I want to eat your pancreas (Anime) ➜ Forum ➜ RezensionenKimi no Suizou o Tabetai / 君の膵臓をたべたい

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  • TypFilm
  • Episoden1 (~)
  • Veröffentlicht01. Sep 2018
  • HauptgenresDrama
  • HerkunftJapan
  • Adaptiert vonLight Novel
  • ZielgruppeMännlich, Weiblich

Anime Rezensionen

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „I want to eat your pancreas“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: CybernetikFrozone#2
Bluray Review von I want to eat your pancreas

Die Insulin und Glukagon produzierende Bauchspeicheldrüse in Fachkreisen auch Pankreas genannt, hat jetzt endlich ihren eigenen Animations-Film... ja die Drüse von Yoru Sumino´s Manga bzw. Light Novel war anscheinend erfolgreich genug, das man entschied eine Anime-Adaption bei Studio VOLN (Karakuri Circus)anzufertigen. Unter der Führung von Shin'ichirou Ushijima entstanden Regie und Drehbuch. Im Rahmen der 2019er Akiba Pass Festival Reihe von Peppermint Anime lizenziert, veröffentlichte man I Want to Eat Your Pancreas aufgrund des Erfolges im September, nun auf Bluray.

Darum geht es in „I want to eat your pancreas “:
Die Schülerin Sakura Yamauchi leidet unter einer tödlichen Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, hält diese Information aber vor ihrer Umwelt geheim. Als einer ihrer Klassenkameraden jedoch eines Tages zufällig über ihr Tagebuch stolpert, gerät der Alltag der beiden Teenager gehörig durcheinander. Sakura bittet den Jungen, in ihren letzten Monaten gemeinsam noch einige Dinge zu erleben, die sie sich sehnlichst wünscht, dabei aber weiterhin ihr Geheimnis vor dem Rest der Welt zu verbergen. Für den Jungen beginnt damit eine aufregende, aber auch schwere Zeit voller emotionaler Höhen und Tiefen…

Verpackung & Extras:
Digipackmäßig kommt der Film etwas anders daher wie Bunny Girl, während das Mädchen im Hasenkostüm mit etwas angerautem Schuber erscheint, haben wir hier gefühlt eine schlechtere Verpackung, die nicht so wertig an Steins;Gate oder Your lie in April anknüpfen kann, ob Peppermint zurzeit Experimente wagt, weiß ich nicht aber für die Zukunft, wäre so eine Glanzoptik nicht schlecht. Die Cover sind ganz im Themenbereich Kirschblüte und zeigen uns die Hauptfiguren. Wie für Peppermint zurzeit üblich existiert noch eine auf 2000Stück limitierte Sammlerausgabe des Filmes die mit Soundtrack,60Seiten Booklet und einem Hardcoveschuber ausgestattet ist.
  • Beschreibung 1
    Vorderseite
  • Beschreibung 2
    Digipack Rückseite, Scheibe
Bild:
Etwas Banding schimmert durch. Optisch gute Hintergründe, hat etwas von Your Name, hervorheben möchte ich eine Szene, in der ein Feuerwerk vorkommt, das Bildmäßig gedreht wird, was recht gut aussieht. das Figurendesign stört aber etwas.
  • Beschreibung 1
    Gespräch mit der Mutter
  • Beschreibung 2
    Haruki und Sakura,gemeinsame Zeit
  • Beschreibung 3
    Himmel


Trailer Deutsch
Zurück zu Bunny Girl Senpai, denn die Synchronisation kommt ebenfalls vom opus-live Studio in München, Dialogregie wieder Katharina von Daake, das Buch steuert diesmal Kathrin Stoll bei. bis auf eine stelle in der Synchronisation, ist die Fassung okay, diese Stelle, hört sich aber auch im japanischen gekünstelt an und hätte da schon normaler herübergebracht werden müssen. Sie ist jetzt nicht der Überflieger, wie die Oxygen Sound Studios Werke aber es ist weit über Metz-Neun Niveau. Cool finde ich auch Anke Kortemeier als Kyoko. Was mich eher nervt, wir haben immer wieder Suffixe drinnen und aus dieser Zeit sollten wir uns doch endlich mal verabschieden.

Interpreten und Musik

Fanfare von sumika zum einstieg,Haru Natsu Aki Fuyu zum Ende und dazwischen drei Insert Lieder, die erstaunlich gut funktionieren, auch hier sind durchaus Ähnlichkeiten zu Your Name gegeben. der Soundtrack passend zum Film ruhig, mit Violine und Klavier, manchmal lustig, manchmal nachdenklich.

Synchronsprecher:

Technische Daten:

Veröffentlichung: 16.09.2019
FSK: Ab 0 Jahre
Laufzeit: 108 Minuten
Bildformat: 16:9 -1080p
Sprache/Tonformat: DTS.HD MA 5.1, Japanisch PCM 5.1
Untertitel: Deutsch (weiß)
Extras:
Limited Edition auf 2000Stück.
Soundtrack,Booklet und Hardcoverschuber.
Verpackung: Digipack

Fazit:
der Film konnte mich jetzt nicht so begeistern, definitiv schöne Bilder, ganz toll hat mir, die Stelle vor den Abspann gefallen und da würde ich mir mehr Zeit oder eine Serie wünschen um diese Zeit nach dem Tod mehr auszubauen, allgemein denke ich, aber das die Geschichte als Nebenhandlung in einer Serie besser funktioniert hätte. Trotzdem schöne Bilder und ein ruhiger Soundtrack. Kaufen kannst du ihn hier.

Herzlichen Dank an Peppermint Anime für das kostenlose Zurverfügungstellen des Filmes.

Testgeräte:
Bildschirm: LG E2350VR-SN (23 Zoll)
Blu-ray Player: Panasonic DMP-BDT165

Bilder:
Fotos des Produkts und der Szenen aus Eigenproduktion
Screenshots: ©Yoru Sumino/Futabasha Publishers Ltd 2015 ©Your Pancreas Anime Film Partners

Quellen:
Videomaterial:
Peppermint Anime YouTube-Kanal
Beitrag wurde zuletzt am 28.10.2019 um 11:28 geändert.
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Avatar: Kenji-SR#3
Ohne viel Umwege, möchte ich einfach nur mal sagen, dass Kimi no Suizou o Tabetai ein sehr schöner Anime ist. Hervorragend Animiert und gespielt (synchronisiert).

Man konnte sich wirklich in den Anime hinein versetzen, zurücklehnen und Zeuge sein eines Lebensabschnitts zweier Teenager, die es so wirklich im Leben hätte geben können. Auch wenn mir Sakura ein wenig zu weise für ihr Alter erschien und Haruki ein wenig zu weltfremd. Speziell die ersten 15-20 Minuten fand ich ihn extrem unsympathisch. Danach besserte sich so einiges bei ihm. Beides kann man vergeben, da man beides begründen kann. Wenn jemand bereits seit Ewigkeiten weiss, dass sein Todesurteil schon längst unterschrieben und jederzeit vollstreckt werden kann, hat man vielleicht eine andere Sichtweise auf das Leben und wirkt vielleicht wirklich etwas weiser für das Alter. Und Haruki ist nun mal ein Storyelement, dass wir zu genüge von anderen Animes kennen. Wie gesagt, aufgrund der sehr guten Inszenierung kann man aber wirklich darüber hinweg schauen.

Es gibt hier nicht wirklich viel was passiert. Nur sehr viele Augenblicke zwischen diesen beiden Charakteren die zwischendurch von belanglosen Nebencharakteren unterbrochen werden. Und mit unterbrochen meine ich abgewechselt, um den Erzählfluss am laufen zu halten. Was teilweise auch gut funktioniert und zur Story beigetragen hat.

Und das ist auch schon alles, was man hier erwarten kann. Eine gute (Alltags)Story, die ein wenig über das Leben sinnieren lässt, gute Animationen, hervorragende (japanische) Synchronsprecher.

Zu den fünf Sternen hat es für mich aber nicht gereicht. Da 50% des Casts (Haruki) zu Anfang doch nicht das Niveau des Animes halten kann, wie gesagt wird das zwar später etwas besser, aber auch gegen Ende fällt er doch ein wenig zurück. Vielleicht liegt es auch daran weil Sakura einfach eine extrem starke Persönlichkeit ist, dass er daneben so abloost, unterm Strich fand ich es aber zuwenig. Zusätzlich hat mir das Ende, zumindest das Element dass der Anime genommen hat um sich abzuschliessen, seeehr unglücklich gewählt. Man hätte das Ding erwartungsgemäß durchziehen müssen. Ich hätte nämlich gerne gesehen, wie Haruki in einer anderen Situation gehandelt oder beigestanden hätte. So war das mehr ein Cheap-out im Storytelling.

Dennoch ein sehr guter Anime. Leute die nah am Ufer gebaut sind, werden hier mehr als nur eine Packung Taschentücher verbrauchen.
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Avatar: TheWeirdOne#4
  • Handlung
  • Animation
  • Charaktere
  • Musik
  • Anspruch
Es war der 22.03.2013, als eine Freundin von mir an Lymphdrüsenkrebs verstab. Es war eine harte Zeit für sie, für mich, sowie für ihre Freunde und Angehörige. Ich erinnere mich an die Ohnmacht und die Machtlosigkeit, als ich auf der Palliativstation ihre Hand gehalten habe. Ich erinnere mich an meine Gedanken und an den Schmerz und an die vielen Tränen, die ich ihretwegen vergossen habe. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das Schlimmste daran jemanden zu verlieren, der einem nahe steht, ist nicht das Wissen oder die Angst, dass er sterben wird, oder dass der Verlust ein tiefes Loch im eigenen Herzen hinterlassen wird. Das Schlimmste ist mit anzusehen, wie diese Person langsam dem Griff entschwindet, mit dem man sich so sehr an ihr festzuklammern versucht, während sie noch am Leben ist. Das Gefühl einem Menschen in die Augen zu sehen, dessen Geist sich bereits zur Hälfte auf der anderen Seite befindet, ist nicht in Worte zu fassen. Der Schmerz an dieser Person festzuhalten, die bereits Vorkehrungen trifft, was nach ihrem Tod geschehen soll, ist einfach nicht zu beschreiben.
Dieser Schmerz macht einen Menschen taub und blind zugleich. Man ergreift ihn und umarmt ihn, weil man nur in der Nähe dieser Person sein möchte. Man möchte ihr helfen, ihr zur Seite stehen in diesen finsteren Tagen und erkennt dabei nicht, wie sehr man dieser Person damit eigentlich weh tut. Man wird taub für andere Gefühle als die eigenen. Man wird blind für die Augen anderer Menschen. Niemand stellt sich in einem solchen Moment die Frage, wie sich die dem Tode geweihte Person eigentlich fühlt, wenn sie jeden Tag, in jedem Gesicht, in jedem Paar Augen nur den Schmerz sieht, den die Krankheit in ihnen auslöst. Wenn Freunde und Familie einen behandeln wie ein rohes Ei, weil sie nicht mehr den Menschen sehen, der lebt, sondern nur noch den, der bald sterben wird. Und ich bereue bis heute, dass ich erst zu dieser Erkenntnis gelangt bin, als es bereits zu spät war.

Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich aufgrund meiner eigenen Vorgeschichte in diesem Fall eine objektive Bewertung oder Meinung abgeben kann. Darum werde ich es auch gar nicht erst versuchen. Da mich dieser Film viel zu sehr an meine eigene Geschichte erinnert, möchte ich diese Erfahrung nutzen um zu erklären, wie akurat dieser Film das Thema Leben mit dem Tod behandelt.

Zunächst einmal möchte ich die Autoren dafür loben, wie sie mit dem ganzen Thema umgehen. Auch wenn die Charaktere in euren Augen ein wenig unverständlich reden und agieren mögen, trifft deren Verhalten jedoch zu 100% zu. Es ist wahr, dass man selbst, der von einer solch tödlichen Krankheit betroffen ist, diese am wenigsten schmerzhaft empfindet. Es ist auch wahr, dass man sich die meisten Sorgen um die Menschen macht, die einem wichtig sind, statt um sich selbst, da das ohnehin keinen Sinn hätte. Man selbst wird nicht mehr lange leben, die anderen aber schon. Ebenso wahr ist der unerträgliche Schmerz der Eingeweihten und der Schmerz des Betroffenen in deren traurige Augen zu blicken. Die einzige Möglichkeit diesem Schmerz zu entgehen ist, ihnen nichts von ihrer Krankheit zu erzählen, was zwangsläufig zu Einsamkeit führt. Es ist auch völlig normal sich verraten zu fühlen, wenn man erst hinterher davon erfährt, vor allem wenn es sich um eine sehr nahestehende Person wie die beste Freundin oder den besten Freund handelt. Die Trauer, die man erfährt ist etwas egoistisches, weil man darum weint, dass einem ein wichtiger Mensch entrissen wurde ohne dabei an die verstorbene Person selbst zu denken. Und die Erkenntnis darüber zu erlangen lässt einen nur noch zusätzliche Schuld fühlen. Daber solle sich jeder von uns aber klar machen, dass wir auch alle nur Menschen sind. Uns allen geht es so und das ist nichts wofür man sich schämen sollte. Genauso wenig sollte man sich dafür schämen diese Art von Schmerz nicht zu fühlen, weil man sich nicht auf das konzentriert, was man verloren hat, sondern auf die gemeinsamen Tage, die einem geschenkt wurden.

Handlung
Und genau dieses Thema behandelt dieser Film. Er legt seinen Fokus nicht nur auf den bevorstehenden Tod, sondern erklärt dem Zuschauer gleichzeitig, welchen Wert und welche Bedeutung das Leben eigentlich hat. Er stellt dabei eine Brücke für all diejenigen dar, die selbst einen geliebten Menschen verloren haben und versucht ihnen einen Weg aus der Finsternis zu zeigen. Es gelingt ihm dabei auf verschiedene Aspekte des Lebens einzugehen und dem Zuschauer begreiflich zu machen, was dieses kleine Wort eigentlich bedeutet und wodurch es seinen Wert gewinnt. Der Anime ist eine wunderschön anzusehende Reise von der Dunkelheit ins Licht und schenkt dort neue Hoffnung, wo viele glauben, das Ende des Weges bereits erreicht zu haben.

Charaktere
Warum ihm das so gut gelingt sind die beiden Hauptcharaktere. Sakura ist ein sog. Manic Pixie Dream Girl, das vor Lebensfreude strotzt. Aufgrund der Tatsache, dass sie ihren eigenen Tod vor Augen hat, ist eine tiefe Verbundenheit mit dem Leben auch durchaus nachzuvollziehen. Haruki stellt mit seinem emotionslosen Charakter hingegen das Pandant zu ihr dar. So ein Manic Pixie Dream Girl wird meist in Verbindung mit einem gebrochenen oder gefühlskalten Charakter verwendet, weil ihre Lebensfreude das Feuer in dem Charakter entfacht und sein Herz langsam auftauen lässt, was hier zu einer herzerwärmenden Charakterentwicklung führt.

Animation und Musik
Leider sind die Animationen eher auf Serien-Level und nicht auf dem eines Filmes. So bewegen sich meist nur die Münder gefolgt von diversen Standbildern. Auch wenn das Artdesign schön azusehen ist und die ruhige, poppige und mit klassischen Elementen angehauchte Musik zum Film passt. Einerseits stört das nicht weiter, da der Anime kaum Szenen beinhaltet, die eine aufwendige Animation benötigen. Andererseits kann man in einem solchen Fall vielleicht auch erwarten, dass dafür an anderen Stellen etwas mehr Aufwand betrieben wird. In diesem Fall hat das Budget bei diesem Film wohl doch nicht ganz gereicht.
Ehrich gesagt stört mich viel mehr, dass der Film ein Anime ist. Ich habe das bereits bei Your Name schon angeprangert, dass die Kosten für einen Anime in keinem Verhältnis zu einem Live-Action-Film mit echten Schauspielern ist. Diese sind um ein vielfaches höher, weshalb sich ein Anime eig. nur dann lohnt, wenn auch viele Animationen gezeigt werden, die in einem Live-Action-Film so nicht und nur schwer umsetzbar sind. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht und fließt wie auch schon bei Your Name nicht in meine Wertung mit ein.

Fazit
Der Film stellt trotz z.T. schlechter Animation eine glanzvolle und elegante Gradwanderung zwischen Leben und Tod dar und erklärt dabei, wie nahe beide beieinander liegen und beieinander liegen müssen, damit sie jeweils einen wirklichen Wert haben. Er stellt dabei heraus, dass der Tod zum Leben dazu gehört und sich das Leben selbst nach dem Tod einer geliebten Person noch zu leben lohnt. Alleine wegen der behandelnden Thematik, welche Bedeutung Leben und Tod eigentlich haben, sowie deren brillianter Umsetzung, würde ich diesen Film jedem weiterempfehlen.

Schlusswort
Ich möchte mich an dieser Stelle noch persönlich bei den Autoren bedanken, dass sie mich an die schöne Zeit, die ich mit geliebten Menschen verbringen durfte, zurückerinnert hat, sowie den Menschen mit denen ich diese gemeinsame Zeit verbringen durfte und denen mit denen ich hoffentlich noch viel Zeit verbringen darf. Ruhet in Frieden in unseren Erinnerungen bis zu dem Tag, an dem wir uns alle wieder sehen.
Beitrag wurde zuletzt am 25.11.2019 um 16:52 geändert.
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Avatar: Neet-X#5
Eine kleine, ungerechte Rezension!

Ich fahre in letzter Zeit regelmäßig mit der Deutschen Bahn -- zweimal die Woche, immer jeweils eine Stunde. Zuvor fuhr ich, da ich eigentlich ein geselliger Mensch bin, dachte ich zumindest, immer via Mitfahrgelegenheit, was auch immer unterhaltend und angenehm gewesen ist. Bei meiner ersten Bahnfahrt aber hatte ich eine Erleuchtung: "Digga, du bist ja doch nicht unbedingt so ein geselliger Typ, wie du dachtest..."; welch ein Genuss! Eine Stunde fahren und nur mit mir selbst, nur mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt sein. Seitdem fahre ich nur noch mit der Bahn, lese währenddessen ein Buch oder kucke eine Serie u.ä.
So bin ich dann letztens vor ein Paar Wochen meine Anime-Liste durchgegangen nach Lesezeichen, um Nachschub für meine Bahnfahrten zu finden. Natürlich fand ich diesen Titel, Kimi no Suizou o Tabeta, der top bewertet war, weswegen ich ihn wahrscheinlich gelesezeichnet hatte. "O, das Orginalwerk ist ja ein Roman; an sich könnte ich diesen während meiner Bahnfahrten lesen, bevor ich dann den Anime schaue..." -- das tat ich dann auch, nachdem ich eine passende englische Übersetzung gefunden hatte.

Das oben war nun eine augeuferte Exkursion als Einleitung für die Rezension, aber als reflexiver Moment für die Genese meiner Bewertung des Anime nicht uninteressant. Denn ich bewerte den Anime vor dem Hintergrund, dass ich den Roman im Vorhinein gelesen habe (im Gegensatz zu den meisten wahrscheinlich, die hier den Anime bewertet haben) und deswegen auch der plakative Self-Diss im Titel "Eine kleine, ungerechte Rezension."

Ich sitze in der Bahn also und lese aus der Sicht eines Protagonisten, der die Erfahrung von der konstruierten Fiktion über die Erfahrung der Wirklichkeit stellt -- die Gedanken der wirklichen Menschen kann er nur vermuten und sich vorstellen, aber nicht kontrollieren; die Gedanken der Menschen in den Romanen aber stehen schwarz auf weiß geschrieben, können nachvollzogen und unmittelbar erfahren werden. Das konstruktive Moment der Romane, das Künstliche, das der Sehnsucht des Lesers entsprechend gewerkelt ist, befriedigt die konzentrierte Fantasie unseres Protagonisten, wozu die Menschen der Wirklichkeit nichts taugen, weswegen unser Protagonist zu Beginn ein Einzelgänger ist. Die ironische Pointe zu meiner Leserfahrung bei diesem Roman ist, dass während der Protagonist sich der Wirklichkeit immer mehr zu öffnen scheint, ich aufgehört habe, in Mitfahrgelegenheiten wirkliche Gespräche mit Fremden über Gott und die Welt zu führen, aber dafür in meiner eigenen Gedankenwelt verkehrend gescriptete Werke in der Bahn konsumieren.

So, jetzt aber zum Anime; das muss jetzt natürlich alles kürzer ausfallen:
Ich habe den Anime zusammen mit meiner Partnerin geschaut, die den Roman nicht vorher gelesen hatte und den Anime sehr gemocht hat und an einigen Stellen zu Tränen gerührt war. Und auch ich habe die Stärken des Anime natürlich vernommen. Technisch gefallen mir bspw. die warmen und hellen Farben des Anime, die stets dieses latente Frühingsflair aufrecht erhalten, selbst wenn es im Anime grad wintert. Man hat die ganze Zeit passend zum Anime das Gefühl, als würde jeden Moment die Kirschblüten in meine Augen blühen. Auch die Kulissen sind teilweise wunderbar wie z.B. die der imposanten Schulbibliothek. Ferner gefallen mir sogar die Bewegungen, die oft nicht ganz flüssig sind und sogar die Standbilder in manchen Szenen. Auch wenn hierbei womöglich Zeit und Budget eine Rolle gespielt haben sollte, finde ich das bei dem Inhalt gar nicht unpassend, weil der Anime damit an vielen Stellen Dynamik durch Atmosphäre ersetzt.
Was die Kompatibilität zum Roman angeht, ist der Anime sehr nah dran. Es wurden entweder Sequenzen weggelassen oder Details verändert, aber an sich wurde das Gerüst und die Chronologie des Romans eingehalten. Jetzt kommt aber der springende Punkt, warum der Anime von mir nur 3,5 und der Roman hingegen 4,5 Sterne bekommt: Mir ist die Kompatibilität gar nicht so extrem wichtig. Mir ist wichtig, dass entweder die Adaption als eigenständiges Produkt mich überzeugt oder sie das Wesen des Originals tragen kann -- und dazu muss der Anime nicht eins zu eins die Erzählung nacherzählen.
Damit wären wir bei den Schwächen des Anime: Die grundsätzlichen Schwächen sind szenische Authentizitätsmängel und die fehlerhafte Essenz des Dilemmas des Protagonisten. Was mir relativ früh im Anime aufgefallen war, war die musikalische Untermalung in einigen Szenen und vor allem in Gesprächen -- das war einfach viel zu viel und hat die Stimmung in den Begegnungen des Protagonisten mit der Heldin verkünstlicht.
Noch schwerwiegender war aber die fehlerhafte Darstellung des Protagonisten. Der Held ist im Roman nicht so apathisch wie im Anime am Anfang. Er redet sich das ein und versucht nach außen hin sich so zu verhalten. Aber im Roman entdecke ich, dadurch, dass der Protagonist mir aus der Ich-Perspektive seine Gedanken liefert, seine Abgründe -- er kann mich nicht anlügen! Ich bekomme seine Abgründe, Ängste und Zwickmühlen, auch wenn es an manchen Stellen subtil oder indirekt ist, wirkstark mit. Und genau das fehlt im Anime. Ich kann den Helden des Anime nicht annähernd so ernst nehmen wie den Helden des Romans; es sind zwei unterschiedliche. Und überhaupt, was ist mit der Entwicklung des Feuers und der Zuneigung der beiden, der Heldin und des Helden, füreinander? Im Anime verstehe ich gar nicht so recht, warum die beiden eine immer größere Zuneigung empfinden und abhängig von einander werden. Witze und Twists in den Gesprächen, Annäherungen und Entscheidungen -- vieles, was im Roman so prägnant war, verblasste für mich im Anime.

Nun gut, am Ende des Tages kann ich nicht sagen, dass der Anime mir nicht gefallen hat, aber im Kontrast zum Roman war er halt nicht ebenbürtig. Und man darf sich hier nicht darauf ausruhen, dass es sich um verschiedene Medien handelt und man im Anime nicht die Möglichkeit hat, die wichtigen Details des Romans wiederzugeben. Ja, es ist ein anderes Medium, aber es werden dadurch nicht nur Türen zugemacht, sondern man hat ganz andere Möglichkeiten, um das Wesen des Helden und seine Beziehung zur Heldin wirkungsvoller, wirklicher und prägnanter zu beleben.
Unterm Strich gibt es dafür vor mir nur 3,5 Sterne. Und somit ist der Anime nichtsdestotrotz auch vor dem Hintergrund des Romans sehenswert. Aber nun gut, lest den Roman mal und bildet euch eure eigene Meinung😄.
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