierenden Themen die einen offenen Verstand und viel Aufmerksamkeit erfordern. Und Konzentration ist angesichts der Komplexität des Handlungsverlaufs auch dringend von Nöten da Monster nicht nur unheimlich viele Handlungsstränge spinnt sondern auch in seiner Erzählstruktur absolut nicht linear ist. Der Zuschauer wird vor die Aufgabe gestellt eine Unmenge an in die Handlung einfließende Informationen zu verarbeiten und einzuordnen. Monster ist in dieser Hinsicht wie ein erstklassiger Krimi bei dem man sich im Laufe der Geschichte von immer mehr Fragen umringt sieht auf die man unbedingt Antworten haben will. Doch auf jede neue Antwort folgt schon das nächste Rätsel und die Jagd nach den Puzzleteilen die jede Episode offenbart geht unvermindert weiter, bis sich am Ende ein Gesamtbild präsentiert das einen völlig auf dem falschen Fuß erwischt und schockiert. Genau SO muss ein Thriller sein und Monster erfüllt diese Anforderungen nicht nur tadellos sondern in einer Perfektion die völlig neue Maßstäbe setzt. Monster ist spannend, intelligent, verzweigt und anspruchsvoll, so anspruchsvoll das ich diesen Anime nur Leuten empfehlen kann die geistig bereits eine gewisse Reife besitzen. Wer nicht gerne nachdenkt und in der Lage ist viel Text und Dialog zu verarbeiten, der wird große Schwierigkeiten haben Monster auf einer unterhaltsamen Ebene zu genießen. Für alle anderen ist dieses Meisterwerk einfach nur knallharte Pflicht! Monster ist ein Anime der von der ersten bis zur letzten Episode zu begeistern weiß und jeder der endlich mal wieder eine großartige Serie sehen will kommt an Monster niemals vorbei!!!

Animation

Insgesamt geben die Animationen ein ziemlich gutes und vor allem zur Atmosphäre der Serie passendes Gesamtbild ab. Viele dunkle Farbtöne dominieren in den Episoden und tauchen sie in ein unbehaglich schummriges Ambiente was besonders in spannenden Situationen positiv zum Tragen kommt. Monster beinhaltet keine turbulenten Actionszenen oder ähnlich flashiges Zeug mit dem sich die Animationen sonderlich auszeichnen können, dafür aber unheimlich viel Liebe zum Detail. Besonders die Hintergründe sind damit nur so gespickt und sogar an weit entfernten Bauten sind noch kleine Feinheiten wie Uhrzeiger oder Fensterläden zu erkennen. Hinzu kommen viele schöne Szenerien die fast fotorealistisch wirken aber dennoch perfekt mit den Charakteren verschmelzen. Das Design selbiger kommt ohne riesige Glubschaugen und Stupsnasen aus und geht mehr in eine authentische Richtung. Sonderlich ansehnlich ist es allerdings nicht und Figuren die wirklich hübsch gezeichnet sind (Anna & Johan zB) machen sich rar. Dicke Backen und Knollennasen dominieren hier deutlich und dürften Ästheten, die großen Wert auf schöne Charaktere legen, zu Beginn wohl ziemlich zu schaffen machen. Ansonsten gibt es in dieser Kategorie kaum Anlass zur Kritik.

Sound

Beim Opening hat man sich für einen instrumentalen Track entschieden, der der Serie wie auf den Leib geschneidert ist: Schummrig, schaurig, mysteriös, gänsehauterregend. Das 1. Ending weist eine ähnlich gruselige Melodie auf aber mir gefällt der Gesang absolut nicht. Selbiges gilt für Ending 2. Die BGM bietet genau das was man von einer Serie dieser Natur erwarten kann und klingt über weite Strecken düster und beklemmend. Besonders dieses eine Geräusch (welches man kaum beschreiben und eigentlich gar nicht als “Musik“ bezeichnen kann) das oft bei besonders spannenden Szenen zu hören ist, treibt die Anspannung in unermessliche Höhen. Die Soundeffekte überzeugen ebenso und sind absolut realistisch. Wer meine Reviews kennt der weiß das ich mich eher selten zu den Seiyuus äußere aber hier muss ich unbedingt ihre großartige Leistung würdigen. Eigentlich sind alle super aber besonders Johans Sprecher macht seine Sache absolut herausragend, seine Stimme ist stets ruhig und gleichzeitig eiskalt. Er bringt diesen Charakter einfach perfekt rüber. Insgesamt kann man mit der Vertonung und musikalischen Untermalung von Monster sehr zufrieden sein, auch wenn ich irgendwie das Gefühl habe das sie noch einen Tick besser hätte sein können.

Story

Die Story von Monster ist absolut großartig in ihrer Struktur und Erzählweise. Es ist am Anfang so wie als ob man eine leere Mosaiktafel vor sich hat, deren Stücke über die gesamte Handlung verstreut sind und deren Offenbarung von Episode zu Episode ein mehr und mehr klar werdendes Bild ergeben. Der Plot zieht sich an Unmengen von Fragen hoch die den Zuschauer der unbedingt Antworten haben will beschäftigen und ungemein dazu anspornen die mysteriöse Story mit großer Spannung und Erwartung weiter zu verfolgen. Wie für einen erstklassigen Krimi üblich spielen viele Plottwists mit dem Publikum und wissen immer wieder auf dem falschen Fuß zu erwischen und auch die nicht lineare Anordnung der vielen geknüpften Handlungsstränge trägt ihr übriges dazu bei. Das macht die Story von Monster unheimlich komplex und undurchdringlich und erfordert ein Höchstmaß an Konzentration vom Zuschauer der sich viele Details merken muss um bei dem Versuch das Puzzle selbst zusammen zu setzen nicht in einer Sackgasse zu enden. Nichts scheint so wie es zu sein scheint und das Suchtpotential von Monster zieht daraus seine extrem hohe Ansteckungsgefahr. Kenzou Tenmas Reise zu verfolgen wird mehr und mehr faszinierend so weit man in die Geschichte abtaucht und lässt dank eines grandiosen Skriptd, welches bis ins letzte Detail intelligent durchdacht ist einfach nicht mehr los. Es ist verblüffend wie perfekt alles was sich im Lauf der Geschichte ergibt ineinander fließt und wie es am Ende ein absolut makelloses, einem Kunstwerk gleichkommendes Gesamtbild ergibt. Ohne Zweifel eine der besten Storys der Anime-Geschichte!

Charaktere

Neben der genialen Story zählt der Cast von Monster ganz ohne Zweifel zu den absoluten Prunkstücken der Serie. Selten, oder besser gesagt noch NIE habe ich so dermaßen gut durchdachte und tiefe Protagonisten gesehen, die sich so perfekt und harmonisch miteinander verbinden und dazu noch so tief und realistisch sind. Besonders beeindruckend ist das, neben den 5 Figuren die ständig einen festen Platz in der Handlung haben, so gut wie jeder einzelne Nebencharakter (und das sind EINIGE) der während dem Verlauf der Serie in die Handlung eingefügt wird nicht nur stets seine eigene Geschichte mitbringt, die dafür sorgt das man sich von der jeweiligen Figur am Ende ein komplettes Portrait erstellen kann und genau weiß was in dieser Figur vorgeht, was sie denkt, was sie fühlt und welche Ideale sie verfolgt, sondern auch ein absolut unerlässliches Zahnrad im Uhrwerk des Plots darstellt. Selbst die scheinbar unwichtigste Figur taucht urplötzlich wieder auf der Bildfläche auf, sorgt für Twists und lenkt die Handlung somit in völlig neue Richtungen. Man kann da eigentlich schon gar nicht mehr von NEBENcharakteren reden. Besonders gefallen haben mir in der Hinsicht Richard, Grimmer und Martin die allesamt großen Eindruck hinterlassen und einfach toll ausgearbeitet sind. Was die Hauptfiguren angeht ist ebenso eine besser als die nächste. Angefangen bei Kenzou Tenma der schon direkt am Anfang eine drastische Entwicklung durchmacht die ihn zu einer folgenschweren Entscheidung verleitet welche eine Kette von Ereignissen auslöst die sein Leben für immer verändern. Ein wirklich starker Charakter der zeigt dass man trotz eines grausamen Vorhabens im innern doch noch menschlich bleiben kann ohne seine ehrenwerten menschlichen Werte aufzugeben. Ebenso toll ist Nina, die eine äußerst tragische Rolle spielt und von vielen Fragen umringt ist auf deren Antworten man die gesamte Zeit über gespannt wartet. Auch Inspektor Lunge und Eva verdienen Erwähnung, auch wenn ihre Persönlichkeiten eher abstoßend sind, sie stellen wie fast jede andere Figur ein wichtiges Teil im Puzzle dar auf das man nicht verzichten kann. Doch auch wenn diese Charaktere alle einfach genial sind, gegenüber Johan verblassen sie alle. Johan ist mit Abstand das faszinierendste Individuum der gesamten Geschichte. Er hat im Vergleich zu den anderen Figuren zwar nur wenig Screentime aber trotzdem ist seine Präsenz immer zu spüren. Zu versuchen diesen Charakter zu ergründen und herauszufinden was ihn ihm vorgeht ist völlig unmöglich, egal wie viel Informationen man auch über ihn erhält, er bleibt undurchdringlich. Eine Figur die einem Schauer über den Rücken laufen lässt und Gänsehaut verursacht. Er ist skrupellos, ein messerscharfer Manipulator, zeigt keine Gefühle und ist ständig umgeben von einer eiskalten Aura, wahrhaftig ein echtes Monster! Fazit: Auch in dieser Kategorie ist Monster wahrhaft meisterlich und ich habe bisher noch keinen Anime gesehen der auch nur einen annährend so tiefen und gut durchdachten Cast aufweist. Schlichtweg genial!

Wert

Das man sich Monster meiner Meinung nach ansehen MUSS ist angesichts der Genialität dieses Werkes einfach nur knallharte Pflicht. Monster ist in seiner Art und Weise einzigartig und setzt neue Maßstäbe für jeden anderen Anime der sich in Zukunft im Thriller-Genre versuchen will. Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Da Monster von der Spannung und Ungewissheit des Zuschauers lebt und dank der vielen Mysterien dazu verlockt eine Episode nach der anderen zu verschlingen, kann man an dieser Serie bei einem Re-Watch nicht mal mehr halb soviel Spaß haben wie beim ersten Mal. Traurig aber wahr… Dennoch hoffe ich auf einen DVD-Release hierzulande, eine solche Top-Serie darf in meiner Sammlung einfach nicht fehlen! Nochmal: ANSCHAUEN IST HIER PFLICHT!!!!!
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Avatar: Pilop
V.I.P.
#2
Viel Gutes hab ich im Vorhinein davon gehört, einige Zweifel hatte ich nach den ersten Episoden und groß war die Freude, als der Anime mit der Zeit immer mehr seinem Ruf gerecht wurde. Monster schafft das, was vielen Animes schon allein aus Zeitgründen versagt bleibt: Es ergänzt die Haupthandlung durch viele Nebenhandlungsstränge und erschafft damit ein lebendigeres Bild der ganzen Geschichte.


In bester Detektivgeschichtenmanier wird die Jagd auf den Serienmörder Johann geschildert, mit dem Unterschied, dass hier kein professioneller Verfolger am Werk ist, sondern ein Arzt, der sich für dessen Taten verantwortlich fühlt, war er es doch, der Johann das Leben gerettet hat. Der von Johann begangenen Taten selbst verdächtigt, nimmt er nun die Suche nach ihm auf um seinen Fehler in der Vergangenheit zu korrigieren. Der erste Teil von Monster ist dabei vergleichsweise noch der schwächere. Nach den eher ruhigen Anfangsepisoden folgt zunächst ein Abschnitt, der schon fast an ein Roadmovie erinnert. Dr. Tenma begibt sich auf die Fährte von Johann, verfolgt seine früheren Taten nach und versucht so Hinweise auf seinen Verbleib und seine weiteren Pläne zu bekommen. Während dieser Odyssee durch Deutschland trifft er auf die verschiedensten Leute. Die Handlung verläuft hier stärker episodisch und ist mit vielen Nebengeschichten gespickt, die teilweise wenig zur Haupthandlung beitragen, sondern eher den Charakter von Tenma beleuchten, bzw. humanistische Botschaften vermitteln sollen. Johann ist hier nicht viel mehr als ein Phantom, das gejagt wird, ohne dass man es je zu Gesicht bekommt. Allgegenwärtig ist nur sein Wirken, das immer mehr Fragen über seine Beweggründe aufkommen lässt.
Der stärkere Teil der Handlung setzt dann ein, wenn Johann wirklich in Erscheinung tritt und man auch seine aktiven Handlungen zu Gesicht bekommt. Hier erfährt die Spannungskurve eine ordentliche Steigerung und kann ihr Niveau dann bis in die letzten Folgen halten. Johann als Meister der Manipulation, der ein Musterbeispiel eines Wahnsinnigen unter der Oberfläche eines perfekten Gentlemans darstellt, ist sicher der interessanteste Charakter des ganzen Animes. Er behält über alles die Kontrolle, niemand scheint ihm gewachsen zu sein und man beobachtet schon fast mit einiger Verzweiflung wie ihm eine Person nach der anderen zum Opfer fällt. Andere Leute sind für ihn nicht viel mehr als Spielfiguren in seinem Plan und er versteht es sich jedermann zu Nutzen zu machen. Tenmas Ermittlungserfolge sind nicht viel mehr als das, was Johann im zugesteht.
Ist der erste Arc mit Johanns aktiver Involvierung abgeschlossen, verläuft die Geschichte weiter mit hohem Spannungsniveau. Hier kommt dann der Luxus der aufgeteilten Handlungsstränge, den man sich auf Grund der hohen Episodenzahl leisten kann, voll zur Geltung. Immer mehr Parteien begeben sich angeregt durch Tenma auf die Suche nach Johann, jede aus ihren eigenen Motiven und man hat es hier verstanden sie alle geschickt zu verflechten. Das Geheimnis der Vergangenheit von Johann und seiner Zwillingsschwester wird langsam aufgedeckt, nicht ohne eine hohe Anzahl von Plottwists aufzuweisen, die die Spannung gegen Schluss immer höher steigen lässt, bevor einem schließlich alle Hintergründe dieser Geschichte von fast epischen Ausmaßen offenbart werden, die eine Vielzahl von dunklen Organisationen, Verschwörungen und grausamen Einzeltätern ans Tageslicht bringen.

Die Charaktere im Anime sind bei weitem zu viele, um jetzt auch nur auf alle bedeutenderen einzugehen, so beschränke ich mich auf kurze Anmerkungen zu den vier Personen, die von Beginn an eine wichtige Rolle spielen. Zu Johann brauche ich mich hier nicht weiter zu äußern, habe ich seinen Charakter doch schon beschrieben. Dr. Tenma unterstreicht leider wieder, dass die Widersacher den Protagonisten leicht die Show stehlen. Aus einem Arzt mit strikten humanistischen Grundsätzen lässt sich leider bei weitem nicht soviel herausholen wie aus einem Psychopathen. Johanns Zwillingsschwester Nina überzeugt wiederum vor allem durch ihre Amnesiegeschichte, bei der ihr durch die Jagd nach Johann ihre traumatischen Kindheitserlebnisse langsam wieder in Erinnerung gerufen werden, samt aller Auswirkungen auf ihre Psyche. Den zweitbesten Charakter stellt für mich allerdings Inspektor Lunge dar, als geradezu eiskalt berechnender Ermittler, der über seine Ermittlungen mit der Zeit nahezu alle Emotionen eingebüßt hat und sich verbissen an die Jagd nach Dr. Tenma macht. Er stellt ein wenig das Gegenstück zu Johann dar, indem er durch seinen hohen Intellekt und seine Kombinationsgabe als Meister seines Fachs gilt, einem jedoch den Eindruck vermittelt er könnte jederzeit dem Wahnsinn verfallen.

So gut Monster auch ist, völlig ohne Schwächen verläuft der Anime auch nicht. Zum einen trägt man bei der Hintergrundgeschichte und den Nebenhandlungen teilweise etwas zu dick auf und bedient sich nicht unbedingt origineller Geschichten, die schon an der Grenze zum Klischee wandeln. Auch das Finale erschien mir etwas zu übertrieben und unplausibel im Vergleich zum Rest der Handlung, auch wenn der Anime selbst passend abgeschlossen wird. Mein zweiter Hauptkritikpunkt sind die humanistischen Botschaften die man zu vermitteln versucht, oft mit etwas zu plumpen Mitteln. Da zeigen Verbrecher teilweise zu schnell Reue auf Grund von Tenmas Ansprachen und überhaupt wird er meiner Meinung nach zu offensichtlich als der gute Samariter dargestellt.

Fazit:

Ein Top-Anime, der einen nach einem langsamen Einstieg schlussendlich packt und bis zum Schluss fesselt. Der Erzählstil mit den diversen sich gegenseitig unterstützenden Nebenhandlungssträngen, Beleuchtungen der Vergangenheit einer Vielzahl von Personen und dem Verflechten all dieser zu einem funktionierenden Gesamtbild, wird hier nahezu perfekt umgesetzt und bietet eine Bühne für einen großen Cast voller interessanter Charaktere.
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Avatar: odesue#3
Wir wissen ja alle: Jede Serie braucht zu Beginn immer etwas Zeit um den Zuschauer in irgendeiner Form anzusprechen und das Interesse für den weiteren Verlauf zu wecken. Wie lange das nun tatsächlich dauert hängt nicht nur von der Serie, sondern in erster Linie vom Zuschauer selber ab, dabei ist jede vorstellbare Zeitspanne möglich. Bei manchen Leuten dauert es nur ein paar Minuten und sie bleiben dran hängen, wie ein Junkie an seiner Nadel, andere hingegen (sofern sie masochistisch veranlagt oder hoffnungslose Optimisten sind) schauen sich trotz anfänglicher Bedenken die gesamte Serie an und müssen am Ende feststellen, dass es noch endlos so weiterlaufen könnte und trotzdem würde sich nichts bei ihnen regen (Bei Hentais gelten natürlich andere Regeln). Warum ich das anspreche? Nun, im Falle von Monster hat es bei MIR mehr als 20 Episoden gedauert, bis der Anime MICH richtig gepackt hat. Da fragt man sich natürlich ob es sich letztendlich wirklich gelohnt hat? MEINE Antwort: Ja!


Es gibt Momente im Leben, in denen man eine Entscheidung trifft, welche den Verlauf der Dinge vollkommen verändert. Welche nicht nur das eigene Leben in neue Bahnen lenkt, sondern auch das von anderen Menschen.
Dr. Kenzo Tenma, ein aufstrebender Gehirnchirurg mit einer glänzenden Zukunft und der Hauptcharakter von Monster, muss so eine Entscheidung treffen. Denn er wird vor die Wahl gestellt, entweder das Leben eines kleinen Jungen mit einer Kugel im Kopf zu retten oder das des Bürgermeister, der nach einem Schlaganfall, in Tenmas Klinik eingeliefert wurde. Tenma entscheidet sich gegen den Willen des Klinikchefs, mit dessen Tochter Eva er verlobt ist, für den Junge. Mit fatalen Folgen, nicht nur für sein Leben sondern auch das von vielen anderen...

Wie schon erwähnt braucht Monster seine Zeit bis er so richtig in Fahrt kommt. Atmosphärisch sind die ersten Episoden aufjedenfall, aber so richtig Spannung will zunächst nicht aufkommen. Der Anime springt zwischen ein Dutzend Handlungssträngen und Zeitebenen hin und her, die zunächst wenig Sinn ergeben und zu mindestens bei mir im ersten Moment einen verwirrten Eindruck hinterlassen haben. Denn Monster verlangt dem Zuschauer einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit ab und wer für einen kurzen Moment nicht aufpasst dem entgehen meistens wichtige Informationen, vor allem in den ersten Folgen.
In der Anfangsphase zeigt der Anime auch ein paar "fillerartige" Episoden, die nicht wirklich zur eigentlichen Story dazugehören, aber dem Zuschauer einen tieferen Blick in die Seele und den Charakter der Protagonisten gewähren.
Als langatmig würde ich den Anime zwar nicht bezeichnen, aber zu Beginn ist der Erzählfluss doch gemächlich und das wirkt im ersten Moment ein wenig abschreckend, vor allem wenn man sich die Episodenzahl vor Augen führt.

Für mich gab es aber drei Gründe diesem Anime trotzdem eine Chance zu geben.
Erstens: Ich droppe grundsätzlich keine Serie, gehöre daher zu den erwähnten Leuten mit einer masochistischen Veranlagung, auch wenn ich diese (zum Glück) noch nicht gründlich genug ausleben durfte.
Zweitens: Ich war schon lange auf der Suche nach einem "richtigen" Thriller ohne Fantasy- und Science-Fiction-Elemente und hier hat mich der Anime auch nicht enttäuscht.
Und Drittens: Die Charaktere.
Und ich muss sagen das Monster in dieser Hinsicht, die meisten Animes sowohl quantitativ wie auch qualitativ locker in die Tasche steckt. Man könnte sagen, ein wahres Paradies für Leute, die mit Stereotypen nichts anfangen können.

Dem Zuschauer werden im Laufe der Geschichte eine fast schon gigantische Menge an verschiedenen Haupt-und Nebencharaktere präsentiert, die aber alle ihren Teil zur Story beitragen und nicht einfach nur lieblos in die Handlung geschmissen werden. Jeder Charakter besitzt einen dramatischen und tragischen Hintergrund und der Anime lässt sich auch hier viel Zeit um dem Zuschauer diese näher zubringen und allen Figuren somit genug Tiefe und Authentizität zu verleihen.
Und genau das macht deutlich, warum Monster die erwähnte Anlaufzeit bitter nötig hat. Denn nur so ist es den Machern überhaupt möglich die Grundkonstruktion dieses komplexen, vielschichtigen und spannenden Werkes aufzubauen und so auch den gewünschten Effekt beim Zuschauer zu erzielen.

Denn ist diese Hürde erst einmal genommen, zieht der Anime die Spannungskurve spürbar an. Die Story kommt richtig in Fahrt und überrascht immer wieder mit interessanten Wendungen, die den Zuschauer bei der Stange halten. Der Anime entfaltet nun seinen volle Wirkung und ich kann euch sagen, die hat es wirklich in sich.
Monster beginnt mit einem leichten Nieselregen, aus dem sich ein Sturm entwickelt, der schließlich zu einem emotionalen Orkan wird, welcher mich ohne Gnade gepackt und nicht mehr losgelassen hat.

Vor allem ab dem Zeitpunkt an dem Johan, sicherlich die interessanteste Figur in Monster, mehr Screentime bekommt, stieg die Spannung und das Interesse bei mir ins Unermessliche. Denn sobald er auf dem Bildschirm erscheint, entsteht eine morbide Atmosphäre, die mit einem Blick in sein Gesicht noch intensiviert wird. Ein Gesicht mit einem charmanten Lächeln, das eigentlich nur kühle Fassade ist. Denn dahinter versteckt sich ein dunkles Geheimnis, welches nicht nur Johan antreibt, sondern auch gleichzeitig den Zuschauer, der durch die Neugier nach Erkenntnis, immer mehr in die Story und ihre grauenhaften und schrecklichen Ereignisse hineingezogen wird.

Denn Monster ist wahrlich ein Horrortrip in menschliche Abgründe. Dabei spielt sich vieles im Kopf des Zuschauers ab, auf exzessive Gewaltdarstellung wird weitestgehend verzichtet. Durch die intelligente Inszenierung schleicht sich das Grauen durch ein Hintertürchen in das Gehirn des Zuschauers und wird durch die intensiven Schockmomente und Storytwists nachhaltig gesteigert.

Bei den Zeichnungen fällt auf, dass man sich hier meistens nur auf die Protagonisten konzentriert hat und die Hintergründe daher, trotz einiger interessanter Einfälle und den wirklichkeitsgetreuen Umgebungen, eher blass und detailarm rüberkommen.
Was jetzt im ersten Moment nach einem Negativpunkt klingt, entpuppt sich nach einiger Zeit als klugen Schachzug der Macher, die durch die reduzierte und realistische Optik die Konzentration und Aufmerksamkeit des Zuschauers vollkommen auf die Story und die Charaktere lenken.

Ähnlich verhält es sich mit der Musikuntermalung. Die ist auch sehr spärlich ausgefallen, aber setzt immer in den entscheidenden Momenten ein, um die Spannung und Dramatik zu verstärken.
Während sich das Opening als Instrumentalstück präsentiert und durch seine mysteriöse Klang- und Bildersprache gut auf die Serie einstimmt, entpuppen sich die zwei Endings als düstere und melancholische Gesangstücke, die vor allem durch ihre Textpassagen den Anime perfekt abrunden. Vor allem aber das erste Ending von David Sylvian schafft es auf unbeschreibliche Art und Weise die Stimmung des Animes einzufangen und durch die passenden Lyrics wird das ganze noch verstärkt. Sicherlich eines der Endingsongs, welches mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit:
Wem kann man Monster also empfehlen? Nun, sicher ist: Ungeduldige Menschen, die mit einem etwas bedächtigen Erzählrhythmus nicht viel anfangen können und schon bei der kleinsten Verzögerung nervöse Zuckungen bekommen, sollten die Finger von diesem Anime lassen, außer natürlich sie sind Thrillerfans. Denn für diese ist Monster eigentlich Pflicht, vor allem weil es in diese Genre nicht viele Animevertreter gibt.
Man muss sich aber auf Monster einlassen und bereit sein etwas Zeit dafür zu opfern, denn sonst verliert man sich schnell in der komplexen und verworrenen Geschichte und kann ihr nicht mehr folgen. Daher empfehle ich auch, diesen Anime in einem Rutsch anzusehen um wirklich auch alle Zusammenhänge erkennen zu können.
Das ist natürlich bei einer Anzahl von 74 Folgen leichter gesagt als getan. Doch wer ein Faible für realistische Storys und glaubwürdige Charaktere hat, sollte einen Blick riskieren. Denn zumindest eines ist sicher: Monster hat in diesen Bereichen ganz klar neue Maßstäbe gesetzt, an denen sich die nachfolgenden Animes messen lassen müssen.
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Avatar: Death-Note#4
Als ich anfing Monster zu schauen war ich mir stets bewusst das mit den 74 Folgen eine ziemliche Wucht auf mich wartet. Ich wusste auch das mich mit Monster eine spannende und komplexe Story erwartet, die seines gleichen sucht. Und soviel sei gesagt, alles was ich im Vorfeld erwartet hatte wurde vollkommen erfüllt.

Wer dieses Anime zu schauen beginnt, dem fällt als aller erstes das, ich sag mal eigenwillige, Charakterdesign auf. Es hebt sich sehr vom Anime-Einerlei ab und bietet ein bisschen Abwechslung. Anfangs fand ich die Zeichnungen einfach nur hässlich, im Laufe des Animes fängt man allerdings an sich an diese zu gewöhnen und schaut man dann noch ein bisschen weiter stören sie nicht mehr, im Gegenteil sie verleien dem Anime einen Charakter, etwas einzigartiges. Ich jedenfalls kenne bis jetzt noch keinen anderen Anime der so gezeichnet wurde. Lichteffekte sind vorhanden, wenn sie auch nur sparsam eingesetzt werden. Zu Bemängeln habe ich lediglich die manchmal etwas leblos wirkenden Hintergründe hier hat man schon was besseres gesehen auch wenn der Anime schon 2004 startete.

Die Begleitmusik ist immer angenehm und abwechslungsreich, passend zur entsprechenden Stimmung die der Anime versucht auszudrücken. Das Opening ist leider nicht so mein Fall, der Song ist völlig passend zum Anime, gefällt mir aber nicht. Die Bilder, die im Opening verwendet werden sind stimmig. Im Verlauf des Animes wird man merken das sie eine tiefere Bedeutung haben und wesentliche Teile der Story zeigen, wie man sich aber erst später bewusst wird, was die Szenen bedeuten. Das Ending hingegen übertrumpft meiner Meinung nach das Opening bei weitem. Beide Endings passen zu Monster und die Zeichnungen hierzu sind genial :)

Eine so geniale und durchdachte Story findet man selten, das hab ich ja schon oben geschrieben, wie ich finde kann Monster in dieser Beziehung am Meisten punkten. Die Story ist der von Death Note absolut ebenbürtig, wenn nicht sogar einen ganz kleinen Tick besser. Nun gut, sagen wir sie sind gleich spannend. Denn Spannung kommt bei Monster immer auf in so gut wie jeder Folge. Es werden viele Geheimnisse gestreut und deren Antworten nur sehr schleichend dem Zuschauer mitgeteilt werden. Wer sich diese Geschichte ausgedacht hat? Da kann man nur noch auf die Knie fallen und danke sagen. Denn der Anime beeinhaltet mehr als nur die Geschichte eines Monsters, Suche nach der Vergangenheit, Selbstfindung und Moral werden dem Zuschauer präsentiert. Man ist zwischendurch so beeindruckt das einem die Worte fehlen, wie die Geschichte seinen lauf nimmt, welche Wendungen auftreten. Mit jedem Schritt der der Lösung des Rätsels näher kommt steigt die Faszination die von Monster ausgeht und am Ende ist man einfach nur sprachlos ...

Eine Vielzahl von Charakteren wird dem Zuschauer angeboten, einige bleiben nur ein paar Folgen lang, die anderen tragen maßgeblich zur Story bei und haben wichtige Rollen. Unwichtige (Haupt)Charaktere gibt es in Monster ohnehin nicht, weil jeder seinen Platz hat und dazu beiträgt das das Gesamtbild von Monster das eines Meisterwerks wird. Die große Anzahl an Episoden bietet jedem Charakter das Potenzial sich zu entfalten, und das mit einer Tiefe, die man woanders vergeblich sucht. Die Charaktere die am meisten herausstechen sind natürlich Johann und Tenma, neben ihnen möchte ich auch noch Lunge und Grimmer positiv hervorheben, da sie für mich eine wichtige Rolle gespielt haben und darin absolut überzeugen konnten.

Atmosphärisch gesehen ist Monster ganz weit oben anzusiedeln. Jeder sollte sich davon selbst überzeugen und am eigenen Leib erfahren wie er in den Bann gezogen wird und nicht mehr aufhören kann es zu sehen. Ein Muss für jeden der sich Anime-Fan schimpft. Für mich ganz klar zurecht unter den besten 10. Man sollte sich von der hohen Anzahl der Folgen nicht abschrecken lassen, aber auch nicht zu lange brauchen um es durchzusehen, da man leicht viele der versteckten Hinweise vergessen oder übersehen kann. Am Besten alles so schnell wie möglich ansehen und man wird einfach nur begeistert sein.
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Avatar: Lpark
V.I.P.
#5
Eigentlich ist ein Kommentar von meiner Seite hier gänzlich überflüssig. Aber nachdem ich nun seit über einem Jahr mal wieder eine Serie gefunden habe, die ich ohne schlechtes Gewissen mit Meisterwerk bewerten kann, muss ich doch gegen jeden gesunden Menschenverstand auch hier meinen Senf dazugeben. Es ist ja nicht mal nur so, dass es seit dieser Zeit endlich mal wieder 4,5 Sterne geworden sind, sondern ich komme hier einfach nicht drum herum, die Höchstwertung aus der Tasche zu ziehen. Das ist vor allem in Anbetracht dessen, dass all meine vorherigen Meisterwerks-Bewertungen aus einer Zeit stammen, in der ich mich als Anfänger noch leichter begeistern ließ, schon ein starkes Stück. Man merkt es jetzt schon: Ich schreibe hier keinen Kommentar, der versucht informativ zu sein. Ich muss einfach nur mal meine Begeisterung öffentlich zum Ausdruck bringen. Wer sich informieren will, soll sich andere Kommentare durchlesen. Spoiler-frei bleibe ich natürlich wie immer trotzdem.

Monster ist ein derart massiver, tiefgründiger, mit Botschaften und interessanten Gedanken gefüllter Anime, dass er einen mit seinem Reichtum geradezu erdrückt. Ich gebe es ja ganz offen und ehrlich zu: Ich brauche es wirklich nicht immer, dass ein Anime anspruchsvoll ist. Wer sich meine Favoriten ansieht, dem wird auffallen, dass sich da mitunter auch augenscheinlich niveaulose Werke tummeln. Es kam nun schon ein paar mal vor, dass ich mir Animes mit etwas mehr Anspruch angeschaut habe und ich auch das Gefühl hatte, die Intentionen und Hintergründe zu verstehen. Nur so vollends begeistern konnten sie mich oft nicht, weil der Tiefgang in zähen Geflechten daherkam, die komplett davon abkamen, eine spannende Geschichte zu erzählen. Und genau hier schlägt "Monster" zu und schafft den schwierigsten Drahtseilakt. Im Minutentakt behandelt Monster ethische und philosophische Fragen und legte mir Gedankenexperimente offen, die mich wohl den Rest meines Lebens noch verfolgen werden, aber vor allem tat es auch eins: Es erzählt eine Geschichte, die sowas von echt und lebendig wirkt, dass man sich für 74 Episoden in ihrer Welt befindet, ganz so, als sei man selbst hautnah dabei. Wieder und wieder zaubert "Monster" neue Charaktere aus dem Hut, die so real handeln, dass man meinen könnte, sie seien einem schon mal begegnet und bringt sie alle in dieser grandiosen Geschichte unter. Ständig wechselt "Monster" in Ort oder Zeit. Ständig verfolgt man die Handlung anderer Charaktere, aber nicht ein einziges mal wirkt es unpassend und nicht einmal sackt der Anime in irgendeiner Ecke seiner Geschichte, in irgendeinem kleinsten Detail, in die Belanglosigkeit ab. Bei "Monster" will ich keine einzige Minute der langen 74 Folgen missen, denn jede, wirklich jede, macht den Anime nur noch reicher.

In "Monster" ist nicht nur ein Charakter ein "Monster". Der Anime hat so viele monströs gute Charaktere, dass man damit locker 10 Animes füllen könnte, die dann alle sehr gut bedient wären. Zum Teil braucht es 30 Sekunden und schon fühlt man mit einem neuen Charakter mit, als würde einen seine Geschichte persönlich betreffen. Wohin führt das dann nur, wenn man die Charaktere sogar stundenlang verfolgen darf? Nun, dass resultiert dann darin, dass man diese so tiefgehend und umfassend kennenlernt, dass man zu ihnen eine Beziehung aufbaut, wie man es womöglich noch nie in einem Anime erlebt hat. Man kann sehr viel Zeit damit verbringen, die verschiedensten Denkweisen der Charaktere nachzuvollziehen, darüber nachzudenken, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind oder inwiefern sich ihre Züge in Menschen aus dem eigenen Umfeld wiederfinden. Bei mir ging es mitunter soweit, dass ich während gerade beim Schauen einige Charaktere länger nicht mehr vorkamen überlegte, was eben diese wohl gerade zeitgleich machten, bevor ich mich wieder darauf besinnen musste: Ja, genau... es ist ja nur ein Anime.

Selbstverständlich sind die Charaktere aber nicht das einzige Qualitätsmerkmal von "Monster". Die Geschichte, in die sie nämlich mit eingewoben sind, ist wie ein riesiges Puzzle, dass Stück für Stück zusammengesetzt wird. Klar: Hört man öfter, diesen Vergleich. Aber nachdem ich nun Monster gesehen habe, kommt mir so manch anderer Anime wie ein Puzzle für Kinder mit 30 Teilen vor, während "Monster" nur als ein massives, riesiges Bild, zusammengesetzt aus 3000 Teilen, bezeichnet werden kann. Andere Animes, die vielleicht auch ganz ordentliche Geschichten erzählen, sind meistens eher 12 oder 24 Folgen lang und beschäftigen sich in dieser Zeit, wenn man es mal ehrlich betrachtet wohl noch zu 80% mit mehr oder minder belanglosen Dingen. Die Dichte an relevanten Informationen zum umfassenden Verständnis von "Monster" bewegt sich in einem komplett anderen Bereich. Wie eingangs erwähnt, möchte man wirklich kaum eine Minute dieses Animes missen - und das bei 74 Episoden. Es wird so dermaßen viel mit Handlungssträngen jongliert, hin und her gesprungen und wieder und wieder das nächste Fass aufgemacht, dass es eigentlich nur noch schiefgehen kann - aber es funktioniert einfach nur grandios. Eine Geschichte die dermaßen reich an Twists, Enthüllungen und epischen Momenten ist, findet man nicht alle Tage. Wie oft hatte ich bei Monster Gänsehaut? Naja, wenn ich es bei über 50 mal ansetze, greife ich damit schon sehr tief. Vor allem gegen Ende kommt nochmal sowas von Fahrt rein, dass mir jetzt noch ein Schauer dabei über den Rücken läuft, wenn ich nur daran denke. Dieser Anime hat sich nun tatsächlich so fest in mein Gehirn gebrannt, dass ich jetzt schon weiß, dass ich noch wochenlang über dieses und jenes nachdenken werde.

Wem empfehle ich wohl Monster? Natürlich jedem! Aber: Man muss bereit sein, sich lange und vollkommen auf etwas einzulassen. Wer hier ungeduldig und hibbelig herangeht, der kann nur verlieren. Man braucht Zeit und vor allem Nerven. Ich persönlich (und das mögen andere von mir aus anders sehen) könnte mir nicht mal im Ansatz vorstellen, diesen Anime über mehrere Monate verteilt zu schauen. In weiser Voraussicht habe ich mir eine Ferienwoche für Monster eingeplant um mit vollkommen freiem Kopf und ohne große Ablenkungen heranzugehen. Für mich hat sich das als sehr kluge Entscheidung herausgestellt, denn so habe ich nun das Gefühl, die komplette Emotionalität und den kompletten Umfang mit allen Zusammenhängen ideal aufgesaugt zu haben, auch wenn es so viel Stoff ist, dass viele Details natürlich schnell wieder bröckeln werden. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dankbar dafür bin, so etwas Geniales erlebt haben zu dürfen und dieses erste Meisterwerk abseits der überschäumenden "Anime-Anfänger-Emotionen", die ich bei meinen gut 30 ersten Animes verspürt habe, entdeckt zu haben. Das motiviert tatsächlich sehr dazu, noch lange Anime-Fan zu bleiben und weiter nach den ganz persönlichen Juwelen in diesem Genre zu graben.
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    Veröffentlicht: 07.04.2004 ‑ 28.09.2005
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