
Unverbrauchtes Setting, tolle Heldin und spannender Verlauf. Geht es rein nach mir bietet Kokkoku all das. Gerade Letzteres wird hier aber zugegebenermaßen doch von Einigen bestritten. Trotz Kampfes einer Familie gegen eine feindliche Fraktion, ist die Serie nicht gerade als Adrenalinrausch zu charakterisieren. Eine kleine Gruppe von Menschen hat innerhalb einer ganzen Stadt eben viele Möglichkeiten Konfrontationen einfach aus dem Weg zu gehen. Deshalb entwickelt sich statt großer Konfrontationen auch mehr ein mit strategischen Operationen ausgetragener Konflikt, in dem allen Beteiligten bewusst ist, dass sie besonders eines haben: Zeit. Dass Langeweile trotzdem vermieden wird liegt dann daran, dass sich die Geschichte trotz allem beständig weiterentwickelt und auch regelmäßig mit Überraschungen und Cliffhangern aufwartet. Erwartungen werden immer wieder mal durchkreuzt, wobei man manchen nicht gewählten Entwicklungen durchaus auch ein wenig nachtrauert. Es wäre inhaltlich zweifellos mehr möglich gewesen, vor allem hinsichtlich der Hintergründe der Widersacher. Im Gegenzug punktet man aber durch einen allgemein ziemlich nüchternen Stil, der – abgesehen vom Ending – auch auf Dinge wie Fanservice verzichtet. Juri als Heldin der Geschichte ist für mich mit ihrer konsequenten Art ebenfalls schon Anwärterin auf den Titel der Hauptfigur des Jahres. Alles in allem macht Kokkoku zwar nicht alles richtig, bietet aber ein interessantes Setting, aus dem man auch viel herausholt. Auch das Ende lässt einen trotz Schönheitsfehlers befriedigt zurück und allgemein kann man eines mit Sicherheit sagen: Die Serie ist keine völlige Standardware.

