Beautiful Bones: Sakurako’s Investigation (2015)

Sakurako-san no Ashimoto ni wa Shitai ga Umatteiru / 櫻子さんの足下には死体が埋まっている

Rezensionen – Beautiful Bones: Sakurako’s Investigation

Hier findest Du sowohl kurze als auch umfangreichere Rezensionen zum Anime „Beautiful Bones: Sakurako’s Investigation“. Dies ist kein Diskussionsthema! Jeder Beitrag im Thema muss eine für sich alleinstehende, selbst verfasste Rezension sein und muss inhaltlich mindestens die Kerngebiete Handlung und Charaktere sowie ein persönliches Fazit enthalten. Du kannst zu einer vorhandenen Rezension allerdings gern einen Kommentar hinterlassen.
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Avatar: Morti77#1
An die zweite TV-Serie des Studios TROYCA bin ich schon mit großen Erwartungen herangegangen. Die Vorlage schien auch halbwegs vernünftig, also konnte eigentlich nicht viel schiefgehen. Viel ist auch nicht schiefgegangen und trotz einiger Schwächen ist mit Sakurako-san einer der besten „Krimi“-Animes entstanden, die ich kenne.

Ein richtiger Krimi ist der Anime natürlich nicht, eher eine japanische Mystery- oder Detektivgeschichte. Das Besondere ist, dass die Serie ziemlich bodenständig bleibt. Die ersten Folgen erwecken noch einen anderen Eindruck, was wohl daran lag, dass der Autor den Anfang spannend gestalten wollte, aber die meisten von Sakurakos „Fällen“ haben nichts mit genialen Verbrechen und grausamen Morden zu tun. Stattdessen geht es mehr um die Schicksale von Menschen die in Not geraten sind und die Aufdeckung von deren Vergangenheit. Das ist meist nicht allzu spannend, aber emotional und interessant, denn die einzelnen Geschichten sind größtenteils einfallsreich und glaubwürdig. Es gibt zwar auch einen roten Faden, der einige Episoden verbindet und recht spannend ist, aber der Anime ist kein Thriller, wer jede Sekunde Hochspannung braucht wird hier enttäuscht.
So interessant die Fälle auch sein mögen, ohne eine gute Inszenierung würden sie nicht funktionieren. Die ist in diesem Anime aber zum Glück herausragend und mal erfrischend anders. Der Stil ist eher westlich und ich habe mich beim Schauen oft an (gute) amerikanische und europäische Filme erinnert gefühlt. Der einzige Wermutstropfen ist hier die teilweise übertriebene Darstellung von Emotionen. Das mag schön die starken Gefühle der Charaktere widerspiegeln, aber es ist teilweise einfach zu viel und war wohl der Versuch, die Einzelgeschichten dramatischer zu machen, was aber weder nötig, noch vorteilhaft ist.

Die Charaktere waren anfangs meine größte Sorge. Shoutarou ist so ein typischer LN-Protagonist, der wohl einfach nur eine Identifikationsfigur für die Leser sein sollte, nach ein paar Folgen fällt er schon gar nicht mehr auf. Sakurako ist interessant und sympathisch, weil sie zwar intelligent und kühl, aber kein arroganter Übermensch ist, der jeden Fall mit völlig unglaubwürdig konstruierten Überlegungen löst.
Dann gibt es noch die Nebencharaktere, hauptsächlich einen Lehrer an Shoutarous Schule, der sich als ziemlich interessant erweist und eine Freundin an derselben Schule, die mir in den ersten Folgen wirklich Sorgen bereitete, sie wäre nur dazu da Shoutarou hinterherzulaufen, was glücklicherweise nicht der Fall war. Was mir besonders gefallen hat, ist dass der Autor nicht den Fehler macht, die Anzahl der Charaktere ständig zu erhöhen, um etwas Neues zu erzählen zu haben, er arbeitet hauptsächlich mit den vier genannten Personen, gibt ihnen größtenteils gute Hintergrundgeschichten und bindet sie passend in die Geschichte ein.

Fazit: Der Anime wird keinesfalls jedem Gefallen. Es handelt sich nun mal nicht um den spannenden Krimi, den man vielleicht auf den ersten Blick erwartet und die Serie unterscheidet sich allgemein von den meisten Animes. Wer die nötige Geduld mitbringt und gut erzählte Geschichten mag, die sich hauptsächlich auf ihre Charaktere stützen kann hier allerdings ein wahres Kunstwerk finden.
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Avatar: Lpark
V.I.P.
#2
Also Krimi-Fan kam ich nicht am sehr ungewöhnlich anmutenden Titel "Sakurako-san no Ashimoto ni wa Shitai ga Umatteiru" vorbei. Es ist ein Anime, der mir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gab, so etwas schonmal gesehen zu haben, was zunächst als äußerst positiv aufzufassen ist. Das altbekannte Schema: "Leiche wird gefunden, Mörder entlarvt" wird hier kaum strapaziert, viel mehr bestehen die Funde hier meist aus Knochen, was zu einer anderen Herangehensweise führt als man das vielleicht gewohnt ist. Anstelle der Suche nach dem Mörder geht es ab und an auch um unspektakulärere Dinge, die nichts mit Morden zu tun haben, was eine willkommene Abwechslung bietet. Inhaltlich ist man hier also ziemlich experimentierfreudig und bietet ein weites Spektrum an unterschiedlichen Rätseln, die im Großen und Ganzen immer plausibel geklärt werden.

Nach den ersten paar Episoden war ich von diesem Titel tatsächlich sehr angetan, im restlichen Verlauf wurde meine Begeisterung allerdings zumindest noch ganz leicht gehemmt. Etwa nach der Hälfte geschah es für mich, dass die Geschichte etwas abflachte und auch mal ein paar Episoden lang nicht mehr das volle Interesse aufrecht erhalten konnte. Dabei ereignet sich dann eigentlich übergreifend eine Entwicklung, die ich sehr begrüße. Man etabliert langsam und subtil einen Antagonisten, jedoch läuft die Zeit des Animes leider ab, bevor die Auseinandersetzung mit diesem richtig anlaufen kann, was unheimlich schade ist, da ich mir diese durch die gegebenen Ansätze als äußerst spannend ausmahle. Hätte dieser Anime noch mehr Folgen gehabt, wäre die Handlung vermutlich in den nächsten Episoden immer fesselnder geworden, was mich vorsichtig auf eine weitere Staffel hoffen lässt.

Qualitäten hat dieser Anime nämlich schon wirklich einige. Neben der bereits erwähnten, eher speziellen Auslegung des Krimi-Genres, bietet man auch ziemlich interessante Charaktere an, die mitunter sehr unverbrauchte Typen darstellen. Ist Shoutaro noch ein recht normaler, netter Kerl, so stellt er im Duo mit der älteren Sakurako doch ein besonderes Pärchen da, über dessen Beziehung man schon etwas grübeln kann. Sakurako selbst ist durch ihre Liebe zu Knochen und ihren Pragmatismus beim Lösen der Fälle sowieso ungewöhnlich, wobei aber auch ihre weichere Seite ab und an zum Vorschein kommt, was sie wiederum doch sehr nahbar macht. Ebenso findet der restliche Cast immer mal wieder Behandlung und wird gelegentlich etwas weiterentwickelt. Alle miteinander sind sie sympathisch und man beobachtet sie gerne.

Davon mal abgesehen, haben mir auch die Animationen äußert gut gefallen, was dabei half, dass der gute Inhalt auch emotional erreichen konnte. "Sakurako-san no Ashimoto ni wa Shitai ga Umatteiru" ist für mich nicht ganz leicht zu reflektieren. Klar ist, dass der Anime meinen Geschmack getroffen hat und vor allem ein ziemlich spezielles Erlebnis darstellte. So, wie es jedoch endete, wirkte es in den letzten Episoden etwas übereilt und ich selbst will dies nur ungern so stehen lassen. Für mich ist da noch viel mehr Potential sichtbar und ich würde mich über eine weitere Staffel freuen.
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Avatar: Luna1196#3
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-Könnte Spoilern-

Ich muss den bisherigen Rezensionen zustimmen. Der Anime besitzt eine sehr eigene Atmosphäre, doch finde auch ich das keinesfalls negativ. Ich hab den Anime an zwei Abenden durchgeguckt. Mich hat er gereizt, gerade weil er so anders war und man dieses "Neue" noch nicht gesehen hat. Wer etwas außergewöhnliches sucht oder sich generell gerne auf Neues einlässt, ist hier genau richtig. In diesem Sinne, kann ich ihn nur empfehlen.

Auch die Charaktere finde ich sehr gut, vor allem Sakurako. Sie ist eine außergewöhnliche, interessante Person und ihren Character finde ich sehr gut durchdacht. Sie ist manchmal sehr makaber, aber es passt zu ihr.

Zu der Handlung muss ich sagen, dass es zwischendurch zwar viele Fälle gab, welche wirklich sehr spannend waren und jeder Einzelne lohnt sich anzusehen, doch die eigentliche Handlung um Sakurako selber und ebenso im Zusammenhang mit Shoutarou blieb im Hintergrund. Während des letzten Falls gibt es viele Entwicklungen. Es gibt eine Verbindung verschiedener Fälle, die Lage mit einem direkten Antagonist spitzt sich zu und es gibt eine ernsthafte Bedrohung und zuletzt haben auch Sakurako und Shoutarou einen Fortschritt gemacht. Zuletzt wurde es für mich persönlich wirklich fesselnd, doch ehe ich mich versah, war der Anime beendet, jedoch bleiben viele Fragen und Hoffnungen zurück und es gibt viel Potenzial diese Serie mit Erfolg weiterzuführen. Ich kann diesen Anime nur empfehlen und hoffe ernsthaft und mit freudiger Erwartung auf eine 2.Staffel.

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Avatar: Ifosil#4
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  • Musik
Tja, was soll man sagen.
Diese Serie kann ich nur empfehlen und das nicht nur für Krimi-Liebhaber. Besonders Sakurako eine sehr seltene Figur im Anime-Bereich.
Sie hat einen außerordentlichen Intellekt und besitzt umfangreiches Fachwissen in ihrem Gebiet und auch die Beziehung zum kleineren Shoutarou ist sehr gefühlvoll gestaltet.

Gemeinsam lösen sie stellenweise sehr emotionale Fälle und oft sieht man den Tod aus einer anderen Perspektive.

Im Grunde sieht man hier ein kleines Meisterwerk vor sich, wenn man diesem Genre eine Chance gibt. Gemacht für eine sehr spezielle Zielgruppe. Die Serie bedient definitiv eine Nische. Wer hier große Action oder sonst was erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Wer aber eine sehr spezielle Geschichte, mit einer sehr seltsamen (auf besondere Art) Hauptfigur sucht, wird eine fantastische Zeit haben.

Ich habe alle Folgen durch geschaut und es nicht bereut.
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Avatar: Asane
Redakteur
#5
Eigentlich kann ich sie nicht mehr sehen, diese Sorte Protagonisten, wie sie hier gleich zu zweit auftreten: er mit diesem betont kindlichen Ausdruck euphorischer Naivität in der Stimme und auch sonst von grenzenloser Empathie, sie unterkühlt, distanziert, dabei genauso genialisch wie lebensfern, in ihrer misanthropischen Grundeinstellung aber im Grunde genauso überinszeniert wie ihr bisweilen unbedarfter Assistent.

Natürlich, für das Genie besteht die Welt in weitaus größerem Maße aus Idioten, was sie auch nur schwer verbergen kann. Und ein Anime wäre kein Anime, wenn er Umstände dieser Art nicht gebührend breittreten würde. Umso verwunderlicher ist es, dass diese Serie im Verlauf gehörig Fahrt aufnimmt, die Charaktere (auch die etwas zweifelhaften) stimmig sind und sogar die Qualität der Animation noch einen Zacken zulegt.

Nach einer durchaus holprigen 1. Episode, die die Aufgabe hat, die Grundpfeiler zu setzen, "das Gelände abzustecken", mit dem Einsatz von unpassend aalglatter CG in teils üblem Kontrast zu hakeligen Bewegungsabläufen, gerät man schnell tiefer in die Welt der Knochenjägerin und ist erstaunt darüber, Geschichten unerwarteter Art zu erleben.

Erst mal wieder ein Schritt zurück:
Detektivgeschichten dieser Art sind ja nicht gerade neu. Dieser Art meint: mit exzentrischer, notorisch leicht genervter Protagonistin samt ihrem ahnungslosen Fußvolk, das sich dafür gern schikanieren lassen darf; Gosick und Kamisama no Memo-chou sind nette Beispiele dafür. Und "Sakurako" scheint erstmal in die gleiche Kerbe zu schlagen.
Doch im Gegensatz zu diesen beiden sind einerseits die Fälle um einiges realistischer, andererseits auch die "Lösungen", die logischen Gedankengänge und Herleitungen anhand der vorliegenden Indizien (samt der phänomenalen Beobachtungsgabe von Sakurako - und später auch von Shoutarou) wesentlich plausibler. Wobei es nicht primär darum geht, einen Täter zu finden, sondern anhand des pathologischen Befundes zu rekonstruieren, was passiert ist - und was nicht.
Eine weitere Überraschung besteht darin, dass zu der thematischen Breite auch eine philosophische Tiefe kommt (die Materie des Anime legt dies nahe), dabei jedoch nie ins Kitschige abrutscht oder Binsenweisheiten breittritt, sondern einige Fragen des menschlichen Seins aufwirft, eingebettet in die Banalität des Alltags ("was ist richtiges Handeln" zum Beispiel).

Diese erfrischende Stimmigkeit erzählerischer Aspekte schlägt sich dann auch in der künstlerischen Gestaltung nieder. Ungewohnte, aber in jedem Augenblick passende Kamerafahrten, dramaturgisch perfekt gesetzte Szenenschnitte, wunderbar stimmungsvolle Landschaften im Großen wie auch realistische, detaillierte, ja "warme" Darstellung der Knochen im Kleinen sowie hohe Glaubwürdigkeit der Charaktere fügen sich zu einem Ganzen, zu einem Erlebnis, wie man es anhand der Einstiegsfolge nicht unbedingt erwarten durfte.
Dass dann ab etwa der Mitte des Anime sich ein roter Faden abzeichnet, der Stoff für eine zweite Staffel bietet, setzt gewissermaßen dem i das Tüpfelchen auf.

Wenn da nur nicht das stellenweise schauderhafte CG wäre. Gerade bei fahrenden Autos und fliegenden Schmetterlingen zieht es da einem schon die Schuhe aus. Man sollte sowas erst dann einsetzen, wenn es auch wirklich beherrscht wird. Ansonsten wirkt das alles sehr schnell synthetisch und steril, was dem Charakter und der Atmosphäre der Serie absolut zuwiderläuft.
(Und zu behaupten, der Täter habe aufgrund von Drogen geweitete Augen und gleichzeitig diesen Täter mit den üblichen nur für Bösewichte reservierten stecknadelkopfgroßen Pupillen darzustellen, hat natürlich was unfreiwillig Komisches…)

Insgesamt eine großartige Serie, weitgehend frei von Klischees und "Standards" und den üblichen Peinlichkeiten. Allerdings in ihrer Direktheit des Gegenstandes und dessen expliziter Darstellung nicht unbedingt was für schwache Mägen.
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