Einer der größeren feuchten Träume der männlichen Menschheitsgeschichte liegt ja in der Frage "was würde ich machen, wenn ich einen weiblichen Körper hätte?" Diese Frage wird hier, völlig überraschungsfrei, beantwortet mit "mich die ganze Zeit befummeln". Nun stellt man die Frage zusätzlich auch noch andersherum, und was dabei herauskommt, ist dieser Hentai. Auch das eine Form von Geschlechtergerechtigkeit.
Für dieses ansatzweise Vorhaben einer Prämisse braucht es natürlich einen ordentlichen Plot. Den gibt es hier nicht. Oder ich habe keinen bemerkt, egal: Anime ist ja zu großen Teilen das Erstaufnahmelager von Fantasy. Da nimmt man also einige immer wieder gern gesehene Zutaten, schmeißt sie in den großen Topf und rührt kräftig um. Zutaten wie "Spiegel" mit all seinem Implikationen, die seit Märchenjahrhunderten dazugehören, "mysteriöses Artefakt" und die damit einhergehende hermetische Isolierung. Solche Oberschulsettings tragen sich ja gewissermaßen selbst, Erwachsene sind grundsätzlich abwesend, und auch das Lehrgebäude steht quasi außerhalb der Gesellschaft, fernab von jeder Zivilisation.
Was macht man also in solch einer prekären Situation? Völlig klar: Ficken bis die Fetzen fliegen. Lange Zeit dient das Thema Körpertausch bloß als willkommene Einladung zu stimulierender Exploration. Unterfüttert mit massig inneren Monologen, weil die Leute in einem fremden Körper stecken (hi, hi) und sich fortwährend für das entschuldigen, was sie diesem Körper einer heimlich wie heiß geliebten Person so alles antun. Warum? Wir sind in Japan, richtig erkannt.
Alsbald geht man daran, sich gegenseitig zu beficken. Weil bzw. obwohl nie so ganz klar ist, zumindest dem Zuschauer nicht so ganz klar, wer jetzt in Wirklichkeit gerade wen auf der Matte hat. Nur die Personen selber scheinen hier auf geheime Weise besser den Überblick zu haben, liegt wohl an der Macht der Liebe oder so. Überhaupt: Wer bei dieser Körpertauschgeschichte zu welchem Zeitpunkt wer ist, dafür sollte der Anime ein faltbares Informationsblatt mit einfachen Pfeildiagrammen bereithalten, so ähnlich wie man das bei den Romanen von Dostojewski ja auch macht.
Irgendwann ist der ganze mysteriöse Zauber verflogen, keiner weiß so recht, warum, am allerwenigsten der Zuschauer. Doch der hat eh ganz andere Interessen. Und die werden hier vorbildlich bedient. Als erstes darf man zufrieden konstatieren, daß die Jungs und Mädels aus diesen Heftchen, die gern mal in die Schule mitgenommen werden und die die moralisch unbestechliche und bebrillte Klassensprecherin ständig konfisziert, ziemlich viel gelernt haben. Sehr löblich ist das:
sed vitae discimus.
Generell kann man sagen, daß man hier einer für Hentai-Verhältnisse sehr realistischen Darstellung des Körperlichen beiwohnen kann, man kann sich jederzeit in die Charaktere hineinversetzen, auch wenn diese einen endlosen Schwall an Dialogen absondern. Muss man in anderen Hentai (oder auch nur bei RomCom) sich ständig das Gerede anhören, wie warm und weich die Brüste des Mädchens sind – hier kann man es direkt und unmittelbar sehen und nachfühlen. Denn gerade die Tittenphysik orientiert sich doch stark an der Natur und lässt in dieser Hinsicht keine Wünsche offen. Das impliziert außerdem auch, daß es hier keine Monstermöpse gibt, die jeder Landwirtschaftsschau Konkurrenz machen würden. Hier ist das Animationsstudio durchaus am Puls der Zeit, was generell für das gesamte Artwork gilt.
Was mich als Freund des Guten, Schönen, Wahren besonders beeindruckt hat, ist die Wahl der Filmmusik, die das ganze Repertoire des späten Fin de Siècle zitiert, knapp jenseits der Grenze der Tonalität und an der Schwelle des Expressionismus. Ähnlich wabernd und pulsierend wie die heißen Körper, die da aneinander reiben. Löst sich der mysteriöse, lastende Himmel über den Protagonisten aber auf, gewinnt auch die Musik ihre tonale Mitte wieder zurück und ergeht sich in seligem Wohlgefallen.
Dieser Himmel in Aufruhr gemahnt auch etwas an ein dystopisches Untergangsszenario, wie es solche Schulsettings gerne mit sich bringen, und da stellt sich, ähnlich wie in »
Araburu Kisetsu no Otome-domo yo«, die Sinnfrage "Was wollt ihr unbedingt tun, bevor ihr sterbt?" Die adäquate Antwort ist, hier wie dort: "Sex!"
Fazit:
Für einen Hentai außergewöhnlich genug, erzählt er in nur zwei Folgen eine abgeschlossene Geschichte. Die wirklich schönen Animationen erfreuen Herz und Hypothalamus, können aber die Schwächen nicht kompensieren. Diese betreffen hauptsächlich die inexistente Story, das allgemeine Durcheinander und damit auch die Austauschbarkeit der Charaktere. Im Grunde liefert das Setting nur den Vorwand, es mit jedem zu treiben. Vorwiegend mit sich selbst. Dennoch: so eine Woche Körpertausch sollte eigentlich Pflicht sein an jeder Schule.
Beitrag wurde zuletzt am 11.11.2025 23:49 geändert.
Kommentare
Alles in allem war es nicht "soo" schlecht, doch man hätte die einzelnen "Scenen" noch mehr abwechslungsreich gestallten könne oder die Soundeffekte aufpeppen
PS: die mit abstand, für nen hentai oder überhaubt anime geilsten zungenküsse überhaubt ^^ ... und oh man die girls sind ja wirklich so superheiss da kriegt man ja schon vom zugucken verbrennungen